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Die Bedeutung von Introvertierten in einer lauten Welt

Ich hatte diese Wochen einen Anruf von Erich Feldmeier erhalten, da er mich zum Thema Kooperation anstatt Konkurrenz wahrgenommen hat und sich mit mir austauschen wollte. Kurz zuvor hatte ich ihn als Author eines Artikels ausgemacht, der eine weitere Erklärung dafür bietet, dass unsere Welt derzeit in die falsche Richtung zu marschieren scheint (wieder Resonanz)(die andere Erklärung: Psychopathen). Er sieht durch die aktuelle Kultur der Elbogengesellschaft, dass die schnell entscheidenden Lauten sich besser durchsetzen als die stillen, sorgfältigen Denker, und sich so die schlechteren Ideen in der Welt verbreiten.

Aber lest selbst seine Buchrezension zu Susan Cains Still: Die Bedeutung von Introvertierten in einer lauten Welt, Riemann-Verlag 2011, veröffentich auf der empfehlenswerten Plattform Geist und Gegenwart.

<<<<<<< Beginn des Textes von Erich Feldmeier >>>>>>

Das Grandiose an diesem Buch ist, dass es Susan Cain geschafft hat, eine überwältigende Fülle an neuesten Forschungserkenntnissen und wissenschaftlichen Argumenten in Alltagssprache und -Szenarien zu übertragen. Wer dieses triviale, ‚amerikanische‘ nicht mag, sollte sich trotzdem nicht irritieren lassen. Das Buch ist eine Meisterleistung mit weitreichender Bedeutung.

Das Buch beginnt mit einem Zitat von Allen Shawn: „Ich denke daher, dass die Erde Sportler, Philosophen, Sexsymbole, Maler und Wissenschaftler braucht… Sie braucht Menschen, die ihr Leben der Fragestellung widmen, wie viele Wassertröpfchen die Speicheldrüsen von Hunden unter bestimmten Umständen absondern, und sie braucht Menschen, die die flüchtige Impression von Kirschblüten in einem 17-silbigen Gedicht einfangen… Wenn jemand außergewöhnliche Talente besitzt, setzt das voraus, dass die für andere Gebiete benötigte Energie von diesen abgezogen wurde.“

Wer kennt Rosa Parks?

Susan Cain schreibt: „Während Extrovertierte oft eine soziale Führungsrolle erreichen [und anstreben, 126, 269, 396, (sic!)], erlangen Introvertierte eher eine Führungsrolle auf theoretischem und ästhetischem Gebiet… Weder E=mc² noch ‚Das Verlorene Paradies‘ wurde von einem Partylöwen ersonnen.“ Und mit Adam Grant: „Beharrlichkeit ist nicht sehr glamourös. Wenn man, um ein Genie zu werden, 1 % Inspiration und 99 % Schweiß braucht, dann tendieren wir als Kultur dazu, dies eine Prozent zu vergöttern. Wir lieben sein Funkeln und Glitzern. Aber die eigentliche Stärke liegt in den 99 %“ (S. 18, 126, 262).

Rosa Parks, eine scheue und schüchterne Frau, weigert sich 1955 in Alabama im Bus aufzustehen und lässt sich trotz Morddrohungen nicht beirren. Als die Rassentrennung nach einjährigem Busboykott aufgehoben wurde, brachte die New York Times einen zweiseitigen Aufmacher über den charismatischen M.L. King. Rosa Parks wurde nicht einmal erwähnt (S. 11, 100). So ähnlich gehen alle Geschichten im Buch. Wer kennt Rosa Parks, Craig Newmark, Steve Wozniak oder Jerry Kagan?

Repressive Konformität von der Schule bis an die Börse

„Wir leben in einem Wertesystem, das vom Ideal der Extraversion geprägt ist, wie ich es nenne – dem allgegenwärtigen Glauben, der IDEALMENSCH sei gesellig, ein Alphatier und fühle sich im Rampenlicht wohl.“ Das ist keinesfalls nur eine leichtfertige Behauptung. Untersuchungen belegen, dass die große Mehrzahl der Lehrer glaubt, der ‚Idealschüler‘ sei extravertiert. Darüberhinaus glauben sogar 91 % der hochrangigen Manager, dass Teams der Schlüssel zum Erfolg sind (S. 123). Folglich geht jede Arbeitsorganisation in Richtung Großraumbüro, obwohl ein Drittel bis die Hälfte der Menschen signifikant schlechter arbeiten. Zudem solle sich ausnahmslos jeder Mensch für soziale Angelegenheiten und Führungsrollen prädisponieren – trotz mangelndem Interesse und angeblicher Arbeitsteilung. Aus der schier unschlagbaren Logik, dass die Kulturleistung von Menschheit durch die Weisheit der vielen [verschiedenen] entsteht, ist das genaue Gegenteil geworden: „Das heißt, man muss sichergehen, dass man den gleichen Single Malt Scotch trinkt wie der Geschäftsführer und im richtigen Fitnessstudio trainiert.“
Das Phänomen, das Cain das ‚Neue Gruppendenken‘ nennt, hat sich zu einer ‚repressiven Norm‘ entwickelt (S. 116-150) . Am Anfang der Persönlichkeitskultur (1902, Dale Carnegie) wurde uns „aus aus rein egoistischen Gründen empfohlen, eine extravertierte Persönlichkeitskultur zu entwickeln… Heutzutage aber glauben wir, extravertiert zu werden mache uns nicht nur erfolgreicher – es mache uns auch zu besseren Menschen“ (S. 71). „Um Karriere zu machen wird von uns erwartet, dass wir uns selbst ungeniert anpreisen“ (S. 18). „Introvertierte, die unter dem Ideal der Extraversion leben, sind wie Frauen in einer Männerwelt“ (16, siehe Anm. 1).

Cain rechnet schonungslos und unerbittlich-sachlich mit dem Brainstorming- und TEAM-Wahn ab, der sich trotz besserem Wissen hält, obwohl er zur Entstehungs-Zeit bereits widerlegt wurde. Diese Abrechnung mit der (neurobiologischen) Sehnsucht nach Konformität (siehe Anm. 2) ist ein absolutes Highlight des Buches. Eine Kostprobe: „Bis auf den heutigen Tag ist es an der Tagesordnung, dass jemand, der eine Zeitlang in einer amerikanischen Firma tätig ist, sich gelegentlich in einem Raum mit weißen Wandtafeln und Filzstiften und einem außerordentlich schwungvollen Moderator wiederfindet, der alle Mitarbeiter zur freien Assoziation ermuntert“ (S. 140). Ironischerweise scheint der sog. Team-Spirit durch Linux, Wikipedia und Sozialen Netzwerken belegt, in Wirklichkeit arbeiten alle (NERDS) lieber (zusammen) allein.

Der Gruppendruck ist derart stark, weil die gefühlte soziale Ausgrenzung unsere Wahrnehmung und unser Verhalten in Gruppen verändern kann. Dies hat drastische Konsequenzen, u.a. an der Börse. Dazu eine weitere Episode:

„Die Geschichte der Finanzwelt strotzt […] von Akteuren, die Gas geben, wenn sie bremsen sollten“, schreibt Cain. Die Folgen des hasardeurhaften Herdentriebs und Konformismus sind bekannt. Trotzdem beherrscht ein Grundtenor, was gut und schlecht ist, die öffentliche Aufmerksamkeit. „Verachtung für (FUD, Fear, Uncertainty, Doubt), Furcht, Unsicherheit und Bedenken und für die Art Menschen, die dazu neigen – ist es was den Crash verursachte, sagt Boykin Curry, leitender Direktor der Investmentfirma Eagle Capital… Menschen eines bestimmten Charaktertyps bekamen Kontrolle über Kapital, Institutionen und Macht. Und Menschen, die von der Veranlagung her vorsichtiger, introvertierter und mathematischer denken, wurden diskreditiert und beiseitegeschoben… Curry ist Absolvent der HBS und gehört zum festen Inventar der New Yorker High Society… Aber er vertritt ganz offen die These, dass es hemdsärmelige Extravertierte waren, die die globale Finanzkrise verursachten… Die vorsichtigen Typen wurden zusehends eingeschüchtert und bei Beförderungen übergangen… bis wir am Schluss *eine sehr spezielle Art von Menschen* hatten, die die Dinge lenkten.“

Dies belegt sie natürlich mit einer überwältigenden Argumentationskette zum neurobiologischen Belohnungssystem mit einem Experiment von Joseph Newman, in dem die Reaktionen bei einem Zahlenspiel getestet wurden: „Aber der noch interessantere Aspekt dieses rätselhaften Verhaltens ist nicht, was die Extravertierten tun, bevor sie bei einer falschen Zahl den Knopf drücken, sondern was sie danach tun. Wenn Introvertierte feststellen, dass sie einen Punkt verloren haben, drosseln sie das Tempo… Aber Extravertierte vergessen nicht nur, das Tempo zu drosseln – sie werden sogar noch schneller… Wenn man Extravertierte zwingt zu pausieren, sagt Newman, schneiden sie beim Zahlenspiel genauso gut wie Introvertierte ab.“

Immer wieder werden also bestimmte Sichtweisen und Einstellungen systemisch durch die dominante Mehrheit diskriminiert und ausgemerzt, ein wichtiger Hinweis auf die Notwendigkeit von (pro-)aktivem Gender- und Diversity-Management. „Wir sollten sichergehen, dass beide Herangehensweisen Eingang in wichtige Firmenbeschlüsse finden“, schreibt Cain und schlägt einen grandiosen Bogen zur Bio-Diversity und Evolutions-Theorie. Denn auch im Tierreich gehören etwa je 20 % der Typen zu den eher bedächtigen Charakteren, bei Fruchtfliegen, Hauskatzen, Bergziegen, Mondfischen und Meisen (S. 228). „Bedächtige Tiere … setzen sich nicht durch. Sie sind die Schriftsteller und Künstler, die ausserhalb der Hörweite der Draufgänger interessante Gespräche führen. Sie sind die Erfinder, die sich neue Verhaltensweisen ausdenken, während die Draufgänger ihnen die Patente klauen, indem sie ihr Verhalten kopieren.“

Die Frustration fürs Erfinden und für Erfinder ist sozusagen vorprogrammiert, wie folgende Aussage zeigt: „Es reicht nicht aus […] am Computer eine großartige statistische Regressionsanalyse durchführen zu können, wenn man zu zaghaft ist, die Ergebnisse vor einem Team von Führungskräften zu präsentieren… (Augenscheinlich ist es in Ordnung, sich bei einer Regressionsanalyse zaghaft anzustellen, solange man großartige Reden schwingt).“ Genau diese Sichtweise ist immer noch auf breiter Front vorherrschend, die Logik und die Konsequenzen muss man sich immer wieder vor Augen führen. Tabellen, Grafiken und warme Worte, ohne was zu sagen zu haben? Eine Beleidigung des Gesunden Menschenverstands (vgl. Anm. 3).

Entwicklungspsychologische Grundlagen
Ein weiteres Highlight, auf das wir jetzt aus Platzgründen nicht umfassend eingehen können, sind Cains Darstellung der Forschungsergebnisse von Jerry Kagan. Cain geht auf die Durchbrüche in der physiologischen Persönlichkeitsforschung ein, die auf Kagan und viele andere wie Carl Schwartz, Elaine Aron, Richard Lucas, Ed Diener, Daniel Nettle, Richard Depue zurückgehen. Besondere Bedeutung und Brisanz erhalten diese Kapitel (S. 152 ff), wenn man sie mit denen von anderen Neurobiologen vergleicht (Anm. 4). Eigentlich ist es fast müßig, an dieser Stelle auf Persönlichkeits-Typen a la C.G. Jung (MBTI etc.) einzugehen, weil man davon ausgehen müsste, dass diese inzwischen allgemein bekannt sind. Dem ist jedoch keineswegs so, wie man an der Autorin selbst sieht. Nach eigenen Angaben hat Cain seit Jahrzehnten am Inhalt des Buches gegrübelt und v.a. an der Frage, warum sie ‚anders‘ ist: „Ich brauchte Jahrzehnte, um herauszufinden warum… Es hätte mir wahrscheinlich geholfen, wenn ich mich damals schon besser gekannt hätte.“ Die entscheidenden Passagen zur Berufsfindung und Lebensführung haben deshalb eine hohe Priorität für die eigene Persönlichkeitsentwicklung (155ff, 167, 179 ff, 399).

Laute und leise Ideen
Meine Lieblingsstelle hat nicht weniger, als mit dem Überleben der Menschheit zu tun. Es beschreibt das Rollenspiel ‚Überleben in der Subpolarregion‘ an der Harvard Business School, deren Absolventen und Geist einen weltweiten, überragenden Einfluss haben: „Ein Kommilitone hatte das Glück in einer Gruppe zu sein, in der ein junger Mann über ausgiebige Erfahrungen mit den abgelegenen Regionen des Nordens verfügte. Er hatte viele gute Ideen… Nur hörte die Gruppe nicht auf ihn, weil er seine Ansichten nicht mit genug Nachdruck vertrat… Unser Aktionsplan basierte auf den Vorschlägen der redefreudigsten Leute, erinnert sich ein Student… Wenn Sie an Konferenzen denken… bei denen sich die Ansicht der dynamischsten oder redefreudigsten Person durchsetzte und daszum allgemeinen Schaden. Wenn wir davon ausgehen, dass stille und laute Menschen in etwa die selbe Anzahl an guten (oder schlechten) Ideen haben, dann sollte der Gedanke, dass nur die lauteren und energischeren Menschen sich durchsetzen, uns besorgt aufhorchen lassen. Das würde bedeuten, das ein ganzer Haufen schlechter Ideen siegt, während viele gute untergehen. Studien in Gruppendynamik belegen, dass genau das passiert… Redefreudige Menschen erscheinen uns klüger als stille“ (vgl. S. 16, 84 ff). Dazu passt, was Philipp Tetlock von der Uni Berkeley mit seinen Forschungen belegte: „Es stellte sich heraus, das Fernsehgrößen […] politische und wirtschaftliche Trends schlechter vorhersagen, als würde man die Prognose würfeln! Die allerschlechtesten sind überdies meistens auch noch die bekanntesten und selbstsichersten.“

Fazit und Zusammenfassung
„Erwarten Sie nicht von ihnen [ihren Kindern], der Herde zu folgen… Wenn Sie Lehrer sind, genießen Sie die Schüler, die gesellig sind und sich am Unterricht beteiligen. Aber vergessen Sie nicht die scheuen, sanften und autonomen zu fördern… Das sind die Künstler, Ingenieure und Denker von morgen… Verwechseln Sie nicht Durchsetzungsfähigkeit oder Beredsamkeit mit guten Ideen… vergessen Sie nicht, dass Schein nicht Sein ist“, schreibt sie in ihrem Schlusswort. Ein sensationelles Buch, ein MUSS als Karriereführer für die MINT-Berufe!

Nachtrag vom 6. Mai 2012: dieser Artikel hat eine Fortsetzung erhalten, und baut die Introvertierten unter uns auf


Anmerkungen

  1. Anm. 1:  Es ist hinreichend bekannt, dass (Seminar-)Transfers von F- zu T-Typen im Alltag überwältigend zu 80-90 % scheitern. Zur Wahrnehmung der F- und T-Persönlichkeits-Typen: Gunter DueckSabine Seufert und Richard Gris.
  2. Anm. 2: vergleiche auch Dan Ariely, Marvin Dunnette, Solomon Asch, Gregory Berns.
  3. Anm. 3: Erich Feldmeier: Sonntags Reden, Montags Meeting, Alert-Verlag, S. 93 ff. und Besonders Privilegiert und Weltfremd.
  4. Anm. 4: edge.org hat eine Reihe zur Physiologie des Entscheidungsverhaltens publiziert: Ethik als komplexe Entscheidung in Alltagssituationen. Diese Serie gehört zu den spektakulärsten Veröffentlichungen, die bei edge.org je erschienen sind, vgl. Manual Mode.
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  1. Mai 2, 2012 um 9:46 pm

    Ob das in Wahrheit ein Spruch der Dummen war:

    „Der Klügere gibt nach“

    ‎Denn irgendwie kann einem nach der Lektüre die Logik auffallen:

    „Weil der Klügere immer nach gibt, werden wir von Dummen regiert“

    Und da haben immer alle Angst, dass es besser ist, sich von Schlauen regieren zu lassen, und es daher auch besser wäre, keine direkte Demokratie zu pflegen, so wie es eigentlich das Grundgesetz Artikel 20.2 via Abstimmungen vorgesehen hat.

    Ich habe heute noch diese Argumentation in einem wirren Artikel mit einem Plädoyer für den Kapitalismus mit dem Titel Kritik am Kommunismus, das zeigt, wie gut der neoliberale Sprech sich im Geist verankern kann …

    • federleichtes
      Mai 2, 2012 um 11:36 pm

      „Der Klügere gibt nach“ paßt zu dem Spruch „Dummheit siegt“.

      Schauen wir mit einem kleinen Blick auf meine Annahme, das Leben hätte auch die Aufgabe, eine Falle zu bauen für „Menschen“, die nicht Wesen sind, sondern von Elementalen beherrscht werden und sozusagen das Böse verkörpern.

      Wenn das stimmen würde, müsste es ein System geben, in dem Verkehrte Welt gespielt werden kann, in dem die Gewalt triumphiert über das Bessere, in dem die Liebe regelmässig die Arschkarte zieht, in dem der Klügere mit seinen Ideen scheitert und das Verderben – relaitiv ungehindert – seinen Lauf nehmen kann. Kennen wir solch eine Welt?

      Die Intelligenz des Bösen war in der Lage, sowhl nach den kommunistischen Führern zu greifen, als auch die richtige Idee in der Weise zu pervertieren, daraus den Kalten Krieg und alle weiteren Kriege entstehen zu lassen. Sehr erfolgreich. Wie sage ich immer: Zusammengezählt wird am Ende.

      Wolfgang

    • Mai 3, 2012 um 12:54 pm

      Ich konnte das nicht alles lesen, da wäre mir sicherlich schlecht geworden…

      Dass der Kommunismus (den wir ja noch gar nicht hatten) gleich dem Faschismus verteufelt wird, liegt in der Taktik der Herrschenden, die keine Alternative zu ihrem Herrschaftssystem zulassen wollen, ja um die Gefahr des eigenen Unterganges nicht zulassen können und dürfen!
      Gerade in dieser Alternative lag die Gefährlichkeit des sozialistischen Systems für den Kapitalismus, so pervertiert es auch war/wurde.
      Immerhin konnte der Kapitalismus seine dreckige menschenverachtende Fratze erst wieder offen zeigen, nachdem diese Alternative „beseitigt“ war. Das ist durch den seit 1990 offen und immer rasender werdenden Sozial-Abbau sehr gut zu beobachten, der seinen vorläufigen Höhepunkt in den Hartz-IV-Gesetzen fand. Probegebiet: De-Industrialisierung der DDR und entschädigungslose Enteignung der DDR-Bevölkerung, einschließlich aller ehemaligen sozialistischen Länder, wobei es die Sowjetunion und die DDR wohl am härtesten „getroffen“ hat. Warum wohl?

      Sie haben von diesem „Probelauf“ bis zur „Globalisierung“ nur 20 Jahre gebraucht!

      Und genau aus diesem Grund diese immer lauter werdende „Verteufelung“ von allem, was nach Sozialismus/Kommunismus riecht, denn es gibt Gott sei Dank Menschen, die den Sozialismus und seine Mühen kennen gelernt haben, seine Vorzüge begriffen haben – fern der Pervertierung – und die darum darüber berichten – als weiterzuentwickelnde Alternative zum Kapitalismus. Dem Kapitalismus ist es jedoch wichtig, die Proteste und die Unzufriedenheit der Menschen ziellos sein zu lassen und/oder in Einzelaktionen zu zerfasern – desto besser können sie die assimilieren, kanalisieren und beherrschen.
      Hat erst eine alternative, machbare Idee die Massen ergriffen, also ist ihrer Unzufriedenheit und Protest ein Ziel gegeben, ist der Kapitalismus erledigt!

      Darum der ständige Verweis auf die so genannten „Menschenrechtsverletzungen“ im Sozialismus ohne die eigenen permanenten und bestialischen Unmenschlichkeiten überall auf der Erde zu nennen und ohne zu erzählen, dass es die kapitalistischen Länder waren, die de junge Sowjetunion 1918 von allen Seiten angriffen, um ihr gleich zu Beginn das Leben auszuhauchen, ohne zu erwähnen, dass der unaufhörlich Druck auf und die unaufhörlichen Repressalien, die unaufhörliche Propaganda gegen den Sozialismus erst die Perversionen des sozialistischen Systems bedingen musste!

      Darum die auch heute nicht aufhörende ständige Hetze gegen alles was Sozialismus/Kommunismus ist oder danach riecht. Gern auch mit dem Antisemitismus wie bei Dr. Hörmann oder der Faschismus-Vorwurf!

      In diesem Zusammenhang erkenne ich auch die wahre Bestimmung der so genannten LINKEN, die sich heute lieber um sich selbst kümmert und in die Bedeutungslosigkeit verschwindet statt den Kampf gegen dieses unmenschliche System aufzunehmen. Diese Partei ist nur dem Namen nach links.
      Dafür gab es bei uns einen Ausdruck: Radieschen-Kommunisten: Außen rot und innen weiß.

      • Evanesca Feuerblut
        Mai 3, 2012 um 8:59 pm

        Aus der Sicht habe ich es noch nie betrachtet, aber grundsätzlich könnte an den Grundideen die ich herausgelesen habe, nämlich
        – man kann seine Fehler gut kaschieren indem man die Fehler der anderen verurteilt
        – wenn keine Gesellschaft vorhanden ist, mit der man moralisch konkurriert und es besser machen will, wird alles nur immer und immer schlimmer in der Welt
        durchaus zustimmen, ohne im Einzelnen auf die Details eingehen zu wollen, da meine politische Meinung sich nicht zu 100 % mit der Solveighs deckt.
        Aber die Grundgedanken sind logisch.

  2. federleichtes
    Mai 3, 2012 um 12:13 am

    Ich glaube, das wirklich Wichtige auf dieser Welt geschieht leise, unhörbar, unbemerkt. Die Schreier sind Effekte, und die, die meinen, die großen Räder drehen zu können, sind armselige Erfüllungsgehilfen. Auf jeden Pott paßt ein Deckel, für jeden Job findet sich ein Geeigneter.

    Nun ist es so, dass man einem Dieter Broers besonders zugeneigt ist, und nicht mehr „hinhört“, was die Augen einer Aldi-Verkäuferin sprechen oder ein Rotkelchen singt. Lernten wir nicht, Autoritäten zu vertrauen? Angefangen beim Vater, weiter über die Lehrer, Doktoren und Professoren bis zum Bankdirektor und Vorstandsvorsitzenden ziehen Autoritäten an uns vorüber und hinterlassen „Eindrücke“, prägen Bewusstsein, das – kein eigenes ist!! Insofern scheint es wenig verwunderlich, dass „folgsame“ Menschen ihr Leben an Lügen orientieren.

    Der brütende Vogel singt nicht, der singende Vogel sitzt weit entfernt vom Nest. Wenn man so will, sind Plappermäuler und Schweigsame ein sehr gutes Gespann. So sehe ich das: Jeder hat seine Aufgabe, und erfüllt sie, ob er weiß, was er tut, oder nicht.

    Ich sprach hier bereits mal von Trampeltieren auf Trampelpfaden, die nur Trampelpfade kennen und nur Trampeltieren begegnen können. Und ergänze: Und anderen nicht im Wege stehen. Ob jemand laut oder leise spricht, besagt nichts. Wenn’s Knopf auf Spitz kommt, spricht auch das Böse leise und das „Gute“ brüllt. In diesem Spiel ist alles erlaubt.

    Wolfgang

    • Manfred Voss
      Mai 3, 2012 um 12:33 am

      „Ein fallender Baum macht mehr Lärm
      als ein ganzer Wald, der wächst … “

      (tibetisches Sprichwort, sinngemäß)

      Manfred

      • federleichtes
        Mai 3, 2012 um 1:38 am

        Ja.
        David Bohm, ein Physiker, den ich sehr schätze, sagte:
        „Alles, dessen man sich bewußt ist, ist Bedeutung“.
        Sehe ich auch so. Allerdings greift das eher in eine Späre, in der Bedeutung und Bewusstsein in einem Wort zusammenfließen. Jedenfalls sollte Bewusstsein entscheiden können, in welcher Lautstärke, wann und was gesagt wird – oder eben nicht. Oft reicht ein Gedanke.

        Wie wär’s denn mal, in aller Stille, mit Ehrenpreis, Herr Doktor?
        Frage: Wo hast Du „Steno“ gelernt?

        • Manfred Voss
          Mai 3, 2012 um 9:11 pm

          „Wie wär’s denn mal, in aller Stille, mit Ehrenpreis, Herr Doktor?“

          … in aller STILLE … nix dagegen. Also: pssst 😉

          „Frage: Wo hast Du „Steno“ gelernt?“

          äh? (steh‘ grad auf der Leitung ;-))

          LG Manfred

        • federleichtes
          Mai 3, 2012 um 9:44 pm

          „Steno“? Dein Talent, mit den wenigst möglichen Worten das meist Mögliche auszudrücken.
          Noch besser kann es nur die klitzekleine Blute vom Günsel.

        • Manfred Voss
          Mai 3, 2012 um 11:18 pm

          „… Talent, mit den wenigst möglichen Worten das meist Mögliche auszudrücken.“

          Hm. Ist mir nicht so bewusst. Passiert wohl manchmal einfach 😉

          „Noch besser kann es nur die klitzekleine Blüte vom Günsel.“

          Ganz bestimmt!

          LG Manfred

          P.S.: Ich hab‘ gestern eine Mini-Orchideenblüte fotografiert – die kann’s auch sehr gut …

      • Mai 3, 2012 um 6:21 am

        OH, diese Weisheit hatte ich auch schon Mal als Titel im letzten Oktober, als bei mir Maria Donner vorbei schaute und mir vorher schrieb:

        Hallo Martin,
        Konkret braucht es Menschen, die gemeinsam die Plattform für die Orientierungshilfe (oder wie man das auch immer nennen wird) strukturieren, mit konkreten Fragen und gemeinsam erarbeiten Antworten. Diese sollen immer wieder hinterfragt und aktualisiert werden.
        Mir schwebt ein Grundgerüst vor, das bei
        -den elementaren Dingen beginnt: (gesundes Wasser, gesunde Lebensmittel, Eigenanbau und auch Gemeinschaftsanbau in Nachbarschaften, …)
        – über die konkreten Dinge, die von Region zu Region unterschiedlich sind
        – bis hin zu allen Fragen von Geräten (Nutzung, Gemeinschaftsnutzung, Eckdaten, Vorschläge, …)
        – und was es sonst noch gibt – Fahrzeuge – Umweltverträglichkeit, gemeinsame Nutzung, Notwendigkeit, …
        – das Miteinander und die Möglichkeiten mehr Vertrauen untereinander zu entwickeln.
        Die Menschen, die aktiv für die Veränderung stehen, müssen glaubwürdig, aktiv und offen für neue Impulse sein.
        Dann sind natürlich Sprachkenntnisse erfreulich, denn nur mit einer weltweiten Plattform, wird es zum Handeln im regionalen wie globalem kommen …

        LG Martin

  3. federleichtes
    Mai 3, 2012 um 1:49 am

    Weil’s gerade voller Bedeutung ist – und schön.

    „Das individuelle Problem steht in direkter Beziehung zum Weltproblem, und ich glaube, daß wir der Macht des individuellen Denkens und Handelns nicht genügend Bedeutung
    beimessen.“ – Krishnamurti –

    Und was sagt Sri Aurobindo:
    „Der Anfang aller Dinge ist ein kosmisches Paradoxon, ein Paradoxon ohne Schlüssel zum Verständnis seiner Bedeutung.“

    Einer noch von einem Menschen, den ich sehr schätze, Friedrich Nietzsche:
    „Wie die Wolken uns verraten, wohin hoch über uns die Winde laufen, so sind die leichtesten und freiesten Geister in ihren Richtungen vorauskündend für das Wetter, das kommen wird. Der Wind im Tale und die Meinungen des Marktes von heute bedeuten nichts für das, was kommt, sondern nur für das, was war.“

  4. golddna
    Mai 3, 2012 um 2:07 am

    Na, da habe ich auch noch etwas Passendes:

    Sprache

    Die Sonne spricht zu uns mit Licht,

    mit Duft und Farbe spricht die Blume,

    mit Wolken, Schnee und Regen spricht die Luft.

    Es lebt im Heiligtume der Welt ein unstillbarer Drang,

    der Dinge Stummheit zu durchbrechen,

    in Wort, Gebärde, Farbe, Klang

    des Seins Geheimnis auszusprechen.

    Hier strömt der Künste lichter Quell,

    es ringt nach Wort, nach Offenbarung,

    nach Geist die Welt kündet hell

    aus Menschenlippen ewige Erfahrung.

    Nach Sprache sehnt sich alles Leben,

    in Wort und Zahl, in Farbe, Linie, Ton

    beschwört durch dumpfes Streben

    und baut des Sinnes immer höheren Thron.

    In einer Blume Rot und Blau,

    in eines Dichters Worte wendet

    nach innen sich der Schöpfung Bau,

    der stets beginnt und niemals endet.

    Und wo sich Wort und Ton gesellt,

    wo Lied erklingt, Kunst sich entfaltet,

    wird jedes mal der Sinn der Welt,

    des ganzen Daseins neu gestaltet,

    und jedes Lied und jedes Buch

    und jedes Bild ist ein Enthüllen,

    ein neuer, tausendster Versuch,

    des Lebens Einheit zu erfüllen.

    In diese Einheit einzugehn

    lockt euch die Dichtung, die Musik,

    der Schöpfung Vielfalt zu verstehn

    genügt ein einziger Spiegelblick.

    Was uns verworrenes begegnet,

    wird klar und einfach im Gedicht:

    Die Blume lacht, die Wolke regnet,

    die Welt hat Sinn, das Stumme spricht.

    Gruß Guido
    http://www.gold-dna.de

    • Manfred Voss
      Mai 3, 2012 um 2:05 pm

      Wunderschön … hab ich in mich aufgenommen (und auch meinem Fundus lesenswerter Gedichte mit Freuden einverleibt, und mir dabei erlaubt, es noch ein wenig zu strukturieren, im Hinblick auf Sprachfluss und Übersichtlichkeit ;-)).

      Von wem ist das? Von Dir?

      … kleine Ergänzung zu:

      „Nach Sprache sehnt sich alles Leben,
      in Wort und Zahl …“

      Vor längerer Zeit hatte ich mal den Aphorismus formuliert:

      „Mathematik ist die Notensprache der kosmischen Musik.“

      LG Manfred

      P.S.:
      Als Musiker hatte ich mit Notensprache nie was am Hut,
      als Physiker offensichtlich schon 😉

      • Mai 3, 2012 um 3:16 pm

        Nein, nein, habe den Autor nicht beigeschrieben. Stammt von Hermann Hesse.

        Bezüglich der Mathematik: Ja, sie ist das Gerüst, an dem das Gesamtbild der Realität aufgespannt wird. Sie ist die Grammatik der realen Bildersprache, verkörpert durch die Goldene Zahl Phi, den Goldenen Schnitt und die Fibonacci-Zahlen. Daher auch die Goldene Phi(l)harmonie.

        Gruß Guido

        • Mai 3, 2012 um 3:26 pm

          Hab‘ Deinen Kommentar erst gelesen, nachdem ich meinen geschrieben hatte…. Schön 🙂

      • Mai 3, 2012 um 3:24 pm

        Irgend jeman hat mal gesagt, Musik sei in hörbare Schwingung gebrachte Mathematik….
        Und war es nicht Pythagoras, der sagte, durch die Mathematik (Geometrie) käme man zu Gott oder sei Gott am nächsten?
        So wird Deine Beobachtung sehr verständlich 🙂

  5. golddna
    Mai 3, 2012 um 2:23 am

    Unterdrückung aktiver Ordnung und Zurschaustellung reaktiver Unordnung … kann man etwas anders von der Expansion erwarten ? Ja, das Gute und das Böse können die selben Wege gehen, aber einzig das Böse geht Wege, die das Gute niemals gehen würde. Wie sonst ließe sich die Bildwerdung der Expansion in allem Maßstäben realisieren ?

    ““Ein fallender Baum macht mehr Lärm
    als ein ganzer Wald, der wächst … ”

    Danke dafür, macht dieser Satz doch deutlich, wie unwirklich die aktuelle Realität ist, und wie unreal die Wirklichkeit anmutet, denn es ist ein Unterschied, ob Wachstum einzig der Expansion wegen geschieht, oder ob das Wachstum aus der Notwendigkeit der Optimierung heraus geschieht.

    Gruß Guido

    • federleichtes
      Mai 3, 2012 um 5:49 pm

      Können wir das Prinzip/Phänomen als A und B beschreiben – A kann nur projizieren und B nur reflektieren?
      Aus meiner Sicht heraus projizieren sich die lebensfeindlichen Informationen unabdinglich in die Gesellschaft, zwar durch A und B, aber A kann nur darauf re-agieren, während B analysieren und transzendieren kann: Verstehen!.

      Gruß
      Wolfgang

  6. golddna
    Mai 3, 2012 um 2:51 am

    Aller guten (?) Dinge sind 3:

    Zum Buch bei AMAZON gefunden:

    Wer sich schon immer fragte, wieso er/sie
    – lieber allein auf dem Balkon sitzt, statt ins Schwimmbad zu gehen
    – Partys nicht so wirklich genießen kann
    – nicht so eine große Clique hat wie andere
    – nach einem Tag im Großraumbüro völlig fertig ist
    – laute Gespräche, Musik, etc. nur eine gewisse Zeit lang aushält
    – das „Lampenfieber“ trotz fleißigen Übens vorm Reden/Referate/Vorträge/… halten nicht in den Griff bekommt
    – tief gehende Gespräche oberflächlichem ‚Small Talk‘ vorzieht
    – das Gefühl hat, sich ständig verstellen zu müssen
    – mehr hört als andere
    – und so weiter und so fort
    sollte sich dieses Buch zu Gemüte führen.

    Nun, ich finde mich auf jeden Fall in diesen Zeilen wieder … und lebe sehr zufrieden damit. Seit ich mir darüber bewusst bin, dass Energie der Aufmerksamkeit folgt, und dass diese Energie die Grundlage für die Realisierung realer Bilder ist, und zwar umso mehr, je mehr Energie fließt, je lauter somit geschrien und um Aufmerksamkeit gebuhlt wird, denke ich mir, lass‘ sie schreien und Bilder durchleben, die ich nicht durchleben muss … und schon gar nicht durchleben will. Ich widme mich lieber der aktiven Ordnung und schaue dem Wald beim Wachsen zu 😉

    Gruß Guido
    http://www.gold-dna.de

  7. Silke
    Mai 3, 2012 um 11:58 am

    Danke Martin, für den Buchtipp. Mir geht es ähnlich wie Guido, finde mich in seinen zitierten Zeilen wieder. Habe lange gebraucht, um zu erkennen, dass ich da durchaus anders ticke als die Masse.
    Ich fühle mich alleine mit mir nicht unwohl, ganz im Gegenteil.
    Menschenmassen mag ich nicht, bin jemand, der sich viele Gedanken macht, vielel Bücher liest, querbett sozusagen, alles drin vom Krimi bis zum Sahbuch über Gesellschaft und Politik. Mag es mich dezidiert zu informieren bevor ich mir ein endgültiges Urteil erlaube und leide darunter, dass es offensichtlich nicht vielel Menschen gibt die sich „tiefe Gedanken“ machen., sofort dem Mainstream nachhoppeln und sich von Schlagsätzen beeinflussen lassen.

    Hatte mir vor einiger Zeit einmal ein paar Gedanken zum Themen „Warum wir leben, wie wir leben gemacht:

    Man ist auf der Flucht vor sich selbst und die Empfindsameren unter uns spüren das, ohne am Anfang verifizieren zu können, was es ist, was ihnen so zu schaffen macht.
    Das moderne Leben fordert seinen Tribut, aber manche können diesen nicht zahlen. Es macht sie sprichwörtlich krank. Und wie man erfahren durfte, betrifft dies immer mehr Menschen in unserem Land. Denke, man ist gerade dabei umzudenken in dieser Richtung, es kommt in den Köpfen an sozusagen, dass der Mensch nicht nur physisch gesund sein muss, sondern dass die Psyche auch dazu gehört.
    Erschreckend, dass man auf Therapieplätze monatelang warten muss, was unserem idiotischen Gesundheitssystem zu verdanken ist, dass es in dem Zusammenhang eigentlich keine Notfallhilfen gibt, außer dass man die Menschen, wenn sie zusammenbrechen in die Geschlossene einweist, wo sie definitiv nicht hin gehören. Bittere Erkenntnis, die ich aus der Doku mitgenommen habe.

    Was tun wir uns an damit, dass wir so leben, wie wir leben? Eine Mutter, wobei ich dies nur stellvertretend meine, als Beispiel sozusagen, ist nur dann eine gute Mutter, wenn sie möglichst zeitnah nach der Geburt wieder arbeiten geht. So werden die Bedürfnisse von Müttern, und mir kann keiner erzählen, dass eine Mutter schon die Kleinsten in stundenlange Betreuung geben möchte, und Kindern einfach negiert, weggewischt, stellt euch nicht so an etc. pp. Stillen? Macht euch nicht lächerlich, wozu gibt es Babyflaschen? Und wir predigen es auch unseren Kindern, ganz zeitgeistgemäß unterwerfen wir uns den Bedingungen, die man uns diktiert. Gegenargumente, wozu? Die will doch keiner hören. Und Seele? Was ist das überhaupt? Keine Zeit für die kleinen Dinge des Lebens, eine Blume, die ihre Blüte entfaltet, ein Wassertropfen, der über ein Blatt rinnt, ein kleines Kind, das nach zahlreichen Versuchen seinen ersten eigenen Schritt macht, in eine Welt, die uns doch eigentlich so feindlich gesonnen ist, die Lebensfreude, mit der es das tut, kein Blick für das Spiel von Licht und Schatten im Wald, keine Zeit die Jahreszeiten zu spüren, zu erleben, sprichwörtlich mit allen Sinnen, die uns zur Verfügung stehen. Keine Zeit für Miteinander, zum Träumen, Lachen, Weinen. Immer weiter im Hamsterrad, es wird uns umbringen. Es ist so wenig, was wir dagegen tun können. So lange die Kultur der (vermeintlichen) Stärke unser Leben bestimmt, wird sich daran nichts, aber auch gar nichts ändern.
    Wie schrieb mir jemand vor kurzem:

    „Die Sensibilität Deiner Seele ist Stärke, nicht Schwäche“

    Wahre Worte, denke ich mal, und es bestärkt mich auf meinem Weg.
    Wir machen uns kaputt, spüren das irgendwie und kehren doch nicht um auf diesem Weg.
    Wir brauchen so viel mehr als materielle Dinge und in erster Linie brauchen wir uns selbst. Der Weg zu uns selbst sollte uns der wichtigste sein, denn er erlaubt uns auch den Weg zu den Anderen. Und nur so können wir unseren Kindern vermitteln, was wirklich wichtig ist im Leben.

    Hatte auch mal wieder eine poetische Anwandlung

    SOMMERABEND

    Es ist einer jener Abende, die ich bereits als Kind so liebte.
    Die Hitze des Tages ebbt langsam ab,
    und ein kühler Hauch streichelt mich,
    lässt mich spüren, wie lebenswert Leben sein kann.

    Der Sommer liegt in der Luft,
    ich kann ihn spüren.
    Die Geräusche der Nacht gedämpft,
    Erholung für meine Seele.

    Mit allen Sinnen empfinde ich die Schönheit dieser Erde
    kann spüren wie ich dazugehöre
    zu dem Kreislauf, der sich stets wiederholt,
    wie ich eingebunden bin in ein größeres Ziel.

    Das werde ich mir bewahren,
    und an meine Kinder weitergeben,
    die ebenso dem Kreislauf des Lebens unterworfen sind,
    wie alle Generationen vor ihnen es waren.

    Es ist ein Geschenk, dieses Leben,
    und man sollte es nicht wegwerfen.
    Aus Fehlern lernt man,
    so sollte es sein.

    • Silke
      Mai 3, 2012 um 12:00 pm

      Uuups, sind ein paar Tippfehler drin, sorry.

    • Manfred Voss
      Mai 3, 2012 um 4:35 pm

      „Die Sensibilität Deiner Seele ist Stärke, nicht Schwäche“

      Ja.

      Die Kraft einer Rose … „Strength of a Rose“, ein Lieblingslied von mir von Premal, Miten and Friends:

      „Aus Fehlern lernt man …“ – ja:

      „… we’ve got the courage to be wrong,
      and the strength of a rose …“

      Das Lied geht zurück auf eine Bemerkung von Osho in einem seiner Diskurse, sinngemäß:

      „Jeder dumme Stein, geworfen auf eine Rose, wird diese zerstören – aber auf Dauer setzt sich die Lebenskraft der Rose durch, der Stein hingegen zerfällt …“

      LG Manfred

      P.S.: Bei den Konzerten von Premal und Miten finde ich besonders schön, dass Stille entsteht und spürbar wird, nicht durch Händeklatschen gestört … und wenn ich schon mal dabei bin, ein weiteres Lieblingslied von mir von den beiden, etwas flotter im Reggae-Stil: „Love will lead us on“ (http://www.youtube.com/watch?v=lwOfOEieUcQ)

  8. Mai 3, 2012 um 12:18 pm

    Wisst Ihr, was mich an diesem Artikel am meisten stört?

    Dass durch Biologie versucht wird nachzuweisen, dass es immer die „lauten“ sind, die unsere Welt bestimmen – und also die Form des heutigen menschlichen Zusammenlebens von der „Biologie“ bestimmt ist, also gleichzusetzen mit „gottgewollt“ und also nicht veränderbar ist!
    Uns bleiben darum nur Apelle an die Lehrer, sich um die „leisen“ zu kümmern, was an unserer heutigen Gesellschaft natürlich überhaupt nichts ändert – und auch an der zukünftigen nichts….
    Wie arm!

    Erstens finde ich den Vergleich ziemlich daneben und zweitens denke ich, dass wir eben keine Fruchtfliegen, sondern Menschen sind, die denken und über unsere Welt urteilen und sie vor allem verändern können.

    Dass die „negativen“ und lauten Brüller „das Sagen“ in dieser Gesellschaft haben, liegt m.E. an den Besitz-Verhältnissen und nicht an der „Biologie“, den „Genen“….

    • federleichtes
      Mai 3, 2012 um 5:42 pm

      Ist hier die (hintergründige) Frage: Wer bestimmt(e) die Biologie?

      Das Erkennen, Interpretieren und Wahr-nehmen hört doch nicht mit einer FEST-Stellung auf. Denken wir interdisziplinär, kommen wir doch immer zu neuen Interpretationen, die – das scheint beabsichtigt, zu SCHLUSS-Folgerungen führt.

      Als Kind baute ich für meine Eisenbahn Modellhäuser, und als ich die Schachtel mit den vielen Teilen auskippte, sah es chaotisch aus. Aber je mehr Teile ich zusammengesetzt hatte, je klarer wurde das Bild dessen, was am ENDE entstehen sollte.

      Was ich sagen möchte: WENN wir uns am Ende eines Entwicklungsprozesses befinden, muss auch das „Bild“ des Produktes, was am Ende heraus kommen soll, immer klarer werden. So wie ich sah, dass das nicht nur ein Haus werden sollte, sondern ein ganz spezielles Haus werden MÜSSTE.

      Die Biologie, wenn man diesen Aspekt der Schöpfung so nennen möchte, ist so angelegt, den „Stärkeren“ zu begünstigen. Fragt sich nicht, warum der Mann stärker konstruiert wurde, als die Frau? Wenn das Ergebnis kein „Zufall“ ist, welche Idee steckt dahinter?

      Ob „Brüller“, Psychopathen oder total durchgeknallte Destrukteure wirklich DAS Sagen haben? Ich glaube nicht.

      Das Unzerstörbare spricht nicht, es wirkt.

      In einer Verkehrten Welt hat nicht das Bedeutung, was als bedeutsam erSCHEINt.
      Wer – was – wirklich besitzt, erscheint nicht, jedenfalls nicht offensichtlich. Gold und Güter sind reine Erscheinungen, substanzlos, ohne tatsächlichen Wert. Wert hat eine Blume, weil ihr Geist unzerstörbar ist gleich der Melodie, die ein Vogel singt; sie verhallt niemals.

  9. Silke
    Mai 3, 2012 um 12:43 pm

    Also ich denke eher, dass es sich um Psychologie handelt, weniger um Biologie.
    Habe mich ziemlich mit dem Thema Nationalsozislaismus auseinandergsetzt und bin dabei auf die Werke von Arno Gruen gestoßen, der die psycholgoischen Prozesse ziemlich gut erklären konnte.
    Gruppendynamik, Ausgrenzung und Abgrenzung bestimmen unser Leben, das ist so. Man möchte sich rein psychologisch irgendwo wieder finden und sucht dort nach Anerkennung.
    Sich dieser Prozesse34 bewusst zu sein, würde schon helfen die Welt etwas anders zu gestalten.
    Bzgl. laut und leise habe ich ein Beispiel in der eigenen Familie.
    Meine älteste Tochter ist ein introvertierter Typ, was dazu führte, dass sie erhebliche schulische Probleme bekam. Kein Lehrer unterstützte sie, sie war zu wenig selbstbewusst, zu still, zu ängstlich etc. pp.
    Sie besuchte ein traditionelles Gymnasium und wurde dann quasi zu guter Letzt auch Opfer von Mobbing von Seiten der Lehrer, insbesondere eines Lehrers, was dazu führte, dass sie die Schule verlassen musste, sonst wäre sie dort untergegangen.
    Mittlerweile hat sie ein hervorragendes Fach-Abitur gemacht und studiert. Mit Hilfe der Lehrer an der neuen Schule war sie in der Lage ihr Selbstbewusstsein aufzubauen, sie trauten ihr etwas zu und das wirkte äußerst beflügelnd.

    • Mai 3, 2012 um 1:29 pm

      Stimmt, Arno Gruen hat hervorragend nachgewiesen, wo die Ursachen in der menschlichen Psyche zu finden, die Faschismus zu jeder Zeit wieder zulassen.
      Und auch da spielen die gesellschaftlichen Umstände, die uns Menschen zwingen gegen unser natürliches Selbst zu leben eine große Rolle.
      Kranke Gesellschaft, kranke Menschen.

      P.S. Ähnliche Erfahrungen habe ich auch mit meiner Tochter….

  10. Evanesca Feuerblut
    Mai 3, 2012 um 6:06 pm

    Als introvertierter Mensch kann ich nur danken für diesen Beitrag. In Universitätssituationen zwinge ich mich oft, mich trotz Schüchternheit zu melden und auszusagen – oft eine Reaktion auf den Quatsch, den laute und extrovertierte Kommilitonen von sich geben.
    Daher kann ich nur zustimmen, dass die lauten, die schlechten Ideen schon seit der Antike gewinnen, nicht umsonst gibt es die Fabel die damit endet, dass der Fuchs dem Recht gibt, der lauter schreit.

  11. Silke
    Mai 3, 2012 um 8:01 pm

    Solveigh Calderin :Danke. Das trifft es.

    Schließe mich an.

  12. federleichtes
    Mai 3, 2012 um 9:35 pm

    Ich möchte hier kurz zu einem psychologischen Problem schreiben, das introvertierte Wesen betrifft.
    Während sich die Brüller durch ihre Lautstärke zu erkennen gebn und damit eine direkte Verbindung zur Gleichartigkeit schaffen, tun dies Introvertierte eher mit einem Lächeln – das ihnen aber oft genug im Lärm der Anderen vergangen ist.
    Insofern braucht das introvertierte, in sich gekehrte Wesen ein „geschütztes Spielfeld“, auf dem es seine Stimme erheben und sein Innerstes zeigen kann. Aus einem einzigen Grund: Damit ihr feines, sensitives Wesen nicht verkümmert und mit der Bedeutungslosigkeit leben lernt, die ihm die Brüller mit Gewalt zugewiesen haben.

    Susanne und ich konnten uns dieses Spielfeld schaffen. Wir lassen zu und ertragen auch, was an Verletzungen beim Anderen entstanden ist und geheilt werden will. Erst dann entsteht ein Selbst-Bewusstsein, das den Namen verdient – entgegen der Arroganz, dem reinen Herrschaftsgehabe der Brüller.

    Wolfgang
    im Glück: Der Buntspecht saß ungetarnt „nur“ 24 Meter entfernt.

    • Evanesca Feuerblut
      Mai 3, 2012 um 9:43 pm

      federleichtes :
      Insofern braucht das introvertierte, in sich gekehrte Wesen ein “geschütztes Spielfeld”, auf dem es seine Stimme erheben und sein Innerstes zeigen kann. Aus einem einzigen Grund: Damit ihr feines, sensitives Wesen nicht verkümmert und mit der Bedeutungslosigkeit leben lernt, die ihm die Brüller mit Gewalt zugewiesen haben.

      Aus eigener Anschauung: Die Introvertierten schaffen sich ihr Spielfeld sehr oft selbst, sei es im World Wide Web, wo es oft die Stillen sind, die bloggen, Foren gründen, ihre Grafiken bei deviantart hochladen, dichten, Geschichten schreiben oder sich anderweitig kreativ betätigen.
      Die Nischen für die Intros müssen nicht geschaffen werden, die schaffen wir uns recht gut selbst ;-).
      Wichtiger ist, dass die Introvertierten nicht nur in ihrer eigenen kleinen Welt geschützt werden, sondern dass sie nach außen hin wirksam sein können – siehe die Buchvorstellung selbst:
      Dort heißt es, man müsse heutzutage teamfähig, kollegial etc. sein um beruflich aufzusteigen, müsse genauso sein wie die anderen, müsse laut sein und sich permanent zeigen um überhaupt wahrgenommen zu werden.
      Nischen sind nicht das Problem. Im Gegenteil. Das Problem ist die Öffentlichkeit und die Gleichbehandlung intro- und extrovertierter Menschen.

      Nur ist das nicht so leicht zu lösen wie beispielsweise die Frauenquote. Man kann nicht einfach sagen „Wir brauchen 50 % Introvertierte, Schüchterne, Leise in den Führungspositionen“. Denn wer eine Frau ist, lässt sich in der Regel recht eindeutig feststellen. Ob jemand aber laut oder leise ist, ist eine sehr subjektive Sache und kann in unterschiedlichen Umfeldern völlig verschieden aussehen.

      Unter Altersgenossen, die nur an Partys interessiert sind, laut brüllen, saufen und feiern, bin ich die Stille, die an ihrem Handy herumspielt und die ganzen Lauten ignoriert.
      Sitze ich dagegen in einem Seminar über englische Philologie, blühe ich auf, melde mich, gebe Beiträge ab und wirke im Vergleich zu den noch halb schlafenden Kollegen… laut.
      Das darf man nicht vergessen.

      • federleichtes
        Mai 3, 2012 um 9:53 pm

        Ich stimme Dir zu. Es war falsch von mir, Introvertierte Wesen unspezifiziert anzusprechen. Natürlich gibt es sehr selbstbewusste Wesen, aber vielleicht auch deswegen, WEIL sie sich ihr Spielfeld schaffen UND sich schützen konnten.

        Schaue ich auf das Ansteigen der an Depression erkrankten Menschen, scheint es jedoch noch nicht genügend dieser geschützten Spielfelder zu geben und immer noch viel zu viele große „Füsse“, die gar zu gerne auf zarten Pflänzchen herum trampeln..

        Danke für Deinen Hinweis.

        Wolfgang

        • Evanesca Feuerblut
          Mai 3, 2012 um 9:58 pm

          federleichtes :
          Schaue ich auf das Ansteigen der an Depression erkrankten Menschen, scheint es jedoch noch nicht genügend dieser geschützten Spielfelder zu geben und immer noch viel zu viele große “Füsse”, die gar zu gerne auf zarten Pflänzchen herum trampeln..
          Danke für Deinen Hinweis.
          Wolfgang

          Da muss wiederum ich zustimmen, es ist falsch von mir, ausschließlich aus eigener Anschauung anzunehmen, alle introvertierten Menschen würden sich ihre Nischen selbst schaffen.
          Eine gute Freundin von mir hat genau damit zu kämpfen, dass ihr Leben zertreten wurde – habe also auch die andere Seite gesehen, wie es ist, wenn man in der Tat keine Nische findet und sich darum nicht verwirklichen kann in einem Feld mit gleichgesinnten Pflänzchen.
          Leider ist das Leben kein Ponyhof, aber jeder Mensch, der die Problematik kennt, kann die Welt ein kleines bisschen besser machen. Und sei es, indem der Mensch anderen Menschen hilft, Nischen zu schaffen.

          • Mai 3, 2012 um 10:28 pm

            Da sind wir wieder auf der Suche nach einer besseren Welt. Erst wer sich bewusst ist, dass etwas schief läuft und daher meint, dass es besser anders laufen sollte, kann durch sein Handeln dafür sorgen, dass es zuträglicher wird. Stellt sich die Frage, warum wir so viele Menschen wahrnehmen, die so unbewusst durch die Welt laufen und deshalb entweder aktiv selbst dafür sorgen, dass es Anderen schlecht geht oder indirekt durch Wegschauen zulassen, dass Andere es tun dürfen?
            Ich denke Mal, dass die Stillen eher zu Jenen gehören, die etwas merken, und die Lauten sich darüber wegsetzen …

    • Mai 3, 2012 um 10:19 pm

      Kann es sein, dass die Strategie der Leisen das stetige, ruhige und beharrliche Wirken ist, was den Stein erst wirklich höhlt als der Platsch eine schnell ausgegossenen Wassereimers schaffen könnte?
      Damit hätten wir wieder die Polarität. Die Einen, die Auffallen wollen und meinen, damit die Welt im Griff zu haben, und die Anderen, die im Hintergrund dagegen wirken und aufgrund ihrerer Kontinuität verhindern dass gleich Alles sofort den Bach runtergeht …

  13. Evanesca Feuerblut
    Mai 3, 2012 um 10:32 pm

    Martin Bartonitz :
    Da sind wir wieder auf der Suche nach einer besseren Welt. Erst wer sich bewusst ist, dass etwas schief läuft und daher meint, dass es besser anders laufen sollte, kann durch sein Handeln dafür sorgen, dass es zuträglicher wird. Stellt sich die Frage, warum wir so viele Menschen wahrnehmen, die so unbewusst durch die Welt laufen und deshalb entweder aktiv selbst dafür sorgen, dass es Anderen schlecht geht oder indirekt durch Wegschauen zulassen, dass Andere es tun dürfen?
    Ich denke Mal, dass die Stillen eher zu Jenen gehören, die etwas merken, und die Lauten sich darüber wegsetzen …

    Das Problem ist, dass die meisten Menschen denken, jeder sei sich selbst der Nächste und entweder einfach alles ignorieren, was nicht zu ihrem eigenen Leben gehört, oder aber sich bewusst verschließen, um nicht handeln zu müssen. Das ist der bequeme Weg – man sieht nix, hört nix, sagt nix :(.
    Aufzuzeigen, dass etwas nicht stimmt – tja, dazu müssten diese Menschen erstmal ihre Bequemlichkeit und Trägheit überwinden…

    • Mai 3, 2012 um 10:55 pm

      Liebe Evanesca,
      ja, un ich bin so ein typisches Exemplar gewesen. 52 Jahre lang hatte ich zwar immer wieder Kritiken angebracht, aber eher halb gar. Seit dem Beginn der aktuellen Finanzkrise seit 2008 habe ich immer mehr hinterfragt, was da los ist und mich im Weiterfragen festgebissen (Wolfgang nannte mich schon den Meister der Fragen). Seit dem gelte ich abwertend als Weltverbesserer, Gutmensch und Verschwörungstheoretiker. Klar, dass Menschen, die einem ersten Indiz nicht weiter hinterhergehen wollen, durch solche Attribute abwiegeln wollen. Inzwischen bin ich da gelassener, denn ich sehen, wie immer mehr Menschen das Hinterfragen beginnen und es ist daher nur noch eine Frage der Zeit, bis das Umdenken in der Breite beginnt.
      Und ja, das Internet ist für die Leisen eine sehr gute Plattform, die Gedanken zu sortieren und niederzuschreiben. Es ist wie eine Saat, die sich langsam aber sicher verbreitet. Daher ja auch die Angst der anderen Seite, das Internet wieder unter die Kontrolle zu bekommen …
      VG Martin

      • federleichtes
        Mai 3, 2012 um 11:18 pm

        Mein Titel für Dich, da hätten auch andere drauf kommen können. Dieses Thema war ja wieder einer Deiner still servierten „Volltreffer“. Gleich, wie andere Dich betiteln: Du HAST das Gefühl, Du hast den Mut und den Willen, Klarheit zu schaffen, um Besseres gestalten zu können.

        Allerdings, Deine Auffassung, das hier etwas „schief“ läuft, teile ich nicht. Sehe gerade einen Hundermeterläufer mit schiefer Körperhaltung (vornüber gebeugt), und nach 99 Metern sagt der Kommentator: Da läuft was schief.
        Ja, wir sollten fühlen, eine Neue Ordnung schaffen zu wollen, aber sollten wir uns nicht hüten, dies mit Bewertungen zu begleiten?

        Evanesca:
        „Das ist der bequeme Weg – man sieht nix, hört nix, sagt nix 😦 .Aufzuzeigen, dass etwas nicht stimmt – tja, dazu müssten diese Menschen erstmal ihre Bequemlichkeit und Trägheit überwinden…

        Ich hörte oft: „Der will nicht“. Klare Zuweisung von Schuld, denn die Aussage impliziert: Er könnte ja, wenn er wollte.
        Ich sehe das völlig anders, und zwar aus Erfahrung heraus.
        Einige Menschen KÖNNEN einfach nicht – mehr, als sie DERZEIT leisten. Die Ursachen sind vielfältig, und je tiefer die traumatische Ebene, von deren Informationen sie gesteuert werden, je schwieriger wird eine Auflösung der (meist energetischen) Blockaden.
        RatSCHLÄGE von Küchenpsychologen sind eher kontraproduktiv, und Menschen, die sich Betroffenen nicht zuwenden, können eine therapeutische Leistung genauso wenig leisten, wie die Betroffenen selbst.

        Insgesamt, das ist meine Einschätzung, braucht es mehr
        a) Vernetzung,
        b) mehr komptenete Begleitung und
        c) eine allgemeine Klarstellung, was für eine Rolle der Mensch spielt in einer klar definierten Welt.

        Aus der Hüfte heraus.

        Wolfgang

        • Mai 3, 2012 um 11:26 pm

          Dafür treffsicher geschossen. Hm, wobei wir wieder „unzuträgliche“ Worte gewählt haben …

  14. Silke
    Mai 3, 2012 um 11:04 pm

    Martin Bartonitz :Da sind wir wieder auf der Suche nach einer besseren Welt. Erst wer sich bewusst ist, dass etwas schief läuft und daher meint, dass es besser anders laufen sollte, kann durch sein Handeln dafür sorgen, dass es zuträglicher wird. Stellt sich die Frage, warum wir so viele Menschen wahrnehmen, die so unbewusst durch die Welt laufen und deshalb entweder aktiv selbst dafür sorgen, dass es Anderen schlecht geht oder indirekt durch Wegschauen zulassen, dass Andere es tun dürfen?Ich denke Mal, dass die Stillen eher zu Jenen gehören, die etwas merken, und die Lauten sich darüber wegsetzen …

    Man bekommt es doch eingebläut, wie man zu sein hat, um als guter Mensch wahrgenommen zu werden.
    Das fängt in den Schulen bereits an. Sensibilität, Empathie, Mitgefühl werden als schwache Eigenschaften deklariert, und schwach ist schlecht. Hofiert wird Stärke, wie auch immer sie sich äußert. Und die Lauten werden eben eher wahrgenommen als die Stillen.
    Wobei ich glaube, dass vielen Stillen eine Kreativität innewohnt, die nur zur Entfaltung gebracht werden muss.
    So war es bei mir, ich brauchte jemanden, der mir den Weg zeigte und habe so jemanden gefunden.
    Fühlte mich immer irgendwie verloren, das fing bereits in meiner Schulzeit an. Schon damals war ich gerne alleine mit mir, obwohl ich eigentlich ein offensiver und durchaus auch kontaktfreudiger Mensch bin. Allerdings stelle ich Ansprüche geistiger Art an meine Mitmenschen, und die kommen dabei regelmäßig an ihre Grenzen.
    Das klingt jetzt arrogant, aber so nehme ich das war. Ich mag keine
    Kaffeesatzplauderei um banalste Dinge, da klinke ich mich sofort aus.
    Leider gibt es aber viele Menschen, die genau das bevorzugen.
    Von daher suche ich mir eigene Spielwiesen und habe mittlerweile gefunden, was mich glücklich macht.

    • Mai 3, 2012 um 11:13 pm

      Liebe Silke,
      womit Du wieder ein schönes Beispiel dafür gibst, dass wir Menschen eben nicht alle gleich sind und daher über einen Kamm geschoren werden können. Jeder von uns hat ein anderes Gemüt. Es wir Viele geben, die beim Lesen in einer großen, unruhigen Klasse gar nicht zurecht kommen und viel liebe im stillen Kämmerlein sich das Wissen erarbeiten können. Nur erlaubt das unser noch von Hitler´s Propagandamaschinerie aus 1937 stammende Schulpflicht nicht 😦
      LG Martin

  15. golddna
    Mai 3, 2012 um 11:12 pm

    Alles in der Realität dreht sich einzig um die beiden energetischen Pole des Symmetrischen und des Asymmetrischen. All die Schubladen, wohin man eine Begrifflichkeit nun stecken solle, dienen einzig der Energiebindung … und sind ein Versuch der Ordnung. Menschen in LAUT und LEISE zu unterteilen kann letztlich auch keine endgültigen Antworten liefern, da alle Zwischentöne nicht erfasst werden. Selbst Männlich und Weiblich als Unterteilung passt nicht immer, da sich auch hier inzwischen viele Zwischentöne zeigen und realisierbar sind.

    Je mehr Schubladen mit Inhalt gefüllt werden, und je mehr auf derartige Schubladen zurückgegriffen wird, desto weiter ist die Expansion der Unordnung vorangeschritten … und Schubladen ein Weg von vielen für Ordnung zu sorgen. Aber man kennt das ja aus dem Alltag … ist erst einmal alles in Schubladen verstaut, fragt man sich, wo man Dies und Das denn nun hingetan hat … und die Suche durch alle Schubladen beginnt. So entsteht reaktive Unordnung durch den Versuch der Ordnung … und doch ist es ein notwendiger Weg, hin zur Optimierung. In ALLEN realen Bildern findet sich der Goldene Schnitt energetischer Proportionen wieder … nur unterliegen diese Proportionen ständigen Verschiebungen, so dass nicht alles golden erscheinen kann, weil die Unordnung ihre Finger im Spiel hat. Je weiter die Expansion voranschreitet, desto weniger kann es in den Bildern der Realität zum Goldenen Schnitt kommen … manchmal muss man halt mit Silber oder Blei vorlieb nehmen … reden ist Silber, schweigen ist Gold … mmh.

    Gruß Guido
    http://www.gold-dna.de

    • Mai 3, 2012 um 11:21 pm

      Ja, die Schubladen … das gefällt mir, ist doch unsere Denke so geübt :o)

  16. Silke
    Mai 3, 2012 um 11:15 pm

    Martin Bartonitz :Liebe Evanesca,ja, un ich bin so ein typisches Exemplar gewesen. 52 Jahre lang hatte ich zwar immer wieder Kritiken angebracht, aber eher halb gar. Seit dem Beginn der aktuellen Finanzkrise seit 2008 habe ich immer mehr hinterfragt, was da los ist und mich im Weiterfragen festgebissen (Wolfgang nannte mich schon den Meister der Fragen). Seit dem gelte ich abwertend als Weltverbesserer, Gutmensch und Verschwörungstheoretiker. Klar, dass Menschen, die einem ersten Indiz nicht weiter hinterhergehen wollen, durch solche Attribute abwiegeln wollen. Inzwischen bin ich da gelassener, denn ich sehen, wie immer mehr Menschen das Hinterfragen beginnen und es ist daher nur noch eine Frage der Zeit, bis das Umdenken in der Breite beginnt.Und ja, das Internet ist für die Leisen eine sehr gute Plattform, die Gedanken zu sortieren und niederzuschreiben. Es ist wie eine Saat, die sich langsam aber sicher verbreitet. Daher ja auch die Angst der anderen Seite, das Internet wieder unter die Kontrolle zu bekommen …VG Martin

    Lieber Martin, das sieht so aus, als hätten wir da etwas gemeinsam.
    Ich war 53 Jahre, als ich begann Fragen zu stellen, und in einen wahren Informationsrausch geriet.
    Ich las im Netz die diversen Blogger, las Bücher zu den Themen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, diskutierte mit einer Freundin per E-Mail aktuelle Themen, und war schlussendlich selbst überrascht, was für eine Entwicklung mir das bescherte. Binnen zwei Jahren wurde ich zu einem politisch und gesellschaftlich außerordentlich interessierten Menschen, der sich auch schwierige Themen zutraute.
    Mein Diskussionsstil veränderte sich, wurde selbstbewusster. Ich ließ mir nicht mehr einreden, dass ich intellektuell nicht mithalten kann, stellte mein Licht nicht mehr so sehr unter den Scheffel, wie ich das bis dahin getan hatte.
    Und ich traute mich auch meine Gedanken in lyrischer Form darzulegen, meine sensible und empathische Seite zu zeigen.
    Ich möchte heute kein Stück anders sein, als ich eben bin.

    • Mai 3, 2012 um 11:19 pm

      Vor einigen Wochen hatte ich erfahren, dass der Maya-Kalender zwei verschieden große Zeitscheiben hat, die sich gegeneinander drehen. Nach 52 Jahren sind sie wieder an der Ausgangsstellen. In dieser Zeit soll der Mensch seine erste Lebensphase beendet haben und dann in das Phase der Weisheit eintreten. Hm, war meine Reaktion …

      • golddna
        Mai 3, 2012 um 11:44 pm

        “Vor einigen Wochen hatte ich erfahren, dass der Maya-Kalender zwei verschieden große Zeitscheiben hat, die sich gegeneinander drehen.“

        Unsere DNA macht es so, alle Lebewesen sind nach diesem Prinzip gestaltet, im Grunde kann man nehmen, was man will, überall treffen Asymmetrie und Symmetrie aufeinander. Chemische Reaktionen laufen nach diesem Prinzip ab … alles ist eingebunden in den Prozess aus Ordnungsmöglichkeiten und Unordnungsvorgabe … und je weniger reaktive Unordnung entsteht, desto näher kommt das Bild dem Goldenen Schnitt. Auf die Kaiserschnitte hatte ich bereits hingewiesen und auch die hohe Anzahl von Frühchen weltweit spricht Bände in der realen Bildersprache.

        Gruß Guido
        http://www.gold-dna.de

  17. Silke
    Mai 3, 2012 um 11:21 pm

    Martin Bartonitz :Liebe Silke,womit Du wieder ein schönes Beispiel dafür gibst, dass wir Menschen eben nicht alle gleich sind und daher über einen Kamm geschoren werden können. Jeder von uns hat ein anderes Gemüt. Es wir Viele geben, die beim Lesen in einer großen, unruhigen Klasse gar nicht zurecht kommen und viel liebe im stillen Kämmerlein sich das Wissen erarbeiten können. Nur erlaubt das unser noch von Hitler´s Propagandamaschinerie aus 1937 stammende Schulpflicht nicht LG Martin

    So ist es, Martin. Da besteht akuter Veränderungsbedarf, in der Tat.
    Nun gut, meine Kinder sind durch. Drei, und jedes von ihnen einzigartig.
    Unsere Jüngste kam wunderbar mit dem System zurecht, die beiden älteren eher weniger. Aber, sie hatten den Rückhalt bei uns, und werden sicherlich ihren Weg machen.
    Allerdings bin ich froh, dass die Gespräche mit Lehrern der Vergangenheit angehören.

    • Mai 3, 2012 um 11:28 pm

      und noch etwas gleich 🙂
      Drei, meine Jüngste macht gerade Abi und auch ihr fiel es am Ende am Leichtesten …
      Und es ist ja nicht zu Ende, so Enkel kommen sollten 🙂

  18. federleichtes
    Mai 3, 2012 um 11:48 pm

    Na ja, ich muss mal beichten, dass ich hier wieder an meine Grenzen gekommen war und eine Aussichtslosigkeit und meine Unfähigkeit fühlte, ein relativ einfaches, wenn auch neu interpretiertes Schöpfungs-Prinzip verständlich zu machen. Dann kamen die „Introvertierten“! und setzten die Segel.

    Heute waren wir in einem Kleingartenverein, um Vögel zu fotografieren – ist dort nicht ganz so schwer, wie in freier Wildbahn. Als wir gerade fertig waren, kam der Besitzer des Kleingartens, ein älterer Herr, mit dem ich vor etwa einem Jahr über die tollen Magnolienbäume sprach. Das ist auch so ein „Stiller“, der erst dann SEHR lebendig wurde, als ich sagte: „Na ja, sie lieben die Tiere ja auch“.
    Und so meine ich, es ist sehr viel wirkungsvoller, zwei „Stille“ zusammen zu bringen, als zehn der Brüller zu „schlachten“.

    • onlyme
      Mai 4, 2012 um 8:24 am

      Na klar Wolfgang, um das Schlachten geht es ja auch nicht. Es geht darum sich dessen bewusst zu sein und Menschen eben zu nehmen wie sie sind.Und es könnte durchaus sein, dass das den stillen Vertretern leichter fällt, ich weiß es nicht.
      Ich mag Menschen, so generell gesehen, und eigentlich fällt mir die Kontaktaufnahme leicht.
      Allerdings fällt es mir in bestimmten Situationen schwer das pralle Leben um mich herum zu
      ertragen, gerate dann an meine Grenzen. Und dann muss ich mir dringend Aus-Zeiten genehmigen, was ich mittlerweile auch bewusst tue.
      Wir sind schon komische Wesen, wir menschelnden Menschen.

  19. Mai 4, 2012 um 11:27 am

    “Erwarten Sie nicht von ihnen [ihren Kindern], der Herde zu folgen… Wenn Sie Lehrer sind, genießen Sie die Schüler, die gesellig sind und sich am Unterricht beteiligen. Aber vergessen Sie nicht die scheuen, sanften und autonomen zu fördern… Das sind die Künstler, Ingenieure und Denker von morgen…

    Ich glaube darin liegt sehr viel Fortschritt.Im scheuen, im sanften, im autonomen.Die Summe der stillen Kleinigkeiten, macht viel mehr aus, als das laute Gebrüll.Der Apfel macht keinen Lärm wenn er wächst. Der Baum, macht keinen Lärm wenn er wächst.

    Willst du aber in der menschlichen Gesellschaft wachsen, muss du aus dir rausgehen, aber sowas von. Als Frau, geht das am besten, wenn der Rock möglichst kurz und der Ausschnitt tief ist. Als Mann, reichen ein paar Statussymbole, Moneten, dicke Autos usw.

    Mir ist das Problem das hier angesprochen wird, bestens bekannt. Ich bin selbst sehr introvertiert und wenn ich vor einer größeren Gruppe sprechen soll, ist das für mich eine der größten Qualen. ich bin lieber kreativ, allein in meinem Kämmerchen. Dabei können die wunderbarsten Dinge entstehen. Mehr Demut und Bescheidenheit, gereicht jedem zum Vorteil und jeder einzelne, müsste sein Bewusstsein dahingehend verändern. Es ist so, es stimmt. Die großartigsten Dinge, entstehen in der Stille der Nacht.Die schönsten gemälde, die besten Erindungen, werden in der Einsamkeit geboren.

    Ein ermunternder Beitrag, für alle Schüchternen. Vielen Dank dafür.

  20. federleichtes
    Mai 4, 2012 um 12:44 pm

    Silke:
    „Allerdings fällt es mir in bestimmten Situationen schwer das pralle Leben um mich herum zu
    ertragen, gerate dann an meine Grenzen.“

    Aya:
    „Willst du aber in der menschlichen Gesellschaft wachsen, muss du aus dir rausgehen, aber sowas von.“

    Da haben wir es doch – einfach-wunderbar.
    Ja, ich gehe raus, in den Lärm der Gesellschaft, in diesen Moloch der Charakterlosigkeit, ABER durch die Rücksichtslosen hindurch. Und ich erlaube mir, wütend zu sein, wenn sie es zu doll treiben. Das hilft denen nicht, aber mir, mein Introvertiertsein, mein auf mich Bezogensein nicht gefährlich werden zu lassen durch Passivität, sozusagen mein Wehrhaftes zu erleben und zu trainieren.
    Ja, ich gehe auch aus mir raus. Es gibt reichlich Gelegenheiten, dem Schwächeren und Schutzlosen zur Seite zu stehen. Das kann ich den Menschen zeigen, und das begreifen sie auch. Natürlich muss ich auch begreifen, dass Wissen einen Hasenfurz wert ist, wenn man es nicht anwenden kann – und es nicht anwendet.
    So mag ich sagen: Die Lauten erprügeln sich Respekt, die Leisen können Eigenschaften erwerben, die auf einer nonverbalen Ebene in die Gesellschaft strahlen.
    Im letzten Herbst standen wir an einem Teich und beobachteten ein Eheparr, das Enten fütterte – dirket neben dem Schild „Füttern verboten“. Ich sagte zu Susanne: „Lesen kann er auch nicht“. Sie gingen dann, der Mann schimpfte, schimpfte heftiger, dreht sich um, kam eilenden Schrittes und mit erhobenen Fäusten auf mich zu, während er einige der übelsten Schimpfwörter hervor kramte Ich machte nur eine kleine Körperdrehung, um nicht frontal zu ihm zu stehen und schaute das „Monster“ durchdringend und bewegungslos an. Na, dachte ich, schlägt er zu? Nein, er stand da, mit gesenktem Blick, die Fäuste fielen herunter und er ging – als sei ich gar nicht mehr da.
    Auch dieses Erlebnis diente, wie einige andere auch, MICH zu reflektieren. Klar, ich kann das Thema hier nur anreißen, steckt sicher mehr drin.

    Mein „Schlachten“, liebe Silke, bezog sich auf die Option, das Böse zu bekämpfen. Für mich ist das eine der Versuchungen, eine, auf die das Böse lauert, weil es die Energie braucht. Dem entgegen steht meine Philosphie, das „Gute“ zu stärken.

    Die Sonne scheint, ich geh‘ dann mal.

    Wolfgang

    • Silke
      Mai 4, 2012 um 1:05 pm

      Wolfgang, ich hatte das schon richtig verstanden, wollte Deine Gedanken nur weiter führen, also den Widerhall in mir in Worte kleiden.
      Bin völlig Deiner Meinung, was die Strategien angeht, die man so befolgt. Und natürlich muss das jeder für sich selbst herausfinden, das ist keine Frage.

      • federleichtes
        Mai 4, 2012 um 1:27 pm

        Ja, Silke – ist schon lustig – genau aus diesem Grund hatte ich auch geschrieben. Softball? So wird ein weißer Ball mit bunten Bildern bemalt.

  21. Mai 4, 2012 um 3:09 pm

    Reblogged this on opwerk.

  22. Mai 4, 2012 um 6:14 pm

    Wir sollten die Kleinen und Leisen nicht unterschätzen:

    • Silke
      Mai 4, 2012 um 7:38 pm

      So ist es

      Die beiden scheinen schwer beschäftigt 😀

    • Silke
      Mai 4, 2012 um 7:40 pm

      Und dann noch der hier


      Eine weitere Begegnung mit Leo, so nenne ich ihn mittlerweile, so als alter Bekannter
      Gleiche Stelle, anderer Tag.

  23. Mai 4, 2012 um 10:36 pm

    Hurra ich bin mal gespannt wie einig wir uns sind wenn es um Einigkeit geht

    • Mai 4, 2012 um 11:36 pm

      Ja, odgi, das wird die Kunst sein. So lange wir Eigentum zulassen, so will mir Schein-en, werden wir wohl nie zu wirklicher Einigkeit kommen können.

    • federleichtes
      Mai 5, 2012 um 12:08 am

      Realismus – HURRA!
      Wenn wir Einigkeit mit unserer Normal-Brille suchen, werden wir kaum was Nennenswertes finden. Aber selbst wenn wir uns mal auf einen Minimal-Konsens verständigen könnten, bleibt das in DIESEM System blanke Theorie. Ich erinnere an „OMA“, Vorlage für einen Parteigründung – praktisch NULL-Interesse. Gerade schrieb Nick drei zwingend notwendige Vorgehensweisen – sie werden gelesen und vergessen, weil sie unbequem sind. Ähnlich hatte ich übrigens auch mal geschrieben, und mir brauchte er das nicht schreiben, weil ich mein Leben nicht erst seit gestern entsprechend einrichtete (von meinen 100 Euro im April verschenkte ich 9).

      Heute traf ich Thomas mal wieder, ein netter junger Mann, mit dem ich mich freundschaftlich unterhalten hatte – auch ein Intro -, der mir von einem Kuckuckspärchen und dem Nistplatz der Mäusebussarde berichtete. Heute beobachtete ich eine ganze Weile die Umtriebigkeit der Rauchschwalben, und kam zu der Überzeugung, sie verstünden etwas von Lebenslust und nutzten ihre Zeit optimal. DIE sind sich einig.

      Sind wir uns hier einig? Ja, eingeschränkt auf der ideologischen Ebene. Und wie sieht’s auf der Bewusstseinsebene aus? Wie einig sind wir uns in der Interpretation der Welt, von Szenario, Gesellschaft und Mensch. Würde meinen, SEHR eingeschränkt. Gleich wie weit es mit der Einigkeit her ist: HIER geschieht Entwicklung, und die aktiven Schreiber sind sich in dieser Frage wohl SEHR einig.

      Hurra, mir flog, während ich die Rauchschwalben beobachtete, der Gartenrotschwanz vor die Linse. Was soll ich sagen: Jeder ist seines Glückes Schmied?

      • Mai 5, 2012 um 12:20 am

        Hmmm, ist es überhaupt möglich, sich einig zu sein, wenn wir alle doch so verschiedene Talente haben?
        Die Frage ist dann wohl eher, worüber wir uns dabei einig sein können.
        Mit dieser Aufgabenstellung verdrücke ich mich jetzt in die Federn.
        Euch allen ein gutes Nächtle
        Martin

        • federleichtes
          Mai 5, 2012 um 12:49 am

          Was für eine Rolle spielen „Talente“, wenn man sich einig ist darin:
          Das Gute zu tun und das Böse zu lassen?
          Aber darin sind wir uns eben nicht (Alle) einig. Ich erlebe Bigotterie für den Alttag, die Spannung aus der Ambivalenz als energetisches Futter; klar, zusätzlich zur Leberwurst.

          Nächtle? Würde ich auch gerne.

          Wolfgang

        • Silke
          Mai 5, 2012 um 1:03 am

          Hmh …, können wir uns nicht so nehmen wie wir sind? Einzigartig in unserer Unterschiedlichkeit und jeder mit diversen Talenten ausgestattet?

          Und @ Wolfgang:

          Wer entscheidet über Gut und Böse?

          Stelle hier mal wieder ein Gedicht ein, welches ich zum Jahreswechsel schrieb.

          FRAGEN

          Was wird es uns bringen, das neue Jahr?
          Hoffnung, auf eine bessere Welt,
          ein besseres Leben?
          Mehr Miteinander, statt Gegeneinander?

          Mehr Zeit für die wichtigen Dinge des Lebens?
          Ein Ohr für die Nöte um uns herum?
          Zeit für das, was uns wichtig ist?
          Unsere Kinder, unsere Familie?

          Weniger Konsumterror ?
          Mehr Verweigerung unhaltbarer Zustände,
          sowohl privater als auch öffentlicher Natur?
          Mehr leise Töne, statt laute?

          Mehr Verständnis für die mangelnde Vollkommenheit unserer Mitmenschen?
          Und damit auch mehr Verständnis für uns selbst?
          Können wir uns endlich verzeihen, dass wir sind wie wir sind?
          Menschen halt, alle mehr oder minder fehlbar in ihrer Unterschiedlichkeit?

          Das sind so die Fragen, die mich persönlich umtreiben.
          Wir sind Menschen und nicht unfehlbar in unseren Entscheidungen und Handlungen.
          Das sollten wir uns verzeihen.

          • Mai 5, 2012 um 9:59 am

            Danke für dieses Geschenk, das so schön zusammenbringt, was wir hier diskutiert haben!

  24. federleichtes
    Mai 5, 2012 um 2:39 am

    Ja, Silke, Du hast zum Guten und SCHLECHTEN richtige Fragen gestellt. Verschiedenheit ist nicht schlecht, Unvollkommnheit erst recht nicht. Eine nicht optimale Entscheidung SCHLECHT ZU MACHEN und den nach bestem Vermögen Handelnden zu bestrafen, das ist BÖSE. Ich spreche seit ein paar Tagen das Böse klar an und schreibe es ohne Gänsebeinchen (die es relativieren sollten). In dieser Frage gibt es für mich nichts mehr zu relativeren: Das Böse ist nicht irgendwie destruktiv oder mehr oder weniger gemein, hinterhältig oder parasitär.
    DAS BÖSE STREBT DIE TOTALE VERNICHTUNG VON EXISTENZ AN:

    Menschen können sich nicht vollständig aus diesem System befreien. Auch ich muss Essen kaufen und zahle damit Zinsen – von meinen 91 Euro also etwa 36 Euro, die in die falsche Kasse flossen. Und ich muss wohnen, auch Geld, das nicht optimal fließt. Energieverbrauch und Telefon/Internet, auch in diesen relativ sauren Apfel beiße ich – notgedrungen. Fazit für mich: Ich zog mich so weit es möglich ist aus der Finanzierung des Systems zurück. Auf meiner Habenseite steht mein Engagement für ein Neues System, für ein neues Bewusstsein, womit meine Bilanz FÜR MICH stimmt. Und, ganz ehrlich gesagt, um mehr geht es für mich auch nicht: In einem Rahmen fehlbar zu sein, der eng gesteckt ist.

    Was BÖSE für andere Menschen bedeutet, in welchem Umfang sie sich verantwortlich an der Vernichtung von Existenz beteiligen, darüber befinde und urteile ich nicht, sondern vertraue auf die Veränderungskraft der Menschen: Der Planet Erde und die Vielgestaltigkeit des Lebens und die vielen lebendig gewordenen guten Absichten werden nicht auf der Müllkippe der Geschichte landen. Dazu braucht es auch den Bewusstseinssprung – der für mich außer Frage steht -, um der Kultur Herr zu werden, die ich zivilisierte Barbarei nenne.

    Ich hoffe, Du musst mir wegen meines Standpunktes nicht verzeihen

    Wolfgang

    • Silke
      Mai 5, 2012 um 9:10 am

      Warum sollte ich Dir verzeihen müssen?

      Unsere Standpunkte liegen nicht so weit auseinander.

      Ich bin durch tiefe Täler gegangen im Verlauf meiner fast 55 Lebensjahre.
      Und ich arbeite immer noch an Strategien des Umgangs mit den vorherrschenden Verhältnissen.
      Auch ich habe Prioritäten gesetzt, um mich dem momentan vorherrschenden System zu entziehen. Das kann jeder nur für sich entscheiden, da hast Du vollkommen Recht.
      Schließlich unterliegen wir alle den verschiedensten Zwängen und darunter sind viele, denen man sich nicht so einfach entziehen kann.
      Man kann letztlich nur versuchen die Parameter so zu setzen, dass man damit für sich selbst zufrieden sein kann.
      Auch ich glaube daran, dass das GUTE letztendlich siegen wird.
      Schau Dir die vielen Blogger an, Martin gehört ja auch dazu, die sich zum Ziel gesetzt haben, gegen den Mainstream zu schreiben.
      Und sie werden mehr und mehr gelesen, sie werden gehört.
      Nachhaltige Veränderung braucht Zeit und damit natürlich Geduld. Und jeder kann etwas tun.

      Ich schließe mit einem Zitat von Arno Gruen aus seinem Buch „Der Fremde in uns“:

      „Das Gegenmittel zum gesellschaftlichen Verfall ist die Förderung von liebenden und entgegenkommenden Erfahrungen in der Entwicklung der Kinder. Unsere Zivilisation muss es sich zum Anliegen machen, für Kinder Bedingungen zu schaffen, in denen sie wahre Liebe, Anerkennung und Mitgefühl erleben können. Liebe ist Nährboden für unsere Geschichte, die individuelle genauso wie die gesellschaftliche. Wenn dieser Nährboden geschädigt ist, kommt es zu einer Fehlentwicklung des Menschlichen. Schon Erik H. Erikson mahnte: „Diejenigen, die unsere Geschichte studieren, ignorieren ständig die Tatsache, dass alle Individuen von Müttern geboren werden; dass jeder mal ein Kind war; dass Menschen und Völker im Kinderzimmer ihren Anfang nehmen; und dass eine Gesellschaft aus Einzelnen, im Prozess der Entwicklung vom Kind zu Eltern, besteht.“

    • Silke
      Mai 5, 2012 um 5:42 pm

      Martin Bartonitz :
      Danke für dieses Geschenk, das so schön zusammenbringt, was wir hier diskutiert
      haben!

      Sehr gerne Martin. Finde es schön, wenn man verstanden wird.

  25. Oliver De Girolamo
    Mai 7, 2012 um 9:44 pm

    Gehe zurück in Dich, in die Stille Deines Universums und höre wie einig wir sind. Wenn du diese Einigkeit dann spürst und sie in Deinem Herzen trägst, wirst du sehen, wie einig die Welt ist. Doch trägst du Uneinigkeit in Deinem Herzen, so wird Dir der Spiegel der Welt auch Uneinigkeit spiegeln.

    • federleichtes
      Mai 31, 2012 um 12:16 pm

      Sag ich ja:
      „Fühle die Ordnung – und klinke dich an der richtigen Stelle ein“.

      Habe Deinen Kommentar leider eben erst gefunden. Hieer herrscht eben Ordnung, aber leider nicht meine.

      Herzliche Grüße an Euch.

      Wolfgang

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