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Warum eigentlich ist eine gestärkte Ich-Bezogenheit so schlimm?

Nun ist es auch an mir, mit dem Bloggen hier zu beginnen, danke Martin. Ihr erlaubt, dass ich mit einem Zitat beginne, und zwar aus dem Buch “Getragen vom Fluss der Liebe” von Jirina Prekop:

Wenn man vom Ich und der Ich-Gesellschaft spricht, klingt das meist negativ.

Es gibt nichts Besseres, als zu sich selbst als Ich zu stehen, >>So bin ich!<< ausrufen zu können.
Das Ich wird ungerechterweise negativ betrachtet. Sofern das Ich das Du respektiert, ist es nicht egomanisch, daher keinesfalls negativ eingestellt. Früher musste man in Gruppen leben und man hat das Ich nicht so betont. Da gab es aus der Not heraus mehr Gruppenleben. Heute wird der Mensch immer individueller – wir leben eben in einer atomisierten Gesellschaft, die sich in Einzeleinheiten aufspaltet. Aber das heißt noch lange nicht, dass das Ich, das der heutige Mensch allmählich ausgbildet hat und ausgiebig lebt, negativ ist. Ein ausgeprägtes Ich zu haben, heißt nicht automatisch, nur auf sich selbst bezogen zu leben. Ich mache mir stets mein Ich bewusst, berücksichtige aber auch Dein Ich – das ist eine Sache der Empathie.
In der industriellen Gesellschaft ist das ein großes Thema, weil wir sehr oft mit dem Mangel an Empathie zu tun haben.

Deswegen haben Sie 2002 ein Buch darüber geschrieben: Einfühlung oder die Intelligenz des Herzens, in dem Sie klar herausarbeiten, dass das Ich ohne das Du nicht existieren kann.

Das Ich ohne das Du ist eine leere Luftblase! Es geht im Leben immer darum, zu erfahren, wer ich bin und wozu ich berufen bin. Das erfahre ich, wenn ich immer freier werde von Verstrickungen, Hemmungen, Trotzäußerungen, wenn ich endlich weiß, was ich mir zumuten kann. Aber diese eigene Identität kann ich nur durch Spiegelung erfahren: wenn ich von meinem nächsten Menschen Orientierung bekomme, von einem Du.
Und je mehr ich mich in dieses Du einfühlen kann, umso mehr weitet sich mein Ich aus.

Wer bin ich? Das ist die Frage aller Fragen, aber können wir sie je beantworten?

Wer bin ich? Ich bin der Mensch, der in Beziehung zu anderen Menschen steht. Das ist nicht nur eine von oben herab geäußerte ethische Maxime, sondern eine lebendige Wahrheit, die sich tagtäglich in der Liebe und Selbstliebe offenbart: Wir sind keine Eremiten, sondern Menschen, die auf den Dialog zwischen einem Ich und einem Du angewiesen sind. Nur so können wir wachsen und uns entfalten. Wenn wir uns nur im eigenen Spiegel betrachten und in uns womöglich auch nur jene Aspekte wahrnehmen, die uns gefallen, können wir nicht wirklich leben – Leben bedeutet steter Austausch von Gefühlen und Gedanken, Sehnsüchten und Lebenserfahrungen. Leben ist ein dynamischer Prozess und kein Zustand der Starre!

Diese Sätze haben mich tief berührt, denn sie hat Recht und ein wenig Arno Gruen und Erich Fromm ist da auch mit drin.

Wir leben in einer Welt de Scheins und nicht des Seins, heißt man sieht nur das, was man gerne wäre, nicht das, was man ist.

Diese Vorgehensweise entfernt uns von uns selbst, sorgt im schlimmsten Fall dafür, dass wir uns verlieren. Erich Fromm spricht von einer „Marketing-Gesellschaft“, die Bedürfnisse weckt, die man eigentlich  gar nicht hat, sondern die einem eingeredet werden, mit dem Hintergrund nur noch an eines zu denken: „Haben wollen!“  Eine sehr bedenkliche Entwicklung, wie ich finde. Sie trägt den menschlichen Bedürfnissen nach Nähe, Wärme und Anerkennung nicht Rechnung, und ich glaube sogar, dass uns momentan sehr stark die Schattenseiten dieser Entwicklung aufgezeigt werden.

Schönen Abend und liebe Grüße
Silke

Kategorien:Gesellschaft
  1. Juni 11, 2012 um 10:27 pm

    Beifall für diesen Text. Ich und Du als Spiegel, das sollte das Geschehen bestimmen. Dann würde auch diese ewige, nicht gerechtfertigte und nervtötende „Wir- Manie“ in den Blogs aufhören („Wir sind so, sehen das so, tun das nicht und das zu viel“), die dem Sprecher mehr Legitimation zuschanzen soll auf meine Kosten – und ich darf mich jedesmal dagegen wehren vereinnahmt zu werden ohne meine Zustimmung.

    „Ich“ heisst das! MIt dem respektierten DU daneben.

  2. Juni 11, 2012 um 11:02 pm

    Liebe Silke, vielen Dank für Deinen ersten Blog-Post hier, und gleich ein so wichtiger, untermauert er doch, dass wir kooperativ viel weiter kommen sollten, als in der Konkurrenz mit dem Signalisieren von Fittness (siehe die zweite These von Darwin). Und da ist Empathie sicher eine große Stärke, die uns Menschen ausmacht (und auch Tiere, wie wir auch schon gesehen haben). Freue mich auf Weiteres von Dir 😉 Martin

    • Silke
      Juni 11, 2012 um 11:17 pm

      Danke Martin. Habe schon so einiges im Kopf… 😀

  3. Silke
    Juni 11, 2012 um 11:13 pm

    uhupardo :
    Beifall für diesen Text. Ich und Du als Spiegel, das sollte das Geschehen bestimmen. Dann würde auch diese ewige, nicht gerechtfertigte und nervtötende “Wir- Manie” in den Blogs aufhören (“Wir sind so, sehen das so, tun das nicht und das zu viel”), die dem Sprecher mehr Legitimation zuschanzen soll auf meine Kosten – und ich darf mich jedesmal dagegen wehren vereinnahmt zu werden ohne meine Zustimmung.
    “Ich” heisst das! MIt dem respektierten DU daneben.

    Danke. Ich habe mich im letzten Jahr viel mit Psychologie beschäftigt, u. a. auch mit Arno Gruen und Erich Fromm und bin der festen Überzeugung, dass nur der respektierende Blick auf das „Du“ uns den Zugang zu unseren Mitmenschen ermöglicht.
    Dazu gehört allerdings zuerst einmal der unverstellte Blick auf uns selbst. Nur er ermöglicht die Hinwendung zum „Du“.

  4. federleichtes
    Juni 11, 2012 um 11:46 pm

    Herzlichen Glückwunsch zum ersten Thema, Silke – in sich selbst investierter Mut bringt das Leben in Schwung und schafft Klärung und Klarheit.

    Das interaktive „Ich und Du“ erlebe ich als polar. Einerseits das abwertende „Welch ein furchtbarer Typ“ als ein Abgrenzen, andererseits das Glorifizieren als Idenfikation, die ein grenzenloses Verschmelzen bedeuten kann.

    Das vernünftige Maß finden in einer Gesellschaft der Über-Individualisierung, in der für ECHTE persönliche Nähe, ein genaues, sensitives Mitfühlen geboten ist, erscheint mir nur bedingt möglich. Steht man nicht letzten Endes mit der Frage, wer ich bin und wer ich sein will, allein im stillen Kämmerlein? Wer geht mit uns durch die manchmal tiefen Täler der Tränen, konsequent, meine ich?

    Meine Hoffnung ist, dass sich in den Individualiserungsprozessen viele starke Menschen entdecken, die als Wegbegleiter fähig sind und – mit Freude sein wollen.

    Bin gespannt, was sich thematisch entwickelt.

    Wolfgang

  5. Silke
    Juni 12, 2012 um 10:15 am

    federleichtes :
    Herzlichen Glückwunsch zum ersten Thema, Silke – in sich selbst investierter Mut bringt das Leben in Schwung und schafft Klärung und Klarheit.
    Das interaktive “Ich und Du” erlebe ich als polar. Einerseits das abwertende “Welch ein furchtbarer Typ” als ein Abgrenzen, andererseits das Glorifizieren als Idenfikation, die ein grenzenloses Verschmelzen bedeuten kann.
    Das vernünftige Maß finden in einer Gesellschaft der Über-Individualisierung, in der für ECHTE persönliche Nähe, ein genaues, sensitives Mitfühlen geboten ist, erscheint mir nur bedingt möglich. Steht man nicht letzten Endes mit der Frage, wer ich bin und wer ich sein will, allein im stillen Kämmerlein? Wer geht mit uns durch die manchmal tiefen Täler der Tränen, konsequent, meine ich?
    Meine Hoffnung ist, dass sich in den Individualiserungsprozessen viele starke Menschen entdecken, die als Wegbegleiter fähig sind und – mit Freude sein wollen.
    Bin gespannt, was sich thematisch entwickelt.
    Wolfgang

    Danke Wolfgang. Ja, bin auch gespannt, was sich entwickelt. Das ist ganz sicherlich eine Frage des Gleichgewichts, ist man im Reinen mit sich selbst, kein Problem, denke ich.
    Mitfühlen, ich würde eigentlich Einfühlen sagen, ist nur dann möglich, wenn man irgendwann gefühlt hat. Dazu gibt es eine sehr schöne Lebensweisheit

    Bevor Du über mich und mein Leben ein Urteil abgeben kannst,
    ziehe meine Schuhe an und gehe meinen Weg,
    durchlaufe die Straßen, Berge und Täler meines Lebens,
    Erlebe und fühle die Freude und das Glück welches ich erlebt habe.
    Erlebe und fühle aber auch die Trauer,
    die Schmerzen und die Verzweiflungen die ich erlitten habe,
    ohne daran seelisch und körperlich zu zerbrechen.
    Schaue Dir alles genauestens an,
    und erst dann, kannst Du vielleicht, ein ganz klein wenig, urteilen.
    (unbekannt)

    Unsere heutige Gesellschaft ist sehr schnell mit Vorverurteilungen bei der Hand, wobei ich glaube, dass das System hat, gewollt ist. Lenkt es doch so wunderbar von Problemen ab, zunehmend auch von solchen Fragen wie: „In welcher Gesellschaft wollen wir leben?“, „Wie viel Miteinander ist nötig?“, „Wie geht es unseren Kindern?“ etc. pp.
    Nur, wenn wir so weitermachen, weiter wie bisher, sehe ich die Konsequenz, und ich bin da nicht die einzige, dass es uns irgendwann um die Ohren fliegt. Die ersten Vorboten spüren wir gerade. Ich, für meinen Teil, sehe dringenden Handlungsbedarf. Wir müssen ein Auge darauf haben, dass es insgesamt menschlicher und gerechter zugeht in dieser Welt.

  6. Silke
    Juni 12, 2012 um 10:23 am

    Hmh …, wollte eigentlich die Lebensweisheit zentriert, klappt irgendwie nicht. 😦

  7. federleichtes
    Juni 12, 2012 um 12:10 pm

    „Leben wir in einem System, das genau weiß was es will?“
    Guidos Ansatz ist meiner Meinung nach der Blick von einem guten Standpunkt.

    Hallo Silke,
    auf Dein Thema bezogen lautet die Frage dann:
    WILL das System eine Individualisierung?

    Daraus ergibt sich eine tiefer gehende Frage:
    WARUM will das System eine Individualisierung?

    Kommen wir zu der anderen Seite der Medaille.
    Ich zitiere Uhupardo:
    „Ich und Du als Spiegel, das sollte das Geschehen bestimmen. Dann würde auch diese ewige, nicht gerechtfertigte und nervtötende “Wir- Manie” in den Blogs aufhören “
    Und er schlussfolgert:
    „“Ich” heißt das! Mit dem respektierten DU daneben.“

    Das Gemeinschaftswesen kann zu einem Unwesen werden. Wir beobachten Missbrauch in den sozialen Systemen ebenso wie in Beziehungen.

    Nun möchte ich den Kern des Problems beschreiben.
    Sicht 1 – Einerseits MÜSSEN wir starke Individuen werden, andererseits brauchen wir dazu – begleitend – die Gemeinschaft; siehe die Kind-Eltern-Verbindung.
    Sicht 2 – Einerseits braucht die Gemeinschaft starke Individuen, andererseits solche mit einem sozialen Wesen; siehe Hotel Mama.

    Wenn es ein Problem GAB, und ein System wurde geschaffen, um es zu lösen, kann es darum gehen, die Fähigkeiten eines reinen Ego-Wesens mit den Fähigkeiten eines reinen Sozialwesen zu verschmelzen.
    Da reine Wesensformen reine Wesensformen bleiben, könnte es dem Leben (und dem System, in dem Leben stattfindet) darum gehen, EINE Instanz zu entwickeln, die BEIDEN Wesensformen ein Miteinander ermöglicht: Bewusstsein.

    Deinen Satz, Silke:
    „Wir müssen ein Auge darauf haben, dass es insgesamt menschlicher und gerechter zugeht in dieser Welt.“
    formuliere ich in diesem Sinne:
    „ICH habe ein Auge drauf, MICH menschlicher und gerechter zu verhalten“.

    Womit wir bei der Reflexion wären.
    Dir einen guten Tag.

    Das war unser Sonntagswetter – heute ist es nicht mehr so gut

    Wolfgang

  8. Silke
    Juni 12, 2012 um 12:31 pm

    Wolfgang, danke für den Anstoß, bewegt mich wieder einmal zu der Aussage:

    Ändern kann man nur sich selbst und somit vorangehen hin zu einer besseren Welt:

    Sei ein Herz, sei eine Hand, sei ein Licht

    Mehr braucht es eigentlich nicht, und doch ist es schwer umzusetzen.
    Wie auch immer, ich bemühe mich.

    Die Erkenntnis, dass wir unvollkommene Wesen sind, und damit verbunden das Verzeihen dieser Unvollkommenheit, dürfte uns ebenso einen Schritt weiter bringen.

    Wünsche ebenso einen guten Tag.

    Silke

    • federleichtes
      Juni 12, 2012 um 12:50 pm

      Wobei nicht ganz unwichtig ist, wie wir „Bessere Welt“ definieren.

      Meinen wir die Welt, IN der wir leben?

      Oder die Welt, die IN UNS lebt?

      Sind wir auf der Suche nach unserem inneren Frieden?
      Dann wird uns der Krieg begegnen.
      Wollen wir Frieden in der Welt schaffen?
      Dann wird uns der Krieg begegnen.

      Susanne und ich erleben in der Natur sowohl Krieg als auch Frieden. Und ich glaube, auf die richtige Mischung kommte es an.

      Wolfgang

  9. Juni 12, 2012 um 4:44 pm

    Deinen Satz, Silke:

    Wir müssen ein Auge darauf haben, dass es insgesamt menschlicher und gerechter zugeht in dieser Welt.

    formuliere ich in diesem Sinne:

    ICH habe ein Auge drauf, MICH menschlicher und gerechter zu verhalten.

    Muchas gracias! So genau war es gemeint!

  10. Silke
    Juni 13, 2012 um 10:15 am

    federleichtes :
    Wobei nicht ganz unwichtig ist, wie wir “Bessere Welt” definieren.
    Meinen wir die Welt, IN der wir leben?
    Oder die Welt, die IN UNS lebt?
    Sind wir auf der Suche nach unserem inneren Frieden?
    Dann wird uns der Krieg begegnen.
    Wollen wir Frieden in der Welt schaffen?
    Dann wird uns der Krieg begegnen.
    Susanne und ich erleben in der Natur sowohl Krieg als auch Frieden. Und ich glaube, auf die richtige Mischung kommte es an.

    Wolfgang

    Hallo Wolfgang,

    führe das mal fort, wollen wir glücklich sein, müssen wir unglücklich sein,
    wollen wir frei sein, müssen wir unfrei sein, gelebte Gegensätze sozusagen.
    Vielleicht richtig, Du hast es geschrieben, kommt es auf eine gewisse Balance an, die Ordnung, die man in der Natur findet.

    Hierzu sehr empfehlenswert, weiß nicht ob Du das schon kennst, habe ich mir vor kurzem angeschafft und lese hin und wieder darin:

    http://www.pranahaus.ch/share/pdf/0316275.pdf

    Es erinnert mich vieles darin an Deine Sichtweise der Dinge; kann mich täuschen, Dich falsch interpretieren, aber …

    Danke übrigens für Die Auflockerung des Stranges durch Deine / Eure Bilder. Immer wieder schön anzusehen, und macht mir gleichzeitig bewusst, ich muss noch viel lernen. *seufz*

    Aber, müssen wir das nicht alle? Hören wir je auf zu lernen? Sind wir je am Ende des Wissens angekommen? Gibt es Antworten auf alle Fragen? Warum tun sich nachdenkliche Menschen so schwer mit dem Leben? Fällt es ihnen schwerer sich fallen zu lassen?

    Grüße an alle
    Silke

    • federleichtes
      Juni 13, 2012 um 12:17 pm

      Es ist wohl unbestreitbar, Silke, dass wir Gegensätze ERLEBEN.
      Tatsache ist auch, dass Gegensätze ERSCHEINEN müssen, um sie erleben zu können.
      Aber – SIND wir damit auch die Gegensätze?
      Wir handeln ambi-valent, aber SIND wir ambivalent?
      Wir tun Richtiges und Falsches, aber SIND wir damit falsch?
      Wir erleben und leben eine Un-Ordnung, aber sind wir damit außerhalb DER Ordnung?

      Karl-Heinz Foerster postuliert (nachzulesen bei Guido), auf zehn fundamentale Fragen könne es keine Antwort geben. Ich bin anderer Meinung:
      Auf alle RELEVANTEN Fragen gibt es eine Antwort.

      Ja, nachdenkliche Menschen haben es schwer. Immerhin können sie nachdenken, immerhin können sie lernen. Schwer haben sie es allein durch ihre VORSTELLUNG, sie MÜSSTEN nach einer Lösung suchen. Könnte man diese Fixierung als neurotisch bezeichnen? Was bedeutet hier Los-Lassen? Zu fühlen, dass Leben die Lösung IST?

      Vielleicht ist das Foto nicht gerade eine Bereicherung für Dein Thema, aber es dient der Illustrierung eines Phänomens.

      Susanne liebt Gestrüpp, je wilder es ist. Ja, seit sie es liebt, sehe ich es auch bewusster und lernte, es zu lieben, halte rein in das Chaos, erfreue mich an dem Durcheinander – von ErSCHEINungen
      DAS ist ein Teil der Ordnung: Es gibt Erscheinungen und – im Hintergrund – das Wesen dieser Erscheinungen. Allein das Wesen IST die Ordnung.

      Wir Menschen – vielleicht nicht alle – fühlen uns getrennt von der Einheit.
      Wir wurden entfremdet, aber – ist das eine reale oder nur eine fiktive Trennung?
      Natürlich können wir uns glücklich und unglücklich fühlen, aber nur in der Welt der Erscheinungen.
      In der Natur laufen wir zwar durch Buntes, Vielfältiges und Dynamisches, aber fühlen deutlich die Ordnung, die dem zugrunde liegt. Es ist wie eine Gratwanderung, mit einem Bein in der erscheinenden Unordnung, mit dem anderen in einer über jeden Zweifel erhabenen Ordnung.

      Du wirst das auf Deinen Streifzügen bereits erlebt haben.
      Wenn das Gefühl klarer wird, wirst Du sagen: Ich BIN in Ordnung, so oder so – IMMER.
      (und immer gewesen!).

      Und wenn Dich ein „Seufz“ erfüllen will, spuck’s aus und betätige die Spülung.

      Wir wünschen Dir weitere Schritte in das Glück der Ordnung.

      Wolfgang

  11. Juni 15, 2012 um 12:23 pm

  12. Juli 3, 2012 um 10:18 pm

    Gerade passend zum Artikel gefunden:

    Das Ich schafft die Brücke zwischen Gemeinschaft und Individuum

    Die gängige Betrachtungsweise sieht im Eigenständigwerden des einzelnen Individuums einen Gegensatz zum gemeinschaftlichen sozialen Leben. Die sich in der Geschichte bekämpfenden Ideologien des Kapitalismus und des Kommunismus kamen beide nicht zu einem wirklichen Erfassen des wirklichen Ich des Menschen und mussten daher einen unüberbrückbaren Gegensatz zwischen dem Einzelnen und der Gesellschaft aufbauen. Während der Kapitalismus das Heil im ausleben des Egoismus auf materieller Ebene postulierte, forderte der Kommunismus das sich zurücknehmen, den Verzicht auf Privatbesitz und das Aufgehen des Einzelnen in den Interessen des Gemeinwesens.

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