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Ich bin weil wir sind! Ego versus Gemeinschaft

Gestern sagte mir Jemand, dass wir viel zu kompliziert denken würden und die Welt viel einfacher wäre. Daran musste ich sofort denken, als ich diese kleine Geschichte las:

Ubuntu: ICH bin, weil WIR sind

Ubuntu: ich bin, weil wir sind

Ein Anthropologe bot Kindern eines afrikanischen Stammes ein neues Spiel an. Er stellte einen Korb voller Obst in der Nähe eines Baumesab und sagte ihnen, wer zuerst dort ist, gewinnt die süßen Früchte. Als er ihnen das Startsignal gab, liefen sie alle zusammen und nahmen sich gegenseitig an den Händen, setzte sich dann zusammen hin und genossen ihre Leckereien.

Als er sie fragte, weshalb sie so gelaufen sind, wo doch jeder die Chance hatte, die Früchte für sich selbst zu gewinnen, sagten sie: „Ubuntu, wie kann einer von uns froh sein, wenn all die anderen traurig sind?“

Ubuntu in der Xhosa-Kultur bedeutet:  »Ich bin, weil du bist, und ich kann nur sein, wenn du bist.«.

Ich hatte gestern wieder auf meiner Heimreise von Berlin mit meinem Zugnachbarn über die derzeitige gesellschaftliche Situation gesprochen, und auch hier bemerkten wird: „Wenn einer von uns das Glück hat, gut zu verdienen, dann macht er das doch auf Kosten anderer. Wenn einer gewinnt, muss ein anderer verlieren.“

Ubuntu ist übrigens auch der Name einer Linux-Variante, einer Software, die Open Source entwickelt wird, sprich wo Gewinn-Maximierung nicht im Vordergrund steht. Ich  las im Zug wenig später noch einen Artikel darüber, wie die Firma Valve seit 1996  ohne Chefs sehr erfolgreich Software produziert und dass die Teams selbst die Gehälter aushandeln und dabei mehr verdienen als Kollegen bei den Großen wie Microsoft oder Google.

Und dass das Gemeinsame auch bei uns wieder stärker wird, davon las ich dann noch in dem Artikel GENOSSENSCHAFTEN – Und jetzt alle:

Gemeinsam Strom erzeugen, Häuser bauen, Banken besitzen: Genossenschaften haben wieder Zulauf.

Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung: Auf diese Prinzipien der Pioniere berufen sich die Genossenschaften auch heute. Sie sind Unternehmen und rufen nicht nach dem Staat – dienen aber andererseits nicht in erster Linie dem Zweck, möglichst hohe Gewinne und Renditen zu erwirtschaften. Ihr Ziel lautet vielmehr, ihren Mitgliedern durch das gemeinschaftliche Wirtschaften auf Dauer einen bestimmten wirtschaftlichen Vorteil zu verschaffen.

„Mehrere zusammen sind stärker als einer allein“ ist das Prinzip, das auch in den Genossenschaften wirkt. Und die Zahl derer, die genossenschaftlich organisiert sind, ist mit 800 Millionen weltweit doch ganz beachtlich. Ich erfuhr einmal, dass in Berlin 10% der Wohnungen genossenschaftlich betrieben werden.

Der letzte Artikel, den ich dann noch las, kurz bevor wir um 0:30 in Köln einrollten, fragte Gibt es einen Weg zurück in die Gemeinschaft? Nach der Diskussion der sozialen Mechanismen in dörflichen Gemeinschaften und der anonymen Großstadtgesellschaft stellt der Autor fest:

Eigentlich wäre alles ganz einfach.
Voraussetzung ist bloß, den Mitmenschen auch als solchen zu respektieren. Die Gemeinsamkeiten in den Vordergrund zu rücken, anstatt sich einem anonymen Inseldasein mitten in der Großstadt zu verschreiben. Und wenn wir genau darüber nachdenken, es gibt viel mehr, was uns verbindet, als es den Meisten überhaupt bewusst ist. Denken Sie daran, wenn Sie das nächste Mal einen Menschen treffen.

Warum machen wir uns das Leben nur so schwer?

Eine Antwort darauf gibt dieser Artikel, den ich am 17.05.2014 geschrieben habe:

Muss uns unser #Zinsgeldsystem am Ende immer in den großen #Krieg führen?

  1. Juli 15, 2015 um 1:46 pm

    Warum Versus? Ego geht nicht gleich Gemeinschaft. Was diese Dunkelhäutigen noch lernen ist sich mit ihrem Ego zu identifizieren und ausdrücken zu lernen Unabhängig ihres Stammes.

    Evolution ist nicht entweder oder, sondern eine Vielfalt von sowohl als auch zu realisieren. Eine Vielfalt in der man die Wahl hat alles jederzeit zu sein.

  2. September 15, 2014 um 1:05 pm

    Vielleicht hilft folgender Link weiter … wohlgemerkt, es ist EIN Link:

    https://www.google.de/search?tbs=sbi:AMhZZitwU2Wio-AubEKlxCuJJbDRn-yHLl65amvuBQUQoAUVAm6rvdQJ9SHeUn-BfVCOZTUsADxmzMK-J6n-3P1q3oa4xJxgAIP-X2CYTGbAnTF0tMV6jvOoYdFiekTjSUxbgxFQbF44nbxHgADwsBpYCEVrw6T4kQYZ2b1kK_1F4uSBVUBovY1zmNy-aghnS3_1ziZMOoAqqSqJBNxo1qYboZFRa2YpTFQmvyXM6yW1YJ6ejZeGBmajU9mi9WkJotrUTmaIjuCBxv6wVA7AWVdCvRUA7zpHDYIXqQuDwMFt8_1bw6cJZBwhTFAyH2VAhhvINz1MGeAKJbCU11OGbOlEIYFHTm3dbWJPDgFQWf25C2ZDnDiY7DNKEmabmI8Rcqnj1NZXVsnyd-IilDbcnG65sCrBWT0k0Lv-mXtsDbH0vynI0wc-dg-7_1UGLeVZSVIX39a-FWpQSN6PIDk2upF-w2f0Q-fCS3YcIMbc2YYWZ5xKqfoihlvX2xMkDIiMGf8ViP0dga06MXK7iVC9xR75YExmImV1gUR0_1MvmjOx_1zOOJdQofiz43YMc0ta1o3v9aHUzXtxucVnbjmjFnHI32dKK5qo_1Pxr5ZPJnXbgliEIZV_1TnBUiDxvzjzwlme0adBWEtEllXmIES8i8da4ZezVR0D0AmY61YSzTtDFPgW_1IUEQI8VKsEO-_1d1LiDERgE5lusGOGEnr-K9TnXwuLd62qRltgyd1Z_1aFA1SGKQH-3Lo4k9OIqJUQcTRk1JVDFzgP7p41BHIYTx2qCdSUEQXOGULum6fwY1Fwf9D88oy969_1Z5Pp4oitjCFT9UvJJ57bquqGrW0WIMCrBJnUrjNCQPoNCqnkYvQpsp6icNRyd5Ru6LnpyEckodEuf-pdVa27sj7agqy3DayaNqzV06BrTJumr5te6qiH–OsWK9yPy67391-WWmZxIWqfBIAU54IEP2vr7DcQ79ThvIrUY0zwDDse8uQU3UP40HwW68CyCsAYJ1xzXImB2tYQm-GjQ0a8GvWSIUHX9Rfbhuo9df2ltxI64N2onwN5_1qXIdmwvuaVIG_162IHScLIStbEXzn0yOm23kUIpH9oobTY1nFjpW3intIcB0GPLl3s88qsaTBFvEJTBbr_1l4dfRHdszOMY6c9GCcccxhr2vqnxyXYbX9yy7-a-gc2Y43PYMP30_1lrJIOc-dF6-WLlBg8TzY1m_18dxMOwulU9YC7VIa-YsDX7YZmHfmiBr7gRcxJP8eyHXsOlNN6UNWf0y56FupuYVz6KqbhWSlGxPk-bvstik9_1377TG81LASOGDNB_1LXuCfhCpcT-j-meJ3KggE_1guCkQLOUbNe37TA-n_1m9gG0oacuIkZzBI111hpJeRsLVz2YNp0O8LchEulkqrjziJFme1RdnsmFSiCZ_1LuEEhnX47VsRK6eSG7m50jDCQt-SMuApfwoXhCDsfsdIlrHNWOx_1i_17gs42L9anuOTBfl0-f9Vlem5p5w_1a2FIJEU4SBtrv-nEsYlEkT3OpE1CSDPyp5OzPRi0A3GCVB3b&btnG=Bildersuche

    Gruß Guido

  3. Mary
    September 15, 2014 um 11:46 am

    Können Sie mir sagen, woher dieses Bild stammt? Ich sehe keine Quellenangabe.
    Danke im Voraus!

    • September 15, 2014 um 12:48 pm

      Ich habe das nicht rausfinden können. Das Bild ist inzwischen im Netz weit verbreitet. Ich vermute, dass irgendwo ein Hinweis auf freie Verwendung hinterlegt ist, sonst hätte ich schon einen Hinweis erhalten. Nur wo?

  4. Januar 23, 2014 um 11:06 am

    Erst war ich sehr beeindruckt. Und dann ging mir durch den Kopf, dass ausgerechnet in einer der ärmsten Regionen der Welt das verstanden wurde, wonach der gut situierte und modere Mensch sucht! Und sich beklagt, dass es keine Liebe und keinen Zusammenhalt mehr gibt!

    So einfach kann es sein!

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  1. September 16, 2014 um 3:01 pm
  2. Juli 2, 2014 um 5:01 pm
  3. Juli 2, 2014 um 2:22 pm

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