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Krieg hat seine Ursache im Inneren des Menschen …

Die ältere Philosophie kannte noch den Gegensatz zwischen Mensch und Tier und schrieb dem Menschen, den man kosmologisch zwischen Göttern und Tieren ansiedelte, die Möglichkeit zu, entweder über sein Menschsein hinauszuwachsen und sich dem göttlichen Dasein anzunähern, oder aber mit größter Bestialität sogar unter das Tierische hinunterzusinken. Goethe, der vielfach aus der Weisheit der Antike schöpfte, hat dem Ringen dieser Doppelnatur des Menschen, das zerrissen-sein zwischen seiner göttlichen und seiner menschlichen Natur in seinem „Faust“-Drama künstlerischen Ausdruck verliehen. So lässt er Faust beim berühmten Osterspaziergang sprechen:

Goethe Osterspaziergang (Bildquelle: http:www.goethezeitportal.de)

Goethe Osterspaziergang (Bildquelle: http:www.goethezeitportal.de)

 

Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust, die eine will sich von der andern trennen: die eine hält in derber Liebeslust sich an die Welt mit klammernden Organen; die andre hebt gewaltsam sich vom Dust zu den Gefilden hoher Ahnen.

Jeder Mensch kennt diese beiden „Seelen“ wohl zu gewissem Grad aus eigener Erfahrung und bei demjenigen der sie meint, nicht zu kennen, dürfen wir vermuten, dass der Kampf zwischen beiden Seiten seiner Natur zwar vorhanden ist, aber ihm infolge gewisser Kompensationsstrategien noch nicht bewusst geworden ist.

So liegt der „Krieg“, der Kampf der beiden Seelen gegeneinander, schon in der Natur des Menschen begründet und vieles hängt davon ab, wie sich der Einzelne dieser in ihm liegenden Entwicklungsforderung stellt. Hier, im Herzen des Menschen scheint der eigentliche Kampf stattzufinden und ob wir im Frieden mit uns selbst sind und damit auch um uns herum Frieden herrschen kann, hängt davon ab, inwiefern es uns gelingt, diese beiden „Seelen“ auf günstige Weise miteinander zu versöhnen.

Wird eine der beiden Seiten unseres Wesens unterdrückt oder kompensiert, sind wir, ob bewusst oder unbewusst, in einem Zustand des Unfriedens mit uns selbst, der auch nach Aussen, zu unseren Mitmenschen hin, als Druck, Ausgrenzung oder Verurteilung spürbar werden kann.

Philosophie und Religion der verschiedenen Kulturen und Menschheitsepochen beschäftigten sich daher seit jeher mit dieser zentralen Frage: Wie kann der Mensch – hineingestellt zwischen Geist und Materie – eine günstige, entwicklungsfreudige Synthese zwischen seinen Idealen und geistigem Verlangen und seiner irdischen Natur finden? Ist ihm das überhaupt möglich? Oder bleibt ihm nur die Möglichkeit, eine dieser beiden Seiten bestmöglich zu unterdrücken, um die andere Leben zu können?

Ich möchte behaupten, dass es dem Menschen möglich ist, eine solche Synthese von Geist und Welt zu leisten, wenn er dieser Entwicklungsanforderung, die nicht von Aussen, sondern von Innen an ihn herantritt, nicht ausweicht und sich überdies seiner Individualität und schöpferischen, Gegensätze verbindenden Kraft als Mensch bewusst wird.

 Prometheus

Prometheus brachte dem Menschen das Feuer. In einer erweiterten Betrachtung können wir sagen, dass er dem Menschen damit das Ich überbrachte, das von alters her mit dem Feuerelement gleichgesetzt wurde. Bezeichnenderweise kommen mit der Büchse der Pandora in der Folge auch Krankheit, Tod und alle Übel in die Welt. Das Ich, das den Menschen von seiner Umgebung trennt und ihn damit aus der Schöpfung abschliesst und isoliert ist so in der Sage einerseits Grund für das Übel, aber andererseits, sofern er seine Feuerkraft zu nutzen versteht, auch Mittel zur Überwindung der Leiden des Menschen.

Wir können uns ebensowenig ungestraft von unserem Drang zu Entwicklung und Evolution trennen, wie wir uns einfach über unsere emotionalen Grundbedürfnisse, Triebe und Ängste hinwegsetzen können, ohne früher oder später von ihnen eingeholt zu werden. Wenn wäre es, wenn – wie es Goethe wohl ausdrücken würde – die Götter uns die Gabe verliehen hätten, Himmel und Erde miteinander zu versöhnen, aber uns die Freiheit liessen, uns dieser Fähigkeit zu bedienen? Würden sie es nicht als Frevel ansehen, wenn wir diese Möglichkeit nicht wahrnehmen würden?

Wären sozialer Unfriede und letztlich Krieg dann nicht die logische Folge eines nicht ergriffenen Kampfes im eigenen Inneren? Ist es nicht zwangsläufig so, dass wir, sobald wir das Ringen um die Synthese zwischen unseren Idealen und dem äußeren, praktischen Leben nicht ergreifen, diesen Kampf nach Aussen tragen müssen indem wir immer größere Ungleichgewichte, Drücke und letztlich Unfrieden und Krieg erzeugen?

Bereits ein kleiner Blick auf die äußeren Faktoren der gegenwärtigen Weltlage z.B. die Ungerechtigkeiten in der Weltwirtschaft, lässt uns erahnen, dass der von übermäßigem Konsum geprägte Lebensstil unserer Kulturen, unsere Gier nach Rohstoffen und Energie, die so viel Leid und soziale Ausbeutung mit sich bringt, ihre Ursache nur in einer inneren Leere und einem emotionalen unbefriedigt sein haben können. Kein Mensch braucht diese Überfülle an Konsumgütern, und künstlichen Erfahrungs- und Erlebenswelten um glücklich und zufrieden leben und arbeiten zu können. Unsere gegenwärtige Kultur zeichnet sich durch eine einseitige Betonung des Diesseitigen aus, oder um im Bilde Goethes zu bleiben, in der Betonung desjenigen Seelenanteils in uns, der „in derber Liebeslust sich an die Welt mit klammernden Organen“ bindet. Goethe, der zu seiner Zeit noch von einem tieferen, integraleren Bild des Menschen ausging, zeigt schon mit seiner Formulierung „klammerns“ dass es sich dabei um eine Art Angst handeln muss, die den Menschen treibt, sein Heil ganz im Diesseitigen zu suchen und den anderen Seelenanteil, der immerwährend danach strebt, bisher unbekannte Ideale und die Grenzen des bisherigen sprengende neue Lebenszielsetzungen in das Dasein zu integrieren möglichst zu negieren, sich „ganz von ihm zu trennen“. Eine solche Lebenshaltung muss in einer Welt mit endlichen Ressourcen wohl zwangsläufig zu Verteilungskämpfen und schliesslich zu und Krieg und Zerstörung führen.

Euer Bernhard Spirkl

Erstveröffentlichung auf meinem Blog Move on Freedom
  1. Juli 5, 2012 um 6:16 pm

    Hallo Nick,

    das passt das Zitat von Franz Oppenheimer auch gut:

    Nicht bitter werden! Der Mensch ist nicht gut und nicht böse, er folgt dem Gesetz des geringsten Widerstandes. Je nachdem die Verhältnisse sind, benimmt er sich anständig oder unanständig; Macht wird immer mißbraucht: darum soll man nicht versuchen, die Menschen zu bessern, sondern soll die Verhältnisse ändern, soll Macht ausrotten. Und das ist möglich. Es muß und wird immer Führerschaft geben, aber es hat in vielleicht hunderttausend Jahren menschlicher Geschichte keine Herrschaft gegeben; die gibt es erst seit etwa fünftausend Jahren, und die wird es sicherlich keine fünfhundert Jahre mehr geben. Also: nicht bitter werden!

    Wer mit sich umzugehen weiß, wird nicht Herrschen-wollen müssen. Was aber, wer beherrscht ist, und dem nicht entfliehen kann. Wäre es nicht sein Recht, sich von dieser Beherrschung zu befreien zu wollen?

    Aber was ist schon Recht? Das ist ja auch nur ein Konzept, dass wir in unserem Kopf konstruiert haben. In der Natur gibt es kein Recht. Es gibt nur die Beurteilung, ob es nützlich für sich selbst ist. Und das könnte auch heißen, dass es nützlicher ist, in einer Gruppe die Führung an gerade Jene zu übergeben, die für die anstehende Aufgabe schon einmal gezeigt haben, dass sie es können und man ihm trauen kann …

    L.G. Martin

    p.s.: wie schaut es denn die Beschreibung des Organisationskonzepts für der verschränkten Kollegen aus?

  2. Juli 5, 2012 um 8:33 am

    Diese Fähigkeit des Menschen – „inmitten des Krieges – von innen und außen“ zu Vertrauen, ermöglichte es dem Menschen, immer wieder vom ‚Wunder des Lebens‘ berührt und bewegt zu werden, es zu würdigen, lieben zu lernen, sich dem Leben hinzugeben und ein Bewusstsein für seine Unverfügbarkeit (Heiligkeit) zu entwickeln.

    Da haben wir das Kohärenzgefühl wieder, mitsamt des Sinnes für selbige. Kohärenz ist das Leuchtturmlicht im Hafen. Je dunkler die Nacht, desto mehr besinnt man sich darauf.

    Gruß Guido

  3. Juli 5, 2012 um 3:49 am

    Krieg hat seine Ursache im Innern des Menschen…

    Hallo Martin,

    richtige Beobachtung. Artikel hat große Klarheit.

    Zur Ergänzung dieser Wahrheit, (welche zu allen Zeiten bekannt war) zwei Zitate:

    Was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn ‚unrein‘ (entzweit den Menschen mit sich selbst, dem Nächsten und mit Gott)«… »Denn von innen, aus dem Herzen des Menschen, kommen Gedanken, die böse sind … (Jesus in Markus 2,20f)

    Es sind nicht die Dinge, die mich beunruhigen, sondern die Meinung, die ich von den Dingen habe…(Epiktet)

    Somit stecken wir in einem echten Dilemma. Wir haben es mit einem doppelten Problem zu tun. Das Problem steckt sowohl im Innern des Menschen – er ist in sich selbst verkrümmt und kann sich daraus allein nicht befreien. Und das Problem steckt auch außerhalb des Menschen, weil er (blind, mangels ausreichendem Sinn) nicht sehen kann, dass er nicht sieht (wie die Wirklichkeit wirklich beschaffen ist).

    Die „äußere“ Wirklichkeit ist ihm (wesens-)fremd. Aber zugleich benötigt er das Vertrauen in das was ihm begegnet und er in Erfahrung bringen kann, um a) zu überleben und b) sich „über sich selbst hinaus“ zu entwickeln. Der Mensch lebt horizontal im Spannungsfeld zwischen Selbstanpassung und Selbsterhalt, und vertikal im Spannungsfeld zwischen Selbsttranszendenz und Selbstvergessenheit. Er ist auf Andere angewiesen (Horizontalspannung) und er ist unheilbar religiös (Vertikalspannung).

    Trotz dieser ernüchternden Feststellung (welche bescheiden macht), haben wir Menschen jedoch bisher miteinander überlebt. Es war und ist also trotz dieses Dilemmas möglich diesen „Krieg im Innern“ zu ‚überleben‘ und miteinander zu leben. Wir schaffen es, weil wir trotz und aller Unsicherheit aufgrund des „Krieges im Innern“ zum Trotz, immer wieder Vertrauen wagen. Diese Fähigkeit des Menschen – „inmitten des Krieges – von innen und außen“ zu Vertrauen, ermöglichte es dem Menschen, immer wieder vom ‚Wunder des Lebens‘ berührt und bewegt zu werden, es zu würdigen, lieben zu lernen, sich dem Leben hinzugeben und ein Bewusstsein für seine Unverfügbarkeit (Heiligkeit) zu entwickeln.

    Was für immer bleibt: Vertrauen, Liebe, Hoffnung. Am Größten aber von diesen ist die Liebe (1.Korinther 13,13)

    Liebe Grüße

    Ingo

  4. genoland
    Juli 2, 2012 um 6:46 pm

  5. genoland
    Juli 2, 2012 um 6:44 pm

    • Juli 2, 2012 um 9:32 pm

      Schade, die GEMA hat zuegschlagen und das Video darf nicht abgespielt werden 😦

      • Juli 2, 2012 um 9:40 pm

        Erinnert irgendwie an die Geschichte des Hanfs 😉 Wir hatten das Thema ja mal.

        Gruß Guido

      • Juli 2, 2012 um 11:15 pm

        Bei dieser Art „youtube-Problem“ gibt es eine einfache Lösung:

        „ProxTube“-AddOn (https://proxtube.com) installieren – da gibt es eine Version für Firefox und eine für Chrome … das funktioniert sehr gut (mittels einer Umleitung über einen ausländischen Proxy-Server), und es tut mir überhaupt nicht leid 😉

        LG
        Manfred

        • Juli 2, 2012 um 11:25 pm

          Ja … Aktion und Reaktion. Schaffe Regeln und Gesetze, Vorgaben und Normen … und es findet sich ein Weg es zu umgehen … der weiteren Entwicklung wegen. Geister, die man ruft, kommen IMMER, egal, in welcher realen Bildgestalt.

          Gruß Guido

          • Juli 4, 2012 um 10:09 am

            Mal was zu den Verursachern: Wer verdient am meisten am Krieg und den Tod von Menschen ??? Die Waffenhersteller ??? oder die, die die Cheikalien für die Bomben Herstellen ??? Wer verdient am meisten am Kranken Menschen ??? Der Arzt oder die, die durch Lebensmittezusätze (Chemikalien) die Menschen Krankmachen und die Heilsversprechenden Chemikalien gleich hinter her liefern ???

            Am Tod und Leid der Menschen lässt sich so viel Geld verdienen und Sie wissen es ganz genau. Warum sie das tun ??? Weil Sie es können und der Mensch ist dabei die Ware.

  6. Juni 30, 2012 um 8:07 pm

    @ oliver und guido: das universum ist frei programmierbar – und wir sind die programmierer, gott und urknall sind unsere „geschöpfe“ – und nicht umgekehrt, alle evolution ist die evolution unsers geistes, das materielle universum entsteht aus der übereinstimmung(schnittmenge) unserer unterschiedlichen individuellen vorstellungen von realität(bewusstsein), wir geben antworten auf sinnlose fragen, denn mit jeder frage nach der schöpfung stellen wir nur unsere(gemeinsame) schöpferkraft in frage. am anfang war das wort, worte und zahlen benutzen wir um uns zu vertragen oder zu streiten, zu mehr taugen worte und zahlen nicht(hp dürr: „auch die wissenschaft spricht nur in gleichnissen“), jegliche erkenntnis ist für den a… .. jesus(weltfrieden und nächstenliebe) in uns allen wieder auferstehen zu lassen ist absolut zielführend. mit ein wenig buddha(leerheit > schöpfung aus dem nichts) on top flutscht unsere schöpfung dann wieder richtig gut und der papst geht zum teufel 😉

    p.s. die zeit ist auch unsere schöpfung: zeit ist das was wir erschaffen und verbrauchen auf unserem globalen weg vom ich zum wir…….. e(love, steigerungsfähig)= m(variabel) x c²(variabel) warp ist reine kopfsache, wir müssen uns nur darüber klar werden, dass unsere vorstellung von zeit unser weg ist im universum zu navigieren……..der rest ist dann nur noch ein wenig einigkeit für unseren neuanfang am 21.12.

  7. Juni 30, 2012 um 11:57 am

    ich denke, hier passt konstantin weckers aktuelles lied sehr gut:

    Wut und Zärtlichkeit Lyrics
    by Konstantin Wecker

    Mit dem Alter und der Plage
    stellt sich irgendwann die Frage:
    Ist es besser zu erkalten,
    lässt man alles schön beim Alten?

    Soll man sich die Wunden lecken,
    legt sich in gemachte Betten,
    statt die Kissen mit Gefühlen
    alten Trotzes aufzuwühlen?

    Oder kann man immer weiter
    wachsam sein und dennoch heiter,
    soll man weiter revoluzzen
    oder doch Laternen putzen?

    Kann man wütend sein und weise,
    laut sein und im Lauten leise,
    macht gerechter Zorn nicht müde,
    ist vielleicht nur Attitüde?

    Eines fügt sich doch zum andern,
    nichts besteht für sich allein.
    Flüsse, die getrennt mäandern,
    leiben sich dem Meere ein.

    Gut poliert erscheint das Schlechte
    oft in einem Strahlenkranz.
    Sei ein Heiliger, ein Sünder,
    gib dir alles! Werde ganz!

    Hab mich niemals an Gesetze,
    Dogmen oder Glaubenssätze,
    Führer, höhere Gewalten
    ohne Widerspruch gehalten.

    Und mich führ´n auf meiner Reise
    zum Verstehen viele Gleise.
    Zwischen Zärtlichkeit und Wut
    tut das Leben richtig gut.

    Menschen müssen sich verändern,
    um sich selber treu zu sein.
    Nur das Wechseln von Gewändern
    kann kein wahrer Wandel sein.

    Mancher sagt: Nur meditieren,
    essen, was zum Boden fiel,
    sich im Ganzen zu verlieren,
    sei das wahre Lebensziel.

    Andre ritzen ihren Armen
    Hass und Rache blutig ein.
    Sie sind viel zu schwer verwundet,
    um im Herzen ganz zu sein.

    Andre wiederum marschieren,
    Fahnen werden stolz gehisst.
    Und auch sie werden verlieren,
    weil kein Sieg beständig ist.

    Eines fügt sich doch zum andern…

    Hoch gestiegen, tief gefallen,
    zwischen Geistesblitz und Lallen
    bin ich auf dem Weg zum Lieben
    meinem Innern treu geblieben.

    Denn mich führ´n auf meiner Reise
    zum Verstehen viele Gleise.
    Zwischen Zärtlichkeit und Wut
    fasse ich zum Leben Mut.

    das lied startet bei ca. 5:50 – aber auch der rest der abendschau ist interessant 😉

    • Juni 30, 2012 um 12:28 pm

      Vielen Dank für diesen Beitrag, liebe Marietta.

      Nur mit einer gewaltlosen Rebellion wird Änderung möglich sein.

      Und ohne ein „So geht es anders besser“ wird es keine Änderung geben. Daher brauchen wir die vielen Beispiele, die zeigen, wie es geht. Tragen wir dies zusammen …

      LG Martin

    • Juni 30, 2012 um 2:08 pm

      Und wie das funktioniert, Unbequemes für as Volk zur richtigen Zeit zu präsentieren, ist hier zu sehen:

  8. Juni 30, 2012 um 1:35 am

    Oder Raffen wir doch alles und sind nur zu blöde, das zu verstehen. Klar der größte Filter zum Universalen Verständnis ist unser Gehirn und das ist auch gut so.

    Es macht Sinn anzunehmen, dass in der Tat nun nahezu alle Antworten parat liegen, wir es aber nahezu maximal nicht verstehen diese endgültig den passenden Fragen zuzuordnen, aus dem einfachen Grund, weil wir das Gehirn mit Bewusstsein gleichsetzen … und das Kohärenzgefühl des Herzens außen vor lassen.

    Das verstehe ich unter Evolution und nicht der Kindergarten, der behauptet, dass wir uns aus Einzellern entwickelt haben.

    Evolution ist ein reales Ordnungswerkzeug unter Einbeziehung der interpretierten Zeit, aber in Wirklichkeit durchlebt Bewusstsein eine Devolution, die ohne Zeit auskommt.

    Gruß Guido

  9. Oliver De Girolamo
    Juni 29, 2012 um 10:53 pm

    Nun sitz ich hier ich armer Tropf und weiß das ich nichts weiß (Goethkrates)und was ist ein Mensch. Alle haben sie irgendwie recht, wie da wären die Darwinisten, die Kreationisten und die Quantenmechaniker. Ich denke das die Quantenmechaniker auch nur eine neue Religion gründen wollen.

    Die Physik ist an den Grenzen der Wissenschaft angekommen und nennt es jetzt Grenzwissenschaft und was ist Grenzwissenschaft ? genau das was wir uns mit den normalen Verstand nicht mehr erklären können. Und die Quantenmechanik versucht zu erklären was der Verstand nicht rafft.

    Wo wir wieder am Anfang wären und der wäre wir raffen nichts.

    Oder Raffen wir doch alles und sind nur zu blöde das zu verstehen. Klar der größte Filter zum Universalen Verständnis ist unser Gehirn und das ist auch gut so. Sonnst werden wir auch von einem auf den anderen Moment durch drehen wie es manchen passiert die versuchen mit speziellen Drogen die Filter auszuschalten.

    Ich weiß das Jesus der Christus ist und das es Zeit wird für die Menschheit diesen Geist zu leben.

    Das verstehe ich unter Evolution und nicht der Kindergarten der behauptet das wir uns aus Einzellern entwickelt haben.

  10. Bianca75
    Juni 29, 2012 um 5:54 pm

    „Krieg hat seine Ursache im Inneren des Menschen …“

    Dem stimme ich zu, und auch einigen der gemachten Aussagen im Artikel. ABER, ich frage mich trotzdem ob das nicht zu sehr graue Theorie ist. Ich frage mich nämlich welche praktischen Möglichkeiten z.B. ein Mensch hat, der Hartz 4 bezieht oder wie in den USA auf Foodstamps angewiesen ist?

    • Juni 29, 2012 um 7:15 pm

      Ja, Bianca,
      eine Gesellschaft, die es nicht mehr ermöglicht, Menschen mindestens eine Grundversorgung an Wohnung und gesundem Essen zu geben, scheint mir nicht wirklich lebensfähig, zumal mehr Geld in Waffen und in die Sicherheit gesteckt wird, als in die Notversorgung.
      Alternativ könnte die Gemeinschaft (Staat) es ja auch so halten, dass jeder Interessierte ein ausreichendes Stück Land ink. kleinem Haus und Gerätschaften für eine Selbstversorgung bekommt. Das war übrigens in dem so „schlimmen“ Libyen so eingerichtet. Ist hier aber inzwischen auch gestrichen worden, denn nun ist das Land nach westlichen Maßstäben zivilisiert worden 😦
      VG Martin

  11. Juni 29, 2012 um 1:34 pm

    Goethe, der zu seiner Zeit noch von einem tieferen, integraleren Bild des Menschen ausging, zeigt schon mit seiner Formulierung „klammerns“ dass es sich dabei um eine Art Angst handeln muss, die den Menschen treibt, sein Heil ganz im Diesseitigen zu suchen und den anderen Seelenanteil, der immerwährend danach strebt, bisher unbekannte Ideale und die Grenzen des bisherigen sprengende neue Lebenszielsetzungen in das Dasein zu integrieren möglichst zu negieren, sich „ganz von ihm zu trennen“.

    für o.g. „angst“ sind wir m.e. (gegenseitig) selbst verantwortlich, durch unsere art mit unseren ressourcen, besitz und geld umzugehen, durch unser konkurrenzverhalten im alltag.
    unser globales rollenspiel hat momentan eher den charakter einer tragödie und nicht den einer „lovestory“. uns fehlt ein globales drehbuch, weil wir immer noch national und individuell denken und handeln anstatt als einheit (> von der vielheit der einfalt zur einheit mit vielfalt). es ist unsere menschheitliche entscheidung ein gemeinsames drehbuch zu entwickeln bei dem wir uns gegenseitig freude statt ärger bereiten – dann verschwindet auch die angst. mit mehr vertrauen in unsere mitmenschen können wir feindbilder abbauen und mit den feindbildern werden auch unsere „feinde“ verschwinden.

    • Juni 29, 2012 um 3:10 pm

      Ja, Christian, besser wäre das!
      Aber es funktioniert nicht in Herrschaftssystemen, sprich diktiert von unten nach oben. Jeder Mensch muss wieder vollverantwortlich und selbstbestimmt werden. Das heißt aber, dass der Entscheidungsbaum umgedreht gehört, so wie es heute noch viele Völker tun, die noch immer im Einklang mit Mutter Erde leben.
      LG Martin

      • Juni 30, 2012 um 9:56 am

        versteh ich nicht…….“diktiert“ funktioniert nach meiner erfahrung nie, egal ob von oben nach unten, oder als diktatur des proletariats, oder von links nach rechts, wir brauchen einfach eine globale demokratieplattform für ein globales miteinander. abgesehen von der bereitschaft zur nächstenliebe und vertrauen, fehlen uns einfach nur verbindliche globale strukturen um globale entscheidungen zu diskutieren und zu treffen. am 21.09 ist wieder weltfriedenstag der uno, dieser tag sollte so schnell wie möglich (inter)nationaler feiertag werden und dem aufbau von global citizenship-bewusstsein und -strukturen dienen. alles andere was wie hier auf diesem planeten treiben ist bullshit und jeder tag, den wir nicht in frieden verbringen, ist ein verlorener tag. jeden tag grüßt uns das murmeltier und fragt ob wir weltfrieden machen wollen und jeden tag machen wir etwas anderes – total bescheuert ist das 😉

        schönes we, christian

  12. Juni 28, 2012 um 1:06 pm

    Ergänzen möchte ich diesen mir sehr bedeutend erscheinenden Beitrag von Bernhard Spirkl durch einen Hinweis auf die Ausführungen von Friedrich v. Schiller, die er 1794 in seinen Briefen „Über die ästhetische Erziehung des Menschen“ veröffentlicht hat. Friedrich v. Schiller war ja ein Zeitgenosse von J. W. von Goethe. Beide standen in den reiferen Jahren ihres Lebens in einem ehrwürdigen persönlichen Austausch. Zu Goethes 150. Geburtstag, 1899, erschien im „Magazin für Literatur“ ein Artikel von Rudolf Steiner der diese Freundschaft zwischen den beiden deutschen Denkern recht anschaulich charakterisiert. Rudolf Steiner weist in dieser Festschrift nochmals auf die zwei Grundtriebe hin, von denen Schiller in den ersten seiner 27 „Briefe“ ausgeht. Diese Grundtriebe halten den Menschen von der idealischen Vollkommenheit zurück, wenn sie in einseitiger Weise zur Entwicklung kommen:

    „der sinnliche und der vernünftige Trieb. Hat der sinnliche Trieb die Oberhand, so unterliegt der Mensch seinen Instinkten und Leidenschaften. Sein Tun ist die Folge einer niederen Nötigung. Überwiegt der vernünftige Trieb, so ist der Mensch bestrebt Instinkte (die eher tierischer Natur sind) und Leidenschaften zu unterdrücken und einer rein geistigen Tugendhaftigkeit nachzustreben. In beiden Fällen ist der Mensch einem Zwange unterworfen. Im ersteren zwingt seine sinnliche Natur die geistige, im zweiten seine geistige die sinnliche Natur zur Unterwerfung. Weder das eine, noch das andere kann ein wahrhaft menschenwürdiges Dasein begründen. Dieses setzt vielmehr eine vollkommene Harmonie beider Grundtriebe voraus. Die Sinnlichkeit soll nicht unterdrückt, sondern veredelt werden, die Instinkte und Leidenschaften sollen auf eine so hohe Stufe gehoben werden, dass sie in der Richtung wirken, die auch die Vernunft, die höchste Moralität vorschreibt. Und die moralische Vernunft soll nicht wie eine höhere Gesetzgebung in dem Menschen walten, der man sich widerwillig unterwirft, sondern man soll ihre Gebote empfinden wie ein zwangloses Bedürfnis.

    …. Ein Mensch, der weder von Seite der Sinnlichkeit noch von Seite der Vernunft eine Nötigung erfährt, der aus Leidenschaft im Sinne der reinsten Moral handelt, ist eine freie Persönlichkeit. Und eine Gemeinschaft von Menschen, in denen der natürliche Trieb des Einzelnen so veredelt ist, dass er nicht durch die Machtansprüche der Gesamtheit gezügelt zu werden braucht, um ein harmonisches Zusammenleben möglich zu machen, ist der Idealzustand, dem der Macht- und Zwangsstaat zustreben muss. Äußere Freiheit im Zusammenleben setzt innere Freiheit der einzelnen Persönlichkeiten voraus. In dieser Art suchte Schiller das Problem der Freiheit des menschlichen Zusammenlebens zu lösen, das alle Gemüter bewegte und das in der französischen Revolution nach einer gewaltsamen Lösung strebte. „Freiheit zu geben durch Freiheit ist das Grundgesetz“ eines menschenwürdigen Reiches.“ (27. Brief) “

    Friedrich Schiller selbst benannte diese „goldene Mitte“, diese „innere Freiheit“ als den Spieltrieb: „Denn, um es endlich auf einmal herauszusagen, der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt“ (15. Brief)

    Nun könnten wir uns die sicherlich berechtigte Frage stellen wie eine solche Stellung der „Mitte“, innerhalb der „Mensch nur spielt, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er nur da ganz Mensch ist, wo er spielt“, in einem nachhaltig wirkenden Sinne entwickelt werden kann? Welche Möglichkeiten gibt es hierzu?

    Meiner persönlichen Erfahrung nach ist dies nur durch eine Art „Selbst-Erziehung“, diesen „idealischen Menschen“ in sich langsam heranreifen zu lassen – aus dem eigenen inneren Herzen verantwortungsvoll gewollt, umsetzbar. Da es aber kaum möglich erscheint, wie Münchhausen sich am „eigenen Schopfe packend“ aus dem Sumpfe zu befreien, benötigt es ein Ideal. Ein Ideal, dem wir uns – aus eigenem Interesse und aus einer Liebe zur selbst gewollten Entwicklung, Schritt für Schritt annähern können. Diese aufmerksame und bewusste Annäherung an ein noch außenstehendes, wartendes spirituell geprägtes Ideal erscheint mir als ein sicherlich zeitgemäßer, sinnvoller und gleichsam notwendiger – individueller und spiritueller Entwicklungsschritt. Dies kann dann in eine hoffnungsvolle, neue, freie und damit heilsame Begegnungs- und Beziehungskultur innerhalb kleineren Gemeinschaften, aber auch innerhalb von Staatengemeinschaften führen.

    Die Fähigkeit zur Unterscheidung zwischen der einen umgebenden Außenwelt und der eigenen seelischen Innenwelt – die sich beide zu jedem Moment des Lebens „gegenüberstehen“ und in einem progressiven Wandlungsprozess sich befinden, welcher sich zu jedem Moment des Lebens in einem Gleichgewicht erkennen will – erscheint hierbei recht günstig. Es kann dann durch diese Unterscheidung ein geordneter individueller Ich-Standpunkt entwickelt werden. Dieser kann mir selbst, aber auch meiner Umgebung diese erste Freiheit schenken, die Friedrich v. Schiller, und auch neuzeitliche spirituelle Lehrer und Eingeweihte – wie zum Beispiel Rudolf Steiner oder Heinz Grill – als das „Grundgesetz“ bzw. die „Grundordnung des menschlichen Ideals“ bezeichnen.

  13. Juni 28, 2012 um 12:39 am

    Ein sehr treffender, vor allem aber auch bildhafter, Artikel, in dem ich alle vier energetischen Zutaten der Realität wiederfinde:

    aktive und reaktive Unordnung
    aktive und reaktive Ordnung

    Zudem beschreibt er anschaulich, welche besondere Rolle der Mensch spielt und was es mit der Devolution des Gesamtbewusstseins, hin zum Einzelbewusstsein, auf sich hat. Auch wird deutlich, wie sehr sich die (Phil)harmonie allen Lebens von der Disharmonie des (Viel)habenwollens der Menschen unterscheidet, so wie Wirklichkeit und Realität sich immer mehr voneinander entfernen.

    Im Grunde haben wir alle Antworten parat, nur die Zuordnung der Fragen klappt noch nicht so ganz … daher haben wir endliche reale Ressourcen zur Verfügung, aber unendlich wirkliche Möglichkeiten.

    Gruß Guido
    http://www.gold-dna.de

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