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Habe ich als Deutscher eine besondere Verantwortung dafür, dass sich der Holocaust nicht wiederholt?

Angestoßen durch das aktuelle, gleichgeschaltete Aufschreien unserer Medien, die das Frieden-aufrufende Gedicht von Günter Grass als typisch deutschen Antisemitismus verurteilen, möchte ich der Frage nachgehen:

Hat das deutsche Volk eine besondere Verantwortung dafür, dass sich der Holocaust nicht wiederholt?

Denn genau das wird uns in den Schulen und durch unsere Medien gebetsmühlenartig vorgesetzt. Damit kommt wieder dieses unseelige Bild Schuld vor unsere Augen. Losgelöst von der Möglichkeit, dass es grundsätzlich keine Schuld für irgend etwas geben könnte, haben die Nachkriegsgeborenen wirklich eine Schuld zu tragen? Wie kann ein Mensch, der zu dieser Zeit noch gar nicht auf der Welt war, noch etwas mit dem zu tun haben, was Menschen zuvor verbrochen haben? Doch höchstens, wenn die Deutschen einen genetischen Fehler hätten, und es in ihrer Natur läge, Menschen auszurotten.

Ich jedenfalls fühle mich in keinster Weise für das verantwortlich, was irgendein Mensch getan hat, der vor meiner Geburt etwas tat. Anders allerdings sieht es mit der Frage darüber aus, ob ich eine Verantwortung trage, dass die Kriege meiner Zeit stattgefunden haben. Ganz besonders Afghanistan, Irak und Libyen. Denn diese Kriege fanden statt, weil ich mich nicht genügend für Frieden eingesetzt habe. Aber dies wäre auch keine Tatsache, die man allein den deutsche Menschen vorwerfen könnte sondern ist etwas, was alle Menschen dieser Welt angeht.

Ich bin es daher inzwischen so leid, dass den Deutschen immer wieder eingeredet wird, dass an ihnen die Schuld des Holocaust klebt wie die Pest und sie damit hängenden Hauptes oder gleich in Asche unser Leben lang zu gehen haben. Dabei stehen die Deutschen mit ihrem Holocaust nicht allein da. Es gibt so viele in gleicherweise durchgeführte Genozide in jedem der Länder, die mit dem Finger auf uns zeigen.

Das soll die Schandtat im Dritten Reich nicht schmälern sondern nur in die richtige Relation bringen: Alle Menschen dieser Welt tragen die Verantwortung für einen dauerhaften Frieden auf dieser Welt gemeinsam!

Als Beispiel ähnlich gearteter Holocausts möchte ich hier eine 8-teilige Serie über die Geschichte der Indianer Amerikas anführen. Sie zeigt einerseits, was Menschen in der Lage sind zu tun, wenn es um Profit geht. Aber sie zeigen auch, um wie viel zivilisierter die damaligen indianischen Kulturen waren, als dies für die Eroberer selbst der Fall war. Auch wir können uns in vielen Dingen eine Scheibe abschneiden.

Die Filmserie nennt sich 500 Nations — Geschichte der Indianer, produziert 1994 und präsentiert von Kevin Costner.

Das Bild der Indianer ist bei den meisten von uns durch das Kino geprägt, wo Leinwandhelden ganze Armeen von feindlichen Rothäuten bekämpfen. Der wilde Indianer auf dem Kriegspfad, der über die weite Prärie reitet, ist nach wie vor das Symbol für alle amerikanischen Indianervölker. Kevin Costner („Open Range“, „Der mit dem Wolf tanzt“) präsentiert in dieser achtteiligen Dokumentation die Geschichte aus der Sicht der Indianer und gewährt uns faszinierende Einblickein Kultur, Leben und Geschichte der 500 Völker, die einst den amerikanischen Kontinent besiedelten.

Die Idee entstand während der Dreharbeiten zu dem Welterfolg „Der mit dem Wolf tanzt“: Nicht nur eine Episode, sondern die ganze Geschichte der Indianer müsste man erzählen. Kevin Costner und einem Team um den Regisseur Jack Leustig ist in jahrelanger engagierter Arbeit eine ebenso spannende wie informative achtteilige Reihe gelungen.

Teil 1: Indianische Reiche Nordamerikas

Die weiteren Teile sind:

Teil 2: Mayas und Azteken
Teil 3: Kolumbus kommt in Amerika an, und sah Gold …
Teil 4: Die europäische Invasion
Teil 5: Im Hexenkessel von Revolution und Bürgerkrieg
Teil 6: Häuptling Tecumseh
Teil 7: Besiedlung des Westens
Teil 8: Geronimo und Chief Joseph

Klicke hier, um diese auf youtube zu sehen

  1. April 6, 2012 um 9:02 am

    Danke Dir,das schaue ich mir an!

    Frohe Ostern allen hier!

    Gruß Hans

  2. Dr. Manfred Voss
    April 6, 2012 um 11:41 am

    Ja, Danke! Und ja, auch von mir: Schöne Ostertage allen!

    LG Manfred

    P.S.: Bei Teil 6 ist der Link nicht vollständig => Ergänzung:
    Teil 6: Häuptling Tecumseh http://www.youtube.com/watch?v=tvrWOc7weqc

    • April 6, 2012 um 12:02 pm

      Danke, ist korrigiert.

      Und ebenfalls: frohe Ostern, in welchem spirituellen Geist auch immer !

  3. April 6, 2012 um 11:59 am

    Richtig und danke!
    Dazu passen auch meine Überlegungen in meinem Kommentar zu dem Iran-Artikel von vorhin.
    Den Film werde ich mir über Ostern zu Gemüte führen.
    Es gibt noch einen anderen, ebenso aufrüttelnden Film zur Geschichte der Annektierung Amerikas aus der Sicht der amerikanischen Ureinwohner:

  4. Heinrich Schmitt
    April 6, 2012 um 12:38 pm

    danke, werde ich mir alles ueber die Feiertage ansehen. Ich hatte in Mexiko viele Kontakte mit den Lakandonen-Indianern am Usumacinto-Fluss in Chiapas (auf den Spuren von B.Traven)
    Trotzdem bin ich der Ansicht, dass es wichtig ist, die eigene unselige Geschichte nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, bloss weil andere Voelker ebenso unter Rassismus zu leiden hatten. Als Deutscher auf den Philippinen werde ich immer wieder gefragt, was ich zu der Allianz des Nazi-Regimes mit Japan zu sagen habe.Es sind nicht Wenige, die sich mit dieser Geschichte auch heute noch auseinandersetzen.

    • April 6, 2012 um 6:04 pm

      Wenn ich darauf verweise, dass es in anderen Ländern auch nicht besser war, möchte ich nicht, dass das Geschehene hier verkleinert wird. Es geht mir nur darum, dass überall auf der Welt diese Mechanismen abgelaufen sind und den Deutschen nicht der alleinige schwarze Peter in die Hand zu drücken ist.
      Und ich würde es gerne sehen, wenn den Menschen des deutschen Holocaust gedacht wird, gleichzeitig auch den Menschen der anderen Holocausts gedacht wird.
      In dem wir erkennen, dass dies überall möglich ist und auch wieder werden kann, dann sehen wir auch mit anderen Augen auf das, was Günter Grass angesprochen hat. Denn hier soll sich gleiches wiederholen und die Medien jubeln dem Volk schon wieder was unter. Einfach nur schlimm, wie einfach es zu sein scheint, siehe Afghanistan, Irak und Lybien. Und nun geht es mit Syrien weiter und hoffentlich ist mit Iran vorher schon Schluss!

  5. federleichtes
    April 6, 2012 um 12:50 pm

    Wikipedia:
    „Im Jahr 2006 wurden 136 Millionen geboren und 58 Millionen starben.“ Zitatende
    Massensterben, ein begreifbares Phänomen. Und die Ursachen des großen Sterbens scheinen nicht besonders relevant zu sein.

    Wenn ich richtig informiert bin, ist der größte Massenmörder unserer Zeitrechnung die Katholische Kirche. Massenmord scheint gottgefällig zu sein.

    Ob unser System, indem die Bevölkerung systematisch vergiftet wird, auch Massenmord betreibt, bliebe zu diuskutieren – ebenso das durch Naturkatastrophen.verursachte Massensterben.

    Die Deutschen, wenn es substanziell so etwas überhaupt gibt, scheinen im Besitz einer besonderen Gabe: Sie lassen sich (blind-gläubig) in weltbewegende Spiele ziehen. Das Volk der Dichter und Denker? Das könnte man auch anders formulieren, und sich für die Zukunft wünschen, die Großmannssucht würde sich wandeln in Bescheidenheit und Selbstbesinnung. Dann löste sich auch das Rechtfertigungs-Syndrom auf, und man könnte anderen Menschen vielleicht Wege zum Glücklichsein erklären.

    Vernichtung, das möchte ich nicht unerwähnt lassen, ist ein schöpferisches Schlüsselwort. Und wer sich für das Leben vorsätzlich den Tod ausdachte, läßt sich sicher nicht auf der Anklagebank nieder.

    Damit allen einen guten Car-Freitag – wird hier alle Tage gefeiert.

    Wolfgang, Foto: Susanne.

    • April 6, 2012 um 6:11 pm

      Mein Auto kommt heute nicht in Bewegung. Dafür meine Füße vorhin schon und jetzt gehe ich erst einmal eine Runde Joggen.

      Ja, aus dem Volk der Denker und Dichter ist Schlimmes geworden. Scheint, dass da Manche, wie Solveigh mit einige Hinweisen schon anmerkte, was gegen ein zu aufstrebendes Denken und Erkennen hatten und dafür sorgten, dass damit Schluss war. Nun ist es das Internet, dass das Erkennen befeuert, weshalb die anfänglichen Unterstützer nun wieder an allen Ecken und Enden Beschränkungen fordern.

  6. April 6, 2012 um 5:44 pm

    Hallo in die Runde und allen erst einmal ein frohes Osterfest. ich werde mir die Filme bei Gelegenheit auch zu Gemüte führen, nur an diesem Wochenende wird es nix.
    Es ist kein ausgesprochen deutsches oder wie auch immer Phänomen. Die Logik ist doch ganz einfach. Um so größer die Zentralisierung und Summierung von Menschen in einem Staat ist, um so mehr neigt er zur Machtakkumulation und zwangsläufig auch zur Unrentabilität, da die Reibungsverluste proportional steigen. Wir erleben es täglich. Darin steckt die eigentliche Gefahr, das man, neue Ressourcen versucht einzugliedern, sei es auf diplomatischem Wege oder durch Krieg, die man zwangsläufig in den gleichen Mechanismus, Strudel reißt, dem der Wirt schon unterlegen ist. Der menschliche Aspekt ist der, das wir erst einmal davon ausgehen, das es uns nicht so arg treffen kann, weil…. und wir auf Grund des Selbsterhaltungstriebes, die Realität ausblenden.
    Die logische Schlußfolgerung und diese zeigen uns ja Naturvölker wie die Indianer oder Aborigines, ist die Schaffung von Strukturen, die ein natürlichen Umgang möglich machen Der liegt in dezentralen Strukturen. Viele Grüße com. Mike

    • April 6, 2012 um 6:15 pm

      Ja, Mike, das Dezentrale scheint mir immer klarer der richtige Weg. Dies lässt die Macht und damit die Verantwortung in der Breite bei jedem Menschen. Machtkonzentration führt immer zu mehr Korruption. LG Martin

      • April 6, 2012 um 8:36 pm

        Hallo Martin, in den nächsten Tage veröffentliche ich ein Film über die Schule und das social living project von Frau Vonwald. Da liegt die Antwort, nicht nur dezantralisieren sondern auch international vernetzen Viele grüße Mike

  7. April 6, 2012 um 6:45 pm

    Dieses Video spricht für sich. denn hier spricht der Vater einer jungen israelischen Familie aus, was in dem Land gefühlt und gedacht wird, jedenfalls keinen Hass gegen die Iraner sondern Liebe:

  8. Rainbowheart
    April 10, 2012 um 11:31 am

    Meine Verantwortung habe ich für Hier & Heute. Weltweit fanden und finden jeden Tag unendlich traurige, grausame Dinge statt und ICH kann nur in meinem Bereich dafür sorgen, dass hier Frieden und Harmonie IST.
    Ich kann es nicht unterstützen, dass die deutsche Politik sich wieder und wieder in das Schuldbewusstsein hineinversinkt, anstatt kraftvoll im Hier & Jetzt die damaligen Handlungen zu verurteilen, doch nicht mehr dafür die Schuld/Verantwortung/… zu Gramgebeugt zu übernehmen.
    Als Deutscher kann ich z.B. eine Regierung NICHT weiter unterstützen, die zulässt, dass hier Waffen gebaut und exportiert werden.
    DAS kann ich tun.
    Wenn jeder Mensch in seinem direkten Umfeld Liebe sät, dann wird dort auch Liebe geerntet und auch darüber hinaus,
    wie das obige Beispiel von Ronny – we love you zeigt.

    Rainbowheart

    PS: und darüberhinaus gibt es noch all die Möglichkeiten der Arbeit des Bewusstseins, Ho’oponopono, … und DA kann ich auch weit über meinen Bereich hinaus Licht und Liebe erstrahlen lassen.

    • federleichtes
      April 10, 2012 um 1:37 pm

      Eine sehr kluge Antwort auf die Schuldfrage.
      Eigentlich wäre es ein Leichtes zu verstehen, dass das Licht in seiner Wohnung nicht angeht, wenn man auf die Aktivität der Nachbarn wartet, und das es noch viel dunkler wird, wenn man die Nachbarn für ihr Nichttun bestraft.

      Aber aus der Negativ-Spirale scheinen ja immer mehr Menschen bewusst auszusteigen.

      Ja, die Waffenproduktion. Leider steht diese Position auf einer langen Liste. Als wir Ostern in der Natur unterwegs waren, sagte ich (nach einem Gespräch mit einem Freund, der weiß, wo überall das Gift liegt), wir sollten den Boden sanieren. Und Susanne sagte: „Das macht erst Sinn, wenn wir aufhören, Gift zu produzieren“.

      Mir fehlt die Macht, Änderungen zu bewirken. Aber ehrlich, ich wünsche sie mir.

      Wolfgang

  9. April 10, 2012 um 12:21 pm

    Ja, Rainbowheart, Du sprichst einige sehr wichtige Punkte an:
    Wir sollten uns nicht zu viel mit der Vergangenheit beschäftigen sondern alle unsere Energie der heutigen Verantwortung stecken. Und da steht eine Verurteilung der Waffenproduktion an oberster Stelle. Und da bleiben nicht mehr allzu viele Parteien übrig, die dann noch unterstützt werden können.
    LG Martin

  10. federleichtes
    April 10, 2012 um 2:26 pm

    Es ist offensichtlich, dass Staatsgebiete künstlich entstanden. Wer in einem Bus fährt, wird von seinem Sitz nicht behaupten, dass sei sein Teil des Busses, auf dem er schalten und walten könne, wie es ihm beliebt. Aus der Erkenntnis, dass es relativer Schwachsinn ist, ein verbundenes Ganzes durch Grenzen zu teilen, kann die Einsicht folgen, sich am Schwachsinn nicht zu beteiligen.

    Ich bin sicher, nicht alleine mit meinem Gefühl dazustehen, ein Weltbürger zu sein. Deutschland als Staat ist nicht meine Idee, und ich konnte mich nicht dagegen wehren, ein Deutscher zu werden, bzw. so genannt zu werden. Vor Jahren schämte ich mich, Deutscher zu sein – heute ist es mir so egal, wie es mir egal ist, ob jemand mich Neger, Idiot oder Arschloch nennt.

    Die Kriegspolitik ist Massenmord.
    Die Nahrungs-Verteilungspolitik ist Massenmord.
    Dieses Mordkomplott ist in jeder Sekunde sehr effektiv tätig. Aber die Realität ist nicht geeignet, von unserem Bewusstsein erfaßt zu werden. Statt Macht waltet bei den meisten Menschen Ohnmacht. Und selbst die, die ihre Angst besiegten und in Liebe leben, stehen hilflos in einem sich wahnsinnig gebärdenden Chaos – und geben ihr Bestes: Liebe.

    Ich habe keine Freunde, die Deutsche SIND – Deutsche SEIN WOLLEN. Ich tauschte zehn von denen nicht mit einer Ratte. Was bedeutet: Ich bin solidarisch mit allen Menschen, die ein grenzenloses Wohlwollen leben, die aus dem Fühlen heraus denken UND handeln. Bei diesen Menschen gibt es weder die Frage nach Nationalitäten, noch die nach Schuld. Sie beantworten die Schuldfrage unter anderem damit, indem sie Verbrecher nicht unterstüzen.

    Wolfgang

    • April 10, 2012 um 2:59 pm

      Eigentlich könnten wir alle, die sich eher als Erdenbürger denn als ein Staatszugehöriger fühlen, konsequent sein, und uns unter staatliche Selbstverwaltung stellen. Es sollen dies in Deutschland schon etwa 400.000 Bürger getan haben.

      Rechtsgrundlage Artikel 9 der UN-Res 56/83

      Verhalten im Falle der Abwesenheit oder des Ausfalls der staatlichen Stellen. Das Verhalten einer Person oder Personengruppe ist als Handlung eines Staates im Sinne des Völkerrechts zu werten, wenn die Person oder Personengruppe im Falle der Abwesenheit oder des Ausfalls der staatlichen Stellen faktisch hoheitliche Befugnisse ausübt und die Umstände die Ausübung dieser Befugnisse erfordern.

      Gefunden auf: Staatliche Selbstveraltung

      Auf dieser Web-Site ist auch die Begründung zu finden, wie chaotisch es rechtlich um die BRD gestellt ist:

      Die BRD unterstützt ihre Bürger nur noch in der Form, ihnen Scheingerichte vorzutäuschen, welche keine Staatsgerichte mehr sein können. Der Geltungsbereich für die wichtigsten Gesetze wurde per 1.und 2. Bundesbereinigungsgesetz aufgehoben. Mit dem Zweiten Gesetz zur Bereinigung von Bundesrecht vom 23.11.2007 Bundesgesetzblatt, Seite 2614 haben sich die Besatzungsmächte mit Art. 4 § 3 zu Ihren Rechten und Pflichten bekannt. Dies war notwendig, weil die Besatzungsmächte einschneidende Gesetzesänderungen durchgeführt haben.

      Diese Gesetzesänderungen wurden quasi vom Europäische Gerichtshof für Menschenrechte erzwungen. Dieser Internationale Gerichtshof hat festgestellt, daß die BRD kein effektiver Rechtsstaat ist (Az.: EGMR 75529/01 v. 08.06.2006). Dafür sind die Besatzungsmächte zumindest mitverantwortlich. Um sich dieser Verantwortung für den Unrechtstaat zu entziehen, wurde die Verwaltungsbefugnis der BRD mittels 1. und 2. Bundesbereinigungsgesetz als gesetzliche Aufgabe der BRD entzogen.

      So wurden mit dem 1. Bundesbereinigungsgesetz v. 19.04.2006

      die Gerichtsverfassung,
      die Zivilprozessordnung und
      die Strafprozessordnung
      aufgehoben.

      Am 23.11.2007 wurde mit dem 2. Bundesbereinigungsgesetz schließlich alles was nicht Art. 73, 74 und 75 GG zuzuordnen und Bundesgesetz ist, aufgehoben. Damit hat man dem gesamten Justizwesen (Art. 92 -104 GG) die gesetzliche Befugnis entzogen. Ausdrücklich davon ausgenommen ist das Kontrollratsgesetz Nr. 35 (Schiedsverfahren bei Arbeitsstreitigkeiten), BMJBBG Art. 4 § 1 (2). 1982 wurde das Staatshaftungsgesetz gelöscht und mit Aufhebung v. Art. 34 GG durch das 2. BMJBBG v. 23.11.2007 mit Art. 4 § 1 (1) auch die Staatshaftung und damit die „öffentlich rechtlichen“ Regelungen.

      Das sieht ziemlich gruselig aus, oder?

      • federleichtes
        April 12, 2012 um 2:52 am

        Gruselig?
        Wir brauchen die Steuerzahlungen nur in „Eintritt fürs Gruselkabinett“ umbenennen, dann stimm’s doch.
        Hier gibt’s doch nur zwei akzeptable Lösungen:
        Entweder aus dem Theater aussteigen oder lachen über
        „Altes aus der Anstalt“..

  11. Net Collider
    April 12, 2012 um 4:42 pm

    Hallo!

    Wer erlegt uns diese Verantwortung denn auf? Das sind doch „die Deutschen“ selbst. Meine Erfahrungen im Ausland sind ganz anderer Natur.

    Bsp.: Neulich wurde ich von einem Engländer darauf angesprochen, dass er hörte die dt. Nationalmannschaft würde bei den Europameisterschaften in Polen Auschwitz besuchen sollen, und er fragte mich, was der Quatsch solle. Er verstehe ja, das sei ein politisches Symbol, aber er könne nicht nachvollziehen, wie man nach so langer Zeit dort 20-30 Jährige zum kollektivem Bereuen hinstellen könne. „It’s enough!“ Er fragte mich, was ich darüber denke.
    Ich antwortete ihm, dass ich glaube, dass diese Deutschen das nur für sich selbst tun. Sie haben einen stark in die Vergangenheit gerichteten Blick und beweihrächern sich selbst dabei, wie großartig offen sie mit der Vergangenheitsbewältigung umgehen. Andernfalls würden sie nicht solch ein Denkmal von Nationaldenkmalcharakter für 50Mio DM in Berlin aufstellen, sondern das Geld bspw. an die vielen noch (am Rande der Armutsgrenze) lebenden Opfer in Polen investieren (was könnte man mit einem 25Mio € schweren Fond alles erreichen!?).

    Der Holocaust wird sich nicht auf diese Weise in Deutschland wiederholen, aber Verantwortung für die Gegenwart wird hier immernoch nicht übernommen.
    Aber Genozide passieren ständig auf der Welt und genau dann schauen diese Deutschen weg, die doch angeblich eine große Verantwortung tragen.

    Ich weiß, dass viele Deutsche nicht nur Kriegsgegner sondern Pazifisten sind, die Krieg um jeden(!) Preis vermeiden wollen. Ich bin der Meinung, dass zur Reife auch das Intervenieren gehört, wenn es darum geht, Hilflose in Schutz zu nehmen.

    Es stimmt auch nicht, dass man Isreal nicht kritisieren dürfte. Israel wird ständig offen kritisiert. Aktuelles Beispiel: Thomas de Maizière und Hillary Clinton kritisierten einen möglichen Erstschlag Israels gegen den Iran.

    Grass tut das aber nicht, er bringt „die eigene Schuld“ mit dem angeblichen „Völkermord“, den Israel planen würde in Verbindung um seine eigene Vergangenheit zu relativieren. Und das hat er in seinem Gedicht noch so geschickt verpackt, dass wir uns daran mitschuldig machen würden weil wir ein weiteres U-Boot liefern um diese Absicht zu verstecken.
    Und dabei tut er noch so, als habe er ein großes Tabu gebrochen!

    Und das ist der Grund für eine erfolgte harte Kritik (der angeblich gleichgeschalteten Medien) an Grass und der ausbleibenden bei einer konstruktiven Kritik, wie sie es Thomas de Maizière äußerte.

    VG

    • federleichtes
      April 12, 2012 um 9:15 pm

      Eine gute Analyse, eine Meinung, die ich teile.

      Vielleicht sollten wir die „Siegermächte“ zur Konsequenz auffordern: Deutschland aufteilen und die Stücke verteilen an die „Opfer“. Vielleicht bleibt ein Fleckchen nach, das niemand haben will, und dort könnten dann Menschen leben, die staatenlos sein wollen.
      Ja, warum sollte es auf dem riesigen Planeten nicht staatenloses Land geben? Ohne UNO, Nato und einem Völkerrecht, das das Papier nicht wert ist, auf dem es geschrieben steht. Gehört es nicht zum Menschenrecht, staatenlos sein zu können?

      Gras? Ist der Erfinder des Grünzeugs, aus dem Kühe Scheiße machen?

      Wolfgang
      wünscht Dir einen guten Abend.

      • April 12, 2012 um 9:22 pm

        Ja, Staatenlosigkeit wäre gut, aber nur, wenn es auch keine Konzerne gibt. Die NWO-Idee genau das: schaffe die Staaten ab, denn sie wollen im Kern (wenn sie funktionieren) nur das Wohl der Menschen). Also besser, wir haben nur noch Konzerne als Arbeitgeber und viele Arbeitnehmer.

        Hier gibt es mal eine Betrachtung darüber, warum die Weltkriege geführt wurden und wie die Siegermächte sich gütlich taten:

        Wie der 1. Weltkrieg initiert wurde:

        Reparationszahlungen und Inflation

    • April 13, 2012 um 4:56 pm

      Vielleicht ist es nach sechzig Jahren ganz gut, bestätigt zu bekommen, dass diese so genannte „Demokratie“ weder eine war noch eine ist. Zwar wird von den Bürgern der BRD selbst noch in der vierten Generation „Reue“, „Scham“ und „Verantwortung übernehmen“ gefordet , die Mächtigen jedoch setzten bereits während des Krieges geplant und vorbereitet mit den selben Leuten die selbe Politik mit einem „sanfteren“ Gesicht fort.
      Vielleicht wird nun Manchem bewusst, wie sehr wir alle ständig belogen und betrogen we(u)rden!

      Ich bitte vor allem auf Folgendes zu beachten:
      Welche Bank hat sowohl die internationalen Geschäfte für Hitler abgewickelt und ist bis in die Gegenwart in diese „Geschäfte“ (mindestens) involviert?
      Wie pünktlich die so genannten „Aufstände“ im Osten kamen, um die Aufrüstung der BRD zu begründen!
      Ich kann nach diesem Film weder daran glauben, dass die sich von „innen heraus“ entwickelten, noch kann ich daran glauben, dass das 1989 ein von der DDR-Bevölkerung organisierte „Revolution“ war! Das ist für mich jedoch auch nur eine Bestätigung meiner bereits von Anfang an vorhandene Vermutungen, mir wurden die jetzt lediglich bestätigt.
      Ist in diesem Film wird auch viel Propaganda betrieben, durch die versucht wird, diese Dinge zu „begründen“, wobei alles natürlich „verständlich“ und „nicht so schlimm“ wird…

      Zum Beispiel musste sich der Westen nie vor dem Osten „schützen“. Die „Übernahme der Länder des Ostens“ geschah nicht aggressiv im Sinne einer Invasion durch die Sowjetunion wie in diesem Video erzählt, sondern war Ergebnis des 2. Weltkrieges und der Verhandlungen von Jalta und Moskau 1943/44/ und Potsdam 1945!

      Die Gründe für die Blockade Westberlins lag in der offensiven und äußerst aggressiven Spionagetätigkeit der Westalliierten gegen den Osten von Westberlin als Stützpunkt aus begründet. Es gab immer wieder schlimme und auch tödliche Versuche, den Aufbau im Osten durch subversive Anschläge, Mord, Destabilisierung, zu verhindern oder zu verzögern und schließlich war der Mauerbau notwendig geworden, wegen der Anzettelung der Aufstände in der DDR 1952 und Ungarn 1956, massenhafte Abwerbung der hoch qualifizierten Fachkräfte aus der DDR, Ausbluten durch Auskaufen der DDR und damit wirtschaftliche Instabilität schaffend.

      Die Propaganda Maschinerie aus dem Westen ging natürlich unvermindert und nun verstärkt weiter. Jeder von Euch im Westen wird die Mär von „den armen Brüdern und Schwestern im Osten“ kennen.
      Dennoch lohnt es sich wegen der geschichtlichen Fakten dieses etwas mehr als einstündige Video anzuschauen.

  12. federleichtes
    April 16, 2012 um 2:05 pm

    Lernen die Kinder das nicht in der Schule?

    Oder lernt man das nur von Pferden?

  13. Staatenloser
    März 29, 2016 um 10:59 pm

    Diese Scheiße mit dem Holocoust geht mir am Arsch vorbei…Israel und alle anderen Wissen wer die Schweine waren…nun mal Butter bei die Fische….

  14. Martin Bartonitz
    Februar 3, 2018 um 12:08 pm

    Karin Desai auf Facebook zum Artikel:

    Wir ALLE, auch die Bürger der anderen Länder, haben eine besondere Verantwortung dafür, Vergangenheit objektiv aufzuarbeiten, um aus den Fehlern zu lernen und die Vergangenheit dann gehen lassen zu können.

    Aber was wird getan? Vergangenheit wird nicht gehen gelassen. Sie wird noch nicht mal objektiv aufgearbeitet. Immer schreiben die Sieger die Geschichte und die Zukunft wird daher IMMER auf Sand gebaut, auf falsche Glaubenssätze, falsche Denkweisen. Die Nachkommen bauen ihre Sichtweisen auf dieser subjektiven Darstellung auf und daher wird auch der Krieg weiter geschürt.

    Eine objektive Aufarbeitung wird von den herrschenden Siegern natürlich verwehrt, weil sie sich selbst im besten Licht sehen wollen. Dabei würde Objektivität ja nicht bedeuten, dass plötzlich der Sieger an allem die Schuld trägt, sondern dass jeder seinen Beitrag zum Geschehen beigetragen hatte. Und was das im Einzelnen war, das wäre eigentlich auch eine Aufgabe für Psychologen!

    Denn schließlich finden gegenseitige Provokationen immer statt aufgrund nicht aufgearbeiteter und damit nicht losgelassener und daher über Generationen mitgeschleppter Vergangenheiten statt, die eine schwere Bürde darstellen, ein Ballast, den man abwerfen lernen muss.

    Das gilt für Einzelpersonen, für Familien, für Gruppen, Freundschaften, Nationen…

    Aber ehe man ihn abwirft, BEVOR man daraus gelernt hat, sollte man sich die Mühe machen, sich die Vergangenheit aus heutiger Sicht OBJEKTIV zu betrachten. Denn ohne diese Aufarbeitung macht man automatisch gleiche oder ähnliche Fehler wieder.

    Und das ist das, was ich – wie Du ja weißt – seit 2010 erkannt habe, weshalb ich damals mein Buch schrieb und veröffentlichte, und weshalb ich mir seither große Sorgen machen muss, weil klar ist, dass wir die Vergangenheit wiederholen, wenn wir es NICHT tun!

    Rechts ist letztlich, wie wenn ein guter Mitarbeiter, der sich für die Firma einsetzt, feststellt, dass die Firma sich bankrott arbeitet und alle darauf hinweist. Aber selbst der Manager der Firma und die Angestellten sich nicht weiter drum kümmern und am Ende vor den Trümmern ihrer Firma stehen und alle arbeitslos werden und sich dann fragen: „Wie konnte dies geschehen“…

    Und da heute fast jeder nur eigene Interessen verfolgt und das Gemeinwohl an allerletzter Stelle steht, wenn es überhaupt eine Stelle einnimmt, braucht man sich ja nun so gar nicht zu wundern. Allzu vielen Leuten ist nicht klar, dass das eigene Wohl immer auch vom Allgemeinwohl abhängt.

    Wenn ich mit meiner Politik und meinen Überzeugungen (Digitalisierung) für Massenarbeitslosigkeit eintrete und für Totalabhängigkeit von einer Finanzelite, dann muss ich mich im Anschluss nicht wundern, wenn auch ich betroffen sein werde. Und vor allem, wenn ich dann für ähnliche oder sogar noch schlimmere Verhältnisse wie zur Weimarer Republik sorge, kurz bevor Hitler gewählt wurde.

  1. Juli 29, 2016 um 9:10 pm

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