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Steht unser Rechtssystem auf dem falschen Fundament: ist Eigentum Diebstahl?

Proudhon und seine Kinder

Pierre-Joseph Proudhon und seine Kinder

Ich hatte vor eniger Zeit schon einmal formuliert: Unser Geldsystem steht im Widerspruch zur Grundregel „Du sollst nicht stehlen“. In unseren Diskussionsbeiträgen ist in letzter Zeit immer wieder Mal der Begriff des Eigentums als ein zu hinterfragender aufgetaucht. Nun bin ich in dieser Woche mal der Frage nachgegangen, ob Eigentum so etwas wie ein natürliches Recht ist, oder ob es aus vernünftigen Gründen Sinn macht, es zu haben. Und wie so Vieles, sieht man Licht und Schatten. Meine Intuition sieht allerdings mehr Schatten, so dass ich zu meiner aktuellen Ansicht komme, dass ich mich der Meinung Proudhons anschließen mag, die er in seiner etwas längeren Streitschrift zum Eigentum sezierend seiner Leserschaft klar macht:

Eigentum ist Diebstahl.

Wobei wir einen weiteren Punkt unseres kapitalistischen Systems zu erkennen hätten, was uns weniger zuträglich ist, weil es für einige Wenige vermehrend wirkt, besonders. Proudhon schreibt in seinem Traktat unter anderem:

Das Eigentum aber ist ethymologisch wie nach den Definitionen der Rechtswissenschaft ein Recht außerhalb der Gesellschaft. Denn stammten die Güter eines jeden von der Gesellschaft, so wären die Bedingungen für alle gleich, und nachstehender Satz müßte einen „Widerspruch enthalten: Das Eigentum ist das Recht, das ein Mensch besitzt, völlig uneingeschränkt über ein gesellschaftliches Eigentum zu verfügen. Haben wir uns also um der Freiheit, Gleichheit, Sicherheit willen zur Gesellschaft zusammengeschlossen, so haben wir es nicht um des Eigentums willen getan; wenn also das Eigentum ein Naturrecht ist, so ist dieses Naturrecht kein soziales, sondern ein antisoziales. Eigentum und Gesellschaft sind zwei Dinge, zwischen denen unversöhnliche Feindschaft besteht: es ist ebenso unmöglich, zwei Eigentümer zu vereinigen, wie zwei Magnete mit ihren gleichen Polen. Entweder muß die Gesellschaft zugrunde gehen oder sie muß das Eigentum vernichten.

Und er geht bis auf Cicero zurück, der Eigentum durch Okkupation und Arbeit daran betrachtet:

… denn die Okkupation ist eine reine Toleranz und, wenn die Toleranz gegenseitig ist – und sie kann nichts anderes sein -, dann sind die Besitzungen gleich.

…Ist das Recht zu leben gleich, so ist auch das Recht zu arbeiten gleich und ebenso auch das Okkupationsrecht. Könnten Inselbewohner unter Berufung auf das Eigentumsrecht unglückliche Schiffbrüchige, die sich ihrer Küste zu nähern versuchten, mit Haken zurückstoßen, ohne dadurch ein Verbrechen zu begehen? Der bloße Gedanke an eine solche Barbarei empört unsere Phantasie. Der Eigentümer hält, wie Robinson auf seiner Insel, mit Lanzenstößen und Gewehrschüssen den Proletarier fern, den die Woge der Zivilisation in die Tiefe schleudert und der sich an den Felsen des Eigentums anzuklammern sucht. Gib mir Arbeit, schreit dieser mit aller Kraft dem Eigentümer entgegen; stoße mich nicht zurück, ich werde für jeden Lohn, den Du mir bietest, arbeiten. – Ich kann Deine Dienste nicht gebrauchen, erwidert der Eigentümer, wobei er ihm die Spitze seiner Lanze oder die Mündung seines Gewehres entgegenhält. – Vermindere wenigstens meine Miete. – Ich brauche meine Einkünfte, um leben zu können. – Wie soll ich bezahlen können, wenn ich nicht arbeite. – Das ist Deine Sache. – Darauf läßt sich der unglückliche Proletarier von der Flut wegtreiben,, oder aber, wenn er in das Eigentum einzudringen versucht, streckt ihn der Eigentümer zu Boden und tötet ihn.

In dem Wikipedia Artikel zum Eigentum ist sehr gut dargestellt, wie sich der Eigentumsgedanke mit der Zeit entwickelt haben mag. Interessant ist aber auch der Hinweis, dass unsere indigenen Volker, wie z.B. die Inuit, den Gedanken an Privateigentum gar nicht kannten. Womit das Thema „natürliches Recht“ nicht gegeben wäre. Auch Proudhon weist darauf hin, dass etwas, was einfach nur existiere, deshalb noch lange nicht rechtens wäre. Mir fällt dazu z.B. das Töten ein. Gibt es auch, aber rechtens ist es zumindest in Friedenszeiten nicht.

Und noch etwas hat Proudhon so schön von Cicero´s Ansicht über die Welt als Theater dargestellt:

Ein Theaterbesucher wird sich auf einen Platz im Theater setzen. Dieser wird ihm während dieser Vorstellung nicht mehr streitig gemacht. Er wird aber auch nicht mehr Pätze als diesen einen belegen können. Wenn mehr Besucher kommen, ist weniger Platz. Kommen weniger, ist mehr Platz.

Dieses Bild des Theaterbesuchs zeigt so schön auf, wie das mit dem Besitzen von etwas auf dieser Erde ist, so dass ein Überleben des Einzelnen möglich ist. Aber auch nicht mehr. Produhon zitiert dazu passend Professor Reid von Edinburg:

Das Recht zu leben enthält das Recht, sich die Mittel dazu zu verschaffen, und dieselbe Regel der Gerechtigkeit, welche das Leben des Unschuldigen respektiert wissen will, verlangt auch, daß man ihm die Mittel zu seiner Erhaltung nicht raube: beide sind gleich heilig… Der Arbeit eines anderen ein Hindernis in den Weg zu legen, heißt die gleiche Ungerechtigkeit begehen, wie ihn mit Ketten zu belasten oder ins Gefängnis zu werfen; das Resultat ist ganz dasselbe und ruft dieselbe Erbitterung hervor.

Fassen wir also die vielen Diskussionen zusammen, was es nach den aktuellen Erkenntnissen also inzwischen für eine bessere Welt braucht?

  1. Das Streben nach Glück, um dieses teilen zu können (Glück ist das einzige auf der Welt, das sich beim Teilen verdoppelt)
  2. Das Zusammenwirken von Geist (Bewusstsein mit Logik) und Liebe (Unbewusstes mit Intuition), damit der Sinn des Lebens erfüllt werden kann, das Gesamtbewusstsein über die Mehrung von Erkenntnis laufend zu steigern
  3. Ein Wirtschaften ohne Geld, sprich eine Schenkkultur mit einer fairen, nachhaltigen Nutzung der Welt-Ressourcen, so dass achtsame Kooperation an die Stelle räuberischer Konkurrenz treten kann
  4. Ein Leben ohne Eigentum, aber mit soviel Besitz, um damit sicher überleben zu können, so dass die Gier und der Neid der Vergangenheit angehören können
  1. März 31, 2012 um 8:44 am

    4. Ein Leben ohne Eigentum, aber mit soviel Besitz, um damit überleben zu können
    würde ich ändern wollen in
    4. Ein Leben ohne Eigentum, aber mit soviel Besitz, um damit *gut leben* zu können.

    Ja, das Privateigentum und die daraus resultierende gesellschaftliche (also von den meisten Mitgliedern der Gesellschaft erbrachte) Arbeit und die private (also von sehr wenigen dieser Gesellschaft) Aneignung der Ergebnisse dieser Arbeit stellt den Grundwiderspruch dieser Gesellschaft dar. Wird der beseitigt, löst sich m.E. auch jedes andere Problem unserer Gesellschaft.
    Das Geld gehört zum Privateigentum, denn die Banken, die das Geld aus dem Nichts schöpfen, sind in privater Hand, auch wenn sich diese Privatpersonen in irgendwelchen dubiosen Gesellschaften verbergen, um die wahren Eigentumsverhältnisse zu verschleiern.

    • März 31, 2012 um 8:49 am

      P.S. Natürlich ist Eigentum Diebstahl, und zwar in ganz großem Umfang. Und natürlich steht das heute gültige Rechtssystem auf dem Kopf – wie unsere ganze Welt. Denn dieses Rechtssystem dient dem Eigentum, also dem Diebstahl im Großen. Nimmt sich jedoch jemand etwas von dem Eigentum, das der Allgemeinheit gestohlen wurde, so wird er Dieb genannt und bestraft.
      Das ist ziemlich schizophren, ne?
      Gehört aber zu der Verdrehung der Wahrheit und Vernebelungstaktik, wie sie überall in unserer Gesellschaft heute erleben.

      Töten ist IMMER ein Verbrechen (nicht nur in Friedenszeiten!) und Krieg, in dem millionenfach getötet wird, um das Eigentum zu mehren, ist das größte aller Verbrechen, dass diese unmenschliche und kriminelle Gesellschaftsform leider zwangsläufig hervorbringt.

    • April 1, 2012 um 12:08 am

      Hallo Solveigh,
      ich hatte überlegt, ob ich gut schreibe oder nicht. Wie wir schon häufiger bemerkt haben, gibt es kein objektives gut oder schlecht/böse. Daher hatte ich das Attribut weggelassen.
      Jeder aus seiner Perspektive wird anderes brauchen. Mein Schwager meinte mal, dass er gerne 5 Schnitzel essen würde, wenn es welche gibt. Ein anderer wird sagen, dass er nicht einmal eines essen mag, weil er es mit seinem Gewissen nicht vereinbaren kann.
      Wenn wir schauen, womit eine „mittlere“ Familie in Afrika zum Leben auskommt, dann wird hier Jeder sofort aufschreien, dass so zu leben für ihn gar nicht gehen würde, dass es bitterste Armut wäre. Wenn wir uns aber anschauen, wie glückliche diese afrikanischen Menschen dennoch sind, und wie wenig glücklich die Menschen hier auf den Straßen größten Teils ausschauen, dann zeigt uns dies, das Reichtum selbst nicht wirklich zum Glück führt sondern eher unfrei zu machen scheint.

      Diese beiden Bilder machen deutlich, wie unterschiedliche der Lebensstandard einer Familie in Deutschland und Tschad in Bezug auf die Nahrung für eine Woche aussieht:

      Familie in Deutschland
      .
      Familie im Tschad
      Quelle
      LG Martin

      • April 1, 2012 um 10:22 am

        Du hast natürlich recht, Martin.
        Wenn ich „gut leben* schrieb, war „gut“ auch nicht als Attribut gebraucht, sondern als „mehr als gerade überleben“. Denn es benötigt ein gewisses Mehr als Überleben, um die Menschen wirklich von der Not zu befreien und von der Notwendigkeit, die Energie für die Sorge um das morgige Mahl aufzuwenden. Erst dann ist es möglich, diese Energie und Kreativität für das Wohl aller Menschen einzusetzen und den Kopf frei zu haben, sich über mehr als sich selbst oder die eigene Familie Gedanken zu machen.

        • April 1, 2012 um 10:23 am

          P.S. Wieviel wirft diese dargestellte Familie in Borgheide weg? Das können die unmöglich aufessen!
          Das ist Verschwendung.

  2. federleichtes
    März 31, 2012 um 1:39 pm

    Eigentum ist ein Vermögensrecht.
    Vermögen definiert sich verschiedenst.
    Das Recht der Verfügung darüber ist teils gesetzlich geregelt.

    Es gibt unteilbares Eigentum. Dazu gehören Luft (zum Atmen) und Wasser (zum Trinken). Dazu gehört die Ordnung, innerhalb der Wachstum geschieht.
    Es gibt ein unteilbares persönliches Eigentum. Es besteht aus dem Leben, das die Existenz von Menschen ermöglicht. Es besteht aus den Sinnen, mit denen Menschen ausgestattet sind.
    Ein Vermögen in einem weiteren Sinne ist, mit seinem Eigentum umzugehen.

    Im Allgemeinen – das ist meine Beobachtung – richten die Menschen ihre Aufmerksamkeit (auch ein Vermögen!) darauf, ihr Sach-Vermögen zu mehren, als darauf, ihr vorhandenes Vermögen besser zu nutzen.

    So sehe ich den fundamentalsten Diebstahl darin, sich selber seiner Lebensoptionen zu berauben. Und es geht weiter damit, einen Teil seines Lebens an Menschen (oder Institutionen oder „Götzen“) zu verschenken, um dann den anderen Teil seines Lebens von diesen Menschen oder Institutionen oder Götzen beherrschen zu lassen.

    Bei dieser Art Lebensgestaltung mangelt es an jeglichem Respekt gegenüber dem Wesen des Lebens. Wie verhalten sich nun Menschen ohne Respekt vor sich selber? Sie verschaffen sich Respekt. Und tatsächlich, das Wunder geschieht: Die Missachtung vor sich selber wandelt sich in eine Hochachtung vor Anderen, und gerade denen, die einem die eigene Achtung raubten.

    Vielleicht könnte man die Entwicklung von der Würde zur Selbstverachtung als Degenerationsspirale beschreiben, innerhalb der ein natürliches inneres Vermögen zermahlt in alle Winder verstreut wird. Das Erkennen dieses Mechanismus wäre vielleicht einen Moment der Selbsbesinnung WERT.

    Wolfgang

  3. März 31, 2012 um 3:54 pm

    Hallo in die Runde, bitte entschuldigt, das ich mich mehr als rar mache, aber der „Dienst am Folk“ nimmt mich ganz schön in Anspruch 😉
    Ich will mal entwicklungsgeschichtlich den Einstieg wagen. Ich denke die Entstehung von Eigentum vollzog sich über das Gewohnheitsrecht und war in der Entwicklung völlig zu Recht so, weil es ja die Triebfeder der Entwicklung der menschlichen Gesellschaft über viele Jahrhunderte darstellte. Es ist keine neue Erkenntnis, das sich das Eigentum immer mehr als Hemmschwelle entwickelt. Schon Robert Owen, http://en.wikipedia.org/wiki/Robert_Owen, erkannte weit vor Marx die Rolle des Eigentums und initiierte neue Modelle. Seit dem sind 200 Jahre ins Land gegangen und die Zustände haben sich so weit verschärft, das jeder der Augen im Kopf hat, sie nicht mehr übersehen kann. Was hält uns davon ab, es einfach anders zu machen. Ist, wie die Tatsache des Eigentumes, nicht auch die Frage, wer es verändern soll, heute neu zu beantworten? In der Vergangenheit wurden einschneidende Veränderungen wie Revolutionen, Kriege meist von einzelnen karismatischen Persönlichkeiten oder kleinen Personengruppen auf den Weg gebracht, der dann Auswirkungen auf alle Schichten der Gesellschaft hatte. Ist es bei einem so hohen Grand an Vergesellschaftung noch zeitgemäß, darauf zu warten, das so eine Persönlichkeit für uns die Veränderung vornimmt und ist überhaupt jemand dazu noch in der Lage so komplexe Strukturen dementsprechend umzugestalten? Stellt sich da nicht die Frage von selbst, das es in unserer Hand liegt, endlich damit zu beginnen? Jeglicher Zustand, jede Bewegung ist durch zwei Pole gekennzeichnet und dies wird auch immer so sein. Es liegt doch an uns, das die Balance zwischen Nutzungsrecht und Eigentum so unausgewogen ist. Ich erlebe schon seit längerem einen Zustand, wo der Besitz mit vielen fast unentgeltlich oder zum Selbstkostenpreis geteilt wird. Es ist die Zeit der Selbstbesinnung schon längst angebrochen und es liegt an uns, welches Gewicht sie in naher Zukunft erhalten wird. Viele Grüße com. Mike

    • April 1, 2012 um 11:12 pm

      Ich hatte letzten Freitag ein Gespräch mit einem Mitarbeiter einer Partnerfirma. Der meinte, dass er das Gefühl hat, dass egal, ob es eine Regierung hätte oder nicht, die Menschen trotzdem ihr Ding machen würden. Denn sie sind es, die gemeinsam etwas tun …

      • April 2, 2012 um 12:31 am

        Darum braucht der Staat ja auch die Menschen, aber die Menschen brauchen den Staat nicht. Darum werden die Menschen auch mit Staatsmacht gezwungen, sich den Bedingungen des Staates zu unterwerfen und tun sie es nicht, kommt wiederum die Staatsmacht zum Einsatz.
        Wie das funktioniert, können wir gerade sehr schön en praxi beobachten.
        Das Geld, bzw. der Entzug des Geldes, zum Beispiel durch Arbeitslosigkeit und Sozialabbau, ist ein hervorragendes Mittel, um Macht über die Menschen zu demonstrieren und auszuüben.

  4. April 1, 2012 um 12:31 am

    Privat ist aus dem Lateinischen privare abgeleitet. Die Übersetzung ist sowohl befreien als auch rauben. In dieser Quelle ist nur Bezug auf das „rauben“ genommen.
    Damit wird schon klar, worum das Privatisieren geht. Man nehme etwas aus dem gemeinschaftlichen Besitz und überführe es in das Eigentum einer Person (oder Konzern). Es ist das, was wir gerade in Griechland uns anschauen dürfen:
    Alles, was noch irgendeinen Wert hat und der Gemeinschaft gehört, wird dereit Privatisiert, um die Zinsen zu zahlen, dabei sind die Schulden noch gar nicht zurück gezahlt.
    Es macht den Eindruck des Testens, ob die Privatisierung auch im großen Stil funktioniert, ohne dass die Menschen (ernsthaft) protestieren. Gelingt es in Griechenland, ist der Weg frei, und ein Land nach dem anderen wird genauso ausgeraubt werden. Oder?

    • April 1, 2012 um 10:32 am

      In Spanien geht es jetzt auch schon los. Da wurde gerade der härteste Sparkurs der spanischen Geschichte beschlossen, der postwendend zum Generalstreik führte!

      Ja, ich denke, es geht darum, die Länder auszuplündern, dabei die Völker durch Neid-Debatten (wir deutschen müssen die Schulden der faulen Griechen und jetzt auch noch der Spanier bezahlen) gegeneinander aufzuhetzen, um sie schließlich mit Krieg überziehen zu können, um die „Schulden“ einzutreiben?
      Deutschland spielt dabei mal wieder eine unrühmliche Rolle! Wird hinterher noch etwas von Deutschland übrig bleiben?

      Die doppelte Bedeutung des Worte „privare“ von „befreien“ und „rauben“ ist vollkommen richtig:
      Ich befreie die anderen von Ihrem Eigentum, in dem ich sie ausraube!

  5. April 1, 2012 um 10:25 am

    Der Eifephilosoph hat gestern einen Artikel über den ESM geschrieben und sieht darin das Werkzeug, nun alle Menschen bis auf die Profiteure in Europa zu Sklaven zu machen. Er zitiert dabei aus einem Artikel der Financial Times:

    80 Milliarden oder 60 Milliarden oder 65 Milliarden und dann noch irgendwie 28% von 650 Milliarden und 40 Milliarden cash für den IWF: – wenn ich so meinen Haushalt führen würde, wäre ich am Ende der Woche verhungert. Als deutscher Finanzminister geht das – weil man Leute hat, die einem sagen, wo es langgeht. Die Financial Times Deutschland klärt über die Zusammenhänge auf:

    Die Antwort sollte inzwischen klar sein: Interessengruppenpolitik und die Weltsicht politischer Eliten. Auch wenn das Risiko für das Finanzsystem minimal war, hatten Banken und Anleihegläubiger mit erheblichen Konsequenzen zu rechnen. Sie liefen Gefahr, Milliarden zu verlieren und vielen Beschäftigten des Finanzsektors drohte der Verlust ihrer Arbeitsplätze. Es ist also kaum verwunderlich, dass führende Banker, sowohl hinter verschlossenen Türen als auch öffentlich, Lobbyismus gegen eine Umschuldung betrieben.
    So lässt etwa das Institute for International Finance, ein einflussreicher Lobbyverband großer Finanzinstitute mit Sitz in Washington D.C., regelmäßig verlauten: Helft uns aus der Patsche, oder ihr habt die Konsequenzen zu tragen. Mindestens ebenso wichtig, wie der Handlungsstrang, auf den sich der Verband geeinigt hat, ist seine politische Macht, die in den letzten Jahren erheblich zugenommen hat – so sehr, dass sich alle wichtigen politischen Entscheidungsträger in den USA und in Europa um das Schicksal von Banken sorgen, auch wenn das keinen allgemeineren Einfluss auf die Wirtschaft hat.

    Sogar jetzt werden viele der Verluste, die die Banken hätten tragen sollen, vom öffentlichen Sektor geschultert, unter anderem durch verschiedene Formen direkter Unterstützung und die außergewöhnlichen und riskanten Tätigkeiten der Europäischen Zentralbank.

  6. April 3, 2012 um 9:55 pm

    Wie kann es sein, dass Wolfgang das Thema auf eine Geistige ebene bringt, welches absolut relevant ist, um zu verstehen, was in der Welt passiert, und ein anderer Kommentar das ganze wieder auf eine niedere Sache enden lässt, mit Argumenten die schon die Inquisition erfolgreich machte.

    Viele scheinen nicht zu verstehen, dass der Mensch Körper, Geist und Seele ist und als Einheit dieser drei vollkommen ist. Wir teilen schön alles auseinander und erzählen Ihm, du bist nur die Summe deiner Teile und die Seele..na ja, vergiss sie, nach dem Tod ist sie Weg.

    Darwin hat diese Trennung perfektioniert mit Hilfe seines Geistes (obwohl, nachdem seine Theorie erfolg hatte, er arge Zweifel hatte). Und nun kommen wir zum Geist im Sinne von Verstand oder Geist, was ist Geist und was sind Geister? Werden wir gar von Geistern beeinflusst.

    Recht auf Eigentum hat der Mensch, wenn es zum Wohle des Anderen dient. Leider ist mein Geist zu klein, um zu beschreiben, wie es den Geistigen gelingt, den Menschen der Art geistig degenerieren zu lassen.

    Ich finde, es ist genug….

    • April 3, 2012 um 10:31 pm

      Ja, Du hast Recht, ich habe das Video in den Müll gegeben. Besser wir schauen nach vorne. LG Martin

  7. federleichtes
    April 7, 2012 um 3:40 am

    Unser Rechtssystem steht, wenn ich das richtig verstehe, mit einem Bein im Tierreich verwurzelt. Es gilt das Recht des Stärkeren.
    Darüber hinaus gilt ein anderes Gesetz: Das Gesetz, das den Gemeinsten, Hinterhältigsten und Verlogensten bevorteilt, und den Ehrlichen, den hilfsbereiten und freundlichen Menschen benachteiligt.

    Wenn etwas Gegenteiliges im System geschieht, geschieht es allein aus dem Grund, diese Wahrheit zu vertuschen.

    Das Chaos regiert. Wer wollte dort ein Recht erwarten, das der Vernunft und einer Vorstellung von Menschlichkeit entspricht.

    Na ja, ein paar der Masken fallen ja, und ein paar mehr Leute werden immer mehr verstehen.

    Wolfgang

  8. April 7, 2012 um 3:54 am

    Hi wolfgang,
    ich finde, man sollte die hintehältigen und verlogenen 1% nicht gemein nennen.
    Gerade das Wort GEMEIN hat unglaublich viel……
    die gemeinsten ,das sind wir und wir sind viele….
    Gemeinde, nicht im christlichen Sinn, sondern im sinne von Ortschaft
    GeMein du bist gemein mit jemand gemein sein,
    heisst wieder solidarisch sein…
    Keine Kritik sondern vielleicht aufmunterung
    gut gemeinte grüße ralf

    • federleichtes
      April 7, 2012 um 1:18 pm

      Lieber Ralf,
      ich muss gestehen, dass ich das Wort „Gemein“ absichtlich in dieser Form benutzte – und danke Dir herzlich für Deine Antwort.
      Was ich demonstrieren wollte: Wie Begriffe verhunzt werden. Das Gemeinwesen – positiv, und das gemeine Wesen, – negativ..
      Gesinde – Gesindel!
      Selbst der Begriff Solidarität ist verkommen, weil sie nur sehr eingeschränkt gelebt werden – kann. Da verkommt leicht die Selbstliebe zur Egozentrik, und man läßt den „Partner“ im Regen stehen und rennt mit dem Schirm auf die Sonnenseite.
      Gemeinschaft im urchristlichen Sinne ist mir das Teilen, ganz profan, das Brot gemeinsam brechen, die Sorgen und das Glück teilen.

      Danke auch für Deine Aufmunterung. Nein, ich bin nicht entmutigt – im Gegenteil. Ich nenne meine Fakten, und indem ich sie ausprechen KANN, verstehe ich immer besser, welches Kind in welcher Schaukel liegt, und was zu tun und was zu lassen ist.

      Gemeinschaft? Vielleicht gibt es einen besseren Begriff, der zweifelsfrei das Zusammenwirken Vieler zum Nutzen Aller ausdrückt.

      Kritik ist mir immer willkommen, Ralf. Sie bedient den Gashebel – und den Scheibenwischer.

      Wolfgang

  9. April 12, 2012 um 11:25 pm

    Es wird derzeit an allen Fronten nach Unstimmigkeiten in unseren Systemen gegraben, um zu verstehen, warum derzeit alle Zeichen auf Sturm stehen. Dieses Video mit Informationen über unsere rechtliche Situation als natürlich-freie Menschen und einem souveränen Volk kann einen ganz schön wuschig machen. Aber, weist es den Weg in die wirkliche Freiheit?

  10. federleichtes
    April 13, 2012 um 1:29 am

    Der Weg in die Freiheit? Vielleicht ein Schritt hin zur inneren Freiheit:
    Beanspruche für dich Rechte, die du bedenkenlos auch anderen zubilligst. Und erfülle nur die Pflichten, aus denen keine Forderungen entstehen. Wohlwollen/Nächstenliebe und Schenkkultur = Lebensfreude. Punkt. Das Rezept für die im „Geiste“ Armen. Sie haben das Recht, genau so zu sein. Was braucht es mehr Rechte?

    Wolfgang

  11. April 16, 2012 um 8:21 pm

    Autsch. Mentalität kommt hin …

  12. April 16, 2012 um 9:58 pm

    Ist nicht von der Hand zu weisen…

  13. April 22, 2012 um 5:55 pm

    Die Frage ist allein, in welcher Gesellschaft wir leben wollen. Das steht eigentlich hinter dem Streit, und das sollte man ehrlich sagen: Wollen wir eine Gesellschaft, die auf Ausschluss jeweils Dritter basiert, oder wollen wir eine Gesellschaft, die die maximale Inklusion möglichst aller anstrebt. Im zweiten Fall muss man allerdings das Eigentum insgesamt in Frage stellen (und nicht nur das »geistige«) und über neue Formen des Besitzes nachdenken. Das ist es jedoch, was »piratige« bis »linke« Ansätze noch nicht mal ansatzweise gedanklich hinbekommen. Der Commons-Ansatz bietet hier neue Anknüpfungspunkte.

    gefunden als Abschlussworte zur Differenzierung von Eigentum und Besitz im Kontext von geistigem Eigentum:
    Eigentum und Besitz und Commons, von Stefan Meretz auf keimform

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