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Gibt es die Reinkarnation doch?

Der Tod ist nicht der Untergang, der alles aufhebt und zerstört, sondern eine Wanderung und der Beginn eines anderen Lebens, welches ein Ende nicht hat.
Marcus Tullius Cicero, römischer Philosoph, Schriftsteller, Politiker und der berühmteste Redner Roms und Konsul

Bisher war das Thema Seelenwanderung für mich eines aus dem Reich der Science Fiction, Mystik oder Esotherik. Da ich im katholischen Glauben aufgewachsen bin (nicht streng), kam in meinem christlichen Weltbild das erneute Reinkarnieren der Seele nicht vor. Nach meiner Kommunion war mir klar, dass dieses „komische“ Konstrukt einer Religion mit zürnendem Gott und allwissendem, immer Recht-habenden Papst als seinen Vertreter auf Erden für mich wenig akzeptabel vor. Ich sah mich dann besonders auch nach meinem Physikstudium lange als Atheisten. Nach über vier Jahren des Schreibens und Hinterfragens vieler anderer Glaubenssätze finde ich mich im letzten Jahr als Agnostiker, also einem, der sich etwas Schöpfendes vorstellen kann, aber keiner Religion anhängt.

In letzter Zeit habe ich allerdings immer mehr Hinweise darauf bekommen, dass die Idee der Seelenwanderung gar nicht so abwegig ist, das auch im Kontext unserer aktuellen These:

Der Sinn des Lebens könnte sein, zu mehr Erkenntnis des Gesamtbewusstseins des Schöpfers beizutragen.

Hier steckt zwar noch nicht direkt die Idee der Reinkarnation drin. Jedoch wäre es denkbar, dass das Unbewusste (Seele?) nach einem Aufenthalt wo auch immer in einen neuen Körper gelangt, dabei mit einem „frischen“ Geist (Bewusstsein) versehen wird, um sich so als ein am Ende zuträgliches Wesen Schritt für Schritt weiterentwickeln zu können. Soweit waren meine Gedanken, bis ich mich dann in weitere Texte vertieft habe. Angefangen wie immer habe ich mit einen Blick ins Wikipedia. Und es gab dabei mal wieder eine Menge Ahs und Ohs für mich.

Sowohl im Hinduismus als auch Buddhismus ist die Idee der Reinkarnation ein fester Bestandteil. Ich versuche mal ein kurze Zusammenfassung in meinen Worten (bitte Details unbedingt auf Wikipedia lesen):

Weil  die Seele im geistigen Bereich etwas Unzuträgliches tat, wird sie in einen Körper geschickt und so lange immer wieder inkarniert, bis sie wieder „geläutert“ ist.

Was ich nicht in dem Wikipedia-Artikel fand, ist unsere obige These des Lebenssinns. Für z.B. die Hinduisten ist es das Ziel, am Ende ins Nirwana zu gelangen, d.h. irgendwann „hat die Seele ihre Ruh“.

Aber schauen wir mal nach den Argumenten, die für eine Existenz  der Reinkarnation sprechen. Fangen wir mit etwas an, was unsere Politiker häufig tun, der Verallgemeinerung:

Wenn Viele dran glauben, muss was dran sein

Unter diesem Aspekt war ich stark beeindruckt. Nach der Lektüre des Wikipedia-Artikels hatte ich den Eindruck, dass über die Hälfte der Menschen dieses Planeten entweder dran glauben, oder sich vorstellen können, dass da was dran ist. Das wäre schon mal 1 Punkt für die These, dass es die Reinkarnation geben könnte. Schauen wir weiter

Wenn Experten dahinter stehen, muss was dran sein

Und auch hierzu habe ich auch gestaunt. Die Griechen wie Phytagoras, der selbst lange bei den Ägyptern in der Schule war (die griechischen Weisheiten kommen vermutlich überwiegend von hier), und Platon (nicht aber Aristoteles) hatten die Seelenwanderung auch gelehrt. Diese Lehre fand  dann später durch das Überlaufen der römisch/griechischen Heiden Eingang in die Dikussionen bei den Christen. Gut, es waren im Wesentlichen die Eliten, die sich damit auseinandersetzten, aber wie heißt es so schön bei Marx: „Die herrschende Meinung ist die Meinung der Herrschenden.“

Dass die Kirche abstreitet, dass die Reinkarnation jemals Bestandteil des Kanons war, ist einsehbar. So gibt es natürlich wieder einmal eine Verschwörungstheorie darüber, das der Konzil im Jahre 451 nach Christus das Thema aus den Kirchenbüchern verbannt hat. Hier gibt es dazu eine interessante Argumentation: Die größte Lüge der Kirche.

Wie dem auch sei. Im Abendland war es jedenfalls lange still darum, bis die alten Schriften der Griechen im 18. Jahrhundert allgemein zugänglich wurden. Und dann griffen eine Reihe bekannter Köpfe das Thema wieder auf. U.a. wurden Schopenhauer als auch Rudolf Steiner, der Begründer der Anthroposophie, Fans der Idee und bauten sie als wichtigen Bestandteil in ihre Werke mit ein.

Aber auch heutige Quantenphysiker stellen sich inzwischen hinter die Vorstellung, dass die menschliche Seele nach dem Tod des Körpers weiterleben könnte. So macht der britische Kernphysiker und Molekularbiologe Jeremy Hayward von der Cambridge University aus seiner Überzeugung längst keinen Hehl mehr:

Manche durchaus noch der wissenschaftlichen Hauptströmung angehörende Wissenschaftler scheuen sich nicht mehr, offen zu sagen, dass das Bewusstsein neben Raum, Zeit, Materie und Energie eines der Grundelemente der Welt sein könnte. … Das menschliche Bewusstsein ist möglicherweise sogar grundlegender als Raum und Zeit sei.

In seinem Artikel Physiker sind der unsterblichen Seele auf der Spur kommt Rolf Froböse zu der Meinung:

Sollten sich die Thesen der Avantgarde unter den Physikern in nachfolgenden Forschungen bestätigen, dürfte dies unser Weltbild maßgeblich beeinflussen. So würden sich Naturwissenschaft und Religion fortan nicht mehr als Gegensätze gegenüberstehen. Vielmehr könnten sie sich komplementär ergänzen – geradewegs wie der rechte und der linke Schuh eines Menschen.

Und da noch eine Reihe weiterer Experten in den unterschiedlichen Quellen zu finden sind (ich habe z.B. gerade das Buch Der Quanten Code von Dr. Med. Lothar Hollerbach durch und rezensiere noch), mag ich noch einen weitern Punkt für die Möglichkeit der Reinkarnation geben. Gehen wir weiter:

Wenn es wissenschaftliche Beweise gibt, dann muss etwas dran sein

Zugegeben, hier stehen wir auf noch brüchigem Eis, denn der überwiegende Teil der Wissenschaftler sehen die Forschungen zur Seelenwanderung und Nahtodberichten als Para-Wissenschaften an und mögen den Wahrheitswert dahinter noch nicht erkennen wollen.

Ich habe ein Video gefunden, in dem Dr. Jim TuckerPsychiater an der Universität von Virginia, von seinen aktuellen Studienergenissen berichtet. Er hat insgesamt 2.500 Fälle von Kindern untersucht, die detaillierte Erinnerungen an frühere Leben haben. In diesem komplett deutsch synchronisierten Interview spricht er über Fälle, wo Kinder überprüfbare Informationen wie Namen und Lebensumstände genannt haben:

.

Zusammenfassung

Um ehrlich zu sein, finde ich die Idee der Reinkarnation inzwischen als eine sehr zuträgliche. Warum? Nun, wenn ich annehmen muss, dass ich in meinem nächsten Leben und auch schon davor, den Scheiß, den ich gerade verzapfe, auslöffeln muss, dann werde ich mich doch in meinem aktuellen Leben mit allen Kräften zum Wohle des Ganzen einsetzen, oder?

Zudem fällt mir das Sterben nach einem erfüllten Leben auch nicht schwer, weiß ich doch, dass ich entweder schon das Nirwana erreiche, oder aber zumindest auf einem guten Pfad auch im neuen Leben wandeln werde.

Gut, die derzeitigen Kapitalisten der Welt meinen noch, dass sie mit ihrem Kapital erst zum Wohle durch das Schaffen von Arbeitsplätzen beitragen. Aber auch diese Glaubenssätze kommen gerade stark ins Wanken, denn zeigen sie doch das genaue Gegenteil: schleichende Verelendung der Vielen auf Kosten der Wenigen. Mit dieser Erkenntnis dürfte auch ihnen klar sein, was sie in ihrem nächsten Leben erwartet.

Zu klären wäre aber für mich noch: Warum wissen nur so Wenige von ihrem vorherigen Leben? Oder, wenn es gut ist, dass wir bewusst nichts von unserem vorherigen Leben wissen, warum wissen es dann doch Einige trotzdem?

  1. Gerd Zimmerm
    Juli 15, 2015 um 2:17 pm

    Gute Noten, ob Unterstufe oder Uni, gibt es nur für Nachplappern.

    Außerdem abhängig ob der Leerkörper Sex hatte.

    Eine eigene Meinung vollkommen unerwünscht.

    Nur mal so, quergedacht.

  2. Gerd Zimmerm
    Juli 15, 2015 um 3:03 pm

    Ich kenne eine Zigarettensorte mit den Namen

    Sprachlos

    Gut, Gedankensprung

    Wie wäre es mit

    wir sind das Volk

    wir lassen uns nicht von euch regieren ?
    Die gehen über Nacht nach Hause

    mit eingezogenem Schwanz
    und sagen, ICH, ich war nie dabei

    Mielke meint es sogar noch nett
    „Ich liebe euch alle“

    Merkste was?
    Ihr zieht den Schwanz ein.

    Im Kindergarten, in der Schule, an der Uni.
    Im Leben sogar.

  3. Gerd Zimmerm
    Juli 15, 2015 um 3:06 pm

    Ja, ja, Schuld sind immer die ANDEREN.

    Kein Kommentar.

  4. Gerd Zimmerm
    Juli 15, 2015 um 3:16 pm

    Es gibt neben den morphogenetischen Feld ein weiteres Feld.

    Das PAL-Feld.

    Das Problem Anderer Leute-Feld.

  5. September 7, 2015 um 10:04 pm

    Hier spricht die (angeblich?) ehemalige Maria Magdalena über die Lüge der Kreuzigung Jesu:

  6. Februar 1, 2016 um 6:34 pm

    Wenn wir immer wieder kommen, steht die Frage: wie alt bist Du Seele?

  7. muktananda
    Februar 1, 2016 um 8:43 pm

    Note:

    Die Seele oder das Bewusstsein tut nichts. Sie kann nicht etwas tun, da Taten nur im Bereiche der Persönlichkeit , von Zeit und Raum , zustande kommen können .
    Eben weil der Glaube da ist, da sie etwas tut, muss sie inkarnieren.

    Da der Verstand auf die Idee gekommen ist, dass Reinkarnation Bestandteil dieser Realität sein könnte … ,dass Evolution oder Fortschritt nur durch Übung und also Wiederholung statt findeen kann… und dass Zeit und Raum eine Übung im großen Maße als Makrofeld des Bewusstsein sind… dass dies alles als Grundgedanke des Verstandes oder funktionierender rationeller Mechanismus ist herzlich willkommen .

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