Startseite > Ethik, Gesellschaft, Politik > Weil zu Viele die Verbrechen zwar sehen, sie aber aus Feigheit und Faulheit dulden, geht um uns herum die Welt zugrunde …

Weil zu Viele die Verbrechen zwar sehen, sie aber aus Feigheit und Faulheit dulden, geht um uns herum die Welt zugrunde …

Das ist das Fazit eines Artikels, den ich mal wieder (nach langer Pause) hier komplett wiedergeben möchte, denn hier kann ich jeden Buchstaben unterschreiben. Es braucht daher auch keine weiteren Worte mehr dazu.

<<<<<<< Beginn des Artikels >>>>>>>

Die Diktatur des Kapitals

Der Zustand unserer heutigen Welt ist krank und pervers; alles ist verkehrt und auf den Kopf gestellt: Mediziner und Ärzte zerstören Gesundheit und Leben; Lehrer und Professoren zerstören Bildung; Wissenschaftler zerstören Wissen; Richter zerstören Recht und Gesetz; Banker zerstören Währung und Geld; Politiker zerstören Freiheit und Staat; Journalisten zerstören Information. Die Welt ist so, weil die Mehrheit der Menschen es zuläßt.

„Keine Schneeflocke in einer Lawine wird sich je verantwortlich fühlen.“

(François Marie Arouet alias Voltaire [1694 – 1778])

von Norbert Knobloch

„La Violence du Calme“: Unmündigkeit als Ursache des Untergangs

Die überwältigende Mehrheit der deutschen Bevölkerung verhält sich gegenüber der Politik wie ein Ehemann, der weiß, daß ihn seine Ehefrau betrügt, sich aber verzweifelt einzureden versucht, daß sie ihm treu sei. Jedesmal, wenn sie alleine weg war, fragt er sie, wo sie war und mit wem. Er kennt die Antwort, hofft aber verzweifelt, daß die Ausreden seiner Frau glaubwürdig genug klingen, um sich weiter selber belügen und vormachen zu können, es wäre alles in Ordnung. Er zieht eine angenehme Lüge der unangenehmen Wahrheit vor. Genau so verhält sich das deutsche Volk. Es will die Tatsachen – die Verbrechen der deutschen Politiker gegen das und ihren Hochverrat am deutschen Volk – partout nicht zur Kenntnis nehmen. Es will die Wahrheit nicht wahrhaben. Es will sich der Wirklichkeit nicht stellen. Das ist – bei Erwachsenen – pathologisch (klinisch krank) und wird in der Philosophie, in der Psychiatrie und in der Psychologie als »Unmündigkeit« bezeichnet.

»Unmündigkeit« ist, nach der immer noch besten, treffendsten Definition des größten Denkers des Abendlandes, des deutschen Philosophen Immanuel Kant (1724 – 1804), das Unvermögen, sich selber seines eigenen Verstandes zu bedienen. Beruht diese Unvermögen auf (geistiger) Trägheit oder Denk-Faulheit sowie Feigheit und Unterwürfigkeit gegenüber (falschen) „Autoritäten“, Obrigkeit und Macht (Politikern, Beamten, „Experten“), so ist die Unmündigkeit selbstverschuldet:

„Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung [Manipulation]eines Anderen [Dritten] zu bedienen. Selbstverschuldet ist sie [die Unmündigkeit], sofern sie nicht in einem Mangel des Verstandes, sondern [in einem Mangel] des Mutes und der Entschließung [des Willens / der Entschlußkraft] begründet ist, sich seiner [des Verstandes] ohne Leitung eines Anderen zu bedienen.“  (Immanuel Kant, Kritik der praktischen Vernunft, 1783; Anm. d. d. Verf.)

Zur Mündigkeit gehören vor allem Kritikfähigkeit und Urteilsvermögen – hohe Künste, die junge Menschen von Eltern und Lehrern vermittelt bekommen (sollten), die man sich aber auch selber aneignen kann. Sie setzen die genaue Kenntnis und das exakte Verständnis dessen, was es zu kritisieren und zu beurteilen gilt, voraus; darüber hinaus noch das Verstehen von Zusammenhängen, Erkennen von Fehlern und Vermeiden ihrer Wiederholung, Erfahrung im Fällen von Urteilen (die Fähigkeit, Wichtiges von Unwichtigem, Wesentliches von Unwesentlichem und tatsächliche Argumente von bloßen Meinungen zu unterscheiden) sowie ein gesundes Wertempfinden und Mut.

Das lernt man nur in der Praxis auf der Basis der Theorie – also durch (geistige) Arbeit und mit willentlicher Anstrengung. Das aber ist nichts anderes als »Disziplin« und »Studium«: das lateinische Nomen »disciplina« bedeutet wörtlich »Wissenschaft« oder»Schulung«, das verwandte Substantivum »discipulus«: »Schüler«; beide stammen von dem lateinischen Verbum »discipere«: »etwas unterscheidend erfassen«. Das lateinische Verbum »studere« bedeutet wörtlich: »sich mit Eifer und Fleiß um etwas bemühen«. Das Wort »Eifer« hat hier eine ausschließlich positive Bedeutung, nämlich Interesse, Initiative und Engagement. Doch den allermeisten heutigen Menschen gebricht es an Disziplin, Studium und Mut. Wir brauchen daher eine neue Aufklärung.

 „»Aufklärung« ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit.“  (Immanuel Kant, Kritik der praktischen Vernunft, 1783)

Das Problem ist, daß sich hier „die Katze in den Schwanz beißt“: die allermeisten Menschen wollen gar nicht aufgeklärt werden, was wiederum ein Kriterium selbstverschuldeter Unmündigkeit ist.

Die meisten biologisch „erwachsenen“ Menschen sind mental und psychisch retardiert oder regrediert, das heißt geistig und seelisch zurückgeblieben oder zurückgeschritten bzw. zurück-gefallen. Sie befinden sich (bestenfalls!) auf dem geistigen und seelischen Niveau eines elf- oder zwölfjährigen Kindes. Deutlich formuliert: Sie sind zu ungebildet, zu dumm, zu schwach, zu faul und zu feige, selbst-/eigen- und sozialverantwortlich zu leben und sich der Realität zu stellen. Es handelt sich meist um obrigkeitshörige Opportunisten (vgl. Heinrich Mann, Der Untertan), die ihre Autonomie aus Schwäche, Feigheit und Bequemlichkeit auf- und abgegeben haben (vgl. Arno Gruen, Der Verrat am Selbst). Statt ihr Leben aktiv selber zu leben, lassen sie sich manipulieren.

Dann sollte aber auch die Konsequenz gezogen werden: Entmündigung auch de jure! Wer sich freiwillig auch nur fünf Minuten solch total niveaulosen, schwachsinnigen, kranken Schund und kulturellen Müll wie „Dallas“, „Denver Clan“, „Lindenstraße“, „Die Fußbroichs“, „Big Brother“, „Dschungel-Camp“, „Deutschland sucht den Superstar“ (Dieter Bohlen), „Germanys next Topmodel“ und „Einsatz in vier Wänden“ (Tine Wittler) ansieht oder eine dieser täglichen „Talk-Shows“ für Voyeure (Arabella Kiesbauer, Bärbel Schäfer) mit gescheiterten Existenzen, perversen Exhibitionisten, asozialen Nichtsnutzen und abnormen Freaks einschaltet, der ist sofort zu entmündigen, und dem sind sofort die Wahlberechtigung und die Geschäftsfähigkeit zu entziehen!

Denn durch und mit seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit macht sich der Unmündige in erheblichem Maße mitschuldig an dem Unrecht und an den Verbrechen der herrschenden Klasse sowie ihrer willfährigen Handlanger und skrupellosen Schergen, der korrupt-kriminellen deutschen Politiker. Der Unmündige ermöglicht durch seine selbstverschuldete Unmündigkeit überhaupt erst die Ungerechtigkeit, das Leid, die Not und das Elend, welche die Hochfinanz und die Politik verursachen. Durch seine selbstgewählte Ignoranz und Passivität läßt sie gewähren und deren Verbrechen zu. Schweigen ist in diesem Fall Zustimmung!

Die französische Journalistin und Publizistin Viviane Forrester („Der Terror der Ökonomie“, „Die Diktatur des Profits“) nennt das in ihrem gleichnamigen Buch „LaViolence du Calme“. Das ist in diesem Sinn-Zusammenhang schwierig zu übersetzen; vielleicht trifft die freie Übersetzung „Die Gewalttätigkeit der Gleichgültigkeit“ es noch am besten. Gemeint ist die verhängnisvolle Wirkung, sind die fatalen Folgen willenloser, feiger Widerstandslosigkeit, gleichgültiger, fauler Passivität angesichts eines großen begangenen Unrechts, eines ungeheuren verübten Verbrechens. Diese Widerstandslosigkeit, diese Passivität sind pathologisch, asozial und gemeingefährlich.

Denn die wenigen Mündigen, die aktiv Widerstand leisten wollen, die sich zur Wehr setzen wollen, die retten wollen, was noch zu retten ist, werden durch die und von den vielen selbstverschuldet Unmündigen in die absolute Minderheit gesetzt und machtlos gemacht. Die selbstverschuldet Unmündigen boykottieren, sabotieren und torpedieren mit ihrer Passivität alle Anstrengungen der Mündigen und reißen diese mit in den Untergang. Das klagt der Verfasser an und verurteilt er.

Aus Faulheit, Feigheit und Schwäche selbstgewählte, also selbstverschuldete Unmündigkeit ist hochgradig asozial! Der selbstverschuldet Unmündige ist ein gemeingefährlicher Volksschädling!

„Alles, was die Bösen brauchen, sind die Guten, die nichts tun.“ (unbekannt)

  1. Oktober 9, 2011 um 1:21 pm

    Ich finde : Konsequenz gezogen werden: Entmündigung auch de jure! finde ich auch

  2. Oktober 9, 2011 um 9:29 pm

    Ja Martin, sehe ich auch so: „Es sind nicht nur die schuldig, die das Böse tun, sondern auch die, die es durch Wegschauen überhaupt erst zulassen“ …

    Wobei man schon sagen muß, daß die Erziehung zum unmündigen Befehlsempfänger schon auch ihre Wirkung zeigt. Auch ist es so, daß die Repräsentanten (die Minister u. ihr Millionenheer von Beamten) alle Staatsgewalt unter sich haben, die richterliche, die gesetzgebende u. die ausführende …

    … das führt dazu, daß der mündige Bürger einfach zu wenig Einfluss (=Macht) hat, etwas wirkungsvoll zu bewegen.
    Der Andersdenkende hat zwei große Gegner (die sich unbewusst gegenseitig unterstützen): die große Masse, die untätig bleibt und nicht hilft u. die Regierung die ihr System schützt u. jede Kritik einfach ignoriert

  3. Oktober 11, 2011 um 2:18 pm

    Hallo Ihr, ich sehe die Sachlage noch etwas schärfer, weil selbst der nicht meßbare Wohlstand eines Harz IV Empfängers, und der im Speziellen, da er oft sich ökologische Produkte gar nicht leisten kann, spreche aus eigener Erfahrung, auf der Unterentwicklung der großer Teile der Erde beruht. „Wie kann ich essen, wenn ich das Stück Brot einen Hungernden entreiße und der Schluck Wasser einem Verdurstenden fehlt…. (sinngemäß)! Wie weit hat Brecht schon gesehen und wie real sind diese Worte in Anbetracht der Rodung der Regenwälder für unsere Futtermittel, der Zerstörung der Serengeti, der vergessenen Katastrophen in Indien und Bangladesh und der humanen Katastrophe in Afrika?
    Martin hast Du schon n-1 entdeckt, ich denke es wäre Zeit so eine Plattform auch für uns zu nutzen, erinnere dich an unser Telefonat… Nur ich alleine stemme es nicht, bin ja hier schon zur Zeit zur Rarität geworden. Viele Grüße com. Mike

  4. Oktober 11, 2011 um 3:24 pm

    Ich muß zum Geschriebenen doch noch etwas los werden. Denn so will ich es nicht im Raum stehen lassen. Es ist wieder nur eine Halbwahrheit, die heute keinen Bestand mehr haben darf. Punkt eins, welche kulturell hochwertigen Sendungen gibt es denn im Fernsehen und zu welchem Zeitpunkt, wie objektiv sind Nachrichten…? Ich kann es nicht mehr beurteilen, weil ich habe das Teil vor etwa 20 Jahren entsorgt. Da bin ich aber auf weiter Flur allein! Betrachten wir den Rundfunk und wir müssen das gleiche Fazit ziehen. Es steckt doch dahinter System, das die Mehrheit nur schwer hinterschauen und geschweige noch durchbrechen kann. Wird in irgend einem Sender über das bevorstehende Wochenende berichtet? Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und behaupte die Brandsätze in Berlin sind nicht von Linksextremisten gelegt worden. Es ist Nebelpolitik um „Sondermaßnahmen“ zu rechtfertigen, siehe Dresden. Der Macht ist schon klar, das da an ihren Fundamenten kräftig gerüttelt wird und kampflos werden sie das nicht hinnehmen. Deshalb der Verweis auf n-1…
    Punkt zwei, wenn wir von einem Menschen reden, idealisieren wir ihn in nicht angebrachter Weise. Ich empfehle allen, die über Menschen urteilen, sich erst einmal seiner eigenen Niederlagen zu erinnern, oder sich den Film „What the bleep“ anzusehen, bevor er jemand für geschäftsunfähig erklären will und so einen Schwachsinn niederschreibt. Nur der, der frei ist von jeglicher Schuld, der werfe den ersten Stein!
    Der Mensch erwirbt in seinem Leben gewisse Routinen, die für ihn überlebensnotwendig sind. Diese werden wie alle durch chemische Stoffe gesteuert, die auf bestimmte Reize vom Körper und nicht von unserem Willen produziert werden! Wenn es nicht so wäre, würden wir sofort alle verrückt werden, weil in uns ein Chaos ausbrechen würde. Nun gibt es wichtige und unwichtige Gewohnheiten. Sie funktionieren alle nach dem gleichen Muster. Verschärfend kommt noch hinzu, das durch die Zeitdauer diese Routinen sich verstärken und so teilweise nur in Extremfällen wie Krankheiten, die das eigene Leben bedrohen, geändert werden können oder wenn sich die Lebenssituation entscheidend ändert! Das erklärt auch, warum gewisse Personenkreise trotz des Widersinns ihrer Handlungen sich nicht änderen wollen. Dieser Umstand weiterhin erklärt auch, warum gerade solche Sendungen zur Haupteinschaltzeit gebracht werden, weil sie Menschen in ihren lebensunwürdigen Situationen noch bestärken und für bestimmte Interessengruppen ein Klientel erzeugen. Ich war am Wochenende in den zweifelhaften Genuß gekommen, den Raab bei seinen neuen Untaten im Fernsehen zu erleben, einfach gruselig.
    Bei einer Entzugsbehandlung geht es nicht um den Alkoholiker (vielleicht der Schwester aber nicht der Anstalt), sondern ums Geschäft. Denn wenn sie wieder zu Hause sind, werden die Meisten wieder rückfällig, trotz allem Bemühen und eigenem Willen, weil sie ins gleiche Elend zurückgeworfen und die gleichen Muster wieder aktiviert werden.
    Deshalb sind alle politischen Bewegungen in der Vergangenheit immer von Eliten ausgegangen und das wird sich auch nicht ändern. Das ist unsere Aufgabe, die Lebenssituation menschenwürdiger zu gestalten, damit Unmündigkeit keine sozialen Wurzeln mehr hat. Sorry so viel sollte es eigentlich nicht werden. Es grüßt Lebenspsycho Mike

    • Oktober 11, 2011 um 4:28 pm

      Hallo Mike,
      vielen Dank mal wieder für Dein kritisches Feedback. Ja, es braucht immer eine Krise, damit Change möglich wird. Im Change Management wird so etwas sogar provoziert, um Änderungen in in Firmen von den Menschen mittragen zu lassen. Andernsfalls ist das Beharrungsvermögen von uns Menschen recht groß. Das hat was mit unserem Energiehaushalt zu tun. Unser Gerhirn verbraucht die größte Menge Energie. Damit es nicht zu viel verbraucht, versuchen wir unsere Handlungen möglichst zu automatisieren, sprich uns zu wiederholen. Also möglichst eben nicht bewusst nachzudenken, sondern einfach laufen zu lassen.
      Wir haben nun weltweit die offentischtliche Krise, dass unser Geld bald entwertet wird. Also geht gerade ein Ruck durch die Menschen und sie denken nach. Und weil wir im Internet inzwischen so viele Informationen finden, können wir uns entsprechend schlau machen. Ich bin also gespannt, ob wir Menschen nun reif für den nächsten evolutionären Schritt sind ..
      LG Martin

  5. Oktober 11, 2011 um 11:38 pm

    Hallo Martin, n-1ist eine Interplattform, die durch die Bewegung in Spanien entstanden ist. dort können wir eigene Seiten erstellen, die datensicher sind. Ich glaune wir sollten siefür den Übergang nutzen. Viele Grüße com. Mike

  6. Kevin
    Oktober 13, 2011 um 1:53 pm

    Aus Herrn Knoblochs Artikel spricht vor allem Arroganz, Überheblichkeit, und Demokratiefeindlichkeit. Nimmt er seinen eigenes Geschreibe ernst, dann würde ich ihn ebenfalls zur Gruppe derer zählen, denen das Wahlrecht entzogen gehört.

    Demokratie ist ein Legitimationsprinzip und soll und darf nicht darauf hinauslaufen, dass alle die Meinung eines Herrn Knobloch teilen. Im übrigen hat ein freier Mensch auch das Recht sich passiv zu verhalten und sich nicht für Politik zu interessieren. Und ob man es nun gut findet oder nicht: Auch das Recht sich die Lindenstraße anzuschauen steht jedem Mitglied unserer Gesellschaft zu!

    In diesem Sinne kann ich Herrn Knobloch eine Empfehlung geben, die er selbst den „Unmündigen“ gibt:

    „Zur Mündigkeit gehören vor allem Kritikfähigkeit und Urteilsvermögen – hohe Künste, die junge Menschen von Eltern und Lehrern vermittelt bekommen (sollten), die man sich aber auch selber aneignen kann. Sie setzen die genaue Kenntnis und das exakte Verständnis dessen, was es zu kritisieren und zu beurteilen gilt, voraus;[…]“

    Falls jemand nicht so schlau ist wie Herr Knobloch und die Anspielung nicht versteht: Es geht um das Verständnis von Freiheit und Demokratie.

  7. Karl Pongratz
    Oktober 13, 2011 um 4:14 pm

    Tut mir leid, ich kann mir nicht vorstellen das dieser arrogante Text zu einer besseren Gesellschaft und Welt beitraegt.
    Aber vielleicht ist es ja nur eine Uebung zur Selbstreflexion.

  8. Vivienne
    Februar 6, 2012 um 11:13 am

    Norbert spricht mir aus der Seele. Das denke ich schon sehr viele Jahre.
    Wir brauchen eine neue Aufklärung.
    Ich fühle mich im Land der Schildbürger.
    Und selbst die Herrschenden sind von der Dummheit befallen.
    Denken und Hinterfragen gilt als anstrengend. Im Studium wird man gemobbt, wenn man oberflächliche Themen inhaltlich konstruktiv kritisiert und auf ein anzustrebendes Universitätsniveau verweist. Auf der Arbeit entlassen, wenn man Arbeitsprozesse vereinfacht und sinnvollen, gerade dringend erforderlichen Aufgaben mehr Aufmerksamkeit und Sorgfalt schenkt.
    Andererseits wird der Form, der hohlen Hülle die meiste Bedeutung begemessen.
    Warum soll ich pünktlich auf einer Arbeitsamtmaßnahme erscheinen, wenn ich mir vom „Dozent“ stundenlang anhören soll, wie sein Maledivenurlaub war? Ich dümmliche Psychotests machen soll, die tiefgründiger in jeder Brigitte zu finden sind?
    Warum soll ich ein perfekt lächelnder Sklave sein, wenn ich innerlich hohl und ausgebrannt werde, MICH und MEINE TATSÄCHLICHE ARBEIT keiner fordert sondern nur ein Scheindasein mit aller Härte verlangt wird??
    Dabei sind gerade die, die sich am Besten angepasst haben, die mit der perfekten Fassade die allerschlimmsten Bluthunde wenn es um die Verteidigung der Sinnlosigkeit geht, um ihre Fehlbesetzung auf der Arbeit, auf Dozentenstellen, überall.
    Sie bewerfen gerade diejenigen mit Dreck denen es darum geht GEMEINSAM eine bessere Lösung für ALLE zu schaffen. Denn sie kennen nur das Verfolgen eigener Interessen und unterstellen es sofort jedem anderen.
    Diese sind herauszufinden und ihrer Machtpositionen zu entziehen.
    Sie beeinflussen die denkfaule, feige Mehrheit der Mitläufer.
    Diese Menschen verhalten sich je nach großem Zusammenhang entweder ehrenhaft oder unehrenhaft, je nach Propaganda der Herrschenden. Sie sind zu sehr in ihrem kleinen Horizont gefangen und genießen ihn solange es geht. Ein übergeordnetes Verantwortungsgefühl ist ihnen fremd und muss einfühlsam erst eingeredet werden. (Schlimm genug!)
    Sie wachen aus ihrer egoistischen Blase erst auf, wenn sie ihnen entzogen wird und ihr Arsch in der frierenden Kälte hockt. Ob sie dann aber in der Lage sind wirklich zu erkennen, wie sehr sie anderen vorher geschadet haben und sich demzufolge selbst in diese Lage gebracht haben, bleibt abzuwarten.

    Und was ist Arroganz?
    Ist es arrogant die schneidende Wahrheit auszusprechen oder ist es arrogant das Falsche weiterhin zu verfolgen und sich selbst weiter zu betrügen und es eiskalt von anderen einzufordern?
    Sich dumm und blind stellen als Nutznießer war bis jetzt erfolgreich. Kein Rückgrat, mit dem Arsch an der Wand lang. Bravo.
    Doch da denke ich jetzt wieder an die Schildbürger. Wie war das am Ende nochmal?

  9. Mai 29, 2012 um 2:19 pm

    Ergänzung gelungen! Und die Beurteilung der Eliten: unbestechlich (?!?)

    • federleichtes
      Mai 29, 2012 um 2:48 pm

      Meinen Beitrag fraß WordPress, oder wer oder was wollte meine Gedanken zu den Soziopathen in den Lagern der Doofen und Klugen nicht? Die Dritte Kraft, die die beiden kontrolliert?

      Wolfgang

  10. Mai 29, 2012 um 3:29 pm

    Prof. Dueck hat zu dem Thema Problemerkennung und Veränderungswillen gerade auch wieder zugeschlagen:

    Über das Angriffsloben

    Die Deutschen schimpfen, andere Völker granteln – über das schlechte Bildungswesen, die Politik im Allgemeinen oder den Stress zu Weihnachten. Aber wehe, einer will etwas daran verändern! Dann fällt allen plötzlich wieder ein, wie ideal alles ist. Und dieser Reflex stellt sicher, dass alles mies bleibt. Für immer.

    „Die Piraten wollen unsere wundervolle freiheitliche Demokratie aushöhlen, die Deutschland schon seit mehr als äh vielen Jahrhunderten prägt. Demokratie gibt die Macht an die feinsten und erlesensten Köpfe unseres Landes, die es weise und umsichtig regieren, sodass das Volk vor ihnen dankbar das Knie beugt.“

    Das ist aggressives Hochloben des Gegenwärtigen, um es gegen Veränderungen zu verteidigen. Ehrliche Menschen fragen sich, ob das alles ernst gemeint sein kann? „Es ist unsere Position.“ Es geht nicht um die Wahrheit, sondern um die Positionierung des Jetzigen, das für bestmöglich erklärt wird, damit es nicht verändert werden muss. Denn nur das Bestmögliche kann nicht besser gemacht werden. Ach, wie hasse ich dieses Wort „positionieren“! Sieht denn niemand das Übel? „Man muss alles positiv sehen. Optimismus ist Pflicht. Wer nicht begeistert ist, fliegt raus. Unsere Position hat nichts mit der Realität zu tun, sie ist eine Frage der charakterlichen Einstellung.“

    Und weil einerseits die „Anpassung“ voran getrieben wurde und sich andererseits die Politikklasse eingerichtet hat, wird es ohne Krise und damit Leid nicht genügend Potential haben, um dieses starre Etwas in Bewegung zu bekommen. Als freuen wir auf das kommende Leid?

    • Juli 9, 2012 um 3:32 pm

      Ich habe längere Zeit gebraucht, zu verstehen, dass eine der Hauptforderungen, die sehr viele andere Menschen an einen stellen, lautet: „Ändere Dich ja nicht!“

      Solche Menschen lieben und „erkennen“ nicht dich, so wie du eben gerade bist, sondern lediglich ihr eigenes Bild von dir … der Verstand möchte eben was Berechenbares, Konstantes, Kontrollierbares. Und wenn du dem Bild entsprichst, gibts Zuckerbrot, wenn nicht, gibts Peitsche. Das ist ein „deal“, keine lebendige Kommunikation …

      So funktioniert die menschliche Wahrnehmung eben ganz grundsätzlich: Da werden Konstanten extrahiert, gelernt und zu einem Bild (oder auch „Landkarte“ ) zusammengefügt, und wenn sich bisherige Konstanten ändern, dann ist das eine „Störung“ bzw. ein Stolperstein, was zunächst so weit wie nur möglich ausgeblendet wird, und zwar auf einer ziemlich archaischen Ebene des Mustererkennungsapparates und dessen Filterfunktion im Hirn … zum Glück gibt es auch die Funktion des Verlernens. Sofern das Leiden aufgrund kognitiver Dissonanz denn doch zu groß geworden ist.

      Möglicherweise hängt das alles auch mit einer Urangst des kleinen inneren Kindes zusammen, dass plötzliche Änderungen lebensbedrohlich sind … verletztes Urvertrauen eben. Was weiss ich.

      Übrigens, ich erwähne es mal wieder: „Respekt“ kommt von lat. „respectari“ = immer wieder genau anschauen, d.h. das, was JETZT gerade ist, wahrnehmen, erkennen, achten … es ändert sich ja alles mögliche ständig – jeder Mensch insbesondere auch, sofern er nicht gerade „festhängt“. Respekt hat also eigentlich nichts mit äußerer Autorität, Machtposition, Kontrollstruktur o.ä. zu tun, wird aber in der Regel heute so interpretiert … auch hier steht mal wieder etwas komplett auf dem Kopf.

      „Das einfachste Werkzeug zur Manipulation der Realität ist die Manipulation von Wörtern. Wenn man die Bedeutung von Wörtern kontrolliert, kontrolliert man die Menschen, die sie benutzen müssen.“
      (Philip K. Dick, 1928-1982)

      LG
      Manfred

      P.S.: meinen Fernseher hab ich auch schon seit mindestens 20 Jahren entsorgt – er ging kaputt, und die Inhalte gingen mir eh‘ auf die Nerven … bloß die GEZ glaubt mir das nicht und nervt immer wieder. Aber in Kürze muss sowieso jeder zahlen, mittels „Haushaltsabgabe“ – Kommentar vom „Buchbinder Wanninger“ (Sketch von Karl Valentin, http://www.youtube.com/watch?v=93T-xwLPV7I): „Saubande …“ 😦

      • Juli 9, 2012 um 4:21 pm

        Es gäbe immerhin die Möglichkeit einer Klage. Kostet etwa 100 € und dann wäre Ruhe mit dieser GEZ Gebühr. Muss ich nochmals nach Suchen …

        Danke für den Hinweis auf die ursprüngliche Bedeutung von Respekt, und wie das mit der Kontrolle von Bedeutung ist …

        LG Martin

        • Juli 9, 2012 um 4:27 pm

          … die GEZ „nervt“ mich mit regelmäßiger Nachfrage – dann antworte ich entweder gar nicht oder schicke einen Hinweis, dass ich weder Radio noch TV habe und auch nicht gedenke, mir das zuzulegen. Dann ist wieder Ruhe … zahlen tu ich da nix. War vielleicht missverständlich formuliert.

          LG
          Manfred

        • Juli 9, 2012 um 5:55 pm

          … dann beantrage ich Befreiung aufgrund geringen Einkommens – hat auch Vorteile, wenn man kein Geld hat 😉

          LG
          Manfred

  11. Juli 8, 2012 um 11:02 pm

  12. Juli 9, 2012 um 10:44 am

  13. Juli 11, 2012 um 10:37 am

    Läuft seit Langem ein groß anglegtes Programm der Manipulation nicht nur auf psychologischer Ebene sondern auch durch Nahrungsmittelzugaben?

  14. neparo
    Mai 22, 2013 um 9:35 pm

    Hallo,
    ich kann dem Artikel nur zustimmen.
    Aber was mich etwas verwundert, dort wird nur von der Masse gesprochen in Bezug auf Staat, Kirchen, Banken usw.

    Was ist denn mit den Menschen, die zusehen, wenn ein Bekannter,m ein Freund, oder ein Familienmitglied einen schweren Betrug, einen Raub oder noch anderes begeht.
    Hier ist doch dann nicht nur Mitschuld, sondern durch Schweigen beteiligt man sich letztendlich auch noch am naechsten Verbrechen das einen unwissenden Menschen dann trifft, nur weil die Freunde, die Bekannten, und auch die Masse schweigt.
    Was sagen denn unsere grossen Denker dazu?
    Was sagt der Gesetzgeber und was ist mit der Moral dieser schweigenden Personen.

    Oder sehe ich dies alles falsch?

    • Mai 22, 2013 um 9:40 pm

      Ein billigendes Wegschauen wird auch von den großen Denkern als nicht gemeinschaftsdienlich angesehen, so weit ich mich erinnere.

      Allerdings dürfen wir davon ausgehen, dass in unserer von grundauf kranken Gesellschaft, wie dies Krishnamurti beurteilt, davon ausgehen, dass wir bei kleineren Delikten unsere Bekannten eher mal wegzuschauen neigen. Kavaliersdelikt, denn die Großen machen es so so vor, könnte ich mir vorstellen.

      VG Martin

    • federleichtes
      Mai 22, 2013 um 10:26 pm

      Auch „Hallo“.

      Wo liegt die eigentliche Ursache für Verbechen?
      Und warum schauen Menschen einfach weg oder billigen die Verbrechen?

      Ich sehe eine Kern-Problematik, die zu einer sehr besonderen Problematik wird durch das Nicht-Mehr-Wahrnehmen-können des Ur-Problems. Natürlich ist die Herrschaft und die damit einhergehende Enteignung der Masse Mensch gemeint. Sie haben das Überstülpen der Herrschaft und ihre Enteignung einfach vergessen. Einfach! Wie selbstverständlich wurde ihnen das Widernatürliche zum Natürlichen. Darüber könnte man schon mal nachdenken.

      Aber das Wesen diese fundamentalen Verbrechens wurde nicht vergessen im Sinne von ausgelöscht. Es rumort, es ist wie ein Tumor in den Menschenherzen, der sich auf die eine oder andere Weise in Handlungen präsentiert.
      Die Einen parasitieren, niutznießen, fressen, sehr beruhigt von der Gewissheit, auf der richtigen Seite zu agieren, die Krumen, die man ihnen hinwirft undnehmen auch gerne noch ein paar Bleistifte und Radiergummis mit. In Anderen kocht die Rache, meistens auf irrationaler Flamme, und sie richten ihre Rache in die Beliebigkeit, rauben Handtaschen alter Ommas, etwas spezifierter verüben sie Banküberfälle. In einer Gesellschaft, die sich auf ein Ur-Verbrechen gründet, halte ich Verbrechen für keine Krankheit. Und die Zuschauer schwelgen frohlockend in Schadenfreude, auch wenn sie es nicht offen zeigen mögen
      Und schließlich gibt es Menschen, die nichts merken und nur leben, um zu sterben.

      Unsere großen Denker?
      Deine Bemerkung nehme ich zum Anlass für das Ausbreiten meiner Meinung zu dem Adjektiv „Groß“.
      So wie anderen Menschen Ignoranz auf den Zeiger geht, gehen mir die Hochwürdens und Honorationen auf den Keks. Wie man die Elite einer Verbrechens-Gesellschaft beweiihräuchern und Belorbeeren kann, wird mir bis ans Ende meiner gezählten Tage nicht einleuchten.

      Falls ich Deine Fragen nicht beantworten konnte, melde dich bitte noch mal.

      Gruß
      Wolfgang

      PS.
      Wir leben in keiner Gemeinschaft, sondern IN einer Zwangs-Gemeinschaft mit Verbrechern.

      • Mai 22, 2013 um 10:43 pm

        Höre gerade passend dazu, etwa ab Minute 7:

        • federleichtes
          Mai 22, 2013 um 11:02 pm

          Was hältst du von der Idee, dass dieser „Parasit“ im Unbewusstsein tätig ist und traumtisch-ähnliche Symptome hervor ruft?

          Ich meine, im Makro-Kosmos ist der Parasit im Außen tätig – und er muss doch auf eine Weise auf etwas ihm sehr Entsprechendes oder auf ihn Ansprechendes andocken können.

          Gruß
          Wolfgang

  15. federleichtes
    Mai 22, 2013 um 11:13 pm

    Es dauerte nur ein paar Sekunden, bis ich ein Konzept sehen konnte.
    Können wir sagen: Parasit = Feindselig?
    Können wir sagen: Kollektives Unbewusstsein = Lebensimmanent?
    Können wir sagen: Unbewusst = Blind-folgend und -gläubig?
    Können wir sagen: Ignorant = Unfähig zur Konfrontation mit der Realität Feinseligkeit?
    Können wir sagen: Unfähig zur Konfrontation = Im Sinne des Grades der Feinseligkeit?
    Können wir sagen: Leben = Gezielte informative Konfrontation mit einem Feind?

    Das erst mal spontan.

    Gruß
    Wolfgang

  16. Mai 28, 2014 um 8:15 pm

    Armin Köhler auf Facebook gerade zum Artikel:

    Nehmen wir einfach nur mal das deutsche Volk (weil ich das als Mitglied desselben besser kenne als andere Menschengruppen).

    Die Deutschen wurden (ja, auch andere, aber ich beschränke mich, sonst wird das ne Dissertation ) in der Mehrheit im 2. WK schwer traumatisiert (Fronterlebnisse, Flächenbombardements, Kriegsschuld etc.). Hier geht es nicht um Schuld, sondern um ein kollektives Trauma, also die Tatsache von erlebter außerordentlicher Gewalt an sich (ob nun im spez. Fall Opfer oder Täter ist dabei irrelevant), welches bislang nicht ins kollektive Bewusstsein als existent vorgedrungen ist. Verdrängungsmechanismen bewirken zwar, dass ich den Schmerz nicht mehr so vordergründig fühle, aber die zu Grunde liegende Dissonanz zwischen Realität und eigenem Erleben wird nicht nur nicht beseitigt, sondern vertieft sich.

    Siehe aktuelle Gehirn- und Traumaforschung / -therapie.

    Es gibt gesunde Entwicklungsstufen beim Menschen, die sich in alterspezifischen Verhaltenweisen äußern (neugierige Babies, pöbelnde Pupertierende, Midlife-Crisis geplagte Endvierziger etc.). Die Ausbildung des Egoismus beim Kind („Ich!“ oder „Nein!“) zum Beispiel ist völlig normal und wichtig, ebenso, dass es schlägt oder beißt während eines bestimmten Zeitfensters der emotionalen Entwicklung. Das kann man kanalisieren – und wenn man es gut macht, führt es zu Mitgefühl und Verständnis für eigene Handlungen. Wenn man es falsch macht bleibt der betreffende Mensch an diesem Punkt stehen bzw. sogar stecken, entwickelt sich hier also nicht mehr weiter.

    Die derzeitige Traumaforschung geht davon aus, dass die meisten Menschen über ein emotionales Alter von 4 Jahren kaum hinauskommen. Vergleicht man das Verhalten von Erwachsenen unter Stress mit dem von 4-Jährigen, so lassen sich verblüffende Parallelen feststellen.

    Das Wesen unserer Gesellschaft (Wachstum, Wettbewerb, Indivi-Dual-ismus etc.) bewirken aber keinen konstruktiven Prozess der Auseinandersetzung mit systemisch bedingter Gewalt, die dauerhaft angewendet zwangsläufig zu Verdrängung (Leugung: ich bin gesund und fit!), psychischen Krankheiten (Trauma, Psychosen, Depressionen etc.) und Ersatzhandlungen (Konsumzwang, Arbeitszwang mit Burnout am Ende, Gewalt in der Erziehung, politischer Extremismus etc…) führt.

    Diese unbewußten Zwangshandlungen nehmen seit Jahren in der Bevölkerung zu bzw. werden, einerseits bedingt durch verbesserte Forschungsmethoden andererseits durch beginnendes Bewusstsein und Erkenntnis von kausalen Zusammenhängen (die Manifestation struktureller Gewalt in der Gesellschaft z.B.) immer mehr Menschen bewusst.

    Dieses Bewusstsein ist notwendig, um zu erkennen, an welchen Punkten man feststeckt, um an diesen Punkt zurückzugehen, ihn nochmal zu durchleben um weitergehen zu können. Bislang ist es nur wenigen Menschen möglich, diese Schritte erfolgreich zu gehen, also jenen, die in ihrem Leben gescheitert sind. Scheitern ist für sie also ein konstruktiver Schritt heraus aus kollektivem Vergessen hienein in einen Erkenntnisprozess, der dem offiziell propagiertem Erkenntnisprozess („Arbeite, verhalte dich normal und du wirst geliebt!“) diametral entgegensteht.

    Das klar zu bekommen und weiterleben zu können ist nicht einfach. Viele bleiben da auf der Strecke, sterben, versumpfen oder gehen gesellschaftlich völlig unter. Die Unbewußten, jene die immer noch glauben, dass es ihre eigene Schöpferkraft ist, die sie erfolgreich sein lässt, haben dann ein weiteres Beispiel vor Augen, sich noch mehr anzustrengen und jedes Gefühl von Versagen, Angst oder Schwäche zu vermeiden und zu unterdrücken. Die in Politiker- und Managerkreisen überproportional vertretene Gruppe der Psychopathen ist hier ein treffendes Beispiel für diesen Verdrängungsprozess.

    Meiner Ansicht nach ist die Zunahme an Krebserkrankungen darauf zurückzuführen, dass die Wucherung im „Volkskörper“ nicht erkannt wird. Die Krebszelle übernimmt hier den augenfälligen und fühlbaren Ersatz endlich mit der Realität (der unnatürlichen Vermehrung von Lebensfeindlichkeit nämlich) Schritt zu halten, was aber zum Tod desselben Körpers führt. Erst des Individualkörpers, dann des Volkskörpers – und schließlich, wenn immer noch nicht erkannt, zum Tod der gesamten Kultur bzw. Spezies.

    Alle gesellschaftlichen Prozesse, die eben auch Sokrates bereits beschrieb, beruhen also auf der Verdrängung von innerem, emotionalen Schmerz. Das Enneagramm kennt solcherart 9 verschiedene Verdrängungsmechanismen und ich finde es spannend, bislang kein anderes System gefunden zu haben, was mir so schlüssig aufzeigt, wie der Mensch sich selbst verarscht.

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