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Warum wagen wir eigentlich nicht mehr echte Demokratie jetzt?

Viele einfache Menschen wie ich sehen immer mehr, dass unsere Polotiker entweder auch nur mit Wasser kochen und sich in komplexen Fragestellungen beraten lassen müssen (-> Lobbyismus) oder sich dem Diktat der Parteiführung unterordnen müssen. Mit der Zeit kann ein Abgeordneter des Bundestags kaum noch seine Wähler nach seinem Gewissen vertreten und das System ist zu einer Parteiendiktatur verkommen, die zudem mehr den Wünschen der Wirtschaft als seiner Bürger gehorcht.

Und gibt es eine einfache Möglichkeit das zu ändern?

Ja, wir haben die Möglichkeit, auch die direkte Beteiligung durch Abstimmung zu wichtigen Themen ganz legal und ohne Blut zu vergießen  erlangen, wie es viele unserer Länder schon begonnen haben. Einige mehr andere weniger weitgehend.

Wir haben auch das Recht dazu schon von Anfang an im Grundgesetz stehen. Im Artikel 20, Absatz 2 können wir wie folgt lesen:

Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.

Allerdings hat man uns auf Bundesebene bisher nur wählen lassen. Das Abstimmen hat man uns aber bisher verwährt. Historisch vielleicht noch zu verstehen, da die Alliierten den Kommunisten im Westen nicht auch noch eine Chance geben wollte.

Aber die Schreiber der Verfassung hatten noch daran gedacht, dass das Grundgesetz nur vorübergehend sein wird. Sobald sich wieder die deutschen Länder wieder zusammenfinden würden, hat man noch den Artikel 146 vorgesehen. Denn der sollte uns dann zu einer neuzuverhandelnden Verfassung bringen:

Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.

Übrigens wurde der Artikel versucht, zweimal im Wikipedia zu behandeln. Beide Male wurde er gelöscht. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt …

Da fragt sich der geneigte Leser, warum wir dann noch immer keine Verfassung haben. Spricht unsere Regierung doch seit 1990 überall stolz von der Wiedervereinigung. Aber wenn es um die Wurst geht, heißt es dann doch, es hätte gar keine Wiedervereinigung gegeben. Die Länder der ehemaligen DDR seien unserem Grundgesetz „nur“ beigetreten (siehe auch).

Ich meine, dass wir, der Souverän endlich unser Recht einfodern müssen, uns unsere eigene Verfassung zu geben und nicht mehr nach dem Willen unserer Befreier leben sollten, die das Grundgesetz haben in Kraft treten lassen. Und in dieser Verfassung können wir dann auch gleich klar formulieren, wie eine direktere Mitbestimmung aussehen soll.

Damit ist die Frage geklärt, ob es einfach gehen kann. Gut, Goehte hat noch gesagt, dass man schlecht etwas allein bewegen kann. Aber wenn wir viele sind schon, Oder?

Warum konnte es dazu kommen? 

Nun noch zu der Frage, wie es dazu kommen konnte, dass wir derzeit in einer Parteiendikatur zu leben „scheinen“.

Dieser Frage ist der 1988 gegründete Verein Mehr Demokratie e.V. nachgegangen und kommt genau zu dem Schluss, dass ohne eine direkte Mitbestimmung unsere auf einem Parteiensytem basierende, repräsentative Demokratie zu einer Selbstbedienung führt. Vor den Wahlen wird viel versprochen, nach der Wahl anders gehandelt. Wenn es direkte Entscheide wie in der Schweiz, Lichtenstein oder z.B. auch in Kalifornien, gibt, so orientieren sich Politker viel stärker an dem Willen des Souveräns. Es gibt mehr Solidarität und die Staatshaushalte sind überweigend viel besser gestellt. Also genau das Fehlen der Abstimmungskomponente zu wichtigen Fragen neben dem Wählen von komplexen Parteiprogrammen führte genau so der Situation, die wir gerade erleben: Politiker fälle viele Entscheidungen, denen das Volk so nie zugestimmt hätte, ich nenne da nur Hartz IV, der Krieg in Afghanistan und aktuell der 200 Panzer-Deal an die Saudis.

Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, die Möglichkeiten direkter Mitbestimmung für Bürgerinnen und Bürger zu fördern und auszubauen. Über 6.000 Mitglieder unterstützten die Arbeit durch Mitgliedsbeiträge und Spenden. Um mehr Demokratie durchzusetzen, entwickeln er Kampagnen und initiieren selbst Volksbegehren – häufig in großen Bündnissen gemeinsam mit verschiedenen zivilgesellschaftlichen Gruppen, Organisationen oder Parteien.

Packen wir es an!

Ich bin dem Verein letzten Monat beigetreten und hatte heute Gelegenheit das 80 Seiten umfassende Grundlagenheft (schade dass die Inhalte nicht online stehen, sie sind sehr wichtig) datiert aus dem letzten Jahr durchzulesen. Mich hat es überzeugt und ich werde genau hier mein TUN einbringen. Warum?

Die seit 1988 erfolgten Arbeiten und resultierenden Erfolge können sich sehen lassen. Auch wenn ich aufgrund oder auch wegen meines bisher wenig politischen Interesses nicht viel mitbekommen habe, so zeigt sich hier doch, dass viele schlaue und engagiert Personen am Werke sind. Und ich bin mir sicher, dass dieser Verein das Zeug dazu hat, das notwendige Netzwerk voran zu bringen. Ich lade daher Alle ein, die nach einer Gelegenheit suchen, selbst etwas zu tun, sich mit dem Verein zu beschäftigen. Mal schauen, wie schnell es mehr werden.

Hier sind noch ein paar interessante Links zum Mehr Demokratie e.V.:

Facebook, Twitter

Und wenn wir dann unsere Initiativen einbringen können, sollte es ein Leichtes werden, uns wieder von unserem Konkurrenzverhalten zu verabschieden und zur gesünderen Kooperation finden. Diplom-Psychologe Robert Betz hat hierzu einen wichtigen und stichhaltigen Vortrag ins Netz gestellt:

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  1. Juli 8, 2011 um 10:58 pm

    Herzlichen Glückwunsch für das mutige Engagement! Nach über 20 Jahren vergeblicher Vereinsarbeit wird man jetzt bald Ergebnisse sehen können, nicht wahr – weil Sie eingetreten sind, oder warum soll das Wunder jetzt geschehen?

    Meinen Sie wirklich, Sie können mit einem Verein etwas erreichen? Wollen Sie wirklich was erreichen oder geht es nur darum, sich zu beschäftigen und zu beruhigen? Sind Sie wirklich so einfach wie Sie behaupten oder tun Sie nur so, wollen Sie andere auch dazu verführen, sich in erkennbar fruchtlosen Aktivitäten zu erschöpfen?

    Warum treten Sie nicht in die Partei ein, die Ihre Ziele vertritt? Dann könnten Sie direkt dafür sorgen, dass diese Partei an die Macht kommt und Ihre Ziele verwirklicht.

    Die Deutsche Demokratische Partei ddp will nicht nur den genannten Paragraphen zum Recht verhelfen, sondern noch viel mehr. Ich empfehle die Lektüre des Programms http://www.ddp-partei.de/programm.html und das Interview „Eine Partei zur Entmachtung der Parteien!“ http://www.heise.de/tp/r4/artikel/34/34089/1.html

    • Juli 8, 2011 um 11:59 pm

      Sie sprechen das richtige Wort an, dem ich mich nicht fügen werde: Macht. Ich bin gegen jedwede Macht, schon gar nicht für die, die von einer Partei ausgeht. Ein Verein ist hier wesentlich anders gestrickt. Da gibt es gewählte Repräsentanten, die im Sinne einer Projektleitung die gemeinsam entschiedenen Dinge umsetzen.
      In einer Partei wird es immer auch um internes Machtgerangel gehen. Und am Ende sieht es immer so aus, wie wir das gerade auch bei den Grünen sehen können.
      Schauen wir zu den Spaniern und Griechen. Auch hier sieht man die Antipathie der Bürger vor allem, was Partei oder hierarchischer Organisationen wie Gewerkschaften angeht.
      Ich für meinen Teil fühle mich in Machtstrukturen extrem unwohl. Ich will weder geknechtet werden noch will ich das einem anderen antun. Wenn etwas zu bewegen ist, dann gemeinsam auf Augenhöhe.
      Dennoch werde ich mich nicht verschließen, wenn es darum geht, eine Partei wählen zu müssen, weil es die Verfassung (noch ist es ja das Grundgesetz) so will. Als natürlicher erachte ich die Gleichheit aller Menschen, Und da passen Hierarchien leider nicht hinein. Und schon gar nicht Worte wie Macht und Kampf. Nur Liebe und Kooperation.

      • Juli 9, 2011 um 1:12 pm

        Habe ich etwa der Macht der Waffen das Wort geredet? Ich rede von der Macht der Argumente und von der faktischen Macht. Sie haben aller Wahrscheinlichkeit nach in Ihrer Firma Macht, das ist gewollt, das ist notwendig, und diese Macht müssen Sie auch ausüben, damit das Gesamtprojekt gelingen kann; Ihr Chef würde wahrscheinlich auch kein Verständnis dafür haben, wenn Sie mit Liebe und Kooperation ankommen.

        Wenn Ihnen das Wort Macht nicht gefällt, können Sie es gern durch ein anderes ersetzen. Liebe und Kooperation ist schön und gut, aber in gewissen Situationen sind manche Leute mehr gefordert als andere, und das nennt man dann landläufig Macht.

        Ende der Siebzigerjahre habe ich als Junglehrer, der ich gar nicht so viel älter war wie meine Schüler, diese nach der Meinung meines Direktors in Schwierigkeiten gebracht, nämlich durch mein Verhalten, wodurch die Schüler sich von mir nicht so gut absetzen konnten wie von anderen Lehrern, die nicht mit Jeans zum Dienst erschienen. Er war der Meinung, dass die Schüler diese Distanz brauchen und auch ein Recht darauf haben, um beispielsweise auf Lehrer wütend zu sein zu können, dass dies ein notwendiger Bestandteil ihres Entwicklungsprozesses ist, der ihnen zusteht, um den ich sie durch meine Gedankenlosigkeit beraube.

        Würden Sie als Lehrer mit Liebe und Kooperation ankommen? Das ist es nicht in erster Linie, was Schüler von einem Lehrer erwarten, und die Schüler haben recht. Der Lehrer soll ihnen ein Vorbild sein, er soll ihnen Grenzen setzen, er soll ihnen den Weg weisen, und wenn er das durch reine Autorität und Machtmissbrauch versuchen sollte, die nicht durch persönliche Integrität und Sachkunde gestützt sind, wird er grandios scheitern. Der gute Lehrer wird nie zeigen müssen, dass er Macht hat, und er wird diese Macht auch nie direkt ausüben müssen, sondern die Schüler werden ihm gern folgen, weil er sie überzeugt; dazu muss er aber die Macht annehmen und in dem gewünschten Sinne wirksam werden lassen.

        Das zum Thema Macht – wer Macht leugnet, die ihm zusteht und die er ausüben müsste, öffnet allen denen die Tür, die keine Probleme damit haben und dieses Vakuum gerne füllen.

        Zum Thema Gleichheit: Das ist ebenfalls ein Missverständnis, und ich wundere mich, dass Sie einer solchen romantischen Vorstellung anhängen. Die Menschen sind definitiv nicht alle gleich – und ich wünsche noch nicht einmal, es wäre so. Jeder Einkauf zeigt mir jede Menge Menschen im Supermarkt und an der Kasse, die überhaupt nicht so sind wie ich, mit denen ich überhaupt gar nichts anfangen kann, mit denen ich nicht umgehen möchte und mit denen ich mich kaum unterhalten könnte. Erzählen Sie diesen Menschen mal was von Liebe und Kooperation – die werden Ihnen vermutlich schwer was husten. In deren Leben kommt Liebe und Kooperation nämlich aller Wahrscheinlichkeit höchstens im privaten Bereich vor, und das ist auch kein vorrangiges Ziel für die.

        Nicht einmal die Tiere sind alle gleich, sondern im Gegenteil im höchsten Grade verschieden – und das ist gut so. Ich bin froh, dass Goethe nicht so war wie sein Gärtner und Einstein nicht so wie sein Pförtner und ich nicht so wie mein geliebter Vater und mein lieber Bruder – jeder von uns ist völlig anders und will auch in diesem Anderssein wahrgenommen und gewürdigt werden.

        Ich bin allerdings sehr dafür, alle Menschen in ihrem Sosein zu respektieren und ihnen alle Freiheit zu lassen, sich zu entwickeln, wie es ihnen richtig erscheint. Dabei nehme ich mir aber das Recht heraus, dem einen oder anderen zu sagen, was ich von dem halte, was ich von ihnen wahrnehme.

        Das ist natürlich nicht die Wahrheit – ich kann immer nur von außen beobachten. Und da fällt mir vielleicht etwas auf, was denjenigen selbst gar nicht auffällt und auch nicht auffallen kann. Das nennt man dann Feedback oder Fremdkorrektur, und darauf sind wir alle angewiesen, das ist ein Teil der Liebe und Kooperation, die wir von unseren Mitmenschen einfordern dürfen.

        Wir brauchen nämlich alle diese Anregungen und Korrekturen, sonst fallen wir langfristig dem Wahnsinn anheim, wenn wir immer nur im eigenen Saft schmoren und unsere eigenen Gedanken wiederkäuen und immer wieder die verzerrten Bilder unserer eigenen Wahrnehmung nach denselben eingefahrenen Mustern abtasten.

        Es ist schon einige Tage her, da haben Sie versprochen, sich im einzelnen mit dem Bandbreitenmodell auseinandersetzen zu wollen. Wer sich mit dem Bandbreitenmodell auseinandersetzt, wird sehr schnell auf die ddp stoßen. Auch dort werden Sie sich sehr schnell orientieren können. Und dann kann man weiterreden.

        In dem eben angegebenen Sinne habe ich mich um Sie bemüht und bin durch Ihren letzten Eintrag schwer enttäuscht. Da frage ich mich, ob ich etwas falsch gemacht habe oder ob meine Liebesmüh von Anfang an vergebens war.

        Das kommt vor, das ist nicht weiter schlimm, das muss man dann anerkennen und als Verlust verbuchen. Anschließend wendet man sich anderen Menschen zu, um die sich zu bemühen sich mehr lohnt. Unser aller Leben ist endlich, und mehr als sein Bestes geben kann niemand.

        In diesem Sinne wünsche ich Ihnen alles Gute und viel Erfolg!

        • Juli 9, 2011 um 9:54 pm

          Lieber Herr Popken,
          es ist immer wieder befremdlich, Ihre Feedbacks an mich zu lesen. Ich fühle mich dabei unwohl, da entweder etwas Oberlehrerhaftes mitschwingt, oder Ungeduld. In einem Dialog braucht es den Respekt auch vor dem Anders sein. Und diesen kann ich wenig erkennen. Am Ende schwingt dann der Zynismus, und das ist in der Regel abstoßend.
          Aber vielleicht liegt es ja nur an der Kommunikation durch die Worte, die anders ankommen als sie gemeint sind, was in der Regel der Fall bei Menschen ist, die sich noch nicht gut kennen.
          Aber in einem sind wir doch zu unterschiedlich. Sie vertreten den Standpunkt, dass es jemand Klugen braucht, der alles durchblickt und dem man aufgrund seiner Authorität folgen sollte. Das gleicht fast einer Religion für alle, die die Architektur der Idee nicht durchblicken, aber dnenoch mitmachen.
          Wenn eine Idee nicht so einfach ist, dass sie allen verständlich gemacht werden kann, dann ist sie zum Scheitern verurteilt. Und wenn sie jeder verstehen kann, dann braucht es keinen Führer. Dann können alle mitmachen und zwar auf Augenhöhe. Ohne Hierarchie halt. Und daher habe ich meine Probleme mit einem Parteiensystem.
          Allerdings finde ich den Ansatz der ddp schon Mal gut, dass die in den Bundestag Gewählten dann aus der Partei entlassen werden, um unabhängig die Wünsche des Souveräns zu vertreten, frei vom Parteidruck (da ist sie wieder die Macht) zu sein.
          Ich wünsche der ddp viel Erfolg, mehr als den aktuell im Bundestag vertretenen Parteien.
          Viele Grüße, MB

  2. Juli 9, 2011 um 1:25 am

    Kluge Entscheidung Martin. halt uns auf dem Laufenden.
    Der Vorhang ist gefallen, „ein Jeder ist für Toleranz, nur wenn’s drauf ankommt… nicht so ganz“. Was hindert denn die ddp daran mit progressiven Vereinen zusammen zu arbeiten oder wollen sie nur am politischen Chaos sich ihr nacktes Leben wärmen.
    Es ist sogar noch viel perfider, selbst in vielen Ländern und Kommunen sind Abstimmungsergebnisse von Bürgerbefragungen nicht zwingend verbindlich für das Politikerpack, Köln, Berlin etc. War übrigens in Wittenberg, ich werde es weiter beobachten und antesten, habe so meine Zweifel. Später mehr… Viele grüße und ein schönes Wochenende Michael

    • Juli 9, 2011 um 9:55 am

      Hi Mike, bin gepannt auf Deine Wittenberg-Erfahrungen. Hört sich ja erst einmal interessant an. Aber mein Intuition signalisiert mir hier, vorsichtig zu sein …

  3. Juli 9, 2011 um 2:12 am

    Antwort an Dr. Martin Bartonitz und muzungumik,

    mein name ist Bernhard Wedeking, ich war 20 Jahre Mittglied der CDU, auch im Ortsunionsvorstand, und habe u.a. nach meiner überzeugten Handlung allen 622 Abgeordneten das Buch: „die Geldlawine“ am 12.04.2010 überreicht, damit parteiübergreifend eine Gruppe junger Abgeordneter das Modell diskutieren können.
    Dazu bedurfte es keinen Verein. Sind wir doch einmal ehrlich; wer stellt sich im Vorstand eines Vereines zur Wahl? Überzeugte Mitglieder, welche schnell ein Klübchen bilden werden und damit die gesammte Marschrichtung des Vereins manipulieren können.
    Was können die einzelnen Mitglieder bewirken? Sehr wenig.
    Warum sollte die ddp mit progressiven Vereinen zusammenarbeiten? Das ist nicht das Ziel der ddp. Die ddp hat auch nicht das Ziel, als Partei in den Bundestag zu kommen. Sondern deren Ziel ist es, ein Regierungssystem von Abgeordneten ohne Partei-/Vereins- oder sonstiger Organisationenszugehörigkeit aufzubauen. Diese sollen dann nach ihrem Gewissen handelnd das Bandbreitenmodell umsetzen. Nicht mehr und nicht weniger. Um so echte Diener des Volkes zu sein.

    Wie steht denn der Verein ECHTE DEMOKRATIE zu den Gedanken des Bandbreitenmodells?
    Könnte er dieses unterstützen? Es wissenschaftlich, mathematisch auseinandernehmen, prüfen?
    Bisher hat sich selbst das Karl-Breuer-institut (Bund der Steuerzahler) geweigert das Modell zu testen.
    Alles hierzu und auch zu den Reaktionen der 622 Abgeordneten finden Sie auf meinem Blog Politborkenkäfer.

    Mit freundlichen Grüßen
    Bernhard Wedeking

    • Juli 9, 2011 um 10:00 am

      Gut Tag Herr Wedeking,
      vielen Dank für die wichtige Information. Noch kann ich die Strukturen von MEHR DEMOKRATIE nicht wirklich beurteilen. Ich habe mich erst einmal entschlossen, in diese Richtung zu gehen. Damit schließe ich weitere Ideen, wie das Bandbreitenmodell nicht aus. Auch hier werde ich mich wieter schlau machen.

      Sondern deren Ziel ist es, ein Regierungssystem von Abgeordneten ohne Partei-/Vereins- oder sonstiger Organisationenszugehörigkeit aufzubauen.

      Das hört sich sympathisch an, da könnte ich wieder dabei sein.

      Viele Grüße, MB

  4. Kevin
    Juli 9, 2011 um 11:39 am

    Sehr geehrter Herr Bartonitz,

    ich empfehle ihnen dringendst die Anschaffung eines Grundlagenwerks zum politischen System der Bundesrepublik Deutschland. Sie wollen die Welt besser machen, verstehen aber nicht einmal, wie sie im Moment funktioniert.

    1. Das hier: http://www.myspace.com/stop_the_lisboa_treaty/blog/496114648
    ist kompletter Blödsinn. Nur weil man seine Begründung mit „Fakt ist einleitet“ heißt dass noch lange nicht dass es auch Fakt ist. Ohne Hintergrundwissen können sie Polemik nicht von berechtigter Kritik unterscheiden. Vergleichen Sie zumindest zwei sich widersprechende Quellen.

    2. Sie scheinen nur eine umgangssprachliche Vorstellung des Begriffs „Macht“ zu haben. Haben Sie eine Vorstellung davon wie eine Partei funktioniert, wie sie funktionieren sollte, welche Funktion sie erfüllt und welche Funktion sie erfüllen sollte? Bitte informieren sie sich und ARGUMENTIEREN Sie statt zu lamentieren. Mit Ausdrücken wie Parteiendikatur verallgemeinern sie einzelne Missstände und heben sie auf die Systemebene. Sie erregen damit vielleicht mehr Aufmerksamkeit, aber das ist Populismus (den sie ja sogar selbst ablehnen – bemerkenswert die Gemeinsamkeiten, oder?)

    3. In Erinnerung an ihre Kommentare von gestern und vorgestern schließe ich aus ihrer Anmerkung zum Artikel 146 GG auf Wikipedia, dass da wohl wieder mächtige und dunkle Interessen am Werk waren… kein Kommentar meinerseits.

    4. Richtig ist, dass Politiker in einem System mit direkt-demokratischen Elementen viel Näher an den Willen des Volkes gebunden sind. Deshalb sind solche Verfahren grundsätzlich zu befürworten.

    5. Dass dies zu mehr Solidarität und besser aufgestellten Staatshaushalten führt, hängt im Wesentlichen davon ab, was Gegenstand direkt-demokratischer Verfahren sein soll. Entscheidungen – besser Volksvetos – über redistributive Finanz- und Steuerfragen haben beispielsweise in Kalifornien zu einer desaströsen Haushaltslage und einem unsolidarischen Sichern der eigenen Pfründe geführt.

    Beste Grüße
    Kevin

    • Juli 9, 2011 um 11:55 am

      lieber Kevin,
      vielen Dank für Ihre Kritik. Ja, in einigen meiner Worte steckt sicherlich Polemik. Und wie Parteien auf dem Papier funktionieren sollten, dürfen sie versichert sein, ist mir bekannt.
      Nur wir Souveräne nehmen anderes wahr (siehe den Vortrag in diesem Beitrag Ich könnte kotzen: so korrupt sind unsere gewählten Repräsentaten inzwischen …). Wenn das mit den Parteien funktionieren würde, ständen wir nicht an dem Abgrund, der sich uns gerade präsentiert.
      Und die von Ihnen bezeichneten dunklen Mächte sind in diesem Fall klar zu erkennen: Konzerne und Banken und die dahinter stehenden Großaktionäre. Gerade die letzten Wochen und Monate haben dermaßen viele Entscheidungen zu Lasten uns Souveräne gezeigt, dass man gar nicht mehr anders feststellen kann als:
      Unsere Regierungen setzten sich überwiegend für das Kapital ein und nicht mehr für den Souverän. Die Ausgewogenheit fehlt.
      Wenn 10% der Bevölkerung 2/3 des Vermögens besitzen, dann ist hier mächtig was schief gelaufen.
      Und da ist das Parteiensystem, so wie es aktuell funktioniert, mitschuldig.
      VG MB

  5. Juli 9, 2011 um 12:01 pm

    Herr Gobsch hatte sich zum Artikel 146 GG an Frau Merkel gewandt und folgende Antwort erhalten:

    Sehr geehrter Herr Gobsch,
    das Grundgesetz ist die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland und gilt für das gesamte Deutsche Volk.
    Artikel 146 GG wurde mit dem Einigungsvertrag von 1990 neu gefasst und lautet nun: “Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist. “ (Ergänzungen durch Neufassung kursiv)
    Artikel 146 GG in seiner alten Fassung ist durch die Vollendung der staatlichen Einheit Deutschlands über den Beitritt der früheren DDR zur Bundesrepublik Deutschland gem. Artikel 23 GG überflüssig geworden. Er enthielt bis zur deutschen Wiedervereinigung die Ermächtigung zur Verfassungsablösung, die vom deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen werden konnte; damit wurde in verfassungs-symbolischer wie auch politisch-faktischer Form die Deutsche Frage offen gehalten.
    Durch den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland ist das Grundgesetz definitive und abschließende gesamtdeutsche Verfassung geworden, denn durch Beitritt und Einigungsvertrag ist über das Grundgesetz entschieden worden, die deutsche Einheit bedingt keine neue Verfassung.
    Einzelheiten hierzu ist den Begründungen zum Einigungsvertrag zu entnehmen
    ( Bundestagsdrucksache 11/7760 insb. S. 358, 359 , Auszüge, siehe unten )
    Das Bundesverfassungsgericht hat daher auch entschieden, dass weder ein individualrechtlicher Anspruch noch die Pflicht staatlicher Stellen besteht, eine Volksabstimmung über die Verfassung herbeizuführen. Weder aus dem Wortlaut noch aus der Entstehungsgeschichte von Artikel 146 Grundgesetz ergibt sich dafür ein Anhaltspunkt (BVerfG, 2 BvR).
    Mit freundlichen Grüssen

    Der gesunde Sourveränen-Verstand kann dieser Argumentation kaum folgen. Auch hier sehen wir, dass ohne ein Direktbeteiligung kaum etwas für das Volk als Souverän getan werden kann. Aber nur, weil wir uns so wenig bemerkbar machen …

  6. Juli 10, 2011 um 1:17 am

    Dr. Martin Bartonitz :
    Lieber Herr Popken,
    es ist immer wieder befremdlich, Ihre Feedbacks an mich zu lesen. Ich fühle mich dabei unwohl, da entweder etwas Oberlehrerhaftes mitschwingt, oder Ungeduld. In einem Dialog braucht es den Respekt auch vor dem Anders sein. Und diesen kann ich wenig erkennen. Am Ende schwingt dann der Zynismus, und das ist in der Regel abstoßend.

    Lieber Herr Bartonitz,

    vielen Dank für Ihr offenes Feedback! Sie haben vermutlich recht. Tut mir leid. Ich sollte mich lieber zurückhalten. Die Welt wird schon ohne mich weitergehen.

    Alles Gute!

    Viele Grüße
    Werner Popken

  7. Juli 12, 2011 um 10:20 pm

    Hier ist noch ein lesenswerter Artikel über eine alternative Produktion:
    Das gute Leben produzieren, von Christian Siefkes

    Wenn wir über das gute Leben nachdenken, stellen wir uns ein Leben in Fülle vor – wo niemand Not leiden muss, wo es genug für alle gibt und jede/r seine oder ihre Bedürfnisse befriedigen kann. Aber geht das überhaupt? Scheitert die Möglichkeit eines Lebens in Fülle nicht zwangsläufig an der Endlichkeit der Erde? Und wo soll die Fülle herkommen? Kommt nicht vor den Freuden des Konsums die Mühsal des Produzierens, vor dem angenehmen „Reich der Freiheit“ das weniger erfreuliche „Reich der Notwendigkeit“? Um diese zwei Herausforderungen für die Vision eines guten Lebens für alle soll es im Folgenden gehen.

  8. Juli 15, 2011 um 8:43 am

    Nigel Farage spricht aus, was alle wissen sollten: das Konstrukt der EU mit Kommissaren, die nicht gewählt werden, ist keine Demokratie mehr, das ist Diktatur:

  9. September 11, 2011 um 11:01 pm

    Die Demokratie-Diktatur und der Wandel, vom SEIN-Autor:

    […] Das postdemokratische Prinzip der Status-quo-Diktatur besteht darin, dass es egal ist, wen man wählt, denn es wird sich nach der Wahl nichts ändern. Links und Rechts sind nur noch die schillernden Farben ein und derselben politischen Fata Morgana.

  10. September 13, 2011 um 12:13 am

    catch me if you can LAURA

  11. September 24, 2011 um 11:04 am

    Jetzt gehen die Proteste für mehr Demokratie und die Beschränkung der Bankenmacht auch in den USA richtig los, beginnend mit der Besetzung der Wallstreet. Ein Interview mit dem Politikkritiker und Filmemacher Michael Moore darüber:

  12. Dezember 29, 2011 um 10:09 pm

    „Im Namen des Volkes“, eine Gegenrede gefunden von Richard Albrecht

    (1) Herrschende Meinung: „Das Grundgesetz ist in der deutschen verfassungsgeschichte die beste Verfassung. Es hat sich insbesondere – nicht zuletzt aufgrund der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes – bei der Verteidigung der individuellen Freiheit der Menschen bewährt. Es hat die wehrhafte Demokratie auf eine stabile Grundlage gestellt. Es enthält ein fein abgestimmtes System der gegenseitigen Kontrolle staatlicher Macht. […]“ (Wolfgang Nešković, Rechtspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Bundestag; in: clara 13.09. – N. war von 2002/05 Bundesrichter)

    (2) Ganz subjektive, scheinbar rechtsunerhebliche GegenRede: Derzeit wird vorgegeben, „Im Namen des Volkes“ Recht zu sprechen. Das ist doppelt falsch: Erstens ist das allen Gerichtsentscheiden unterliegende Recht kein Volksrecht. Sondern Juristenwerk. Zweitens sind die, die dieses Recht sprechen, keine Volksrichter/innen. Sondern speziell ausgebildete und ausgewählte Jurist(inn)en: Berufsrichter/innen, die verbeamtet wurden, um „die Tische der Herren zu verteidigen“ (Horst Bosetzky).

    (3) Als Vorschlag zur Güte: Solange es keine neuen Rechtsgrundlagen und keine Richterwahlen auf Zeit durchs Volk gibt – ist die Justizformel „Im Namen des Volkes“ bestenfalls eine Farce (schlimmstenfalls VVA). Möge also je rascher desto besser „Im Namen des Staates“ das hier angemessene geflügelte Wort werden …

    (4) Achja: Der wichtigste menschliche Sinn ist der Gerechtigkeitssinn …

  13. April 13, 2012 um 9:41 pm

    Den Artikel 146 Grundgesetz betreffend: eine noch kleine, aber feine Demo dafür, dass wir uns endlich die jedem Volk zustehende Verfassung geben:

    .
    gefunden auf der wieder mal nachdenklich machenden Seite natürliche Person:

  14. Mai 4, 2012 um 9:41 am

    Hätte ich selbst inzwischen formulieren können. Hab ich aber nicht. Von Dirk Hellmuth auf Facebook:

    Irgendwie eigenartig: ich war immer und bin es auch jetzt (vermutlich sogar mehr als früher) ein politisch interessierter Mensch. Dennoch interessieren mich Wahlen (wie jetzt die Wahl in meinem Heimatland NRW) immer weniger – das war früher undenkbar. Woher kommt das? Ich glaube, ich kann es erklären: wir können uns heute immer besser informieren und uns selbst Meinungen bilden und in großer Öffentlichkeit vertreten und diskutieren. Gleichzeitig spielen die politisch Verantwortlichen im Sandkasten (wie gestern Fr. Kraft und Hr. Röttgen eindrucksvoll unter Beweis gestellt haben): „Ihr machst ja viel zu viele Schulden“ – „Bääh, gar nicht, ihr habt früher viel mehr Schulden gemacht wie wir“… Das ist das Niveau von Dreijährigen auf Ebene von Regierungen (und im Bund sieht es ja nicht besser aus). Diese immer deutlicher sichtbare Diskrepanz zwischen dem, was sie tun – nämlich um sich selbst und ihre Macht drehen – und dem was zu tun wäre – die bestehenden Herausforderungen planvoll und im Sinne der Menschen angehen, ist es, die mein Interesse am bestehenden politischen System schwinden lässt. Was wie gesagt nicht heisst, das ich nicht politisch interessiert bin – aber mir ist meine Zeit für die Verfolgung dieser öffentlichen Sandkastenspiele zu schade! Wie steht es um euer politisches Interesse?

    Ja, so geht mir das auch. Ich kann mir seit einigen Monaten diese TV-Gladiatorenkämpfe nicht mehr anschauen, weil so dokumentieren, dass in der Politik nur noch gespalten wird anstatt gemeinsam konstruktiv an unserer Zukunft zu arbeiten. Wenn wir so in unserem Firmen, oder sonstigen Organisationen arbeiten würden, nicht auszudenken! Dieses Politiksystem hat ausgedient. Visionen haben wir Menschen selbst genug und müssen sie nur auf Basis der neuen Mitmachanwendungen zusammenbringen …

  15. Manfred Voss
    Mai 5, 2012 um 12:25 am

    „Wie steht es um euer politisches Interesse?“

    Von Volker Pispers hab‘ ich mal gehört (sinngemäß): „Der Unterschied ist, ob man zur Wahl GEHT, oder ob man eine Wahl HAT …“

    Seit vielen Jahren/Jahrzehnten kann man ja wählen, was auch immer – es bleibt alles gleich bzw. wird immer schlimmer … da schwindet jegliches Interesse, allein schon aus diesem Grund. Und die doofen Sandkastenspiele geben mir den Rest, schon seit vielen Jahren/Jahrzehnten, nicht erst seit Monaten … wenn ich z.Zt. aus Versehen irgendeinen Mainstream-Kommentar zu derzeitigen Wahlveranstaltungen vor die Augen bekomme, sehe ich nur rein strategische oder taktische Äußerungen wie bei einem Kommentar zu Fußballspielen oder militärischen Übungen – einfach nur grauslich. Was soll das? Um irgendwelche Inhalte geht es überhaupt nicht mehr, und wenn es mal doch der Fall zu sein scheint, sieht man bei genauerem Hinschauen, dass es doch ein reiner Vorwand für irgendwelche Machtspielchen ist 😦

    Und dann tun sie auch noch alle so (zumindest nach außen), als ob dieses Kindergartendurcheinandergeschrei der Nabel der Welt wäre … ich möchte wahrlich nicht in deren Haut stecken – deren Innenwelt muss ja einfach nur erbärmlich und im besten Fall ziemlich zerrissen sein. Oder sie spüren innerlich einfach nichts, und haben deswegen kein Problem, sich selbst zu verletzen …

    Nein, von „offizieller Politik“ erhoffe ich wirklich schon lange nichts mehr. Vielleicht bringen ja die Piraten wenigstens etwas Schwung in den Saftladen … alles, was irgendwie die verkrusteten Strukturen aufbricht, kann im Moment nur gut sein.

    Aus meinem persönlichen Erleben: Vor knapp 30 Jahren bin ich (nach langjähriger Tätigkeit) aus dem Wissenschaftsbetrieb einer Großforschungseinrichtung ausgestiegen, als ich ein Projekt bearbeiten sollte, welches die „Verbesserung der Ergonomie des Arbeitsplatzes Panzer“ zum Inhalt hatte – ich spürte nur noch ein flammendes „Stop“, und habe mich konsequent daran orientiert, obwohl (oder weil?) ich mit Leib und Seele Forscher war und bin, und keinerlei Ahnung hatte, was dann kommt (da geht man erstmal in ein dunkles Loch, das gehört dazu – ich hab‘ mir dann nach einiger Zeit der Neuorientierung meine eigene Nische als selbständiger Ingenieur aufgebaut) …

    „Aber Herr Doktor Voss, wenn Sie das nicht machen wollen, dann macht es halt ein anderer … was haben Sie damit gewonnen? Und Ihre Karriere als Forscher ist dann auch noch futsch …“ Tja, das Standardargument aller schwachen Opportunisten.

    Nun, HIER HATTE ICH EINE ECHTE WAHL, und ich habe meine innere Integrität und Aufrichtigkeit gewählt und erhalten, und das ist in meiner Sicht mehr wert als alles andere – ich habe mich seitdem immer wieder gefragt, warum so viele Menschen (und auch speziell Politiker) sich selbst nicht zu spüren scheinen … sind die tatsächlich alle so kaputt, oder so schwach, oder so von Ängsten zerrissen? Oder menschlich einfach nur unterentwickelt, nicht in ihr Potential hineingewachsen … nicht erwachsen geworden? Ich versuche, zu verstehen, nicht zu urteilen.

    Übrigens, im nachhinein gesehen war dieser Lebensweg in meiner Sicht das Beste, was mir passieren konnte, obwohl (oder weil?) ich dann nie viel Geld hatte, aber sehr viel Reichtum anderer Art – die Geschenke der Existenz sind häufig stachlig verpackt … 😉

    Ich wünsche mir (und versuche, z.B. auch als Bodyworker, beizutragen, was ich kann), dass noch viel mehr Menschen lernen, sich zu spüren und sich selbst liebevoll anzunehmen, einschließlich aller Verletzungen oder Narben, und all dessen, was bisher im Leben scheinbar schief gelaufen ist … dann wird in meiner Erfahrung individuelle Entfaltung möglich.

    In dem Maße, wie jemand in sich verwurzelt ist, sich selbst und seine Verbindung zum Ganzen spürt, kann er seine innere Antwort auf eine äußere Situation spüren und sich selbst „erhören“ (welch schönes Wort – die ultimative Liebesbeziehung zu sich selbst), und folgerichtig erst dann WIRKlich VerANTWORTung sowohl für sein Leben als auch für seine Einbindung in eine größere Gemeinschaft übernehmen – das jedenfalls sehe ich als notwendige Grundlage, ohne die es nicht gehen wird. Natürlich kommt dann noch oben drauf, sich ausreichend über das, was auch immer gerade ansteht, zu informieren und offen, angstfrei, von Herzen zu kommunizieren … da zeigt sich Stärke, ohne laut sein zu müssen. (Und das heißt keineswegs nur „Friede, Freude, Eierkuchen“ – ein Ja von Herzen kann sich auch mal als Nein verkleiden ;-))

    So etwa meine Antwort auf die Frage: Warum wagen wir eigentlich nicht mehr echte Demokratie jetzt?

    LG Manfred

    • federleichtes
      Mai 5, 2012 um 12:40 am

      Ja, ja und noch mal Jaja. Da bleibt jetzt mir nur Steno.
      Ich bin ein Freund von „Folgerichtig“.
      Wenn es bei den Politkern nicht „stimmt“, und wen Menschen diesen Nichtstimmigen IHRE Stimme geben, scheint es mir als folgerichtig, dass bei denen auch etwas – auf derselben Ebene – nicht stimmen kann.

      Heute Abend, als ich dieses Foto machte, dachte ich an DICH. Wenn’s in Deinen Ohren klingelte – das war ICH.
      Das Bild wird Dir gefallen, auch die Frage, was für eine Blüte das ist?
      Was für eine Blüte ist das? Kleine Hilfe: Der Baum fängt mit K an und hört mit astanie auf.

      Dir einen guten Abend – und herzlichen Dank für das Seelenbalsam.

      Wolfgang

    • Mai 5, 2012 um 9:45 am

      Lieber Manfred,
      vielen Dank für Deine Interpretation dessen, was es für mehr echte Demokratie braucht, und dass Du uns Einblick in einen formenden Teil Deines Lebens gabst.
      Als ich meine Promotion in der Tasche hatte, war ich selbst vor 20 Jahren einer Einladung einer ehemaligen Kommilitonin zu einer Bewerbung bei Rheinmetall in Düsseldorf gefolgt. In diesem Gespräch hatte man mir angeboten, bei der Entwicklung eines Raketenabwehrsystems zu bauen.
      Da ich zuvor schon drei Bewerbungsgespräche hatte, aber keine Zusage, was ich hier innerlich zerrissen. Ich wollte nie Waffen bauen. Hier war es immerhin Abwehr, als vertretbar? Hier muss ich mich an Solveigh erinnern: „Es tritt ein, was Du Dir wünscht.“ Jedenfalls kam doch die Absage, weil sich das Projekt verschoben hatte, und ich war richtig froh darüber. Seitdem arbeite ich im großen Umfeld des Wissensmanagements unterwegs, sprich Software auf den Markt zu bringen, die das gemeinsame Arbeiten mit Informationen erleichtert. Und da gehören die Sandkastenspiele der Politiker schon lange nicht mehr mit dazu, denn das ist kein gemeinsames Wirken für ein wichtiges Ziel: Das Wohl derer, die sie durch ihre Stimmabgabe eingentlich „angestellt“ haben.
      LG Martin

      • federleichtes
        Mai 6, 2012 um 1:14 pm

        Ja, Einblick in unsere Leben geben. Das tun wir mit unseren Themen und Kommentaren, aber vieles steht hier auch nicht geschrieben, erscheint zwischen den „Zeilen“ als Gefühl, und das ist es wohl, was verbindet: Gleiche Gefühle.

        Ich glaube, es gibt einen „Kern“ in jedem Menschen, das Eigentliche, das, was wirklich Authentisches hervor bringt – oder hervor bringen will. Was wirklich in uns steckt? Einiges zeigt sich sicher nur schattenhaft, einiges bremst die Angst aus, einiges wartet kontrolliert auf die richtige Zeit.

        Demokratie wagen? Das kann jeder tun, indem er lebt auf eine Weise, dass Menschen spüren: Es gibt nicht nur Duckmäuser und Verbrecher. Alles andere ist Stroh dreschen, aus einem einfachen Grund: Wenn die Mehrheit die Wahl hat, wählt sie die Fahne, auf der „Freie Wurst für Freie Bürger“ steht.

        Beim Lesen der letzten Kommentare kam mir ein Gedanke.
        Einige sind überzeugt, ihre Entscheidungen Für oder Gegen entstünden aus Wissen. Ich glaube, das ist nicht grundsätzlich der Fall. Mag es Menschen geben,
        die sich auf der Informationsebene entwirren müssen, so gibt es andere, die bereits aus ihrem „Kern“ heraus, mit einem Gefühl klare Entscheidungen treffen können. Und wieder andere, die sich über die Information emotional befreien können.

        Wir sind ganz sicher in unseren Handlungsmustern verschieden, aber – vielleicht SEHR gleich in unserem Wesenskern. Es ist noch nicht aller Tage Abend.

        Euch einen guten Tag.

        Wolfgang

        • Manfred Voss
          Mai 24, 2012 um 2:22 pm

          Danke Euch Beiden.

          „Beim Lesen der letzten Kommentare kam mir ein Gedanke. Einige sind überzeugt, ihre Entscheidungen Für oder Gegen entstünden aus Wissen. Ich glaube, das ist nicht grundsätzlich der Fall.“

          Ich kann für mich eindeutig folgendes sagen: Alle wichtigen „existentiellen“ Entscheidungen in meinem Leben habe ich ganz gewiss nicht durch langes denkerisches Abwägen von Für und Wider getroffen – das „Wissen“ um die „richtige“ Entscheidung war (soweit ich sagen kann) praktisch sofort „da“, und die Funktion des Verstandes bestand dann darin, eventuelle innere Widerstände argumentativ aus dem Weg zu räumen, und zusätzlich die auftretenden Ängste zu „umarmen“ und zu integrieren, z.B. mittels entspannen / zentrieren / meditieren.

          Oder, wie Ramesh Balsekar (sinngemäß aus meiner Erinnerung) etwas allgemeiner formulierte:

          „Der Nutzen von Weltbildern besteht darin, dass sie einander aushebeln können, so wie man einen Dorn benutzt, um einen anderen Dorn im Fleisch zu entfernen …“

          Wer glaubt, dass er mittels Denken zum Wissen gelangt, ist kein guter Denker – zumindest hat er nicht tief und weit genug gedacht und die Begrenzung des Denkens erfahren – es ist umgekehrt: Wenn Wissen da ist, wird auch das Denken zu einem liebevollen Diener des Wissens … dann offenbart es seine eigene Schönheit und Kraft, und kann wachsen und blühen, da es harmonisch im Gesamtzusammenhang seine Stimme spielt. Wenn nicht, dann ist Denken so etwas wie ein rücksichtslos wucherndes Krebsgeschwür.

          Anders formuliert: Wer als Schlagzeugspieler glaubt, eine Symphonie etwa von Beethoven vollumfassend in allen Aspekten spielen zu können, der irrt (und macht die Symphonie total kaputt), auch wenn er der allerbeste Schlagzeuger ist … aber wenigstens darf er gelegentlich im richtigen Moment auf die Pauke hauen – na ja, ein reichlich schräges Bild 😉

          Ich hatte schon mal erwähnt:

          „Der Verstand ist ein perfekter Diener,
          aber ein fürchterlicher Meister.“
          (Osho)

          Der „Kreislauf des Erkennens“ hat einen „induktiven“ und einen „deduktiven Zweig“. Der „induktive Zweig“ wächst und gedeiht aus der harmonischen Einbindung in den Gesamtzusammenhang, d.h. aus der ganzheitlichen Intuition, und ist zwar „Erkenntnisquelle“, aber nicht weiter deduktiv begründbar – ein Greuel für „reine Denker“, und seit Jahrtausenden ein Stolperstein für alle Philosophen.

          Daher beschränkt sich die Logik auf den „deduktiven Zweig“, spätestens seit George Boole (http://de.wikipedia.org/wiki/Boole) und Gottlob Frege (http://de.wikipedia.org/wiki/Gottlob_Frege) – diese Einschränkung wird häufig nicht einmal wahrgenommen … Missverständnisse sind dann zwangsläufig:

          Z.B. gibt es in der Logik den sogenannten „Wahrheitswert“ … aber der hat mit „Wahrheit“ tatsächlich überhaupt nichts zu tun – „Logik“ ist heute ein Satz gedanklicher Werkzeuge, konstruiert mit dem einzigen Zweck, die Frage zu beantworten: Welche „logischen Operationen“ kann ich auf eine Aussage A anwenden, ohne dass sich der „Wahrheitswert“ der Aussage A ändert (bzw. wenn er sich ändert: WIE ändert er sich) – ob die Aussage A grundsätzlich überhaupt wahr oder falsch ist, ist dabei völlig wurscht …

          Die grundsätzliche Erkenntnis ist: Mittels eines beliebigen Formenspiels lässt sich „der formlose Urgrund“ nicht einfangen … das Höchste, was hier möglich ist, sind Fingerzeige und Andeutungen, und Brücken ins Unsagbare wie z.B. in Kunst oder in Meditation, oder auch die „transmission of the lamp“ durch die „existentielle Präsenz“ eines lebenden Meisters …

          Ich wünsche mir, dass noch viel mehr Wissenschaftler ihre Integrität spüren können, sonst sind sie einfach „ein Geschlecht erfinderischer Zwerge, die für Geld alles tun“ (Bertolt Brecht in „Galileo Galilei“).

          „Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne, und nähme doch Schaden an seiner Seele.“ Wie wahr, und doch so wenig beachtet, insbesondere auch von so vielen „Christen“ – generell gesagt von Menschen, die sich selbst nicht spüren, weil sie nie nach innen schauen. Ein Wahrnehmungsproblem, und „Meditation“ im weitesten Sinn (unter welcher Verpackung auch immer sie auftritt) ist der Hebel, der dies aus den Angeln hebt.

          Als physiologische Analogie: Wenn dein Arm oder Bein „eingeschlafen“ ist (bzw. in eher positivem Sinn durch Anästhesie bei Operationen), dann kannst du mit Messern dich selbst verletzen, ohne es zu spüren. So viele Menschen schlafen in geistig-seelischer Narkose und trampeln als manipulierte Zombies dahin, und merken es nicht einmal …

          Das bedeutet nicht, dass es mir nicht auch passiert oder passiert ist, aber ich versuche zu lernen, so lange ich lebe.

          Das Leben ist manchmal ein bitterer Cocktail – dennoch, mein Urvertrauen ist ungebrochen …

          LG Manfred

          • Mai 26, 2012 um 11:41 pm

            Danke, Manfred, für Deine ausführliche Sicht auf unsere Verhinderungstaktiken, nur sich nicht mit der „Welt“ zu beschäftigen.
            Ich war wieder drei Tage unterwegs und habe viele Menschen beobachten können. Und ja, es ist, als bewegten sich unter uns viele Zombies, deren wichtigstes Ziel es ist, alles zu unternehmen, nur sich selbst nicht spüren zu müssen, über sich selbst nicht nachdenken zu müssen:
            Überall Ablenkung. Es muss was unternommen werden, sei es Spiele anschauen und sich seinen Gefühlen im Stadion hingeben, oder „einfach nur die Birne zuknallen und Sinn und Verstand“ (genauso der Einen zum Anderen vor mir gehend).
            Ich hatte es lange Jahre auch ähnlich gehalten (nur Saufen und Drogen waren nicht meine Dinge). In jungen Jahren hatte mich der Sport gefangen, später war es die Arbeit. Mit Einsatz der Krisen begann ich Fragen zu stellen. Und ich bin damit noch lange nicht am Ende, will mir scheinen …

            Die Intuition betreffend, da hatte ich mal einen lesenswerten Artikel von Alexander Tornow bekommen:
            Unsere Welt ist komplex und nicht berechenbar – daher wurden wir mit Intuition ausgestattet

            LG Martin

        • Manfred Voss
          Mai 24, 2012 um 3:07 pm

          Als Ergänzung ein Gedicht, welches ich kürzlich vor die Augen bekam:

          hör auf die leise stimme in der tiefe,
          sie spricht zu dir bei tag und in der nacht –
          und ob sie dich oft auch vergeblich riefe,
          sie ruft und ruft, bis endlich du erwacht …

          es rauscht ein strom in dir, gespeist aus quellen,
          die tiefer sind, als du erahnen magst –
          es trägt der strom dein herz auf seinen wellen,
          du aber weisst es nicht und bangst und fragst …

          woher die kraft, die dich durchs dasein führt,
          woher der mut, noch immer fest zu stehn,
          wenn alles um dich wankt? bis du gespürt:
          dich trägt der strom, du kannst nicht untergehn …

          es trägt der strom dich hin durch viele leben,
          und zeigt dir bilder, die vorübergehn –
          nur was du sehen sollst, wird dir gegeben,
          sieh an die bilder, doch bleib niemals stehn …

          hängst du an ufern, wirst du bald zerschellen,
          vertrau dem strom dein leben und geschick:
          er trägt dich sicher hin auf seinen wellen,
          und trägt dich einst, woher du kamst, zurück …

          (Ephides)

          LG Manfred

          • Mai 26, 2012 um 11:04 pm

            hängst du an ufern, wirst du bald zerschellen,
            vertrau dem strom dein leben und geschick:
            er trägt dich sicher hin auf seinen wellen,
            und trägt dich einst, woher du kamst, zurück …

            Das wirkt wie eine Zusammenfassung der letzten Monate Diskussionen hier auf dem Blog.

  16. Mai 6, 2012 um 11:23 am

    Satire ist doch immer wieder herrlich augenöffnend. Hier eine Bericht über Mausland, in dem bunte Katzen in die Regierung gewählt werden. Zu wessen Nutzen wohl?

  17. Mai 13, 2012 um 5:34 pm

    Dr. Markus Schade hat auf seiner Web-Site beschrieben, wie eine Mitmachdemokratie funktionieren in einer postkapitalistischen Gesellschaft mit seiner Bezeichnung Geistesgesellschaft funktionieren kann. Er hat das sehr übersichtlich hinbekommen. Er formuliert u.a.:

    Das Problem

    Ökonomisch reduzieren sich die Krisen des Kapitalismus im Kern auf den im Kapital verborgenen Grundwiderspruch zwischen gesellschaftlicher Produktion und privater Aneignung oder einfach gesagt: Viele arbeiten für den Gewinn Weniger. Politisch besteht das Kernproblem in der vom Kapital immer wieder reproduzierten Teilung der Gesellschaft in Herrscher und Beherrschte oder einfach gesagt: Wir leben in einer Zuschauer-Demokratie, in der eine Minderheit die Mehrheit beherrscht.

    Da das Kapital in seiner sich wechselseitig bedingenden Einheit von Geld und Macht aber die politökonomische Basis dieses Systems ist, kann der Kapitalismus es nicht abschaffen und seine Krisen deshalb niemals nachhaltig lösen, ohne sich selbst aufzugeben. Der Kapitalismus hat folglich nicht nur ein Problem – er ist das Problem!

    Die Herausforderung

    Wie gehen wir mit diesem Problem um? Nach dem Motto „Love it, leave it or change it!“ (Liebe es, verlasse es oder ändere es!) gibt es grundsätzlich drei Möglichkeiten der Reaktion auf die Krisen: Wir können
    1. alles beim Alten lassen und den Kapitalismus lieben, was die meisten von uns unbeirrt tun jedoch mit zunehmendem Herzschmerz; wir können
    2. der Herrschaft des Kapitals entfliehen, was uns aber schwer fallen dürfte, solange wir einigermaßen zivilisiert leben wollen, oder wir können
    3. das System verändern, was eine schwierige Herausforderung, aber der einzig nachhaltige Lösungsweg zu sein scheint.

    Der Lösungsansatz

    Wenn das Kapital die Hauptursache der gesellschaftlichen Krisen der Gegenwart ist, dann müsste seine Abschaffung die Lösung sein. Aber was heißt das eigentlich, das Kapital abzuschaffen? Das bedeutet im Kern eine Neuverteilung der politischen und ökonomischen Entscheidungsbefugnis, also eine neuartige Verteilung und Ausübung der Macht.Ökonomisch heißt das, dass die Produzent/innen selbst über die Produktion und die Produkte bestimmen und sich niemand mehr die Produkte fremder Arbeit aneignen kann. Und politisch heißt das, aus unserer Zuschauer-Demokratie eine selbstbestimmte Teilnehmer-Demokratie zu machen.

    Mein zentraler Lösungsansatz heißt also: (politische und ökonomische) Selbstbestimmung!

    Er hat meine 100%-ige Zustimmung!

  18. federleichtes
    Mai 25, 2012 um 1:37 am

    Danke für Deinen ausführlichen persönlichen Kommentar, Manfred. Ist für mich besonders wertvoll, Menschen zu „hören“, die aus dem Erlebten heraus „sprechen“.
    Inhaltlich stimme ich mit Dir überein bzw. kann Deine Gedanken nachvollziehen. Jeder Mensch erlebt sein Lernen wohl anders, oder?

    Wenn es sich bei meinen Informationen tatsächlich um Wissen handeln sollte, wächst mir daraus kein Verdienst zu. Ich folgte auf meiner Reise nicht meinem Plan, sondern einem Roten Faden, der mir bereitet wurde. Und ich brauchte viele Jahre, um diesen Roten Faden überhaupt erkennen zu können.

    Bevor ich zu Martin kam, hielt ich mich mindestens für ziemlich gut, was das Verstehen des Lebens betrifft. Aber was hier mit mir in den sechs Monaten geschah, ist mit dem, was mir vorher zuteil wurde, vielleicht vergleichbar mit einer Schwangerschaft und das Neugeborene in den Armen halten. Es wäre umwerfend im Sinne des Wortes geworden, wenn ich nicht gemeinsam mit Susanne fest verankert in der Natur stünde.

    Scheinbar ist meine Reise noch nicht beendet. Ja, ein Leben lang lernen, so hatte ich mir ein erfülltes Leben auch vorgestellt. Und wenn es stimmt, dass im Bewusstsein „magnetische“ Kräfte wirken in dem Sinne, Gleiches („Hallo Ingo“) anzuziehen, dürfen wir auf das weitere Werden hier sehr gespannt sein.

    Und wenn ich das abschließend sagen darf:
    Vom ersten Beitrag an hatte ich zu Martin ein rational nicht begründbares Vertrauen. Woher es kam, ist mir unwichtig – es war, wie das Werden zeigte, gerechtfertigt und ist nicht zu brechen, gleich was geschieht.

    Danke Martin, und Dank auch an die Anderen „Mitstreiter“.

    Wolfgang
    mit einigen Tagesimpressionen

    Plattbauch-Weibchen

    Goldammer

    Mini-Biene

    Schwebfliege

    Pusteblume der anderen Art

    Heute mal das Landkärtchen als Lichtwesen

    Von diesem Schmetterling war ich geradezu schockiert – ein winzig-winzig-kleines Tierchen, nur etwas 4mm klein. Sieht man im Vergleich zur Größe der Hahnenfussblüte.

    Von deer Braunen Tageule hatten wir solche eine Ansicht bisher nicht. Scheint ein echter Schnappschuss zu sein.

    Zu dieser Ansicht fiel mir der Spruch „Wo Licht ist, ist auch Schatten“ ein. Und formulierte: „Wo Schatten ist, ist auch Licht“.

    Das Bild nannte ich „Frieden“.
    Und so lautet meine Botschaft.

  19. Mai 27, 2012 um 11:44 am

    Jeder Gesellschaftszustand und Kapitalismus ist das kleinste gemeinsame Vielfache, das ultima ratio, seiner aktiven, bestimmenden Mitglieder. Ich veröffentliche demnächst wieder einen kleinen Exkurs in diese Richtung. Was hindert uns daran, für uns einen Rahmen zu finden, in dem wir unser ultima ratio neu bestimmen? Wir selbst stehen uns im Wege, weil wir uns an den unhaltbaren Zustand gewöhnt haben und unsere innere Stimme uns warnt, vom Wege abzuweichen, weil sie mit Recht befürchtet, dass wir uns verändern müssen. Warum fällt ein Alkoholiker wieder zurück in die Sucht, weil er zu schwach ist? Wir wissen es alles besser, nur wir wollen es für uns selbst nicht wahr haben…
    Die Änderung liegt in einen Prozess, der nicht auf Bundesebene stattfinden kann und wird!

  20. Juni 21, 2012 um 9:38 pm

    Hier hat Jemand ganze Arbeit geleistet, sämtliche 100 Argumente gegen eine direkte Demokratie zu entkräften. Hier Nummer 4 als Beispiel:

    Ist es wirklich so: „Die Bürger sind zu leicht manipulierbar“

    Dies ist aus mehreren Gründen ein Irrtum:
    Zum einen, wenn dies stimmt, dann gilt das auch für Wahlen. Diese werden deswegen aber auch nicht in Frage gestellt. Darüber hinaus geht es bei der (direkten) Demokratie immer um einzelne Sachentscheidungen im überschaubaren Rahmen. Bei Wahlen dagegen werden Personen gewählt, die das Blaue vom Himmel versprechen können, ohne sich nachher daran halten zu müssen. Wahlen sind daher für populistische Manipulatione weitaus empfänglicher als Abstimmungen.
    Zum anderen gehört es zur freien Meinungsbildung, dass die Bürger selbst entscheiden in wie weit sie Informationen Glauben schenken, sich überzeugen oder überreden lassen. Die Erfahrung zeigt, dass es weitaus schwieriger ist ein Millionenvolk öffentlich so hinters Licht zu führen, dass das Volk nichts merkt, als eine Handvoll Parlamentarier zu korrumpieren.“

    • Juni 21, 2012 um 10:11 pm

      Ich hoffeDer siebente Grund ist lesenswert:

      ————

      „Direkte Demokratie ist eine Fiktion“

      (Direkte) Demokratie ist sehr konkret und das weltweit und seit über 100 Jahren. Nicht nur die Schweiz kennt die direkte Demokratie und hat damit beste Erfahrungen gemacht, sondern auch viele US-Bundesstaaten und fast alle Länder der Welt kennen zumindest direktdemokratische Verfahren, wenn auch teils unvollkommen. Direkte Demokratie ist nur dort eine „Fiktion“ wo sie von den Berufspolitikern so mit unüberwindlichen und undemokratischen Hürden vernagelt wurde, dass sie nur auf dem Papier existiert, wie bspw. in Deutschland auf Länderebene.

      ————

      … wo sie „nur auf dem Papier existiert, wie bspw. in Deutschland auf Länderebene“.

      So ist es. Eine solche Aussage habe ich bisher noch nicht gelesen, außer bei mir selbst (Verfassungsgeschwätz).

      LG

      Andreas

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