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Anarchie ist eben nicht Chaos und Gewalt: es geht um keine Hierarchie in verantwortungsvoller Selbstorganisation

Kurzeinführung:

und noch ein neuer, der noch etwas mehr Details bringt:

 

 

 

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  1. Juli 19, 2011 um 10:16 pm

    @Nick,
    ja, sich selbst zu befreien, ist schon mal ein erster, wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

    Ich habe gerade auf Zeit online einen Artikel gefunden, von dem ich gehofft habe, dass endlich mal in einen solchen eine Person mit Reputation was Positives für Anarchisten bring:
    NOAM CHOMSKY
    „Studenten sollen Anarchisten werden“

    Anarchisten versuchen, Machtstrukturen zu erkennen. Sie verlangen, dass sich diejenigen, die Macht ausüben, rechtfertigen. Meistens gelingt diese Rechtfertigung nicht. Dann arbeiten Anarchisten daran, die Strukturen zu enttarnen und sie zu überwinden – ganz egal, ob es sich um patriarchalische Familien, um ein mafiöses internationales System oder um die privaten Tyranneien der Wirtschaft, also die der Unternehmen, handelt.

  2. Juli 28, 2011 um 8:40 am

    Horst Stowasser kommt in seinem Buch über Arnarchie zu dem Schluss, dass die Anarchiebewegung zu zerfranst wäre, um sich auf bei der bevorstehenden Transformation unserer Gesellschaft ein gewichtiges Wort mitreden zu können. Ähnlich sieht das auch Noam Chomsky, wie das in einem Interviewausschnitt nachzulesen ist:

    Doch der heutige Anarchismus in den USA, so weit ich das überblicke, ist extrem verstreut, hochgradig sektiererisch (jede der einzelnen Gruppen bringt viel Zeit damit zu irgendeine andere Tendenz zu attackieren), er tut manchmal nützliche, wichtige Dinge, aber… Dies trifft nicht nur auf diejenigen zu, die sich Anarchisten nennen, sondern auf die gesamte aktivistische Linke. Man zähle einmal durch: Es gibt genügend Leute, ich meine, mehr als je in der Vergangenheit soweit ich mich erinnern kann, außer vielleicht für kurze Momente in den späten 60ern oder die CIO-Organisation in den 30ern. Aber die Leute interessieren sich für alles mögliche. Wenn du die Gänge dieser Universität entlanggehst, siehst du Studierende an ihren Schreibtischen, sehr aktiv, sehr engagiert, eine Menge tolle Belange, aber hochgradig fragmentiert. Es gibt sehr wenig Koordination. Dazu eine Menge Sektiererei und Intoleranz, gegenseitige Intoleranz, das Beharren auf genau meiner bestimmten Entscheidung darüber, was die Prioritäten sein sollten.

    Der einzig realistische Weg ist für Noam der evolutionäre Wandel in kleinen Schritten hin zu immer weniger Hierachie und mehr Mitbestimmung der Bürger:

    Und der Weg von hier nach dort benötigt fast immer kleine Schritte. Er erfordert die Anerkennung der sozialen und ökonomischen Realität wie sie existiert, und Ideen darüber, wie die Institutionen der Zukunft innerhalb der existierenden Gesellschaft gebaut werden können, um Bakunin zu zitieren – aber auch die Veränderung der existierenden Gesellschaft. Das heißt, es müssen Schritte unternommen werden, die der Realität Rechnung tragen, die ihre Existenz nicht leugnen („Weil es mir nicht gefällt, beziehe ich es nicht mit ein“). Nur so lässt es sich effektiv sein.

  3. November 7, 2011 um 9:43 pm

    „Die beste politische Idee, die je erdacht wurde“
    Anarchismus weltweit. Bernd Drücke im Gespräch mit Sebastian Kalicha, in Graswurzelrevolution

    Der Anarchismus ist eine globale Bewegung, die eine herrschaftslose Gesellschaft anstrebt und folglich den Nationalstaat sowie seine Grenzen als Herrschaftswerkzeuge ablehnt. Das belegt auch der im September 2010 im unrast-Verlag von Gabriel Kuhn und Sebastian Kalicha herausgegebene Interview-Sammelband „Von Jakarta bis Johannesburg. Anarchismus weltweit“.1 Der in Wien lebende Sebastian Kalicha (* 1983) ist auch Herausgeber des 2008 im Verlag Graswurzelrevolution erschienenen Buches „Barrieren durchbrechen! Israel/Palästina: Gewaltfreiheit, Kriegsdienstverweigerung, Anarchismus“. Am 29. November 2010 hat er auf Einladung der GWR-Redaktion, der FAU und des Infoladen Bankrott das neue Buch im Interkulturellen Zentrum Don Quijote Münster vorgestellt.2 Am folgenden Tag bot sich die Gelegenheit zum Interview.3

  4. Dezember 18, 2011 um 12:57 am

    Ich kann Dir dazu das Buch über Anarchie von Horst Stowasser empfehlen. Aber auch er, der lange Jahre zum Thema geforscht hat, hat nicht den Weg zu einer dauerhaften Anarchie erklärt.
    Das Prinzip der Anarchie wird aktuell von den aktuellen Occupy-Bewegungen gelebt.

  5. März 5, 2012 um 11:45 am

    Prof. Gunter Dueck erklärt in seinem neuesten Artikel, warum unser hierarchisches Arbeitsleben uns alle am Ende nur zu Verlierern macht:

    Ich fasse zusammen: Die Aufteilung einer Arbeitsanfallserie in den einfachen Teil (der ausgelagert oder outgesourct wird) und in einen schwierigen Teil, der viel Kraft und Persönlichkeit erfordert, teilt die Menschen implizit in Überbezahlte und Überforderte. Auf beide Teile wird nun eingedroschen. Die Überbezahlten sollen weniger verdienen, die Überforderten mehr leisten („Employability“). Ja, und was bedeutet das für uns? Wir müssen eigentlich entscheiden, ob wir Boreout mit Geldmangel bevorzugen oder Burnout mit Karotten-Bonusversprechen vor der Eselsnase. Das ist das Unpro-Prinzip. Unpro wie Unprofessional. Niemand hat eine Chance. Das ist die effizienteste Lösung der so genannten Arbeitsteilung, die den Menschen vom Tier unterscheidet.

    Gefunden in: Das Unpro-Prinzip oder wie wir alle unfähig oder überbezahlt werden

  6. Dr. Manfred Voss
    März 5, 2012 um 1:15 pm

    Bevor man versucht, Anarchie als politisches oder besser a-politisches Modell zu etablieren, sollte man vielleicht erst mal sich selbst anarchisieren = befreien von der Herrschaft der Dünkel, Ängste, Zweifel, Konditionierungen, Reflexe, Vorurteile, Rituale, Trägheit etc.über einen selbst.

    Das ist exakt der Kernpunkt, ohne den letztlich kein Versuch einer praktischen Realisierung funktionieren wird – meine Überzeugung.

    Osho hat dies gelegentlich in seiner unnachahmlich pointierten Art wie folgt ausgedrückt, sinngemäß in meiner Erinnerung:

    Anarchie ist die Blüte von Meditation …

    Auch den alten Taoisten und ebenso den Tantrikern war dies wohlbekannt, möchte das aber jetzt nicht ausbreiten …

    Das schließt nicht aus, sondern ein, immer wieder zu versuchen, diese Vision irgendwie im eigenen Umfeld zu realisieren – und die dabei auftretenden chaotischen Zustände als Spiegel der eigenen inneren Zerrissenheit und all der eigenen Angst- und Machtspiele wahrzunehmen, um an den Fehlern zu erkennen, was „fehlt“, und zu lernen …

    Mich erinnert das an die Geschichte von Baron Münchhausen, sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen … das hat ja auch funktioniert 😉

    Gruß
    Manfred

    • März 5, 2012 um 2:56 pm

      Ja, Manfred,
      Anarchie beginnt in einem Inneren Prozeß – mit authentischen Vorstellungen, Bildern, die man für sich interpretiert als lebenswert. Der Duft einer Blume, das Glitzern der Sonne in einem Bächlein, die Bewegungen einer Libelle, das läßt Glück spüren. Dem im Wege stehen alle konditionierten Irrationalitäten. Das Ausbrechen aus einem relativ starren System geschieht, so erlebte ich das, ganzheitlich – auf verschiedenen Ebenen, wo Bilder darauf warten, neu gefühlt und anders interpretiert zu werden.

      Anarchie zu leben ist wunderbar. Das Problem ist, der Glückliche möchte sein Glück nicht nur teilen, sondern Anderen seine Lebensart überstülpen – im Kern: Er verbindet sein Glück mit einer Absicht. Damit zwingt er das Glück in die Flucht. Es ist wie mit dem Hund, der seinen Knochen durch einen Fluss trägt – im Spiegelbild einen vermeintlich zweiten Knochen entdeckt und nach ihm schnappt: nichts bleibt ihm.

      Ein Mensch kann seine persönliche Freiheit entwickeln, sich befreien von Fesseln, Irritationen und Emotionen. Er wird das umsetzen müssen, oder sagen wir mal, können entsprechend seiner Charakterstruktur und -stärke, und vielleicht einiger ähnlich gearteter Menschen, die zumindest den Wahn des Systems fühlten. Derartige Verbindung entstehen, und sie sind bereits entstanden – darauf vertraue ich.

      Zusammenfassend:
      Anarchie ist für mich nur individuell lebbar. Organisiert übernimmt sie das Wesen einer Herrschaft und verschreckt gerade die Menschen, die bereit wären, dem Beispiel GELEBTER, echter Anarchie zu folgen.

      Vor ein paar Wochen fotografierten wir an einem See. Um einen Papierkorb verstreut lagen viele Plastikbecher, und noch mehr Spaziergänger schimpften. Susanne sagte: „Komm, wir sammeln die eben auf“.

      Wolfgang

      • März 5, 2012 um 3:19 pm

        Komm, wir sammeln die eben auf

        Genau das erachte ich als das bedingungslose Schenken. Wenn jeder diesen Schritt macht, dann könnte genau das passieren, was das Video so schön zeigt:

  7. März 5, 2012 um 2:18 pm

    Das Problem ist, dass in meinen Augen die Anarchie der Hierachie unterlegen sein wird. Ein Zusammenschluss von Menschen ist dem Einzelnen überlegen. Somit werden sich Gruppen bilden, um ihren Einfluss und Reichtum zu verteidigen, als auch Gruppen um Einfluss und Reichtum zu erlangen. Erst wenn jeder Mensch ein gewisses Maß an Wohlstand hat und unendlicher Reichtum nicht das erstrebenswerteste der Welt ist, könnte sich eine anarchische Gesellschaft durchsetzen. Ich sehe nicht, dass dies in naher Zukunft realisierbar wäre.

    • März 5, 2012 um 2:28 pm

      Nun, in Spanien hätte sich das druchgesetzt, wenn nicht externe Faschisten (Hitler) und Kommunisten (Stalin) Geld in die anderen Gruppierungen in Spanien reingepumpt hätten. Die Anarchisten in Spanien hatten sich ebenfalls zusammengeschlossen, um sich zu verteidigen. Nur waren sie der Menge das Angreife nicht mächtig genug.

      Ich habe aktuell über das Schenken und Tauschen hier geschrieben, was es anschaulich macht, dass wir mit einem Gesamtbewusstsein über die Welt (so lange dies nicht da ist, gebe ich Dir Recht, wird es schwierig für die Anarchie) ingesamt mit dem Schenken besser fahren würden:
      Hätte eine Schenkkultur nicht ein viel größeres Potenzial als eine Tauschkultur?

      • März 5, 2012 um 3:42 pm

        Ich glaube, lieber Martin, dass wir durch die Zeit – bis heute – von einem Bewusstsein beherrscht (Es muss herrschen, solange die traumatischen nicht verarbeitet sind.) wurden. Solange das Bewusstsein daraus nocht fertig gewachsen ist, wird es keinen Umbruch geben können, und was geschieht, wenn’s versucht wird, beschreibst Du mit der Entwicklung in Spanien; ist auf die heutige Zeit direkt übertragbar: Orgnanisiere Anarchie, und die Säbel rasseln.

        Wikipedia: politische Subversion

        Als politische Subversion bezeichnet man eine Tätigkeit im Verborgenen, deren Ziel der Umsturz einer bestehenden Ordnung durch Unterwanderung und Untergrabung ist.

        Wikipedia: Autonomie

        Der philosophische Autonomiebegriff wurde während der Aufklärung und dem aufkommenden Freiheitsgedanken maßgeblich von Immanuel Kants Moralphilosophie geprägt. Autonomie wird als die Möglichkeit des Menschen bestimmt, sich durch sich selbst in seiner Eigenschaft als Vernunftwesen zu bestimmen.

        Bringst Du Subversion und Autonomie zusammen, verbietet sich organisiertes Handeln gegen ein System von selbst.

        Wolfgang

        Denke gerade an die prachtvollen Häuser in Potsdam. Sie wurden viele Jahre sich selbst überlassen, verfielen und verkamen zu Behausungen. Keiner bemerkte das WIRKLICH.

    • März 5, 2012 um 3:05 pm

      Hierarchien sind starr, Anarchie ist – sofern unorganisiert – flexibel. Das Flexible ist dem Starren überlegen.
      Anarchie geht es nicht um materiellen Wohlstand.
      Dem Glück schlägt keine Stunde – es taucht aus dem zeitlosen Nichts auf.

      Wolfgang

      • März 5, 2012 um 3:32 pm

        Hm, mir geht gerade „Hierarchie = Ordnung durch viele Regeln“ und „Anarchie = Unordnung durch wenig Regeln“ den Kopf. Je weniger Regeln zu beachten sind, desto flexibler können Lösungen erdacht werden.

        Vor meinem Auge sind drei Szenen aus dem Mittelalter:

        Als im 8. Jahrhundert die Araber über Südspanien begannen, nach Norden Richtung Paris vorzudringen, hatte die Nerowinger stärkere Rüstungen entwickelt, so dass die Reiter besser gegen die leichteren Araber geschützt waren und konnten sich so behaupte. Also wurden mit der Zeit die Rüstungen immer weiter ausgebaut, so dass die Ritter lange Zeit schwer besiegt werden konnten.

        Dann gab es zwei leicht bewaffnete, die dem ganzen Spuk ein Ende machten:

        1. Die englischen Langbogner zu Fuß, deren Pfeile die Rüstungen auch aus weiter Ferne abgeschossen noch durchschlugen.
        2. Die schweizer Hellebardiere zu Fuß, die mit ihren langen Stange über den Haken die Ritter vom Pferd zogen, so dass anschließend wie ein Käfer auf dem Rücken liegend leicht pikiert (da kommt auch der Begriff her 😉 werden konnten.

        Was zeigt, je starrer gerüstet = organisiert, desto leichter besiegbar.

        Daher redet aktuell die Beraterwelt von agilen Prozesse, in denen die Entscheidungsgewalten möglichst nahe an den Ort der Verrichtung von Leistung gebracht werden soll. Damit werden die Hierarchien wieder flacher …

  8. März 5, 2012 um 4:02 pm

    Was Du, Martin, bezüglich der Hierachien und der Anarchie beschreibst, trifft auch auf Sprachen zu.
    Sprache ist flexibel. Sie passt sich den Gegebenheiten derer an, die sie nutzen, um mit der Umwelt zu interagieren und entsprechend ihrer Möglichkeiten zu reagieren. Wäre Sprache statisch, bekäme sie im Laufe der Zeit arge Schwierigkeiten mit den Veränderungen Schritt zu halten. Sprache ist ein Spiegel der Lebensbedingungen derer, die diese Sprache anwenden.
    Selbst künstliche Sprachen, zu denen die Computersprachen zählen, zeigen ein gewisses Maß an Flexibilität … in Form zunehmender Komplexität, bleibt ihre Grammatik doch konstant bzw. klar definiert. Hätte jede Vokabel nur eine feststehende Bedeutung, hätten die Sprachanwender schnell das Problem mit der Sprache ihre Umgebung und ihre Handlungen zu kommunizieren. Definitionen sind solche Vokabeln mit festem Inhalt. Definitionen sind Becher, die in diesem Fall nur mit Wasser gefüllt sind, und aus denen jeder Schluck gleich schmeckt. Immer. Unter allen Umständen. Egal, in welcher Umgebung oder Gesellschaft aus diesen Bechern getrunken wird. Das ist einer der Flüche der Wissenschaft, denn auf der einen Seite ist die Wissenschaft in der Expansion von Nöten, der Ordnung wegen, auf der anderen Seite jedoch ist die Freisetzung von reaktiver Unordnung unter diesen Umständen stets gleicher Becherinhalte unausweichlich … und nötig. Jeder Fachbereich hat seine Sprache mit festen Definitionen von Begriffen, und so sind in vielen Bereichen alle Becher immer mit dem selben Getränk gefüllt. Irrtümer ausgeschlossen. Kohärenz ist ein solcher Begriff. Problematisch wird es, wenn jemand aus einem anderen Fachbereich daherkommt und es wagt in einen Becher, in dem immerzu Wasser war, plötzlich Apfelsaft zu schütten. Unverständnis und Kontroversen sind die logische Folge. Aus genau diesem Grund kann die klassische Wissenschaft die Rolle spielen, die sie seit Jahrhunderten für sich beansprucht … sie dient der Expansion der reaktiven Unordnung, im Auftrag der Ordnung.

    Dass die Realität die Bildersprache, die Sprache der Logos, aller Bewusstseine ist, tritt mehr und mehr hervor …

    Gruß Guido
    http://www.gold-dna.de

  9. März 5, 2012 um 4:12 pm

    Eine Definition von Gemeinschaft:
    Vereinigt im Geist und im Gefühl.

    Es geschah nicht gerade selten, dass wir unterwegs Menschen begegneten, und ich sagte: „Das ist einer von uns“.

    Ein nicht greifbares Potenzial, nur fühlbar von dem, der fühlen kann.

    Wenn die Zeit reif ist, braucht man den Apfelbaum nicht schütteln.

    Wolfgang

  10. federleichtes
    März 6, 2012 um 12:34 am

    Nick schrieb bereits im 5. Beitrag:

    a) einen unmittelbar erlebbaren positiven Effekt auf die Menschen haben, die davon
    überzeugt werden sollen.
    b) sie muss nachhaltig, leicht verständlich verbreitet werden
    c) sie muss die Vision einer besser lebbaren Welt/Zukunft glaubhaft(!) repräsentieren
    d) sie muss para-politisch, losgelöst vom üblichen politischen Geschäft gelebt werden und
    sich dabei konsequent der Vereinnahmung durch Institutionalisierung verweigern
    e) sie muss unter den mit den herrschenden Bedingungen Unzufriedenen eine kritische
    Masse erreichen, die weder unterdrückt, ignoriert noch unglaubwürdig gemacht werden
    kann
    f) sie muss die Gefühle der Menschen insoweit ansprechen als sie von diesen als
    Bereicherung und Wegweiser für das persönliche Wohlergehen begriffen und
    deshalb auch mit Leben erfüllt wird, also nicht nur eine abstrakte These darstellt, sondern
    sich in der Lebensart der Anarchisten verkörpert sieht.

    Was ich hier in den Monaten lernte:
    Serviere den Leuten keine Pferdeäpfel mit Sensoße, sondern verstehe die Kostbarkeiten als Dünger für ihre Erdbeerpflanzen.
    Mein Pferdeapfelwasser ist bereits im Einsatz. Anarchie bewegt die Welt? Jedenfalls meine.

    Wolfgang

  11. Juli 7, 2012 um 11:45 am

    Nicht bitter werden! Der Mensch ist nicht gut und nicht böse, er folgt dem Gesetz des geringsten Widerstandes. Je nachdem die Verhältnisse sind, benimmt er sich anständig oder unanständig; Macht wird immer mißbraucht: darum soll man nicht versuchen, die Menschen zu bessern, sondern soll die Verhältnisse ändern, soll Macht ausrotten. Und das ist möglich. Es muß und wird immer Führerschaft geben, aber es hat in vielleicht hunderttausend Jahren menschlicher Geschichte keine Herrschaft gegeben; die gibt es erst seit etwa fünftausend Jahren, und die wird es sicherlich keine fünfhundert Jahre mehr geben. Also: nicht bitter werden!

    Mit diesem Zitat von Franz Oppenheimer beginnt der Artikel Nicht bitter werden!

  12. August 8, 2012 um 11:37 pm

    derStandard.at: Wie kann man sich eine anarchistische Gesellschaft vorstellen?

    Kuhn: Da gibt es unzählige Ideen und das Ganze ist sehr spekulativ. Für mich gäbe es im Alltag keine allzu großen Veränderungen. Es gibt Städte, Dörfer, Menschen gehen ihren Tätigkeiten nach. Es würde aber bedeutend mehr aktive Demokratie geben, alle würden den Arbeitsplatz und den Wohnort mitgestalten. Das heißt nicht, dass jeder jeden gern hat und alle alles gemeinsam machen. Aber dass es im unmittelbaren Umfeld, etwa in der Nachbarschaft, zu einem permanenten Austausch kommt.

    In ökonomischer Hinsicht sollte das primäre Prinzip Solidarität und nicht Konkurrenz sein. Wenn etwas produziert wird: Welche Grundbedürfnisse haben wir? Wie befriedigen wir sie, wie verteilen wir die Produkte? Hier müssen andere Prioritäten gesetzt werden. Dass es heute Armut gibt, ist ja absurd.

    gefunden in: „Auch Anarchismus muss öffentlich diskutiert werden“

  13. Juli 20, 2013 um 12:04 am

    Hier gibt es einen ausführlichen Film über die 1936 Revolution der Anarchisten in Spanien:

  14. Juli 20, 2013 um 12:06 am

    Ist das vielleicht auch Anarchie, angewandt in einer Familie, nur dass es abgeleitet ist von den Methoden der agilen Programmierung:

  15. Oktober 13, 2013 um 10:36 pm

    Wir leben nur nach Verboten, weil lauter Schisser Angst vor allem Möglichen haben und uns so die „Gutmenschen“ in den Faschismus führen.

    „Das, was wir heute haben, ist keine Zivilisation. Wenn jeder Einzelne von uns das Waffenarsenal des Staates besäße, Niemand uns etwas vorschreiben könnte, und wir einander trotzdem in Frieden leben lassen würden, das wäre Zivilisation. Alles Andere ist nur Barbarei mit ein paar Anstandsregeln.“

    Selbstverantwortung heißt das auch. Aber diese treten wir ja alle 4 Jahre ab, an vermeintlich besser Druchblickende …

  16. Germania2013
    Oktober 13, 2013 um 11:51 pm

    Sag ich ja. Man kommt immer wieder auf die Angst zurück. Angst beherrscht die Welt.
    Menschenunwürdig.

  17. Dezember 22, 2013 um 3:49 pm

    Die Utopie leben! Anarchismus in Spanien, zwischen 1936 und 1939:

  1. Juli 19, 2011 um 9:35 am

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