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Wer in einer Demokratie nicht wachsam ist, der wacht in einer Diktatur auf …

Diese Erkenntnis stammt von Goethe und mich beschleicht seit den Vorbereitungen zur Eurozone genau das: es werden immer mehr Entscheidungen über die Köpfe des Volkes hinweg und gegen es gefällt. So wurden wir weder zum EU-Vertrag, noch zum Vertrag von Lissabon, und schon gar nicht zum Einstieg in die Euro-Zone gefragt. Und heute steht nun der letzte Akt hin zu einer Geld-Diktatur an: die Verabschiedung des ESM durch den Bundestag.

Der ESM ist in seiner Tragweite bisher kaum von der Bevölkerung begriffen worden. Der ESM-Vertrag ist eine Verhöhnung und Verspottung des gesunden Menschenverstandes und der europäischen Rechtstradition schlechthin. Mit dem ESM-Vertrag putscht eine kleine Gruppe von Regierenden gegen ihr eigenes Volk. In Zukunft herrschen die Gouverneure.

So schreibt René Cassien in seinem Artikel Der ESM-Putsch: Gouverneure vor Machtübernahme, und ich muss ihm Recht geben, denn was in dem Vertrag drin steht, ist unfassbar. Und noch unfassbarer wird es für mich, wenn das heute durch den Bundestag geht. Denn dann ist es für mich endgültig:

Kritische Kurzanalyse und Würdigung des ESM 

Dieser ESM-Vertrag hat eine langen Anlauf genommen. Wir müssen uns nur anschauen, wem die EU in der jetzigen Form nutzt, dann ist er nur die konsequente Weiterverfolgung der Ausschaltung der Demokratie, die zu wenig Konstanz für die Macht der Geldeliten ist, was Nigel Farage 2010 in einem Vortrag sehr gut auf den Punkt bringt:

Da muss ein Engländer uns Deutschen sagen, dass wir inzwischen genug für den Ausgang des 2. Weltkriegs gezahlt haben und dass es doch langsam gut sein soll. Und er hatte auch Recht, als er formuliert, dass das Hilfspaket für die Griechen des Jahres 2010 noch lange nicht reichen würde.

Und er zeigt am Beispiel Jugoslaviens, dass ein Zusammenzwingen von unterschiedlichen Völkern nicht gut gehen kann und am Ende wieder ein unsägliches Chaos stehen würde. Er fordert uns auf, diese EU-Diktatur für unsere Kinder und Enkel , die ihre Zukunft noch vor sich haben, nicht zuzulassen.

Ja, ich bin auch gegen den ESM-Vertrag!

Was übrigens auch ein Herr Wulff ist, wenn wir uns zwei seiner Vorträge vor den Geldeliten im letzten Jahr anhören. Man könnte da mal wieder auf dumme Gedanken kommen …

z.b. Auszüge aus seiner Rede am 24.11.2011 in Lindau vor Bänkern

Wir haben weder die Ursachen der Krise beseitigt, noch können wir heute sagen: Gefahr erkannt – Gefahr gebannt. Wir sehen tatsächlich weiter eine Entwicklung, die an ein Domino-Spiel erinnert: Erst haben Banken andere Banken gerettet, und dann haben Staaten Banken gerettet, dann rettet eine Staatengemeinschaft einzelne Staaten. Wer rettet aber am Ende die Retter? Wann werden aufgelaufene Defizite auf wen verteilt beziehungsweise von wem getragen?

Es muss ein Ende haben, sich an der jungen Generation zu versündigen.

Ich verstehe, dass viele nicht nachvollziehen wollen, dass Bankmanager teils exorbitant verdienen, dass aber zugleich Banken mit Milliarden gestützt werden. Und Trittbrettfahrer in der Finanzwelt spekulieren weiterhin darauf, von der Politik und damit letztlich von den Steuerzahlern aufgefangen zu werden –

In Europa haben über Jahre einzelne Mitgliedstaaten falsche statistische Zahlen geliefert,

verschiebt die Lasten zur jungen Generation und erschwert ihr die Zukunft. All diejenigen, die das propagieren, machen sich im Kern „einen schlanken Fuß“ und handeln nach dem Motto: „Nach mir die Sintflut“.

Wieder verdienen Finanzmarktakteure Provisionen ohne jedes Risiko.

Eines der Grundprinzipien der Marktwirtschaft ist: Risiko und Haftung gehen Hand in Hand. Wer Risiken eingeht, kann auch scheitern. Dieses Prinzip muss auch für den Finanzsektor gelten,

Und leider müssen wir davon ausgehen, dass der Neue eher ein weiterer Wegbereiter der marktkonformen Demokratie ist. Herr Pispers arbeitet es Mal wieder in seiner humorvollen Art heraus:

.

Siehe auch die Kommentierung auf den NachDenkSeiten, die klar aufzeigt, dass der Springerverlag ganze Arbeit geleistet hat.

Und hiermit schließe ich mich dieser Erklärung, die gerade wie eine Lawine durch Facebook rollt, an:

  1. Februar 20, 2012 um 1:39 pm

    Du sprichst mir mit diesem Artikel aus dem Herzen, Martin.

    Ich bin schon seit langer Zeit darüber entsetzt, wie sehr sich die Menschen (nicht nur in Deutschland) verraten und verkaufen lassen…
    Genau genommen seit der Annektion der DDR. Seit ich beobachtet habe, wie die Menschen den Lügen in Scharen hinterliefen, die ihnen gestellte Falle, die mit billigem Glemmer verdeckt war, nicht erkannten und mit zugeklebten Augen (100-Mark-Schein) und zugestopften Ohren (Bananen) in ein Gesellschaftssystem rannten, das den allermeisten Menschen ihr gesamtes bishereiges Leben vernichten und sie bis aufs Blut auspressen würde, dass ihnen nichts als Elend bringen und ihnen ihre Würde rauben würde…
    Ich war der Spinner, der die Zeichen der Zeit nicht erkennt. Ich habe sie genau erkannt, wie die Entwicklung seit dem und unsere Gegenwart lehrt!

    Zu Jugoslawien: Das Zusammenleben in Jugoslawien nach 1945 hat gut funktioniert. Darum sind die Völker nach dem 2. Weltkrieg ja auch freiwillig zusammen geblieben! Es ist ihnen nicht verordnet worden (wie vor dem 2. Weltkrieg, was der Herr im Video anspricht). Es funktionierte so gut einfach deshalb, weil jede Nation Jugoslawiens ihre eigene Identität leben konnte – wie auch die Völker der Sowjetunion (und heute der GUS) alle das Recht haben, ihre eigene Identität zu leben, sie nicht gezwungen sind, sie irgend jemand oder irgend etwas zu „verkaufen“…

    Jugoslawien ist erst auseinander gefallen und mit Krieg von außen überzogen worden, als Deutschland plötzlich einseitig (ich glaube es war Kosovo) als eigenständige Republik anerkannt hat, es also aus dem Staatenverbund herausgerissen hat! Jetzt wurden die Serben plötzlich zu Faschisten, die alle anderen Völker Jugoslaviens unterdrückten und versuchten auszurotten. Tatsächlich geschieht dies jedoch von außen – und bis heute. Und die dort stationierten UN so genannten „Friedens“truppen spielen in der weiteren Aufspaltung Jugoslaviens eine unrühmliche Rolle.
    Die UCK-Leute waren übrigens ähnlich wie die „Rebellen“ in Libyen, Syrien und Al Kaida von außen gesteuert, finanziert und ausgerüstet.

    Übrigens in Jugoslavien wurde bis zum Schluss Basisdemokratie geübt. Die Unternehmen gehörten der Belegschaft und nur sie haben darüber entschieden, was in den Betrieben wieviel produziert wird, wohin geliefert wird und was mit den Gewinnen geschieht.
    So etwas darf natürlich keine Schule machen, ne? Und es darf natürlich nicht bestehen bleiben. Jugoslavien machte gar keine Anstalten auseinander zu brechen und sich dem kapitalistischen System zu unterwerfen. Da musste von außen nachgeholfen werden. Mit Schauermärchen und Lügengeschichten und Milosovic wurde zum Schlächter und neuen Hitler stilisiert! Fällt Dir langsam das Muster auf?

    Und so tief schläft das Deutsche Volk schon (oder noch?): http://hesikamiscellaneous.wordpress.com/2012/02/20/auch-das-ist-deutschland/

  2. Februar 20, 2012 um 6:05 pm

    darf ich dich fragen, wie du grundsätzlich über nigal farrage denkst? weil du ihn hier gepostet hast…

    • Februar 20, 2012 um 6:31 pm

      Ich weiß, dass in unserem Schubladendenken der Ideologien (Idiotien?) dieser Herr in eine rechte Ecke gesteckt wird. Nichts desto trotz bringe ich von ihm immer wieder mal Sequenzen mit Aussagen, die ich auch so unterstützen kann.
      Wir müssen mit diesen unsäglichen Schubladendenken aufhören. Jede Ideologie hat sowohl Gutes als auch Schlechts. Genau wie jede Partei Gutes und Schlechtes je nach Standpunkt jeweils Anderes vertritt. Warum schauen wir dann nicht auf Alles und setzen jeweils das Gute von des jeweiles Einzelnen zusammen?
      Was ich mir von unseren Volksvertretern wünsche ist ein gemeinsames Ringen um das Beste für uns alle, losgelöst von Ideologien. Am Ende braucht es dabei keine Parteien sondern nur den gesunden Menschenverstand von allen. Und damit wäre ich an meinem Lieblingsmodell:
      Es wird dort entschieden, wo man lebt und am besten weiß, was dort benötigt wird. Delegierte setzen dann im Sinne einer Projektleitung um. Am besten auch noch ehrenamtlich. Und wenn es Kommunen-übergreifende Themen gibt, dass werden die Delegierten entsendet. Diese haben keine Entscheidungsbefugnis und kommen bei Unstimmigkeiten mit den ausgearbeiteten Alternativen zurück. So dürfte es nicht passieren, dass eine Minderheit den Rest gängelt. So wird für einen breiten Konsens gesorgt, der nachher nicht wieder torpediert wird. Und so hört es auf mit dem Lobbyismus. Das ist wirkliche und direkte Demokratie. Alles andere sehen wir tägliche, ist eine Scheindemokratie, die sich am Ende immer gegen sein eigenes Volk wendet.
      Und damit ist klar, dass ich genauso gegen eine Weltregierung von oben, wie eine EU-Regierung von oben bin, siehe Herrn Farage. Und wir brauche in Deutschland eine stärkere Beteiligung der Bürger, wie das gestern Hildegad Hamm-Brücher in Günther Jauchs Sendung foderte.

      • Februar 21, 2012 um 10:56 am

        ja ich geb dir schon recht mit dem schubladen denken! aber ich seh mich bald nicht mehr raus! zwischen Truthern und Esowahnsinnigen, Verschwärungstheoretikern und Hetzern 🙂 das „seriöse“ zu unterscheiden … ich werd mir deine überlegungen zu gemüte führen 🙂 danke für deine antwort!

        • Februar 21, 2012 um 11:47 am

          Ja, das Selberdenken ist sehr anstrengend. Macht aber auch Spaß. Und jedes Mal, wenn ein Aha da ist, gibt´s auch ein Glücksmoment. Aber wie Nick in seinem Kommentar vorhin sagt, hat es aber auch was damit zu tun, gegen seine Bequemlichkeit anzugehen:
          https://faszinationmensch.wordpress.com/2012/02/21/warum-betreiben-wir-eine-so-riesenblodheit-und-qualen-uns-gegenseitig/#comment-4813

          • Februar 21, 2012 um 1:16 pm

            das ist mir schon klar 🙂 sonst hätte ich ja nicht nachgefragt … wollte nur sagen dass es mittlerweile nicht mehr leicht ist, „reinzufallen“ auch wenn man sich bemüht … dass ich selber denken muss denke ich ist klar 🙂

          • Februar 21, 2012 um 1:17 pm

            in DER beziheung bin ich sicher nicht faul im gegenteil … einfach nur puzzled… und dann kommt noch er zeitfaktor dazu … der tag hat halt nur 24 stunden 😦 somit helfe ich mir damit, nachzufragen so wie hier …

          • Februar 21, 2012 um 6:52 pm

            JA, der Tag könnten mir inzwischen auch länger sein. Es gibt noch so viel neues zu erfahren und zu lernen …

          • Februar 21, 2012 um 7:03 pm

            oh ja ! 🙂

          • Februar 21, 2012 um 1:20 pm

            und eines muss ich noch anmerken, hier kann ich nicht ganz zustimmen:
            „Wir müssen mit diesen unsäglichen Schubladendenken aufhören. Jede Ideologie hat sowohl Gutes als auch Schlechts. “

            NEIN, an der rechten ideologie gibt es absolut nichts Gutes, und wenn Toleranz dem Bösen dient, wird sie zum Verbrechen …
            auch ein Grund warum ich einfach immer sehr skeptisch bin!
            derzeit versuchen viele von der rechten seite, sich „gesellschaftsfähig“ zu machen und da bin ich definitiv strikt dagegen 🙂

          • Februar 21, 2012 um 6:53 pm

            Nun, ich werde sicher keiner Person mit rechter Gesinnung einen Steigbügel halten wollen. Es geht mir allein um das Heraussezieren der guten Gedanken. Denn es wäre schade um diesen, nur weil der rest faul wäre, oder?

          • Februar 21, 2012 um 7:03 pm

            nein da geb ich dir ja vollständig recht, ist ja gerade mein problem … im netz immer wieder auf artikel oder berichte oder clips stosse, die im grunde eine super aussage haben … und trotzdem will ich aber eben auch keinem den „steigbügel“ halten 😀 vielleicht bin ich ja auch nur überparanoid …

          • Februar 21, 2012 um 7:18 pm

            Eine gesunde Skepsis in der heutigen Zeit ist sicher gut 🙂

          • Februar 22, 2012 um 10:53 am

            🙂

          • Februar 21, 2012 um 1:23 pm

            sagt ja schon der titel deines artikels 🙂 „Wer in einer Demokratie nicht wachsam ist, der wacht in einer Diktatur auf“
            ich sehe mich selber eher in der schublade „wachsam“ 🙂

  3. Februar 21, 2012 um 9:57 am

    Hier ist noch ein Video, das sich mit dem ESM-Vertrag in aller Breite auseinandersetzt:

  4. Februar 21, 2012 um 11:33 pm

    Warum schuf Goethe nur sehr kluge Worte – und nicht die Demokratie? Frühgeburt?

    Wo gibt es denn eine Volksherrschaft für 20, 50, 80 Millionen Bürger?
    Ich kenne nur den Wolf im Schafspelz.
    Der Diktatoren bekämpft, weil das ehrliche Wölfe sind.
    Ein Status, der sich scheinbar nicht mit dem Ethos der Scheinschafe vereinbaren läßt.

    Menschen, die in einer Schafspelz-Demokratie leben, sollten sich vielleicht schon morgens beim Aufstehen fragen, ob sie nicht – übergangsweise – mit einer Diktatur, die das Recht auf Verschiedenartigkeit diktiert, besser bedient sind. Mit einer Diktatur, die die Unvernunft ausrottet und eine Vernunft zum Wohle von Mensch und Gemeinschaft diktiert.
    Die? Lesen wir Goethe oder lieber Bartonitz?

    Wolfgang

  5. Februar 22, 2012 um 12:15 am

    Hat irgendwie Muster:
    Was funktioniert, wird umfunktioniert – unter Aufbietung aller Kräfte (Energie) und Ideen (Hinterlist, Rücksichtslosigkeit, Verrat) und unter Ausschluß jeder Moral, die sich aus humanitären iIdeen entwickelt. Menschenfeindlichkeit?

    Wenn ein Geist ein Spiel spielt, das sich durch Effizienz und absoluter Zielgerichtetheit bestimmt und der Gewinn daraus zudem unverzichtbar ist, sehen wir Jugoslavien als ein Spiegelbild dessen. Eine Seite der Schöpfung scheint ein knallhartes Geschäft zu sein.

    Wolfgang

  6. Februar 22, 2012 um 12:53 am

    Danke, diese Zusammenhänge kannte ich nicht, bestätigen aber meine Beobachtung und Analyse.

    Dazu passen dann diese beiden Artikel, in denen die weitere Entwicklungen gezeigt werden.

    http://hesikamiscellaneous.wordpress.com/2012/02/03/us-truppen-gehen-nach-israel-israelische-soldaten-nach-deutschland/

    http://hesikamiscellaneous.wordpress.com/2012/02/21/natos-geheimkrieg-gegen-syrien-eine-wiederholung-des-libyen-modells/

    Was wir erleben ist kein Chaos, das ist gewollt entwickelte Diktatur, wie es in dem Artikel heißt, das „New Empire“…. Aber auch Rom implodierte, als die Ausdehnung zu groß wurde…. Und Russland? Wer hätte je Russland besiegt oder erobert? Alle haben sich daran die Zähne ausgebissen… Von Napoleon bis Hitler…

  7. Februar 22, 2012 um 2:46 pm

    Genau das ist mein Problem (wie man das in zwei Sätzen beschreiben kann, wird mir ein Rätsel bleiben):
    Ich leide unter der Vorstellung, man müsse zwar wissen, wie der Bock kräht und in welchem Garten er nach Würmern sucht, aber dürfe AUF KEINEN FALL sein Spiel spielen.
    Ich leide an einem Wahrhaftigkeits-Syndrom, das ist mein Schicksal. Insofern kann ich nicht kriechend Wegen folgen, die naturgemäß Einbahnstraßen sind.

    Goethes Kiste ist zu, und mit dem, was sich um ihn und in ihm versammelt, kann man nicht diskutieren – bestenfalls angeln.

    Freiherr von Bartonitz – auch nicht schlecht.

    Wolfgang

    • Februar 22, 2012 um 3:48 pm

      :o)

    • Schaf im Gehege
      Februar 18, 2013 um 5:35 pm

      „Ich leide an einem Wahrhaftigkeits-Syndrom, das ist mein Schicksal. Insofern kann ich nicht kriechend Wegen folgen“

      Hier frage ich mich, wie kommen sie denn überhaupt im Alltag klar…

      Doch schon das Zufallsgespräch mit Mann/Frau in der unumgänglichen Öffentlichkeit (dem Bus, der Bahn), dem man, damit es
      nicht zu einem Streit kommt, auf ein paar Sätze zustimmt, von denen man weiß, dass
      sie schließlich auf den Mord hinauslaufen müssen, ist schon ein Stück Verrat; kein
      Gedanke ist immun gegen seine Kommunikation, und es genügt bereits, ihn an
      falscher Stelle und in falschem Einverständnis zu sagen, um seine Wahrheit zu unterhöhlen.

      Wie entgehen wir dem Maskenspiel ohne uns selbst was vorzumachen.. Ist nicht bereits ein ‚funktionieren‘ in dem System ein Schlag ins Gesicht gegenüber welchen die ’nicht funktionieren’…

      • Schaf im Gehege
        Februar 18, 2013 um 5:59 pm

        Noch eine Anmerkung fällt mir ein.
        Irgendwo hier auf dem Blog schrieb ein Kommentator auch folgendes: „Die größtmögliche Einsamkeit entsteht inmitten vieler Menschen…“.
        Das kenne ich auch aus meinem Gefühl. Es erscheint mir viel kälter und härter in einem vollen Bus mit anderen zu sein, wobei es offenkundig in unsrer Gesellschaft verschiedene Geisterwelten gibt, die einander überhaupt nicht berühren.

        Mir scheint es heute so, dass viele sich einsamer in der Masse (bspw. wenn ich durch die Fußgängerzone gehe,) erleben, als wenn man Zuhause, in der Distanz, die gemeinschaftliche Nähe bearbeiten kann, wieviel davon Flucht ist ,um nicht vor Ohnmacht an dem Gemeinschafts-Wissen („Wissen ist Macht“ gilt doch heute besondes) da draußen zu ertrinken, kann sich ja jeder selbst fragen.

  8. Februar 22, 2012 um 9:58 pm

    Auch nicht schlecht:

    Nicht irgendwo, sondern im Spiegel erschien 2010 ein Essay des Philosophen Peter Sloterdijk. Der Autor sieht die Bundesrepublik „postrepublikanischen und postdemokratischen Zuständen“ entgegengehen, deren Hauptmerkmal die „Bürgerausschaltung“ durch eine „monologisch in sich verschränkte Staatlichkeit“ sei. „In der repräsentativen Demokratie werden Bürger – von ihren fiskalischen Aufgaben abgesehen – in erster Linie als Lieferanten von Legitimität für Regierungen gebraucht. Deswegen werden sie in weitmaschigen Abständen zur Ausübung des Wahlrechts eingeladen. In der Zwischenzeit können sie sich vor allem durch Passivität nützlich machen. Ihre vornehmste Aufgabe besteht darin, durch Schweigen Systemvertrauen auszudrücken.“ Die politische Klasse habe in ihrer Hilflosigkeit den Bürgern „oft nicht mehr zu bieten als die Aussicht auf Teilhabe an ihrer eigenen Kläglichkeit – ein Angebot, auf das die Bevölkerung in der Regel nur im Karneval und bei Aschermittwochsreden eingeht“.

    gefunden in Die verachtete Republik – Von Heinrich August Winkler

    • Februar 22, 2012 um 11:17 pm

      Wie sehr wir uns einer Diktatur, einem Polizei- und Überwachungsstaat annähern, in dem Demokratie nicht mehr vorkommt, nicht einmal mehr das Wort zeigen nicht nur SOPA, PIPA und ACTA, sondern nun auch INDECT

      Sollen wir weiter zuschauen?

  9. Februar 23, 2012 um 2:51 pm

    Und auch ACTA zeigt deutlich, wie unsere Rechte durch geschickte Lobbyarbeit der Phonoindustrie geschrieben wurde:

  10. Februar 23, 2012 um 4:37 pm

    Alte Zeiten.

    Bereits damals wusste man, dass ein Zug zwei Schienen braucht, um ein Zug sein zu können.

    Occupy youerself. Das war mein erster Gedanke, den mir die Occupy-Bewegung entlockte.

    Einen schönen Tag für Alle.

    Wolfgang

  11. Februar 27, 2012 um 9:13 pm

    Nochmals zum ESM-Vertrag und weitere diktatorische Aktivitäten in unserem Land:

    • Februar 27, 2012 um 11:08 pm

      Ich habe den Eindruck, dass so manches dem Höhepunkt, der Entscheidung entgegenstrebt…

      Eine Prognose mag ich nicht abgeben.

      Griechenland ist der Testlauf für ganz Europa, das scheint mir sicher zu sein…, der Auslöser für einen innereuropäischen Krieg?

      Der allererste Testlauf war jedoch die Ausplünderung der DDR – da gebe ich dem Sprecher absolut Recht.
      Die DDR-Wirtschaft ist vollkommen platt gemacht worden. „Warum sollte es alles zweimal geben?“, haben wir zu hören bekommen. Und: „Die Märkte im Osten sind zusammengebrochen, darum sind die die Betriebe ihre Waren nicht mehr los geworden.“ Logisch, wenn ich den Märkten im Osten irgendwelche unwirklichen Traum-„Welt-Preise“ überstülpe, dazu bitte noch in Valuta, die diese Länder einfach nicht hatten. So wurden auch diese Länder gleich mit geplündert!
      Die Waren wurden im sozialistischen Lager wenig über dem Selbstkostenpreis gehandelt und damit waren die Preise nicht so astronomisch hoch wie die willkürlich, auf Profitmaximierung gerichteten und von den Konzernen oder Börsenspekulanten festgesetzten „Weltmarktpreise“. Dazu kam, dass ein großer Teil des Außenhandels über Warenaustausch funktionierte: Fabrikanlagen für Pfirsiche, Tomaten, Paprika, Wein (zum Beispiel). Das war der Versuch, das Geld immer mehr aus dem Wirtschaftsraum zu entfernen. Klappte natürlich nicht, weil die Waren künstlich knapp gehalten wurden.
      Wobei der Ausverkauf der DDR bereits mit Honecker los ging, der große Teile – und zwar die besten – der DDR-Produktion, egal ob Textilien, Maschinenbau oder Konsumgüterproduktion zu Schleuderpreisen in die BRD verkaufte, was die Güter für die Binnennachfage zusätzlich verknappte und die Menschen – natürlich – immer unzufriedener machte…
      Ein Schelm, wer böses über die (Hinter-)Gründe für diese künstliche Verknappung und (scheinbar) völlig verfehlte Wirtschaftspolitik denkt?

      Durch das ersatzlose „Ausschlachten“ der DDR-Wirtschaft schätze ich die tatsächliche Arbeitslosigkeit auf dem Gebiet der DDR mit etwa 50 % ein… Sie ist sicherlich durch „Maßnahmen“, „Umschulungen“ und „Trainingsmaßnahmen“, „freiwilliges soziales Jahr“, Call-Center-Tätigkeiten selbst für Hochschulabsolventen und weitere Niedrigstlohn-beschäftigungen gut getarnt und niedlich gerechnet.

      Die 17 Millionen Einwohner der DDR sind mit dem Unrechtsvertrag, den ein Herr Krause unterschrieben hat, ohne die DDR-Bevölkerung zu fragen, entschädigungslos enteignet worden. In der DDR war alles Volkseigentum, das heißt: Grund und Boden, die Betriebe, die Anlagen darin, die Häuser, die Theater, Schulen, einfach alles, gehörten den 17 Millionen Menschen.
      Damit hatte ein Herr Krause überhaupt kein Recht, in irgendeiner Weise über das Vermögen der DDR zu entscheiden. Auch die dann geschaffene „Treuhand“-Gesellschaft, die das Vermögen der DDR verhökerte, hatte dazu keinerlei Recht. Sie nannte sich „Treuhänder“ als wäre sie von den Eigentümern (17 Millionen DDR-Bürger) eingesetzt, um die „Konkursmasse“ zu verhökern (wobei die DDR nicht bankrott war!). „Privatisierung“ wurde das auch gern genannt. Auch dafür gab es von den Eigentümern, der DDR-Bevölkerung, keine Legitimation.
      Wir sind ganz schlicht beraubt worden und als Zugabe haben die Menschen die Arbeitslosigkeit und Hoffnungslosigkeit geschenkt bekommen und sind als „faule Ossis“ obendrein noch gedemütigt und verhöhnt worden.
      Irgendwelche Parallelen zur Propaganda über Griechenland? Logisch! Es ist das selbe Muster..

      • Februar 27, 2012 um 11:15 pm

        Ja, ich hatte damals auch nicht verstehen wollen, was da ablief.
        Heute wird da ein Schuh draus. Und Griechenland tut gut daran, es Argentinien nach zu machen.

      • Februar 28, 2012 um 12:13 am

        Und Griechenland tut gut daran, es Argentinien nach zu machen.

        Genau, Martin.

  12. März 4, 2012 um 5:27 pm

    Wie gruselig ist das denn? Dieser Artikel wird überwiegend mit einem Punkt versehen und die Kritiker trauen sich nicht einmal, hier ihre Gründe hierfür zu hinterlegen.
    So entsteht der Eindruck, dass für viele dieser ESM-Vertrag in Ordnung geht. Das wundert mich einerseits, da er klar gegen unser Grundgestz verstößt, Aber auf der anderen Seite zeigt das auch klar auf, wie wenig Wissen oder besser wie viel Halbwissen da ist, so dass unsere „Verführer“ damit durch kommen können. Nochmals: sehr gruselig.
    Wie sagte da mal einer: „Das Volk hat die Regierung, das es verdient.“ Einfach nur schlimm?

  13. federleichtes
    März 4, 2012 um 6:55 pm

    Leben wir nicht in einer Demokratie der Herrschenden – Systemchaotiker?
    Und gleichwohl in einer Diktatur sozialer Ordnungsgestalter?
    Mal den Blickpunkt wechseln? Oder ist das gar zu gruselich?

    Was ich nicht verstehe:
    Die Herrsys machen einen perfekten Job und fahren die „Karre“ an die Wand – wo sie hin gehört. Gebührt ihnen nicht Anerkennung und Applaus?

    Zu blöd, gell. Oder einfach nur dumm gelaufen? Dürfen wir ihnen gar nicht verraten, dass sie schöpferische Spitzenleistungen vollbringen?

    Na ja, wir Ordnungs-Diktatoren sollten nur aufpassen, dass wir nicht ins Lager der wahren Demokraten wechseln.

    Wolfgang
    Diktator in eigener Sache

  1. Februar 20, 2012 um 1:48 pm

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