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Aristoteles sah die Wahrheit in der Mitte ruhen. Liegt zwischen Kommunismus und Kapitalismus womöglich die Freiwirtschaft?

Mir ist inzwischen immer klarer geworden, dass unser Geldsystem via Zinsnahme zur Umverteilung von Arm nach Reich sorgt. Und dass zudem das Geldschöpfen nicht private Hände gehört, sondern in die der Gemeinschaft. Meine Intuition sagt mir aber auch zunehmend, dass Eigentum ein weiterer Baustein unserer Krisen ist. Wo viel Eigentum ist, ist Gewalt, sich nur noch mehr zu bereichern. Wir müssen uns nur kritisch anschauen, wie die Kriege der letzten hundert Jahre begonnen und durchgeführt wurden. Und wie immer die Frage sehr schnell beantwortet: „Wem haben sie genutzt?“. „Eigentum verpflichtet.“ steht in unserem Grundgestz. Davon ist immer weniger zusehen, je mehr Reichtum zusammen gesammelt wurde. Und den sozialen Anschein, den sich so mancher Reiche über eine Stiftung  gibt, ist nur eine andere Form der Steuerhinterziehung, bei der er sich auch noch als ein Guter darstellen kann.

Bleibt die Frage, was denn anstelle unseres entfesselten Kapitalismus, der ja versprochen hat, dass wenn es unseren Unternehmern gut ginge, dann automatisch Allen gut ginge, und dies nicht halten konnte, sonst noch für mögliche Marktformen gibt. Vielleicht ist es ja die Freiwirtschaft, wie sie von der Initiative für Natürliche Wirtschaftsordnung, kurz INWO, beschrieben wird.

Dort ist folgende Analyse zu lesen:

Moderne kapitalistische Gesellschaften sind geprägt von Massenarbeitslosigkeit, einer zunehmenden Kluft zwischen Arm und Reich, hoher Staatsverschuldung, Schädigung bis Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen, Hang zu Wirtschaftsmonopolen. Sie zeichnen sich zudem durch ein hohes Maß an Instabilität aus, z.B. starke Konjunkturschwankungen, (bisher noch schleichende) Inflation und aus dem Ruder gelaufene Finanzmärkte. Diese Symptome sind inzwischen in einem Masse globalisiert, bei dem fast jedes Land der Welt von wenigstens einem direkt betroffen ist.

Für jedes dieser Symptome gibt es selbstverständlich mehrere Ursachen. Eine eindimensionale Analyse kann also keine Grundlage für die Lösung sämtlicher gesellschaftlicher Probleme darstellen.

Dieses Bewusstsein im Hintergrund wird im folgenden der Fokus jedoch auf wenige Ursachen gerichtet, die unseres Erachtens die bedeutendsten sind, die allerdings bisher in der Öffentlichkeit wenig Beachtung fanden: Die kapitalistische Wirtschaftsform ist im wesentlichen durch zwei strukturelle Monopole gekennzeichnet, im Geldwesen und in der Eigentumsordnung der Natürlichen Ressourcen (Luft, Wasser, Boden, Bodenschätze, …). Diese verhindern, dass die Vorteile der Marktwirtschaft sich voll entfalten können. Sie tragen wesentlich zu den oben beschriebenen Symptomen bei und bringen die Marktwirtschaft auf einen gnadenlosen Expansionskurs, der diese Probleme auch noch exportiert. So wurden und werden Natur und Kultur anderer Länder bzw. Völker zerstört, die bis vor wenigen Generationen weder Marktwirtschaft noch Kapitalismus noch Sozialismus kannten, und ohne diese sehr gut auskamen.

Und es kommt danach die Feststellung, dass Geld die Welt regiert:

Dieses Sprichwort ist so bekannt wie seine Aussage einen unhaltbaren Zustand beschreibt. Geld ist ein vom Menschen gemachtes Medium. Es sollte also dem Menschen dienen wie andere Mittel, die sich der Mensch im Laufe der Geschichte geschaffen hat.

Dem Geld werden im Wesentlichen drei Funktionen zugeschrieben: Es ist Tauschmittel, Wertaufbewahrungsmittel und Vergleichsmaßstab. Unsere Analyse beginnt hier mit der Feststellung, dass es einen Widerspruch zwischen der Tauschmittel- und der Wertaufbewahrungsfunktion gibt: Aufbewahrtes Geld wird eben gerade nicht als Tauschmittel verwendet und umgekehrt. Würden also alle Einkommensbezieher jeden Monat einen Teil ihrer Einkünfte in bar sparen, würde die tauschaktive Geldmenge stetig sinken, was sich in sinkenden Preisen (Deflation) niederschlagen würde. Eine Wirtschaftskrise wäre die Folge.

Der einzige Weg, nicht für Konsum ausgegebenes (=gespartes) Geld wieder in Umlauf zu bringen, ist der Kreditweg. Der Sparer gibt einen Kredit, er spart also nicht in Geld sondern in Ansprüchen auf Geld (Geldanlagen: Einlagen bei Banken, Privatkredite, Wertpapiere, …), die er später wieder einlösen kann, wenn er selbst das Geld benötigt, z.B. für den Ruhestand, größere Anschaffungen etc. Unterdessen benutzt der Kreditnehmer das geliehene Geld als Tauschmittel. Der Geldkreislauf ist geschlossen. Soweit so gut. Oder nicht?

Auf diese Weise schließt sich der Kreis nur, wenn auf dem Kreditmarkt die Nachfrage gleich dem Angebot ist. Der Ausgleich erfolgt über den Kreditzins. Gewinne sind – wie bei den Gütermärkten – nur möglich, wenn eine Marktseite über „Marktmacht“ verfügt, d.h. wenn Monopolstrukturen existieren. Nun gibt es auf dem Kreditmarkt viele Anbieter (Sparer), und viele Nachfrager (Kreditnehmer) d.h. allein von deren Anzahl kann hier kein Monopol hergeleitet werden.

Aber: Das Geld selbst vergeht nicht (bei Nullinflation) und ist jederzeit in beliebige Waren umtauschbar. Diese Eigenschaften des Geldes verleihen dem Eigentümer, der das Geld nicht unmittelbar für Konsumzwecke benötigt, also dem Sparer, die Macht, ihr gespartes Geld eben gerade nicht auf dem Kreditweg als Tauschmittel wieder zur Verfügung zu stellen. Es sei denn, es springt eine angemessene Prämie für den Verzicht auf die oben genannten Vorteile heraus. Diese Verzichtsprämie wird also immer im Kreditzins enthalten sein. Sie ist der Monopolgewinn aus dem strukturellen Monopol des Geldes, welches sich auf der Angebotsseite auf dem Kreditmarkt befindet.

Es folgen die bekannten Bilder der exponentiell zunehmenden Schulden und noch mehr des Vermögens. Auch wird festgestellt,  dass heutzutage der Zufall der Geburt darüber bestimmt, ob man für sein Dasein auf Erden bezahlen muss oder ob man von anderen dafür bezahlt wird. Die heutige Boden- bzw. Ressourcenordnung stellt damit ein Verteilungsproblem hinsichtlich der Erträge dar.

Als Ausweg wird gesehen:

Grundsätzlich muss es darum gehen, die bestehenden Monopolstrukturen zu überwinden. Entsprechende Veränderungsvorschläge müssen sich kostengünstig umsetzen und im Ergebnis an den Kriterien Effizienz, optimale Allokation der Ressourcen und Verteilungs- bzw. Leistungsgerechtigkeit messen lassen.

Die Freiwirtschaftler sehen daher als Lösung einerseits eine Geldreform sowie eine Bodenreform und kann hier weiter gelesen werden.

Das mit der Geldreform scheint mir noch leichter umzusetzen sein. Aber wer gibt schon gerne seine Grundstücke fort, besonders wenn man davon reichlich hat?

  1. webmax
    September 27, 2011 um 2:21 am

    Dabei wäre es so einfach:
    Steuerfreihheit auf Investitionen, Geld-Quellensteuer, Goldstandard!

    Jegliche Investition und deren (wiederinvestierten) Erträge werden ab sofort dauerhaft STEUERFREI für alle (!), dafür wird eine jährliche Geldquellensteuer von 25% auf alle Bar-und Giralgeldguthaben (weil nicht investiert) erhoben – und ein Zinsverbot. Wer das mal folgerichtig durchdenkt und anwendet, wird künftig weder Schwarzgeld noch Schwarzarbeit mehr finden können, sondern nur noch (auch Auslands-) Investoren auf der Jagd nach Anlagemöglichkeiten: Firmen z.B. werden Werkswohnungen bauen, Firmenwagen vergeben, statt Hochpreislöhne zu fördern. Und das falsche Wachstum weicht ordentlichen Produktivitätszuwächsen, die auch gerecht(er) verteilt würden, weil Kapitalhortung nicht mehr lohnt, sondern dieses da eingesetzt würde, wo es Erträge zum Nutzen aller bringt. Wie es schon immer sein sollte…

    Es würde niemandem etwas weggenommen, jedoch die gewaltige Geldmengenkonzentration in den Händen einiger Weniger künftig eingeschränkt und nur noch bei Investitionen zum Nutzen aller ermöglicht.

    • September 27, 2011 um 8:13 am

      hm, „Steuerfreiheit auf Investitionen und Goldstandard“. Hier habe ich gleich zweimal Bauchschmerzen.
      Zum ersten Thema: wir haben schon mehrfach gesehen, was bei Steuerfreiheit von Investitionen passiert. Z.B. hat Müllermilch das eine Werkt geschlossen und ein neues, moderneres woanders quasi bezahlt zu bekommen. Auch Ikea ist ein wahrer Absahner von Steuergeldern und stellt zu Dumpinglöhnen ein. Das allein muss also noch so flankiert werden, dass ebenen nicht getrickst wird.
      Den Goldstandard betreffend bleibt festzustellen, dass wir gar nicht genug neues Gold finden können, um das Anwachsen der Geldmengen zu unterlegen.
      Was wir aber auch in der Welt sehen ist, dass jene mit sehr viel Geld auch sehr viel kaputt machen. Wr müssen uns nur anschauen, die Regenwälder abholzen lässt. Sprich, es braucht eine Begrenzung von Größe. Fragt sich nur, wo man diese Grenze ziehen lässt. Aber wenn eine Nestlé bei über 300.000 Angestellen über viele Milliarden Gewinn macht, ist das Geld, was Anlage sucht. Und mit solchen Mengen an Geld sind alle korrumpierbar. Wir müssen uns nur dieses Video anschauen, das die maffiösen Zustände unserer Regierungskriminalität
      erklärt.

      Lieben Gruß, Martin

  2. September 27, 2011 um 7:01 am

    Für Barack Obama ist die Sache klar: Europa trägt die Verantwortung für die Schuldenmisere. EU Politiker hätten nicht schnell genug auf die Krise reagiert, erklärt der US Präsident. Dieser unfähige Politiker hat die Frechheit Europa zu massregeln, wo doch sein eigenes Land praktisch pleite ist und er durch die eigene Unfähigkeit die Welt wirtschaftlich an den Abgrund gebracht hat. Das ist eine Unverschämtheit.

    • September 27, 2011 um 8:06 am

      Hallo Susi,
      Du hast vermutlich Recht als auch nicht. Obama müsste sicher zuhause selbst mehr tun. Aber wie bei uns wird man ihn nicht lassen. Wir bekommen ja nicht mit, was alles hinter den Kulissen im Geheimen verhandelt wird.
      Aber alles auf den „Führer“ zu schieben heißt, die eigene Verantwortung abzugeben. Und das haben wir Deutschen hier schon seit 60 Jahren gemacht und dürfen uns nun nicht wundern, in welche Lage uns das gebracht hat. Es wird ZEit, dass wir für mehr Demokratie einstehen, damit wir die Politiker aus der Schusslinie der Kapital- und Konzerneliten bekommen.
      Liebe GRuß, Martin

  3. September 27, 2011 um 8:33 am

    Die Banken werden es nicht zulassen!Aber es wäre ein Weg!

    Das Wunder von Wörgl Freigeld 1930 – 1932 Österreich Der Geist des Geldes Bananenrepublik

    Gruß Atonal1

  4. September 29, 2011 um 10:01 am

    Auch hier wieder erstaunlich: negative Bewertungen ohne den Mut, die Kritik auf den Tisch zu legen. Schade, denn so kann kein Diskurs gelingen 😦

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