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Darüber, warum sich unsere Hierarchien auflösen werden – auf dem Weg in die Potentialkultur

Ich hatte heute noch mit einer Kollegin gesprochen, deren beiden Jungen in der 7 und 10 Klasse extrem Probleme mit dem Druck von oben haben und entsprechende Ängste entwickelt haben. Und das ist kein Einzelfall in meinem Bekanntenkreis. „Und keiner geht auf die Barrikaden“, so Frau Margret Rasfeld. Mit einem Bericht über die real existierende Schule der Zukunft:


.
Meine älteste Tochter wäre dort auch gerne zur Schule gegangen. Leider ging es ihr nicht viel besser, als es in diesem sehr bewegenden Brief dieses Vaters an seine Tochter beschrieben wird:
Warum Schüler unsinnig büffeln müssen – Brief eines Vaters an seine Tochter zur Erklärung

Zum Nachdenken hatte mich zuvor schon dieses Video von RSA Animate gebracht, das sehr gut aufzeigt, was es mit unserem inzwischen 200 Jahre alten Ausbildungssystem auf sich hat. Wir können quasi von einer Veredelung (vergleichbar mit der Mast von Tieren für mehr Nahrung) der Menschen für den Wirtschaftsprozess der Profitmaximierung sprechen. Aber schaut selbst:


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Und auch Prof. Dueck hat schon einige gute Ideen entwickelt, wie wir unser Bildungssystem umstellen sollten, auch wenn er „noch“ in der Profitmaximierungsgesellschaft festhängt:


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Und auch Prof. Kruse geht der Entwicklung unseres sozialen Systems anhand der Besprechung von 5 Thesen nach:
These 1: Kampf kultureller Wertewelten – Warum polarisiert das Internet die Gesellschaft?
These 2: Verschiebung der Machtverhältnisse – Warum verändert das Internet Wirtschaft und Politik?
These 3: …


.
Zitate aus dem Vortrag:
„Werte muss man aushandeln.“
„Die Einen lieben das soziale Netz, die Anderen sehen es als Gefahr. Das birgt Konfliktpotential.“
„Selbst Experten streiten sich, daher: Liebe Experten, haltet die Klappe und lasst das Netz sich doch entwickeln.“
„Das Netzwerk führt zum Angriff auf Hierarchien. Das ist nicht mehr zu stoppen, außer man schaltet es ab.“
„Die Macht verschiebt sich vom Anbieter zum Anwender.“
„Das Netz führt zu Resonanzwellen, sowohl Empörung als auch Begeisterung.“
„Selbst-Bewusstsein der Gesellschaft wird gefördert. Konsequent daher eine Politisierung jenseits der Parteien.“
Max Winde auf Twitter: „Ihr werdet Euch noch wünschen, wir wären nur politikverdrossen.“
„Die Lawine ist im Rollen und ist nicht mehr aufzuhalten. Und bist Du nicht willig, so brauch ich … Geduld.“

  1. leon
    September 16, 2017 um 12:24 pm

    Max Winde auf Twitter: „Ihr werdet Euch noch wünschen, wir wären nur politikverdrossen.“
    „Die Lawine ist im Rollen und ist nicht mehr aufzuhalten. Und bist Du nicht willig, so brauch ich … Geduld.“

    Selbst ,wenn sie nur die paar zeilen geschrieben hätten. ..
    Das zu lesen ,macht mut, schafft grund/vertrauen,macht mir soviel hoffnung.
    Danke das es sie hier im Netz gibt …
    Danke Martin!

    Ps, ich bleib am Ball. Auch ohne zu kommentieren. ..

  2. Dezember 22, 2011 um 10:55 am

    Herrlicher Artikel, der ebenfalls zur Nachahmung anregt:

    Wo die Kinder fliegen lernen – Schule auf neuen Wegen

    Lernen aus innerer Motivation und nicht, weil es der Lehrplan vorschreibt – mittlerweile Alltag in der Schule für freies Lernen in Charlottenburg. Johannes Stöckel und Barbara Musset beschreiben den „kleinen“ Unterschied zwischen freier Selbstentfaltung und der Anpassung an ein Gesellschaftskorsett.

    Es vergeht kaum ein Tag, an dem Bildung und Schule und speziell die Berliner Schulen nicht Thema in den Medien sind. Dabei sind marode Schulgebäude, Schulangst oder Schulverweigerung, Mobbing und andere Formen der Gewalt sowie Unzufriedenheit von Arbeitgebern mit den Kompetenzen von Schulabgängern nur einige von vielen Problemen. Da verwundert es nicht, dass die Gründung von Schulen in privater Trägerschaft boomt. Derzeit sind es 80 bis 100 pro Jahr allein in Deutschland.

    Der Journalist Reinhard Kahl beschreibt in der Wochenzeitung „Die Zeit“ die Motivation der Schulgründer wie folgt: „Es sind Eltern, die in ihren Berufen ständig Lösungen für unvorhersehbare Probleme finden müssen, aber bei ihren Kindern erleben, wie diese in der Schule noch immer Dienst nach Vorschrift lernen und dabei ihre Neugier verlieren. Es sind Eltern, die nicht mehr daran glauben, dass die staatlichen Schulen vom Belehren zum Lernen-Lehren umschwenken. Sie wollen keine Paukzentralen, sondern kreative Räume, die ihre Kinder zum Lernen verführen anstatt sie zum Büffeln zu zwingen.“

    • Dezember 22, 2011 um 11:23 am

      Diese Schulprobleme sind nicht neu, sondern so alt wie die Schule selbst…
      „Es gibt nichts Neues unter der Sonne“

      Daddy ist über das Meer geflogen.
      Nur eine Erinnerung hinterlassend.
      Ein Schnappschuss im Familienalbum.
      Daddy, was hast du für mich gelassen?
      Daddy, was hast du mir hinterlassen?
      Letztlich war es nur ein Ziegelstein in der Wand.
      Letztlich war es nur ein weiterer Ziegelstein in der Wand.

      Wir brauchen keine Erziehung.
      Wir brauchen keine Gedankenkontrolle.
      Kein dunkler Sarkasmus im Klassenzimmer.
      Lehrer lasst die Kinder in Ruhe.
      Hey, Lehrer! Lass diese Kinder in Ruhe!
      Letztlich ist es nur ein Ziegelstein in der Wand.
      Letztlich bist du nur ein weiterer Ziegelstein in der Wand.

      Wir brauchen keine Erziehung.
      Wir brauchen keine Gedankenkontrolle.
      Kein dunkler Sarkasmus im Klassenzimmer.
      Lehrer lasst die Kinder in Ruhe.
      Hey, Lehrer! Lass diese Kinder in Ruhe!
      Letztlich ist es nur ein Ziegelstein in der Wand.
      Letztlich bist du nur ein weiterer Ziegelstein in der Wand. (2x)

      Ich brauch keine Arme um mich.
      Ich brauche keine Drogen, um mich zu beruhigen.
      Ich hab das Geschriebene an der Wand gesehen.
      Ich glaube nicht, dass ich überhaupt was brauche.
      Nein, denke nicht, dass ich nichts brauche.
      Letztlich ist es nur ein Ziegelstein in der Wand.
      Letztlich bist du nur ein weiterer Ziegelstein in der Wand.

      Auf wiedersehen, grausame Welt. Ich verlasse dich heute.
      Auf wiedersehen, auf wiedersehen, auf wiedersehen
      Auf wiedersehen all die Menschen. Da ist nichts mehr,
      dass ihr sagen könntet
      um meine Meinung zu ändern, auf wiedersehen…

  3. Dezember 4, 2011 um 8:11 pm

    Im Sinne einer Affirmation sagte ein Kind (zu sich selbst):

    Ich BIN die Chance.

    Das Bild, das Kinder uns heutzutage zeigen, bringt natürlich ganz andere Meinungen hervor, natürlich von Erwachsenen, Eltern und Betroffenen.

    Warum das natürlich ist, versuchte ich gerade an anderer Stelle zu beschreiben.

    Es wird hier etwas anderes vorbereitet. Darüber wird auch berichtet werden: Hell die Engel singen.

    Schauen wir mal.

    Wolfgang

  4. Dezember 4, 2011 um 11:23 am

    Wolfgang Jensen :

    Hallo Solveigh,
    die Verschwörung läuft bei denen, die uns dessen beschuldigen – DAS ist die Wahrheit.

    Eines hängt mit dem Anderen zusammen – da hast Du natürlich recht, aber für mich ist immer eines wichtig gewesen:
    Das „Schwache“ hat Vorfahrt. Kinder brauchen uns nicht weniger, als wir Kinder brauchen. Das ist die rationale Ebene, aber es gibt noch eine andere: Kinder brauchen eine Chance.
    Wenn ich das als meinen Leitgedanken formuliere, ergeben sich die damit zusammenhängenden Dinge automatisch, und zwar aus dem Blickwinkel „Wohl der Kinder“.
    Stelle ich die Wirtschaft in den Vordergrund, entwickeln sich auch die Kinder automatisch unter den Gesichtspunkten Wirtschaft.
    (Was übrigens heute nicht geschieht! Der aktuelle Gesichtspunkt ist: Zerstörung von Lebendigkeit.)
    Ich hoffe, ich konnte mich verständlich ausdrücken.

    Susanne ist eine sehr gute Lehrerin, und unser Gespräch, das wir eben führten, zeigte mir, wie einfach und schnell eine „Neue Schule“ realisierbar sein könnte.
    In der nächsten Woche steht das Rahmen-Konzept, und wenn geschieht, was ich mir wünsche, sitzen wir schon sehr bald mit „Kindern und Jugendlichen“ an einem RUNDEN Tisch. Die Kinder wissen vermutlich besser als jede andere Gesellschaftsgruppe, was ihnen gut tut und was nicht.

    Deine Antwort, Solveigh, herzlichen Dank!

    Wolfgang

    Unter diesem Motto:

    „Kinder brauchen eine Chance“

    könnte die gesamte gesellschaftliche Veränderung laufen! Das ist ein sehr gutes Motto – und Du hast Recht, es umfasst alle anderen notwendigen Veränderungen!

    Auf das Ergebnis des „Runden Tisches“ bin ich sehr gespannt. Es wäre schön, wenn Du uns darüber berichtest. Ja, die Kinder und Jugendlichen wissen sehr genau, was sie wollen und WIE sie es wollen!

    • Dezember 4, 2011 um 7:20 pm

      Es wäre schön, wenn Du uns darüber berichtest.

      Da bin ich dabei und gespannt 🙂

  5. Dezember 4, 2011 um 1:59 am

    Die Optimierung wird viele Gesichter haben … aber alle Gesichter blicken mehr und mehr auf ein gemeinsames Ziel. Die Arbeitswelt bekommt bereits Wind davon:

    http://www.sein.de/gesellschaft/neue-wirtschaft/2011/future-work-die-arbeit-der-zukunft.html

    Gruß Guido

    • Dezember 4, 2011 um 12:20 pm

      So hübsch das klingt, ist dieses Modell unter den gegewärtigen Bedingungen nur eins: Weiteres Lohndumping!

      Ich hatte ein solches Arbeiten nicht nur einer Firma übrigens bereits vor zehn Jahren vorgeschlagen – und bin ausgelacht worden!

      Richtig kann dieses Modell meiner Meinung nach nur in einer Gesellschaft funktionieren – und dann ist es ideal! – wenn es eine geldlose Gesellschaft ist und Menschen eh nur das machen, woran sie Freude haben! Dann ist es auch egal, ob sie eine oder zwölf Stunden arbeiten – wichtig ist einzig und allein das gemeinsame Ergebnis!

  6. Dezember 4, 2011 um 1:50 am

    Gerade dachte ich an einen der großen Lebensmittel-Discounter. Stelle man sich mal vor, dass der Chef ein bisschen weiter schauen kann als seine Mitbewerber, und erkennt, dass Regionalgeld das Zahlungsmittel der Zukunft ist.
    Stelle man sich mal vor, man will in alter Gewohnheit den Laden betreten, und liest ein Schild:
    Bezahlung NUR mit Regionalgeld.
    Wat’n Ärger, wie kommt der nun an den Lachs ran?

    Ich meine, das klingt gar nicht so sehr abenteuerlich. In das „Märchen“ müsste man nur mal ordentlich Energie investieren – z.B. anfangen, alternative Läden aufzubauen etc.. Umsatzeibußen, Geschäftsmodell gescheitert – wer will denn so sterben?

    Ich führe die Woche über ein paar Gespräche mit Menschen, die das Herz auf dem rechten Fleck haben.

    Wolfgang

    • Dezember 4, 2011 um 12:14 pm

      Hier sehe ich die Gefahr, dass der Supermarkt-Chef die Waren ja zwangsgeliefert bekommt. Er kann also zum Beispiel über das Sortiment, die Menge usw. gar nicht entscheiden – und das wird dem speziellen Markt dann per Euro in Rechnung gestellt. Ich weiß nicht einmal, ob das so läuft, denn die liefern ihre Kasse ja auch (in Euro) vollkommen ab und der Chef bekommt sein Gehalt und sonst gar nischt.

      Daher bezweifle ich die Wirksamkeit Deiner Idee ganz stark!

      Das kann – wenn überhaupt nur – in kleinen Geschäften funktionieren (die es kaum noch gibt), die regional einkaufen und regional verkaufen!

      Wenn dann soviele Menschen dort kaufen würden, dass der Supermarkt keine Kunden mehr hat, würde die Kette den einfach schließen und es gibt ein paar Arbeitslose mehr, die im günstigsten Fall in dem Regionalladen arbeiten könnten.

      Ob das tragbar und machbar ist? Keine Ahnung!

  7. Dezember 4, 2011 um 1:17 am

    Martin, war das Deine „Regierungserklärung“?
    (Scherzfrage)

    In dem Video, das Du zum Thema Geld verlinkt hast, sah ich Leute GELD DRUCKEN.

    Worte, das haben wir doch die Jahrzehnte über gesehen, dringen NICHT in das System ein. Du stoppst einen Panzer nicht mit einem dreifachen „Hosanna“. Man greift auch nicht mit den Händen in seine Ketten, aber wir müssen mit AKTIONEN in die Räder einer Maschinerie greifen. WAs wollen die Behörden, die Staatsgewalt, real machen, wenn die Kinder zukünftig das wollen UND machen, was ihnen Zukunft ermöglicht?

    Als ich 1990 in Dachau Stationmachte, lernte ich Rose kennen. Sie hatte an den Demonstrationen gegen die Stationierung der Pershing II-Raketen pere Sitzblockade teilgenommen, war verhaftet worden und musste sich strafrechtlich verantworten. Ich schrieb ihre Verteidigungsrede. ALLE Demonstranten wurden, trotz teils erschütternder Bekenntnisse, verurteilt.
    Damals ging es „nur“ um Raketen – heute geht es um unsere Kinder und einiges mehr. Und bald werden viele Menschen eine Entscheidung treffen müssen, auf welcher Seite sie zu stehen gedenken. Polizisten sind auch Menschen, die KInder haben und vernünftig leben wollen: Zeige ihnen einen Weg, und sie werden ihn gehen.

    Wann drucken WIR Geld?

    Wie lernen wir die Menschen in einer Region kennen, die vom charakterlichen/idealistischen/pragmatischen Ansatz her in der Lage sind, autonome Verwaltungen aufzubauen?

    Es braucht für uns keinen revolutionären Sturm, aber Wind muss in die Segel.

    Auch Dir danke ich für sehr klare Gedanken pro Welt, die leben will.

    Wolfgang

    • Dezember 4, 2011 um 1:33 am

      Wolfgang,
      ja, das Selber-Geld-Drucken geht mir inzwischen auch nicht mehr aus dem Kopf. Warum sollte es nur ein Geldmittel geben?
      Ich vermute, dass in Köln sich eine Gruppe formieren wird, die über Konzepte einer Parallelökonomie sprechen wird. Ich werde mich dort mal mit reinhängen. Mal sehen was daraus wird. Wenn es in unserem Dorf/Kleinstadt schon eine Regionalwährung gäbe, würde ich sie jedenfalls intensivst nutzen.
      Martin

  8. Dezember 3, 2011 um 10:26 pm

    Max Winde: „Ihr werdet Euch noch wünschen, wir wären nur politikverdrossen.“Der Mann fühlt das richtig, glaube ich.

    Heute gab es auf der Homepage (wer seine Brille putzte, fängt auch an, anders zu schauen) meinen Spruch 13:
    Manche Politker treten mit großem Selbstbewusstsein auf.
    Dazu braucht man weder Charakter noch ein Bewusstsein über sich selbst.

    Da ich dank meiner Weggefährtin direkt am Puls einer Schule sitze, erledigte sich mein Fragen, WARUM gerade diese Schulpolitik praktiziert wird.

    Es ist eigentlich ganz einfach: Das System braucht den verängstigten, verwirrten und egozentrisch handelnden Nachwuchs.
    Nun, das System kann nur sehr kurzfristig denken und nicht berücksichtigen, dass das kommende System anderen Menschen eine Heimat bieten wird.
    Logisch, sonst hätte man die Schulpolitik längst umgestellt.

    So wie es bereits alternative Währungen gibt, gibt es auch alternative Schulen UND ganz andere Gedanken für die Neue Schule.
    Für mich wäre es SEHR wichtig, wenn ein paar Menschen sich mal auf den Weg machten, um Konzepte auszuarbeiten.

    Wirtschaft Geld und Arbeit rangieren in meiner Prioritätenliste HINTER den Ansprüchen, die Kinder an uns stellen. Denen sind wir wirklich etwas schuldig, weil wir sie in die Welt gesetzt, sie verursacht haben.

    Niemand wird ein Gebäude zerstören können, wenn er mit dem Kopf gegen die Panzertür des Eingangs rennt.
    Wie wär’s denn mal mit einer konzertierten Aktion?
    Die Demonstranten rennen zu den Banken – warum nicht zu den Schulen?
    Gebt den Menschen eine Alternative, damit sie nicht mehr zu Arbeit gehen MÜSSEN.
    Sagt den Mitarbeitern des Öffentlichen Dienstes, was sie nach Ende ihrer Dienstzeit erwartet.
    Wo sind die Ideen für Konzepte?
    Wo entsteht für den großen Teil der Bevölkerung eine greifbare, handfeste Alternative?
    Occupy ist KEINE, die pflügen den Acker um, säen müssen andere.

    Ich meine, die Zeit der Leidklagenden und Visonäre ist vorbei; deren Existenzen berühren sich nicht oder zu wenig. Es geht jetzt um das Pragmatische, um Programme, die sich ins Leben hinein entwickeln können und es auch tun.

    Die Ungeduld mancher Menschen kann ich verstehen:
    Es ist zu wenig „Fleisch am Knochen“.
    Wenn man einen Sumpf WIRKLICH trocken legen will, muss man einen Spaten in die Hand nehmen, und nicht Klageweibern gleich in dem Dreck im Kreis laufen.

    Wolfgang

    • Dezember 3, 2011 um 11:03 pm

      Das System braucht den verängstigten, verwirrten und egozentrisch handelnden Nachwuchs.

      Als ich Ähnliches vor knapp zehn Jahren geäußert habe, wurde mir „Verschwörungstheoretiker“ vorgeworfen.

      Für mich wäre es SEHR wichtig, wenn ein paar Menschen sich mal auf den Weg machten, um Konzepte auszuarbeiten.

      Die gibt es bereits, folge den Links in meinem Kommentar – sind Beispiele, natürlich.

      Wirtschaft Geld und Arbeit rangieren in meiner Prioritätenliste HINTER den Ansprüchen, die Kinder an uns stellen.

      Eines hängt mit dem anderen zusammen. Es ist nicht möglich, eines vom anderen getrennt zu betrachten und zu lösen. Entweder alles, oder nichts. Tut mir leid, ist aber so.

      Den Rest unterschreibe ich. Allerdings: Es sieht mir nicht so aus, als wäre die kritische Masse erreicht, die es erlaubt, den vollbeladenen Waggon mit nur einem Finger weiterzuschieben. Es ist immer noch die kraftraubende Zeit, in der versucht wird, diesen Waggon überhaupt ins Rollen zu bekommen. Dazu bedarf es Aufklärung, Aufklärung, Aufklärung.

      Leider werden die Menschen immer erst wirklich wach, wenn es ihnen ans Eingemachte geht… Und das sehe ich sich jetzt schnell entwickeln. Die krankmachenden Resultate dieses kranken kapitalistischen Systems treten überall offen zu Tage und sind nicht mehr weg zu leugnen.

      Solange jedoch in ganz Deutschland nur knapp 20.000 Leute auf der Straße sind, bleibt alles wie es ist. Da sagen die Herrschenden nur achselzuckend wie einst Kohl: „Ihr demonstriert – und ich regiere!“

      • Dezember 3, 2011 um 11:40 pm

        Liebe Solveigh,
        den Spruch von Kohl kannte ich noch nicht, aber passt gut zu ihm.
        Ja, wir sollten alle mehr auf die Straße gehen und dabei die positiven Sprüche nach oben halten, so wie ich es in der Antwort an Wolfgang geschrieben habe. Und da die Aufgewachten inzwischen auch beim Konsum schon begonnen haben, sich anders zu verhalten, zeigen sich hier ja auch schon Auswirkungen bei den Verkäufern.
        Auf Facebook ist auch schon die Idee entstanden, eine parallele Ökonomie aufzubauen und damit selbst den von Dir genannten Wagen schon mal in die andere Richtung zu schieben. Ansätze sehen wir ja auch schon in den Regionalgelder 🙂
        LG Martin

      • Dezember 4, 2011 um 12:55 am

        Hallo Solveigh,
        die Verschwörung läuft bei denen, die uns dessen beschuldigen – DAS ist die Wahrheit.

        Eines hängt mit dem Anderen zusammen – da hast Du natürlich recht, aber für mich ist immer eines wichtig gewesen:
        Das „Schwache“ hat Vorfahrt. Kinder brauchen uns nicht weniger, als wir Kinder brauchen. Das ist die rationale Ebene, aber es gibt noch eine andere: Kinder brauchen eine Chance.
        Wenn ich das als meinen Leitgedanken formuliere, ergeben sich die damit zusammenhängenden Dinge automatisch, und zwar aus dem Blickwinkel „Wohl der Kinder“.
        Stelle ich die Wirtschaft in den Vordergrund, entwickeln sich auch die Kinder automatisch unter den Gesichtspunkten Wirtschaft.
        (Was übrigens heute nicht geschieht! Der aktuelle Gesichtspunkt ist: Zerstörung von Lebendigkeit.)
        Ich hoffe, ich konnte mich verständlich ausdrücken.

        Susanne ist eine sehr gute Lehrerin, und unser Gespräch, das wir eben führten, zeigte mir, wie einfach und schnell eine „Neue Schule“ realisierbar sein könnte.
        In der nächsten Woche steht das Rahmen-Konzept, und wenn geschieht, was ich mir wünsche, sitzen wir schon sehr bald mit „Kindern und Jugendlichen“ an einem RUNDEN Tisch. Die Kinder wissen vermutlich besser als jede andere Gesellschaftsgruppe, was ihnen gut tut und was nicht.

        Deine Antwort, Solveigh, herzlichen Dank!

        Wolfgang

    • Dezember 3, 2011 um 11:32 pm

      Hallo Wolfgang,
      ja, die Occupy Bewegung scheint erst einmalzu viele in der „Scheiße“ zu wühlen und verfestigt diese dabei vermutlich auch noch. Ich habe in einem Kommentar auf Facebook dieses kleine Video bekommen, in dem Benjamin Schuckert, Autor des Buchs „Holt Mich Hier Raus! Ich Bin Eine Seele!: Ein Rückfahrt-Ticket zum Ursprung des Seins“, uns auffordert, uns möglichst nur noch mit den positiven Dingen zu befassen und entsprechend zu handeln, damit die Welt schnell besser wird:

      .
      Mein Fazit daraus wären die folgenden positiv formulierten, wichtigsten Neuerungen, die wir schnell erreichen sollten:
      1. Mehr Demokratrie auf allen Ebenen, besonders Bürgerbegehren auf Bundes- und EU-Ebene, mit dem Ziel der Machtumkehr, weg vom Diktat der Parteien hin zur Konsensentscheidung beginnend auf kommunaler Ebene
      2. Umbau des Geldsystems mit einem Gelds, das ähnlich den Brakteaten des Beginns des 2. Jahrtausends oder dem Freigeld (siehe Wörgel) selbst wie alle anderen Waren verfällt, und einer Schöpfung durch gemeinschaftliche Banken, mit dem Ziel einer komplett geldlosen Gemeinwohlökomie. Einführung paralleler Währungen für die Förderung regionalen Wirtschaftens
      3. Einführung eines Bürgergeldes für die Grundbedürfnisse des Lebens, so dass jeder Bürger sich dort einbringen kann, wo es für ihn gerade den meisten Sinn macht. Das führt zum Tätigwerden in kleinen Genossenschaften. Dies führt u.a. zur Teilhabe aller an Automatisierungen, so dass für die Deckung von Bedarfen deutlich weniger gearbeitet werden muss, so dass mehr Zeit für soziale Tätigkeiten bleiben. U.a. werden wir so wieder zu mehr SEIN und Spiritualität kommen. Die Menschen werden wieder gesund, u.a. weil sie sich auch mehr der Homöopathie zuwenden.

      Auf geht´s 🙂

      • Dezember 4, 2011 um 12:07 pm

        Ich weiß nur nicht, ob wir noch die Zeit dazu haben!

        Im Nahen Osten spitzt sich die Krise zu: Syrien, Iran, Russland (und China??) auf der einen Seite, USA, Israel, NATO auf der anderen Seite. Russland sagte, bevor sie ihre Kampfflotte dort zeigte: Die Situation ist dieselbe wie damals während der Kubakrise – nur ernster!! Und Russland hat bereits im Frühherbst (oder war es schon im Sommer?) gewarnt: „Wenn Syrien und/oder Iran angegriffen werden, bedeutet das eine ernste Gefahr für den Weltfrieden!“

        Russland hat ein Raketenabwehrsystem – „Schutzschild“ genannt -, in Kaliningrad in Gefechtsbereitschaft versetzt. Das deckt eine Reichweite von 6.000 km ab und ist die dritte Station dieser Art in Russland. Raketen wurden mit Atom-Sprengköpfen und anderen taktischen Sprengköpfen versehen, alle sind in Gefechtsbereitschaft. Weitere Raketenstationierungen und -aktivierungen im Süden Russlands sollen in Vorbereitung sein. Alles als (längst fällige, aber nicht nur) Antwort auf den Ring der Raketenstationierungen, die die NATO um Russland gebildet hat…

        „Russland ist noch zum Dialog mit der NATO bereit.“

        Haben wir noch die Zeit, lange zu diskutieren und uns (entschuldige, wenn ich zynisch klinge) „schöne Gedanken“ zu machen? Natürlich ist es wichtig, für etwas zu sein, denn gegen etwas sein, gibt dem mehr Energie und Aufmerksamkeit, was wir ja gerade nicht wollen… Dennoch ist es nicht gut, die Augen vor dem zu verschließen, was um uns herum geschieht und uns einlullen zu lasen!

        Nein, ich weiß auch nicht, was wir tun können, fühle mich gelähmt und ausgeliefert. Wenn es danach ginge, was ich wollte, würden die Menschen zu Millionen auf den Straßen sein – überall auf der Erde und Frieden fordern!

        Die Herrschenden wissen, dass sie sich außerhalb aller Gesetze und Demokratie gestellt haben, dass sie gegen die Interessen der Menschen handeln, dass sie kaltblütige Massen- und Völkermörder sind – alles um des Profites wegen! Sie brauchen den Krieg, um hinterher wieder aufbauen zu können, nachdem sie die bisher geschaffenen Werte vernichtet haben – und auch dabei ein tolles Geschäft gemacht haben!!

        Darum wurde in den USA ein Gesetz verabschiedet, dass erlaubt, Menschen ohne Gerichtsurteil und Anklage festzunehmen, gefangen zu halten und zu foltern, die USA haben ihren Streitkräften die „Erlaubnis erteilt“ überall einzugreifen, wo sie (die USA) es für nötig erachten – im In- und Ausland!

        Das selbe soll (oder wurde bereits?) für die NATO beschlossen [werden].

        Die EU bewegt sich mehr und mehr ebenfalls zu einer Diktatur – „Technokratie“ ist in meinen Augen nur ein anderes Wort für Faschismus, der den Menschen nicht „schmackhaft“ gemacht werden könnte!

        Es sterben ein paar Millionen Menschen dabei? Wen kümmert’s?

        Menschenrechte?? Ein Hohn!

        „Leeres Wort: des Armen Rechte,
        Leeres Wort: des Reichen Pflicht!
        Unmündig nennt man uns und Knechte,
        duldet die Schmach nun länger nicht!“

        Aus „Die Internationale“ – geschrieben 1910!!

        http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Internationale#Deutscher_Text_.28Emil_Luckhardt.2C_1910.29

        Es ist alles nichts Neues!

        • Dezember 4, 2011 um 7:52 pm

          Hallo Solveigh,

          erst einmal Danke für diese Infos, auch wenn das ziemlich dunkle Wolken sind, die mir da übers Haupt ziehen.

          Und ja, es wird Zeit, dass wir ein Feuerwerk unseres Friedenswillens entfachen. Es wir von überall gefordert, dass Occupy konkrete Forderungen stellen soll. Angesichts dieser Drohkulisse kann das nur noch eines sein:

          Wir wollen endlich Frieden und Liebe auf dieser Welt!

          LG Martin

  9. Dezember 3, 2011 um 7:37 pm

    TED ist eine wundervolle Quelle, um zu verstehen, was vor sich geht – und Auswege zu finden:

    „Schulen töten die Kreativität der Kinder“:

    und Sugata Mitra aus Indien über „Bildung, von Kindern angetrieben“ (child-driven ist hier ein besserer und treffender Ausdruck):

    Unser gesamtes System ist im Wandel begriffen – und die Bildung gehört dazu!

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