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Kritik an unserem Schulsystem: darüber, wie wir unsere Kinder verdummen ….

Ohne weitere Worte, denn die braucht es nicht mehr, um Anderes zu wollen …

Ein Lehrer pro Fach aber ein Schüler alle Fächer

… und wenn wir dann noch genauer hinschauen, wie die einzelnen Schulfächer WIRK-lich ausschauen …

„Die sieben Lektionen des Lehrers“ von John Taylor Gatto

  1. Die erste Lektion, die ich unterrichte, ist Verwirrung (S. 18).
    So werde alles, was an Schulen gelehrt wird, aus dem Zusammenhang gerissen, sei der Stundenplan ein „Flickenteppich“, würde den Schülern nur ein „Werkzeugkasten oberflächlicher Begriffe“ mitgegeben. Die Kinder müssten die Lerninhalte so akzeptieren, wie sie vermittelt werden, und dann so wiedergeben. Kritisches Denken werde unterbunden, denn dann könnten ja auch z.B. die Dogmen des Lehrers hinterfragt werden.
  2. Das zweite Fach, das ich unterrichte, ist die unentrinnbare Zugehörigkeit zu einer bestimmten Schicht.
    … Meine Aufgabe besteht darin, dafür zu sorgen, dass es den Kindern gefällt, mit Kindern gleichen Niveaus zusammengesperrt zu werden oder dass sie es zumindest widerspruchslos erdulden. Wenn ich meine Sache gut mache, können sich die Kinder nicht einmal vorstellen, anderswo zu sein, denn ich habe ihnen beigebracht, die höheren Lernniveaus zu beneiden und ihnen mit Ehrfurcht zu begegnen, auf die darunter liegenden Niveaus dagegen mit Verachtung herabzublicken“ (S. 20). So lerne jedes Kind, dass es – auch später als Erwachsener – „den ihm angemessenen Platz in der Pyramide hat“ (S. 21).
  3. Das dritte Fach, das ich unterrichte, ist Gleichgültigkeit (S. 21).
    Selbst wenn Lehrer einen interessanten Unterricht machen oder von den Kindern verlangen, zumindest Begeisterung zu heucheln, sei mit der Pausenglocke alles schlagartig vorbei: Die Schüler „müssen sich wie ein Lichtschalter an- und ausschalten lassen. Nichts Wichtiges wird in meiner oder irgendeiner anderen mir bekannten Unterrichtsstunde jemals zu Ende geführt. … Die eigentliche Lektion der Pausenglocke ist, dass es keine Arbeit gibt, die es wert ist, zu Ende geführt zu werden. Warum also sollte man sich für irgendetwas engagieren?“ (S. 21).
  4. Das vierte Fach, das ich unterrichte, ist emotionale Abhängigkeit.
    Mit Fleißbienchen und Smileys, mit Lächeln und Stirnrunzeln, Auszeichnungen, Ehrungen und Strafen bringe ich den Kindern bei, ihren Willen der vorherbestimmten Befehlskette zu unterwerfen“ (S. 22). Die Schüler hätten keine Rechte, ihre Individualität würde zugunsten der Anpassung unterdrückt, ein Widerstand werde bestraft.
  5. Das fünfte Fach, das ich unterrichte, ist intellektuelle Abhängigkeit. Gute Schüler warten darauf, dass ein Lehrer ihnen sagt, was sie tun sollen“ (S. 22).
    Die Lehrer hätten die Macht zu kontrollieren, was Kinder denken. Und wer so denke wie erwartet, sei ein guter Schüler und würde entsprechend benotet. Dies sei die wichtigste Lektion von allen: Wir müssten die Abhängigkeit von anderen Menschen akzeptieren, denn darauf basierten Hierarchien, Wirtschaft, Sozialwesen, Rechtssystem usw.
  6. Das sechste Fach, das ich unterrichte, ist labiles Selbstbewusstsein.
    … Unsere Welt würde so, wie sie ist, eine Flut selbstbewusster junger Leute nicht sehr lange überleben, daher unterrichte ich, dass die Selbstachtung eines Kindes von der Meinung eines Experten abhängen sollte. Meine Kinder werden beständig ausgewertet und beurteilt“ (S. 24). Menschen dürften sich nicht selbst einschätzen, sondern müssten lernen, das Urteil „objektiver“ Dritter zu akzeptieren.
  7. Die siebte Lektion lautet, dass man sich nicht verstecken kann. Ich lehre die Schüler, dass sie immer unter Beobachtung stehen und immer überwacht werden“ (S. 25).
    Auch der Austausch mit den Eltern diene der Kontrolle. Mit Hilfe der Hausaufgaben werde die Schule in die Familie hinein ausgedehnt, „wo die Schüler sonst ihre freie Zeit nutzen könnten, um etwas zu lernen, was nicht autorisiert ist, zum Beispiel von den Eltern, durch eigenes Erkunden oder durch Kontakt mit einer kompetenten Person in der Nachbarschaft“ (S. 25 f.). Privatheit bzw. Privatsphäre müssten den Menschen vorenthalten werden, um die Gesellschaft zentral kontrollieren zu können.

Ich hatte vor einigen Wochen diesen Artikel begonnen, über den inzwischen ein Reihe interessanter Informationen zusammen gekommen sind, wie es besser gehen kann:

So sollte Schule funktionieren: über Erfahrungsräume im Umgang mit Unvorhersehbarem und Übernahme von Verantwortung

Nachtrag vom 01.12.2012: passend ein Vortrag dazu

  1. Januar 22, 2012 um 8:19 pm

    You, Yes You, Stand Still Laddie!

    When we grew up and went to school, there were certain teachers who would hurt the children anyway they could
    by pouring their derision upon anything we did
    exposing every weakness however carefully hidden by the kids.

    But in the town it was well known that when they got home at night
    their fat and psychopathic wives
    Would thrash them within inches of their lives!

    ooooooooooooo, oooooooo, ooooooooooo, ooooooooo, ooooooooo, ooooooooo,oooo.

    We don’t need no education
    We don’t need no thought control
    No dark sarcasm in the classroom
    Teachers leave them kids alone
    Hey! Teacher! Leave them kids alone!
    All in all it’s just another brick in the wall.
    All in all you’re just another brick in the wall.

    (A bunch of kids singing) We don’t need no education
    We don’t need no thought control
    No dark sarcasm in the classroom
    Teachers leave them kids alone
    Hey! Teacher! Leave us kids alone!
    All in all it’s just another brick in the wall.
    All in all you’re just another brick in the wall.

    Spoken:
    „Wrong, Guess again!
    Wrong, Guess again!
    If you don’t eat yer meat, you can’t have any pudding.
    How can you have any pudding if you don’t eat yer meat?
    You! Yes, you behind the bikesheds, stand still laddie!“

    [Sound of many TV’s coming on, all on different channels]
    „The Bulls are already out there“
    Pink: „Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaarrrrrgh!“
    „This Roman Meal bakery thought you’d like to know.“

    I don’t need no arms around me
    And I dont need no drugs to calm me.
    I have seen the writing on the wall.
    Don’t think I need anything at all.
    No! Don’t think I’ll need anything at all.
    All in all it was all just bricks in the wall.
    All in all you were all just bricks in the wall.

  2. Findeisen
    Januar 22, 2012 um 8:58 pm

    Lehrer vermitteln Wissen, Fertigkeiten u.a. in einem Beruf, der sie selbst in einen Widerspruch versetzt: Lehren und Selektieren. Eine systematische Aufklärung über ihre Zwänge und ihre Wirkungen auf die Schüler ist Bedingung der Änderungen. Ein kritischer
    Aufsatz – Verbreitung erwünscht – könnte dabei helfen. http://www.magazin-auswege.de/data/2011/08/Findeisen_Lernen_Leisten_Bewerten.pdf

  3. Januar 22, 2012 um 10:44 pm

    Reblogged this on .

  4. Januar 22, 2012 um 11:47 pm

    Aus Wie und warum das allgemeine Bildungswesen unsere Kinder verkrüppelt von John Taylor Gatto, gefunden auf Weiße-Rose 2.0

    […]George Washington, Benjamin Franklin, Thomas Jefferson, Abraham Lincoln? Jemand lehrte sie mit Sicherheit, aber sie ware keine Produkte des Schulsystems, und nicht einer von ihnen war jemals Oberschulen-Absolvent. Fast durchwegs durch die amerikanische Geschichte gingen Kinder im allgemeinen nicht zur High School, und doch wurden die Ungeschulten Admiräle, wie Farragut; Erfinder, wie Edison; Kapitäne der Industrie, wie Carnegie und Rockefeller; Schriftsteller, wie Melville und Twain und Conrad; und sogar Wissenschaftler, wie Margaret Mead. In der Tat wurden bis vor kurzem Menschen, die das Alter von 13 Jahren erreichten, überhaupt nicht als Kinder angesehen.[…]

    • Januar 22, 2012 um 11:59 pm

      _Nach einem langen Leben, und dreißig Jahren in den öffentlichen Schulgräben, kam ich zu dem Schluß, dass Genie so alltäglich ist, wie Schmutz. Wir unterdrücken unser Genie nur, weil wir noch nicht herausgefunden haben, wie man eine Bevölkerung gebildeter Männer und Frauen handhabt. Die Lösung, denke ich, ist einfach und glorreich. Lassen Sie sie sich selbst führen._

      Er ist jedoch die einzig richtige Lösung des ganzen Dilemmas. Nur hat dann diese Gesellschaft keine willigen Diener mehr…

      Schlussfolgerung? 🙂

    • Januar 23, 2012 um 12:40 am

      Hallo Martin, den Text, den Du auf „Weiße Rose 2.0“ gefunden hast, steht so im Beitrag 223 in Deinem Thema „Warum Schüler büffeln …“.
      https://faszinationmensch.wordpress.com/2011/06/12/warum-schuler-unsinnig-buffeln-mussen-brief-eines-vaters-an-seine-tochter-zur-erklarung/

      Der Link ist der Versuch, ein bisschen lustig zu sein – Lust versus Frust.

      Wolfgang

  5. Januar 23, 2012 um 12:31 am

    Martin Bartonitz :

    Ja, Solveigh, das machte dann auch Klick bei mir :-)
    Ich schaute mir gerade das Video zum Mayakalender an, den Mike vorgeschlagen hat. Sehr inspirierend: http://www.mayakalender.net/videos.php
    Aber jetzt leg ich mich erst einmal ab
    Liebe Grüße, Martin

    Ich habe mir gestern Abend beide Videos angeschaut. Wurde spät dabei 🙂

    Irgendwie klingt das alles sehr logisch, allerdings stimmt keine einzige seiner Zukunftsprognosen und vor allem: Nach seiner Rechnung ist der Kalender am 25 Oktober 2011 beendet gewesen.

    Warum sind wir dann noch in diesem Chaos?

    Ich muss jetzt auch ins Beet der Träume 🙂

    • Januar 24, 2012 um 8:12 pm

      Hallo Solveigh, wenn alles bis auf den I-Punkt stimmen würde, würde ich Angst bekommen. Es ist sicher ein fundamentaler Beitrag zur Einschätzung der Realität, die absolute Wahrheit ist es nicht und wird auch nirgends zu finden sein, „Wie tief willst Du ins Mysterium eintauchen?“ (What the bleep). Es ist doch eigentlich auch egal, wann die 5600 Jahre nun vorbei sind. Die Fakten, die hier aber aneinander gereiht werden, wie wir wirklich ticken, finde ich schon spannend. Er gibt einfache Erklärungen, warum manches so vorhanden ist, wie wir es vorfinden. Es spricht deutlich aus, das die Dualität nie aufgehoben sein wird und das es zu jedem Zeitpunkt mehr oder weniger immer um das Überleben gehen wird. Nach meinen Recherchen kann man es göttliches Prinzip nennen. ich behaupte, das der Spirit, wie eine Micro-DNA in der Materie vorhanden ist und wir dadurch keine Wahl haben uns zu entwickeln. Ob diese Entwicklung immer an den Menschen gebunden sein wird, hängt letztendlich davon ab, wie wandlungsfähig wir sind.
      Ich habe noch etwas in die Runde einzubringen. Ein Freund sandte mit noch im alten Jahr dieses Video:
      http://www.streammeupscotty.com/bfas/roddhan.html.
      Einige der Lehrer und Kinder kenne ich seit vielen Jahren persönlich. Wenn Du diese Kinder erlebst, bekommst du eine Ahnung, was „Kinder des Lichtes“ sind, die nach dem Ablauf des Maya-Kalenders auf die Erde kommen sollen. Sie sind schon da!

      • Januar 24, 2012 um 10:08 pm

        Hallo Solveigh, wenn alles bis auf den I-Punkt stimmen würde, würde ich Angst bekommen. Es ist sicher ein fundamentaler Beitrag zur Einschätzung der Realität,

        Hier gebe ich Dir absolut recht und genau darum habe ich mir auch beide Videos bis zum Schluss angeschaut. Es ist eine unter vielen Deutungsmöglichkeiten unserer Geschichte und sie ist verblüffend genau was die Vergangenheit betrifft. Ich wage mir jedoch keine Wertung darüber, ob es genau SO gewesen ist und/oder sein wird.

        So bin ich nicht sicher, ob tatsächlich 97 % aller Lebewesen nach dem Meteoriteneinschlag umgekommen sind?
        Weiter sagt er, es werde besser, der Meteoriteneinschlag hat noch 97 % aller Lebewesen vernichtet, beim nächsten Mal ist „nur“ noch eine ganze Spezies (die Neanderthaler) drauf gegangen und Hitler hat nicht mehr eine ganze Rasse oder 97 % der Lebewesen ausgerottet. Es wird besser, sagte er und meinte dann zum Schluss aber ganz entgegengesetzt, etwa ein bis zwei Drittel der Menschheit würden diesen Übergang jetzt nicht überleben… Das fand ich schon ziemlich… naja… hmm… Ist für mich nicht so wirklich logisch…

        Außerdem habe ich gelesen, dass lediglich eine Neuer Zeitkreis beginnt. Es ist lediglich das Datum, an dem alle drei Kalender wieder auf dem Ausgangspunkt von vor 26.000 Jahren zusammentreffen (also alle drei Kalender wieder das gleiche Zeichen zeigen). Es sind ja alles runde Kalender, also können sie gar ncht „enden“. Diese Zahl der 26.000 Jahre taucht auch in anderen Kulturen immer wieder auf, und ist genau die Zeit, die unsere Erde braucht, um ihre „Taumelbewegung“ einmal zu vollenden und wieder an ihrem Sonnennächsten (Ausgangs-)Punkt anzukommen. Die 52 Jahre, die der Große Kalender für eine „Runde“ braucht, hat auch eine astronomische Bedeutung, aber ich habe vergessen, welche.
        Diesen astronomischen Zyklen sind wir Menschen natürlich auch unterworfen, das steht außer Frage. So ist der 7-Jahres-Rhytmus der erhöhten Sonnenaktivitäten gleich dem 7-Jahres-Rhytmus der Entwicklungsstufen des einzelnen Menschen, der 52 Jahres-Rhytmus findet sich im Menschen wieder – es ist genau in der Zeit des „Klimakteriums“ (etwa ab dem 49. Lebensjahr – 7er Rhytmus – und ist meist im 52. Lebensjahr abgeschlossen), das Männer übrigens ganz genau so durch- und erleben, bei ihnen heißt es Midlife Crisis. Den 26-Tage-Rhytmus erleben wir Menschen auch und ganz besonders die Frau mit ihrem Menstruationszyklus und die Geburt ist am leichtesten, wenn sie bei abnehmendem Mond geschieht, während eine Schwangerschaft eher bei zunehmendem Mond zustande kommt. Das ist uraltes Wissen, nur ist das im Westen in den vergangenen Jahrhunderten vergessen gemacht worden. Jetzt bricht sich das alte Wissen langsam wieder Bahn – „… und das ist auch gut so!“ 🙂

        „What the bleep“ habe ich auch komplett gesehen und dieser Film hat mir vieles erklärt, was ich bis dahin nur „ahnte“, „fühlte“. Es war schön, solche Bestätigung zu bekommen.

        Aber ich bin vom eigentlichen Thema dieses Artikels abgeschweift, sorry, Martin…

        Die Schulen, die Du hier vorstellst, gefallen mir – sie leben Basisdemokratie. Das macht Mut und diese Schulen sollten tatsächlich Schule machen 🙂

        Was hier gemacht wird, ist fundamental für die Erziehung: Vertrauen. Den Kindern vertrauen, ihrer Wissbegier vertrauen, ihrer inneren Kraft, Neugier und ihrem Willen vertrauen.
        Die Schulen heute misstrauen den Kindern doch auf Schritt und Tritt. Darum werden Tests geschrieben, um zu kontrollieren, ob auch der Stoff brav auswendig gelernt wurde, darum gibt es Hausaufgaben, um zu kontrollieren, ob die Kinder in der Schule aufgepasst haben, die Eltern haben die Hausaufgaben zu kontrollieren, weil den Kindern misstraut wird, dass sie die überhaupt machen und wenn die Eltern nicht kontrollieren, dann werden sie mit zur Rechenschaft gezogen, die Eltern werden also gleich mit kontrolliert… Es wird kontroliert, ob die Kinder auch ja in die Schule gehen. Den Kindern schlägt Mißtrauen auf Schritt und Tritt entgegen. Was sollen das für Menschen werden? Freie Menschen, die in der Lage sind, selbstbewusst für sich zu entscheiden und Verantwortung für sich zu übernehmen, ganz bestimmt nicht! Und genau das ist gewollt. Denn diese Kontrolle geht das gesamte Leben so weiter. Wir Menschen stehen in dieser Gesellschaft unter ständigem Generalverdacht: Die Arbeit nicht ordentlich zu erledigen, gar nicht arbeiten zu wollen, das FA oder irgendwelche anderen Ämter zu „besch*en“, im Laden zu steheln, und so weiter und so fort. Es ist wahrlich krank! Und darum werden Kinder und Menschen daran krank. Kein Mensch kann permanentes Mißtrauen auf Dauer gesund überstehen.
        Dazu kommt dann noch die Mißachtung: Uns wird suggeriert, dass es vollkommen egal ist, ob Du existierst oder nicht… (Stichwort Arbeitslosigkeit und Dumpinglöhne, die den Wert der Arbeit und damit die Menschen, die diese Arbeit machen, mißachtet), Menschenrechte werden mißachtet, Menschen werden in Armut geschickt und dem Hungertod überlassen, sie werden in Kriegen beraubt, umgebracht und vergewaltigt und wenn sie sich dagegen auflehnen werden sie verprügelt, eingesperrt und gequält, diffamiert und kriminalisiert… die Liste der ständigen Mißachtung der Menschen ließe sich lange weiterführen.

        Und genau das ist, was auch Makarenko gemacht hat: Er hat den Kindern, es waren vollkommen verwahrloste Kinder mit einem kriminellen „Vorleben“, vollkommen vertraut und sie in die Entscheidungsprozesse einbezogen, ja, sie selbst über ihre eigenen Angelegenheiten gemeinsam im Konsens entscheiden lassen. Es geht ja auch um sie. Was maßen wir Erwachsene uns an, wissen zu wollen, was den Kindern gut tut und was sie wollen?

        Und das hat nichts damit zu tun, fahrlässig zu handeln, die Kinder verwahrlosen zu lassen oder was sonst immer versucht wird, vorzuwerfen.

        Gut fand ich den einen Lehrer, der meinte: Warum wird nun innerhalb von einem Moment bewertet – und das auch noch unter immensem Stress – was der Mensch zu leisten imstande ist und im Verlaufe von zehn Jahren (oder mehr) gelernt hat? (nicht wörtlich, aber ähnlich).
        Darüber habe ich mich schon als Schüler zu den Prüfungen und Klassenarbeiten aufgeregt. Mir gefiel auch nicht, dass meine Fähigkeit in fünf Zahlen gepresst wurden… Sie entsprachen mir nicht und nicht meinen Fähigkeiten, sondern spiegelten lediglich meinen Willen und Fähigkeit zum Auslwendiglernen wieder. Dagegen habe ich mich gesträubt.

        Sorry, das es so lang wurde…

  6. Januar 23, 2012 um 7:51 am

    Passt so richtig ins Bild:

    Störerin des Schulfriedens – Nach ihrer Kritik am bayerischen Schulsystem wird eine Grundschullehrerin abgestraft. Ihr wurde vorgeworfen, Schüler zu gut zu benoten, gefunden auf taz.de.

    […]Sabine Czerny hat freilich den Eindruck, dass es weder um ihr Wohl ging, noch um das der Kinder, die sie nach intern bekundeter Einschätzung von Schulleitung und Schulamt – gemessen an den Noten – zu erfolgreich unterrichtet hat. Statt zu fragen, mit welchen Methoden sie es geschafft habe, dass 91 Prozent der Kinder aus ihrer vierten Klasse auf Realschule und Gymnasium wechseln durften, sagt die Lehrerin, habe ihr das Schulamt nun vorgeworfen, „den Schulfrieden nachhaltig gestört zu haben“.

    […]Die Eltern ihrer ehemaligen vierten Klasse wollen sich derweil in einem offenen Brief geschlossen an das Schulamt, den bayerischen Kultusminister Siegfried Schneider sowie Bundes-Bildungsministerin Annette Schavan wenden, um auf die grundsätzlichen Missstände aufmerksam zu machen. Darin heißt es unter anderem: „Wir Eltern haben mit Staunen wahrgenommen, wie sich unter der Arbeit von Frau Czerny das Arbeitsverhalten unserer Kinder verbessert hat: Sie lernen gerne, sie wollen wissen und entdecken und sind mit Feuereifer bei der Sache.

  7. Januar 23, 2012 um 10:02 am

    Hallo, die Kommentare sprechen mir aus dem Herzen,
    Non vitae sed scolae discimus sagte schon ein Römer.
    Interessanterweise hat die politische Nomenklatura im Laufe der Jahrtausende den Spruch zu 180% gewendet

    • Januar 23, 2012 um 12:31 pm

      Der klassische Satz der Sprachdidaktik Senecas ist in späteren Jahrhunderten vielfach pervertiert worden: „Non vitae, sed scolae discimus.“ (Epistulae morales 1965). Nicht für das Leben lernen wir, sondern für die Muße: für die Contemplation, die Betrachtung der Übereinstimmung mit den Gesetzen in uns. Der Pragmatismus des städtischen Bürgers im späten Mittelalter hat nach Entwicklung einer Institution mit Namen „Schule“ die Maxime des Seneca umgekehrt: „Non scolae, sed vitae discimus.“ In einem weithin veränderten Kontext der Sprachdidaktik wurde jetzt das theoretische Lernen als akademischer Selbstzweck gegenüber dem praktisch-ausbildenden Lernen diskreditiert: eine Perversion, die dem stoischen Bildungsauftrag der römischen Antike eher fremd ist. Die Sprachdidaktik des römischen Stoizismus ist demnach meditativ und kontemplativ: durchaus im Sinne der „Nikomachischen Ethik“
      Quelle: Sprachdidaktik: spirituelle

    • Januar 23, 2012 um 5:40 pm

      Ja, Sie nennen es gewendet, wenn gefälscht, ein liebevoller Geist missbraucht wird zu gegenteiliger Wirkung. Politik!
      Einige meinen, man müsse sie ändern, ich meine, Dreck bleibt in seinem Wesen Dreck, gleich welche Farbe man ihm gibt.

      Politische Praxis, gängig-beliebt (weil so erfolgreich) seit dem „Kohl-Arsch-Syndrom“, seine Lügen und Fälschungen auszusitzen – während man an neuen Lügen und Fälschungen arbeitet.

      Immer mehr Menschen wurden immer müder, gegen die scheinbar unermüdlich sprudelnde Quelle der Unsäglichkeiten anzurennen; einige mögen auch erkannt haben, welches Gift sie dabei „trinken“.

      Wohl denn.

      Wolfgang

  8. Januar 23, 2012 um 6:18 pm

    Thesen des leider schon verstorbenen Prof. Dr. Kurt Singer zum Thema Schule und Lehrertum:

    Kinder brauchen eine pädagogische Schule
    In ihr können sie ihre persönliche Leistungsfähigkeit und ihre ganze Person entwickeln. Eine humane Schule ist die beste Leistungsschule: Unterricht bedeutet nicht nur Stoffvermittlung, sondern eine helfende Beziehung von Lehrerinnen und Lehrern zu den Schülern. Schule wird zum Lern-Ort für Miteinander-Lernen.

    Lehrer-sein ist ein helfender Beruf
    Diese Definition verändert das Bild des Berufs: Lehrer verstehen sich als Lernhelfer. Sie helfen den Kindern in zugewandter pädagogischer Beziehung, Kenntnisse zu erwerben und die Welt zu begreifen. Durch die individuelle Hilfe beim Lernen erweisen sie den Schülern besondere Achtsamkeit.

    Achtung vor der Individualität des Kindes
    Schule darf sich nicht an der „Logik des Marktes“ orientieren. Das pädagogische Entwicklungsprinzip steht über dem Leistungsprinzip. Die Pädagogik der Schule muss die Lebensprobleme der Jugendlichen so ernst nehmen wie deren Lernprobleme.

    Die Würde des Schülers ist unantastbar
    Kein Kind darf seelisch verletzt werden, seine Persönlichkeitsrechte müssen im Unterricht gewahrt werden. Jugendliche dürfen nicht durch Überforderung, Kränkung und Angst in eine hilflose Situation geraten, ebenso wenig Lehrerinnen und Lehrer.

    In der Schule mehr Demokratie wagen
    Schule ist immer noch ein Ort, an dem Demokratie kaum praktiziert wird. Eltern und Lehrer könnten durch Mitverantwortung für ein Schulklima der Zusammenarbeit eintreten. Schüler sind in der Lage, ihr Lernen mitzugestalten, das Lernen zu ihrer Sache zu machen.

    Sozialer Mut für eine neue Ethik des Zusammenlebens
    Kurt Singer bestärkt Lehrerinnen und Lehrer in ihrem pädagogischen Engagement, unterstützt Eltern wie Schüler darin, Schule zur pädagogischen Schule zu machen. Dazu müssen sie gegen den Strom schwimmen: gegen staatlich verordnete Unvernunft und politische Gleichgültigkeit. Ohne Zivilcourage und sozialen Ungehorsam gibt es keinen Fortschritt – auch keinen pädagogischen.

    • Januar 23, 2012 um 7:53 pm

      Zu diesem Thema möchte ich noch einmal (auch, wenn er „von der anderen Seite“ ist) Makarenkos Buch und den 1955 dazu erschienen Film „Der Weg ins Leben“ wärmstens empfehlen, dessen Russischer Titel ins Deutsche übersetzt „Ein pädagogisches Poem“ lautet.

      Makarenko http://de.wikipedia.org/wiki/Anton_Semjonowitsch_Makarenko war ein großer Pädagoge, dessen Werk mich sehr stark geprägt hat. Viele seiner Grundsätze habe ich bei der Erziehung meiner Kinder angewandt 🙂

      Manches seiner Lehre fand ich in der Waldorfschule wieder, nebenbei bemerkt…

  9. Januar 24, 2012 um 3:55 pm

    gefunden auf brand ein Online:

    Die Stunde der Idioten

    Fünf Minuten vor der Wissensgesellschaft drehen wir die Uhren zurück: Das Bildungssystem versucht, Wissen und Kreativität zu industrialisieren. Das schafft jede Menge Auftrieb für Hohlköpfe.

    1. Der Zweck der Bildung

    Es gibt wahrlich viele langweilige Dinge auf dieser Welt, zum Beispiel Polit-Talkshows und die Europäische Gemeinschaft, aber selbst diese Sachen sind ein Thriller gegen das, was jetzt kommt: Bildung. […]

    2. Warum wir immer blöder werden (und wozu)

    […] Zweck erfüllt. Bildung und Ausbildung, das wird bis heute hartnäckig verwechselt. Was aber ist, wenn der gut Ausgebildete, der Aufsteiger, sich nun auch sozial bewähren muss? Man ist Experte. Aber ist man auch gesellschaftsfähig? […] Ein Fachidiot mit etwas Bildung also, genauer gesagt jemand, der den sogenannten Bildungskanon beherrscht.

    […] Diese Halbbildung wird nie kritisch hinterfragt. Man tut, was alle tun. Wie weit es damit steht, kann man überall sehen: Was Fernsehmoderatoren, Models und Schauspieler tragen, will man auch haben; schick ist, was die haben, die man kennt. Man liest, was in der „Spiegel“-Bestseller-Liste steht. Das ist alles nicht viel, es ist Nachahmung, reproduzierter Geschmack, kopierte Bildung, die man sich aneignet. Aber immerhin: Man tut wenigstens noch so, als ob. Ein Blick auf die populäre Medienkultur zeigt, dass das von gestern ist. Heute lernt das Privatfernseh-Prekariat beim „Perfekten Promi Dinner“ noch nicht einmal, wozu ein Besteck nützlich sein könnte. Und Applaus ist allen sicher, die ihre Beschränktheit öffentlich zelebrieren.
    […]

  10. Januar 24, 2012 um 4:15 pm

    Tröstet mich ein wenig, dass auch andere Menschen beim schreibenden Sprechen keine Wolldecke im Mund haben.

    Die alte Regel, deutliche Sprache mache keine Freunde, scheint weiterhin gültig.
    Dagegen scheint die Moral, Unrecht dulden sei wie Unrecht tun, weitgehend unbekannt zu sein. Muss ja, sonst hätten wir dieses (passende) System nicht.

    Wolfgang

  11. Januar 24, 2012 um 4:53 pm

    Übrigens:
    Gibt es eine „Psychologie der Information“?

    Wir rühren hier – ich seit VIER Monaten – kräftig in einer politisch rezeptierten Brühe, die uns als schmackhafte Suppe verkauft wurde.
    Und essen weiterhin die Brocken, die darin auftauchen.

    In der Hoffnung, der Topf werde irgendwann mal leer sein,
    wenn nur genügend daraus gelöffelt würde?

    Manchmal frage ich mich, ob die Mehrzahl der Menschen sich bereits – unbewusst – so vor sich selber ekeln (oder schämen, oder …), dass ihnen das Ekel-Bewusstsein abhanden kam.

    Und am Rande:
    Es gehört zur politischen Strategie, Menschen zu kriminaliseren,
    um ihnen damit die moralische Kompetenz zu rauben.
    Das ist auch ein Wissen. Man sollte Menschen versuchen klarer zu mmachen, dass ihre Regelbrechungen weit weniger verwerflich sind, als die Absichten, die sie dazu verführen sollten.

    Wolfgang

    • Januar 24, 2012 um 5:40 pm

      Deine Metapher mit der Suppe ist herrlich. Und auch Deine Annahme des Abgestumpftseins. Heut schämt man sich nicht mehr selbst sondern fremd, bei DSDS oder Dschungelcamp oder welcher Schrott sonst noch auf den privaten Kanälen angeboten wird. Ja, das gibt dann viel Auftrieb durch weitere Hohlräume …

  12. Januar 24, 2012 um 5:12 pm

    ’ne Kleinigkeit noch.

    Unser Gesellschaftssystem bzw. die Idee dafür hat einen traumatischen Hintergrund.

    Die Idee lautet:
    Ich schaffe Menschen, die süchtig, kriminell, gewalttätig, asozial – wertlos sind.

    Diese Anfangsidee IST (traumatisch) verdrängt.

    Und nun kommt das Eigentliche, Bewusste:
    Die „Idee“ bzw. deren Helfer schauen auf die Menschen, erkennen ein „wertloses“ Gesindel, dessen Amoral, Gewalttätigkeit, deren niedere Triebe (so empfindet man das) kontrolliert und bekämpft werden müssen.

    Und SO etstand das System, ohne BeRÜCKsichtigung der ersten Idee, die diesen bekämpfenswerten Menschen erschaffen WOLLTE.

    Ist wahrscheinlich schon wieder so leicht, dass es unverständlich ist, oder?

    Wolfgang

  13. Januar 24, 2012 um 5:22 pm

    Oh, ich vergaß den Bezug zum Thema.

    Vielleicht wird nun klarer,
    was in unseren Schulen systematisch betrieben wird:
    Für ein Menschenbild, das sich,
    getrennt von der Ur-Idee,
    verselbständigte,
    Nachschub zu produzieren.
    Man braucht die „Versager“, und die, die sie entwürdigen, bestrafen, quälen, im Grunde vernichten wollen.

    Es ist ein lausiges Spiel, und wir begehren zu Recht dagegen auf.

    Wolfgang

  14. Januar 24, 2012 um 9:09 pm

    Mir wird, bitte entschuldigt, immer klarer, das wir gerade auf einem Holzweg sind. Wir wissen welcher Art Menschen uns als Volksvertreter repräsentieren und haben auch schon herausgefunden, wessen Interessen sie wirklich vertreten und hoffen immer noch, das sie an der einen oder anderen Stelle „Vernunft“ annehmen. Wir möchten gern das „Eipopeia-Lied“ anstimmen. Die „Mächtigen“ haben für sich schon lange begriffen, das nicht alle den Weg ins Ziel schaffen werden und so verhalten sie sich auch. Leben in vielen Parallelgesellschaften und malen uns die Gefahr und Chaos an die Wand, das wir nicht Gleiches tun. Wir können uns an Schienen anketten oder auf Bäume klettern, es wird nichts nützen. Ihr Zug ist nur aufzuhalten, wenn wir ihnen die Kraft entziehen und eigene Strukturen schaffen. Wie das von mir vorhin erwähnte Beispiel zeigt, es funktioniert schon in Insellösungen. Die Zukunft hat für uns schon längst begonnen. Solange wir ihnen Aufmerksamkeit schenken, werden sie unsere Realität bleiben und wenn es Not tut, den rettenden Strick direkt vor unserer Nase abschneiden. Wer dazu noch ein klares Wort braucht, was in seiner Tradition den Mayas ebenbürtig ist, findet hier viel zum Stöbern: http://www.osho.com/Main.cfm?Area=Meditation&Language=German. Jede Karte führt dich ein Stück zurück zu dir selbst, viel Vergnügen. Viele Grüße com Mike

    • Januar 25, 2012 um 7:58 am

      Ja, diesen Film habe ich auch schon gesehen und bin begeistert von dieser Art Schule.

  15. Januar 24, 2012 um 9:55 pm

    Ich habe gerade passend zum Thema noch etwas Schönes gefunden:

  16. Januar 24, 2012 um 11:37 pm

    Hallo Solveigh,
    noch mal kurz, wie gesagt es ist ein gute Zusammenfassung und trotzdem nicht oberflächlich. Ich hatte im Herbst schon mehrere Vorträge zu dem Thema gehört und trotzdem war hier wesentlich mehr dabei. Stichwort überleben. Ich vertrete schon lange die Auffassung, sich von den Strukturen zu lösen und autark zu werden. Es wird zwischen den Machtstrukturen von heute und der breiten Masse keine dauerhafte Lösung geben. Es gibt aus meiner Sicht zwei Szenarien, weniger als 1/3 mit völlig willenlos gemachten Sklaven (siehe sience fiction) oder hoffentlich mehr als 2/3 in humanen, sozialen Kleinstrukturen. Wie groß die Zahl sein wird hängt davon ab, wie viel Gewalt vermieden werden kann, also sprich wie viele Strukturen wir zum Leben erwecken können. Jegliche Form von Konfrontation, occupy und Echte Demokratie Jetzt besitzen noch keine Strukturen, die dies verhindern können, werden zwangsläufig in dieses Fahrwasser geraten.

    Ja Rohdan ist schon eine tolle Geschichte. Wie gesagt Georg und Andreas sind langjährige Freunde von mir, das steckt 20 Jahre Mühe dahinter, heute so ein Resultat zu haben. „Schule machen“ ist nicht ganz korrekt. Wir müssen es als Multiplikatoren weitertragen. Hilfestellung bekommen wir dort gern. Heute ist es wie gesagt nicht nur eine freie Schule, dort haben sich lebenswerte Strukturen entwickelt, die sonst in Nord Brandenburg große Fehlanzeige sind. Es ist ein Beweis dafür, das es möglich ist. Ich glaube, das sind wir nicht nur unseren Kindern schuldig. Viele Grüße com. Mike

  17. Michael
    Januar 25, 2012 um 9:00 am

    The potential future of education will be one that the next generation will begin to put in place. It will be a dynamic system where the children can change the classroom as the term unfolds. This would be classroom-by-classroom. The teacher will only have one goal . . . that the children learn certain concepts by the end of the term, and prove they know everything expected. Each classroom will be able to govern how long this takes, and how long is spent on each concept or step, based on what the collective student group decides. This will eventually feature an evolved classroom where the students, based on their performance, will actually determine the term. Those classes who finish their terms early will get longer vacations.

    In addition, the classrooms will be able to collectively dismiss other students in the class who detract from their learning, and/or individually help those who need review. So instead of the system deciding who’s fit for a class, the students will. It will be a far more empowering system, and will always be under the direction of the teacher. But it’s a far different system from what you have today, where the system drives the student. In the future, the student will drive the system.

    There won’t be chaos, as many educators may predict. A funny thing happens when you give leadership concepts to those who can lead: They do.

  18. Januar 25, 2012 um 12:01 pm

    Die aufgeführten Punkte, was die (staatliche) Schulbildung unausgesprochen anstrebt, treffen sicherlich zu und decken sich mit meiner eigenen Schulerfahrung. Allerdings hat Rudolf Steiner genau das auch vor 100 Jahren schon erkannt und mit der Entwicklung einer neuen Pädagogik und eines neuen Schulsystems reagiert. Kern seiner Lehre ist die freie Entfaltung des Menschen, nicht seine Vorbereitung auf ein hierarchisches Gesellschaftssystem. Insofern gibt es eine Lösung für alle Eltern, die ihren Kindern das staatliche Schulsystem nicht zumuten wollen.

    • Januar 25, 2012 um 12:47 pm

      Rudolf Steiner

      Wir lesen hier in den Themen einige Male,
      das „Rad“ brauche nicht noch einmal erfunden werden.

      Das Stimmt, aber wir sollten lernen,
      die bekannten „Räder“ zu benutzen.

      Wie sonst können wir uns von der scheinbar
      geglückten Quadratur des Kreises abwenden?

      Wolfgang

    • Januar 25, 2012 um 1:10 pm

      Ich stimme Dir aus Erfahrung mit meiner Tochter zu.

      Jedoch gibt es leider auch bei der Erziehungskunst Rudolf Steiners Tendenzen der Institutionalisierung, die Abkapselung, letztlich Stillstand und dann Rückbau beinhalten.

      Es ist sehr wichtig, seine Lehren unbedingt weiterzutragen und weiterzuentwickeln, vielleicht mit den Ansätzen der anderen freien Schulen zu verbinden. Lasst die Ideen „Sex miteinander haben“, statt eine gegen die andere aufwiegen oder als einzigen richtigen Weg propagieren zu wollen…

      • Januar 25, 2012 um 1:39 pm

        Seit der Erfindung des Autos, Solveigh, sollte das eigentlich kein Problem sein.
        Aber es ist ein Problem.
        Ist es das:
        Viele Eltern sehen keine Hoffnugn mehr, schon gar nicht für ihre Kinder, und lassen den Karren einfach laufen?

        Und der Karren, vor den auch die Wirtschaftsmacht BRD gespannt ist, läuft immer noch, weil die Wirtschaft brummt, sprich, die Leute ihre Pillen nehmen und zur Arbeit hetzen.
        Entwickelt „man“ gar Medikamente nicht gegen Krankheiten, sondern zur Erhaltung der Arbeitsfähigkeit?
        Und damit zur Kreditwürdigkeit des Staates?

        Ich glaube, wenn Deutschland wieder mal in Schutt und Asche liegt, baut das Volk – wieder – wieder auf und trägt das Ersparte zur Bank – und wieder werden die beschimpft, die das Übel nicht unterstützen wollen – und gefühlt nicht können.

        Ich nahm mir gestern Nacht ein paar Stunden Zeit, um etwas tiefgründiger das Wesens des weltweit agierenden Systems – von Zockern und Mega-Kriminellen – zu recherchieren.

        Mit 1% der dort agierenden Energie würden wir hier vermutlich sehr weit kommen.

        Welche Idee kann die nötige Energie generieren?

        Das Bewusstsein, dass Deutschlandf PLEITE ist?

        Das Bewusstsein, dass Verbrecher an der Macht sind?

        Das Bewusstsein, dass … ???

        Wolfgang

      • Januar 25, 2012 um 4:14 pm

        Das Bewusstsein, dass da mächtig was schief läuft,so wie ich es mal für mich getextet hatte:
        Keine gute Kultur, sagt mir meine Intuition: konstante Arbeitslosenzahl, Zocken mit Geld, Hungern durch Fleisch, riskante Großprojekte …

  19. Januar 25, 2012 um 4:09 pm

    Gefunden im Artikel Konformität – Wem gehört mein Leben?

    Das vermeintliche “Muss”

    Die vielen “MUSS”-Faktoren in unserem Leben sorgen dafür, dass wir nicht das tun, was wir wirklich wollen. Weil wir es schlicht nicht für möglich halten, aus einem bestimmten System auszubrechen. Doch was wäre, wenn alle Menschen die heimlich von etwas anderem träumen, aufstehen würden und rufen: “Ich probiere etwas anderes aus! Wer macht mit?!” Stelle Dir vor, die Masse der Unzufriedenen würde auf einmal gemeinsam daran arbeiten, ein befriedigenderes System auf die Beine zu stellen. Allein durch die große Unterstützung die man sich gegenseitig zukommen lassen könnte, wäre es beinahe sicher, dass es klappt. Wenn nur genug mitmachen…

    Wer stark ist, hört auch Gegenargumente an

    Um etwas Grundsätzliches zu bewegen, brauchen wir zunächst einmal eine andere Denk- und Kommunikationskultur. Ein weiser Grundsatz lautet: Es gibt nichts Besseres, als sich immer mal wieder gründlich zu verwirren. Du bist Dir Deiner Meinung sicher? Lese und höre Dir bewusst Gegenargumente an. Prüfe, woher Deine Überzeugungen stammen. Entweder Du festigst Deine Meinung dadurch noch mehr oder neue gewonnene Aspekte bereichern Dich durch diesen Austausch. Dabei spielt es keine Rolle, wie viele andere Menschen Deine Einsichten teilen. Galileo stand auch ziemlich allein da, als er sagte, die Welt sei ein Globus, keine Scheibe.

    Deine Freiheit, die Freiheit der Anderen

    Suche das Gespräch mit anderen, um Dich über Deine neuen Gedanken auszutauschen. Erlaube Dir, von einer besseren Welt zu träumen. Vertraue Deiner Wahrnehmung und Deinem Intellekt. Doch denke daran: Deine Meinung gehört Dir. Und die Meinung der anderen gehört ihnen. Versuche nicht, ihnen Deine neu gewonnen Erkenntnisse aufzuzwingen. Lebe sie einfach. Wenn es Sinn zu machen scheint, werden Leute schon nachfragen.

  20. Januar 25, 2012 um 6:18 pm

    federleichtes :

    Seit der Erfindung des Autos, Solveigh, sollte das eigentlich kein Problem sein.
    Aber es ist ein Problem.
    Ist es das:
    Viele Eltern sehen keine Hoffnugn mehr, schon gar nicht für ihre Kinder, und lassen den Karren einfach laufen?

    Und der Karren, vor den auch die Wirtschaftsmacht BRD gespannt ist, läuft immer noch, weil die Wirtschaft brummt, sprich, die Leute ihre Pillen nehmen und zur Arbeit hetzen.
    Entwickelt „man“ gar Medikamente nicht gegen Krankheiten, sondern zur Erhaltung der Arbeitsfähigkeit?
    Und damit zur Kreditwürdigkeit des Staates?

    Ich glaube, wenn Deutschland wieder mal in Schutt und Asche liegt, baut das Volk – wieder – wieder auf und trägt das Ersparte zur Bank – und wieder werden die beschimpft, die das Übel nicht unterstützen wollen – und gefühlt nicht können.

    Ich nahm mir gestern Nacht ein paar Stunden Zeit, um etwas tiefgründiger das Wesens des weltweit agierenden Systems – von Zockern und Mega-Kriminellen – zu recherchieren.

    Mit 1% der dort agierenden Energie würden wir hier vermutlich sehr weit kommen.

    Welche Idee kann die nötige Energie generieren?

    Das Bewusstsein, dass Deutschlandf PLEITE ist?

    Das Bewusstsein, dass Verbrecher an der Macht sind?

    Das Bewusstsein, dass … ???

    Wolfgang

    Wolfgang, uns hilft nur das Bewusstsein, dass wir miteinander alles können. Gegeneinander aber immer auf der Verliererseite stehen.

    Das, freilich, kann niemandem eingeimpft werden. So bleibt uns nur die Aufklärung – mangels der Macht, die uns durch das Geld genommen wurde und wir uns haben nehmen lassen, ist das leider ein schwieriges Unterfangen. Aber nichts ist unmöglich… Dass wir uns die Macht haben nehmen lassen ging ja auch so scheibchenweise, eine Entwicklung, die Jahrtausende andauerte…. Du kennst bestimmt das Gleichnis mit dem Frosch, der gekocht wird…

    So gibt es nur einen Weg für uns Menschen: Zeigen, wie und dass es geht. Die „Freien Schulen“ sind ein Beispiel dafür.

    Es gibt mehr und es werden immer mehr, und das schenkt mir Zuversicht.

    Eine Bekannte auf facebook formulierte neulich nach Goethe: „Sie“, die 1 %, die Herrschenden, wie immer Du sie nennen willst, sind „die Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft.“ Wahrscheinlich hat sie recht?

    • Januar 25, 2012 um 6:49 pm

      Ja, mir wird nun auch klarer, was das Zitat tatsächlich bedeutet. Es kommt immer ein Punkt, bis wohin man etwas stressen kann. Und wenn es dann unangenehm wird, beginnen wir hinzuschauen und korrigieren.
      Hört mal hier hinein, besonders Minute 4-6:

      Da graswurzelt es selbst bei der IBM!

      • Januar 25, 2012 um 9:41 pm

        Thomas Power von Ecademy beschrieb ähnliches schon 2009 in seiner Idee des
        Open, Random, Supportive

        • Januar 25, 2012 um 9:58 pm

          Thomas Power sagt in dem Film, dass er selbst hat zehn Jahre für die Transformation dieses neuen Denkens gebraucht hatte. Viele haben noch gar nicht angefangen damit. D.h. der Prozess wird noch ein wenig mehr Zeit brauchen?

      • Januar 25, 2012 um 9:43 pm

        P.S. Es ist ein Virus – und nicht mehr aufzuhalten 🙂

        • Januar 25, 2012 um 9:51 pm

          ja, so sehe ich das auch. Ich treffe immer mehr Menschen, die dem Geld nicht mehr hinterher laufen wollen sondern sich mehr Gedanken um das Gemeinsame machen 🙂

    • Januar 25, 2012 um 8:16 pm

      Solveigh, danke für Deine Antwort. Konnte ich wohl meine Erschütterung ob der deutlichst wahrgenommenen Verbrecherherrschaft nicht verbergen.
      (ich hatte mir eine 2. Dokumentation über 9/11 rein gezogen – und das, nachdem ich das Video „Die geheimnisvolle Ordnung hinter den Dingen“ – sehr empfehlenswert! – angesehen hatte. Auf Youtube sind’s wohl sechs Teile)

      Es ist so gemein.
      Sechs Menschen kämpfen, diskutieren, raufen sich zusammen, um eine gemeinsames Projekt zu starten – während 600.000 an neuen Waffensystem arbeiten.

      Die 9/11-Verbrecher räumten eiskalt Zig-Milliarden ab – und wir schaffen es nicht, Mittel für die kleinsten Aktionen zu beschaffen. Mag das auch daran liegen, dass ich von denen nicht mal einen Cent annehmen würde.

      Na ja, „die Kraft, die das Böse will“ schafft auf jeden Fall die Klarheit, um was es geht. Wenn ich hier in einigen Texten von lebensfeindlichen Informationen sprach, wird sich vielleicht manch einer gar nichts Konkretes darunter vorgestellt haben.

      Bei mir setzte sich – vorerst – der Eindruck fest, dass wir, die das Bessere für die Menschen wollen, nichts, rein gar nichts von dem Laufenden kontrollieren können – und, wie Du schon sagst, nur in unserem bescheidenen Rahmen wirken können – und das auch tun sollten.
      Aber bitte nicht mit Blick auf die 99%.
      Vielleicht werden es mal 10%, wenn sich das Chaos nicht etwas Neues an Zerstörungen ausdenkt – die Ideen und die Macht haben sie. Aber vielleicht führt auch gerade das zu mehr Bewusstsein und folgend zu der notwendigen Solidarisierung.

      Unbeschadet der eher trostlosen Realität UND Perspektive, bleibt mir nur das Vertrauen auf eine Ordnung, die unzerstörbar ist.

      Dir einen guten Abend, wünscht

      Wolfgang

      • Januar 25, 2012 um 8:32 pm

        Hall zusammen,,
        ich war heute morgen in Berlin zu einer kleinen Frühstücksveranstaltung unserer Firma mit Interessenten zu einem konkreten Thema. Dabei haben wir auch das Thema Datenschutz gestriffen. Hier habe ich mal testweise darüber gesprochen, dass die neuen Web 2.0 Technologien dabei ist, unsere Gesellschaft zu transformieren. Hin zu mehr Transparenz und Authentizität, bis hin auf Regierungsebene. Und ich bekam von allen Teilnehmern ein positives Signal zurück, wie der „eine“ Berliner zu sagen pflegte: „Und das ist auch gut so“.
        🙂 Martin

      • Januar 25, 2012 um 9:56 pm

        Den Film schaue ich mir nachher an. Und komme dann u.U. noch einmal darauf zurück.

        Sechs Menschen sind doch schon mal ein Anfang, ne? Und, Martin und Wolfgang, wieviele diskutieren auf Facebook mit?

        Ich habe auf google + auch ein paar, die sich Gedanken machen und in diversen anderen Blogs diskutieren auch ein paar und in entsprechenden Gruppen auf Facebook sind es noch mehr. Wir sind bereits tausende, wenn nicht gar zehntausende, die gemeinsam denken 🙂 Und Du weißt ja, die Entwicklungen beschleunigen sich…

        Die 9/11-Verbrecher räumten eiskalt Zig-Milliarden ab – und wir schaffen es nicht, Mittel für die kleinsten Aktionen zu beschaffen.

        Sagte meine Mutter immer: „Du musst Dich nach oben orientieren!“ Und meinte: Konzentriere Dich auf Dein Ziel, nicht auf das, was die „Anderen“ machen und dass „Du es eh nicht schaffst“ – aus welchen Gründen immer…

        Vielleicht wäre es ja eine Lösung, darüber nachzudenken, wie das Projekt, das ihr da habt, mit weniger oder gar kein Geld zu verwirklichen ist? Ich weiß natürlich nicht, ob das überhaupt möglich ist… Es ist bestimmt auf jeden Fall von übergroßem Vorteil anzufangen in neuen Wegen zu denken, die vom Gelde möglichst unabhängig sind…

        Aber bitte nicht mit Blick auf die 99%.

        Gerade die müssen wir im Blick haben. Mit weniger gebe ich mich nicht zufrieden! Nicht kleckern, sondern klotzen!

        Du hörst Dich heute sehr pessimistisch an… Was ist los? Kopf hoch und nach vorne schauen. Bange machen gilt nicht!

        Dir noch einen guten Abend.

      • Januar 26, 2012 um 12:08 am

        Der Film ist wunderbar, Wolfgang 🙂

        „Wenn der Mensch anfängt einfach zu sein…. Liebe ist in Freude leben… dann habe ich Hoffnung für die Menschen…“

        Welch‘ herrliches Schlusswort für den Film! Dankeschön 🙂

  21. Januar 25, 2012 um 9:59 pm

    Hallo alle xzammen,
    ich habe eigentlich auf die Pausentaste gedrückt und versuche gerade mal meine Bronchitis in den Griff zu bekommen, aber ich muß mich hier noch einmal einmischen. Ich will dem bisher Geschriebenen nicht widersprechen, aber ich möchte unserer Diskussion eine andere Richtung geben, weil dieser Ansatz nur anklagt und somit auch keinen Lösungsansatz beinhaltet. Diese Schwarz-Weiß-Malerei hilft uns in keinster Weise. Ich entschuldige mich aber es könnte länger werden (bin ja bekannt dafür und da will ich meinem „Schrecken“ alle Ehre machen 😉 ).
    Wir urteilen oft ohne jegliches Zeitverständnis, denn waren es nicht gerade herausragende Persönlichkeiten, am Beginn dieser Epoche, die jetzt sich ihrem Ende nähert, die überhaupt erst einmal eine Bildung aller möglich gemacht hatten. Das wir heute alle mehr oder weniger gut lesen und schreiben können, verdanken wir den letzten 200 Jahren? Wer sich ein wenig mit Dialektik beschäftigt hat, wird auch wissen, das alles zwei Seiten einer Medaille sind und das jede noch so revolutionäre Entdeckung auch in sein Gegenteil verkehrt werden kann (Zauberlehrling). Und das wird auch so bleiben. Wir bestimmen mit unseren Handeln, wie weit das Pendel ausschlägt. Die Beispiele erspare ich mir hier jetzt.
    Jedes gesellschaftliche System hat eine revolutionäre und ein reaktionäre Phase. Wir erleben gerade den zweiten Teil und so werden natürlich Machtstrukturen dafür eingesetzt, den Zustand aufrechtzuerhalten. Wo kann man ihn wirksamer einsetzen, als bei der Konditionierung (Bildung) der heranwachsenden Generation? Ist das vom menschlichen Standpunkt aus nicht nachzuvollziehen? Haben wir alle nicht selbst den gleichen Mechanismus, das wir aus Angst vor Unbekannten, nicht in das dunkle Zimmer wollen? Machen wir nicht die gleichen Schuldzuweisungen in umgekehrter Richtung? Werden die Kinder der von uns an die Wand gemalten 1% nicht auch konditioniert? Ihre Realität heißt Wohlstand und das überall Gefahren lauern, alle ihnen ans Fell wollen und das sie die wahren Leistungsträger sind. Das ist das alte Paradigma, wie sollen sie aus ihm herauskommen? Entsteht nicht aus Angst und der Ausweglosigkeit der Situation jene Realität, die wir in Form der realen Kriegsgefahr und der Radikalisierung aller gesellschaftlichen Zustände, Finanzwirtschaft, Arbeitmark, Bildung, Gleichschaltung der Medien (Zensur) usw. erleben. Wie wollen wir mit ihnen verfahren, soll die Revolution wieder ihre eigenen Kinder fressen?
    Wir haben an vielen Stellen schon über die „entwickelte sozialistische Gesellschaft“ (DDR) gesprochen. Am was ist wohl der Versuch gescheitert. Am den diktatorischen Machtverhältnissen des DDR-Regims? Es ist nur die halbe Wahrheit. Sie ist an der Gleichgültigkeit der Masse gescheitert, die am Ende sich lieber an Schaufenstern die Nase platt drückt, als Verantwortung zu übernehmen. Ein Volk hat die Regierung, die es verdient und die haben wir seit 20 Jahren wieder. Da ist nichts mit Ruck durch die Masse, da ist kleinbürgerliche Taschenspielerei. Die Menschen waren nicht reif, weil es zu wenige greifbare beispiele des Besseren gab.
    Wie soll da ein Anfang möglich sein. Wenden wir denen, die ein selbstbestimmtes Leben beginnen, unsere Aufmerksamkeit zu und belassen es nicht nur dabei, sondern bringen uns mit ein. Schaffen wir neue Quellen der Beginns. Nur so werden wir Angst und Skepsis eindämmen und am Ende überwinden. So verstehe ich den Ausspruch von M. Gandhi. Ich erlebe gerade mit attac in Halle, wie schwierig es schon bei fast Gleichgesinnten ein Miteinander ist. Wir müssen beginnen und Tatsachen schaffen, die belegen, welchen Weg wir gehen wollen, so wie es schon an vielen Stellen geschieht. Frühere Umwälzungen wurden immer von einer Elite getragen. Wenn es aber um eine Umwälzung geht, die möglichst allen eine soziale und gesicherte Zukunft bieten soll, werden sich wohl auch mehr daran beteiligen müssen. Das ist die aktuelle Frage der Zeit.
    Ich gebe es zu, ich hatte mich in den letzten Wochen auch einwenig zu weit aus dem Fenster gelehnt und wieder einmal eine „Baustelle“ zu viel in meinem Leben, aber die Plattform ist eingerichtet und obwohl ich am 22.11.11 den Aufruf gestartet hatte und mich auch selbst persönlich Menschen, die ich für wichtig erachtet habe, sind wir bis jetzt zwei Mitglieder. Hier noch einmal der link.
    https://n-1.cc/pg/groups/979772/mehr-demokratie-wagen/
    Wir sollten an einem Punkt all die Fragen diskutieren und Lösungen vorbereiten ohne damit jegliche blog-Arbeit zu ignorieren. Viele Grüße com. Mike

  22. Januar 25, 2012 um 10:22 pm

    Das war eben meine Meditationskarte bei Osho, bedarf zum vorigem Text wohl keinem Kommentar…
    „41. Teilnahme
    Teilnahme
    Hast du einmal gesehen, wie die Nacht geht? Nur sehr wenige Menschen nehmen wahr, was tagtäglich geschieht. Hast du jemals gesehen, wie der Abend kommt? Oder wie die Mitternacht singt? Oder wie schön der Sonnenaufgang ist? Wir verhalten uns fast wie Blinde. Die Welt ist so schön, und wir leben in kleinen Tümpeln unseres eigenen Leidens. Sie sind uns vertraut; deshalb wehren wir uns sogar, wenn uns jemand herausziehen will. Du willst dich aus deinem Unglück, deinem Leiden nicht herausziehen lassen. Dabei bist du überall von so viel Freude umgeben. Du mußt sie nur wahrnehmen und daran teilnehmen – nicht zuschauen.Philosophie ist Spekulation. Zen ist Teilnahme. Nimm teil an der Nacht, wenn sie geht, nimm teil am Abend, wenn er kommt, nimm teil an den Sternen und nimm teil an den Wolken. Mache dir Teilnahme zur Gewohnheit, und die gesamte Existenz wird zur Freude, zur Ekstase. Ein besseres Universum hättest du dir nicht erträumen können.
    Osho Zen: The Miracle Chapter 2
    Kommentar:
    Jede Gestalt in diesem Mandala hält die linke Hand auf um zu empfangen und die rechte Hand nach unten um zu geben. Der ganze Kreis erzeugt ein gewaltiges Energiefeld in der Form des doppelten Dorje, des tibetischen Kraftsymbols. Das Mandala gleicht dem Energiefeld, das sich in der Umgebung eines Buddhas bildet, wo jeder einzelne in dem Kreis auf seine einzigartige Weise dazu beiträgt, eine lebendige Einheit zu schaffen. Sie ist wie eine Blume, die als Ganzes so viel schöner ist als die Summe ihrer Teile und gleichzeitig jedes einzelne Blütenblatt schöner macht.Du hast jetzt Gelegenheit, gemeinsam mit anderen etwas viel Größeres und Schöneres zu schaffen, als jeder einzelne es je könnte. Deine Teilnahme daran wird dir sehr gut tun, und gleichzeitig hast du etwas Kostbares zum Ganzen beizutragen.“

  23. Januar 26, 2012 um 12:06 am

    Martin Bartonitz :

    Thomas Power sagt in dem Film, dass er selbst hat zehn Jahre für die Transformation dieses neuen Denkens gebraucht hatte. Viele haben noch gar nicht angefangen damit. D.h. der Prozess wird noch ein wenig mehr Zeit brauchen?

    Nein, denke ich nicht. Denn er spricht ja nur von sich. Ich habe es schon in einem Jahr begriffen und die jungen Menschen wachsen schon mit diesem neuen Denken auf – im Internet! 🙂

  24. Januar 26, 2012 um 9:24 am

    Hallo Mike,

    ich weiß nicht, ob es eine gute Idee ist, die Kräfte weiter zu verfasern und aufzusplittern. Es gibt bereits viele blogs und Gruppen, wo geschrieben und gedacht wird. Das hier ist einer davon.

    Es geht darum, die Kräfte zusammenzuführen, nicht noch eine Gruppe, nicht noch ein Diskussionsforum zu eröffnen.

    • Januar 26, 2012 um 9:39 am

      Hallo Solveigh,
      ich bin da hin und her gerissen zwischen sich irgendwo anschließen oder so was Eigenes machen. Es hat wieder was mit dem Kleinen und dem Großen zu tun.
      Im Kleinen ist der eigene Beitrag groß. Im Großen wird man selbst nicht mehr richtig wahrgenommen.
      Kennst Du schon Plattformen, wo sich ein Beteiligen lohnen sollte?
      Oder wäre es besser, Jeder versucht dort, wo er wohnt, im Realen die Menschen zusammenzubringen?
      LG Martin

      • Januar 26, 2012 um 11:05 am

        Ich denke, beides ist richtig.

        Hier bei mir ist im Lokalen real überhaupt nichts möglich.

        Meine Stadt schläft seit 1990 den Schlaf der Agonie…, gelähmt, still, langweilig, stagnierend…, über 30 Tausend Menschen haben die Stadt verlassen, sie ist heute beherrscht von einer Familie, die über der Stadt herrschen wie einst die Landesfürsten – und es auch können, eben weil alle wie erstarrt sind…
        Mit den Protesten gegen die Einführung von Hartz IV ging noch einmal ein Ruck durch die Stadt, durch den Verrat der SPD, Gewerkschaften und auch der PDS, allen voran jedoch durch die Spaltungsarbeit der DKP ist alles in Agonie zurück gefallen…
        Der Lernprozess war eindeutig: Die Parteien sind zum Schluss alle Verräter, weil sie allesamt nicht an den Menschen, sondern nur an ihren Pfründen interessiert sind und die Menschen lediglich für ihre eigenen Ziele benutzen… Es gibt in meiner Stadt keine Kraft, die die Menschen versammelt und aufrüttelt. Aber viele meckern und sind unzufrieden bis in die Unternehmerschichten hinein, ausgenommen die ewigen Claqueure und Schönredner…

        Also bringe ich mich online ein. In verschiedenen Blogs, die auch Du schon kennst. Auf facebook musst Du nur suchen „Demokratie Jetzt“ oder 15M oder occupy – und Du findest jede Menge Gruppen und Netzwerke. Da bin ich nicht so aktiv, denn ich kann nicht überall sein… Wird es aber wichtig – zum Beipsiel bei der Erarbeitung von Dokumenten (Stellungnahmen, Aufrufe, etc.) auf den dann geschaffenen „Pads“ bin ich da und bringe mich ein.

        Ich denke, je weniger Menschen denken, desto größer ist die Gefahr „im eigenen Saft zu braten“ – es kommen keine neunen Impulse hinzu – das Ergebnis ist immer Stillstand und dann Rückschritt – Degenearation… Also: Je mehr miteinander reden, desto besser. Natürlich werde ich selbst dann „unbedeutender“, aber ist es so wichtig „bedeutend“ zu sein oder ist es nicht wichtiger, ALLE voran zu bringen?

        Noch einmal die wundervolle TED Rede „Wenn Ideen Sex haben“, die das wundervoll beschreibt und auch eine Erklärung gibt, warum wir gerade jetzt an der Schwelle zu etwas vollkommen Neuem sind, dass sich zwangsläufig überall, in allen Bereichen unseres Lebens Bahn brechen muss, wie ich oben schon sagte, es ist nicht mehr aufzuhalten:

    • Januar 26, 2012 um 12:26 pm

      Hallo solveigh, ich kenne die Bedenken auch und wir haben darüber auch schon viel debattiert. ich hatte mich umgesehen (Querdenker etc.) und auch in den Raum gestellt andere Foren zu nennen. Ich kann auch gern Teil eine Ganzen werden. Die Ausgangslage weicht aber von vielen vorhandenen Foren ab, um nicht zu sagen, sie soll einen Schritt darüber hinaus beinhalten, nämlich die praktische Anwendung. Was nutzt eine Kritik, wie sie in den meisten Fällen? geäußert wird, wenn ich nicht selbst damit beginne, es zu ändern. da liegt die eigentliche Ursache der Misere, wir verlassen uns darauf das andere für uns das Richtige tun. Als ich den Boykott der Wahlen, so wie sie jetzt stattfinden, begründet hatte, ging ein lauter Aufschrei durch die Runde, das es gilt diese „Errungenschaft der Demokratie“ zu verteidigen. Das sehe ich auch so, aber in einem Kontext, der sich auf für mich beherrschbare Strukturen betrifft und diese wahl führe ich auch ganz ohne Urne aus, in dem ich mit Leuten zusammenarbeite, die ähnliche Interessen vertreten.
      Es ist ein Versuch, ich kann nicht sagen in wie weit er gelingt. Aber es ist eine Tat, keine Erklärung und dünner werden wir dabei nicht. ich hatte ja schon darauf hingewiesen, das ich nicht alle Schöpferische Kraft vereinnahmen möchte, ich habe die Absicht grundsätzliche ansichten und Initiativen nur zu bündeln, als eine stelle so das jeden über den Weg schon Bestehendes finden kann.

      • Januar 26, 2012 um 12:48 pm

        Mit diesem Kommentar rennst Du bei mir offene Türen ein, Mike.

      • Januar 26, 2012 um 2:13 pm

        Ich hatte vorgestern ein Gespräch mit dem Erfinder einer generischen Plattform, mit der mit geringem Aufwand beliebige soziale Anwendungen gebaut und betrieben werden können, z.B. Tauschplattformen im Sinne des Biete und Tausche. Dabei können Funktionen wie Google-Map dazu eingebunden werden, um günstige Fahrtruten zum Abholen von Ressourcen wie Altpapier, Pfandflaschen, etc.
        Vielleicht wäre das ja ein Projekt, damit konkret was in den unterschiedlichen Regionen umzusetzen?
        Ich schaue mir die Software in den nächsten Tagen genauer an.
        Lg Martin

  25. Januar 26, 2012 um 11:54 am

    „Jeder Mensch hat einen bestimmten Kreis,
    in dem er auf eine unnachahmliche Weise wirken kann.
    Je kleiner sein Reich, desto konzentrierter seine Kraft.“

    J.W.v. Goethe

    • Januar 26, 2012 um 12:07 pm

      Danke Moni,
      der Goethe begeistert mich immer mehr. Der hat so Vieles schon damals gut durchblickt. Und es gibt so viele andere Redewendungen, die wir unbewusst benutzen, die aus seinen Werken stammen 🙂
      Lg Martin

    • Januar 26, 2012 um 12:28 pm

      Ja und deshalb sollten die Strukturen so klein wie möglich werden, das sehe ich genau so.

    • Januar 26, 2012 um 12:46 pm

      „Das Gleiche lässt uns in Ruhe, aber der Widerspruch ist es, der uns produktiv macht.“ auch vom ollen Goethe.

      Würde ich mir die Zeit nehmen gründlich zu suchen, würde sich ganz sicherlich auch ein Zitat finden, indem er beschreibt, dass nur viele gemeinsam besser denken…. Wie das alte Sprichwort schon sagt: „Zwei Köppe denken besser als einer.“

      Aber natürlich könnt Ihr machen, was und wie Ihr wollt, denn ich gebe meine Meinung wider und die muss mit der Euren nicht übereinstimmen.

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