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Darüber, wie wir unsere menschlichen Tötungsmaschinen züchten …

Wir haben schon festgestellt, dass Menschen, die anderen Menschen ohne sich selbst zu Schaden, Leid zufügen können, das normale empathische Empfinden nicht haben und auch kein Gewissen. Was mich seit Tagen umtreibt, ist die Frage, wie solch ein Tun auf Soldaten wirkt, die keine Psychopathen sind. Und eine weitere Frage ist, ob wir empathische Menschen zu Tötungsmaschinen umprogrammieren können.

Aus der Zeit der Indianermassaker in der heutigen USA war immer wieder zu hören, dass ganz normale Familienväter an den Mordaktionen an hilflosen Alten, Frauen und Kindern teilnahmen.

Als die Überlebenden in der Dämmerung aus ihrem Versteck krochen, sahen sie erst, welch furchtbares Gemetzel hier stattgefunden hatte – ihre Lieben, sogar Babies und schwangere Frauen, von Chivingtons Soldaten aufgeschlitzt und brutal verstümmelt … (Quelle: Das Massaker am Sand Creek, 1864)

Auch aus der Zeit des zweiten Weltkriegs sind entsprechende Berichte zu lesen, wo die Bevölkerung ganzer Dörfer im Blutrausch niedergemetzelt wurden. Und auch aus Vietnam:

Ich fragte mich, was sind das für Menschen, die so wahllos um sich schießen, sind das überhaupt Menschen? Dann wurde ich am Oberschenkel getroffen. Es war ein Steckschuss, ich fiel um, lief dann aber trotz großer Schmerzen weiter. Wir flehten die Amerikaner an, doch sie sagten nichts und feuerten einfach weiter. Da gab es einen alten Mann, der schon seit langem, seit dem Tod seiner Eltern, im Tempel lebte. Sie holten ihn heraus. Er zeigte ihnen ein Papier, aber sie schüttelten nur den Kopf. Sie wussten nichts, wahrscheinlich wussten sie überhaupt nichts. Sie fragten ihn noch nach dem Bewässerungskanal, dann töteten sie ihn. Es war eine Unmenge von Soldaten. Sie hatten so eine Art Baskenmütze auf dem Kopf und alle eine sehr rote Haut, die aussah wie chinesischer Lack. Wir alle schrien und weinten, doch unbeeindruckt wüteten sie weiter, schossen auch auf die kleinen Kinder, die nach ihren Müttern riefen. Sie trieben die Menschen in den ausgetrockneten Kanal und feuerten auf sie. Auch mein Kind wurde getötet. Irgendwann verlor ich das Bewusstsein. Als ich wieder zu mir kam, lag ich auf dem Boden des Kanals, um mich herum nur Leichen.

So berichtete die Vietnamesin Ha Thi Quy, Augenzeugin des Massakers von My Lai 1968. Dass Soldaten, die an solchen Aktionen beteiligt waren, eben nicht einfach zur Tagesordnung zurück kehren konnten, zeigten Untersuchungen, so fand ich:

Die Soldaten berichteten von Depressionen, Ängsten, Alpträumen oder Schlaflosigkeit. 1970 gab es dazu die erste Anhörung im Kongress. 1979 wurde PTSD als psychische Störung im Hinblick auf die Probleme der Vietnam-Veteranen eingeführt, während gleichzeitig festgestellt wurde, dass die Soldaten desto eher psychische Probleme hatten, je intensiver die Kampfeinsätze waren. (Quelle: Die psychischen Kosten des Kriegs)

Weiter liest man in dem Artikel über Soldaten, die in Afghanistan und im Irak zum Einsatz kamen, u.a. über weitere Kriegskosten:

Die psychischen Probleme führen zu Selbstmorden, zum Herausfallen aus der Gesellschaft durch den Gang in die Obdachlosigkeit, zu Arbeitslosigkeit oder Drogenkonsum, aber auch zu Gewalt, zum Zerbrechen der Beziehungen oder zu Folgen für die Kinder, so dass das Kriegstrauma sich über Generationen fortsetzt. Wie es sich gehört, werden die Folgen des auch finanziell benannt und in einer Höhe von 6,2 Milliarden in den ersten zwei Jahren nach dem Einsatz angesetzt.

Dass Mensch in der Regel nicht einen anderen Menschen töten, hat sich in allen Völkern dieser Welt ausgebildet. In einigen Länder wird noch „legal“ getötet, d.h. im Falle einer richterlichen Strafe. Im Krieg dagegen wird das Töten nicht nur erlaubt, sondern geradezu gewollt ist. Dass der „gemeine“ Soldat eine innere Hemmung hat, darauf hat der Philosoph Hajo Eickhoff hingewiesen:

Nach dem Zweiten Weltkrieg hat man festgestellt, dass nur ein sechstel aller Soldaten auf den Feind geschossen haben, die anderen schießen in die Luft, schießen daneben bewusst. Man weigert sich zu töten. (Quelle: Mord und Totschlag)

Mit diesem Wissen wären die Machthaber daran gegangen, diese Tötungshemmung systematisch durch Automatisierung und Desensibilisierung abzubauen. Sehr erfolgreich wie sich herausstellte. So lag z.B. im Vietnamkrieg die Schussbereitschaft der US-Soldaten bei etwa 90 Prozent. Und in den neuen Kriegen wird versucht, die Tötenden möglichst auf Distanz zu bringen, was dann wie ein Computerspiel anmutet:

Was in den Köpfen der Menschen bleibt, denen das Töten befohlen wurde, zeigen die Worte des ehemaligen Kindersoldaten Saidou über seine Träume:

Ich sehe die Gesichter von denen, die ich getötet habe. Die wachen plötzlich auf und rennen hinter mir her, bis sie mich erwischen, und dann töten sie mich (Quelle: Und dann töten sie mich).

Weiter ist in dem Artikel von Father Berton über die Brutalität, mit der Jungen und Mädchen hier Dieben und Mördern abgerichtet werden, zu lesen:

Sie werden unter Drogen gesetzt, einer Art Gehirnwäsche unterzogen und so auf eisernen Gehorsam und zur Gewalt gedrillt. Sie müssen Waffen gebrauchen, auch gegen die eigenen Leute, und jeden Befehl ungefragt sofort ausführen. Wenn ihnen gesagt wird: Töte!, dann töten sie, ohne zu zögern.

Der Drill unserer Soldaten zur Tötungsmaschine läuft verständlicherweise etwas anders. Lt. Colonel Dave Grossman erklärt in dem Artikel Gewalt ist lernbar Interview mit Lt. Colonel Dave Grossman für „DIE ZEIT“ von Maria Biel folgendes Vorgehen:

Der erste Schritt ist Brutalisierung und Desensibilisierung. Und der wird während der Grundausbildung im Bootcamp praktiziert. … Bootcamp ist Gehirnwäsche. Brutale Ausbildner überzeugen die jungen Soldaten davon, dass sie in eine dunkle, harsche, grausame Welt eintreten. Und dass darin nur überleben kann, wer Gewalt akzeptiert. …, aber das Militär baut starke Sicherheitsriegel ein. Erstens werden hier Erwachsene trainiert, nicht Kinder; zweitens herrscht eine strenge Hierarchie und Disziplin. Statistisch gesehen, begehen Kriegsveteranen weniger Straftaten als ihre Alters- und Geschlechtsgenossen. Warum? Sie haben die Disziplin zutiefst verinnerlicht.

Japanischen Soldaten wurde im 2. Weltkrieg beigebracht, Tod und Leid mit Vergnügen und Belohnung zu verbinden. Diese klassische Konditionierung gilt heute als moralisch untragbar und wird nicht mehr angewandt.

Der dritte Schritt ist jedoch eine sehr effektive Weiterentwicklung davon, die so genannten operanten Konditionierung. Ein Pilot zum Beispiel sitzt stundenlang im Flugsimulator. Ein Lämpchen leuchtet auf, er reagiert. Noch eine Lampe, er reagiert. Reiz – Reaktion, immer wieder. Später reagiert der Mann dann genauso im Ernstfall, wenn eine Turbine ausgefallen ist, hinter ihm 300 Leute schreien und er selbst starr vor Angst ist. Trotzdem tut er automatisch das Richtige, sein Verhalten ist konditioniert, reflexartig. Beim Militär wurde Töten zu automatischem Verhalten gemacht.

Das militärische Schießtraining wechselte von schlichten, runden Zielscheiben zu menschlichen Silhouetten, die in Sekundenschnelle auftauchen und wieder verschwinden. Der Soldat liegt in voller Kampfausrüstung in Deckung. Reiz – Reaktion, unzählige Stunden lang. Ein Treffer wird sofort belohnt, indem die .Puppe umfällt. Diese lebensechten Kampfsimulatoren haben die individuelle Schussrate in Vietnam auf 90 Prozent angehoben. Unsere Soldaten töten, weil sie dafür konditioniert sind, und sie töten mit wesentlich höherer Treffsicherheit.

Kurz danach kommt der Colonel zu einem sehr kritischen Punkt, unsere Jugendlichen betreffend. Auf die Frage, warum er das Töten unter kontrollierten Umständen erforsche, stellt er fest:

Ich suche nach Faktoren, die den Schritt zur Tat erschweren oder erleichtern. Und da bin ich auf einen erschreckenden Zusammenhang gestoßen: Wir setzen Teenager und Kinder genau denselben Mechanismen aus, die Berufssoldaten zum Töten konditionieren. Das geschieht durch Gewaltdarstellungen in den Massenmedien und, viel dramatischer, durch gewaltgetränkte interaktive Videospiele. Die Folgen sehen wir in den USA fast wöchentlich: Kids erschießen kaltblütig ihre Schulkameraden, Lehrer oder einfach Leute, die sie mal genervt haben.

Der Rest des Artikels zeigt deutlich auf, wie die Schwelle zur Gewalt durch „Abstumpfung“ gerade auch per Fernsehen und Video verringert werden kann und auch wird. Und da sind wir dann wieder bei unserem freien Willen. Was nützt am Ende ein freier Wille, wenn aufgrund von dauernd erlebter Erfahrungen der Abstand von virtueller zu realer Welt so gering geworden ist, dass ich mich in einer Stresssituation in der Wahl der Mittel vergreife?

Da der Mensch grundsätzlich in der Lage ist, einen anderen Menschen zu töten, so kann man auch die Frage stellen, ob wir auch hierfür ein Gen in uns haben. Der Neuropsychologe Thomas Elbert ist überzeugt,

dass der Mensch darauf ausgelegt ist, Gewalt auszuüben. Menschen können Menschen töten, und in primitiven Kulturen tun sie das auch. Die Untersuchungen steinzeitlicher Kulturen zeigen, dass die Hälfte aller Männer erschlagen worden ist. Und von unserer genetischen Zusammensetzung sind wir nicht großartig anders als der Steinzeitmensch. Die Bereitschaft zu töten, war damals keine psychopathologische Variante, die selten auftritt. Es war die Regel. … Ein Hund bringt nicht ohne weiteres andere Hunde um. Ein Programm in seinem Hirn sagt: Das machst du nicht! Das senkt die Wahrscheinlichkeit deutlich, dass ein Hund einen anderen umbringt. Der Mensch hat das nicht, da er keine dieser intraspezifischen Tötungshemmungen hat. Er stammt ursprünglich von Vegetariern ab und ist erst zum Jäger geworden.

Und auch bei diesem Kommentar etwas weiter im Text wird einem mulmig:

Wir haben Untersuchungen in Gefängnissen in Ruanda gemacht, dort haben wir mit Genozidtätern gesprochen. Wir haben im Kongo und in Uganda mit Kämpfern und ehemaligen Rebellen gesprochen. Und in Deutschland haben wir Weltkriegsveteranen in repräsentativen Studien befragt. Das Ergebnis: Die Befragten sagen, dass der Krieg eine Katastrophe war – aber sie fühlen sich dennoch als Helden. Die Kämpfer geben zu, dass es Spaß gemacht hat, die Leute niederzumähen und dass sie stolz auf den Sieg sind. Da finden sich deutliche Gemeinsamkeiten zwischen Deutschen und Kongolesen.

Es ist also wie bei vielen anderen Dingen, die Wahrheit liegt in der Mitte. Es gibt Soldaten, die kommen als psychisch kaputte Menschen wieder zurück und andere, die ihren Spaß beim Töten fanden. Und wie immer wird es einen gewissen Mechanismus in uns geben, der uns befähigt zu töten, aber es kommt zum größten Teil auf unsere Sozialisierung, also Programmierung an, welcher Mensch wir werden. Und da sind wir dann wieder bei der wichtigen Bildung für das Leben, die zur Zeit in der Schule nicht zum Besten gestellt ist

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  1. Mai 27, 2012 um 9:18 pm

    Das folgende Video passt auch hier, denn zeigt es doch, dass Soldaten, die mit dem Töten ihre Erfahrung gemacht hatten, die Kraft haben, sich bei den Gepeinigten zu entschuldigen:

  2. Mai 27, 2012 um 9:33 pm

    In dem Artikel kommt Herr Ellbert zu Wort und führt aus, dass das Töten in der Steinzeit die Regel war und jeder 2 Mann mit eingeschlagenem Kopf gefunden wurde.
    In einem Artikel zur Saharasia-Theorie, die davon ausgeht, dass es vor ca. 7.000 Jahren ein friedliche Kultur gab, fand ich diesen Absatz:

    Wie die Völker in diesem Raum lebten, darüber geben archäologische Funde, wie z.B. Geräte und Höhlenmalereien, Aufschluss. Es steht nachweislich fest: Der Charakter dieser frühen Völker war friedvoll, ungepanzert und matriarchal. Hier findet man behutsames Begraben der Toten, weibliche Statuen, Darstellung von Frauen, Kindern, Musik, Tanz und Tieren.

    Es gibt aus dieser Zeit keine archäologischen Belege für Kriege, Chaos und Brutalität, die allerdings in jüngeren Schichten auftreten, nachdem die Trockenheit eingetreten war. Bei diesen Funden handelt es sich um Kriegswaffen, zerstörte Siedlungen, militärische Befestigungen, Tempel, Deformierung der Schädel von Säuglingen, Grabmale, die männlichen Herrschern gewidmet waren. Weiterhin die rituelle Ermordung von Frauen und Kindern, strenge, soziale Hierarchie, Sklaverei, Prostitution und Konkubinat.

  3. Mai 27, 2012 um 10:34 pm

    Er stammt ursprünglich von Vegetariern ab und ist erst zum Jäger geworden.
    Darin sehe ich nun einen Grund, dass wir Menschen eben gerade nicht zum Töten geschaffen sind – wenn ich mal schon auf die Gene abstelle, was ich eh für Unsinn halte. Mit den Genen wird mir in letzter Zeit zuviel Unsinn begründet…

    Der Rest Deines Artikels sagt ja auch ganz deutlich, dass der Mensch zum Töten „konditioniert“ werden muss, sonst tut er es nicht, weil es eben seiner Natur zuwider ist!

    Ja, wir brauchen unbedingt eine andere Form des menschlichen Zusammenlebens, in der nicht der Profit bestimmt, in der kein Krieg geführt werden „muss“, um dem Nachbarn die Butter vom Brot zu nehmen. Wenn der dabei „gekillt“ wird, na un? Ein Esser weniger!
    Ja, so zynisch ist diese Gesellschaft – und so sind dann auch die Menschen, die dabei heraus kommen…
    Es ist einfach nur noch krank!

    • Mai 27, 2012 um 10:49 pm

      Und da sind wir wieder bei der Frage, wie diese Gesellschaft gesunden könnte. Auf der einen Seite gibt es jetzt viele Menschen, die sich ein Bild vom „gruseligen“ IST machen und sich schemenhaft ein zuträglicheres SOLL beginnen vorzustellen. Auf der anderen Seite greift die Verdummung via Schulsystem und medialer Beschallung um sich …

  4. Mai 28, 2012 um 12:35 am

    Und weitere Abgründe tun sich mir gerade auf. Ich hatte gedacht, dass das mit der Hexenverfolgung Historie sei. Aber da werden inzwischen viel mehr Menschen als Hexen getötet, als es zu Zeiten der Inquisition in Europa der Fall war. Was ist nur mit der Menschheit los?

    Während der Zeit der Hexenverfolgungen wurden in Europa und den USA zwischen 40.000 und 100.000 Menschen wegen Hexerei angeklagt und hingerichtet. Dies geschah über einen Zeitraum von etwa 300 Jahren. In Afrika wurden allein seit den Sechzigerjahren des 20. Jahrhunderts mindestens ebensoviele Frauen und Kinder als angebliche Hexen umgebracht. Ein totgeschwiegenes gesellschaftliches Problem, mit dessen Ausläufern aber manchmal auch Europa konfrontiert wird. So geschehen um Weihnachten 2011, als der Tod eines 15-Jährigen in London, der von seiner Verwandtschaft der Hexerei bezichtigt und zu Tode gefoltert wurde, die westliche Welt schockierte.

    Gefunden in: Als „Hexenkind“ verfolgt und misshandelt

    Und weitere Quellen gibt es hier.

    Sicher ein Fall für Guido …

    • Mai 28, 2012 um 12:44 am

      “Sicher ein Fall für Guido …“

      Oh, habe ich zu spät gesehen … aber ich werde nochmal nachlegen, jetzt geht es ins Bettchen … gute Nacht 🙂

      Gruß Guido

  5. Mai 28, 2012 um 12:42 am

    “Mit den Genen wird mir in letzter Zeit zuviel Unsinn begründet…“

    Die Erklärung von Geschehnissen mittels der Gene ist wie die Erklärung von Geschehnissen mittels Zufällen … mit dem Unterschied, dass sich Gene auf Lebewesen und der Zufall an sich auf die Welt als Ganzes beziehen. Gemein ist beiden, dass sie im Blickpunkt des Unvermögens stehen, die Welt als Ganzes zu verstehen, statt als unabhängig voneinander stattfindende Bilder(sequenzen).

    Martin, mal angenommen, und das Thema bringe ich ja immer wieder ein, es braucht in der Entwicklung des Lebens eine Möglichkeit, um etwas bildhaft werden zu lassen, dass für eine zunehmende Entzweiung des Lebens sorgt, etwas, dass einen absoluten Tiefpunkt von möglichen Entwicklungen hervorzubringen vermag … und damit einen Höhepunkt von Unordnung ? Ergibt so gesehen der Lauf der bisherigen Dinge nicht Sinn, dahingehend, dass in der Tat diese Entwicklung wirklich nahezu ihren Zenit bzw. Tiefpunkt erreicht hat … genau wie es bei den Genomen des Lebens der Fall ist ? Alles steht und fällt mit der Umgebung, dem Umfeld. Das Umfeld lässt ein Lebewesen entsprechend seiner Ordnungsmöglichkeiten und seiner bereits angesammelten Unordnung reagieren. Kinder unterscheiden sich dahingehend von Erwachsenen, weitestgehend zumindest, dass Kinder zwar weniger Unordnung angesammelt haben, aber auch weniger Ordnungspotenzial haben … und daher anfälliger für weitere Unordnung sind. Jeder Mensch kann irgendwann der Unordnung zum Opfer fallen, ganz egal, wieviel Ordnung er zu mobilisieren im Stande ist, wenn nur die Unordnung überwiegt, immer wiederkehrt, plötzlich hereinbricht … das gilt für Einzellebewesen, aber NICHT für das Leben als Ganzes … und genau hier liegt der Unterschied, die Hoffnung, die Entschädigung für ALLES, was seit Lebensbeginn im Namen der Unordnung auf der Bühne des Lebens geschehen ist.

    Ein paar heftige Schläge mit steinzeitlichen Keulen zuviel … und wir säßen jetzt wahrscheinlich nicht vorm Rechner und würden Deinen Artikel lesen … denn der Grundgedanke, welcher das Leben begleitet hat nach wie vor Bestand … der Sinn für Kohärenz, das Kohärenzgefühl … nicht in jedem Einzelnen, aber in der Summe allen Lebens.

    Gruß Guido
    http://www.gold-dna.de

  6. Mai 28, 2012 um 12:12 pm

    passend dazu von einer „kleinen“ Frau mit großem Mut:

    Hanna Poddig: „Ein kleines Restrisiko bleibt trotz Stoppergruppen und Sicherheitsvorkehrungen immer. Wenn der Zug nicht rechtzeitig hält, bist Du Matsch.“ Ihr Ziel ist erreicht: Sand im Getriebe zu sein, „Für mich ist die Existenz von Einrichtungen, die Menschen zum Töten abrichten, einfach unerträglich.”

    gefunden in: Hanna Poddig – klein aber gewaltig

    • Mai 28, 2012 um 9:41 pm

      Courage! Gut gepunktet!

      … und dass sie ihrem Gewissen und nicht dem Auftrag der Wähler folgen dürfen, ist auch gleich wieder der Freifahrtschein, die Wähler eben nicht zu vertreten …

    • Juni 8, 2012 um 7:29 pm

      Da fällt mir doch glatt der Amtseid ein; er ist im Artikel 56 Grundgesetz festgelegt und wird vom Bundespräsidenten geleistet, nach Artikel 64 vom Bundeskanzler und jenen, die ein Ministeramt bekleiden und er lautet:

      Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes „widmen“, „seinen Nutzen“ (die Nützlichkeit des Volkes!) mehren, Schaden von ihm (dem Nutzen) wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.

      Wer einen Eid leistet, welcher mit den Worten beginnt, seine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes zu widmen (was ist eine Widmung), der erklärt auch in welchem Rahmen und in welcher Form dies zum Ausdruck kommen soll. Nach der einleitenden Widmung wird direkt und unmissverständlich ausgerufen, worauf sich diese Kräfte konzentrieren, dessen Adressat der Volkskörper ist: seinen Nutzen zu mehren.

      Woraus ein Nutzen entsteht, den es überdies auch noch zu mehren gilt, sollte auch vor Schaden bewahrt werden, damit sich dieser Nutzen überhaupt ausdehnen kann. Und das tun die mit Erfolg, die Saugen uns aus. Hier wird kein Wort darüber verloren, das dieser „Nutzen“ dem deutschen Volk von Nutzen ist. Wer den Eid leistet, zieht Nutzen aus dem deutschen Volk, den es zu mehren gilt. Es geht um die Nützlichkeit des Volkes und nicht darum, was für das Volk von Nutzen ist.

      Liebe Grüße
      Andreas

      • Juni 8, 2012 um 7:34 pm

        Autsch, das hat gesessen. Ich las gerade bei Dir (hoffe, das Du ist OK?:

        Ein Hauptzweck der Sprache ist Beeinflussung, Willens- oder Gedankenbildung. Der Rechtsphilosoph Gustav Radbruch wusste die Kritik an Recht, Staat und Juristerei, noch in klare Worte zu fassen: “Ein guter Jurist ist, wer mit schlechtem Gewissen Jurist ist.” [4] Natürlich, es soll auch Juristen ohne Gewissen geben, aber dies soll nicht zum Thema werden. Die Freiheit des Geistes und die Kraft des Verstandes bemisst sich nach der Fähigkeit, Begriffe zu unterscheiden. Es exestiert kein Gebot, das der Mensch nicht heimtückisch auslegen könnte, um es mit seinem Willen in Übereinstimmung zu bringen. Wir sind so manipuliert, daß es uns nicht in den Sinn kommt, das logische System, das unseren Argumentationen zugrunde liegt, ernsthaft in Frage zu stellen.

        Und ja, unsere Sprache hat es ziemlich „in“ sich!

      • Juni 8, 2012 um 7:49 pm

        Na logo kannst Du du sagen… Die deutsche Sprache ist (meiner Meinung nach) dafür geschaffen, keine Interpretationen zuzulassen.
        Die Rechtschreibung z.B. ist eine grammatikalische Schriftform, insbesondere ist sie normativ und bedeutet demnach: sie (die Schriftform) genügt der amtlichen Norm, nämlich der Schriftform. Nach der Rechtschreibreform änderte sich auch der Stundenplan der Schülerinnen und Schüler. Die amtliche Schriftform wurde nach und nach aus dem Lehrplan genommen, sie wurde Stück für Stück abgebaut. Der Nachteil der Rechtschreibreform: die Schülerinnen und Schüler lernen nicht mehr die amtlich-grammatikalische Norm der Schriftform und nach begrifflicher Bedeutung, sondern die normative Rechtschreibung, die der amtlichen Form entspricht, wurde reformiert, sie wurde abgeschafft.

        Das Vokabular wird dauernd verwendet, doch der bedeutende Unterschied einzelner Begriffe wird weder thematisiert, noch wird er an deutschen Schulen gelehrt. Wir sprechen also mehr und mehr von Dingen, von denen wir keine Ahnung haben, wir sprechen von Dingen, von denen wir oft nicht einmal wissen, welche Bedeutung bestimmter Begriffe wirklich beigemessen wird. In Rechtsprechung, Gesetzestexten und Reden der politischen Hemisphäre, sind keine Leute wie Du und ich am Werke. Dort treiben Kommunikations-Designer und Sprachwissenschaftler ihr Unwesen. Die Vielfalt des Vokabulars ist auch der Grund für die große Anzahl der Gesetzesneuschöpfungen, der neuen, in den letzten Jahren erlassenen Verordnungen und Gesetzen.

        Es sind Normen, die der politischen Klasse als reine Fiktion dienen, um sie dem Bürger – durch Reform und Neuschöpfung der Begriffsdefinition – als Täuschung und Trojaner der eigenen Muttersprache aufzuerlegen.

      • Juni 8, 2012 um 10:37 pm

        Andreas, Du sprichst mir aus dem Herzen!

      • Juni 8, 2012 um 10:51 pm

        @Andreas ein P.S.
        Ich stimme Dir in der Bedeutung der Sprache zu.
        In der Analyse zum Kommunismus auf Deiner Seite stimme ich nicht zu. Da sind Halbwahrheiten mit Lügen vermischt und das wird dann noch in die EU transportiert (von der ich auch nichts halte).
        Euer ganzes Trachten geht dahin, den StatusQuo (Privat-Eigentum) zu erhalten, dabei ist gerade das Privat-Eigentum und der ihm innewohnende Zwang, es stetig zu mehren der Grund für die Probleme die wir heute und in der immer stärkeren Konzentration dieses Privat-Eigentums in den Händen von immer weniger Leuten auf der einen und immer stärkeren Enteignung der Vielen auf der anderen Seite der Grund der so genannten Krisen, die gar keine sind, es ist nämlich einfach genau und eiskalt geplanter und kalkulierter Wirtschaftskrieg.
        Zur Religion, die Du in diesem Artikel ansprichst habe ich auch eine etwas andere Meinung, denn die diente schon immer dazu, das Volk dumm zu halten.
        Kennst Du nicht den Ausspruch: „Halt Du sie dumm, ich halt sie arm?“ – Ihr bedient genau diesen Satz!
        Es geht auch nicht darum, den Glauben an was immer abzuschaffen, aber unbedingt darum, über den unheiligen und zutiefst verdummenden Einfluss der Kirche auf die Menschen aufzuklären und – wenn es nach mir ginge – ganz abzuschaffen!

  7. Mai 28, 2012 um 9:29 pm

    Letztens kam einer auf den Blog, weil er gesucht hat: „Wo bleibt mein freier Wille, wenn ich nicht tun darf, was ich will?“

  8. Mai 28, 2012 um 9:35 pm

    Ich habe meinen Wehrdienst bei der Luftwaffe abgeleistet und hatte durchweg gute Erfahrungen gemacht, sprich ich konnte keine Schikane erkennen. Aber das mag ja von Kompanie zu Kompanie anders aussehen …

  9. Mai 28, 2012 um 10:36 pm

    😀

  10. Mai 29, 2012 um 12:52 am

    Bei diesem Thema haben wir doch wieder mal das alte, gleiche Problem, die bereits unter

    https://faszinationmensch.wordpress.com/2012/04/19/gastbeitrag-fuhren-die-neuen-erkenntnisse-zur-quantentheorie-und-zur-biokommunikation-zu-neuen-denkstrukturen-und-damit-zur-umkehr/

    zur Sprache kam, weil immerzu nach dem WARUM einer Entwicklung gefragt wird. Warum gibt es Krieg, warum tötet der Mensch, warum machen wir dieses oder jenes … oder WARUM machen wir es nicht. Eine Lösung, eine endgültige Antwort, werden wir nicht finden können … aber wir können Zeit opfern, mit dem Versuch es vielleicht doch zu schaffen.

    Würde es einen Unterschied machen, wenn man akzeptieren kann, dass sämtliche Bilder der Realität ihren Platz in selbiger haben, einzig, weil die Möglichkeit der Realisierung besteht ? Mit den Bildern der Realität ist es wie mit den Unkräutern auf den Beeten und Feldern: Jedes Kraut hat seinen Sinn … und sein Umfeld, um überhaupt erst gedeihen zu können. Keine Pflanze wächst umsonst, keine Pflanze ist nutzlos:

    http://www.gold-dna.de/updatemai.html#up207

    Jedes Unkraut kehrt zyklisch wieder, weil die entsprechende Nahrung an Ort und Stelle es wachsen lässt. Und genau so verhält es sich mit ALLEN Bildern der Realität. Daher macht es keinen Sinn zu fragen WARUM im Jahr 2011 in England ein Junge der Hexerei bezichtigt wurde und sterben musste, weil die Antwort eher im WOFÜR zu suchen ist. Wobei das WOFÜR nur beantwortet werden kann, wenn die Realität als GANZES wahrgenommen wird und nicht als Puzzle aus unabhängig voneinander darliegenden Puzzleteilen.

    Walter Russell brachte es auf den Punkt:

    “Everything that is, is of everything else that is. Nothing is of itself alone. All created things are indissolubly united.“

    Und WARUM fragen wir dann weiterhin nach dem WARUM ? Weil die Expansion des Ganzen noch immer Bestand hat und weil es in der Expansion nicht um endgültige Antworten, sondern einzig um das Aufdecken von MÖGLICHKEITEN, geht.

    Gruß Guido

    • federleichtes
      Mai 29, 2012 um 4:55 am

      Es ist nicht ausgeschlossen, lieber Guido, dass dieses „Warum“ gar nicht unsere Frage ist.
      Warum sollte ein „Schöpfer“ das Leben schaffen, wenn er die Schlüsselfrage ohne (s)einen Bewusstwerdungsprozess beantworten könnte?

      Wo gibt es Unkraut? Ich fand bisher keins!

      Ja, die „Bilder“ wachsen – und damit die Klarheit, warum – wann – was geschehen muss.

      Und: Müssen Menschen töten, um den „Tod“ zu überwinden?

      Gruß
      Wolfgang

  11. Mai 30, 2012 um 9:20 am

    “Wo gibt es Unkraut? Ich fand bisher keins!“

    Genau das meinte ich damit 🙂

    “Es ist nicht ausgeschlossen, lieber Guido, dass dieses “Warum” gar nicht unsere Frage ist.“

    In der Summe der menschlichen Verkörperungen denke ich doch, dass das die Frage ist, welche uns in der Expansion wirken lässt. Es ist wie die Frage nach dem Tod:

    WARUM musste ein geliebter Mensch sterben ? ist eine Frage ohne Antwort.
    WOFÜR hat dieser geliebte Mensch gelebt ? schlägt dagegen einen ganz anderen Weg ein.

    “Müssen Menschen töten, um den “Tod” zu überwinden?“

    Vielleicht um die Flexibilität des Bewusstseins zu erhöhen, solange die Expansion Bestand hat ? Ich weiß, das ist ein scheinbar absurder Gedanke … aber aus Sicht des Ganzen, verbunden mit dem Gedanken der Reinkarnation, frage ich mich manchmal, wie die Expansion ablaufen würde, wenn jeder Mensch seine Lebenserwartung voll ausleben könnte. Je näher der Zenit rückt, desto mehr Flexibilität ist von Nöten … und desto mehr Bilder der Angst braucht es, leider, um dieses energetische Maximum zu realisieren. Gäbe es keine Optimierung, wäre der Gedanke unerträglich, so aber besteht noch immer Hoffnung auf ein Happy-End.

    Gruß Guido
    http://www.gold-dna.de

    • federleichtes
      Mai 30, 2012 um 2:02 pm

      Ja, Guido, dass war klar, dass Du DAS meintest.

      Zum „Warum“ interpretierte ich Dich offensichtlich falsch (immer wieder dieses Warum).
      Wenn es ein Problem gab, dem die Schöpfung als Lösung folgte, gibt es eine Problemlösung.
      Leben ist damit B, der Weg von einem Problem A zur Lösung C.
      Das Fragezeichen entstand auf der A-Ebene.
      Menschen fragen, um C zu erreichen.
      Menschen töten und reflektieren damit, warum A zu einem Problem wurde, das gelöst werden MUSSTE.

      .Du schreibst:
      „Gäbe es keine Optimierung, wäre der Gedanke unerträglich, …“

      Nick schrieb: Sind wir blöde.

      Ja, die Entwicklung wird, je tiefgründiger man sie versteht, immer unerträglicher.
      Was haben „sie“ mit uns gemacht? Schon immer! Immer wieder! Und der Teufelskreis scheint wasserdicht.

      Ich glaube, wir müssen NOCH klarer wahrnehmen, uns noch mehr bewusst werden, an welchem „Spiel“ wir beteiligt sind.
      Das Böse besiegen, das Böse aus den Existenen verbannen – für immer. Schauen wir in die Vergangenheit, sehen wir eine Aneinanderreihung von Dramen, Tragödien, Kriegen, Gemetzel, Blutbäder, Gewalt und Leid ohne Hoffnung.
      WARUM das Alles?
      WARUM dieser Aufwand?
      Warum gerade DIESES Spiel?

      Vielleicht wird hier mehr Bewusstsein – und folgend Macht – wachsen über das, was Leben will – und KANN.

      Euch einen guten Tag.

      Wolfgang

  12. Juni 1, 2012 um 11:30 am

    Dank Riesling Trocken für den Hinweis auf dieses Zitat, das auch hier so gut passt:

    I refuse to eat animals because I cannot nourish myself by the sufferings and by the death of other creatures.
    I refuse to do so, because I suffered so painfully myself that I can feel the pains of others by recalling my own sufferings.
    I feel happy, nobody persecutes me; why should I persecute other beings or cause them to be persecuted?
    I feel happy, I am no prisoner, I am free; why should I cause other creatures to be made prisoners and thrown into jail?
    I feel happy, nobody harms me; why should I harm other creatures or have them harmed?
    I feel happy, nobody wounds me; nobody kills me; why should I wound or kill other creatures or cause them to be wounded or killed for my pleasure and convenience?(…)
    I think that men will be killed and tortured as long as animals are killed and tortured. So long there will be wars too. Because killing must be trained and perfected on smaller objects, morally and technically.

    Edgar Kupfer-Koberwitz, Animals, My Brethren (written in the Concentration Camp Dachau, in the midst of all kinds of cruelties)

  13. Juni 1, 2012 um 12:21 pm

    Für die Entwicklung-Ausbreitung des Chaos scheinen Gefühle eher kontraproduktiv zu wirken. Das ABSOLUT-Egozentrische hat wegen seiner Macht keinen Raum für Gefühle bzw. soziale Selbstverständlichkeiten. Für ambivalent ego-sozial strukturierte Menschen, für die es nichts Absolutes gibt, ist das schwer vorstellbar.

    Am Wochenende grillten meine Nachbarinnen. Während sie vor sich hin schmatzten, nahm ich einen EKLIGEN Geruch wahr und musste die Balkontür schließen. So stelle ich mir Leichengeruch vor. Meine (echte) Wahrnehmung wahrscheinlich eine Folge der vier Monate fleischloser Zeit.

    Dachau – ich besichtigte das Lager und hatte einen sehr netten Kontakt zu dem Pfarrer.
    Leben, Schritte auf dem Weg ins Dunkel des Grauens.

    Wolfgang

    • Juni 1, 2012 um 1:01 pm

      Was Du an „ekligem Geruch“ – Leichengeruch_ bemerktest, war meine erste Wahrnehmung, als ich nach ca. einem Monat fleischloser Zeit einen Fleischer betreten wollte, um Käse zu kaufen.
      Ich habe sofort auf dem Absatz kehrt gemacht. Ich konnte da nicht drin bleiben.
      Ja, so riecht der Tod.
      Meine Erklärung für dieses Phänomen:
      Durch das Fleisch-Essen, sind unsere Geruchs- und Warn-wahr-nehm-ungen verschüttet worden.
      Mit fleischloser Ernährung werden sie wieder aktiv sobald die Vergiftung aus dem Körper raus ist.

      • Juni 1, 2012 um 1:36 pm

        Ja, so sehe ich das auch.
        Immerhin erfreulich für mich, mit dem Entgiftungsprozess an einen „Punkt“ gekommen zu sein.
        Danke für Deinen Kommentar.

        Wolfgang

      • Juni 8, 2012 um 11:58 pm

        Dem kann ich nur zustimmen, ich esse seit 2010 kein Fleisch mehr. Ein Werbeslogan lautet „Fleisch ist ein Stück Lebenskraft“ – fragt sich nur für wen?! 🙂

  14. Juni 8, 2012 um 11:52 pm

    @Solveigh Calderin

    Grüß Dich!

    Sicher ist der Beitrag „Einmaleins des Kommunismus“ von 2009 gemeint.
    Dieser Beitrag ist auf Wunsch von “ © McMotorrad “ eingestellt worden.

    Am Ende des Artikels ist es kenntlich. Ich stimme auch nicht allem zu was dort geschrieben steht, aber es war dennoch kein Grund für mich, den Inhalt meiner Realität anzupassen.

    Ich halte selbst nichts von Religion als solches, sie spalten die Menschen nur. Wir sind alle Menschen, die gleiche Rasse. Aber es ist auch bezeichnend für die Gegenwart, wo gezielt dafür Sorge getragen wird, die verschiedenen Glaubenssysteme gegeneinander auflehnen.
    “Halt Du sie dumm, ich halt sie arm?” – ja, selbst Reinhard Mey hat ihn in seinen Song verpackt, er ist ja auch richtig. Religion ist noch zu viel mehr fähig, als die Menschen nur dumm und arm zu halten. Jede Ideologie ist und wird zum Instrument. Das ist so einfach; Gruppen zu bilden und sie dann dazu zu bringen zu allem eine Meinung zu haben. Es wird stets mit der gleichen negativen Energie und Emotion geantwortet… doch besser wird dadurch nichts. Krieg wird mit Krieg, bekämpft usw, das ist alles so krank.

    Dann dauert es nicht mehr lange bis Michel Friedman (ein Fall für die Couch) seinen Senf dazu gibt, wenn er nicht gerade am kubanischen Schnupfen leidet.

    Ich habe eine Frage: Was ist eigentlich Kommunismus? Ich weiß es wirklich nicht. Ich habe mir nie Gedanken darüber gemacht. Es scheint ein Begriff zu sein der zu einer bestimmten Zeit mit ganz bestimmten Eindrücken und Etiketten geprägt wurde, unabhängig von der Ideologie, die diese Generation zur dieser Zeit zusätzlich geprägt hat. Wenn das Oberhaupt eines Landes keine psychologischen anomalien aufweist, dann kann es dem Land durchaus gut gehen. Hitler z.B. hat einen langen Schatten und der so genannte Hitlergruß ist eines der witzigsten Beispiele für eine blinde Masse, obwohl es doch kaum jemanden gibt, der nicht mindestens einen Asterix un Obelix-Film gesehen hat.

    AVE CÄSAR http://img.fotocommunity.com/photos/3424262.jpg

    Ein römischer Gruß. Nicht das mir das als Kind direkt aufgefallen wäre 🙂

    Es gibt zahlreiche Begriffe die vor wenigen Jahren noch eine ganz andere Rolle im Bewusstsein der Menschen gespielt haben. Viele streiten sich darüber was Demokratie bedeutet, woher der Begriff stammt usw. ; aber geht es wirklich darum, ist das überhaupt wichtig?! Wichtig ist doch nur das der Mensch mit sich in Frieden leben kann.

    Warum richtet man das Gewehr nicht auf jene, die dazu aufrufen es zu benutzen!? Gut, damit widerspreche ich mir selbst, wenn ich sage, es bringt nichts, auf Gewalt mit Gewalt zu antworten. Wenigstens hab ich mich dabei erwischt 🙂

    Vielen Dank für Dein Statement

    Andreas

    • Juni 9, 2012 um 8:46 am

      Dieser Deiner Antwort kann ich zustimmen, @Andreas.

      Ich habe auch gelesen, dass dieser Artikel von McMotorrad unterschrieben wurde. Dennoch gibt es diesen Artikel auf Deinem Blog und da Du die ihn unkommentiert übernommen hast, muss ich davon ausgehen, dass Du mit dessen Inhalt vollkommen einverstanden bist.

      Auch ich habe etwas dagegen und reagiere dann auch entsprechend, wenn irgend jemand gegen irgend etwas hetzt statt aufklärt. Denn Hetze verhindert, dass der andere selbst über das Geschriebene (oder Gesagte) nachdenken kann, denn es spricht Gefühle an und so reagiert der Mensch spontan aus dem Gefühl heraus – und was dabei raus kommt, ist meistens nicht zum Nutzen der Menschen.

      Ich habe in einem so genannten kommunistischen Land gelebt und teile die in diesem Artikel beschriebenen Gräuel nicht. Sie entsprechen einfach nicht meiner Lebenserfahrung.
      Was Kommunismus wirklich sein will (sein soll), kannst Du in entsprechenden Büchern nachlesen, zum Einstieg reicht das „Kommunistische Manifest“ von 1848 – was da geschrieben steht, stimmt heute so wie damals – und das zeigt die vollkommen richtige Analyse. Kommunismus kommt übrigens von Kommune, es handelt sich also um Basisdemokratie ohne Privat-Eigentum, und schließlich auch ohne Geld als sichtbares Zeichen des Privat-Eigentums an Produktionsmitteln, zu dem auch das Geld gehört.. Oder dachtest Du, das Geld, welches Du benutzen darfst, gehört Dir? Dann forsche mal nach, wo es herkommt!
      Das „Proletariat“ – Arbeiterklasse – ist übrigens nicht nur der Dreher und Gabelstapelfahrer, sondern jeder Mensch, der seine Arbeitskraft für Lohn verkauft, also auch die Politiker, Wissenschaftler, Journalisten, etc. Der Kapitalismus lässt nämlich alles zur Ware verkommen, einschließlich der Liebe und Gedanken der Menschen (siehe Urheberrechts-Debatte).
      Zum anderen haben diese Länder nie von sich behauptet, „kommunistisch“, sondern auf dem Weg dorthin zu sein. Mit allen Fehlern und Fehl-Entwicklungen, die in diesen Ländern – wie auch heute wieder – in den wirtschaftlichen Verhältnissen zu suchen ist.
      Solange der pyramidenförmige Aufbau der Wirtschaft und Gesellschaft nicht aufgelöst ist, wird sich auch an der menschlichen Gesellschaft grundsätzlich nichts ändern können.
      Und dass dieser Versuch einer besseren und lebenswerteren Gesellschaft von allen Seiten so diffamiert und kriminalisiert wird, zeigt mir sehr deutlich, dass sie gefährlich ist – und der richtig war – zum Wohle der allermeisten Menschen!
      Dass dieser Versuch einer gerechten menschlichen Gesellschaft dann unterwandert und pervertiert wurde ist schon beinahe logisch. Das geschah übrigens von genau den Kräften, die unsere Gesellschaft heute beherrschen.
      Und auch ein Herr Hitler hat die wirtschaftlichen Verhältnisse zementiert und nicht aufgelöst und erst die rückhaltlose Unterstützung der Krupps, Siemens, Borsigs und wie sie alle heißen, der US-Wirtschaft wie Ford und Standard Oil und die Medienkampagne eines Herrn Hugenberg spülte ihn an die Macht.
      Die verwendete uralte Symbolik – auch der Swastika – spielt dann schon nur noch die Rolle der Verführung der Volksmassen, die nach den Jahren der Not natürlich wie von Sinnen ob der neuen Aussichten war. Dennoch haben bereits vor 1933 viele vor Hitlers Machtergreifung gewarnt: „Wer Hindenburg wählt, wählt Hilter, wer Hitler wählt, wählt Krieg!“
      Dennoch – wie allzu oft – hören die Menschen nicht auf die Stimme der Vernunft, sondern folgen lieber dem Guru, der einfache Lösungen anzubieten und einfache Muster der Schuldigen zeigt, hier die „slawischen Untermenschen“ und die „jüdisch-bolschewistisch-kommunistische Gefahr“ aus dem Osten, die im übrigen ja heute wieder aufgebaut wird. Jeder, der nicht ins Konzept passt wird in diese Ecke oder in die Ecke des Antisemitismus gestellt, oft wird auch beides miteinander vermischt, es spielt überhaupt keine Rolle, hauptsache die Wut der Menschen wird in die falsche Richtung gelenkt.
      Ach ja, auch Herr Hitler hat ja von Anfang an und immer wieder erklärt, der „slawischen Untermensch“ (die seiner Rassentheorie folgend übrigens Arier sind) müsse den reinrassigen Ariern Platz machen und er würde gegen den bolschewistischen Kommunismus zu Felde ziehen, was er dann ja auch getan hat.
      Und bitte hier nicht die Mähr von dem drohenden Angriff aus der Sowjetunion. Wäre die so aufgerüstet, wie in der Propaganda behauptet, wäre es wohl kaum möglich gewesen, fast den gesamten europäischen Raum der Sowjetunion zu erobern.
      Man beobachte die ähnliche Wortwahl von Herrnerasse und Unterrasse Hitler – Israel heute. Man beobachte die ähnliche Wortwahl zur Vorbereitung der illegalen Angriffskriege Hitler in Europa und Isreal im arabischen Raum – heute explizit gegen Syrien und Iran.

  15. Juni 14, 2012 um 8:09 am

    Passt hier auch und zeigt deutlich auf, dass unsere Soldaten nicht einfach nur so zum Töten gehen können. Es werden beide zum Opfer, die Getöteten und die Töter:

  1. Juli 27, 2012 um 6:39 pm

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