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Schönes Beispiel einer Geld-Aktion: wie kann man zum Nachdenken anstoßen?

Ich hatte ja das Thema Geldsystem schon einige Male behandelt (zuletzt: Was wäre, wenn wir all unser Geld zurückgäben und es ohne versuchten? und inzwischen wird es immer klarer, dass unser zinsbasiertes Geldsystem Grund für die vielen Krisen und den Abbau unserer solidarischen Verträge ist. Wenn man nun selbst erkannt hat, dass wir besser unser Geldsystem heilen sollten, wie macht man dann Andere darauf aufmerksam, mal darüber nachzudenken, sich zu informieren?

The Zeitgeist Movement ist eine Bewegung, die sich schon länger mit den Problemen des Geldes auseinandergesetzt hat und sich eine sehenswerte Aktion hat einfallen lassen. Dabei geht es um einen Geldschein, der dem Euro ähnlich sieht, und wenn er entfaltet wird, die richtigen Hinweis gibt:

Geldschein zum sprichwörtlichen Denkanstoß

Geldschein zum sprichwörtlichen Denkanstoß

Und hier ist auch gleich ein kleiner Film, der zeigt, wie man´s macht und was dabei passiert:

Und wer das als sinnvolle Aktion nachahmen will, der kann das ganz einfach tun, den es gibt dann auch gleich noch das PDF-Dokument mit mehreren scheinen drauf. Es muss nur gedruckt, geschnitten und auf gut besuchten Gehwegen gelegt werden 🙂

Nachtrag von 16.10.2011:

Ich habe gerade einen sehr guten Artikel über unser zinsbasiertes Geldsysstem gefunden, der sehr gut darstellt, wer die Gewinner und Verlierer sind und dass es am Ende nur ein Kollabieren geben kann, inklusive mathematischen Beweis:

Wozu brauchen wir eigentlich Zinsen?

Fünf Prozent des Geldes auf der Welt sind überhaupt real als Bargeld verfügbar, „der Rest jagt als Giralgeld digital über den Globus“, sagt Prof. Kremer. „Irgendwann sind die Schuldner so verschuldet, die Kaufkraft der Massen so gering, dass das System kollabiert. Denn die Löhne können niemals so stark wachsen wie Zins und Zinseszins.

  1. Elke
    August 11, 2011 um 1:30 pm

    Hallo Martin,

    klasse Idee. Man könnte die Scheine als Brief versenden und somit ein Schneeballsystem starten – einem Kettenbrief ähnlich. finde ich effektiv und geht von alleine weiter – wenn genug mitmachen.

    Liebe Güße
    Elke

    • August 11, 2011 um 1:47 pm

      Stimmt, das ist noch eine bessere Idee 🙂
      Könnte auch via Email gehen. Muss nur das Bild eingehängt werden …

  2. August 12, 2011 um 10:27 am

    Hier gibt es noch eine interessante Diskussion um ein Wirtschaften und Leben ohne Geld:
    Alternative zum Kapitalismus mit Verfallsdatum?, von Thomas Herzig, geboren 1965, arbeitet als Architekt/ Erfinder/ Unternehmer, er ist spezialisiert auf aufblasbare Gebäude, Möbel und Skulpturen.

    Ist die geldlose Gesellschaft letztlich die Befreiung von allen Unzulänglichkeiten des Geldsystems oder bloß eine unerfüllbare Utopie?

  3. August 12, 2011 um 2:31 pm

    Hallo Martin,

    kann mich nur anschließen: eine wirklich hervorragenden Idee, die ich gleich mal an ein paar einschlägige Freunde weiterleiten werde.

    Ohne Deine Beiträge zum Thema „Was wäre ohne Geld“ bisher gelesen zu haben – was ich aber nachholen werde – möchte ich hier meine ganz persönlichen Gedanken zum Thema Geld noch mal einbringen.

    Das Geld an sich ist nicht das eigentliche Problem: Geld gibt dem Menschen grundsätzlich einmal Möglichkeiten an die Hand, die ohne Geldwesen, wie auch die Geschichte zeigt, nicht denkbar gewesen wären. Nicht mehr abhängig zu sein von Tauschwirtschaft und allen damit verbundenen Einschränkungen und Unsicherheiten, die ja z.T. – und das gar nicht selten – auch die eigene physische Existenz bedrohen konnten, ist m.M nach in jedem Falle ein großer Fortschritt für jeden einzelnen Menschen.
    Nur der Erfindung des Geldes oder eines ähnlichen Tauschgutes ist es zu verdanken, dass es dem Menschen möglich wurde, viele Abhängigkeiten (Feudalherrschaft, religiöse Abhängigkeiten etc.) abzulegen und seine Kräfte nicht mehr unmittelbar zur eigenen Existenzerhaltung voll und ganz aufwenden zu müssen.
    Ich möchte auf diesen Punkt allerdings nicht ausführlicher eingehen, da ich hoffe, dass aus dem bisher genannten ersichtlich wird, dass das Geldwesen nicht den Kern des Problems darstellt und wenn man die obige Gedanken einfach ein wenig weiterspinnt wird man erkennen können, welche Vorteile die Erfindung des Geldes uns bis heute beschert haben.

    Die für mich sehr viel tieferliegende Frage hinter dem Geldwesen ist, welchen Stellenwert man dem Geld ganz persönlich einräumt. Damit untrennbar verbunden ist auch die Frage, die sich jeder einzelne Mensch stellen sollte: wo ist genug, wo ist meine Grenze dessen, was ich wirklich brauche und mit was ich auch glücklich und zufrieden bin? Das ist für mich die Gretchenfrage unserer heutigen Überflussgesellschaft, in der ja alles in einer unüberschaubaren Anzahl verfügbar geworden ist, egal ob wir es brauchen oder nicht – aber viele wollen eben alles haben und zwar sofort.
    Damit verbindet sich auch die grundlegende Frage nach Wertschätzung im allgemeinen. So wie ich es sehe, ist unserer Gesellschaft eine vernünftige Wertschätzung von Personen, Dienstleistungen, Waren etc. vollkommen abhanden gekommen.
    Dies allerdings dem Geldwesen an sich als Makel zuzuschieben wäre zum heutigen Zeitpunkt der menschlichen Entwicklung nicht richtig. Das zugrundeliegende Problem scheint für mich sehr viel mehr die zinsbasierte Wachstumskette zu sein, die stets im kapitalischen Sinne einen Mehrwert (Profit) erwirtschaften möchte (und auch muss!).
    Nur als Gedanken am Rande: um ein Wachstum über Zinsen zu erwirtschaften, bedarf es erstmals keines Geldes, dies ist in einer geldlosen Tauschwirtschaft ebenso denkbar und auch durchfürbar (ich gebe Dir einen Sack Reis, dafür gibst Du mir von Deiner nächsten Ernte aber zwei zurück – ich habe Dir für den Moment ja schließlich das Leben gerettet und da ist es nur recht und billig, von Dir das Doppelte zurüchzufordern – das lagere ich dann ein, und mache in der nächsten Missernte einen noch größeren Profit usw.)!

    Die hier vorgestellte Aktion finde ich aber gerade deshalb so reizvoll, da man mit ihr vielleicht tatsächlich den einen oder anderen dazu bewegen kann, über den Stellenwert und auch den Wert des Geldes im allgemeinen aber auch für den Einzelnen nachzudenken, um wieder zu einer realistischen Einschätzung zu gelangen.

    Eine geldlose Gesellschaft ist sicherlich sehr reizvoll und meiner Meinung auch grundsätzlich umsetzbar, aber ich bezweifle, das die Entwicklungsstufe, auf der sich der heutige Mensch befindet, dies in einer relaistischen Art und Weise zulassen würde – dazu ist der Mensch heute einfach noch nicht fähig.

    Es würde mich aber ausdrücklich freuen und auch sehr glücklich stimmen, wenn ich in diesem zuletzt genannten Punkt Unrecht hätte!

    MfG Thomas

    • August 12, 2011 um 3:09 pm

      Lieber Thomas,
      ja, ich gebe Dir Recht, es ist nicht das Geld sondern der Zins im Handeln untereinander, der für die Zerstörung der Solidargemeinschaft sorgt.
      Wir haben uns mit dem Geld übrigens nur indirekt unabhängig von Feudalsystem machen können. Denn, um überleben zu können, müssen die Meisten von uns ihr Leben in den Dienst von wem auch immer stellen. Wir sind nur frei darin, bei wem dies sein soll. Und da wir dabei untereinander konkurrieren, bekommen wir immer weniger fürs Überleben, je schlechter das Verhältnis zwischen Lohnarbeitsplätzen und Benötigende ist …
      Lieben Gruß, Martin

  4. August 12, 2011 um 4:00 pm

    Danke vielmals für den Support! Das ist auch unsere Hoffnung, wenn diese von den Medien totgeschwiegenen Sachverhalte endlich in der öffentlichen Debatte landen wird der notwendige Wandel beginnen. Übrigens wer Interesse hat, es gibt noch weitere soziale Aktionen und Aktivismusmethoden der Bewegung http://systemdefekt.de/aktiv

  5. August 12, 2011 um 5:44 pm

    Hallo Martin,

    exakt, in diesem Zusammenhang spreche ich auch gerne von „Kapitalfeudalismus“, der sich natürlich in vieler Hinsicht vom Feudalismus vergangener Jahrhunderte unterscheidet.
    Daß viele, um ihr Überleben sichern zu können, ihre Arbeitskraft (als einer der drei Produktionsfaktoren) in den Dienst anderer (nämlich derer, die über die Produktionsmittel verfügen = Kapitalist) stellen müssen, ist schon klar.
    Dennoch aber ist jedem Einzelnen grundsätzlich auch die Möglichkeit gegeben darüber zu entscheiden, wieviel ihm im Leben wichtig ist und wie sehr er sich der Kapitalgesellschaft unterordnet.
    Das sollte eigentlich prinzipiell gelten, aber ich bin Realist genug.

    Traurige Realität ist heute leider und auch hier muss ich Dir voll und ganz zustimmen, dass weite Teile der Bevölkerung über diese Frage gar nicht mehr frei entscheiden können (was meiner Ansicht nach ein menschliches Grundrecht darstellen sollte), da sie durch die entspechenden Instrumentarien des Disziplinarregimes in ständige – z.T. begründete, z.t aber auch unbegründete – Angst versetzt werden, was der beste Garant dafür ist, freies Denken zu untergraben und eine willfährige Masse zu formen, die man mit dem entsperchendem panem et circensis gefügig macht.

    Ich denke ein vorerst mal realistisches Vorhaben, das aber schon sehr viel Anstrengungen erfordern wird (und ich bezweifle auch, ob ich dies – mit heute 39 Jahren – noch zu meinen Lebzeiten verwirklicht sehen werde), wäre die Einführung des bedingungslosen Grundeinkommes. Ich denke, das dieses Grundenkommen vom Establishment gerade deswegen so vehement bekämpft wird, da es Freiheiten bringen würde, welche dieses Establishment aus guten Gründen fürchtet.

    „Wir haben uns mit dem Geld übrigens nur indirekt unabhängig von Feudalsystem machen können.“
    Genau darin sehe ich das Problem, welches ich kurz mit „die Menschheit ist noch nicht soweit“ umschreiben würde.
    Der Mensch unserer Zeit ist zwar in vielen äußeren Dingen frei: er kann entscheiden, wohin er in Urlaub fährt, welches Auto er kauft, was er heute Essen möchte etc.
    Es ist im Grunde genommen eine durch „Lohnknechtschaft“ erkaufte Freiheit und kann somit gar keine echte Freiheit sein.

    Mit der inneren Freiheit des Menschen unserer Zeit aber sieht es nach meinem Dafürhalten ganz anders aus: Ich hatte einmal den sinngemäß provokanten Satz eines Philosophen im Radio gehört (ich weiß beim besten Willen nicht mehr wer): „ein freier Mensch ist auch dann frei, wenn er in Ketten liegt“ – soweit möchte ich natürlich nicht gehen, soll aber zum Ausdruck bringen, was ich meine.
    Der heutige Mensch ist weiter ein abhängiger Mensch und ich befürchte er wird es vorerst auch bleiben. Innere Freiheit ist heute für die Meisten eine Illusion, der sie sich aber gerne hingeben!
    Abhängigkeit hat nämlich sehr viele Vorteile: z.B. ist man für sein Handeln ja nicht direkt verantwortlich, es hat ja ein anderer entschieden und man ist fein raus.

    Was ich insgesamt zum Ausdruck bringen möchte ist, dass ich nicht annehme, dass das Geld in absehbarer Zukunft wird abgeschafft werden können und genau deshalb sollten wir einen vernünftigen, heißt nachhaltigen Umgang mit diesem Medium finden, da es momentan – realistisch gesehen – wohl keine bessere Möglichkeit gibt.

    So, das soll´s vorerst mal gewesen sein!

    Viele Grüße,
    Thomas

  6. August 13, 2011 um 5:00 am

    Nicht allein der Zins ist problematisch und verursacht in logischer Folge Katastrophen, sondern das gesamte Geldsystem inklusive der Geldschöpfung, die keineswegs in staatlichen (wie wohl viele Menschen glauben mögen), sondern in den privaten Händen der Banken liegt, ist verantwortlich.

    Mehr Infos dazu hier: http://narrenschiffsbruecke.blogspot.com/2011/01/das-fullhorn-der-banken-wie-geld.html und auch hier: http://narrenschiffsbruecke.blogspot.com/2011/07/auch-manche-linke-haben-das-geldsystem.html

    Mit dieser Zeitgeist-Sache wäre ich aber etwas vorsichtig … der Film „Zeitgeist“ jedenfalls ist doch arg propagandistisch und tendiert sehr in verschwörungstheoretische Richtungen, die wenig zielführend sein dürften.

    Ansonsten sehe ich es wie Thomas: Ich befürchte auch, dass wir es allesamt kaum erleben werden, dass das Geldsystem geändert wird. Für die Profiteure ist es ja das reinste Paradies – eben ein schier unerschöpfliches „Füllhorn“, das ihre Taschen immer wieder mit Geld aus dem Nichts füllt (siehe Link oben). Falls es in nächster Zeit wieder einmal zum Crash kommt (und die Anzeichen mehren sich ja bedenklich), wird man das alte System einfach unter neuem Namen wieder aufnehmen und fortführen. Vielleicht wird es dann wieder D-Mark, Schilling & Co. geben, vielleicht auch einen „gesplitteten“ Euro oder eine ganz neue Währung – aber das System wird wieder exakt dasselbe sein.

    Die „Elite“ hat kein Interesse daran, Macht und Reichtum aufzugeben bzw. zu teilen – und da die „Elite“ bestimmt, was geschieht und was nicht, ist der Weg vorgezeichnet. Seit Jahrhunderten hat sich in dieser Hinsicht – trotz der größten Katastrophen, die zwischenzeitlich geschehen sind – nichts zum Positiven verändert. Dafür aber zum Negativen.

    Trotzdem ist seriöse Information über das Geldsystem natürlich sehr wichtig – eben deshalb warne ich ja vor dem Zeitgeist-Film und beispielsweise auch vor dem „Goldschmied Fabian“-Film, an dessen Ende ja für den unsäglichen Kopp-Verlag Werbung gemacht wird, der u.a. auch viel rechtspopulistische Propaganda verbreitet.

    Ich möchte da beispielhaft auf einen Text des Finanzjournalisten Raimund Brichta hinweisen, auf den ich im oben verlinkten Beitrag auch Bezug genommen habe. Brichta arbeitet u.a. für die „Telebörse“ bei n-tv und schreibt in seinem Text:

    „Was passiert also, wenn Sie Ihren Kredit aufnehmen? Eigentlich ist die Sache ganz einfach: Auf Ihrem Konto schreibt Ihnen die Bank 10.000 Euro gut. Das ist alles. Die 10.000 kommen allerdings nirgendwo her, sondern die Bank hat einfach aus „null“ die Zahl „10.000“ gemacht. Damit ist das neue Geld geboren.

    Auf den ersten Blick ist das fast unglaublich: Eine einfache Zahl, die eine Bank in ihre Bücher schreibt, wird zu Geld, mit dem man überall bezahlen kann! Wie funktioniert das? Denn schließlich sind die Bücher und die Bilanz einer Bank erst einmal nur ihre eigene Angelegenheit. Da kann sie doch hineinschreiben, was sie will. Wie kommt es aber dazu, dass jedermann die dort hineingeschriebenen Zahlen als Geld akzeptiert?

    Der Grund liegt darin, dass jedermann darauf vertraut, für diese Zahlen etwas Werthaltiges zu bekommen, etwa Waren oder Dienstleistungen. Nur dieses Vertrauen macht Geld zu dem, was es ist.“

    Manchmal ist es schon erhellend, wenn konservative Schlipsträger aus dem Nähkästchen plaudern … 😉

    • August 13, 2011 um 9:04 am

      Charlie,
      vielen Dank für die Links und den Hinweis auf die Art der Geldschöpfung.
      Du klagst die beiden Filme hinsichtlich der Unterstützung der Verschwörungstheorie an. Diese besagt, dass es Menschen gibt, die für das Funktionieren und Bestehen des Geldsystems sorgen.
      Aber Deine Zweifel, dass sich etwas ändern kann, gehen doch in die gleiche Richtung. Denn mit Eliten sind genau diese Menschen auch gemeint. Es gibt einerseits die bekannten Gesichter der Eliten wie einen Herrn Ackermann. Aber dieser ist nur ein Angestellter dieser Eliten. Wer „die Eliten“ genau sind, lässt sich nur erahnen. Denn diese Menschen treten nicht öffentlich in Erscheinung. Es gibt allerdings schon Web-Seiten mit Namen, wer die größten Besitztümer auf dieser Welt haben mag. Aber so richtig kann man es wohl nicht beweisen, da die Eigentumsrechte über Strohmänner verteilt sein sollen. Also alles Verschwörungstheorie.
      Ja, der Zeitgeistfilm mag die Verschwörung nutzen. Nur, diese Bewegung ist weder eine Partei, noch ein Verein, noch sonst eine Institution. Sie scheint ähnlich wie Anonymus oder die verlorene spanische Generation sich ohne Hierarchien zu organisieren. Es gibt keine Führer sondern nur regelmäßige Treffen, in den beratschlagt wird, für was man einstehen möchte und mit welchen Aktionen auf die Missstände unserer Ökonomie aufmerksam zu machen. Zu allererst auf den Missstand des Geldes. Die Alternative zielt auf ein Leben ohne Geld. Es geht dann um ein sich Einbringen in die Gemeinschaft, um die Grundbedarf des Lebens herzustellen. Und dabei soll konsequent die Automatisierung ausgebaut werden, so dass diese Produktion möglichst wenig menschlichen Aufwand benötigt.
      Der Kern der Ökonomie soll dann der nachhaltige Umgang mit den vorhandenen Ressourcen unserer Welt sein. Unser Geldsystem sorgt einerseits für Engpässe, damit beim Ausbeuten der Ressourcen durch die Eingentümer ein möglichst guter Preis herausgeholt werden kann. Auf der anderen Seite werden die Ressourcen ohne Rücksicht auf unsere Nachkommen ausgebeutet, wie z.B. Überfischung oder Regenwaldrodung. Der Vorschlag lautet, dass sämtliche Ressourcen der Welt katalogisiert wird und gemeinsam darüber entschieden wird, die die Nutzung der Ressourcen erfolgen soll. Das könnte auch bedeuten, dass bestimmte Ressourcen wie seltene Erden oder Uran gar nicht mehr abgebaut würden. Entweder wird darauf gänzlich verzichtet oder es wird nach Alternativen gesucht.
      Insgesamt scheint mir dieser ökonomische Ansatz in ein gute Richtung zu gehen. Noch Blicke ich nicht vollständig durch. Es scheint aber keine Organisation zu sein, wo sich Jemand hinstellt und sagt, wie es gehen soll, sondern es soll hierbei wohl von unten nah oben gedacht und entschieden werden. Oben hat allein umzusetzen was Unten entschieden hat. Also Basisdemokratie und nicht repräsentative.
      Da in eine solchen System kein Geld existiert und die Ressourcen der Gemeinschaft gehören, es keine zentrale Regierung gibt, also keine Füherer, dürfte es keine Korruption mehr geben. ES dürften viele Arbeiten entfallen, die sich um die Verwaltung des Geldes kümmern. Es dürfte aber nicht mehr so viel Streit um Raub geben, sprich auch diese Arbeiten dürften sehr viel weniger werden. Damit auch die Aufbewahrung von Regelbrechern.
      Ich werde mich jedenfalls weiter in die Denke des Zeitgeists einarbeiten. Es scheint sich zu lohnen 🙂
      Lieben Gruß, Martin

  7. August 13, 2011 um 9:10 am

    Ich danke für diesen Artikel und werde,Dein Einverständnis vorausgesetzt weiter verbreiten!?

    Gruß Atonal1

    • August 13, 2011 um 9:14 am

      Gerne. Ich habe extra die Commons-Lizenz so gesetzt. Weiterverbreiten ohne Änderung und mit Namensnennung ohne nachzufragen 🙂

  8. Elke
    August 13, 2011 um 4:22 pm

    Hallo Martin

    Das Geldsystem hat sich auch irgendwo „Verselbstständigt“. Die Eliten (eine Sache der Betrachtung) sind auf Profitmaximierung aus, müssen aber u. a. gezwungenermaßen Mehrwerte (Geld) erwirtschaften, um aufgenommene Kredite, bzw. die Zinsen- die faktisch als Geld noch gar nicht vorhanden sind – bedienen zu können. Systeme die Zinsen nehmen, sind dementsprechend immer auf Wachstum angewiesen.

    In Zeiten einer aufstrebenden Wirtschaftsnation läuft alles wunderbar, sobald ein gewisser Sättigungsgrad erreicht ist funktioniert das aber nicht mehr so ohne weiteres..
    Wir haben zwei eklatante Probleme, das System an für sich und die Profigier. Letztere ist dem von mir empfundenen Ausprägungsgrad nach wohl das schlimmere Übel. Da verweise ich auf Ziegler ´s (nicht) gehaltene Rede, als auch auf Grupp bei Maischberger (Youtube)

    Überall sind wir von einer Mitnahmementalität umgeben, in den „hohen Etagen“ bis hin zum Hartz IV (-Bezieher Zudem bleibt zu viel Geld in den Konzernen, bzw. bei dessen Betreibern, Aktionären.hängen. Arbeitsplätze werden dagegen abgebaut und Löhne mit allen Tricks raffiniert in einer HÖHE?! gezahlt, von der man ohne staatliche Zusatzleistung nicht mehr leben kann.

    Daher haben auch knapp 10% superreicher Bürger einen Bärenanteil von 60% allen Reichtums in der BRD in der Hand und sorgen dafür, dass in Deutschland immer mehr Armut entsteht, weil sie nicht bereit sind für gute Arbeit, einen angemessenen Lohn zu zahlen, bzw. extreme Leistungsverdichtung betrieben haben, um Arbeitsplätze gänzlich einzusparen.

    Jedes Jahr wächst der Schuldenberg der BRD (84%) und anderer Länder, die mehr ausgeben (müssen?), als sie einnehmen. Sollte die Entwicklung der Staatsverschuldungen und die Forderung, dass selbst verschuldete Staaten, andere noch höher verschuldete Staaten mit Geldern (neue Schuld- und Zinslasten) unterstützen müssen um den Euro zu retten, ist der „Tod“ des Euros m. E.. nach eigentlich vorprogrammiert. Trifft es tatsächlich ein und die Länder gehen wieder zu einer nationalen Währung über, wird es an dem Sättigungsmarkt nicht viel ändern. Egal welche Währung wir haben, die Probleme werden deshalb nicht gelöst sein, vielleicht sogar noch verschärft werden, da Wechselkurse ein Risiko darstellen.

    Herr Sturm hat die Situation sehr gut skizziert und damit auch zu verstehen gegeben, wie komplex alles ist und dass einseitige Korrekturen nicht greifen. Sie verlagern sich nur an anderer Stelle.
    Das Grundübel liegt aber wohl in unserem eigenen Denken und dem Streben nach gewohnheitsmäßigen Abläufen. Einige haben bereits erkannt, dass dieses System dabei ist sich selbst zu „überholen“ Es ist auch kein rein deutsches Problem, sondern ein weltweit aufgetretenes und eigentlich sollte man annehmen, dass wir Menschen genügend Intellekt besitzen, um diese Probleme zu lösen. Gestritten, gepokert und lamentiert wird auf politischer Ebene viel, eine Lösung ist nicht in Sicht…. leider steht das Ego im Vordergrund. Wie immer.

    Lieben Gruß
    Elke

    • August 13, 2011 um 5:53 pm

      Liebe Elke,
      ich bin mir sicher, dass die Gier über mindestens zwei Systemeigenschaften befeuert wird. Den Zins hatten wir schon, der es erlaubt, Besitztum ohne eigene Leistung zu mehren. Wer einmal soweit ist, dass er allein vom Besitz leben kann, der wird seine gesamte Zeit damit verbringen können, das Vermehren seines Besitzes immer effizienter zu gestalten.
      Der zweite Fehler im System ist, persönliches Eigentum zuzulassen. Etwas für sein Auskommen zu besitzen, z.B. seine Unterkunft und was dazu gehört, scheint mir legitim. Aber auf unserer Welt etwas persönlich und für seine Nachkommen in Beschlag zu nehmen und zu sagen, das gehört allein mir, will mit scheinen, dass hier Recht aufhört. Die Ressourcen dieser Erde sollten allen Menschen gehören. Und das meine ich so wörtlich. Nicht den Menschen einer Region. Denn genau über das Eigentum, sprich was anderen zu gehören scheint, wird gestritten und Krieg geführt.
      Ein Grund, warum es kein Eigentum geben sollte ist zudem, dass dem Vermehren eines Eigentums keine Grenzen gesetzt ist. Am Ende wird die Erde einigen wenigen komplett gehören. Und da diese Menschen völlig entkoppelt einem ethischen Handeln scheinen, sprich ihnen hungernde Menschen in ihrem Handeln „am Arsch“ (sorry, den musste ich jetzt mal raus lassen) vorbeigehen, sollte wir zügig zum Umdenken kommen, bevor sie diesen Planten völlig klein bekommen haben.
      Wenn wir die Ressourcen dieser Erde katalogisieren und gerecht aufteilen, dann sollte jeder von uns ein gutes Auskommen haben. Und Kriege müssten nicht mehr geführt werden.
      Und wenn es keinen Zins mehr gibt, dann wird es auch keine Umverteilung von Unten nach Oben mehr geben.
      Wenn wir zudem noch das Geldschöpfen, wenn wir denn noch weiter Geld nutzen wollten, wieder aus den privaten Händen nehmen, sollte auch die damit verbundene Umverteilung ebenfalls aufhören.
      Ich bin mir sicher, dass wir mit einer Gemeingüterwirtschaft nicht mehr wie bisher alle 40 bis 80 Jahre unser Wirtschaftssystem gegen die Wand fahren werden.
      Unser Verstand mag uns das sagen, nur, ob unsere Eliten überhaupt noch zu bewegen sind, es mit uns anders zu machen, möchte ich inzwischen auch schon fast bezweifeln. Es sind zwar nur 10% der Bevölkerung, die aus besagten Gründen an dem alten System festhalten werden. Aber sie haben die entsprechenden Mittel in der Hand. Es sei denn, wir kommen zu mehr direkter Demokratie und schaffen es, durch Bürgerbegehren friedlich die notwendigen weichen zu stellen.
      Es gibt übrigens eine sehr schöne Theorie, die erklärt, wie der Wandel von einem friedlichen Lieben im Konsens zu einem kriegerischen Patriarchat stattfand. Ich hatte das in einem meiner ersten Artikel besprochen:
      Fand unser kultureller Wandel von der Anarchie zur heutigen Hierarchie vor 7000 Jahren statt? Schuld war der Klimawechsel
      Lieben Gruß, Martin

  9. Oktober 16, 2011 um 11:02 pm

    Mathematischer Beweis? Das Geldsystem ist am Ende.

    ‎“Jede neu aufgenommene Schuld hätte der Produktivität der Wirtschaft zu diesem Zeitpunkt nichts mehr hinzugefügt. Doch dann geschah 2008 etwas völlig Neues: Die Kurve durchbrach abrupt und steil die Nulllinie und seit 2009 nimmt das BIP pro aufgenommenem Dollar an Schulden um 45 Cent ab!“

  10. Mai 21, 2014 um 11:24 pm

    fünfteiliger Film amerikanisch/englisch auf http://www.hiddensecretsofmoney.com finde ich sehenswert, zum ersten Mal was verstanden .

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