Startseite > Ökonomie, Ethik, Gesellschaft, Politik > Warum Schüler unsinnig büffeln müssen – Brief eines Vaters an seine Tochter zur Erklärung

Warum Schüler unsinnig büffeln müssen – Brief eines Vaters an seine Tochter zur Erklärung

Prolog vom 29.09.2013: Wenn ich nach den Klickraten dieses Artikels beurteilen sollte, ob das Thema Schule unter den Fingernägeln brennt, dann muss ich deutlich mit ja antworten. Über 115.000 Tausend Aufrufe bedeuten ein Fünftel aller Klicks auf diesem Blog. Der Frust, das Leid und die Empörung, die ja notwendig ist, dass sich was ändert, scheint nun Fahrt aufzunehmen. Ich wünsche allen unseren Kindern, aber auch den Eltern und Lehrern, dass wir unser Bildungssystem so umgestalten können, dass ein gesundes geistiges und soziales Wachsen die Regel wird!

Den Eltern und zukünftigen Eltern möchte ich die folgende Erkenntnis des Dichters von Gibran Khalil Gibran vor der weiteren Lektüre mit auf den Weg geben: Eure Kinder sind nicht Euer Besitz, sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst…

Und noch etwas: inzwischen gibt es eine ganze Reihe „Köpfe“, die zur Um-Bildung unseres Schulsystem aufrufen. BeGEISTerung solle im Vordergrund stehen. Siehe die Referenten des diesjährigen Vision Summit EduAction.

Den im Folgenden aus Gründen des Urheberrechts nur kurz hier wiedergegebene, sehr ergreifenden Brief, hat Henning Sußebach an seine Tochter geschrieben und auf Zeit Online veröffentlicht. Der Vater zeigt an vielen Punkte auf, woran so Vieles auch in der Aus-bildung krankt.

—–

Liebe Marie,

erinnerst Du Dich noch an den Tag, an dem wir das letzte Mal im Kino waren? An diesen Tierfilm, den Du so gerne sehen wolltest? Wie hieß der bloß noch? Ich glaube, Tiger, Bären und Vulkane, aber sicher bin ich mir nicht. Denn unser Ausflug liegt schon ein paar Monate zurück. Wir sind alle zusammen mit dem Auto in die Stadt gefahren: Mama, Henri, Du und ich. Es war Sonntag – und wir beide saßen mit Karteikarten auf der Rückbank und haben gelernt. Wie viel ist 172? Wie viel 56? Wie viel 28? Auf dem Weg nach Hause dann noch mal: 27 = 128, 182 = 324, 56 = 15625. Und noch mal. Und zur Sicherheit gleich noch mal.

Wir hätten so viel Sinnvolleres tun können auf unserem Heimweg! Den Bildern der Bären nachhängen und Bonbons lutschen zum Beispiel. In dem Zauber verweilen, den jeder kennt, der aus dem Kinodunkel ins Licht tritt – als laufe man erwachend durch einen Traum. Aber noch nicht mal an einem Sonntag ist es mir gelungen, Dich das Kind sein zu lassen, das Du sein solltest mit zehn Jahren.

Bitte mach mir diesen Mist nicht nach, wenn Du erwachsen bist, Marie!

Du merkst schon: Der Brief, den ich Dir schreibe, ist eine verzwickte Angelegenheit. Du wirst ihn genau lesen müssen, damit Du alles verstehst. Und dass Du verstehst, ist wichtig: Denn es geht um Dein Leben und um das, was wir Erwachsenen daraus machen.

Ich werde Dir von Schülern berichten, die krank werden vom dauernden Üben. Von Bildungsexperten, die Euch vorm Lernen warnen. Und von Eltern, die ihre Kinder trotzdem nicht in Ruhe lassen. Von Zeile zu Zeile werde ich wütender werden – weil ich wütend bin auf mich und auf ein Land, das Euch alle zu Strebern macht.

Deshalb habe ich meinen Brief auch nicht auf Deinen Platz gelegt, dort am Küchentisch, an dem wir morgens Einkaufszettel schreiben und abends Vokabeln lernen: Wie lautet das englische Wort für Gummistiefel, Stiefvater, Drachenfestival, Schiffsausguck, Küstenstadt, Karaoke-Gerät, Schatzkarte, Gartenschuppen, Geschmacksrichtung Hühnchen? Ich schreibe diesen Brief in der Zeitung, weil es noch 275.000 andere Fünftklässler in Deutschland gibt, die ein Gymnasium besuchen wie Du. Die gerade wie Du für die letzten Arbeiten vor den Zeugnissen büffeln. Und die wie Du trotzdem nur mit halbem Ohr diese rätselhaften Wörter hören:»Turbo-Abi«, »Schulzeitverkürzung«, »G8«.

In diesem Brief, Marie, möchte ich Dir und Tausenden anderer Schulkinder etwas verraten. Es gibt da ein paar Geheimnisse, von denen Ihr nichts ahnt, denn jedes Kind nimmt die Welt ja erst einmal als gegeben hin.

Stopp, das war zu kompliziert! Ich meine: Ein Kind hält sein Leben, so wie es ist, für ganz normal. Woher soll es wissen, dass alles auch anders sein könnte? Oder …

Ist es Zufall, dass Dein Freundeskreis nur noch aus Klassenkameradinnen besteht? Oder liegt es daran, dass Ihr im selben Rhythmus lernt und lebt?

Wie viel Platz wird Dir Dein Alltag für Liebeskummer lassen? Für die Pubertät? Für den Aufstand?

Wird Dir jemals ein Lehrer erzählen, dass das Wort Schule aus dem Griechischen stammt und eigentlich »freie Zeit« bedeutet?

Warum wird das Buch einer verkniffenen chinesisch-amerikanischen Mutter, die über das Drillen ihrer Töchter schreibt, in Deutschland ein Bestseller? Wieso beschäftigen wir uns ernsthaft mit dieser Frau, die ihren Töchtern droht, die Stofftiere zu verbrennen, wenn sie faul sind?


Weißt Du, was passiert ist, als eine Mutter eine Lehrerin Eurer Schule gefragt hat, ob sie nicht zu schnell zu viel von Euch verlangt? Da hat die – eine junge Frau – kühl geantwortet: »Sicher ist dieses Lernen nicht für alle geeignet.« Und Klassenarbeiten seien dazu da, »zu überprüfen, ob die Kinder auf dem Gymnasium Schritt halten können«.

Weißt Du, was das bedeutet, Marie?

Ich werde es Dir erklären: Es bedeutet, Klassenarbeiten sollen nicht nur helfen, herauszufinden, welcher Schüler wo Schwächen hat – um dafür zu sorgen, dass es beim nächsten Mal besser klappt. Nein: Sie sollen auch helfen, die Schwächsten zu finden und auszusortieren. Deine Lehrerin hat nicht gesagt, es gehe ihr darum, alles zu tun, »damit« Kinder Schritt halten können. Sondern zu prüfen, »ob«.

Meine Lehrer hätten so etwas nie gesagt, selbst wenn sie heimlich so dachten. Du wirst das verrückt finden, Marie: Als vor 25 Jahren in der Ukraine ein Atomkraftwerk explodierte, schickten meine Lehrer uns zum Demonstrieren! Als vor 20 Jahren in Kuwait ein Krieg losbrach, ließ mein Mathelehrer uns aus Protest nicht mit Äpfeln und Birnen rechnen, sondern in der Recheneinheit »Leichensäcke«. Das hört sich ziemlich grotesk an, was? Einige meiner Lehrer sprachen im Unterricht voller Pathos, wie ein Pastor in der Sonntagspredigt. Aber es ging ihnen darum, uns mitzureißen. Uns zu gewinnen. Wenn auch nur für ihre eigenen Träume von einer besseren Welt.

Und jetzt? Spricht diese Lehrerin wie die Jurypräsidentin einer gigantischen Castingshow – in der nicht Werbeverträge vergeben werden, sondern Lebenschancen. Und zwar nur an die Passgenauen.

Das macht mich wütend. Sie hat G8 zwar nicht erfunden – aber sie hat sich damit abgefunden. Mindestens das. Andererseits gibt sie nur den Druck weiter, den andere aufgebaut haben. Und zu diesen anderen gehöre – ich. Die Versuchung, mit Dir auf die Jagd nach immer besseren Noten zu gehen, ist so groß. Wie schnell passiert es, dass ich eine gute Klassenarbeit nach den wenigen Fehlern ausspähe, nicht nach den korrekt gelösten Aufgaben. Es gibt Eltern in unserer Stadt, die ihren Kindern das Taschengeld kürzen, wenn die keine Eins heimbringen. Die mit all den fleißigen Chinesenkindern drohen, von denen wir noch gar nicht wissen, ob die ganze Paukerei sie wirklich schlau macht oder bieder.

Wenn Du Geburtstag feierst und Deine Klassenkameradinnen kommen, freue ich mich über all die wohlerzogenen Kinder, die den ganzen Tag keine Mühe machen – aber ich wundere mich auch. Wo sind die Querköpfe, die Nervensägen, die Rotznasen? Wer hat sie aussortiert?

Vor fünf Jahren hat ein Kollege in dieser Zeitung geschrieben, er finde die verkürzte Schulzeit gut, denn es sei noch »Luft im System«. Schon möglich. Aber ist Luft schlecht? Ist sie nicht zum Atmen da? Und lernt, wer atmen darf, nicht sogar mehr? Oder jedenfalls lieber?

Das Gerede von der »Luft im System« ist gefährlich, Marie. Man kann so lange sagen, es sei »Luft im System«, bis keine mehr da ist.

Wir haben Euer Leben den Regeln der Wirtschaft unterworfen: In einem Motor kann Luft schaden, in einem Windkanal ist Druck sinnvoll. Aber wer hat uns eingeredet, dass ein beschleunigtes Leben ein gelingendes Leben ist? Wenn ich sehe, wie Manager auf Flughäfen und in ICE-Abteilen ihre iPhones und BlackBerrys anstarren, auf eingehende Mails so angewiesen wie Junkies auf Rauschgift, und wenn ich höre, wie sie endlos von »Quartalszahlen«, »Jahresabschlüssen« und der Marktforschung faseln, die sie nur noch »Mafo« nennen, wie sie von Hamburg nach München fahren, ohne dabei auch nur einen einzigen eigenen Gedanken zu äußern – dann glaube ich, wir sollten uns kein Beispiel an ihnen nehmen.

Du sollst wissen, warum ich Dich manchmal dressiere wie ein Dompteur sein Zirkuspferd – und mir dann wieder auf die Lippen beiße, statt nach der Schule zu fragen.

Du sollst wissen, dass Du mehr bist als die Summe deiner Leistungen.

Du sollst wissen, warum es manche Deiner Freundinnen nicht schaffen werden, warum ihre Stühle irgendwann leer bleiben werden.

Du sollst wissen, dass Depression keine Kinderkrankheit ist.

Du sollst wissen, dass die Schulzeit mehr sein sollte als ein Trainingslager fürs Berufsleben.

Du sollst wissen, dass die Gesellschaft an denen wächst, die sie infrage stellen.

Und Du sollst wissen, dass ich Dir das gestohlene Jahr zurückgeben möchte. An jedem Tag, an jedem Wochenende – und nach dem Abitur. Am besten kein Auslandsstudium. Kein Sommerseminar. Sondern einfach eine Reise ohne Weg und ohne Ziel. Denn wenn Du Deine Seele bis dahin nicht in einem Klassenzimmer gefunden hast, wirst Du sie auch in einem Hörsaal nicht finden. Aber vielleicht tief in einem finnischen Wald, mitten in einem äthiopischen Dorf oder auf der Sitzbank eines amerikanischen Überlandbusses. Irgendwo, irgendwann, wenn Du es nicht erwartest.

Und ich hoffe, dass Du mich dann, wenn es losgehen soll, nicht mitleidig anschaust und sagst: »Das ist doch reine Zeitverschwendung.«

Dein Papa, Henning Sußebach
zum kompletten Artikel auf Zeit Online

—–

Eine noch strukturiertere Kritik hatte der US-Amerikanische Lehrer John Taylor Gatto in seinem Buch “Die sieben Lektionen des Lehrers“niedergelegt: Kritik an unserem Schulsystem: darüber, wie wir unsere Kinder verdummen …

Es gibt bei aller Kritik aber auch schon viel versprechende Alternativen in unserer Schulen, denen ich in diesem Artikel und weiteren Kommenterierungen daran nachgegagngen bin: So sollte Schule funktionieren: über Erfahrungsräume im Umgang mit Unvorhersehbarem und Übernahme von Verantwortung,

Auch Wolfgang und Susanne, die hier mit lesen und schreiben, haben sich Gedanken über eine Reform gemacht:  Entwurf einer neuen Struktur von Schulfächern und passender Lehrerskills

Nicht zuletzt darf man doch auch mal fragen: Geht das: Demokratie in der Schule?

Nachtrag vom 30.09.2013: Ausschnitte aus Prof. Gerald Hüthers Vortrag darüber, was wir tun können, um Bildung gelingen zu lassen:

  1. Januar 24, 2012 um 10:46 pm

    Ich möchte hier gerne ergänzend auf eine andere Seite des Schulunterrichtes hinweisen.

    Über das politisch formulierte Wesen der Schule scheint wohl weitgehend Klarheit zu bestehen. Klar ist wohl auch, dass hier Lehrer nicht über einen Kamm zu scheren sind; ich weiß von einigen, die bereits aus der Reihe tanzen.

    Klar sollte auch aber sein, dass zu den Forderungen an eine Systemänderung eine Forderung an Eltern und Kinder zu richten ist:

    Zumindest was die Ernährung betrifft, sollten die Kinder wissen, dass sie ihrem Körper und ihrer Psyche – und somit ihrem Leistungsvermögen – mit einer mangelhaften Ernährung einen schlechten Dienst erweisen. Kindern, die nicht fit sind, hilft ein anderes Schulsystem wenig.

    Daher plädiere ich für ein ganzheitlichers „Denken“ mit der richtigen Gewichtung:
    Wenn Eltern ihre Kinder „gesund“ in die Schule schicken, ist der halbe Weg zur Veränderung bereits gegangen. Und für das Treffen einer Vernunfts-Entscheidung gibt es auch keine Ausreden: Eine gesunde Ernährung ist zweitwichtigste Fürsorgepflicht.

    Wolfgang

  2. Oliver
    Januar 27, 2012 um 1:16 am

    Hallo,

    ich sehe es an meinem Beispiel,

    ich bin momentan noch Mittelschicht, da es mir gut und schlecht geht.
    Doch Finanziel wird man immer mehr beschnitten und die Kosten für Energie ect. steigen. mein Lohn bleibt gleich. Wie soll ich auferstehen und mich um etwas kümmern, da ich Nebenjobs ausführen muß um Familie zu ernähren??
    Kinder haben weniger Teit mit mir als Vater, die Erziehung leidet und so weiter. Der Staat macht es geschickt um die Menschen klein zu halten. Doch auch hier ist irgendwann das Maß voll und der Staat wird ausgenutzt, denn dann lebe ich vom Amt und muß mich täglich mit meinem Gefühl, als Schmarotzer besser leben zu können, als wie ich gearbeitet habe, rum schlagen.

    Ich kann nur sagen Deutschland wach auf eh es zu spät ist. Zusammen sind wir stark, den wir sind das Volk und wir bestimmen.

    Leute die Ihre Meinung sagen und ehrlich sind, stehen außerhalb vom Kreis und können auch nur mit Menschen kommunizieren die ebenfalls dort stehen und nicht die aus der Masse.

    Thema Ernährung gebe ich vollkommen recht. Vor noch Zehn jahren wurde man nicht mit Mc Donalds gemäßtet, sonder es war mal eine Belohnung. Heute ist es Alltag dem Kind Geld für ein Mittags Döner zu geben, da muttern keine Lust oder Zeit hat. Keine Lust ist mit Plattformen wie Facebook gemeint, die die Menschheit durchleuchten und gläsernd machen,
    ist ebenfalls ein Thema für sich.

    So genug für heute.

    Mit freundlichen Grüßen

  3. Oliver
    Januar 27, 2012 um 1:36 am

    Die Geschichte von der fleißigen Ameise
    (Autor unbekannt)
    Jeden Morgen kam die fleißige Ameise fröhlich zum Dienst. Sie liebte ihre Arbeit. An ihrem
    Arbeitsplatz verbrachte sie immerhin die meiste Zeit des Tages. Mitunter hatte sie schwierige
    Probleme zu lösen und zeitweise wurde ihr viel zusätzliche Arbeit aufgebürdet.
    Sie arbeitete dennoch unermüdlich und fleißig, dabei immer ein Liedchen summend.
    Der Vorsteher, ein dicker fetter Käfer, stellte fest, dass es niemanden gab, der die Ameise
    beaufsichtigt. Ein unhaltbarer Zustand, der nicht geduldet werden darf. So konnte es auf gar keinen
    Fall weitergehen!
    Er schuf einen Sachgebietsleiter-Posten und stellte dafür einen Mistkäfer ein.
    Bereits nach kurzer Eingewöhnungszeit, entwickelte der Mistkäfer Verfahren, wie die internen
    Arbeitsabläufe standardisiert werden können. Hierzu erstellte er mehrere Berichte. Bald benötigte der
    Mistkäfer einen Geschäftsstellenleiter, die diese Berichte bearbeiten soll. Man stellte hierzu eine
    Spinne ein, die ihrerseits ein entsprechendes Archiv einrichtete und Telefonanrufe für den Mistkäfer
    entgegen nahm.
    Und in der ganzen Zeit, arbeitete die Ameise froh und munter weiter, denn ihre Arbeit gefiel ihr und
    von Zeit zu Zeit summte sie ein Liedchen.
    Der Vorsteher war begeistert von der Arbeit des Mistkäfers; forderte noch grafische Darstellungen,
    Präsentationen und Zukunftsanalysen an. Für diese zusätzlichen Aufgaben wurde es erforderlich, eine
    Fliege einzustellen. Als Helfer für den Sachgebietsleiter. Er erhielt von der Dienststelle einen
    besonders modernen Laptop, um schöne bunte Präsentationen vorbereiten zu können.
    Die fleißige Ameise allerdings, summte nur noch selten ein Liedchen. Sie stöhnte unter der Last des
    stetig zunehmenden Schreibkrams. Was sie nun alles zusätzlich auszufüllen hatte, führte dazu, dass
    sie immer weniger ihren eigentlichen Aufgaben nachgehen konnte.
    Natürlich informierte sie ihren Vorgesetzten, allerdings ohne sich dabei über die überproportional
    zugenommen zusätzlicher Arbeiten zu beschweren.
    Daraufhin veranlasste der Vorsteher unverzüglich für das Sachbebiet, in der die Ameise arbeitet,
    einen Administrator einzustellen. Diese verantwortungsvolle Aufgabe wurde der Heuschrecke
    übertragen. Die verlangte, dass man ihr einen speziellen Bürosessel zur Verfügung stellt und
    zusätzlich einen Dienstwagen mit eingebautem Laptop und einem Zugang zum Intranet.
    Selbstverständlich benötigt sie auch einen persönlichen Assistenten. Eine Kröte. Diese hatte bereits in
    einer anderen Abteilung für die Heuschrecke gearbeitet.
    Die Ameise summte nicht mehr. Sie wurde immer unruhiger und nervöser.
    Während einer Dienstbesprechung der Vorgesetzten wurde festgelegt, eine externe Arbeitsgruppe zu
    bilden und Daten für eine Studie über das arbeitende Personal zusammen zu tragen. Später soll dem
    Vorsteher dieser Bericht vorgelegt werden. Die ausgesuchten Spezialisten waren auch sofort bereit,
    gegen ein beträchtliches zusätzliches Entgelt, unverzüglich tätig zu werden.
    Fast zeitgleich, stellte der Vorsteher fest, dass das Sachgebiet, in der die fleißige Ameise beschäftigt
    ist, nicht mehr die Controllingzahlen wie früher erreichte. Auch die Arbeitsmoral hatte sich erkennbar
    verschlechtert.
    Er suchte Hilfe bei der Eule. Eine Expertin in Sachen Betriebswirtschaft, Arbeitsabläufen und
    Organisationsstrukturen. Sie analysierte und diagnostizierte. Zusätzlich führte sie lange Gespräche mit
    den Mitarbeitern.
    Für ihre Bemühungen wurde ein Honorar von 30.000,00 EURO vereinbart.
    Innerhalb von drei Monaten sammelte die Eule alle relevanten Daten und Fakten der Abteilung. Im
    Anschluss daran, legte sie den Abschlussbericht vor. Die Kernaussage:
    „Sie haben zu viel Personal, es sollten umgehend Stellen abgebaut werden“
    Der Vorsteher las den Bericht aufmerksam. Umgehend setzte er die Empfehlung um.
    Die Ameise wurde entlassen – die immer so fleißig arbeitete und ihre Arbeit liebte.
    Und die Moral von der Geschicht’ :
    Es sollte dir nicht im Traum einfallen, eine fleißig arbeitende und fröhliche Ameise zu sein. Es ist viel
    besser eine Heuschrecke oder ein Mistkäfer zu sein. Wenn auch unnütz und unfähig. Denn diese
    Spezies brauchen keinen Aufseher.
    Wenn du nicht anders kannst, als fleißig und arbeitsam zu sein, dann zeige bloß niemanden, dass dir
    deine Arbeit Freude bereitet und du dabei noch fröhlich bist.
    Erfinde von Zeit zu Zeit unlösbare Schwierigkeiten und Probleme bei der Arbeit, jammere herum und
    beschwer dich, wo du nur kannst. Keiner soll je auf den Gedanken kommen dich zu beneiden, nur weil
    du Spaß an der Arbeit hast.
    Viel liebe Grüße,
    PS: …und bloß nicht summen—-

  4. Februar 3, 2012 um 11:53 am

    Das hier ist eine vielversprechende Bürgerinitiative

    http://www.Hoffnungsmarsch.de /www.FestivalMensch.de

    für (globale) menschlichere ganzheitliche Bildungssysteme
    für das ABC der Menschenkunde als Lehrfach in Schulen

    für ganzheitliche Dialoge/Kooperationen mit Verantwortlichen der Bildungssyteme, Medien, Politik, Ökonomie, Ökologie, Religionen, Unternehmen, etc.
    für demokratisch ganzheitliche Korrektive
    für eine lebenswerte Zukunft unserer Kinder
    + Kindeskinder in Harmonie mit der Umwelt

    „Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.“ (Vaclav Havel)

  5. A. Tauber
    Februar 6, 2012 um 6:50 pm

    Lieber Herr Sußebach,

    als Mutter eines 11 jährigen Sohnes, der die 6. Klasse eines bayrischen Gymnasiums besucht, danke ich Ihnen für diese Worte: Sie schreiben mir so aus dem Herzen!

    Mit freundlichen Grüßen,

    A. Tauber

  6. Februar 9, 2012 um 10:02 pm

    Büffeln für Afghanistan.

    Es ließ mir keine Ruhe, und ich schaute mal bei
    http://www.wissen.de/wde/generator/wissen/ressorts/kinder/index,page=1304614.html
    nach der Bedeutung von:

    Das kennt wohl jeder: Vor einer Klassenarbeit muss man richtig schwer schuften. „Büffeln“ sagt man zu der harten Lernarbeit auch. Das Wort ist übrigens ganz schön alt – schon vor rund 300 Jahren sprachen Studenten so.
    Verständlich, dass der Ausdruck über Jahrhunderte hinweg nie aus der Mode kam: „Büffeln“ trifft genau das Lebensgefühl, das man hat, wenn man schwitzend über seinen Büchern sitzt. Man fühlt sich eingespannt wie ein Ochse vor dem Pflug. Manche sagen ja auch „Ochserei“.

    Damit wären wir schon zurück bei Afghansistan.
    Manch einer geht hin als gebildeter Bulle, und kommt als dämlicher Ochse wieder.

    Man lernt eben nie aus, gell.

    Wolfgang

  7. Sven Schütz
    Februar 10, 2012 um 5:34 pm

    Es gibt Schulen, die in Deutschland funktionieren und auch noch bilden, ohne das Kind nach einem Schema F bewerten zu müssen! Die Individuellen Fähigkeiten fördern und Menschen zu Menschen erzeiehn und nicht zu Wirtschaftssklaven!

  8. Februar 10, 2012 um 6:43 pm

    Da ist es: Domestikation
    [lateinisch domesticare, „in das Haus bringen“]
    die Umwandlung von Wildtieren und -pflanzen in Haustiere (Haustierwerdung) und Kulturpflanzen durch züchterische Auslese. Dadurch kommt es im Laufe der Generationen zu Veränderungen in Körperbau, Leistung und Verhalten der Wildarten. Typische Merkmale von Haustieren: Abnahme des relativen Hirngewichts, Scheckung des Fells, Wollbildung; Kürzerwerden des Schnauzenteils, frühere Geschlechtsreife, erhöhte Fleisch-, Milch- und Eierproduktion, aber auch erhöhte Anfälligkeit gegen Krankheiten.

  9. Februar 19, 2012 um 9:41 pm

    Dr. Martin Bartonitz :
    Wir haben nur dieses eine Leben.

    Du sagst das so, als würde es stimmen…

    • Februar 19, 2012 um 11:15 pm

      Liebe Hannelore,
      seitdem ich das gesagt habe, sind wieder ein paar Wochen rum, viel gelesen, insbesondere auch Kommentare zu den Artikeln, und ja, inzwischen stehe ich auch dem Thema Reinkarnation positiv gegenüber. Und da ist es dann umnso wichtiger, sich Schritt für Schritt im solidarischen Gedanken weiter zu verbessern.
      Vielen Dank nocn an dieser Stelle für Deine Artikel auf Deinem Blog, die mich Anfang letzten Jahres sehr viel weiter gebracht haben.
      Liebe Grüße, Martin

  10. Februar 20, 2012 um 6:19 pm

    Der Philosoph Michael Schmidt-Salomon, Autor der neuen Streitschrift „Keine Macht den Doofen“, zu unserem Bildungssystem:
    Das Verrückte an unserem pädagogischen System, ich nenne es auch Pädagogiotie, das wir den Zwang zur Wissensbullämie haben. Den Kinder wird unglaublich viel totes, fragmentiertes Wissen in kürzester Zeit eingepaukt, damit sie es zum Zeitpunkt der Prüfung wieder frsitgerecht gegen Noten erbrechen. So wird es schnell wieder vergessen. Wir haben eine Bildungespresssucht. Die Kinder lernen nicht fürs Leben, was wir bisher meinten, sondern für Prüfungen. Das, was sie da lernen, hat für ihr Leben gar keine Bedeutung. Solange es dabei bleibt, dass wir die Zusammenhänge nicht darstellen, d.h. der Inhalte zwischen den Fächern und zum eigenen Leben, dann wird Bildung nur als Ware empfunden und besonders dann als unsinnig, wenn man weiß, dass man am Ende Hartz-IV-Bezieher wird.

  11. Februar 20, 2012 um 6:50 pm

    Martin Bartonitz :
    Solange es dabei bleibt, dass wir die Zusammenhänge nicht darstellen, d.h. der Inhalte zwischen den Fächern und zum eigenen Leben,

    Wie könnte denn ein interdisziplinärer Lehrstoff aussehen, der die Zusammenhänge zum eigenen Leben aufzeigt? Sagen wir in einer kleinen Klasse von nur 15 Schüler/innen.

    15 Individuen, mit unterschiedlichen Begabungen, Interessen, Bedürfnissen und Voraussetzungen?

    Ich gehe davon aus, dass wir es nicht mit Klonen zu tun haben…

    • Februar 20, 2012 um 7:18 pm

      Ich stelle mir vor, dass es gemischte Lerngruppen geben wird, die sich nach Interessenlagen zusammensetzen.
      Zudem bin ich der Meinung, dass nur ein geringes Grundwissen von allen Schülern erlernt werden sollte.
      Ansonsten muss der Schwerpunkt beim Lernen in dem Lernen des Lernens liegen, d.h. der Inhalt wäre quasi egal. Daher kann das gelernt werden, was gerade als wichtig in den Lebensabschnitten der Schüler von diesen erachtet wird. Lehrer sollten also moderieren und Impulse geben. Alles weitere ist im Netz zu finden. Die Schüler sind heute in Sekunden mit mehr Informationen ausgestattet als der Lehrer. Was sie weniger schnell heraus haben, sind Methoden. In einem solchen Umfeld bedeutet dies, dass der Lehrer quasi mit den Schülern Neues lernt.

  12. Februar 20, 2012 um 7:45 pm

    Martin Bartonitz :
    Daher kann das gelernt werden, was gerade als wichtig in den Lebensabschnitten der Schüler von diesen erachtet wird.

    So mache ich es auch. Ich brauche dazu weder einen Lehrer noch sonst jemanden, der mir „Impulse“ gibt. Der Impuls entsteht ja in mir. Bei anderen Menschen – egal wie alt – ist das genauso.

    Lehrer sollten also moderieren und Impulse geben.

    Lehrer/innen lernen in der Ausbildung wie man ‚motiviert‘ und ‚Impulse‘ gibt, um die Aufmerksamkeit der Klasse zu erhalten. Das gleiche machen Entertainer mit ihrem Publikum.

    Man muss nur motivieren und Impulse geben, wenn man dem uninteressierten Gegenüber was aufs Auge drücken will.

    Alles weitere ist im Netz zu finden. Die Schüler sind heute in Sekunden mit mehr Informationen ausgestattet als der Lehrer.

    Eben.
    Deshalb schlage ich vor, dass Kinder und Erwachsene (darunter auch Lehrer) jeweils für sich lernen, möglichst weit voneinander entfernt an dem Ort ihrer Wahl und im selbstbestimmten zeitlichen Rhythmus.

    Was sie weniger schnell heraus haben, sind Methoden.

    Dass Kinder keinerlei Anleitungen brauchen, um etwas völlig neues zu lernen, das sogar außerhalb dessen liegt, was sie bisher gesehen und erlebt haben UND in einer ihnen fremden Sprache, zeigt das Video in folgendem Beitrag: http://rette-sich-wer-kann.com/gesellschaft-im-wandel/kinder-unterrichten-sich-selbststaendig-das-ende-der-klassengesellschaft-video/

    • Februar 20, 2012 um 11:32 pm

      Vielen Dank für den Hinweis auf das Video. Ich hatte schon davon gehört. Ja, es sieht so aus, dass da noch viel mehr möglich ist, als wir uns das je vorstellen könnten.
      Was, wenn wir Menschen absolutes Vertrauen darin haben könnten, dass wir jedwedes Problem, das sich uns in den Weg stellt, gemeinsam lösen könnten, und dass dabei Niemand auf der Strecke bleiben müsste.
      Ich wage zu behaupten, dass wir dann keine Gesetze mehr bräuchten.

  13. Februar 23, 2012 um 6:37 pm

    Güte!
    Welch wundersames Wort. Mag sie das Schweigen befördern.

    Vers 8 aus Laotses „Tao te king“:
    Höchste Güte ist wie das Wasser.
    Des Wassers Güte ist es,
    allen Wesen zu nützen ohne Streit.
    Es weilt an Orten, die alle Menschen verachten.
    Drum steht es nahe dem SINN.
    Beim Wohnen zeigt sich die Güte an dem Platze.
    Beim Denken zeigt sich die Güte in der Tiefe.
    Beim Schenken zeigt sich die Güte in der Liebe.
    Beim Reden zeigt sich die Güte in der Wahrheit.
    Beim Walten zeigt sich die Güte in der Ordnung.
    Beim Wirken zeigt sich die Güte im Können.
    Beim Bewegen zeigt sich die Güte in der rechten Zeit.
    Wer sich nicht selbst behauptet,
    bleibt eben dadurch frei von Tadel.

    Fragen wir unsere Kinder, wer sie Güte lehrte.
    Fragen wir uns, ob wir Güte lehren können.
    Vermögen wir einen Moment inne zu halten in einer Welt der Ereignisse?

    2500 Jahre kennt unsere Welt Laotses Worte. Sie verstummten im Tosen des Chaos, als wären sie einer zeitlosen Ordnung entsprungen. Gleich der Güte.

    Wolfgang

  14. Februar 26, 2012 um 9:51 pm

    „Kinder lernen besser ohne Computer“, ein Interview mit Hirnforscher Manfred Spitzer

    Der wirtschaftliche Erfolg eines Landes hängt letztlich vom Bildungsniveau ab, und das Bildungsniveau steht in direktem Zusammenhang mit dem Fernsehkonsum. Der massiv gestiegene Fernsehkonsum unserer Kinder bedroht – nach allem, was wir wissen – unsere wirtschaftliche Zukunft.

    Ich hatte ja auch darüber gesprochen, dass wir Verbesserungen am besten durchbekommen, wenn wir den Entscheidern aufzeigen, dass es aus wirtschaftlichen Gründen besser ist, etwas in die richtige Richtung zu bringen

    • Februar 26, 2012 um 10:54 pm

      Sehr klug der Mann – insofern verstehe ich sein Argument mit der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit nicht. Geht es nicht um die Leistungsfähigkeit der Kinder als MENSCHEN?

      Wir entwickelten heute, beinahe beiläufig, ein Unterrichtskonzept für die Neue Ordnung:

      Kunst (Sport, Malen, Tanzen, Musizieren etc.)
      Natur (Ausflüge, Biologie, physikalische und chemische Grundgesetze in der Praxis)
      Allgemeinbildung (nützliches Wissen für den Alltag)
      Leben (der Mensch, das bekannte Wesen – das Ich und die Gemeinschaft)
      Keine Hauptfächer – keine Noten.

      Na, Martin?
      Oder sollen wir ein Konzept für die Steigerung des Wirtschats-Wahnsinns vorlegen?
      Könnte mir vorstellen, auf diesen Zug würden einige liebend gerne aufspringen. Allerdings glaube ich, wir brauchen noch viele Jahre, um die Verwüstungen, die das bisherige Wirtschaften anrichtete, einigermaßen in den Griff zu bekommen.

      Nix für ungut.

      Wolfgang

      • Februar 26, 2012 um 11:06 pm

        Ja, Wolfgang, es wird wohl Einiges an Zeit brauchen, um den Unrat wieder zu beseitigen. Und da wird es manche Hilfe sogenannter „Etablierter“ brauchen. Und daher kann es hilfreich sein, diese noch mit dem Wirtschaftlichkeitsargument überzeugen zu wollen, weniger mit dem der Menschlichkeit 😉 Martin

  15. Februar 26, 2012 um 11:24 pm

    Sorry, aber ich sehe das völlig anders.

    Warum sitzen Kinder vor dem Fernseher? Etwa, weil ihre Eltern sich wie die Blöden abrackern und als halbe Leichen nach Hause kommen?

    Erwachsene Menschen, wohin sind sie gewachsen? Ich sage Dir eine Tatsache, die bereits vor über 30 Jahren gehandelt wurde: Weil sie mittels Arbeit und Konsumieren von sich selbst entfremdet wurden, und von der Natur gleich mit. Die Wahrheit müssen die Menschen hören: AUFRÄUMEN IST ANGESAGT. Und sie sollen im Spiegel wieder einen liebenswerten Menschen entdecken, und keine gefühlsentleerte Roboterfratze.

    Wen meinst Du mit „Etablierte“?
    Die ihr Schäfchen meinen im Trockenen zu haben?
    Hoffentlich nicht. Die werden sich wundern, welche Rolle ihnen in der neuen Ordnung angeboten wird. Ich sehe auf den ersten Blick – außer aufräumen mit Schaufel und Schubkarre – keine Verwendung für sie.

    Die Zukunft wird sich auf Wahrhaftigkeit begründen, das glaube ich.

    Wolfgang

    • Februar 27, 2012 um 1:02 pm

      Ich meinte mit den „Etablierten“ jene, die an den Entscheidungsstellen sitzen und entweder blockieren können oder etwas voranbringen können. Und da der Prozess etwas länger dauern wird, hieße es, sich erst einmal zu arrangieren. Es sei denn, die Eliten übertreiben es dermaßen, dass es dann so schnell wie zur Wendezeit läuft. Das waren am Ende nur 6 Woche bei einer Aufwärmphase von ca. 3 Jahren. Die drei Jahre hätten wir inzwischen, wenn wir ab der Finanzkrise 2008 rechnen …

      • Februar 27, 2012 um 3:30 pm

        Durch Blockieren entsteht – Chaos.
        Menschen arrangierten sich seit dem Beginn der Herrschaft (der Idee von einer notwendigen Erkenntnis) mit dem Chaos.
        Wenn ich recht vermute, entsteht aus dem Chaos eine Neue Ordnung – Fließen, Wohlwollen, Optimierung.
        Das Vehikel, in dem die „Etablierten sitzen und bremsen wollen, wird bald in der Garage stehen. Dort können sie weiterhin an der Bremse spielen. Wenn sie nichts anderes zu leisten vermögen, wird man ihnen Essen bringen.

        Mal anders denken, Martin?
        Denke, die Neue Ordnung ist DA!
        Sie wird nicht fragen, ob sich jemand in ihr etablieren will oder nicht, sondern Optionen zur Verfügung stellen. Herrschaft, Willkür, Unterdrückung? Nein Danke!
        Und: Meinst Du, die Ordnung schaffende Triebkraft fragt nach einem „Herrn Müller“ in der Behöre X7J.
        (Immerhin können wir ja unseren Kindern erklären, warum wir das Etablieren dieser vielen Müllers dulden mussten.)

        „Länger dauern“?
        Stell Dir vor, Du wachst morgens auf, wählst routinemäßig eine Nummer, und in „Deiner“ Firma geht niemand ans Telefon.

        Die Zerschlagung der „DDR“ war ein weiterer Schritt ins Chaos. Ich glaube, ein Vergleich mit dem Schritt in die Neue Ordnung hilft wenig.

        Jedem Menschen, der in Chaos-Dimensionen „denkt“, empfehle ich den Schritt in die Welt der Finken und Amseln, um eine andere Ordnung „fühlen“ zu lernen.

        Übrigens: In meinem Bewusstsein gibt es keine Finanzkrise.
        Drei Meter entfernt sitzt ein Rotkehlchen und singt. Für Dich?

        Dir einen ordentlichen Tag.

        Wolfgang

        • Februar 27, 2012 um 3:55 pm

          Wolfgang, Du schaffst es immer wieder, mich abrupt auf neue Gedankepfade umzulenken.

          Wir hatten am Wochenende am Mittagstisch mit den Kindern von Sibylle über andere Kindergärten und andere Schule sprechen können, da sich beide mit dem Thema via Studium und Schulunterricht damit beschäftigen konnten. In Reggio-Kindergärten (hier ein paar Bilder) lernen Kinder sich selbst zu entwickeln. Es wird an dem gearbeitet, was gerade an Fragenstellungen da ist. Und die Kinder entwickeln das Thema erst einmal selbst. Also selbstgesteuer und damit hochmotiviert.

          Ja, ich muss Dir recht geben. Das andere Leben hat schon überall im Kleinen angefangen. Ich hatte ja auch schon von unserer eingeführten SCRUM-Methodik in der Entwicklung gesprochen. Diese ist auch Ausdruck des neuen Zusammenarbeitens.

          So schlimm ist es also um uns herum gar nicht gestellt. Es gibt genügend Kluster wie in Püppi, die sich bald auf den Weg des Wandels macht, damit der Wandel genügend Schwung hat.

          LG Martin

          Und hier noch ein Video zu den Ideen des Reggio-Kindergartens

  16. März 18, 2012 um 12:15 am

    Hier fordert Jemand die Lehrer auf, aus sich herauszugehen und für die Schüler Jemand zu werden, der ihr kritischen Denken und Konstruieren weiter voran bringt:

  17. März 19, 2012 um 9:54 am

    Prof. Dueck hatt wieder draufgesattelt:

    ‎Unser ganzes Verständnis von Erziehung, Persönlichkeitsentwicklung, Mitarbeiterentwicklung, Führung und Ausbildung muss die positive eigenverantwortliche Grundhaltung stärker ins Zentrum rücken. Die neuen Berufe des Wissenszeitalters brauchen nicht mehr vorrangig Arbeitsdrohnen, die im Fließbandtakt funktionieren. Sie brauchen den voll erblühten Menschen. Unsere Schulen aber produzieren tendenziell Funktionsmenschen, die vorgeschriebene und eher dienende Rollen ausfüllen.

    Anstatt der aktuellen Kopfnoten, besser neuere?

    • Betragen
    • Fleiß
    • Mitarbeit
    • Ordnung
    • Zuverlässigkeit/Sorgfalt
    • Sozialverhalten

    Diese Wörter sind nicht mehr der richtige „Code“ für die neue Arbeitswelt. Sie sind nicht (mehr) die Zauberwörter für den Menschen, der die besten Chancen hat. Wie wären folgende Kopfnoten in der Schule?

    • Kreativität, Originalität, Sinn für Humor
    • Konstruktiver, freudiger Wille
    • Initiative, die auf andere ausstrahlt
    • Gemeinschaftssinn, der auch andere aktiviert
    • Gewinnendes Erscheinungsbild und Offenheit
    • Ausgewogenes Selbstbewusstsein
    • Vorfreude auf eine gute eigene Zukunft
    • Auch andere inspirierende Neugier
    • Positive Haltung zur Vielfalt des Lebens
    • Liebende Grundhaltung zu Menschen

    Ja, das würde wieder zu mündigen und verantworltichen Menschen führen. Aber Vorsicht: diese geben ihre Stimmen nicht mehr ab. Denn wer Verantwortung nimmt, steht für Freiheit. George Bernard Shaw wusste scho:

    Freiheit bedeutet Verantwortlichkeit. Das ist der Grund, weshalb die meisten Menschen sich vor ihr fürchten.

  18. federleichtes
    März 19, 2012 um 1:38 pm

    Ich möchte direkt fragen, Martin:
    Wie stehst Du zu meinem Ansatz der zwei verschiedenen Wesen?

    Auf dieser Grundlage beginnt ein völliges anderes „Denken“ – und zwar eins, das sich auf Mitgefühl begründet.

    Wenn Eltern erkennen könnten, welches Wesen ihr Kind hat, würden sie es in ihrer Erziehungsarbeit berücksichtigen können. Und ich bin davon überzeugt, dass dann viel weniger bereits verhaltensgestörte Kinder in der Schuile ankommen.

    Zum Kern
    Das Folgende hört sich sehr einfach an, und ich kann mir lebhaft die Kritik derer vorstellen, die ihre Freude aus dem Kreieren komplexer Lösungen ziehen.
    Für zwei grundverschiedene Wesen muss es zwei grundverschiedene Ausbildungsansätze geben. Ich spreche hier bewusst nicht von Erziehung – Ausbildung bedeutet mir Fördern.

    Hypothese – bitte nicht verallgemeinern!
    Ein Einzelwesen wird zu einem Störenfried bereits in der Familie – und es wird gewaltsam „sozialisiert“. Aus seinem gesunden Egoismus (ich will leben und überleben) wird Egozentrik, schädlich für das Wesen und destruktiv für die Gemeinschaft. (Täter)
    Der Egoismus wäre hier zu entwickeln in die Richtung Integrität: Sein Ich-Sein zum Wohle der Gemeinschaft zu gestalten.
    Ein Sozial-Wesen wird zu einem Störenfried bereits in der Familie – es verlangt nach viel Aufmerksamkeit und wird gewaltsam „individualisiert“. Aus der normalen Bindungsfähigkeit entwickelt sich Unterwürfigkeit, die soziale Einbindung um jeden Preis.
    Der gesunde Egoismus wäre hier zu entwickeln in Richtung Individualität: Eine willensstarke Persönlichkeit zu werden.

    Würde dieser GRUNDansatz Berücksichtigung finden, brauchte es weder Noten noch Kopfnoten. Man könnte leicht am Verhalten eines Kindes ablesen, ob seine GRUNDbedürfnisse erfüllt sind.

    Allerdings glaube ich nicht, dass eine grundsätzliche Neubetrachtung einer kompliziert gewordenen Problematik in Reichweite ist. Es ist so wie bei der Eisenbahn: Waggons werden neu gestaltet, Streckennetze ausgebaut und Signalanlagen modernisiert – während das Fahrrad still vor sich hinrostet.

    Wolfgang

    PS.
    Ich vergaß: Diesen Beitrag plante ich bereits um 3 Uhr in der Nacht.

    • März 19, 2012 um 1:51 pm

      Wolfgang, das Modell gefällt mir und scheint nach allem Diskutierten plausibel.
      Mir gefällt allerdings nicht mehr das Wort Aus-Bildung. Denn sieht es mir so aus, dass dabei vorhandene Bildung (durch die Eltern?) vernichtet werden soll, um einen Diener zu bilden.
      LG Martin

      • federleichtes
        März 19, 2012 um 2:16 pm

        Danke für Deine Antwort, Martin.
        Was lernen die Menschen wie selbstverständlich: Die Unterscheidung in Frau und Mann. Ein Mann fühlt (gerne): Das ist MEIN Sohn – das MUSS ein Mann werden, sprich MÄNNLIVH erzogen werden. Das sind die „Bilder“, nach denen (bisher) ausgebildet wird. Aber – in so manchem Männerkörper stecken weibliche Wesen*, und erzeugen mit falscher ErZIEHung etwas, das man als Widersinniges bezeichnet.
        * und in Frauenköprern männliche Wesen.

        Ausbilden bedeutet mir, die zwei grundverschiedenen Bilder – Individualität und Gruppe – von Existenz
        a) anzuerkennen und
        b) kennenzulernen.

        Genau die Missaxchtung der Grundverschiedenheit der Wesen führte zu Herrschaft und Knechtschaft: Das eine Wesen wurde egozentrisch und das andere willfährig gemacht.
        Könnten wir das nur erkennen, dass sowohl das Individuelle (Geist) als auch das Soziale (Liebe) gleichwertige und unverzichtbare Eigenschaften eines Menschen sein müssen.

        Ich würde gerne Argumente hören, dass mein Ansatz irgendeiner humanen „Lehre“ widerspricht.

        Wolfgang

  19. Dr. Manfred Voss
    März 19, 2012 um 3:21 pm

    Wie wärs mit „Kultivieren“? Scheint mir noch relativ unbelastet, und beinhaltet etwas für mich Wesentliches:

    Wie schon mal erwähnt, kommt es von lat. „colere“ = nähren, pflegen, und „cultura“ bedeutet „Ackerbau, Gartenpflege“, und im übertragenen Sinn „Lebensstil“, d.h. den äußeren und inneren „Garten“ pflegen, das vorhandene, von der Existenz mitgegebene Potential begleitend und unterstützend pflegen und hervorlocken, Steine und Hindernisse aus dem Weg räumen, den Boden lockern und gießen und nähren … und sich auch über die vielfältigen, individuellen „Gewächse“, seien es „nützliche Pflanzen“ oder „Blumen“, freuen – mit diesem Bild kann ich viel anfangen.

    Wie auch immer, mir fällt grad nix Besseres ein …

    Manfred

    P.S.: Ich seh grad, dass das ja nichts Neues ist – oben schon mal angesprochen:

    „Ein guter Lehrer ist nichts anderes als ein Sprachrohr des Potentials von dem Menschen, der ihm, oder ihr, gerade gegenüber sitzt. Dann fühlen sich Schüler und alle Menschen gesehen. Der beste Lehrer ist ein “leerer” Lehrer – er spiegelt sein Gegenüber wider in dem was er ist.“

    Eine wichtige Eigenschaft und Voraussetzung eines „guten“ Lehrers sehe ich noch in Bescheidenheit und Demut gegenüber dem Mysterium des Lebendigen … sich nicht auf ein Ego-Podest stellen und von vornherein zu glauben „ich weiss es besser“…

    • März 19, 2012 um 4:09 pm

      Ja, „Kultivieren“ finde ich sehr gut!
      Und spontan fiel mir ein, dass ein Lehrer den Schüler in seinem Inneren erkennen muss, um ihn angemessen fördern zu können. Halt sehen, was ja auch mit dem „namasté“ gemeint ist …

      • federleichtes
        März 20, 2012 um 1:12 am

        So, so, Lehrer sollen die Schüler in ihrem Inneren erkennen. Interessanter Aspekt. Und dann? Glaubst Du im Ernst, dass ein Lehrer dann noch an Fördern denken wird? Glaubst Du, dass in jedem „Fall“ eine Rundumdieuhr-Individdualbetreuung helfen würde? Ich nicht.

        Kultivieren finde ich auch sehr gut.
        Obwohl ich mit dem Begriff Kultur allergrößte Probleme habe – aber das paßt ja zu der Klientel, um die es geht.

        Ich weiß zu viel über die Realität an der Schule, trug hier mein bescheidens Scherflein bei – uind klinke mich aus.

        Wolfgang

  20. Rockstar
    März 25, 2012 um 11:46 pm

    Ich kann diesen Brief überhaupt nicht nachvollziehen. Ein Großteil der Schüler ist heute stinkefaul und das Niveau an den Schulen sinkt dadurch gewaltig.
    Auf jeden Schüler, der wie in dem Brief geschrieben in seiner Freizeit lernt kommen 5 die nicht einmal ihre Hausaufgaben machen, sondern nur Playstation spielen.
    Es ist nicht das Problem, dass Kinder heute zu viel lernen müssen. Es ist das Problem, dass die meisten heute zu faul sind, weil Eltern eben NICHT hinterher sind, dass sie sich in die Schule reinhängen.

    • März 26, 2012 um 7:32 am

      Warum sind Schüler faul, Rockstar? Hier kommt sicher Einiges zusammen:
      1. Die Großkonzerne wollen möglichst Dumme, damit sie ohne zu murren konsumieren, siehe Ablenkung durch Spiele und TV-Schrott
      2. Die Eltern müssen viel arbeiten, um beim Lebensstandard des Konsumierens mithalten zu können und haben keine Zeit mehr für die Kinder, siehe aufreißende Scheere zwischen Arm und Reich.
      3. Die Schüler spüren, dass sie unsinniges Zeug lernen sollen, damit sie später als Arbeitsdrohnen verwertet werden können, und doch keine Perspektive haben, da es aufgrund zunehmender Automaisierung immer weniger Arbeitsplätze gibt. Dabei wird auf Gehrochen erzogen und nicht auf kritisches Denken.
      4. Der Unterricht ist überwiegend so gestaltet, dass er langweilig ist, sprich zu wenig Lernen durch Selbsterfahrung
      5. Durch Standardisierung wird zu wenig auf das unterschiedliche Lervermögen der Kinder eingegangen. Wer nicht im Standard liegt fliegt raus.

      Unbedingt noch diese Artikel lesen:
      Kritik an unserem Schulsystem: darüber, wie wir unsere Kinder verdummen …
      So sollte Schule funktionieren: über Erfahrungsräume im Umgang mit Unvorhersehbarem und Übernahme von Verantwortung
      LG, Martin

    • federleichtes
      März 26, 2012 um 12:43 pm

      Das „Elend“ einer sich immer chaotischer entwickelnden Gesellschaft an den Kindern festzumachen, halte ich für den falschen Weg. Es spiegelt das mentale Elend, die Schwächsten in die Verantwortung zu nehmen. Sicher ein Grund, warum das Bewusstsein gerade diese Entwicklung braucht.

      Wolfgang

    • Umdenker
      April 13, 2012 um 11:53 am

      “Schüler sind einfach nur faul und spielen lieber PlayStation”, dazu kann ich nur sagen “na und?” Typische Denke aus dem 18/19.Jh. Sie versuchen gar nicht mal ihre maroden Scheuklappen abzulegen und den Geist frei zu lassen um zu reflektieren. Wäre es wirklich so schlimm wenn wir alle mehr Freizeit haben und nicht so andauernd im Stress sind. Wenn wir uns nicht Zeit als Faktor künstlich selbst verknappen, weil mir meinen nur dann nützlich zu sein und ein sinnvolles Leben zu führen?

      Alter Schwede, wieso haben diese Personen solche Probleme damit, dass wir mit der heutigen Produktivität locker alle nur 4h arbeiten müssten und trotzdem Fortschritt, Wohlstand für den Grossteil, gesunde Arbeitsteilung, usw. möglich wären? Die reden sich alle ein das wäre der Untergang des Abendlandes und meinen, dass das Leben nur lebenswert ist, wenn man möglichst wenig Zeit zum Denken und am besten nen 12h Arbeitstag hat und dann brav mit 65 umkippt. Was für eine Vorstellung von Leben.

      Aber natürlich haben sie recht. Ich wette wir werden alle eingehen und nur noch in der Ecke hocken um auf den Tod zu warten, sobald der Anreiz des heiligen Mammon des Kapitals nicht mehr vorhanden wäre. Einfach nur eine traurige Entwicklung der Menschheit. Schwarz/weiss Denken und Stammtisch Niveau.

      • April 13, 2012 um 12:15 pm

        Ja, lieber Umdenken,
        wer Zeit zur freien Nutzung des eigenen Denkapparats bekommt, kann sich eine eigene Meinung bilden und wird sich damit weniger manipulativ in-form-ieren lassen, sprich unreflektiert Glaubenssätzen nachlaufen. Und das führt dann aus Sicht der 1%-Profiteure des Systems dazu, dass die 99% es dann doch anders wünschten. Daher soll sogar eher wieder mehr gearbeitet werden. Im Hamsterrad kommen die Menschen eher weniger dazu zu merken, dass ihre Meinung die von Anderen ist.
        LG Martin

        • Dr. Manfred Voss
          April 13, 2012 um 1:36 pm

          MÜSSIGGANG

          Hohe und allgemein unterschätzte
          Kunst der Umwandlung
          freier Zeit in zeitlose Freiheit.
          Mutter der Weisheit
          und Vater des Lebensgenusses:
          also nicht von schlechten Eltern.

          Hanns Kruppa
          (http://www.hans-kruppa.de/index.html)

          Manche (oder viele?) verwechseln offensichtlich „Muße“ mit „Müssen“ … ziemlich ver-rückt.

          LG Manfred

          • April 13, 2012 um 2:23 pm

            Das mit unserer Silbe „ver“ scheint mir auch noch mal nachdenkenswert zu sein:

            tun -> vertun
            laufen -> verlaufen
            greifen -> vergreifen
            steigen -> versteigen
            kaufen -> verkaufen
            raten -> verraten
            pfeifen -> verpfeifen
            schreiben -> verschreiben
            trauen -> vertrauen
            loben -> verloben
            lieben -> verlieben
            geben -> vergeben
            ziehen -> verziehen / verzeihen

            Hm, wird „ver“ nicht als Ver-schlimmerung genutzt?

            LG Martin

  21. Michael Molli
    März 26, 2012 um 2:33 pm

    Rockstars Kommentar ist exemplarisch für die Ursache des Problems.
    In einem gewissen Sinne sollten wir ihm dafür dankbar sein, daß er das Mißverständnis so klar verständlich rübergebracht hat.

    Seine Folgerungen lauten:

    1. Aus fleißigen Schüler werden erfolgreiche Schüler.
    2. Aus gehorsamen Schüler werden intelligente Schüler.
    3. Wenn etwas nicht nachvollzogen werden kann, muß es wohl falsch sein.

    Dabei stimmt keine seiner Annahmen:

    ► 1. Schüler mit den besten Zeugnissen, sogar Akademiker, finden häufig keine Anstellung mehr. Das liegt nicht an den Bewerbern, sondern am Arbeitsmarkt.
    ► 2. Die Lehrinhalte werden grundsätzlich nie in Frage gestellt – warum nicht? Unser Schulsystem ist nicht auf Individuelle Heranwachsende eingestellt – Kinder und Jugendliche werden gezwungen sich dem Schulsystem anzupassen und unterzuordnen. Wer das richtig findet, der hat ein falsches Verständnis von artgerechtem und gesundem Fördern.
    ► 3. Das Festhalten an alten Dogmata hindert eine gesunde Fortentwicklung. Genau deswegen befinden wir uns heute in vielen Bereichen gesellschaftlich noch im pränatalen Stadium.

    • März 26, 2012 um 2:53 pm

      Ja, Michael, passend bemerkt. Es geht um das Loslassen ziemlich alter Dogmen. LG Martin

      • federleichtes
        März 26, 2012 um 2:58 pm

        Das oberste Dogma lautet:
        Wir müssen die Welt beherrschen.
        Aber die Welt signalisiert uns:
        Wir müssen UNS beherrschen.

        • März 26, 2012 um 4:18 pm

          Hallo Wolfgang,
          vier Zeilen, die das Fazit unserer Diskussionen ziemlich auf den Punkt bringt!
          Und genau die Selbstberrschung scheint uns absolut verloren gegangen zu sein, weshalb so vieles aus den Fugen geraten zu sein scheint.
          LG Martin

  22. federleichtes
    März 26, 2012 um 2:55 pm

    Ich möchte etwas Allgemeines zum Problem sagen.
    Die Wellt gebiert aus sich selbst heraus Probleme. Mit diesen braucht es einen Umgang OHNE Strafe UND eine angemessene Berücksichtigung von Individualität.
    Weder für Gesellschaften noch für Menschen kann es ein Prädikat „Normal“ geben. Wobei die Menschen, die alles „normal“ richten wollen, den Umständen am Wenigsten gerecht werden.

    Wolfgang

  23. Michael Molli
    April 2, 2012 um 10:37 pm

    » Franz ist anders als Ulrike « ein Podcast vom 19.02.12

    • federleichtes
      April 3, 2012 um 1:15 pm

      Vielen Dank für den Hinweis Michael, wir haben uns die Darstellung der „Problematik“ angehört.
      Und nun? Ich sehe im Kern nur ein Problem: Die AUSRICHTUNG der Bildung – auf Sozialisierung und Produktivität.
      Hat beides nichts mit dem Menschsein an sich zu tun – insofern verwundert das Ergebnis, die Chaotisierung der Menschen und der Umwelt, wenig.
      Solange sich die Menschen(kinder) ins Chaos zwingen lassen, bleiben alle Reformen das, was sie immer waren: Richtige Mittel zum falschen Zweck.

      Susanne und Wolfgang

  24. April 13, 2012 um 10:07 am

    Dieser Artikel ist ein erschütterndes Beispiel dafür, wie unser Schulsystem völlig aus dem Ruder gelaufen ist. Mit völlig blödsinnigen Lehrinhalten wird nicht nur Zeit und Geld in ungeheurem Maß verschwendet, nein auch der gutwilligste Schüler wird irgendwann bei diesem Irrsinn nur noch auf „Durchzug“ schalten können.
    Dies ist wohl auch eine der Erklärungen dafür, dass die Schulabgänger sehr häufig nur ein extrem schwaches Allgemeinwissen haben.
    Nicht umsonst beklagt eine immer größere Zahl an Ausbildungsbetrieben die überaus schlechten Kenntnisse in praxisgerechter Mathematik, Physik, Biologie und der deutschen Sprache. Die praxistauglichen Kenntnisse in Fremdsprachen erwähne ich hier voller Absicht nicht, da sie bestenfalls üblicherweise nur rudimentär vorhanden sind
    Aus meiner Sicht ist unser Schulsystem sowohl für die Schüler als auch für unsere Gesellschaft eine einzige Katastrophe!

    • April 13, 2012 um 10:29 am

      Hallo Lothar,
      vielen Dank für Deine Einschätzung, die zum Glück immer mehr Menschen inzwischen Teilen und auch „von unten“ beginnen, daran etwas zu tun. Je mehr Menschen davon erfahren, desto mehr werden den Mut haben, auch gegen die Regeln es schon heut anders zu machen. Es muss nicht darauf gewartet werden, bis „von oben“ der Segen für das Andersmachen kommt …
      LG Martin

  25. federleichtes
    April 13, 2012 um 1:25 pm

    „Umdenker“ brachte mir mit dem „Untergang des Abendlandes“ einen Gedanken.
    Wo liegt der Kern des gesellschaftlichen Problems?
    Können wir das zuspitzen mit einem Blick auf die Realität?
    Es gibt Herrscher und Beherrschte, es gibt Ausbeuter und Sklaven, es gibt Fleißige und Parasiten.
    Dient Bildung und Ausbildung nicht als ein Siebungs- und Ausleseverfahren, um zwei grundverschiedene Menschentypen als solche erkennen zu können?

    Gehen wir davon aus, es gibt diese grundverschiedenen Typen. Worin besteht das Problem? Allein im Miteinander. Kommt nicht alle Unruhe, Unzufriedenheit und Ungerechtigkeit nur deswegen, weil es für das Miteinander nur EIN System gibt?

    Gäbe es zwei autonome Systeme, die nebeneinander bestehen, gäbe es sowohl die Grundlage für Herrschaft als auch für Knechtschaft nicht mehr.

    Das „Abendland“ ist so bankrott, wie das Pseudo-Ideal des Herrschers im wahren Licht erschien. Sollen die „Eliten“ ihre Spiele treiben, aber nicht mehr mit denen, die nur bescheiden und friedlich leben wollen. Man wird sehen, was aus den selbstherrlichen Parasiten wird, wenn ihre „Wirte“ erkannten, dass das Leben erst ohne sie zu einem lebenswerten Leben wird.

    Bildung und Ausbildung, das ist mein Gefühl, könnten sich bereits frühzeitig in zwei Richtungen entwickeln – natürlich mit der Möglichkeit, jedereit die Richtung ändern zu können. Wer andere Menschen beherrschen will, wer die Welt weiter zerstören will, wer sich am Wahn des Fortschritts beteiligen möchte – bitte sehr, warum sollte man ihn nicht dafür ausbilden. Aber gleichzeitig, und das werden diejenigen, die das lernen, wissen, werden andere Menschen lernen, sich selber zu versorgen, nicht in die Fallen des Pseudo-Wohlstands zu tappen und glücklich zu werden und zu bleiben.

    Es gibt sehr vernünftige Menschen, auf allen Kontinenten, in allen Kulturen und in allen Alterklassen, die alle unter einem Problem „leiden“: Sie leben in einem parasitären Gesellschaftssystem. Wo ist ihre Chance, auf die sie warten?

    Das mal aus der Hüfte heraus – nur als Ansatz für eine Diskussion.

    Wolfgang

Comment pages

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: