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Über die Empathie von Tieren …

Empathische Schimpansen: If you ever doubted that animals feel sorrow, this photo will make you believe. Dorothy, the female chimp on the stretcher was a mascot at some amusement park where she was taught to drink beer and smoke cigarettes. She entertained the crowd for close to 25 years. As Dorothy neared her 40s, she was obese and in poor health. When owners of the amusement park failed to make enough money out of her, she was moved to the Cameroon's Sanaga-Yong Chimpanzee Rescue Centre where she took her last breath after 8 painful years of treatment. Finally the news of her death brought the entire gang of chimps gather together to pay their last tribute to this wonder chimp. A BIG HUG TO DOROTHY.

Empathische Schimpansen: If you ever doubted that animals feel sorrow, this photo will make you believe. Dorothy, the female chimp on the stretcher was a mascot at some amusement park where she was taught to drink beer and smoke cigarettes. She entertained the crowd for close to 25 years. As Dorothy neared her 40s, she was obese and in poor health. When owners of the amusement park failed to make enough money out of her, she was moved to the Cameroon’s Sanaga-Yong Chimpanzee Rescue Centre where she took her last breath after 8 painful years of treatment. Finally the news of her death brought the entire gang of chimps gather together to pay their last tribute to this wonder chimp. A BIG HUG TO DOROTHY.

Dieses Foto hat mich motiviert, das heikle Thema des Tötens von Tieren mal wieder aufzunehmen: Wenn wir Menschen die Krönung der Schöpfung sind, so wie uns dies  vorgesagt wird, müssten wir nicht gerade deshalb Vorbild sein, und Tiere genauso wenig töten wollen, wie wir das Töten von Menschen verurteilen. OK, es gibt noch ein paar Länder, die noch die Todesstrafe ausüben. Aber auch hier wird das Töten eines Menschen in Nicht-Kriegszeiten aus ethischen oder sonstigen Gründen verurteilt.

Welches Argument könnte ziehen, dass wir Tiere töten?

1. Weil der Mensch die Macht hat?

Das kann nicht ziehen, denn dann dürften wir auch Menschen töten.

2. Weil es so geschrieben steht?

Gut, in der Bibel soll was stehen, dass der Mensch sich die Erde untertan machen soll. Ich hatte aber auch schon gesehen, dass diese Bibelstelle unvollständig zitiert ist.  Richtig ist, dass er verantwortlich mit ihr umgehen solle.

3. Weil die Schöpfung Wesen geschaffen hat, die sich von anderen Wesen ernähren?

Das wird nun wirklich schwierig. Es gibt auch Menschfresser auf der Erde. Die sind konsequent in der Interpretation. Wenn schon, dann soll es auch für alle Wesen gelten. Sprich, wo zieht man die Grenze. Der Mensch als die Krönung der Schöpfung darf alles essen, nur sich selbst nicht?

4. Lasst uns nur Wesen essen, die nicht empathisch sind?

So wie es aussieht, kommen immer mehr Forscher zu der Erkenntnis (siehe ein Beispiel hier), dass unsere Primaten auch empathisch sind. Zu dem sind sie in der Lage, mit uns zu kommunizieren. Mittlerweile finden wir Empathie aber auch bei Elefanten, die sich sogar genauso wie die Primaten im Spiegel selbst erkennen können. Das gilt auch für Delphine, deren Sprache man gerade dabei ist, zu entschlüsseln. Aber auch von Kühen und Pferden wissen wir, dass sie extrem Leiden, wenn ihnen Kalb oder Fohlen weggenommen werden. Genauso wissen wir von Hunden, denen ihre Herrchen fehlen, wenn sie nicht mehr da sind.

… Da haben sie Kühe zuschauen lassen, wie im Schlachthof ihre Artgenossen geschlachtet wurde. Da hat man Tränen bei den zuschauenden Tieren sehen können. (Fundstelle)

Wo also ziehen wir den Trennstrich bei der Fragen, welches Wesen wir töten dürfen, um es zu essen, so lange es noch andere Lebensmittel gibt, so dass wir nicht verhungern, wenn wir sie nicht essen?

Viele Stadtmenschen können ein Tier nicht selbst töten. Schon gar nicht, wenn sie es selbst aufgezogen haben. Warum haben wir Menschen aber kein Problem damit, es Andere tun zu lassen und das beim Fleischer gekaufte, anonyme Stück Fleisch dann in die Pfanne zu hauen und mit Genuss zu verspeisen.

Meine Älteste meinte heute, dass sie bei Hackfleisch keine Probleme hätte, es zuzubereiten und zu essen. Aber eine Hähnchen- oder Putenbrust ginge genauso wenig wie ein halbes Hähnchen.

In China werden Hunde gegessen, was bei uns ein absolutes NoGo ist. In Indien werden Rinder weil heilig nicht gegessen. In Afrika stehen Primaten ohne Gewissen auf der Speisekarte. Es ist also wie immer eine Frage der Kultur, was geht und was nicht.

Da wir als Mensch unterschiedlich sind, belassen wir es bei Jedem selbst, mit diesem Thema verantwortlich umzugehen, genauso wie wir es dabei halten, ob sich Jemand rauchend, trinkend, rasend oder wie auch immer selbst physischen oder psychischen Gefahren aussetzen mag. Hauptsache er nimmt dabei keinem Anderen seine Freiheit (womit wir wieder bei der Goldenen Regel wären).

Hm, wer gehört denn noch Mal in den Kreis der Anderen?

Kategorien:Ökologie, Ethik, Gesundheit Schlagwörter: , ,
  1. Mai 27, 2012 um 11:59 am

    Danke an Manfred, der einen Link an anderer Stele hinterließ und in dem ich diese Sequenz fand:

    Für die komplexeren Formen der Empathie bedarf es der Emotion plus dem Verständnis für die Lage des anderen. Menschenaffen, Elefanten, Delfine und Menschen zum Beispiel haben die Fähigkeit, nicht nur auf die Emotionen des anderen zu reagieren. Sie können dessen Lage, dessen objektive Situation begreifen. Menschenaffen zum Beispiel sind fähig zur gezielten Hilfe. Vor 14 Tagen trug sich in unserer Schimpansengruppe im Living Links Center in Atlanta folgendes zu: Wir hatten einen schwer kranken alten Schimpansen. Wir isolierten ihn, ließen eine Tür aber ein Stück weit offen, sodass die anderen ihn beobachten konnten. Er schwitzte und atmete schwer. Eine seiner Freundinnen betrachtete ihn und manövrierte Holzwolle durch die nur einen Spalt weit geöffnete Tür. Sie strengte sich dafür sehr an. Dann schaffte sie es, hineinzukommen und legte alle Holzwolle an seinen Rücken. So wie wir einem Kranken ein Kissen unter den Rücken schieben. Das zeigt: Sie war nicht nur emotional an ihm interessiert, sondern sie verstand auch seine Situation und war in der Lage, ihm gezielt zu helfen. Ich glaube, Hunde zum Beispiel wären dazu nicht in der Lage. Ihnen fehlen die kognitiven Voraussetzungen. Mir kommen die Tränen bei dieser Geschichte. Das ist Empathie.

    Gefunden in: Affen weinen nicht, Von Arno Widmann

    • Manfred Voss
      Mai 27, 2012 um 1:23 pm

      Ehre, wem Ehre gebührt, oder so ähnlich … das war Ingo, nicht ich 😉

      LG Manfred

      • Mai 27, 2012 um 1:30 pm

        hm, jetzt sind wir schon so Viele, dass ich nicht mehr zusammen bekommen, wer was sagt? Sorry, Ingo, dann also der Dank an Dich 🙂

  2. Juni 7, 2012 um 11:27 pm

    „Schimpansen scheinen den Wissensstand anderer zu berücksichtigen und stoßen freiwillig einen Warnruf aus, um die anderen über eine Gefahr zu informieren, von der sie nichts wissen“, sagt Roman Wittig vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie. „Gruppenmitglieder, die die Gefahr bereits kannten, wurden seltener informiert“. Die Schimpansen konnten also verstehen, ob sich ein Gruppenmitglied einer Gefahr bereits bewusst ist. Die empathischen Fähigkeiten scheinen weit genug entwickelt zu sein, dass Individuen über den Informationstand Anderer wissen können.

    gefunden in: Affen können Gedanken lesen – Neue Studie ergibt erstaunliche Belege für kognitive Empathie bei Schimpansen.

    • Juni 8, 2012 um 12:03 am

      Da fiel mir beim Lesen des Artikels doch spontan „Planet der Affen“ ein…

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