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Vom Dilemma der Konzerne – gebraucht werden kreative Produzenten als auch dumme Konsumenten

Ich habe gerade einen herrlichen Artikel von Reinhard Kahl vom Verein Archiv der Zukunft – Netzwerk gefunden, den ich hier gerne in Teilen wiedergeben möchte, denn er bringt so viel Diskutiertes rund um unsere Bildungsindustrie herrlich formuliert auf den Punkt:

Vom ersten Kongress der Schulerneuerer in Hamburg 2007

<<<< Beginn des Artikels >>>>

Es liegt etwas in der Luft über den Höhen und Niederungen der deutschen Bildungslandschaft. An vielen Orten beginnen Lehrer ihre Schulen umzubauen. Mehr und mehr Eltern wollen nicht länger auf bessere Zeiten warten. Manche von ihnen gründen Schulen. Auch Schüler mischen sich ein. Ungewöhnliche Bündnisse mit Kirchen oder Unternehmen werden geschlossen. Fast alle diese Umgründungen, Neugründungen und die vielen kleinen Schritte von Erneuerungen haben verwandte pädagogische Ideen und gehen doch eigene Wege. Sie setzen auf das Lernen in Projekten, weil darin das Wissen zusammengeführt, Erfahrungen gemacht und die Initiative zum Handeln zurück gewonnen werden. Sie setzen auf Freiarbeit, die manchmal auch Lernbüro genannt wird. Dort wird durchaus diszipliniert gelernt und viel geübt, aber nicht im Gleichschritt. Sie setzen auf altersgemischte Gruppen, weil die Verschiedenheit der Kinder ein anregenderes und wirksameres Lernmilieu hervor bringt. Diese Schulen verabschieden sich von den Monokulturen der Belehrung. Der Umschwung betrifft nicht nur Schulen. Institutionelle Grenzen werden umdefiniert, zum Beispiel mit neuartigen Bildungshäusern für die 3- bis 10jährigen. Die starre Trennung zwischen Spiel und Lernen weicht auf. Viele Kindergärten und Krippen verstehen ihre Arbeit nicht mehr nur als Betreuung. Gerade diese Einrichtungen am Rande der öffentlichen Aufmerksamkeit bilden sich in erstaunlicher Weise als erstes selbst.

Das gesellschaftliche Klima ist günstig. Der Übergang von einer belehrten zur lernenden Gesellschaft steht an. Überall. Mechanische Arbeit wird mehr und mehr von Maschinen übernommen. Unternehmen bleibt gar nichts anderes übrig, als auf die Kreativität ihrer Mitarbeiter zu setzen und zu lernenden Organisationen zu werden. Damit tun sie sich so schwer wie die Schulen. Und die gleichen Unternehmen, die auf Erfindungsreichtum, Teamarbeit und Problemlösekompetenzen setzen, wünschen sich ihre Konsumenten eher als passive Wesen. Wie gehen Schulen mit diesem Widerspruch um? Bilden sie noch Konsumenten oder schon Produzenten aus?

Schulen und andere Einrichtungen verändern ihr Klima. Die atmosphärische Mitgift brachte hohe Anteile an Misstrauen, Beschämung und Gleichgültigkeit. Seit die Drohgebärden dieser Traditionen erschöpft sind, bewirken sie Verwahrlosung. Als überlegen erweisen sich hingegen ein Vorschuss an Vertrauen und das Versprechen an die Kinder, dass sie alle dazugehören. Die Erwartung, dass in jedem etwas steckt, das sich herauszufordern und zu bilden lohnt, erweist sich als wirksamer als die alte Verdächtigungs- und Misstrauenskultur. Menschlicher ist der freundliche Empfang ohnehin.

Atmosphären und Zwischenräume galten bisher in den Bildungseinrichtungen kaum als bedeutsam. Der gebaute Raum wurde funktional gesehen, fast als Container. Nun wird der Raum als der dritte Pädagoge entdeckt. Schulen verabschieden sich auch vom gleichförmigen, die Eigenart der Tätigkeiten missachtenden Zeittakt der Industriegesellschaft. Sie rhythmisieren die Zeit und geben damit ihre Anstaltsförmigkeit auf.
Wäre es nicht ein lohnendes Projekt, Schulen und andere Bildungshäuser zu Kathedralen einer nachindustriellen Gesellschaft zu kultivieren? Orte, an denen die Gesellschaft zeigt, was ihr wichtig ist? Häuser in denen nicht nur Worte, sondern viele Einzelheiten vom gelungenen Leben und von der Schönheit erzählen?

Der deutsche Bildungskrieg um das richtige System hat viele Trümmer und manche Narben hinterlassen. Bildung wurde zum Thema für Sonntagsreden. Werktags wurde geschwiegen oder über den „Qualifikationsbedarf“ gesprochen. Der Alltag wurde grau und grauer. Kein Wunder, dass dann häufig die Lehrer mittags schneller in ihrem Golf sitzen als die Schüler auf dem Fahrrad. Nach der heilsamen Pisa-Irritation sind viele Schulen in das Missverständnis zurückgefallen, notwendige Maßstäbe (Standards) könnten nur dann gewährleistet werden, wenn das Lernen selbst standardisiert wird. Angst und Misstrauen dominieren noch und mancherorts wachsen sie wieder. Dabei verliert das Lernen weiter an Nachhaltigkeit und das Verhalten vieler Schüler zum Schulstoff erinnert an die Pubertätskrankheit Bulimie. In manchen Lehrerzimmern dominieren die depressiven Zirkel. Aber auch an diesen Schulen rührt sich was, gemäß dem Motto der Bremer Stadtmusikanten: Etwas Besseres als den Tod finden wir überall.

Der Übergang vom Perfektionsideal zur Idee des Gelingens ist übergreifend und verändert das Bildungsideal. Gebildet ist, wer von sich sagen kann: „I did it my way.“ Das gilt gleichermaßen für Personen wie für Institutionen. Das alte Ideal der Perfektion verlangt, dass Anforderungen möglichst fehlerfrei erfüllt werden. Ist hingegen etwas gelungen, dann wurde aus gegebenen Voraussetzungen etwas gemacht, das vielleicht noch nie da war. Das muss nicht spektakulär sein. Aber nur auf eigenen Wegen und auf je eigene Art und Weise kommt Neues zur Welt. In einer mit Respekt aufgeladenen Atmosphäre überraschen Kinder und Jugendliche sich und die Erwachsenen. Sie entdecken ihre Talente – häufig auf Umwegen. Wenn Lernen zum faszinierenden Projekt des eigenen Lebens wird, entwickeln sie Ausdauer. Sie wollen mehr und verlangen die Zeit dafür. Dann bestehen sie auch auf wirklich erwachsen gewordene Erwachsene und wünschen sich eine gemeinsame Welt. Weil das alles nicht konfliktlos läuft, werden Regeln und Rituale gefunden.

Im Film Treibhäuser der Zukunft und anderen Produktionen des Archivs der Zukunft wird gezeigt, wie auch in Deutschland Schulen und andere Bildungshäuser gelingen. Die Filme sind zu Katalysatoren der Schulerneuerung geworden. Die unerwartet große Resonanz zeigt, wie viel sich in deutschen Schulen regt, aber wie isoliert diese Regungen oft noch sind. Das gab den Anstoß, neben dem Archiv der Zukunft – Produktionen, das weiter Filme bzw. DVDs herstellen wird, ein gemeinnütziges Archiv der Zukunft – Netzwerk zu gründen.

Es wird thematische Arenen abstecken, in denen um Erneuerung gerungen wird. Ideen und Erfahrungen werden diskutiert. Es kommt nun darauf an, neben der Verbreitung von Bildern des Gelingens den Austausch über die Baustellen, an denen das Lernen erneuert wird, zu organisieren. Dabei werden die Einzelheiten wichtig. Von Misserfolgen wird ebenso zu sprechen sein, wie von Erfolgen. Es versteht sich, dass dies alles nur möglich sein wird, wenn die Akteure den Austausch zu ihrer eigenen Sache machen. Dazu brauchen sie die Gesellschaft all derjenigen, die den Bau dieser Kathedralen ebenfalls lohnend finden: Künstler und Handwerker, Architekten und kluge Personalchefs, Unternehmer und nicht zuletzt Senioren, die nicht untätig sein wollen und etwas weiterzugeben haben.

Die Gründer des Netzwerks glauben nicht mehr, dass die Mängel unserer Schulen allein durch staatliches Handeln behoben werden können – selbst wenn wir die beste Regierung aller Welten hätten. Sie sind davon überzeugt, dass in den Schulen und anderen Bildungseinrichtungen die Veränderung von unten ansteht, der Übergang von einer bürokratisch geführten und hierarchisch strukturierten zu einer sich stärker selbst regulierenden, lernenden Organisation. Rahmenreglungen, Gesetze und eine gewisse Aufsicht werden nicht überflüssig. Aber wichtiger als die Aufsicht werden die Einsichten vor Ort und die Resonanz der kritischen Freunde. Dieser Übergang wird nur durch die Selbstqualifizierung der Pädagogen möglich sein. Viele sind bereits in eine durchaus lustvolle, kollektive Autodidaktik eingetreten. Der Austausch braucht einen Körper und ein sich ausdifferenzierendes Nervensystem. Das Archiv der Zukunft wirkt an dieser „Fleischwerdung“ mit.

Wenn Schulen „lernende Organisationen“ werden, verwandeln sie sich gewissermaßen in Individuen. Sie leisten sich eine Biographie, wie sie Personen haben, denn nur Individuen können lernen. Es beleidigt sie, geklonte Exemplare einer perfekten Vorlage sein zu sollen. Das lief schon immer auf das Verbot hinaus, lebendig sein zu dürfen. Zum Glück können Kopien allerdings gar nicht perfekt sein. Kopierfehler sind unvermeidlich. In einer Kopistenkultur allerdings trägt dadurch alles einen Makel.

Individuen gelingen je auf ihre Weise, das gilt für Personen wie für eigenwillige Institutionen! Diese übergreifende Herausforderung von Bildung macht vielen Angst, weil nur das gelingen kann, was auch schief gehen darf. Wo allerdings das Scheitern verboten oder verleugnet wird, wird das Fiasko am wahrscheinlichsten. Denn das Kaschieren von Fehlern kostet die meiste Energie und die Vermeidung der immer etwas riskanten Lebendigkeit lässt die Energiequellen versiegen.

Verschiedenheit und Vielfalt bringen Individuen zur Kooperation und zum Sprechen. So entsteht etwas Drittes: Kultur. Dann bekommt „die Schönheit der individuellen Gestalt gegenüber dem Ideal der Einheitlichkeit“ (Hartmut von Hentig) eine Chance. Auch das gilt für Menschen ebenso wie für Schulen und für andere Einrichtungen.

Individuen erkennt man daran, dass sich von ihnen Geschichten erzählen lassen. Im Archiv der Zukunft – Netzwerk sollen viele Geschichten erzählt werden. Es gilt natürlich hinter all den Geschichten das Generalisierbare heraus zu finden. Aber es gibt keine „Umsetzungen 1:1“ und keine kontextfreien Anwendungen. Wenn sich Schulen zum Beispiel vom Lehrer als pädagogischem Einzelkämpfer verabschieden und Teams bilden, dann wird ihre Geschichte wichtig. Sie muss so genau wie möglich erzählt werden. Und stecken diese Geschichten andere Schulen an, dann wird die Zahl der Geschichten und damit auch die Menge der Möglichkeiten vermehrt. Generalisierungen kristallisieren sich deutlicher heraus. Der Gedanke an Kopien, die weitere Schulen davon suspendieren, ihre eigene Geschichte zu machen, wird immer unsinniger. Je stärker aber institutionelle Individuen ihren Eigensinn entwickeln, desto wichtiger wird für sie Verwandtschaft.

In diesem Wechselspiel erhebt die bisher überwiegend verstummte Intelligenz der pädagogischen Praxis ihre Stimme. Besser: Die Intelligenz der Praxis bekommt viele Stimmen!

Ihre Diskurse brauchen andere Formen als sie die überwiegend selbstreferentiellen Theorien und die auf Regelungen ausgerichteten administrativen Vorgaben ausgebildet haben. „Nicht mehr Theorie praktizieren, sondern die Praxis theoretisieren!“ (Eskil Frank, Stockholm) Das Maß ist nicht Richtigkeit, beziehungsweise Übereinstimmung mit Theoriewellen oder Praxismoden. Das Maß ist das Gelingen. Das Gelungene ist häufig evident, manchmal aber auch kontrovers. An Differenzen wird nie Mangel sein.

Was also ist diese Intelligenz der Praxis? Sie ist ein endloses Gewebe aus Geschichten und Gesprächen, aus Vorschlägen und Erfahrungen. Gerade das Gelungene unterliegt der Zeitlichkeit. Zerfall ist unvermeidlich, wenn die Erneuerung nicht mithält. Auch Institutionen sind sterblich. Die heimliche Vision vieler Theorien indessen besteht darin, das letzte Wort in einer Sequenz von Monologen haben zu wollen. Von diesen Todesengeln wollen wir uns verabschieden.

Es ist an der Zeit, dass diejenigen, die sich fürs Lernen begeistern, miteinander ins Gespräch kommen. Viele kennen sich nicht, wissen nicht mal voneinander, dass es sie gibt. Gewiss, nicht jede pädagogische Idee ist neu. Neu allerdings ist jetzt die Unzufriedenheit mit einem zaudernden Konjunktiv, der über ein „man müsste eigentlich“ nicht hinaus gekommen ist. Eine Lust am entschlossenen Indikativ ist da. Das Aufplatzen mancher Verpuppungen steht auf der Tagesordnung! Der Beweis für das Gelingen der Metamorphosen wäre allerdings, dass dann tatsächlich Schmetterlinge schlüpfen. Also: Nicht alles wird gelingen. Allerdings, um die Standards in den messbaren Leistungen muss sich niemand sorgen, wenn sich Lehrer nicht länger wie Untermieter im angeblich übermächtigen System verhalten und wenn die Schüler nicht mehr zur Schule gehen wie zum Zahnarzt.
Auch das ist neu: Schulen, die diesen Wandel von innen betreiben, sind damit in der Gesellschaft nicht mehr isoliert. Überall in der auslaufenden Industriegesellschaft werden Diversity und Heterogenität entdeckt. Sie sind humaner, wirksamer und auch schöner.

Schulen, die selber lernen, bringen nach außen und innen eine besondere Atmosphäre hervor, ein Klima von Fehlertoleranz, von Respekt sowie Sinn für Differenz und Eigensinn. Soll sich das Innenklima stabilisieren, muss sich auch das Außenklima verbessern. Die Wechselwirkungen werden ein zentrales Thema der Klimapolitik einer Wissens-, Bildungs- oder gar Ideengesellschaft sein. Sie kann unmöglich nur einer Politikerpolitik überlassen werden. Das Archiv der Zukunft – Netzwerk versteht sich als eine von vielen zivilgesellschaftlichen Strömungen, die man vielleicht lieber Polytik nennen sollte. Vielfalt ist ihr Thema hinter den Themen. Es geht um die Vermehrung der Lebens- und Handlungsmöglichkeiten, nicht aber um das Behaupten einer richtigen Lösung, die keine andere neben sich duldet. Es gilt von diesen Zwangsvorstellungen Abschied zu nehmen, die behaupten, dass es keine Alternativen sondern nur Sachzwänge gäbe.

Es muss nicht alles neu erfunden, wohl aber muss alles immer wieder erneuert werden. Warum glauben ausgerechnet in der pädagogischen Sphäre so viele noch ans „Umsetzen“ des angeblich Richtigen? Warum verzichten sie auf Kreativität und begnügen sich damit den „Stoff zu vermitteln“? Warum ist noch so viel Kommando in ihrer Sprache? Warum sind viele Schüler und Lehrer so lustlos? Das stärkste Argument gegen Freudlosigkeit und die Lernschwäche an Schulen sind Nachrichten vom Gelingen. Das ist kein Gesundbeten. So wird der Möglichkeitssinn geweitet. Denn wie könnte jemand etwas anstreben, wenn er gar nicht daran glaubt? Das Archiv der Zukunft – Netzwerk soll zugleich den Wirklichkeitssinn schärfen. Die neuen Schulen sollen ja gemacht, nicht nur konzipiert werden.

Um diese Arbeit am Gelingen von Bildung zu verstetigen wurde das Archiv der Zukunft – Netzwerk gegründet.

Ob ihr´s glaubt oder nicht, die Evolution hat ein Ziel, Schönheit. (Joseph Brodsky)

Für jeden einzelnen ist es schwer sich aus der Unmündigkeit herauszuarbeiten. Er hat sie sogar lieb gewonnen und ist unfähig sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, weil man ihn niemals den Versuch dazu machen ließ. Dass aber ein Publikum sich selbst aufkläre, ist, wenn man ihm dabei nur die Freiheit lässt, beinahe unausbleiblich. (Immanuel Kant)

  1. März 21, 2012 um 7:32 am

    Prof. Gunter Dueck, bis vor Kurzem noch Chef-Architekt der IBM Deutschland, schreibt seit einiger Zeit darüber, dass wir uns zu einer Wissensgesellschaft transformieren und die Unternehmen schon deshalb nur noch intelligente Mitarbeiter brauchen, siehe sein Buch: Professionelle Intelligenz – worauf es morgen ankommt.

    Oder sein Omnisophie-Artikel: Der Oberschicht-Code

    Bei Einstellungen schaut man hauptsächlich, ob der Bewerber den Eindruck vermittelt, dass er seinen Job eigenverantwortlich locker hinbekommt, ohne dass man als Chef dauernd eingreifen und helfen muss. Und die neuen Mitarbeiter sollen bitte nicht herumzicken und Probleme bei der Arbeit und im Team vernünftig selbst regeln, am besten so, dass gar keine Probleme entstehen oder gar auftreten. Die Arbeit soll einfach wie von selbst laufen! Ja, liebe Leute, wonach stellen Sie denn ein?

    • Kreativität, Originalität, Sinn für Humor
    • Konstruktiver, freudiger Wille
    • Initiative, die auf andere ausstrahlt
    • Gemeinschaftssinn, der auch andere aktiviert
    • Gewinnendes Erscheinungsbild und Offenheit
    • Ausgewogenes Selbstbewusstsein
    • Vorfreude auf eine gute eigene Zukunft
    • Auch andere inspirierende Neugier
    • Positive Haltung zur Vielfalt des Lebens
    • Liebende Grundhaltung zu Menschen

    Wenn es einen „Code“ gibt, dann könnte es solch einer sein. Und dann sollten wir unser Verständnis von „guten Kindern“ neu ausrichten und nicht immer über Chancenungleichheit jammern nichts tun und paranoide Zugangsbeschränkungstheorien verschwörerisch diskutieren.
    Lassen Sie uns Zeichen setzen! Ändern wir die Kopfnoten, die das neue Menschenverständnis ausdrücken! Ich meine wirklich ändern, nicht feige weglassen.

  2. März 21, 2012 um 8:46 am

    Hab Dank, Martin, für diesen interessanten Text, der meine volle Zustimmung bekommt, erst recht, mit diesem Schlußsatz:

    “Ob ihr´s glaubt oder nicht, die Evolution hat ein Ziel, Schönheit. (Joseph Brodsky)“

    Da haben wir wieder die Kohärenz von Bewusstsein: verschiedene Frequenzen, Individuen, die sich jedoch ALLE in einem Ziel wiederfinden, woraus nicht nur ein Ton, sondern ein Klang entsteht.

    Die Kohärenz ist das, was das Gesamtbild nicht nur als Summe aller Einzelbilder verstehen lässt. Die Summe gleicher Töne schafft einzig den selben Ton … nur lauter. Die Kohärenz jedoch haucht dem Ganzen die Schönheit ein … und die Lautstärke weicht der Tiefe und Fülle.

    Schulen, wie Betriebe, fördern aktuell noch einzig gleiche Töne, Stichwort Schubladendenken und Standards … und das Ziel geben wenige vor und viele müssen folgen. Da hätten wir wieder die Hierachie.

    Gruß Guido
    http://www.gold-dna.de

  3. März 21, 2012 um 8:58 am

    Hi Martin,
    viele deiner hinweise sind äusserst inspirierend,
    aber dieser link zu dueck ist eher kontraproduktiv. in seiner grundaussage festigt
    er ein ober- unterschichtdenken.
    der wichtigste punkt aber.
    die entwicklung kognitiv, sprachlich!!! sozial erfolgt in den ersten 3 lebensjahren!!!!
    Dieses als fakt akzeptiert, ist es nur sehr schwer , defizite in der schule aufzuholen.
    Ich jammere nicht über chancenungleichheit, sondern ich will hinarbeiten, das
    zumindest in der grundschule ein anderes denken einzieht von eltern lehrern,
    unabhängig von der schulbürokratie.
    man könnte stundenlang diesen artikel auseinandernehmen,aber die kleine will
    erzogen erziehen hinziehen wohinziehen??? zum optimalen sklaven?????
    liebe grüße ralf

    • März 21, 2012 um 5:32 pm

      Hi Ralf,
      ich hatte Prof. Dueck als Beispiel dafür gebracht, was darüber gedacht wird, wie ein Mensch sein muss, damit er in den Konzernen der Wissensgesellschaft optimal Verwertung findet.
      Und das zeigt sehr gut, dass der solcherart ausgebildete Mensch aber genau auch ein solcher sein würde, der entsprechende kritisch die marktkonforme Demokratie, wie sie die Konzerne einfodern, verurteilen würden und einen demokratie konformen Markt befürworten werden.
      LG Martin

      • März 22, 2012 um 10:39 am

        _wie ein Mensch sein muss, damit er in den Konzernen der Wissensgesellschaft optimal Verwertung findet._

        Sorry, Martin, aber ganz ehrlich:
        Welcher Mensch möchte sich gern _verwerten_ lassen?

        Ist ein Mensch ein „Ding“, das _verwertet_ wird? Ist es dann nicht gleich besser, alle in ein Arbeitslager zu stecken, wo die _Verwertung_ des Menschen vollkommen ist und gar noch seine sterblichen Überreste _verwertet_ werden können?

        Ganz abgesehen davon, das kein Bodenschatz, kein Tier, keine Pflanze ausschließlich auf seine _Verwertbarkeit_ hin betrachtet und danach in „Gut“ oder „Schlecht“, in „Brauchbar“ oder „Unbrauchbar“ kategorisiert werden darf – und Menschen sollten einer solcher Betrachtungsweise genau so wenig unterliegen.

        • März 22, 2012 um 11:17 am

          Ich hatte das verwerten sarkastisch interpretiert haben wollen, denn das ist doch das denken an der spitze von hierarchien…

  4. März 21, 2012 um 9:05 am

    hallo, @guido
    und auch deine vorherigen beiträge von freien schulen widersprechen dem
    obigem text zu 100% ich weiss es gibt nicht das absolute ( aber das EINE) :-))
    aber man kann nicht neuen unterricht -OBERschicht
    UNTER- Richt ausrichten für die Unterschicht, ich schweife ab
    liebe grüße von die beyers

  5. März 21, 2012 um 1:58 pm

    Sorry guido,
    ich verwechselte den kommentar von martin mit seinem post.
    aber immer ,wenn ich die henkels,müllers, und andere großkopferten
    höre, werde ich hellhörig und frage cui bono– bonobo:-))
    lg ralf

  6. März 25, 2012 um 10:45 pm

    Ja, Umdenken in kleinen Schritten findet statt:

    http://www.schink-kantoku.de/das-unternehmen-als-organismus/77-unternehmen-organismus.html

    Obwohl noch immer alte Denkschablonen Bestand haben:

    “Entscheidend ist, dass die Beteiligten, sich an klar definierten gemeinsamen Zielsetzungen und Spielregeln orientieren.“

    Aber noch leben wir ja auch in der Expansion.

    Gruß Guido

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