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Findet der Mensch nach Jahren des Gigantismus wieder zurück zum menschlichen Maß?

Leopold Kohr

Leopold Kohr

Seit dem ich auf der Suche nach einer besseren Welt bin, sagt mir meine Intuition, dass das immer Größerwerden von Organisationen, seien es Firmen als auch Staatszusammenschlüsse wie die EU, der falsche Weg ist. Je größer diese Organisationen werden, desto unbeweglicher werden sie auf der einen Seite. Aber viel gefährlicher ist ihre Macht, die sie ausüben können, und damit die Zunahme an Korruption und der Abstand zu den einzelnen Menschen. Diese sind dann nur noch eine Nummer im Räderwerk und hier zählt dann ein menschliches Schicksal kaum mehr etwas.

Ich habe nun einen Dokumentationsfilm gefunden, der über die Arbeiten von Leopold Kohr berichtet. Der gebürtige Österreicher und Philosoph hat sich sein Leben lang damit beschäftigt, zu begründen, was das menschliche Maß ist und damit den Ausspruch „small is beautiful“ setzte. Es gibt inzwischen viele Beispiel, dass große Staatenverbünde einerseits viel Unterdrückung mit sich brachten, sich aber auch nur eine gewisse Zeit lang halten konten, bis sie innerlich zerfielen, weil die unterdrückten ihre Freiheit zurück eroberten. In der neueren Zeit konnten wir mit dem Zerfall der UDSSR und dem jugoslawischen Staatenbund beobachten.


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Mike hat hier schon mehrfach vorgeschlagen, dass wir die Kommunen viel mehr stärken sollten. Leopold Kohr dachte in die gleiche Richtung. Warum eigentlich gilt man als Gegner der EU, wenn man die zentrale Steuerung von dort verurteilt? Wenn man weiß, dass ein solch großes Gebilde nur unterdrücken wird und auch keinen langen Bestand haben wird, warum sollte man die EU dann noch weiter ausbauen?

Auch wenn ich dafür bin, alle Macht in die kleinen Einheiten zu bringen, so bin ich kein Nationalist. In meinem Herzen fühle ich mich als Weltbürger allen Menschen auf dieser Welt verbunden und brauche keine Mauer in meinem Gehirn und mich gegen Amerikaner, Afrikaner oder Asiaten abzugrenzen! Wir Menschen wollen am Ende nur eines: glücklich sein im Urvertrauen darauf, dass gemäß dem Kant´schen Imperativ gelebt wird. Mehr Regeln braucht es nicht.

Hier noch kurz eine Rezension zu seinem Buch Breakdown of Nations

Kohr calls for peaceful dissolution of nation states into smaller independent entities which can network or confederate as they choose. His book is a bible of the radical decentralist movement and applauded by anarchists, libertarians, greens alike. It’s a fascinating read and will make you realize how much you yearn to belong to a real community and not just be an anoymous cipher in a giant nation state. Quote from Kohr, to give you a flavor:

There seems to be only one cause behind all forms of social misery: bigness. Oversimplified as this may seem, we shall find the idea more easily acceptable if we consider that bigness, or oversize, is really much more than just a social problem. It appears to be the one and only problem permeating all creation.Whenever something is wrong, something is too big.  And if the body of a people becomes diseased with the fever of aggression, brutality, collectivism, or massive idiocy, it is not because it has fallen victim to bad leadership or mental derangement. It is because human beings, so charming as individuals or in small aggregations have been welded onto overconcentrated social units. That is when they begin to slide into uncontrollable catastrophe. For social problems, to paraphrase the population doctrine of Thomas Malthus, have the unfortunate tendency to grow at a geometric ratio with the growth of the organism of which they are part, while the ability of man to cope with them, if it can be extended at all, grows only at an arithmetic ratio. Which means that, if a society grows beyond its optimum size, its problems must eventually outrun the growth of those human faculties which are necessary for dealing with them.

Hence it is always bigness, and only bigness, which is the problem of existence. The problem is not to grow but to stop growing; the answer: not union but division.

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