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Der zufriedene Fischer – eine Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral

In meiner Jungendzeit las ich gerne auch schon mal den damals angesagten Heinrich Böll, den die heutige Jugend kaum noch kennt. Eine seiner genialen Geschichten dreht sich um das immer mehr Arbeiten-wollen, um sich etwas leisten zu können (siehe z.B. meinen Urlaubsbericht). Ich meine die Erzählung Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral (siehe Wikipedia), die Böll anlässlich des 1. Mai 1963 schrieb.

Ich hatte an dieser Stelle dernText gebracht. Da aber die Verlegerin der Werke von Böll mich darauf aufmerksam gemacht hatte, dass ich dies unrechtmäßig täte, möchte ich hier auf das Werk zumindest, aber doch noch immer, werbend aufmerksam machen. Hier ist noch eine interessante Interpretation der Anekdote. Leider ist inzwischen auch die sehr gelungene Verfilmung auf Drängen der Verlegerin von youtube entfernt worden. So bleibt mir also nur die Aufforderung, an offiziellen Stellen nach einer Veröffentlichung Ausschau zu halten, denn die Geschichte macht doch überdeutlich, wie weit sich bestimmte Weltbilder in uns eingefressen haben, ohne dass wir sie noch hinterfragen. Also:

Warum laufen sich immer mehr im Hamsterrad krum, und machen dann einen Urlaub, von dem sie und die Menschen des besuchten Landes am Ende eigentlich nicht wirklich was haben, sondern nur Jene, die daran ordentlich zum weiteren Male verdienen? Scheint mir eine perfektionierte Gewinnmaschine zu sein …

Nachtrag vom 21.08.2013: ich hab doch eine kleine Animation gefunden:

Nachtrag vom 14.4.2013: Ich habe gerade eine Variante der Geschichte gefunden, als los:

Die Geschichte vom Sinn des Lebens

Ein Investmentbanker stand in einem kleinen mexikanischen Fischerdorf am Pier und beobachtete, wie ein kleines Fischerboot mit einem Fischer an Bord anlegte. Er hatte einige riesige Thunfische geladen.

Der Banker gratulierte dem Mexikaner zu seinem prächtigen Fang und fragte, wie lange er dazu gebraucht hätte.

Der Mexikaner antwortete: „Ein paar Stunden nur. Nicht lange.“

Daraufhin fragte der Banker, warum er denn nicht länger auf See geblieben sei, um noch mehr zu fangen.

Der Mexikaner sagte, die Fische, reichten ihm, um seine Familie die nächsten Tage zu versorgen.

Der Banker wiederum fragte: „Aber was tun Sie denn mit dem Rest des Tages?“

Der mexikanische Fischer erklärte:
„Ich schlafe morgens aus, gehe ein bisschen fischen; spiele mit meinen Kindern, mache mit meiner Frau Maria nach dem Mittagessen eine Siesta, gehe ins Dorf spazieren, trinke dort ein Gläschen Wein und spiele
Gitarre mit meinen Freunden. Sie sehen, ich habe ein ausgefülltes Leben.“

Der Banker erklärte:
„Ich bin ein Harvard-Absolvent und könnte ihnen ein bisschen helfen. Sie sollten mehr Zeit mit Fischen verbringen und von dem Erlös ein größeres Boot kaufen.

Mit dem Erlös hiervon wiederum könnten sie mehrere Boote kaufen, bis Sie eine ganze Flotte haben.
Statt den Fang an einen Händler zu verkaufen, könnten Sie direkt an eine Fischfabrik verkaufen und schließlich eine eigene Fischverarbeitungsfabrik eröffnen.
Sie könnten Produktion, Verarbeitung und Vertrieb selbst kontrollieren.

Sie könnten dann dieses kleine Fischerdorf verlassen und nach Mexiko City oder Los Angeles und vielleicht sogar New York City umziehen, von wo aus Sie dann ihr
florierendes Unternehmen leiten.“

Der Mexikaner fragte: „Und wie lange wird dies alles dauern?“

Der Banker antwortete: „So etwa 15 bis 20 Jahre.“

Der Mexikaner fragte: „Und was dann?“

Der Banker lachte und sagte:
„Dann kommt das Beste. Wenn die Zeit reif ist, könnten sie mit ihrem Unternehmen an die Börse gehen; ihre Unternehmensteile verkaufen und sehr reich werden. Sie könnten Millionen verdienen.“

Der Mexikaner sagte: „Millionen. Und dann?“

Der Banker sagte:
„Dann könnten Sie aufhören zu arbeiten. Sie könnten in ein kleines Fischerdorf an der Küste ziehen, morgens lange ausschlafen, ein bisschen fischen gehen, mit ihren Kindern spielen, eine Siesta mit ihrer Frau machen, in das Dorf spazieren, am Abend ein Gläschen Wein genießen und mit ihren Freunden Gitarre spielen.“

~ Seelenenergethik

Das folgende Video erklärt sehr gut, warum wir inzwischen alle so gut angepasst sind und fleißig arbeiten:

Und noch ein Video, das der Frage nachgeht, was es für ein gutes Leben braucht:

  1. Juli 27, 2012 um 11:43 pm

    Herrlich! Im Club 2 ging es richtig zur Sache und das ungeschminkt. Bitte mehr davon! Hier ist ein Zusammenschnitt:

    und hier gibt es noch die komplette Sendung:

  2. Max Pucher
    Juli 29, 2012 um 3:47 pm

    Obwohl ich den Kern der Geschichte als eine sehr sinnvolle Betrachtung zum Thema Entschleunigung und Lebenswualität betrachte so muss man doch sehen, dass viele Fortschritte auf dem Willen von Menschen beruht mahr zu tun als nur aufs Mer zu schauen. Auch die Neugier kann oft nur mit substantiellen Investitionen wie dem LHC befriedigt werden. Auch die Abenteuerlust ist nicht nur mit Eroberungszielen verbunden.

    Ich weigere mich dagegen die fruchtbare kollaborative Tätigkeit von Menschen in der freien Wirtschaft generell alls Versklavung dazustellen. Gerade heute hat der Arbeitnehmer in Europa so viel Rechte dass er sicher in seinem Leben genug Zeit hat aufs Meer zu starren. Die Kollaboration in der freien Wirtschaft ist auch die Grundlage einer starken sozialen Solidarität. Dass die Politik die Börsen und Unternehmen für Ihre Unfähigkeit missbraucht, ist viel mehr der Treiber als unternehmerische Gier.

    Ich will aber keine Diskussion vom Zaun brechen. Ich bin dafür Balance und Verständnis zu finden zwischen denen die gerne Arbeiten und neugierig sind und jenen die glücklich sind im Rosengarten oder am Dock zu sitzen. Was dann aber zuschlägt ist der Neid und die Begehrlichkeiten, dass die die sich anstrengen dann auch mehr tun können. Man hat kein Grundrecht auf Solidarität sondern im besten Fall eine moralische Verpflichtung dazu.

    • Juli 29, 2012 um 5:23 pm

      Schön wieder von Ihnen zu hören, Max!
      Was treibt uns zum Fort-Schritt an. Es geht ja hierbei um ein Weg-bewegen von dem Ort, an dem wir uns befinden. Und da gibt es immer zwei Richtungen. Eine, die zuträglich ist und eine, die es weniger ist. Mir scheint, dass uns gerade Vieles auf die Füße fällt, was in die falsche Richtung läuft. Und ja, die Regierungen haben hier mächtig mit gemischt. Nur so wie es immer mehr danach aussieht, sind unsere gewählten Politikerfürsten auch nur Erfüllungsgehilfen Jener, denen die Welt schon jetzt zu über 50% gehört, zu beobachten daran, dass nur intronisiert wird, wer zuvor auf einem Bilderbergertreffen dabei war.
      Und ja, ich bin auch dafür, dass jeder nach seiner Fasson sich bewegen können darf. Aber bitte nur in dem Rahmen, der zuträglich für uns alle ist. Und da scheint mir es wenig gut, wenn 0,2% der Menschheit 60% der Welt besitzt und der Trend, wie es uns das Monopolyspiel deutlich macht, durch das Schuldgeldsystem nicht umkehrbar ist. Die Kunst wird es sein, das Zusammenspiel der vielen Unterschiede so auszutarieren, dass jeder ein würdiges Leben leben kann und nicht alle 5 Sekunden ein Mensch Hungers sterben muss, „weil er kein Geld hat“, obwohl genügend Lebensmittel auf der Welt zu haben sind.
      Mir scheint, dass wir eher mehr im Geiste wachsen sollten als an den Dingen, die wir nach Bedarfserweckung meinen, unbedingt für ein glückliches Leben besitzen zu meinen müssen.
      Glücklich wird jeder sicher durch etwas anderes. In den letzten Jahrzehnten wurden uns allerdings weißgemacht, dass glücklich ist, wer besitzt. Dabei brauchen wir nur in jene Länder zu schauen, wo die Menschen das gerade lebensnotwendigste besitzen. Und diese Menschen sind deutlich glücklicher, weil sie in einer engverzahnten Gemeinschaft sich gegenseitig stützen, kooperieren halt.
      Wenn also der Sinn des Lebens wäre, glücklich zu sein, so kann man dies leichter in einer kleinen Gruppe geschehen, in dem man sich untereinander gut kennt und wo ein vertrauensvoller Umgang im Respekt vor dem jeweils Anderen erfolgt.
      Und auch hier wird die Kunst sein, frühzeitig erkennen zu können, ob das Fort-schreiten in die zuträgliche Richtung läuft und im anderen Fall frühzeitig wieder umzusteuern.
      VG Martin

  3. Juli 30, 2012 um 1:00 am

    Es gibt keinen ‚Sinn des Lebens‘ sowie es auch keinen Anspruch gibt glücklich zu sein. Unsere Hormonmaschine macht uns diesen Zustand von erfahrenen und zu erwartenden Glücksmomenten (Endorphinausschüttungen) begehrenswert.

    Alle diese heeren Konzepte vom Sinn und Glück sind emergent, was heisst Sie entstehen im Kontext und als Konsequenz aber nicht in einem alleinigen Raum von Sinnhaftigkeit.

    Desgleichen wird unser Leben durch diejenigen die irgendeinen scheinbar ungehörigen Anteil an Vermögen und Macht haben nicht verschlechtert. Ausser es führt zu Krieg oder Unterdrückung. Diese ist aber auch in unserer beider Welt nicht existent. Wenn nun Besitz aber nicht glückllich macht wie Du ausführtst, warum bejammern wir dann dass manche viel besitzen. Diese müßten ohnehin unglücklich sein, oder?

    Was zuträglich ist und was nicht ist sehr subjektiv und wir sollten uns nicht herausnehmen uns zu Entscheidern für Andere zu erheben. Bedürfnisse werden aus verschiedensten Gelüsten geweckt und benötigen keine ‚Erwecker‘. Neid wird nicht erweckt und ist doch weitverbreitet.

    Ich gehöre nun mal zu den Glückhaften deren harte Arbeit sich in Erfolg verwandelt hat. Ich sehe keinen Grund mich dafür zu schämen. Aber auch dieser ist flüchtig und nur Momentan. Wie man sagt, sollte man das Leben nicht vor dem Tode beurteilen. Ich habe Glück immer in meinen Beziehungen gesucht und mehr im Tun als im Haben. Mein Tun führt aber nun zu Haben aber auch zu Arbeit für viele und was soll dann daran falsch sein? Wenn Nicht-Tun bei jemandem zu Mangel führt bin nun Schuld daran? Helfe ich dadurch, dass ich ‚Unglück durch Nicht-tun‘ belohne?

    Dass Umverteilung irgendein Hungerproblem löst ist eine sozialistische Milclmädchen-Illusion. Wo man ohne Gegenleistung gibt, zerstört man den Sinn der Eigenständigkeit und Selbstverantwortung. Dieser Zustand ist ja wohl im Sozialismus sehr erwünscht.

    Die sozialen Probleme von kleinen Gruppen (z.B. Dörfern) sind gut dokumentiert, sodass in vielen Fällen die Anonymität der Grossstadt als begehrenswert erscheinen mag.

    Ich denke hier Bedarf es substantiell neuer Denkmodelle die von den sozialistischen Plattitüden abweichen. lg, Max

    • Juli 30, 2012 um 4:41 am

      Mir fehlt die Zeit für einen ausführlichen Kommentar, darum nur kurz.

      Es gibt die Option, glücklich zu sein.
      Und es ist nicht verwerflich, sondern meiner Ansicht nach notwendig darüber nachzudenken, wie man mehr Menschen hin zum Glück führen kann.

      Die „Hormonmaschine“ erfüllt einen ganz anderen Zweck, als von Dir angenommen. Hormone verursachen kein Glück, sondern bewirken, dass Menschen Glück (eine Erregng, die nicht vom Körper ausgeht) körperlich spüren können. Verursachen können Hormone „nur“ Emotionen, Erregungen auf einer Ebene, die mit Glück rein gar nichts zu tun hat.

      Dass Menschen für ihre Existenz, um existieren zu können, etwas leisten müssen, ist selbstverständlich, weil systemimmanent. Aber wenn es wirtschaftlich gerecht im Sinne von vernünftig zuginge, brauchten sie weniger leisten und hätten mehr Zeit für sich selber, für ihre Kinder und Freunde, Zeit um leistungsfrei glücklich zu sein.

      Sowohl die stetige Verschwendung von Lebensmitteln auf der einen und die stetigen Hungersnöte auf der anderen Seite haben mit Selbstverantwortung und Eigenständigkeit nicht das Geringste zu tun. Magst Du Dich wegen Deines Erfolgs zu den Glückhaften zählen – ich zähle mich dazu, weil mich die Folgen eines gesellschaftlich akzeptierten (oder geduldeten) Verbrechertums nicht in Ruhe lassen.

      Was die Arbeit betrifft, erzähle ich Dir meine Geschichte in Kurzform: In den letzten 25 Jahren arbeitete ich sehr hart – und verdiente nicht einen Pfennig. Ich verweigerte bezahlte Leistung, weil ich fest überzeugt war und bin, dass man alle Werte, die eine nachhaltig reiche Existenz schaffen, nicht käuflich sind.

      Dir einen guten Start in die Woche.

      Wolfgang

    • Juli 30, 2012 um 8:23 am

      Wir hatte an anderer Stelle schon das Thema Ethik diskutiert und es wird dabei sehr schnell klar, dass alles nur Konzepte unsere Denkapparats sind, um in einer Gruppe ein Fundament zu schaffen, auf dessen Basis ein zuträgliches miteinander Leben möglich ist. Somit ist alles, was wir als moralisch empfinden subjektiv und konstruiert. Und ja, dazu gehört auch das Glück oder die Betrachtung nach dem Sinn des Lebens.

      Dass ich mit einem dauerhaften Geben Niemandem dauerhaft helfe, es sei denn, er wäre aus nachvollziehbaren Gründen nicht in der Lage, sich auch selbst zu helfen, sehe ich genauso. Hier zeigt man besser, wie man Angelt als ihm ständig den schon geangelten Fisch auf den Teller zu legen.

      Und ja, wer reich ist, wird immer unfreier, denn er hat immer mehr Angst, seinen Reichtum wieder zu verlieren und muss sich darum kümmern, den Reichtum zu verteidigen bzw. noch wieter zu mehren. Wenn er aber reich wird, weil er dies auf Kosten Anderer macht, das erachte ich es als unzuträglich für die Gemeinschaft. Als Beispiel nenne ich hier die Machenschaft des IWF, wo in Afrika die Annahme hoher Kredite erpresst werden, um anschließend, wenn die Kredite nicht mehr gezahlt werden können, die Ressourcen des Landes privatisiert werden. Das passiert ja aktuell nun auch schon in Griechenland.

      Die vielen Mittelständler im deutschsprachigen Raum sind da anders gestrickt. Die meisten Unternehmer gehen wie von Ihnen beschrieben so vor, dass sie sich um ihre Mitarbeiter kümmern und sorgen und den Rahm aus den Geschäften auch an diese weitergeben. In Mexiko ist es z.B. so, dass die erfolgreichen Frauen einer Marktsaison (nur sie handeln die erstellten Waren auf den Märkten) ihre Mehreinnahmen durch das Ausrichten von Festen wieder an die Gemeinschaft zurückgeben.

      In Bereich der Konzerne geht es ganz anders zu, wie das dieser Beitrag über die mafiösen und korupptiven Zustände dort und damit auch in unserer Politik zeigt:

      VG Martin

  4. Silke
    Juli 30, 2012 um 11:37 am

    Interessantes Thema, danke Martin.

    Glück ist natürlich ein subjektives Empfinden. Für mich ist Glück in erster Linie unbehelligt von Lebensängsten leben zu dürfen.

    Als Mensch unter Menschen wahrgenommen zu werden, für das, was ich bin, und nicht für das, was ich habe.

    Glück ist der Anblick meiner Kinder, der mir jedes Mal einen Schauer über den Rücken jagt.

    Glück ist die Natur zu spüren, förmlich von ihr berührt zu werden. Der Anblick einer Horde Spatzen, die wie Kinder auf dem Spielplatz mit viel Geschrei auf einem Baum herumturnen,

    der Flug von Greifvögeln, hoch am Himmel, majestätisch und voller Stolz,

    der Anblick eines schlafenden Säuglings, voller Urvertrauen gibt er sich der Ruhe hin,

    der unbändige Lebenswille eines einjährigen Kindes, das gerade seinen ersten Schritt in ein eigenes Leben macht, weg von den Eltern,

    die Konzentration eines Erstklässlers, der voller Hingabe Buchstaben und Zahlen in sein Heft malt,

    und, und, und …, man kann sicherlich noch mehr dazu schreiben, aber das waren so die ersten Gedanken, die mir durch den Kopf geflogen sind.

    • Juli 30, 2012 um 12:42 pm

      Hallo Silke,

      Die Frage, die ich stellen möchte:
      Ist Glück wirklich subjektiv?
      Oder kommt das Glück automatisch, wenn die „Lebenseinstellung“ stimmt?

      Menschen müssen in einer alten Ordnung leben – UND nach einer neuen Ordnung suchen. Sie müssen die alte Ordnung konfrontieren, DAMIT sie erfahren (fühlen) können, was – Martin nennt es zuträglich – für die Gemeinschaft und sie selber vernünftig ist, was nicht destruktiv-zerstörerisch, sondern die Existenz von Zwängen befreit und Glück erscheinen läßt.

      Ich glaube, das „Wesen dieser Ordnung“ ist seit Menschengedenken existent. Aber – es ist nicht Teil des menschlichen Bewusstseins. Und es gibt die alte Ordnung, die es (fast) verunmöglicht, die neue Ordnung zu leben.

      Es gab immer Menschen, die den Weg in die neue Ordnung gingen. Nicht alle blieben namenlos. Aber sie alle wirkten daran mit, das Bewusstsein zu schaffen, das nötig ist, um in dieser Ordnung leben zu können. Bewusstsein ist der Schlüssel, und Glück mag in dem Maße entstehen, wie die innere Ordnung (z.B. Charakter, Liebe und Verhalten) mit der neuen Ordnung übereinstimmt.

      Danke für Deinen Beitrag und herzliche Grüße an Dich von uns.

      Wolfgang

      • Juli 30, 2012 um 12:51 pm

        Wenn ich mir anschaue, dass meiner Großen die Anerkennung des So-Sein durch ihre Eltern, also auch mir, lange gefehlt hat, und sie damit nur meinte, ihr Glück durch Anerkennung guter Leistung in der Schule und Lehre zu finden, dann scheint es mir, dass eine wichtige Komponente des Glücklichseins im positiven Feedback des eignen Handelns und Daseins durch andere ist. Nicht umsonst verkümmert ein gerade geborenes Kind, wenn es außer dem Füttern keinerlei anerkennende Zuwendung erhält.

        Und damit sind wir wieder bei Ubuntu »Ich bin, weil du bist, und ich kann nur sein, wenn du bist.«

        • Juli 30, 2012 um 1:23 pm

          In Anerkennung steckt KENNEN.
          Im Miteinander lernen Menschen sich kennen, sich selber und den Anderen. Aber das Kennenlernen verläuft nicht schmerzfrei. Echte Gemeinschaft, das glaube ich, kann nur entstehen unter Menschen, die diese Schmerzen GEMEINSAM tragen. Die den Schmerz nicht als Schwäche definieren und sich daran stärken, sondern Schmerz als „Medizin“ verstehen.

          Gestern kam mir etwas in den Sinn, heute habe ich Gelegenheit, es auszusprechen.
          Ein Wendepunkt in meinem Leben war, als ich zu mir „Arschloch“ sagen konnte. Ein weiterer Wendepunkt kam, als ich dabei lachen konnte.

          Es gibt Menschen, die WOLLEN sich kennenlernen-lassen. Sie öffnen sich, erzählen ihre Geschichten, erzählen ihre Geschichten immer wahrer und lernen sich-zu-verstehen. aber sie lernen auch, die Wege anderer zu verstehen.

          Positives Feedback wird zum Selbstverständnis unter Menschen, die bestimmte Lebenserfahrungen miteinander teilen. Das erzeugt Nähe durch einen NATÜRLICHEN Respekt, den zu empfinden glücklich macht.

          Darin steckt eine ganze Menge, gell.

          Wolfgang

          • Juli 30, 2012 um 1:38 pm

            Da, wo Vertauen herrscht, also unter „wahren“ Freuden, ist auch das negative Feedback gut aufgehoben und genauso wichtig. Denn auch hierdurch kann ich erkennen, ob ich in die zuträglichere Richtung fort-schreite. Geht noch besser mit einer konstruktiven Kritik, die nachvollziehbar daher kommt. So habe ich dann die möglichkeit, frühzeitig mein Fortschreiten neu zu justieren 🙂

  5. Silke
    Juli 30, 2012 um 2:21 pm

    Hallo Wolfgang,

    wollte das Thema auf der persönlichen Ebene angehen, und sicherlich hast Du recht, zum Glück gehört eine gewisse Balance, mit sich im Reinen sein, nur dann kann man spüren, fühlen was dieses Leben lebenswert macht.
    Jede Form von Sucht, auch die Arbeitssucht, ist ein Verbergen eigentlicher Bedürfnisse, eine Suche nach Anerkennung für was auch immer. Man belohnt sich selbst, weil andere es einem nicht zuteil werden lassen.

    Sich bewusst werden nicht unfehlbar zu sein, und sich das verzeihen können, sind der Schlüssel zu einem zufriedenen Leben, zumindest ein erster Ansatz zu verstehen, in meinen Augen.

  6. Juli 30, 2012 um 3:51 pm

    Meine Perspektive zu den Kommentaren:

    1) Etwas, das wir nicht emotional spüren, ist in unserem Entscheiden irrelevant. (A.Damasio)
    2) Ich habe keinerlei Angst etwas zu verlieren, weil mir nichts gehört (auch nicht mein Leben), auch wenn ich im Moment über etwas verfügen kann.
    3) Man kann keine Lebensängste haben und trotzdem nicht glücklich sein.
    4) Glück kann man nur durch das Glück Anderer empfinden.
    5) Ich nehme mir nicht heraus zu wissen, was Andere glücklich machen sollte.
    6) Machenschaften sind fast durchwegs verursacht von denen, die in Staatsstellen korrupt die nicht verdiente Autorität missbrauchen. Das gilt auch für Bankengesetze.
    7) Alles ist immer im Wandel (weil komplex adaptives System). Die angebliche ORDNUNG, egal ob alt oder neu, ist die Illusion.

    lg, Max

    • Juli 30, 2012 um 5:13 pm

      Ich habe keinerlei Angst etwas zu verlieren, weil mir nichts gehört

      Da kommen wir an den eigentlichen Kern: Wenn Niemandem etwas gehört, bräuchten wir auch keine Gesetze, Richter, Rechtsanwälte, Polizisten, Gefängnisse und Wärter, denn wir könnten auch Niemandem etwas nehmen.

      Da würden gleich sehr viele Tätigkeiten entfallen, die jeder von uns heute indirekt mitbezahlt.

      Wir müssten für den Grundbedürfnisse des Lebens nur noch 2-3 Stunden arbeiten.

      Den Rest der Zeit könnten wir uns um Bedürftige kümmern und/oder unseren geistigen Horizont erweitern …

      Eigentlich ganz einfach …

      LG Martin

    • Juli 30, 2012 um 9:20 pm

      Du hast eine MEINUNG, Max, und das finde ich gut. Ebenfalls bemerkenswert, dass Du Dich einer Diskussion stellst. Was mir – offen gesprochen – auf diesem Blog fehlt.

      Grundsätzlich sollten wir uns mal für anständige Menschen halten, die versuchen, aus ihrer Perspektive heraus das Beste zu leisten.

      Was Du leistest Max, leistete ich vor 25 Jahren auch, gab Menschen Arbeit/Brot, beförderte das Bruttosozialprodukt und fühlte mich großartig. Tatsächlich hatte ich keine Ahnung, in welchem System ich tätig bin, und auch keine Ahnung, warum und wie ich funktionierte. Kurz: Ich war ein sehr erfolgreicher Blindfisch.
      Realität war: Ich sorgte für Arbeitsplätze und zahlte Gehälter, aber gleichzeitig beförderte ich ein System, dass die abhängige Beschäftigung künstlich verursachte. Das ist Fakt und fatal: Bedürftigkeit schaffen und ihre Befriedigung kontrollieren können.

      Mit Deinen Ausführungen stimme ich nicht überein.
      Zu 1
      Emotionen veranlassen uns zu re-aktiven Handlungen – verursachen also keine selbstbestimmten oder freien Entscheidungen. Aktive Handlungen entstehen aus Gefühl oder/und Geist heraus Geist kann nur schöpferisch handeln, wenn er über Energie verfügt. Die beschafft er sich z.B. über Affinität.

      Zu 2
      Es ist für konkretes Handeln notwendig, Angst nicht zu spüren. Ds bedeutet nicht, dass sie nicht vorhanden ist.

      Zu 3
      Unglücklichsein entsteht nicht nur durch Ängste, sondern auch durch Verwirrungen, Misserfolge und Ablehnungen. Aber dieses Unglücklichsein entsteht eigentlich im emotionalen Bereich, wogegen Glück im Wesen(skern) selbst generiert wird.

      Zu 4
      Das Glück anderer hat mit dem eigenen Glück nicht die Bohne zu tun. Zum Glücklichsein brauche ich gar niemanden und nichts an sonstigen Hilfsmitteln. Glück ist ein Zustand! Aber, ich sage das gleich hinterher: Dieses Glück ist auf dieser Welt für einen Körper nur bedingt zuträglich.

      Zu 5
      Das ist eine gute Einstellung, die ich teile.

      Zu 6
      Machenschaften formuliere ich allgemeiner als Missbrauch. Er geschieht immer und überall. woraus sich leicht ableiten läßt: Es ist eines der (wenigen) großen Lebensthemen, Missbrauch darzustellen und den Fehler, der Missbrauch möglich machte, zu beheben.

      Zu 7
      Wandel schließt nicht Ordnung aus. Was soltle sich wesentlich wandeln, wenn nicht die Ordnung.
      Ich halte es allerdings auch für eine Illusion, dass, was wir erleben, als Ordnung im Sinne von ordentlich, vernünftig oder ethisch zu bezeichnen. Nein, wir kommen aus einer Ordnung A und entwickeln eine Ordnung B. Dass dieser Entwicklungsprozess, wenn er finalen Erfolgscharakter hat, in einer Ordnung verlaufen muss, scheint mir schlüssig. Besser wäre es wohl, die „Ordnung“, die wir erleben, als „Kontrollierte Abwicklung“ zu bezeichnen.

      In einem dichotmisch strukturierten System gibt es objektiv kein Richtig und Falsch – wenn man die Rädchen einer Uhr richtig zusammen fügt, geht sie. Und um mehr geht es in diesem System nicht: Ein Ziel zu erreichen. Die Uhr tickt, ob es uns gefällt oder nicht.

      Dir einen guten Abend.

      Wolfgang

  7. Juli 31, 2012 um 11:28 am

    Klar habe ich nur eine MEINUNG, weil es gibt nichts anderes. Wir wissen gar nichts. Alles ist Interpretation und wie schon Gödel definierte, ist jedes Modell-System entweder nicht komplett oder fehlerhaft.

    Ich verneine, dass Jemand, der der Arbeit entsagt hat, irgendwie weiter ist als Jemand, der es gerne tut. Ich habe nur selten etwas getan, was ich nicht wollte. In den meisten Fällen war es, weil ich dachte, dass es Jemanden glücklich macht. Was oft nicht so stimmte. Ich tue da,s was ich tue sehr bewusst und tue es auch bewusst in dem Sinne, was ich mittlerweile weiß, dass mich glücklich macht.

    Wenn Jemand ohne andere Menschen glücklich sein kann und will, dann ist er von den Menschen enttäuscht worden und sucht sein Glück in anderen Erfahrungen. So klingen auch viele Tenöre hier. Ich bin von Menschen enttäuscht worden und sage: die sind eben so! Ich lasse mir meinen Positivismus nicht nehmen, weil es gibt so viele andere Menschen.

    Ich habe mich lange mit Zen-Buddhismus auseinandergesetzt und in dieser Zeit versucht, dem Konzept der Loslösung von Lust, Begehren und Sehnsüchten zu widmen, die eben zu allem Leid führen sollten. Dies hat mich schlussendlich in ein Burnout getrieben, weil man ohne Emotionen TOT ist. Emotion ist Energie.

    Wir wissen mittlerweile, dass die menschliche Entscheidungsfindung eine Funktion unseres Emotionszentrums (limbisches System) ist. Zu glauben, dass man daher rational entscheiden kann, ist eine reine Selbstlüge, zu der unser Gehirn ja toll fähig ist, weil es ja sowohl die Wahrnehmung als auch die Empfindungen steuert und daher kontrolliert, wie unsere Welt aussieht. Natürlich sind wir REAKTIV! Wie sollten wir auch sonst sein? Leben ist Interaktion. Selbst, wenn Du alleine im Finsteren sitzt, interagierst Du mit der Welt durch Atmen und andere Körperfunktionen und mental durch die Erinnerungen und emotionalen Erfahrungen, die uns zu dem Menschen gemacht haben, der wir sind. Hast Du die nicht, bist du kein Mensch. Fazit: Es gibt keinen Wesenskern, der außerhalb der Emotion liegt. Die Emotion macht uns zu dem, was wir sind, weil Sie auch unsere Erinnerungen steuert.

    Emotion ist Kraft und Energie und Leben. Liebe ist hormonelle Energie. Sprich mit einer Frau nach der Menopause, was diese für einen Energiemangel verspüren. Emotionen schlechtzumachen ist komplett daneben. Ohne Endorphinauschüttung kannst Du nicht glücklich sein, weil die Biologie eben so funktioniert. Auch die Angst ist eine solche Hormonausschüttung. Unser ganzes Werden ist so hormongesteuert und das ist nun mal Natur. Ohne unsere Triebe würden wir nicht existieren.

    Also, ich kann mit dieser esoterischen Grosstuerei, dass man sich über die eigenen Emotionen hinwegsetzen kann, nichts anfangen. Ich kann Sie verstehen und damit besser damit umgehen. Das wars.

    Zuletzt zu Ordnung: Diese impliziert in seiner Definition eine zielgerichtete Struktur. Und genau diese ist eine Illusion. Es gibt keine Ziele. Nur ein JETZT mit unendlich vielen, nicht kontrollierbaren Resonanzen.

    So weit so gut. Ich denke, wir sind wieder mal dort, wo man vereinbart, unterschiedlicher Meinung zu sein und es dabei belässt. In diesem Sinne: VIEL nicht-emotionalen Lebensspass in den esoterischen Wesenzügen! Max

    • Juli 31, 2012 um 11:49 am

      Vielen Dank, Max, für die nachvolziehbaren Ausführungen, denen ich nach der Lektüre von Damasio gut folgen kann.

      Ich hatte im Urlaug das Buch „Von einem neuen Verständnis der Quantentheorie e = m(l/t)2 zur Kosmologie des Bewussstseins“ von Vooker Junghanss ausgelesen udn sehen hier deutliche Anknüpfungspunkte. Herr Junghanss stellte fest, das die Physik nocjh immer keine Erklärung für die Gravitation hat. Er stellt ein mögliches Konzept als Lösung vor. Seine Grundthese ist, dass sämtliche Bewegung (motion) allein aufgrund von Energieaustauschmechansimen erfolgt, so wohl im Keinsten als auch Großen. Da passt es gut, wenn auch unsere wahrgenommenen Emotionen nichts anderes sind, als der Wunsch, den Energieaustausch zu vollziehen.

      Daher mag es auch immer große Anstregungen bedeutet, die Emotion festzustellen und mit eigenem Willen dagegen anzugehen, weil unsere Erfahrungen uns sagen, dass es nicht gut ist, so zu reagieren, wie die Emotionen uns gerade zu steuern versuchen, z.B. aus dem Affekt einen Mord zu begehen.

      Und daher gilt auch hier wieder Aristoteles Aussage, dass die Wahrheit in der Mitte liegt. Emotionen sind gut und sollte aber im Rahmen des kulturell Zuträglichen mit dem rationalen Geist gesteuert werden. Und hier scheint mir, dass wir wenig dazu angeleitet werden, darin ein Meister zu werden.

      VG Martin

    • Juli 31, 2012 um 1:15 pm

      Hallo Max,
      auch von mir „Danke“ für Deine Ausführungen. Du bist Pragmatiker und triffst Entscheidungen – etwas anderes bleibt „Esoterischen Großtuern“ auch nicht. Und wir treffen Entscheidungen selbst in dem Wissen, in einem System zu leben, das wir nicht „richtig“ beschreiben können. Aber wir können trotzdem – auf irgendeine Art nützliche – Entscheidungen treffen, wenn wir FÜHLEN, unser Handeln sei richtig.

      Weiter oder nicht weiter, was bedeutet das schon. Ich bevorzuge die Betrachtung, dass Menschen WOANDERS sind, und sein müssen, weil sie verschiedene Erfahrungen sammelten und verschiedene (auch altersbedingte) Interessen haben. Ich traf in meiner unternehmerischen Zeit, im Nachinein betrachtet, die grundsätzlichen Entscheidungen vom Unterbweusstsein gesteuert.

      Über Glück läßt sich nicht diskutieren.
      Du schreibst:
      „Dies hat mich schlussendlich in ein Burnout getrieben, weil man ohne Emotionen TOT ist. Emotion ist Energie.“
      Damit weist Du hin auf ein zentrales Problem, der Energieversorgung des Systems.

      Es gibt foglende Betrachtung:
      Eine Funktion des Lebens besteht aus einem Generator, der Energie verfügbar macht – als Ersatz für die eigentliche Energie, die den Wesen
      – A. verloren ging
      – oder B. über die sie vorher nicht „frei“ verfügen konnten.

      Insofern werden Menschen angetrieben, und sie fühlen sich angetrieben, um Energie(n) zu beschaffen. Eine Form von Energie ist Geld. Geld schafft Macht, Macht ist ein Gefühl, und Gefühl ist Energie.

      Nun frage ich Dich:
      Wenn Emotionen re-aktive Energie ist, könnte dann Liebe nicht eine aktive Energie sein?
      Sie würde das System Mensch energetisch ohne jede Anstrengung versorgen.
      Sie würde den Menschen handeln lassen können, ohne den „Hintergedanken“, sich mit Energie versorgen zu müssen.

      Insofern sage ich: Gefühle machen uns zu dem, was wir WIRKLICH sind.

      Selbst wen wir die Resonanzen nicht kontrollieren können, sagt das nichts aus darüber, ob die Resonanzen kontrolliert werden. Gäbe es keine Kontrolle, gäbe es kein Ziel und die Erscheinungen des Phänomens Leben machten keinen Sinn. Es sei denn, er steckt in der Erscheinung des „Jetzt“.

      Nochmals Danke.

      Wolfgang

      • Juli 31, 2012 um 2:08 pm

        Wolfgang,
        Liebe ist auch noch ein Konzept unseres Geistes, wie alles andere auch, was wir meinen, Wirklichkeit zu sein. Somit ist eh alles nur Meinung und kein Wissen Alles, was wir meinen, als Wirklichkeit zu sehen, konstuieren wir in unserem Geist, gefiltert über unsere rudimentären Sinne. Hätten wir mehr oder andere Sinne, würden wir die Welt ganz anders wahrnehmen. Also ist alles, was wir Denken abhängig von den Begriffen, mit den wir arbeiten. Und diese sind wieder nur Konzepte/Modelle, die so lange genutzt werden, so lange sie uns helfen, unsere Leben zu meistern. Kommen neue Erfahrungen und Erkenntnisse, dürfen wir die alten Sachen getrost über den Haufen werfen.
        Wenn dem so ist, ist auch das Konzept des Ziels eines, dass in bestimmten Lebensituationen hilft, besser überleben zu können.
        Mir will scheinen, dass alles Leben kein wirkliches Ziel hat, sondern einfach wie ein Spiel vor sich hinwuselt, sprich es wird pausenlos ausprobiert. Was Spaß macht, sprich gute Gefühle vermittelt, wird weiter verfolgt, andernfalls wird was anderes ausprobiert.
        Wir versuchen nun in unserem Leben Strukturen zu finden, die uns bei der Eintscheidung, was wir als nächstes probieren sollten, zu helfen, einen möglichst zuträglichen Pfad zu erwischen. Wenn wir uns anschauen, wie sich das Leben entwickelt, so haben wir gesehen, dass es sowohl Mechanismen gibt, die die Vielfalt erzeugt (unterschiedliches Ausprobieren -> Sicherstellung, dass mindestens etwas überleben wird, wenn etwas schief läuft) und anders es Standardisierungen gibt (was viele andere machen, wird vermutlich gut sein).
        Die Vorstellung (Konzept) von einer Energie der Liebe scheint mir dabei zu helfen, uns zu einer zuträglicheren Welt zu bringen, als wir sie derzeit zu sehen vermeinen.
        Wenn wir uns nun vorstellen, dass Alles Energie ist, dass kann ich mir wiederum vorstellen, dass alle Änderungen und Bewegungen, die wir beobachten können, tatsächlich Ursache von Energieausgleichsbestrebungen sind (siehe erwähntes Buch von Volker Junghanss). Damit wäre Liebe „nur“ eine Interpretation eines Ausgleichs, der eine bestimmte Art von Ergebnis erzielt. Und da gut oder schlecht subjektiv ist, könnte je nach aktuellem Standpunkt der Eine das Ergebnis erwirkt durch Liebe, der Andere durch Hass erkennen wollen.
        Damit wäre alle unsere Glaubenssätze auf den Müll zu werfen und das Leben in der Anarchie will mir scheinen, deutlich zuträglicher als in den derzeitigen Strukturen?

        Hier ein schöner Film, der zeigt, wie leicht unser Gehirn betrogen werden kann, und wir die Wirklichkeit nicht wirklich erkennen:

        LG Martin

        • Juli 31, 2012 um 2:44 pm

          Des Rätsels Lösung formulierte sich gestern im Ansatz durch den Beitrag von Max, und nun gibst Du mir den Rest dazu.

          Menschen, die Liebe SUBSTANTIELL nicht fühlen können, verstehen auch bestimmte Prämissen, die vorgestellt werden, nicht.

          Vor ein paar Tagen las ich ein Essay von Hannah Arendt über den Holocaust und einen Kommentar dazu. Man geht davon aus, dass das Böse keine ontologische Größe, also nicht substantiell vorhanden sei, sondern erst durch das Miteinander der Menschen entsteht.

          Schauen wir auf das Erscheinen der Liebe, entdecken wir ein Reiz-Reaktions-Muster. Sie begegnet uns, und wir werden angeregt und spüren diese Liebe. Bei dem einen Menschen mag das reines Empfangen sein, bei anderen Menschen wird etwas Substantielles stimuliert.

          Es ist mir noch schwierig, das Phänomen genauer zu formulieren. Wichtig ist jedoch, um das überhaupt verstehen zu können, Gefühl und Emotion strikt voneinander zu trennen.
          Grob gesagt:
          Von Emotionen wird man energetisch bedient, sie sind wie ein Knecht.
          Der Liebe bedient man sich, sie ist der der Meister im Kern der Existenz (eines Wesens).

          Danke für das Darlegen Deines Standpunktes – hat mir sehr geholfen.

          Herzliche Grüße von mir.

          Wolfgang

          • Juli 31, 2012 um 3:13 pm

            Lieber Wolfgang,

            ja, die Trennung von Emotionen und Gefühlen meine ich auch als wichtig anerkennen zu können, Damasio hat das sehr schön aufgebröselt.
            Hast Du das Buch von ihm? Sonst schicke ich es Dir gerne.
            Was mir noch nicht ganz klar ist, in wie weit Gefühle selbst im Kontext der Umgebung, in der ein Mensch aufwächst, gelernt werden müssen. Es gibt Völker, die kennen unsere Trauer im Falle des Todes eines Mitmenschen nicht. Sie freuen sich sogar eher, da sie eine ganz andere Vorstellung von Leben und Jenseits haben. Unsere Trauer mutet da schon eher an etwas Narzistisches an.
            Wenn im Zusammenhang des Sterbens so unterschiedliche Gefühle entwickelt werden, könnte das Gefühl der Liebe dann nicht auch ganz unerschiedlich pro kultureller Umgebung ausgestaltet werden? Die romantische Liebe zum Beispiel, wie wir sie kennen, scheint sich erst mit Shakespears „Romeo und Julia“ so wie Goethes „Die Leiden des jungen Werthers“ erst richtig ausgebildet zu haben. Nach Veröffentlichung des Letzteren gab es so manchen Selbstmord aus Liebeskummer.

            Herzliche Grüße auch an Susanne! Martin

  8. Juli 31, 2012 um 1:11 pm

    Hallo Max… du schreibst: „Sprich mit einer Frau nach der Menopause, was diese für einen Energiemangel verspüren…“
    Als Frau nach der Menopause, kann ich dass so nicht bestätigen. Die sogenannten Wechseljahre sind eine hormonelle Umbauzeit, wie auch die Pubertät, nur mit anderen Ergebnissen. Bis diese Zeit abgeschlossen ist, toben sich bei den meisten im emotionalen Empfinden recht gravierende – aufwühlende oder detachierte – Gefühlszustände aus. Diese können genauso verwirrend sein, wie seinerzeit in der Jugend. Die Energie wird in Prozesse gelenkt, die so bisherigen nicht zur Routine gehörten.
    Energiemangel würde bedeuten, es ist keine oder nicht genug vorhanden – also wo ist sie hin dann hin? Energie ist nach wie vor vorhanden, sie wird nur anders eingesetzt. Da habe ich vielleicht dir gegenüber den Vorteil des eigenen Erlebens und zu meinem Bekanntenkreis gehören sehr viele energiegeladene Frauen, die ihre Menopause bzw. Wechseljahre hinter sich haben. Energetische Mangelerscheinungen sind da eher selten das Thema. Klar, frau wird nicht jünger. Die Auswirkungen der zunehmenden körperliche Alterung, der wir unterworfen sind, betrifft beide Geschlechter und auch der Mann muss sich mit altersbedingten hormonellen Umstellungen auseinandersetzen. Die (emotionalen) Energiefelder, in denen wir uns aufhalten und an deren Erzeugung wir interaktiv permanent beteiligt sind, mögen vielleicht bestimmten Schwankungen unterworfen sein, sind für uns jedoch immer nutzbar.
    Welchen Energiemangel meinst also in diesem Zusammenhang?
    freundliche Grüße Stephanie

  9. Juli 31, 2012 um 4:24 pm

    Hallo Martin,

    hier geht es ja sehr interessant zur Sache. Ich hätte da einen passenden Artikel zur Thematik der letzten Kommentare hier. Der Thematik wegen wird er nur etwas lang. Ich hoffe das wäre OK, wenn denn Interesse an besagtem Artikel Deinerseits bestehen sollte. Ich könnte ihn in den nächsten 2 Tagen verfügbar machen.

    Gruß Guido

    • Juli 31, 2012 um 5:43 pm

      Hallo Guido, immer gerne her damit. Du kannst Ihn dann auch gerne selbst freischalten. Formatieren kann ich dann auch später, falls notwendig. Bin gespannt, Martin

  10. Silke
    August 1, 2012 um 12:06 pm

    Gehe konform mit Wolfgang und denke, das Gefühl bestimmt das Sein.

    Habe vor längerer Zeit das Buch „Ethik für eine neue Welt“ von Leonardo Boff gelesen.
    Das enthielt ein paar Ansätze, die mir sehr schlüssig schienen.

    Ich zitiere mal:

    Sentio ergo sum – Ich fühle, also bin ich

    Was ist die Grunderfahrung des menschlichen Lebens?
    Die Grunderfahrung des menschlichen Lebens ist Gefühl, Affekt, achtsame Zuwendung.
    Nicht Logos, sondern Pathos. Sentio, ergo sum – Ich fühle, also bin ich.
    Gefühl ist die Wurzel jeder Aussage. Pathos ist die Fähigkeit, zu fühlen, berührt zu werden und zu berühren. Das also ist die Lebenswelt des Menschen, seine pronto-primäre konkrete existentielle Befindlichkeit. Existenz ist nie pure Existenz, sondern stets auch Koexistenz, die man fühlt und die man zu spüren bekommt in Aufmerksamkeit und Sorge, in Achtsamkeit und Verantwortung in der Welt gemeinsam mit den Anderen, in Freude und Traurigkeit, in Hoffnung und Angst.

    Unsere erste Beziehung ist noch ohne jegliche Distanz, geprägt von großer aktiver Passivität. Ich spüre die Welt, die Anderen und das Ich als ein einziges komplexes Ganzes, innerhalb der Welt und als Teil von ihr und – dem zum Trotz – ihr auch gegenüber, als etwas anderes, das ich sehe, denke und gestalte. So geht es grundsätzlich um ein Sein mit und nicht über den Dingen, um ein Zusammenleben innerhalb eines noch keineswegs ausdifferenzierten Ganzen.

    In seinem Buch „Sein und Zeit“ spricht Martin Heidegger vom Sein-in-der-Welt als von einem Existenzial, das heißt von einer Grunderfahrung, die konstituiv für den Menschen ist und nicht als bloßes geographisches oder geologisches Akzidens missverstanden werden darf. So bauen sich die Strukturachsen der Existenz um Affektivität, achtsame Sorge, Eros, Leidenschaft,
    Mitleiden, Wunsch, Zärtlichkeit, Sympathie und Liebe auf. Doch dieses Basisgefühl ist nicht nur eine Regung der Psyche, es ist viel mehr, es ist ein „existenzial-ontologisches Grundphänomen“, eine Form des wesenhaften Seins, die ontische Struktur des Menschen.
    Pathos ist kein Widerspruch zu Logos. Auch das Gefühl ist eine Form von Erkennen, wenn auch anders. Pathos schließt Vernunft mit ein, übersteigt sie aber in jeder Hinsicht.
    Wer diese Dimension genial gesehen hat, war Blaise Pascal (1623-1662), der zum Kreis der Gründer der Wahrscheinlichkeitsrechnung zählt und die Rechenmaschine erfunden hat.
    Pascal sagt, das Herz spüre die ersten Axiome des Denkens und das Herz setze die die Prämissen für jedes nur mögliche Erkennen der Realität fest.
    Mit seiner inzwischen klassischen Untersuchung zur Emotionalen Intelligenz hat
    Daniel Goleman unlängst die philosophische These von Gefühl und Affektivität (Pathos)
    als proto-primäre Dimension des Menschen empirisch nachgewiesen.
    Als Erstes fühlt das Herz, und dann erst reagiert das Denkvermögen.
    Erkennen auf dem Weg des Pathos geschieht in einem Prozess der Sympathie , das heißt in einem Prozess der Identifikation mit dem Vorfindlichen, des Leidens und des Sich-Freuens mit ihm, der Teilhabe an seinem Schicksal.

    Wir benötigen das Gegenüber, den bzw. die anderen und sei es nur, um unser Verhalten zu reflektieren; man bedenke, wo wir der Biologie nach herkommen.
    Wer nicht fühlen kann, kann sich selbst nicht spüren, ist sozusagen tot.
    Und ein Burnout, mache diese Erfahrung gerade, ist letztlich eine Abkoppelung vom eignen Ich, geboren aus einer übersteigerten Anspruchshaltung an sich selbst, die von außen, wie auch von innen, sprich von einem selbst befeuert werden kann.
    Sich darüber klar zu werden ist ein schmerzhafter Prozess, aber nur dadurch kann man den Weg zurück zum Ich finden.

    • August 1, 2012 um 1:54 pm

      Wieder Zufall?
      Als ich gestern nochmals an mein Bücherregal ging, um etwas in Goethes „… Werther“ nachzusehen, fiel mir das kleine Reclamheft mit Martin Heideggers „Was heißt Denken?“ raus. Ich fand den Titel interessant und hatte es letztes Jahr irgendwo mitgenommen, aber noch nicht reingeschaut. Habe als gestern mal angefangen, und hoppla, er stellt die These auf, dass wir erst noch das Denken lernen müssten. Wie es ausgeht, weiß ich noch nicht. Er jongliert allerdings schon mit den Begriffen und Bedeutungen, dass einem schwindlig werden kann …

      LG Martin

  11. August 1, 2012 um 12:40 pm

    Emotionen und Gefühl …

    Was wäre eine Sprache ohne Emotionen und Gefühle ? Eine konstruierte Sprache. Computersprachen, oder auch die Symbolsprache der Verkehrszeichen, genau wie die Icons auf den Bildschirmen moderner Kommunikationsmittel, sind allesamt konstruiert … und das aus gutem Grund, wird doch erst durch die Abwesenheit von emotionalen und gefühlerwirkenden Interpretationen ihre Intention möglich, nämlich möglichst gleiche bzw. immerzu die gleichen Reaktionen bei den Anwendern hervorzubringen. Auch wenn man manchem Betriebssystem gewisse Emotionen nachsagen könnte, so würde sich eine Computersprache, die vom Computersystem mit wechselnden Emotionen interpretiert würde, fatal auf die Funktionen des entsprechenden Programms auswirken, und von Zuverlässigkeit jegliche Spur fehlen.
    Dass WINDOWS, in Anlehnung an das Fenster der Wahrnehmung, bei seinen Anwendern mitunter reichlich Emotionen freizusetzen vermag, ist ein anderes Thema …
    Dass in allen natürlichen Sprachen Emotionen und Gefühle vielfältig ausgedrückt werden können, macht sehr wohl Sinn. Dabei handelt es sich nicht nur um gesprochene Sprachen, sondern um alle, mit der Zeit, gewachsenen Sprachen. Natürliche Sprachen haben eine Vergangenheit und stecken voller Mutationen, genauso wie es bei Lebewesen der Fall ist, deren Genom eine vergangene Entwicklung durchlebt hat und im Verlauf dessen zahlreiche Mutationen angesammelt hat. Auch die Musik und die Kunst, alle kreativen Ausdrucksformen, weisen Emotionen und Gefühle auf. Daher vermag die Realität als Ganzes erst recht alle möglichen Darstellungen der Emotionen und Gefühle zu erwecken, schließlich setzen sich alle Bilder der Realität zusammen aus:

    •Unordnung und Ordnung,
    •Yang und Yin,
    •Ausdruck von Energien und deren Aufnahme bzw. Umarmung,
    •Handlung und Hingabe,
    •Beurteilung und Wahrnehmung.

    Expansion, der sogenannte Fortschritt der Menschheit, kann nur realisiert werden, wenn das Yang vorauseilt … und damit auch der (materielle) Ausdruck von Energien, wenn erst gehandelt und dann gefühlt wird, und erst beurteilt, wenn nicht gar verurteilt, wird, anstatt erst wahrzunehmen, was die reale Bildersprache wirklich ausdrückt.

    Das männliche Prinzip prescht voran, das weibliche muss folgen, zumindest in der Summe aller realen Bilder, welche die weitläufigste Meinung widerspiegelt … und, dem kohärenten Bewusstsein im göttlichen Zustand von Unordnung befreiter Energie sei Dank, wird dieser Vorsprung, mit Überschreiten des Zenits der Unordnung, mehr und mehr der Vergangenheit angehören. Die Optimierung ist jedoch keine Bühne für weibliche Rache, für unzählige Zahltage in gleicher Münze. In der realen Bildersprache gibt es das Bild der Gottesanbeterin … und der Name ist Programm, kann der Göttliche/Goldene energetische Zustand des Bewusstseins doch nur erreicht werden, wenn nach der Vereinigung die Unordnung, in Gestalt des Männchens, von der Ordnung, dem Weibchen, komplett verinnerlicht wird, um so selbst zur Ordnung zu werden … und zwar aktive Ordnung … durch und durch.

    Optimale Gefühle können nur entstehen, wenn sie ausgeprägt genug sind, um die Energien von Emotionen schadlos aufzunehmen, nicht, um als Schalldämpfer oder Hitzeschild zu dienen, sondern um zu umarmen, um zu teilen und zu geben, was den Emotionen, der Unordnung, dem männlichen Prinzip, fehlt.

    Den Artikel hatte ich schon mal verlinkt:

    http://www.spiriforum.net/artikel/a48-gefuehl-emotion.php

    Aber so ist das in einem Meer der Möglichkeiten … Bilder kehren wieder und wieder … solange, bis es endgültig passt …

    Gruß Guido

    • August 1, 2012 um 3:21 pm

      Lieber Guido,

      was mich interessieren würde ist, wie sich unsere Emotionen ausbilden. Gefühle zeigen uns an, ob es angenehm (weiter so) oder nicht (Gefahr!) ist. Diese werden also als Kleinkind schon da sein, sprich Kinder verhalten sich intuitiv richtig, wenn sie etwas Neues ausprobieren.
      Emotionen dagegen scheinen mir gelernt zu werden. Kinder die hinfallen und erschreckte Eltern sehen, beginnen eher zu weinen als solche, deren Eltern darüber flachsen. Ich erwähnte schon das Trauergefühl, das wir hier beim Sterben entwickeln. Kinder, die das erste Mal einen Sterbensfall erleben, betrachten diesen zuerswt nüchtern. Erst durch das Spiegeln der beobachteten Emotionen der Erwachsenen übernehmen sie diese.

      Hast Du darüber schon mal was geschrieben?

      LG Martin

      • August 1, 2012 um 7:23 pm

        Martin, Gefühl und Emotion hängen zusammen. Emotion erzeugt das Gefühl (fühlen im Körper) durch Botenstoffe. Fühlen (erregende Berührungen) könne auch Emotionen auslösen und diese dann Gefühle. Die gleiche Berührung durch eine andere Person kann Angsterregend sein. Die Emotion (durch den Situationskontext unserer Mustererkennung in der Wahrnehmung) erzeugt das Gefühl.

        Natürlich werden viele Emotionen erlernt, eben durch diese Mustererkennung. Wir haben in unserem Hirn die erstaunliche Fähigkeit andere Menschen mit wenig Aufwand zu kopieren (Homunkulus – der kleine Mensch im Hirn). Wenn man einem Kleinkind die Hand hinhält und öffnet und schliesst dann ahmt es unbewusst diese Bewegung nach. Bei Emotionen ist das ähnlich.

        Aber wie erwähnt gibt es bewusste und unbewusste emotionale Reaktionen. Viele davon sind in unserem genetischen Gedächtnis durch Generationen erlernt schon vorhanden zum Schutz der Rasse. Urängste und Urvertrauen.

        Wäre toll wenn diese wichtigen Themen hier mit etwas mehr Fachwissen angegangen würden, oder??? lg, Max

        • August 1, 2012 um 7:33 pm

          Danke, Max, und ja, da Emotion und Gefühl die Basis dessen sind, was uns antreibt, wird es Zeit, hier mehr Grund reinzubringen. VG Martin

    • August 1, 2012 um 7:15 pm

      Guido, dieser verlinkte Artikel enthält primär unpräzises, esoterisches Geplapper.

      Es wird Gefühl und Fühlen vermischt: z.B. Angst und Kälte. Wohl weil beides Zittern auslösen kann. Fühlen ist ohne Bewertung (eben Emotion) aber Gefühl nicht.

      Wahrnehmung ist nicht energetisch sondern erlernte Mustererkennung. Gefühle sind die subjektive körperliche fühlbare Reaktion auf Emotionen. Diese Emotion kann natürlich auch durch Wahrnehmung ausgelöst werden.

      Emotionen (sprich Ausschüttung von z.B. Dopamine, Adrenalin, Nor-Adrenalin, Endhorphine) und deren resultierenden Gefühle können bewusst, also durch Denkvorgänge aber auch unbewusst sprich durch eine nicht in Bewusstsein tretende Aktivierung der Amygdala im limbischen System. Daher tun wir uns auch so schwer mit Emotionen vernünftig umzugehen.

      Die Bilder die Wiederkehren sind die Muster die wir immer besser lernen zu erkennen. Wenn wir Sie dann erkannt haben, dann passen Sie. Wir haben uns an die emotionale Reaktion gewöhnt.

      Ich sehe zwar auch das Yin und Yang im Universum aber nicht als Ersatz für Wissen und Verständnis.

  12. August 1, 2012 um 9:16 pm

    Ja , das Wissen. Damit wird man in der Schule zuhauf gefüttert. Vokabeln, Jahreszahlen, Namen und Daten. Schubladen über Schubladen. Braucht die Natur Wissen oder liegt der Natur etwas ganz Anderes zugrunde ? Kann man ohne Wissen leben ? Ist die Wahrnehmung von Zusammenhängen nicht viel mehr wert ? Kann man in der Schule Zusammenhänge lernen, wenn einem voneinander getrenntes Wissen im 45 bzw. 60 Minuten-Takt vorgesetzt wird ?

    Ich sehe die Welt inzwischen eher in Proportionen und brauche ganze vier davon, die in unterschiedlichen Verteilungen miteinander interagieren. Auf Wissen greife ich im Grunde nur noch zurück um mich in meinen Umfeldern verständlich zu machen und um in der aktuellen Realität funktionieren zu können, dem Wohle meiner Familie zuliebe. Belüge ich mich somit selbst ? Nein, denn ich muss nichts übers Knie brechen und baue auf den Lauf der Zeit … und auf das, was meiner Meinung nach, meiner Wahrnehmung von Zusammenhängen nach, geschehen wird. Ich lasse so viel Expansion in mein Leben, wie ich bereit bin zu (er)tragen. Nicht in einer Konkurrenz mit anderen Weltansichten, sondern in einer Kooperation mit ihnen …

    Wir können jetzt hier Definitionen und Fallbeispiele wälzen, Biologen befragen und Chemiker, Psychologen und dergleichen und sie löchern, was nun Gefühl ist und was Emotion. Viel Zeit wird dabei draufgehen … doch ansonsten wird sich nicht viel ändern. Den Link, den ich angab, finde ich aus einem Grund sehr treffend … und dabei ist es für mich nebensächlich, was die Lehrmeinung dazu sagt, denn das Gesamtbild der Realität ist in stetem Wandel. Dieser Grund ist die proportionale Beschreibung eines komplexen Zusammenhangs, ein Muster, welches sich auf alle Bilder der Realität übertragen lässt. Esoterik, sprich vermeintliches Anti-Wissen, ist auch nur wieder so eine Schublade. Interessanter finde ich es da zu klären, warum und wofür Bilder wie Esoterik, in all ihren Schattierungen, so lange bestehen können und Bestand zahlreicher Kontroversen sind. Da liegen wirkliche Antworten und nicht, wie es die Wissensanhänger praktizieren, in der Suche nach Beweisen, denn diese Beweisführung dient einzig der weiteren Expansion.

    Gruß Guido

    • August 1, 2012 um 11:23 pm

      Ah: „Ich sehe die Welt inzwischen eher in Proportionen und brauche ganze vier davon, die in unterschiedlichen Verteilungen miteinander interagieren.“

      Und schade, dass Du das nicht weiter ausmalst.

      Mal EXTREM quergedacht:

      Das mit dem Wissen und Denken scheint mir eine schwierige Sache. All unser Denken basiert auf ausgedeuteten Begriffen. Wo kamen die her? Wie hat die sich entwickelt?

      Was, wenn es zu allen Zeiten ein paar wenige sehr viel hellere Köpfe als den Rest gab (so Schlaue, die zu den Normalen einen geistigen Abstand hatten wie diese zu den Einfälligen) und sich jeweils neue Konzepte ausdenken konnten und dabei die Begriffe zu ihrem Nutzen designten. Und weil der Rest die Tragweite nicht gleich erkannten und weil jene mit der anerkannten Deutungshoheit schon Recht damit würden haben, auch so akzeptiert wurden.

      Was, wenn also unsere komplette Sprache durchzogen ist mit Begriffen, die Konzepte aufspannen, die manipulierend waren und womöglich nochsind. Macht dann irgend eine tiefergehende Diskussion auf Basis einer solchen Sprache überhaupt Sinn? Was kann dabei raus kommen?

      Müssten wir nicht beginnen, die Sprache erst einaml nach solchen Elementen zu durchforsten, zu entschlacken und dann nüzlichere Konzepte erdenken, sprich das Denken auf ein besseres Fundament stellen?

      hmmmm, und nun?

      Ein sehr nachdenklicher Martin

  13. August 2, 2012 um 12:47 am

    Martin,

    genau das machen wir doch fortwährend, doch wir machen noch nicht Nägel mit Köpfen was die Entschlackung der realen Bildersprache angeht, wie auch, wir haben ja noch nicht alle Möglichkeiten der Sprache realisiert, sind aber auf dem “besten“ Wege dahin.

    Es geht nicht um schlaue Menschen und weniger schlaue … denn dann packen wir wieder den IQ-Test aus um Intelligenz bzw. Schlauheit zu beweisen, zu messen und in Schubladen zu stecken. Weg mit den Schubladen. Es kommt nicht auf Schlauheit an, sondern einzig um die Darstellungen DER Proportion des Gesamtbewusstsein, die sich als Mensch verkörpert. Die Qualitäten des Einzelnen SIND einfach nur, egal, welche Bezeichnung diese Qualität trägt und die Quantität, der IQ-Wert, was auch immer, ist erst recht völlig überflüssig … aber NOCH sehr hilfreich, um die Expansion in die reale Bildersprache umzusetzen.

    Dazu passt, wie gesagt, wenn auch aus anderer Sicht, der neue Artikel, den ich morgen freischalten werde.

    Zur Emotion und den Gefühlen noch etwas: beide braucht es, keine Frage, und beide liegen in einem harmonischen Gefüge vor, beide in einer entsprechenden Proportion. Es ist wie die Verteilung von rechtsdrehenden und linksdrehenden Bildern in der Realität:

    http://www.gold-dna.de/updatemai.html#up253

    Erst beide Proportionen zusammen ermöglichen die fortwährende Anwendbarkeit der realen Bildersprache.

    Gruß Guido

  14. Silke
    August 2, 2012 um 9:59 am

    Max J. Pucher :

    Martin, Gefühl und Emotion hängen zusammen. Emotion erzeugt das Gefühl (fühlen im Körper) durch Botenstoffe. Fühlen (erregende Berührungen) könne auch Emotionen auslösen und diese dann Gefühle. Die gleiche Berührung durch eine andere Person kann Angsterregend sein. Die Emotion (durch den Situationskontext unserer Mustererkennung in der Wahrnehmung) erzeugt das Gefühl.

    Natürlich werden viele Emotionen erlernt, eben durch diese Mustererkennung. Wir haben in unserem Hirn die erstaunliche Fähigkeit andere Menschen mit wenig Aufwand zu kopieren (Homunkulus – der kleine Mensch im Hirn). Wenn man einem Kleinkind die Hand hinhält und öffnet und schliesst dann ahmt es unbewusst diese Bewegung nach. Bei Emotionen ist das ähnlich.

    Aber wie erwähnt gibt es bewusste und unbewusste emotionale Reaktionen. Viele davon sind in unserem genetischen Gedächtnis durch Generationen erlernt schon vorhanden zum Schutz der Rasse. Urängste und Urvertrauen.

    Wäre toll wenn diese wichtigen Themen hier mit etwas mehr Fachwissen angegangen würden, oder??? lg, Max

    Sehr schön erklärt; dem kann ich mich voll anschließen.

    Zum letzten Satz:

    „Was ist Fachwissen?“

    Meinst Du damit vertieftes Wissen, durch ein Studium zum Beispiel?

    Sollte das damit gemeint sein, nicht jeder hat die Möglichkeit seine Fähigkeiten optimal zur Entfaltung zu bringen. Dazu gehören eine ganze Menge richtige Entscheidungen im Leben, und zwar auch von anderer Seite, nicht nur von Seiten des Betroffenen.

    Weiterhin gibt es nun einmal die unterschiedliche Sicht auf die Dinge, und es sollte doch erlaubt sein, diese darzulegen.

    Maxime einer Hochbegabten, mit der ich zahlreiche Diskussionen zu den unterschiedlichsten Themen hatte:

    „Ich weiß, dass ich nichts weiß“

    Und so sollte man das Leben angehen.

    Ein bisschen weniger gezeigte Arroganz würde mir in dem Zusammenhang gut gefallen.

    Sollte ich das Ganze missverstanden bzw. falsch interpretiert haben, entschuldige ich mich schon einmal vorsorglich.

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