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Gedächtnisprotokoll zum Referat „Occupy Wall Street“

Meine Tochter Astrid hatte vor einigen Wochen in der Schule vorgeschlagen, ein Referat über die Occupy Bewegung zu halten. Damals wussten nur 6 Schüler der Abiturklasse grob, dass es Proteste gibt, der Lehrer hatte sie noch nicht bemerkt. Das Referat hatte sie dann auch vor zwei Wochen vortragen dürfen. Nun hat sie mir ein Gedächtnisprotokoll zugeschickt, das ich hier veröffentlichen darf:

<<<<<< Kurzzusammenfassung Referat Occupy Wall Street >>>>>>

Ich stehe vor einer Klasse der Stufe 13, von der ich soweit weiß, dass sie nur so viel über Occupy Wall Street wissen, wie ich ihnen vorher erzählt habe. Es sind etwa 25 Schüler und ein Lehrer, der sich inzwischen offensichtlich mal darüber informiert hat.

Ich möchte Euch in meinem Referat über die Bewegung der Occupy Wall Street berichten. Meine Anfangsfolie ist recht einfach: Ich möchte Euch etwas über die Anfänge der Bewegung erzählen und über ihren Fortlauf. Welche Ziele die Bewegung hat… Danach erhoffe ich mir von Euch eine angeregte Diskussion darüber, ob diese Bewegung Überlebenschancen hat oder nicht und wieso.

Die Bewegung entstand als „arabischer Frühling“ mit Protesten, Aufständen und Revolutionen in den arabischen Ländern. Zuerst protestierten die Menschen in Tunesien im Dezember 2010. Die Proteste richteten sich allgemein gegen das autoritäre Regime der Regierung.

Die Jasminrevolution des arabischen Frühlings in Tunesien brach aus, weil sich im Dezember 2010 ein Gemüsehändler namens Mohammed Bouazizi selbst verbrannte. Die Regierung hatte ihm öfters seinen Gemüsestand schließen lassen oder seine Ware weggenommen mit der Begründung einer fehlenden Lizenz. Alle Versuche Bouazizis bei den Ämtern eine solche Lizenz zu erhalten schlugen fehl, daraufhin setzte er sich selbst in Brand aus Protest gegen das Regime, was die Jasminrevolution auslöste. (Seine Schwester bestreitet das und sagt, er habe sich mit Benzin übergossen, weil eine Frau ihn geohrfeigt hätte und sei ausversehen entzündet worden.)

Das Staatsoberhaupt ernannte einen Vizepräsidenten und übertrug ihm einige seiner Aufgaben um die Proteste zu mildern, jedoch wurde er trotzdem im Januar 2011 gestürzt.

Die Gründe für die Proteste waren der Anstieg der Lebensmittel- und Energiepreise, sowie die schlechte Zukunftsperspektive vieler Jugendlicher und Erwachsenen aufgrund der fehlenden Bildung und der großen Arbeitslosigkeit. Und natürlich wurde wegen des harten Regimes des Staatsoberhauptes protestiert.

Darauf folgte im Januar 2011 die Revolution in Ägypten gegen das Regime von Mubarak, der im Februar gestürzt wurde. Daraufhin übernahm der Militärrat das Regime und verhärtete nur noch das Regierungshandeln anstatt es zu verbessern und die Proteste hielten an.

Im November 2011 fanden dann die ersten Parlamentswahlen statt, jedoch gehen die Proteste weiter.

Die Gründe sind weiterhin das autoritäre Militärregime, die hohe Arbeitslosigkeit und die gestiegenen Nahrungsmittel- und Energiepreise. Hinzu kamen die fehlenden Mitsprachemöglichkeit in der Politik und die Korruption in der Politik, da sich viele Politiker bezahlen ließen oder Massenmörder als Politiker eingesetzt wurden.

am 15. Mai 2011 begann in Spanien die Revolution der „verlorenen Generation“. Sie kritisierten die Korruption in der Regierung und fühlten sich nicht mehr von ihr repräsentiert. Hier kommt der Begriff „echte Demokratie jetzt!“ für mehr Beteiligung an den politischen Entscheidungen durch das Volk auf.

Auch hier stand das Thema der hohen Arbeitslosigkeit auf den Plakaten, da in Spanien die meisten Schüler und Studenten ebenfalls davon ausgehen konnten, dass sie nach ihrem Abschluss kaum einen Arbeitsplatz finden würden. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei über 40%, d.h. Hotel Mama ist angesagt.

Hier taucht auch der Kritikpunkt des Finanzkapitalismus auf. Wusstet ihr, dass die Banken mit unserem Geld „spielen“? Da wird der Wert von irgendetwas von jemandem geschätzt und viele machen ihm nach und schätzen den gleichen Wert. Und wenn sie nicht richtig liegen ist unser Geld futsch, mal grob gesagt. Oder wenn wir bei ihnen einen Kredit nehmen: Nur etwea 5% des Geldes kommt vom Depot der Bank, der Rest wird einfach „gemacht“. Die drücken da auf einen Knopf und schon sind weitere 95% des Kredits da, die die Bank vorher gar nicht hatte. Und Zinsen bezahlen müssen wir aber die 100%. Ich finde das erschreckend….

In unserer Welt hängt alles vom Geld ab, und dass geht dieser Bewegung gegen den Strich. Was ich persönlich gut finde, dass die das mal sagen.

Die verlorene Generation schrieb auch das Manifest der Grundrechte, in denen zusammengefasst gesagt wurde, dass jeder das Recht hat auf Arbeit, Wohnung, Nahrung, Bildung, …

Das Erstaunliche daran ist, dass sich bisher kein Wortführer aus der Bewegung hervorgetan hat. Dieses Manifest ist in Absprache aller entstanden und alle haben zusammen entschieden. Niemand hat gesagt. „Jetzt nehm´ ich das mal in die Hand und wir machen das so“, sondern wirklich Alle zusammen haben das erarbeitet und im Konsens entschieden.

Im Juli 2011 fällt der Begriff Occupy in Israel zum ersten Mal. In Tel Aviv wurde gegen die Mietpreise demonstriert und auf dem zentralen Platz gezeltet. Im September 2011 hieß es dann Occupy Wall Street, es fand die Besetzung der Zuccotti Parks statt, der später in Liberty Plaza umbenannt wurde. Der Platz befindet sich in der Nähe der Wall Street, wo ja, wie wir alle wissen, die Banken stehen sowie an der Börse gewettet wird.

Ihr Leitspruch ist „Wir sind die 99%“. Damit wird das Hauptproblem der Demonstranten angesprochen: 99% werden von dem 1% der Reichen unterdrückt. Dieses 1% dominiert die Politik und bestärkt den Finanzkapitalismus. Und wir, die 99%, müssen ausbaden, was die anstellen, während sie davon keinen Nachteil haben.

Der Begriff Occupy Wall Street steht von da an auch für die Proteste in Europa. Ein erster weltweiter Protesttag war der 15. Oktober 2011, bei dem auch in 70 Städten Deutschlands über 50.000 Menschen auf der Straße waren. Ein zweiter war am 15. Januar 2012, aber da war es in Deutschland wohl den meisten zu kalt. Nun steht am 12. Mai 2012 der nächste Termin an.

Hier seht ihr Bilder von Protesten in aller Welt. Hier das... oben links, das ist zuletzt auch in Russland. Es findet also über all

Hier seht ihr Bilder von Protesten in aller Welt. Oben links, das ist zuletzt auch in Russland. Es findet also über all

auf der ganzen Welt statt!“( als ich Die Folie „Proteste in aller Welt“ aufrufe, werden die Augen von Einigen groß und sie lesen aufmerksam die Namen der aufgeführten Länder, siehe im Foliensatz)

Als Nächstes komme ich dazu, was Occupy Wall Street eigentlich will. Und das genau festzustellen ist schwierig. Denn für OWS spricht nicht nur Einer, sondern Alle und da gibt es jede Menge Meinungen. Auf jeden Fall wollen sie kein Parteiensystem sondern die Konsensentscheidung. Das geht nach dem Prinzip „Button up“: Man kann sich das z.B. in einer Schule so vorstellen. Wir haben ein Thema, über das entschieden werden soll. Also wird in den Klassen darüber diskutiert und am Ende der gemeinsam erarbeitet Vorschlag zur Lösung des Problems entschieden. Damit wird einer aus der Klasse zur der Versammlung der Stufe, also unserer Stufe 13 geschickt, wo sich die Gesandten austauschen und versuchen, auf einen Nenner zu kommen. Wird da kein gemeinsamer Nenner gefunden, gehen die Gesandten wieder mit den Ergebnissen der Stufenversammlung zurück in die Klasse und berichten. Es wird wieder diskutiert und der Gesandte mit den neuen Ergebnissen wieder in die Stufenversammlung geschickt. Mit der Lösung der Stufenversammlung treffen sich dann Gesandte der Stufe mit denen der anderen Stufe und beraten, also alle 9 Stufen in unserem Fall. Vorteil: Da im Konsens entschieden wurde, können Alle dahinter stehen und Keiner wird die Umsetzung behindern.

Daher sind die OWS-Demonstranten für Vollversammlungen. Beispiele kann man sich auch auf youtube anschauen…. Des Weiteren wollen sie natürlich auch das, was viele wollen: Keinen Krieg, also mehr Frieden. Occupy möchte da die „Forderungen“ positiv ausdrücken, deswegen Frieden anstatt Krieg.

Und so viel mehr!

Jetzt erhoffe ich mir von euch Meinungen zu dem Thema, wie es weiter gehen kann mit OWS.

Wir haben im folgenden Rest der Doppelstunde darüber geredet und der allgemeine Tenor war:

  • Wahrscheinlich überlebt die Bewegung nicht, weil so eine Konsensentscheidung lange dauert und manchmal müssen Entscheidungen schnell getroffen werden.
  • Ist aber eine gute Sache und unterstützenswert, da es wichtig ist, der Welt mal zu sagen, was hier alles falsch läuft.
  • In der EU nicht anwendbar, aber bestimmt in kleineren Teilgebieten.

Für mich war die Diskussion im Allgemeinen sehr befriedigend. Da Einige großes Interesse an der Bewegung und ihren Zielen zeigten und Hoffnung darauf, dass etwas verändert wird.

PS: Für Fehler in der Recherche entschuldige ich mich und auch die Wiedergabe ist nicht ganz detailgetreu, da das Referat zwei Wochen her ist und ich wahrscheinlich Einiges vergessen habe.

  1. Februar 2, 2012 um 11:04 am

    Weißt Du, was ich an den Ergebnissen der Diskussion zu dem Vortrag interessant finde?

    Das waren genau meine Gedanken, als ich das erste Mal von #15M hörte und las.

    Bei den Ägyptern war von diesem Ansatz noch keine Rede…

    Erst als ich mich intensiver damit beschäftigte, begriff ich, dass dies die einzige Lösung für unsere Zukunft ist: Basisdemokratie, die von sich aus verhindert, dass wieder ein paar über den Rest herrschen.

    Werden wir es schaffen, das konsequent zu machen?

    ich denke in der Zwischenzeit übrigens nicht, dass es irgendwelche Entscheidungen gibt, die schnell gefällt werden müssen. Es ist immer genug Zeit, um darüber zu beraten und bei Naturkatastrophen, zum Beispiel, entscheidet gar niemand, da handeln die Menschen einfach.

    Und schaue ich mir die heutige Politik an, so werden da auch keine „schnellen“ Entscheidungen getroffen, ganz im Gegenteil, die werden verzögert und im Schneckentempo entschieden, damit sich ja keiner mehr daran erinnert, wie die Diskussion dazu vor einem halben Jahr lief, wenn abgestimmt werden soll…

    Dieses Argument greift also gar nicht, wird uns aber ständig eingeredet, um die Basisdemokratie von vornherein als „unmöglich“ abzustempeln.

    Glückwunsch an Deine Tochter zu diesem sehr gelungenen Vortrag!

  2. Elke
    Februar 2, 2012 um 2:18 pm

    Hallo Martin,

    deine Tochter hat ausführlich die Ausgangssituation und den weiteren Verlauf der Bewegung beschrieben. Eine zeitraubende Schreibarbeit. Unsere Jüngste (17) verfasst gelegentlich auch Referate oder Facharbeiten, investiert oft ihre Freizeit über mehrere Tage, um zu recherchieren / Infos zu sammeln. Für junge Menschen ist das eine beachtliche Leistung.

    Die Mehrheit unserer Jungend ist engagierter, als viele glauben. Die Medien zeichnen uns ein verzerrtes Bild der heutigen Jugend ab.

    Dass die Bewegung ohne Ergebnisse einfach wieder abebbt, glaube ich nicht.. Zumindest die Jugend im Nahen Osten wird weiterhin auf die Barrikaden gehen. Sie sehen welche Freiheiten in anderen Ländern herrschen und wünschen sich diese für sich auch. Ich denke auch – ohne Basisdemokratie, Freiheit und das Recht auf freie Meinungsäußerung geht es in einer globalisierten Welt nicht mehr. Die Zeiten, in denen Staaten das Volk von anderen Gedankengut noch fernhalten konnten, sind vermutlich (hoffentlich) vorbei. Durch die weltweite Vernetzung vermischt sich das Gedankengut aller und wird sich nach und nach angleichen, bzw. der Austausch wird zwangläufig dazu führen, dass Unterdrückung und Bevormundung nicht ohne weiteres einfach so hingenommen werden.

    LG
    Elke

    • Februar 2, 2012 um 2:50 pm

      Hallo Elke,

      das Bild von Kindern und Jugendlichen, das uns vorgegaukelt wird, ist leicht zu verstehen. Einerseits kommt da der politische Wunsch zum Ausdruck, wie sie es gerne hätten, andererseits will man den Aktivisten einen weiteren Nerv ziehen, den der Hoffnung und des Sinns.

      Ja, unsere Kinder leisten Beachtliches. Das können wir ihnen leicht zeigen durch ECHTE Gefühle, indem wir uns zu ihnen hinwenden und sie bestärken – auch mal Danke sagen für das, was sie auszuhalten bereit sind.

      Die Völker werden ihre Geschicke wieder in ihre Hände nehmen – wenn sie es können. Und sie werden es bald können.

      Einen guten Tag wünscht Dir

      Wolfgang

    • Februar 2, 2012 um 4:27 pm

      Ja, nicht Alles ist so duster, wie man uns es weißmachen will. Astrid war allerdings schon ein wenig vorbelastet, da ich ja schon über Occupy berichtet hatte und sie mit mir am 15. Oktober in Köln mit dabei war.

  3. Februar 2, 2012 um 10:08 pm

    Hier noch ein Kommentar auf Facebook:
    „ich finde es wunderbar, wie die idee vom nachdenken über eine bessere zukunft immer weitere kreise zieht ! deine tochter hat einen weiteren kreis angestossen. sie wird bald sehen, dass es bei einigen auf fruchtbaren boden gefallen ist und weiter getragen wird… freude und annerkennung an deine tochter dafür von mir !“

  4. Februar 2, 2012 um 10:10 pm

    Hallo in die Runde,
    zur Zeit habe ich gerade sie nicht, die Zeit, deshalb kurz. Brüte noch über meiner „Diplomarbeit“ in Soziologie 😉 und jede Woche irgendwelche neuen kulturellen Veranstaltungen, die Jugend wird rege, Poeten, Sänger usw. Das erstaunliche ist, eigentlich ist es ja nicht…, da sind richtig kluge Gedanken bei, und Lyrik, die ich einer „Computer-kontaminierten Generation“ in der Masse nicht zugetraut hätte. Es gibt noch einen weiteren gewaltigen Unterschied und der ist noch bemerkenswerter, sie hören uns zu, den „alten Säcken“ und nehmen unsere Gedanken ernst. Ich bin am 22. trotz Grippe in so einer new chance Veranstaltung aufgetreten, sie haben mich sogar drum gebeten und sie fanden es toll. Letzte Woche traf ich so auf Dusel andere Musiker, einfach tolle sachen die sie machen und sie kooperieren sofort aus dem Bauchgefühl heraus. die Zukunft hat angefangen, meine Freunde, nicht nur auf Straßen bei Demos! In mir erwacht gerade wieder so ein Gefühl, das ich schon einmal Mitte der Achtziger hatte, Theater-Arbeiter-Jugendclub am Thalia in Halle, glaube damals noch Theater der Jungen Garde, von der Arbeit weg mit einem Zettel auf die Bühne.

    Zu der Hauptversammlung von occupy am 22.01. in Frankfurt habe ich noch nicht viel in Erfahrung bringen können. Ich glaube, die machen es schon richtig, nicht zentral und nur über Teilnehmer, Roots Revolution.

    Habe mich gerade bei Echte Demokratie Jetzt bei fb angemeldet, aber nach erstem Überfliegen, möchten sie über den Erfolg doch lieber von Schreibtisch oder dem häuslichen Sofa aus entscheiden. Martin ich habe Dich da gerade verlinkt mit Deinem Bildungsbeitrag.

    In den letzten Tagen stand ich mehrfach mit Uwe Jessen in Verbindung. Wir haben uns ausführlich ausgetauscht, worüber ich sehr dankbar bin. Ein blog der genau in meine Richtung zielt: http://www.uwejessen.de/werkstatt-freies-leben/
    Viele Grüße com. Mike

    „Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du!“ Mahatma Gandhi

    „Faida yako ni hassara yangu – Dein Gewinn ist mein Verlust“ (arab. Sprichwort) – wir gleichen es wieder aus!

  5. Februar 3, 2012 um 11:13 am

    Ausdruck der Occupy Bewegung:

    Wer Schwierigkeiten hat, Weisheiten von jüngeren Menschen anzunehmen, wird in Zukunft eine schwere Zeit haben. Das Schiff, das die ältere Generation gesteuert hat, ist am Kentern. Die Regel, dass die Alten die Jungen lehren, ändert sich. In diese Welt inkarnieren jetzt Kinder, die die Alten lehren werden, was diese bisher nicht lernen wollten. Wir sind alte Seelen, die lange zugeschaut haben was hier verbockt wurde. Wir haben unsere Aufgabe, unser Erbe angetreten und lassen uns nicht mehr davon abhalten. Wir sind die Kinder, die anders sind; wir sind die Unbestechlichen. Kein Geld, keine Macht der Welt kann uns daran hindern, zu tun, was zu tun ist.
    Wir sind keine Helden und tragen keine Waffen, wir töten keine Menschen und keine Tiere – wir werden der Welt zeigen, wie man liebt. Wir sind friedvolle Krieger, die niemanden verletzen, sondern Heil bringen. Unsere Aufgabe ist es, das Leben auf dem Planeten durch unsere Anwesenheit und unser Tun zu bereichern. Wir verbünden und vereinen, wir schlichten und bringen Frieden und auch Wahrheit. Die Wahrheit aber trennt die Spreu vom Weizen. Eine neue Menschheit entsteht, die die Vielfalt des Lebens respektiert, schätzt und jedes Wesen als Ausdrucksform der Schöpfung sieht. Uns interessiert nicht Hautfarbe, Sprache oder Besitz.
    Wir sehen Dinge die anderen Augen verschlossen bleiben und erkennen die Vollkommenheit und Liebe in jedem Menschen. Wir leben in Harmonie und mit Spaß. Wir passen nicht in die alten Systeme, wir sind die Meister unserer eigenen Schicksale und haben Rückerinnerungen. Wir brauchen niemanden, der uns sagt, wie und wo wir zu wohnen, wann wir zur Arbeit zu gehen haben, was wir anziehen sollen, was in und was out ist. Die hierarchischen Systeme brechen, weil die Basis nicht solide, weil sie nicht ehrlich ist. Wir – die Kinder des neuen Zeitalters – lassen uns nicht führen, wir führen selbst. Was wir wollen, ist Liebe, nichts weiter. Die meisten der jetzigen Erdenbewohner sind nicht in der Lage, Liebe zu geben – nicht sich selbst, nicht ihren Mitmenschen und nicht diesem Planeten. Deshalb werden wir das tun. Doch darf man uns dabei nicht im Wege stehen, es muss schnell gehen und es wird schnell gehen. Wir haben die Revolution bereits begonnen, es ist keine politische Revolution sondern eine innere, spirituelle Revolution. Wir werden keine Waffen in die Hand nehmen, unsere Gedanken und Gefühle sind unsere Waffen. Wir kämpfen nicht gegen irgend Jemanden sondern für Alle. Wir sind die Kinder, vor denen die Etablierten Angst haben – Warum? Weil wir auf deren Spiel nicht ab fahren, weil wir das haben, was diese zu erzwingen versuchen: Macht. Wir sind uns bewusst und haben unsere Gedanken, unsere Gefühle und vor allem die Macht der liebevollen, geistigen Welt mit uns.

  6. Februar 3, 2012 um 1:39 pm

    Meine Älteste meinte gerade, das sie befürchtet, dass die Mitschüler Recht haben würden, wenn sie vermuten, dass die Occupy Bewegung sich aufgrund der „Unorgnasiertheit“ verlaufen würde.
    Ich entgegnete, dass das eigentlich egal wäre. Denn sie ist nur Ausdruck eines generellen „Aufwachens“, des Infragestellens und selbst Nachdenkens. Des Erkennens, was da abläuft und dass man selbst Veranwortung übernimmt. Das ist nicht mehr zu stoppen. Grund dafür liegt u.a. in der Verfügbarkeit der sozialen Anwendungen des Internets (We 2.0). Das Beteiligenkönnen an Diskussionen, das Fortspinnen von Ideen wird den Schwarm exponentiell schnell intelligenter machen und zur nächsten Bewusstseinsstufe führen, die z.B. die Indianer der USA schon mal erreicht hatten: alles hängt miteinander zusammen. Alles was ich an Negativem tue, wird wieder zu mir zurück kommen.
    Und dann sagte ich ihr, dass sie ja selbst schon mitten drin wäre. Denn sonst hätte sie sich nicht entschieden, ihr eigenes kleines Projekt persönliche Revolution zu beginnen.

  7. Februar 3, 2012 um 2:01 pm

    Ja bei aller Schwierigkeit die in der heutigen Zeit liegt, ist es eine außerordentliche Gnade, mit dabei zu sein. Ich wünschte, mein Vater kann es wenigstens von irgendwo sehen, die Kinder des Lichts sind da. Eine Vorhersage der Mayas, das vor der Beendigung dieses Zykluses die „Kinder des Lichts“ erscheinen werden schein sich zubewahrheiten. Als ich das erste Mal Kinder aus der freien Schule in Rodan erlebte, ich mit Andreas spazieren war und wir uns darüber unterhielten, das war vor über 10 Jahren, hatte ich eine wage Vorstellung und eine erste kleine Hoffnung erlebt.
    Ich möchte nur an einer Stelle widersprechen, sie hören uns zu. sie gehen mit sehr viele Respekt um. Auf der anderen Seite und da unterscheide ich mich vielleicht von vielen, bin ich meinen Kindern sehr dankbar, ich habe viel mit ihnen gelernt.

    • Februar 3, 2012 um 4:09 pm

      bin ich meinen Kindern sehr dankbar, ich habe viel mit ihnen gelernt.

      Das geht mir ganz genau so und ich habe zunächst sehr darüber gestaunt.

  8. Februar 6, 2012 um 12:57 pm

    Hier ist noch ein interessantes Video, das ausführt, warum die Occupy Bewegung nicht mehr zu stoppen ist. Es geht um eine Idee, die von allen getragen wird und daher keine Führung braucht. Somit kann auch keine Führer „entfernt“ werden, so dass die Bewegung durch „Enthauptung“ in sich zusammenbrechen könnte:

    Danke an Solveigh, die das Video an anderer Stelle schon eingestellt hatte.

  9. März 3, 2012 um 10:27 am

    Aktueller Ocuppy Rap mit vielen Zusammenhängen …

  10. Mai 8, 2012 um 9:13 pm

    Oliver, der hier auch schon mitkommentiert hat und eine längere Fahrradreise über 3.000 Kilometer unternommen hat (hier ein Reisebericht in einer Gießener Zeitung), ist wieder zurück und hat kurz Halt im größten der Occupy Camps in Deutschland, in Frankfurt gemacht. Er hat auf seinem Blog berichtet, u.a.:

    Eine Nacht bei Occupy

    Einige Meter weiter sehe ich eine Gruppe von Leuten auf Stühlen im Kreise sitzen. Später erfahre ich, dass dies eine „Asamblea “ war, das spanische Wort für „Versammlung“, und eines der wichtigsten Entscheidungsgremien der Bewegung. Ein buntes Bild von Menschen und Gesichtern bot sich mir. Rechts vor einem Zelt sitzt eine Gruppe von jungen Männern, die man eindeutig als „Punker“ identifizieren kann. Weiter vorne junge Kerle mit langen Haaren, Rastazöpfen, Menschen mit Migrationshintergrund. Als ich auf dem Rückweg wieder an der Versammlung vorbei komme, höre ich eine lautstarke Diskussion. Ein stämmiger Typ mit dunklem Teint hat das Wort. Er scheint aufgebracht, brüllt einen Deutschen an: “ Ihr seid alle Nazis“. Aufgeheizte Stimmung. Ein junger Kerl mit langen Rastazöpfen hat das Wort. Ich erkenne ihn sofort wieder, aus einer ARD-Reportage die ich im Internet sah. Später rede ich mit ihm. Jan ist sein Name und gehört zu den Engagierten, denen den es wirklich um was geht. “ Hier geht es um was grösseres. Wir können es uns nicht mehr leisten, dass jeder seinen „Ego-Trip“ hier durchzieht“. Er wendet sich an den aufgebrachten Migranten. „Du hast so eine aggresive Art an dir. Du provozierst die Leute bis aufs Blut. Du hast deine Aggros nicht unter Kontrolle. Das können wir hier nicht mehr gebrauchen. Wer sich nicht an die Regeln hält muss gehen.Wir brauchen Leute die sich einsetzen wollen, die etwas bewegen wollen. Es geht ums Ganze, um 7 Milliarden Menschen.“ Jan erhält großen Applaus, der sich in dieser Art der Versammlung mit winkenden rechten Händen kundtut.

  11. Juni 21, 2012 um 10:51 am

    • Juni 21, 2012 um 12:46 pm

      Mit welchem Ergebnis? Wem hat das genützt?

      • Juni 21, 2012 um 1:31 pm

        Ja, dieser Frage sind wir ja schon ein paar Mal nachgegangen. Auf der Straße wurde noch nicht wirklich etwas entschieden. Aber wenn so viele Menschen auf die Straße gehen, ist es nicht ein ZEichen dafür, dass neues Bewusstsein zu wachsen beginnt und damit eine beginnende Transformation anzeigt?

        • Juni 21, 2012 um 1:51 pm

          Ist es nicht eher ein Zeichen, das viele Menschen, seeeehr viele Menschen einfach unzufrieden sind (kein höheres Bewusstsein, sie wollen einfach ihr Dach über dem Kopf und ihr täglich Brot gesichert haben)?
          Wir müssen natürlich davon ausgehen, dass lediglich ein zehntel der Unzufriedenen auf die Straße gehen!

          Hat es nicht eher denen genützt, die Waffen gegen die Demonstranten herstellen, sie verkaufen – und einsetzen?

          Ja, ich weiß natürlich, dass eines immer das andere bedingt, dass sich ohne Widerstand nichts bewegt, aber ich sehe auch, dass Widerstand immer mit Gewalt beantwortet wird. Und Gewalt fordert neue Gewalt.
          Was ist der richtige Weg?

          • Juni 21, 2012 um 2:03 pm

            Was ist der richtige Weg?

            Ich hatte heute schon den Dalai Lama bemüht, der schon feststellte, dass wir immer mehr Informationen zur Verfügung haben, aber das Kommunikation immer weniger würde.

            Im realen Leben mag das stimmen. Wir unterhalten uns viel über unseren Job und was andere furchtbares machen, aber weniger geht es darum, sich mit den Bedürfnissen des Anderen auseinanderzusetzen, in an-zu-er-kennen.

            In den Mitmachplattformen scheint mir dagegen doch sehr viel kommuniziert zu werden. Oder ist es die falsche Kommunikation?

            Nur via Ideenverbreitung, wie ich das mit dem Bild der Bienen (Nutzer), die Pollen (Informationen) von einem Ort (Blog, Forum, Facebook, …) dargestellt habe, sollte ein Wandel schneller erfolgen können. Die Kommunikation läuft asynchron aber mit großer Reichweite …

        • Juni 21, 2012 um 2:14 pm

          Ja, und dann und zu allerst müssen wir wohl uns selbst ändern…, wurde mir eben gerade noch einmal deutlich gemacht… (es gibt keine Zufälle 🙂 )
          Ich habe das Foto des Dalai-Lamas auf facebook gepostet und da ergab sich folgender kurzer Dialog:

          Nicks Einwurf auf Facebook:

          don´t have expectations.
          don´t try to optimize.
          stay at the nearhanded and make the best of THAT. This would cause much more better results than any „think tank“, „Commission of whatsoever“, „Declaration for something“ a.s.o.

          The nearhanded mind doesn´t miss the standing to reason and that´s the only wisdom you can practice.
          Any other handling is just called „fool´s paradise“, grasping for clouds of thoughts, loosing ground at the same time…^^

          Nick hat es dann auf den Punkt gebracht. Da, denke ich, liegt die Lösung.
          Dies hat gar nichts mit Resignation oder Fatalismus zu tun. Ganz im Gegenteil!
          Vielen Dank, Martin 🙂

          • Juni 21, 2012 um 3:18 pm

            Sibylle sagt mir auch immer wieder, dass ich aufhören sollte, die Welt zu retten, sondern mich um das zu kümmern, was direkt um mich herum geschieht. Recht hat sie wohl …

  12. August 13, 2012 um 8:16 pm

    Song zu Occupy the Cities und passende Bilder dazu:

  13. Januar 11, 2013 um 10:58 am

    War nicht anders zu erwarten, oder?

    Im Dienste der Wall Street

    Sicherheitsbehörden in den USA haben zusammen mit Banken Occupy überwacht
    FBI-Akten sorgen für Aufsehen in den USA: Demnach haben Polizeibehörden, private Sicherheitsdienste und das Ministerium für Innere Sicherheit gemeinsam mit Banken und Konzernen die Occupy-Proteste intensiv überwacht. Informationen über Demonstranten wurden an Anti-Terror-Einheiten weitergegeben, Erkenntnisse über Mordpläne gegen Aktivisten an die Betroffenen jedoch nicht.

    • Januar 11, 2013 um 11:53 am

      Neee!
      „Der Staat ist das Machtinstrument der jeweils herrschenden Klasse“ – Marx, Mitte des 19. Jahrhunderts.
      Heute wird es (wieder) überdeutlich.

  1. März 7, 2013 um 8:06 am

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