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Warum Schüler unsinnig büffeln müssen – Brief eines Vaters an seine Tochter zur Erklärung

Prolog vom 29.09.2013: Wenn ich nach den Klickraten dieses Artikels beurteilen sollte, ob das Thema Schule unter den Fingernägeln brennt, dann muss ich deutlich mit ja antworten. Über 115.000 Tausend Aufrufe bedeuten ein Fünftel aller Klicks auf diesem Blog. Der Frust, das Leid und die Empörung, die ja notwendig ist, dass sich was ändert, scheint nun Fahrt aufzunehmen. Ich wünsche allen unseren Kindern, aber auch den Eltern und Lehrern, dass wir unser Bildungssystem so umgestalten können, dass ein gesundes geistiges und soziales Wachsen die Regel wird!

Den Eltern und zukünftigen Eltern möchte ich die folgende Erkenntnis des Dichters von Gibran Khalil Gibran vor der weiteren Lektüre mit auf den Weg geben: Eure Kinder sind nicht Euer Besitz, sie sind die Söhne und Töchter der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst…

Und noch etwas: inzwischen gibt es eine ganze Reihe „Köpfe“, die zur Um-Bildung unseres Schulsystem aufrufen. BeGEISTerung solle im Vordergrund stehen. Siehe die Referenten des diesjährigen Vision Summit EduAction.

Den im Folgenden aus Gründen des Urheberrechts nur kurz hier wiedergegebene, sehr ergreifenden Brief, hat Henning Sußebach an seine Tochter geschrieben und auf Zeit Online veröffentlicht. Der Vater zeigt an vielen Punkte auf, woran so Vieles auch in der Aus-bildung krankt.

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Liebe Marie,

erinnerst Du Dich noch an den Tag, an dem wir das letzte Mal im Kino waren? An diesen Tierfilm, den Du so gerne sehen wolltest? Wie hieß der bloß noch? Ich glaube, Tiger, Bären und Vulkane, aber sicher bin ich mir nicht. Denn unser Ausflug liegt schon ein paar Monate zurück. Wir sind alle zusammen mit dem Auto in die Stadt gefahren: Mama, Henri, Du und ich. Es war Sonntag – und wir beide saßen mit Karteikarten auf der Rückbank und haben gelernt. Wie viel ist 172? Wie viel 56? Wie viel 28? Auf dem Weg nach Hause dann noch mal: 27 = 128, 182 = 324, 56 = 15625. Und noch mal. Und zur Sicherheit gleich noch mal.

Wir hätten so viel Sinnvolleres tun können auf unserem Heimweg! Den Bildern der Bären nachhängen und Bonbons lutschen zum Beispiel. In dem Zauber verweilen, den jeder kennt, der aus dem Kinodunkel ins Licht tritt – als laufe man erwachend durch einen Traum. Aber noch nicht mal an einem Sonntag ist es mir gelungen, Dich das Kind sein zu lassen, das Du sein solltest mit zehn Jahren.

Bitte mach mir diesen Mist nicht nach, wenn Du erwachsen bist, Marie!

Du merkst schon: Der Brief, den ich Dir schreibe, ist eine verzwickte Angelegenheit. Du wirst ihn genau lesen müssen, damit Du alles verstehst. Und dass Du verstehst, ist wichtig: Denn es geht um Dein Leben und um das, was wir Erwachsenen daraus machen.

Ich werde Dir von Schülern berichten, die krank werden vom dauernden Üben. Von Bildungsexperten, die Euch vorm Lernen warnen. Und von Eltern, die ihre Kinder trotzdem nicht in Ruhe lassen. Von Zeile zu Zeile werde ich wütender werden – weil ich wütend bin auf mich und auf ein Land, das Euch alle zu Strebern macht.

Deshalb habe ich meinen Brief auch nicht auf Deinen Platz gelegt, dort am Küchentisch, an dem wir morgens Einkaufszettel schreiben und abends Vokabeln lernen: Wie lautet das englische Wort für Gummistiefel, Stiefvater, Drachenfestival, Schiffsausguck, Küstenstadt, Karaoke-Gerät, Schatzkarte, Gartenschuppen, Geschmacksrichtung Hühnchen? Ich schreibe diesen Brief in der Zeitung, weil es noch 275.000 andere Fünftklässler in Deutschland gibt, die ein Gymnasium besuchen wie Du. Die gerade wie Du für die letzten Arbeiten vor den Zeugnissen büffeln. Und die wie Du trotzdem nur mit halbem Ohr diese rätselhaften Wörter hören:»Turbo-Abi«, »Schulzeitverkürzung«, »G8«.

In diesem Brief, Marie, möchte ich Dir und Tausenden anderer Schulkinder etwas verraten. Es gibt da ein paar Geheimnisse, von denen Ihr nichts ahnt, denn jedes Kind nimmt die Welt ja erst einmal als gegeben hin.

Stopp, das war zu kompliziert! Ich meine: Ein Kind hält sein Leben, so wie es ist, für ganz normal. Woher soll es wissen, dass alles auch anders sein könnte? Oder …

Ist es Zufall, dass Dein Freundeskreis nur noch aus Klassenkameradinnen besteht? Oder liegt es daran, dass Ihr im selben Rhythmus lernt und lebt?

Wie viel Platz wird Dir Dein Alltag für Liebeskummer lassen? Für die Pubertät? Für den Aufstand?

Wird Dir jemals ein Lehrer erzählen, dass das Wort Schule aus dem Griechischen stammt und eigentlich »freie Zeit« bedeutet?

Warum wird das Buch einer verkniffenen chinesisch-amerikanischen Mutter, die über das Drillen ihrer Töchter schreibt, in Deutschland ein Bestseller? Wieso beschäftigen wir uns ernsthaft mit dieser Frau, die ihren Töchtern droht, die Stofftiere zu verbrennen, wenn sie faul sind?


Weißt Du, was passiert ist, als eine Mutter eine Lehrerin Eurer Schule gefragt hat, ob sie nicht zu schnell zu viel von Euch verlangt? Da hat die – eine junge Frau – kühl geantwortet: »Sicher ist dieses Lernen nicht für alle geeignet.« Und Klassenarbeiten seien dazu da, »zu überprüfen, ob die Kinder auf dem Gymnasium Schritt halten können«.

Weißt Du, was das bedeutet, Marie?

Ich werde es Dir erklären: Es bedeutet, Klassenarbeiten sollen nicht nur helfen, herauszufinden, welcher Schüler wo Schwächen hat – um dafür zu sorgen, dass es beim nächsten Mal besser klappt. Nein: Sie sollen auch helfen, die Schwächsten zu finden und auszusortieren. Deine Lehrerin hat nicht gesagt, es gehe ihr darum, alles zu tun, »damit« Kinder Schritt halten können. Sondern zu prüfen, »ob«.

Meine Lehrer hätten so etwas nie gesagt, selbst wenn sie heimlich so dachten. Du wirst das verrückt finden, Marie: Als vor 25 Jahren in der Ukraine ein Atomkraftwerk explodierte, schickten meine Lehrer uns zum Demonstrieren! Als vor 20 Jahren in Kuwait ein Krieg losbrach, ließ mein Mathelehrer uns aus Protest nicht mit Äpfeln und Birnen rechnen, sondern in der Recheneinheit »Leichensäcke«. Das hört sich ziemlich grotesk an, was? Einige meiner Lehrer sprachen im Unterricht voller Pathos, wie ein Pastor in der Sonntagspredigt. Aber es ging ihnen darum, uns mitzureißen. Uns zu gewinnen. Wenn auch nur für ihre eigenen Träume von einer besseren Welt.

Und jetzt? Spricht diese Lehrerin wie die Jurypräsidentin einer gigantischen Castingshow – in der nicht Werbeverträge vergeben werden, sondern Lebenschancen. Und zwar nur an die Passgenauen.

Das macht mich wütend. Sie hat G8 zwar nicht erfunden – aber sie hat sich damit abgefunden. Mindestens das. Andererseits gibt sie nur den Druck weiter, den andere aufgebaut haben. Und zu diesen anderen gehöre – ich. Die Versuchung, mit Dir auf die Jagd nach immer besseren Noten zu gehen, ist so groß. Wie schnell passiert es, dass ich eine gute Klassenarbeit nach den wenigen Fehlern ausspähe, nicht nach den korrekt gelösten Aufgaben. Es gibt Eltern in unserer Stadt, die ihren Kindern das Taschengeld kürzen, wenn die keine Eins heimbringen. Die mit all den fleißigen Chinesenkindern drohen, von denen wir noch gar nicht wissen, ob die ganze Paukerei sie wirklich schlau macht oder bieder.

Wenn Du Geburtstag feierst und Deine Klassenkameradinnen kommen, freue ich mich über all die wohlerzogenen Kinder, die den ganzen Tag keine Mühe machen – aber ich wundere mich auch. Wo sind die Querköpfe, die Nervensägen, die Rotznasen? Wer hat sie aussortiert?

Vor fünf Jahren hat ein Kollege in dieser Zeitung geschrieben, er finde die verkürzte Schulzeit gut, denn es sei noch »Luft im System«. Schon möglich. Aber ist Luft schlecht? Ist sie nicht zum Atmen da? Und lernt, wer atmen darf, nicht sogar mehr? Oder jedenfalls lieber?

Das Gerede von der »Luft im System« ist gefährlich, Marie. Man kann so lange sagen, es sei »Luft im System«, bis keine mehr da ist.

Wir haben Euer Leben den Regeln der Wirtschaft unterworfen: In einem Motor kann Luft schaden, in einem Windkanal ist Druck sinnvoll. Aber wer hat uns eingeredet, dass ein beschleunigtes Leben ein gelingendes Leben ist? Wenn ich sehe, wie Manager auf Flughäfen und in ICE-Abteilen ihre iPhones und BlackBerrys anstarren, auf eingehende Mails so angewiesen wie Junkies auf Rauschgift, und wenn ich höre, wie sie endlos von »Quartalszahlen«, »Jahresabschlüssen« und der Marktforschung faseln, die sie nur noch »Mafo« nennen, wie sie von Hamburg nach München fahren, ohne dabei auch nur einen einzigen eigenen Gedanken zu äußern – dann glaube ich, wir sollten uns kein Beispiel an ihnen nehmen.

Du sollst wissen, warum ich Dich manchmal dressiere wie ein Dompteur sein Zirkuspferd – und mir dann wieder auf die Lippen beiße, statt nach der Schule zu fragen.

Du sollst wissen, dass Du mehr bist als die Summe deiner Leistungen.

Du sollst wissen, warum es manche Deiner Freundinnen nicht schaffen werden, warum ihre Stühle irgendwann leer bleiben werden.

Du sollst wissen, dass Depression keine Kinderkrankheit ist.

Du sollst wissen, dass die Schulzeit mehr sein sollte als ein Trainingslager fürs Berufsleben.

Du sollst wissen, dass die Gesellschaft an denen wächst, die sie infrage stellen.

Und Du sollst wissen, dass ich Dir das gestohlene Jahr zurückgeben möchte. An jedem Tag, an jedem Wochenende – und nach dem Abitur. Am besten kein Auslandsstudium. Kein Sommerseminar. Sondern einfach eine Reise ohne Weg und ohne Ziel. Denn wenn Du Deine Seele bis dahin nicht in einem Klassenzimmer gefunden hast, wirst Du sie auch in einem Hörsaal nicht finden. Aber vielleicht tief in einem finnischen Wald, mitten in einem äthiopischen Dorf oder auf der Sitzbank eines amerikanischen Überlandbusses. Irgendwo, irgendwann, wenn Du es nicht erwartest.

Und ich hoffe, dass Du mich dann, wenn es losgehen soll, nicht mitleidig anschaust und sagst: »Das ist doch reine Zeitverschwendung.«

Dein Papa, Henning Sußebach
zum kompletten Artikel auf Zeit Online

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Eine noch strukturiertere Kritik hatte der US-Amerikanische Lehrer John Taylor Gatto in seinem Buch “Die sieben Lektionen des Lehrers“niedergelegt: Kritik an unserem Schulsystem: darüber, wie wir unsere Kinder verdummen …

Es gibt bei aller Kritik aber auch schon viel versprechende Alternativen in unserer Schulen, denen ich in diesem Artikel und weiteren Kommenterierungen daran nachgegagngen bin: So sollte Schule funktionieren: über Erfahrungsräume im Umgang mit Unvorhersehbarem und Übernahme von Verantwortung,

Auch Wolfgang und Susanne, die hier mit lesen und schreiben, haben sich Gedanken über eine Reform gemacht:  Entwurf einer neuen Struktur von Schulfächern und passender Lehrerskills

Nicht zuletzt darf man doch auch mal fragen: Geht das: Demokratie in der Schule?

Nachtrag vom 30.09.2013: Ausschnitte aus Prof. Gerald Hüthers Vortrag darüber, was wir tun können, um Bildung gelingen zu lassen:

  1. Juni 13, 2011 um 12:14 am

    Hier noch ein sehr inspirierender Vortrag zum Thema Bildung unserer Kinder und Jugendlichen von Prof. Dueck, dem Chefarchitekten von IBM Deutschland und mehrfachem Buchautor:

    • Dezember 18, 2011 um 10:00 am

      Ach, Herr Bartonitz, warum diesen Film von mir? Ich habe GENAU zum Thema ein ganzes Buch verfasst – Supramanie, in dem vor der aufkommende Zeit der Raubtiere gewarnt wird, vor „der befohlenen Sucht, der Beste zu sein“…da kamen damals ziemlich viele zu mir und fragten mich, ob ich depressiv oder altersbitter geworden wäre…das war 2001… ist alles so gekommen, weil es DAMALS keiner geglaubt hat, wenn ich vor Burnouts etc gewarnt hatte.
      Jetzt glauben es hier alle! Muss man erst blutige Nasen haben, um Probleme zu sehen? Erst eine Generation wegwerfen?
      Uiih ich werde gleich wieder wütend…

      Und dann: Ich glaube nicht so richtig, dass es ein Brief an ein Kind ist, mehr ein Essay in der gewählten Briefkunstform. Das Kind kommt ja nicht vor, es wird auch nicht wirklich auf viele Beispiele im Leben der beiden referenziert – was man unbedingt machen würde, wenn man wirklich an einen existierenden Menschen schreibt…und es ist keine Wut da, oder? Nur Belehrendes…

      Sie müssen alle wütend werden! Erst dann ändert sich etwas. Nicht immer erkennen, verstehen, einsehen, wissen, bedauern, klagen, weiterempfehlen oder liken! Sturm auf die Bastille!

      • Dezember 18, 2011 um 10:19 am

        Vielen Dank für Ihren Hinweis und auch Aufforderung, das „behrzte Handeln“ zum Besseren anzugehen. Leider hatte ich Sie damals noch nicht auf meinem Radar, so dass ich das Buch auch noch nicht gelesen hatte. Leider ist es so, dass wir Menschen am besten aus eigener Erfahrung lernen, Daher muss wohl der Kind erst immer erst fast in den Brunnen fallen, um danach das Richtige zu tun.
        Was das Wütende angeht, so hat es Roand Düringer sehr gut in diesem Video auf den Punkt gebracht:

  2. Juni 13, 2011 um 1:13 pm

    Hi Martin,

    erschütternder Brief – einerseits. Sonderbar naiv – andererseits. Warum kommt der liebe Papa denn erst jetzt auf die Idee, dass unser Schulsystem Mist ist und auch dort eine Ökonomisierung stattfindet, wie überall sonst in der Gesellschaft auch. Will heißen: Warum ist es mit Marie soweit gekommen? Hätte da nicht früher interveniert werden können?

    Was Banales: Schick mir bitte noch die Quelle des Briefes, die sollte m.E. ohnehin hier stehen, sonst kannst Du eines Tages ohne korrekten Quellenverweis dann doch mal Ärger bekommen.

    Liebe Grüße
    Andreas

    • N.
      Dezember 18, 2011 um 8:55 am

      Ja, sei doch mal so richtig erwachsen banal vernünftig…

  3. Juni 13, 2011 um 11:57 pm

    Hallo Papa! Ich habe einen wütenden Kloß im Hals, nachdem ich den Brief gelesen habe. Wieder einmal mehr verstehe ich, warum es mir nicht gelingen will, mich anders als über meine Leistung zu definieren und warum mich das so krank gemacht hat.
    Unsere Gesellschaft ist krank und es wird nur schlimmer. Sperrt man Wale in ein Becken und dressiert sie, so schreien Tierschützer auf der ganzen Welt Zeter und Mordio. Aber bei Menschen soll das richtig sein?
    Ich denke nicht, dass ich jemals Kinder in diese Welt setzen werde. Das kann ich nicht mit guten Gewissen tun.

    • Juni 15, 2011 um 10:27 pm

      Liebe Tochter,
      es wird Dir sicherlich nur bedingt helfen zu wissen, dass Du nicht alleine bist.
      Unser Leben, das inzwischen auf allen Ebenen nur noch auf Effizienzsteigerung ausgelegt ist, macht uns inzwischen Alle mehr oder weniger krank. Krank vor Angst des Scheiterns und am Ende unserer Gesellschaft aufzuwachen.
      Nicht nur die 3 Millionen an Depression Erkrankten sollten uns Sorgen machen. Es gibt inzwischen auch 10 Millionen am Burnout-Syndrom Erkrankte, wie das am 20. Apr. 2011 die Fuldaer Zeitung unter dem Titel, „Burnout nimmt zu“ geschrieben hat:

      Immer mehr Arbeitnehmer in Deutschland leiden an der psychischen Erkrankung Burnout. Im Jahr 2010 wuchs die Zahl der Betroffenen inzwischen auf 10 Millionen Berufstätige an. 80 % mehr als 1999.

      Ich habe aber die Hoffnung, dass das Leid bald so groß ist, dass das Umdenken auf allen Ebenen beginnen wird.
      Wir werden uns von einer Konkurrenz-getriebenen Gesellschaft zurück in eine auf Kooperation angelegte entwickeln. Weg vom Herrschen über Andere, hin zum gemeinschaftlichen Miteinander.
      Das Internet hat uns die Basis geschaffen für eine Aufklärung 2.0, so wie es das Papier schon einmal geschafft hat, unser Bewusstsein zu verändern. Einem Bewusstsein für Brüderlichkeit und Schwesterlichkeit mit einer menschenwürdigen Grundabsicherung ohne Bedingungen, die derzeit viele von uns ebenso krankmachen.
      Freuen wir uns auf die sich weiter ausbreitende Finanzkrise, denn sie wird uns dazu bringen, nicht mehr Geld mit Geld zu machen.
      Diese Änderungen sollten Dir wie viele Mitbetroffenen helfen. Ich drücke uns die Daumen!

  4. Dezember 3, 2011 um 1:36 am

    Jetzt, wo ich diesen Brief gelesen habe, weiß ich, dass es wahrlich kein Zufall war, lieber Martin, dass ich über Deinen Blog hier gestolpert bin. Hätte ich den Text vor meinem Projekt GOLD-DNA gelesen, wäre es für mich nur ein Text von vielen. Nun aber bekomme ich regelrecht eine Gänsehaut und eine Bestätigung meiner Sicht der Welt. Und wieder einmal mehr nehme ich mir felsenfest vor, dass meine beiden Jungs davon profitieren sollen … und dass ich dem Sirenengesang der Expansion weiterhin gefeit bin …

    Vielen Dank und ein schönes Wochenende
    Gruß Guido
    http://www.gold-dna.de

    • Dezember 3, 2011 um 10:30 am

      Lieber Guido,
      seitdem ich erkannt habe (es jedenfalls meine), wohin wir uns entwickeln, passiert es mir auch immer wieder, dass ich Gänsehaut bekommen, wenn ich gezielt mit anderen Menschen über die Themen, die mich bewegen und die ich in meinem Blog behandle spreche. Denn überall bemerke ich das Erwachen, das über den Tellerrandblicken und Hinterfragen. Und immer mehr sprechen den Wunsch nach einer anderen Welt aus, in der nicht mehr konkurriert wird und in der wir gemeinsam auf Augenhöhe uns weiter entwickeln.
      Ich bin jedenfalls sehr gespannt, was passieren wird. Auf der einen Seite sehen wir in den Medien die verzweifelt nach Lösungen suchenden „Führer“. Und dagegen stehen die vielen graswurzelnden Menschen, die schon längst begonnen haben, anders zu leben.
      Ich bemerke das bei uns in der Firma sehr stark. Die Hierarchien lösen sich in der Gestalt auf, dass die Manager gemeinsam mit ihren Mitarbeitern planen und Entscheidungen fällen. Dass sie den Mitarbeitern große Freiräume geben, denn sie wissen in den Situationen der von ihnen betreuten Projekten am besten, was zu tun ist und kommen, wenn sie vom Team Hilfe brauchen.
      Die Fluktuation ist seit etwa 5 Jahren extrem niedrig. Und nur da, wo es noch Hierarchiedünken gab, sind Mitarbeiter gegangen, weil sie sich nicht richtig einbringen konnten und sich damit fremdgesteuert fühlten.
      LG Martin

      • Monika
        Dezember 3, 2011 um 12:30 pm

        Auch mich regt dieser Breif auf – aber ein bisschen anders.
        Es sind in vielen, wenn nicht in den meisten, Fällen die eigenen Eltern, die danach geifern, dass ihr Kind Bestleistungen bringt, dass ihr Kind die Gymnasialempfehlung bekommt am Ende der Grundschulzeit. Die es als ihr persönliches Versagen empfinden, wenn ihr Kind diese nicht erhält, oder in der Schule versagt,
        die deshalb ihre Kinder treiben, anpeitschen.
        Es gibt weiterhin Schulformen, an denen die Kinder erst nach 10 Schuljahren zur Fachoberschulreife kommen und dann immer noch das Abitur machen können.
        Aber dann schämt man sich vor den anderen ehrgeizigen Eltern – mein Kind schafft das nicht, da mach ich was falsch, da schauen die anderen mitleidig auf mich herab.
        Das Kind wird dem eigenen Geltungsverlangen geopfert. Das ist für mich MISSBRAUCH.
        DA KRIEGE ICH ECHT BRASS!

        Moni

        • Dezember 3, 2011 um 6:42 pm

          Liebe Moni,
          ja, zurückblickend muss ich eingestehen, dass ich auch so getickt habe und Vieles falsch damit gemacht habe. Inzwischen bin ich ziemlich weg von diesem Konkurrenz- und Stolziergehabe. Und werde immer gelassener. Wir haben nur dieses eine Leben. Und das sollten wir im SEIN (wahrnehmen) und nicht im HABEN (beteuben) nutzen.
          LG Martin

  5. Dezember 9, 2011 um 11:27 am

    Roland Düringer geht in seinem „Wir sind wütend“ der Occupy Bewegung auch auf unser Ausbildungssystem ein, das schon unsere Kinder ausbrennen lässt, bevor sie das anschließend im beruflichen Hamsterrad tun:

  6. Christian
    Dezember 14, 2011 um 11:21 pm

    Wer schreibt denn diesen Brief?
    Ein Mann, der als Vater augenscheinlich versagt hat und nun die Schuld für die unglückliche Kindheit seiner Töchter auf die Politik und das „System“ abschieben will. Als Sohn von Eltern, die auch dazu bereit waren Freiräume zu lassen und nicht mit der Peitsche hinter einem standen, kann ich sagen, dass ich G8 ohne Probleme gemeistert habe und mehrere Stunden Freizeit am Tag hatte. Kürzlichst bin ich 20 geworden und studiere nun im dritten Semester.
    Wenn ich Eltern höre, dass ihre Kinder bis in die Abendstunden vor ihren Hausaufgaben sitzen und daran allein G8, Lehrer und Politik schuld seien, dann finde ich das einfach nur lachhaft. Vielleicht ist ihr Kind einfach nur zu dumm…
    Aber heutzutage werden Kinder ja gerne zum Abitur geprügelt, andere Bildungswege scheint es für viele Eltern nicht zu geben.

    • Dezember 15, 2011 um 12:29 am

      Nun, wenn das „zu dumm“ sein nicht dazu führen würde, ein Mitglied dritter Klasse zu werden und als Lohnsklave im Niedriglohnnsektor bis zur Depression verbraucht zu werden, würden vermutlich die Eltern nicht in Versuchung geraten, ihre Kinder anzutreiben.
      Ich bin mir aber sicher, dass Kinder mit entsprechenden Freiräumen sich entsprechend entwickeln können. Und wenn wir wieder Fähigkeiten im Sozialen mit denen der Technik gleichstellen würden, wären vermutlich noch weniger Treibereien nötig.

      • Dezember 15, 2011 um 1:18 am

        Martin, ich lasse hier mal einen meiner alten Sprüche los:
        „Aus einem Esel machst du kein Rennpferd“.

        Die Kinder einer Klasse, von denen ich weiß, kommen schon gestört und verstört, krank in die Schule – und machen durch ihr Verhalten die Lehrer auch krank. Das ist ALLTAG.

        In einer gesunden Gesellschaft brauchen Menschen, deren Leistungsvermögen und Bildung schlecht ist, nicht um ihren Wert und Platz fürchten. DAS ist das Problem.
        Jugendliche bzw. junge Menschen werden heute doch nicht mehr in den Betrieben zu Willfährigen gemacht, sie kommen dort bereits mit diesem Status an.

        KInder haben Freiräume, leider auch solche, in denen sie verwahrlosen können. Und es sind nicht die sozial starken, die den Sprung heraus aus der trüben Brühe schaffen, sondern die Knochenharten, die mit üblen Methoden kräftig dabei halfen, das Asoziale zu fördern.

        Schule ist systemkonform.
        Das System muss weg,
        Fragen zur Schule?

        Ich bin wütend wegen des Krieges in Form von Psychoterror, der in den Schulen längst tobt und heftiger wird.

        Wolfgang

    • Dezember 15, 2011 um 1:00 am

      Das erste Mal, seit ich hier schreibe, drückte ich spontan auf den Rate-Knopf: Bravo!

      An meiner Seite steht eine Lehrerin, ihr letzter Bericht vom „Tatort“ ist vier Stunden alt. Den Vater/Verfasser des Briefes hatten wir noch etwas schärfer analysiert. Was soll aus dem Kind eines Vaters mit dieser „Art“ werden? Sie misshandeln ihre Kinder ohne einen Funken Ahnung, dass sie selbst etwas damit zu tun haben könnten. Widerlich!

      Wie anders kann die Schulwelt aussehen, als das Chaos der Welt zu reflektieren? Wie anders können Kinder werden, als das zu adaptieren, was sie sehen, hören, lesen und FÜHLEN? Kinder, die geistig, sozial, ethisch und körperlich verwahrslosen, sind heutzutage keine Seltenheit mehr. Und die sollen es richten, leisten, was offensichtlich nur sehr wenige Erwachsene können?

      Aber warum sollte man nicht auch diese Hoffnung, dass Kinder die Hoffnung der Welt seien, zerstören. Das System macht keine halben Sachen.

      Ich lese gerade ein Buch von Erich Fromm, der die gesellschaftlichen Verhältnisse im Amerika der sechziger Jahre beschreibt. Seine Warnungen, seine Ideen und Konzepte? NICHTS von dem wurde auch nur im Ansatz verwirklicht.

      Humanisten sind OUT. Und was sich heute auf diesem Acker herum treibt, stammelt überwiegend nur wirres Zeugs. Das System bedankt sich herzlich!

      Psychiater sind IN. Leider kann man denen, die an den Kurbeln drehen, nicht helfen – ihre Inteligenz schwebt frei im Raum, ohne Bindung an Vernunft und Gefühl.

      Ich sagte am Abend, man solle besser die Schulen schließen, sinnvoller für die Kinder, und viele Lehrer brauchen nicht mehr fürchten, krank zu werden an ihrer Ohnmacht, nicht mehr helfen zu können.

      Vielen Dank, Christian!

      Wolfgang

    • Dezember 18, 2011 um 12:47 pm

      über anekdotische Evidenz hast du aber anscheinend nichts gelernt in den 12 Jahren Schule und einem Jahr Uni

      • Dezember 18, 2011 um 2:26 pm

        Wikipedia: anekdotische Evidenz

        Missbrauch von anekdotischer Evidenz ist ein logischer Fehlschluss und wird manchmal informell als „jemand der“-Fehlschluss bezeichnet („ich kenne jemanden, der …“ „ich weiß von einem Fall, wo“), vergleichbar mit der vorschnellen Generalisierung. Anekdotische Evidenz ist nicht notwendigerweise typisch. Statistische Evidenz kann genauer bestimmen, wie typisch etwas ist.

    • wulfi
      Dezember 21, 2011 um 8:21 pm

      dein kommentar beweist ja schon, wie sehr du opfer des systems bist mein lieber christian…

    • ADMlNISTRATOR
      Dezember 22, 2011 um 1:22 am

      LIES den Brief noch einmal durch, dann wirst du (hoffentlich) merken, dass dein Kommentar absolut sinnfrei war.

  7. gisela posch
    Dezember 17, 2011 um 3:50 pm

    ein grosses lob an alle eltern und lehrerInnen, die sand in dieses getriebe bringen und kindern menschliche wärme und wertschätzung entgegenbringen, ihnen sinn vermitteln und auch bereit sind, ihr eigenes gstrampel in frage zu stellen!!!

  8. alex
    Dezember 17, 2011 um 5:22 pm

    Eines der häufigsten Worte im Text ist „Arbeit“.
    Es ist kein Irrtum, es ist eher ein Freud-scher Versprecher.
    Denn die Gymnasien lassen ihre Schüler schon seit langem arbeiten.

    Der Satz der es mir vor Augen geführt hat was des Pudels Kern ist war dieser:
    „Bist Du fit für die Arbeit?“
    Er sagt so vieles aus, alles was man wissen muss um hier die Dinge zu verstehen…

    Am Rande notiert:
    Die Frage wie die Pyramiden in Ägypten gebaut wurden wird von manchem Geschichts- und auch Sachbuch sehr klar mit Bildern und Text beantwortet. Allerdings ist genau diese Klarheit eine große Täuschung. Denn es gibt keine Bilder die den Bau der Pyramiden darstellen, nicht in ihrem inneren und nicht in ihrem äußeren. Man kann durch Belege nach vollziehen wie die Steine geschlagen wurden und wie Löcher gebohrt wurden – aber man hat nichts eindeutiges in der Hand um zu zeigen wie denn nun diese riesigen, monumentalen Stein-Haufen aufgeschichtet wurden. Die Theorien hierzu übersteigen zwei Hände seit langem und jedes Jahrzehnt kommen noch ein paar Theorien dazu. Ein Historiker mag ein mal in einem Buch einen Versuch gemacht haben zu erklären wie es gewesen sein könnte. Alle haben von ihm abgeschrieben, es illustirert und weiter getragen. Bis hinein in die Schulbücher unserer Kinder. Nur den Beweis dafür den hat seither niemand angetreten. Und so setzen wir unseren Kindern Märchenbücher vor uns sagen ihnen es sind Sachbücher. Warum? Weil wir selbst schon vor Büchern vom selben Schlag gesessen sind und das dort gezeigte ebenso kritiklos übernommen haben. Wir fordern von unseren Kindern heute Kritikfähigkeit, Hinterfragen und Nachdenken – dabei waren wir nicht besser, eher schlimmer, wenn man an unsere im Text behauptete Freiheit denkt.

    Die selbe Farce mit „Sach“-Information gibt es auch bei anderen Dingen, z.B. dem Mythos dass Wikinger an ihren Helmen Hörner hatten. Helme wurden zu Hauf gefunden, Hörner auch – doch die Hörner waren Bier-Becher und die Helme wiesen bei keinem einzigen Exemplar auch nur den Ansatz einer Halterung für Zier-Hörner solcher Art auf, denn als Zier-Rat müsste man sie ab tun – mit hohlem Horn lässt sich wohl kaum ein Schwert ernsthaft bremsen. Hin sehen, hinterfragen – oder den Medien samt den Märchen von „Wiki und den starken Männern“ glauben.

  9. Dezember 18, 2011 um 1:23 am

    Schulen müssen spannende Orte sein:

  10. Michael Molli
    Dezember 18, 2011 um 2:41 am

  11. Dezember 18, 2011 um 4:37 am

    Ergänzend zu meinen Ausführungen zur Entwicklung von Bewusstsein möchte ich hier berichten, wie es in zumindest einer Schule läuft:
    Zunehmend mehr SchülerInnen verweigern sich zunehmend dem Unterricht.

    Sind uns „Erwachsenen“ die Kinder von der Courage (oder vom intuitiven Bewusstsein?) her ein Stück voraus?

    Wolfgang

  12. Dezember 18, 2011 um 10:14 am

    Zum Thema „eigene Meinung“ noch eine Empfehlung Buddhas:

    Glaube nicht an irgend etwas einfach nur, weil viele darüber sprechen.
    Glaube nicht an irgend etwas einfach nur, weil Du es in einem religiösen Buch geschrieben fandest.
    Glaube nicht an irgend etwas, nur wegen der Autorität Deiner Lehrer und der Alten.
    Glaube nicht an Traditionen, weil sie über viele Generationen überliefert worden sind.
    Wenn Du aber beobachtet und analysiert hast, wenn Du zu der Auffassung gelangt bist,
    dass etwas vernüftig ist und zum Guten hinführt und dem einzelnen und der Allgemeinheit nützt, dann akzeptiere es und lebe dementsprechend.

    Danke an Solveigh, die mir diesen Schatz über Facebook verfügbar gemacht hat.

  13. Stefanie Maul
    Dezember 18, 2011 um 11:48 am

    Ich habe vor 10 Jahren an einem humanistischen Gymnasium in München Abitur gemacht und in unserem Jahrgang gab es keinen Druck und fast keine Streber: Streben war uncool. Unsere Eltern haben es nicht von uns gefordert und es hat auch die meisten bis zum Abitur nicht interessiert, wie der Abschluss sein soll. Nur diejenigen, die wussten, dass sie Medizin studieren möchten, haben ein paar Extrastunden eingelegt um den NC zu schaffen.
    …am besten konnten wir uns damals bei Nebenjobs nach der Schule ausprobieren. Danach weiß man vielleicht, was man nicht will oder wo man gerade hin will. Haben die Schüler zu so etwas noch Zeit? Wenn man merkt wie schwer Geldverdienen ist (wir waren alle nicht darauf angewiesen) überlegt man sich genauer wohin man will und wofür es sich lohnt zu lernen.

    10 Jahre später: Aus jedem meines Jahrgangs ist heute etwas geworden, vor allem aus denen, die ihren ganz eigenen Kopf hatten und teilweise mit einem Abitur über 3,0 die Schule verlassen haben. Sie haben Führungspositionen in mittelständischen Unternehmen, arbeiten an einer Promotion oder sind selbstständig. Jeder, der Motivation, Inspiration und Teamgeist besitzt, kann es bei uns zu etwas bringen. Man muss aber auch daran glauben und darf sich vor allem nicht an der breiten Masse orientieren. Das lenkt nur vom Wesentlichen ab.

    Da ich selbst in einer Beratung gearbeitet habe und viel BCG und Mc Kinsey Leute kennen, weiß ich, wieviel heiße Luft in diesen Systemen (Investmentbanking, Unternehmensberatung, Marketing…) steckt und wie wenig Substanz die angebotenen Leistungen haben. Jeder Unternehmer mit gesundem Menschenverstand weiß das auch.
    Aber sicher kein ehemaliger Kommilitone eines Mc Kinsey Managers, der diesem -ermächtigst durch seinen Vorstandsposten – zu einem lukrativen Beratungsprojekt verhelfen kann. Damit will ich sagen: wenn es weniger um Vetternwirtschaft und die eigene Bereicherung geht, sondern mehr um reale Werte, kann der Umschwung geschafft werden.
    Dazu braucht es Mut, vor allem von denen, die das System längst durschauen und sich nicht trauen dagegen zu rebellieren.

  14. Ricarda Bock
    Dezember 18, 2011 um 11:56 am

    Mein Sohn, 14, 9. Klasse G8, Baden-Württemberg, ist ein guter Schüler. Er muss dafür kaum etwas tun, jedenfalls nicht mehr als ich im gleichen Alter. Was ist ist ein guter Schüler? Für ihn selbst sind das mühelose 2er und 3er in den Fächern, die ihm Spaß machen und interessieren. Mühelose 3er und 4er, auch mal ein Ausrutscher nach unten in den „doofen“ Fächern mit den „langweiligen“ Lehrern. Mit Blick nach vorne, kalkulierend, auf den Durchschnitt im Abi. „Die neunte ist die letzte Klasse, in der ich faul sein kann. Zehnte ist härter, danach Abi, dafür muss ich dann richtig lernen.“

    Lehre machen, vielleicht Meister, danach noch studieren – geht alles, mit Abi, ohne Abi, weiß er, will er aber nicht. Schule ist seine Sache, und für ihn ist sie: NEBENsache. So war das immer schon. Wichtiger, viel wichtiger: Fußball, Facebook, Musik, DJ werden, Technik AG in der Schule, irgendwelche Serien im Fernsehen.

    Bei uns funktioniert das: G8 und ein Leben als Kind und Teenie, mit Zeit für all das, was wichtiger ist als Schule. WIRKLICH wichtiger – für meinen Sohn jedenfalls. Was mir wichtig ist für mein Kind kriege ich auch noch unter. Aber NICHT, indem ich es fit mache für die Schule. Sondern für sein Leben. Das merkt er nicht mal – und ich auch nicht immer. Aber für uns funktioniert das.

    Für viele andere nicht. Das sehe ich. Woran das liegt ist sicher von Fall zu Fall verschieden. Mein Eindruck ist:

    ***Viel an den Ängsten der Eltern vor der Zukunft.
    ***Viel daran, sich immer mit anderen vergleichen zu müssen, der Beste sein, mehr haben zu wollen, auch auf Kosten der anderen – „Ich zuerst und mir das meiste“.
    ***An Modephänomenen: „Ich bin nur wer, wenn ich keine Zeit habe/mir bald ein Burnout droht.“ (–> Gilt sowohl für Vollzeit berufstätige Väter als aus für Hausfrauenmütter und alle dazwischen.). Und, und, und.

    Wir bewahren Ruhe, machen unser eigenes Ding, und ich versuche, meinem Sohn ein gutes Vorbild zu sein. Jammern über G8 und Angst haben vor der Zukunft führt ja zu nichts: G8 ist Realität und die Zukunft kommt. So oder so: Wir machen das Beste draus nach dem Motto „Wahr ist, was funktioniert“ (Bernhard Pörksen).

    • Dezember 18, 2011 um 4:42 pm

      und nochmal http://de.wikipedia.org/wiki/Anekdotische_Evidenz

      Anekdotische Evidenz (anekdotische Aussage, anekdotischer Beweis, Fallbericht) ist ein informeller Bericht über Evidenz in Form eines Einzelberichts oder vom Hörensagen. Der Ausdruck wird oft als Gegensatz zur empirischen Evidenz (klinischen Studien, Laborstudien, Feldstudien) und zum Analogieschluss verwendet.

      .

      Das bestehende Schulssystem mag für einige Kinder gut funktionieren. Für immer weniger tut es das aber nicht.

  15. marco
    Dezember 18, 2011 um 2:24 pm

    jaja, war ja klar.
    sagen wies ist, und kritisieren.. aber erst wenn man selber kinder hat und es viel zu spät ist etwas zu ändern? und dann bestimmt die letzten jahre immer cdu /fdp /spd gewählt….

    „Sind uns „Erwachsenen“ die Kinder von der Courage (oder vom intuitiven Bewusstsein?) her ein Stück voraus? -Wolfgang“

    ein stück? haha…
    es liegt an jedem einzelnen sein kind „richtig“ bzw. „gut“ zu erziehen. wer aber als elternteil selber nicht richtig erzogen wurde, und/oder total verblödet ist, hat wenig chancen sein kind eine gute kindheit zu geben. (gibt aber immernoch die möglichekit dass das kind sich selber „erzieht“).

    und nochwas wichtiges: wenn in der schule heutzutage auch mal sachen durchgenommen die wenigstens ein BISCHEN interresant oder nützlich sind dann würden auch wesentlich mehr schüler lernen. und wenn das ein BISCHEN mit spaß verbunden wäre hätte man so eine hohe erfolgsquote… aber nein, muss man ja nich man kann ja auch einfach irgendein scheiß lernen der sich jede klasse wiederholt .. das ganze schulsystem ist total beschissen aber das können ja die schüler nicht beurteilen, die sind ja dumm. lasst das lieber die politiker entscheiden die haben ja so viele wichtige dinge gelernt. (und bestimmt auch im kopf behalten *haha*)

    • Dezember 18, 2011 um 11:57 pm

      Die Schule, lieber Marco, IST sehr nützlich – für das System.

      Wenn ich schrieb, „ein Stück“ voraus, äußerte ich ein Gefühl – ohne jeden qualitativen oder quantitativen Wert. Und ich fragte, weil ich nicht grundlos unhöflich bin.

      Kinder/Jugendliche sind, ja müssen „erwachsenen“ Menschen voraus sein, weil sie erst am Anfang des Abstumpfungsprozesses stehen. Und deswegen ist es nicht abwegig, sie als Hoffnungsträger in einen Gestaltungsprozess einzubeziehen.

      Die Stimmen der Erwachsenen“ klingen in meinen Ohren, die sich über jede Verantwortung stellen, wenn sie Kinder/Jugendliche beschimpfen.
      Andererseits frage ich:
      „Kinder an die Macht“? Wo sind die Kinder, die danach verlangen? Macht selber „Lobby“, wenn man euch freiwillig keine gibt.

      Du schreibst:
      „… das ganze schulsystem ist total beschissen aber das können ja die schüler nicht beurteilen, die sind ja dumm.“

      Ich weiß, was Du sagen willst, ABER:
      Warum sagst Du es nicht?
      „Die Schüler können sehr wohl (wer denn sonst!!!) beurteilen, was ihnen gut tut – Schüler sind nicht dumm.“

      Sieht man ja an Dir, Du bringst Dich ein in eine Runde Gleichgesinnter, denen klar ist, dass ihnen die Weisheit nicht mit der Muttermilch verabreicht wurde.

      Echte Solidarität entsteht erst ohne JEDE Bewertung – jung, alt, studiert, Hartzvier spielen hier keine Rolle.

      Und ein Wort, wie ich Freundschaft lebe:
      Nicht blind geben, was man von mir verlangt, und stumm geben, ohne gefragt werden zu müssen.

      Dran bleiben!, ist das Gebot der Stunde.

      Ich grüße Dich herzlich.

      Wolfgang

  16. Dezember 18, 2011 um 4:37 pm

    Uff. Langer Text. Aber absolut lesenswert. Musste spontan an dieses Video denken:

    • Dezember 18, 2011 um 7:21 pm

      Oh ja, diese animierte Besprechung der Verbildungsthematik bringt Klarheit darüber, warum unsere Bildung so ist, wie sie ist. Und macht klar, dass hier dringend umgebaut werden muss.

  17. Montazem
    Dezember 18, 2011 um 10:59 pm

    Das Leben hat sich nicht durch Konkurrenz, sondern durch Zusammenarbeit die Welt erschlossen.

    • Dezember 18, 2011 um 11:29 pm

      Ja, und es gibt gute Methoden, sich kooperativ zu organisieren, z.B. hier beschrieben Ist das Schwarmintelligenz? Kollektives Denken verbindet anstatt zu konfrontieren – und findet am Ende eine Lösung im Konsens

    • Susanne
      Dezember 20, 2011 um 10:07 am

      Das nenne ich sich die Evolution schön zu reden. Natürlich hat gemeinschaftliches Leben beim Überleben geholfen, doch würden wir, wenn es den Konkurrenztrieb nicht gäbe, immer noch auf den Bäumen sitzen. Werkzeuge wurden erfunden, um sich die Arbeit zu erleichtern und die Überlebenschancen für die Sippe zu erhöhen, nicht, weil man Altruismus praktizieren wollte. Ging einer Sippe das Feuer aus, war das eine Katastrophe, denn man konnte kaum zum Nachbarn gehen und etwas borgen, jedenfalls nicht, wenn man am Leben hing.
      Durch alle Epochen waren Ressourcen knapp und der Kampf ums Überleben gnadenlos. In unserer heutigen Überflussgesellschaft hat sich der Kampf um Fleisch und Holz auf den Kampf um monetäre Quellen verlegt. Dass Solidarisierung von Arbeitnehmern Not tut, ist eine ganz andere Geschichte, dass sie meistenteils nicht funktiniert liegt daran, dass das Konkurrieren um die fettesten Brocken eben in unseren Genen verwurzelt ist..

      • Dezember 20, 2011 um 10:11 am

        Liebe Susanne,
        es gibt beide Anlagen in unseren Genen: Konkurrenz und Kooperation. Ich habe in der Facebook-Gruppe Kooperation statt Konkurrenz wie folgt geschrieben:

        Im Menschen sind beide Veranlagungen zum Überleben angelegt: Konkurrenz und Kooperation. Während die Konkurrenz für die Fortpflanzung wichtig ist und sich dabei das Imponieren zur Darstellung von Fitness für die Partnerwahl bemerkbar macht, dient die Kooperation dem Überleben der Gruppe, indem Lösungen zur Minimierung von Gefahren gemeinsam erarbeitet werden.

        Leider hat sich in vielen Völkern seit vielen Jahren ein Ungleichgewicht zugunsten eines konkurrierenden Handelns durchgesetzt, das sich in Machtmissbrauch in hierarchischen Strukturen manifestiert hat. Gekoppelt mit einem System des Eigentumzugewinns hat uns diese Gesellschaftsform inzwischen an die Grenzen der Belastung von Mensch, Fauna und Flora gebracht. Daher sollten wir uns wieder auf unsere zweite Stärke der Kooperation besinnen. Sie wird uns wieder zu mehr sozialer Gerechtigkeit führen, zu einem sinngekoppelten Beschäftigen, das nicht das HABEN sondern das SEIN in den Vordergrund stellt. Es sieht das Glück im Miteinander und nicht im Konsum. Es wird die Ressourcen unserer Erde gemeinschaftlich und nachhaltig zum Wohle Aller nutzen.

        In dieser Gruppe sollen daher wichtige Informationen rund um das Plus des Kooperrierens eingestellt und diskutiert werden, so dass wir uns leichter von dem seit tausenden Jahren eingeimpften Konkurierens und Unterdrückens abwenden können und endlich zu echter Freiheit und Selbstbestimmung und Eigenverantwortung zurückfinden.

      • Dezember 20, 2011 um 12:43 pm

        Hallo Susanne, ich für mich stelle fest, das die Evolution sehr gut funktioniert. Sie trieb die Menschen (das ganze Kollektiv, die Menschheit) zu einem Punkt, wo die Frage nach dem Überleben wieder auf dem Tisch liegt. Können wir sie weiterhin verdrängen, wenn wir uns eine Restwürde bewahren wollen?

        Es geht längst nicht mehr um Solidarität.
        Es geht vielleicht bereits darum, ob wir uns eine Art Gnade verdienten, dass ein anderes Bewusstsein den Daumen, der jetzt (noch) nach oben zeigt, auch oben bleibt.
        Wie würdest Du über das Leben entscheiden, wenn es niemand mehr GENÜGEND achtet, wenn nicht WIRKLICH gegen die Kräfte der Zerstörung Gegenwehr entsteht?
        Experiment Mensch gescheitert?

        Ich glaube nicht an ein „Gericht“ nach dem Leben. Es ist mir wichtig – und ich tue es – , die Fragen JETZT zu stellen und zu Lebzeiten ehrlich darauf zu antworten:
        Habe ich alles getan, was mir möglich war?
        Gibt es eine einzige Rechtfertigung für meine Feigheit?

        Ein Wort zu den Genen.
        Gene sind NEUTRAL. Der Mensch entscheidet – sagen wir besser er kann entscheiden – nicht nur mit seinen Erfahrungen, sondern AUCH mit seinem Bewusstsein darüber, wie er handelt.
        Wenn ich die Aussagen der Wissenschaftler richtig verstehe, nutzen Menschen (durchschnittlich) nur etwa 30% der Informationen. Aber: Je mehr Bewusstsein, je mehr Zugriff auf die Informationen.

        Die Menschheit befindet sich in einem Bewusstwerdungsprozess. Eines der Hauptthemen dieses Prozesses ist VERANTWORTUNG, nicht etwa Geld.
        Wir sind aufgerufen zu zeigen, dass wir begriffen haben, sie IN DIE HAND nehmen zu müssen.
        WIR – nicht irgendwer und nicht irgendwann.
        Viele und JETZT.

        Mag der Konkurrenztrieb in den Genen begründet liegen, jeder Mensch kann entscheiden, WIE er ihn gestaltet.
        Der Wettbewerb um die zerstörerischte Bombe ist entschieden – wir haben alle verloren. Der innere Kampf um die Wahrnehmung von Verantwortung ist offen.

        Danke für Deinen Beitrag, und einen schönen Tag für Dich.

        Wolfgang

  18. René
    Dezember 18, 2011 um 11:26 pm

    Hallo.

    Nunja. Ich bin begeistert von dem Brief. Endlich fängt die Bewegung im Volk an.

    Ich bin, so wie jeder Mensch hier, ein vollintegriertes Mitglied dieser Gesellschaft. Meine Meinung über „das System“ ist gar nicht schlecht. Aber es ist genau dieser Punkt den ich bemängele und der so schwer zu definieren ist.

    Ich habe den Link zum Brief direkt weiter geleitet an einige Personen. Eine Rückmeldung habe ich bekommen. Nur eine. Ich sollte den Brief zusammenfassen und den Kerngedanken wiedergeben. Warum hat man keine Zeit das selber zu tun?

    Ich kann diesen Fehler, den ich nur fühle, nur mit Fragen umschreiben:

    Warum muss man sich fragen „wer man wirklich/eigentlich ist?
    Warum wacht man mit Kopfschmerzen auf?
    Warum dreht man sich nicht jeden Morgen nochmal im Bett um, bzw warum macht es nicht Spaß aufzustehen, nach draußen zu rennen und die Sonne zu sehen?
    Warum verpflichte ich mich für einen Tagesablauf: 6Uhr Aufstehen, 8Uhr Schule, 15Uhr Arbeit, 19Uhr Lernen, 23Uhr Hinlegen?
    Warum möchte ich etwas studieren, was mir so viel Schwierigkeiten bereitet?
    Warum erwartet man soviel von mir?
    Was stelle ich mir vor unter „geregeltem Leben“?
    Warum „will ich“ immer (werden)?
    Warum wollen die anderen immer was von mir?
    Ist wissen alles?
    LIEBE ich das Leben überhaupt?

    • Dezember 18, 2011 um 11:43 pm

      Lieber René,
      wenn wir uns fragen, warum Du etwas tust, so wirst Du am Ende aller Fragen immer nur auf eine zurück kommen: glücklich sein.
      Wenn wir uns dann anschauen, was Glück ist, dann braucht es dazu sehr wenig. Es geht nicht darum etwas selbst zu haben. Der Reiz des Konsumierens ist wieder schnell verflogen und es folgt Leere.
      Wenn wir dagegen mit Freuden unterwegs sind, und ihnen etwas Gutes tun, oder aber auch Menschen, denen es weniger gut geht, dann sehen wir Glück in ihren Gesichetern und fühlen uns dabei selbst sehr glücklich. Daher können wir auch bei allen wirklich Weisen nachlesen: „Geben macht seliger als Nehmen.“
      Im Rückschluss heißt dies, dass man auch in sehr glücklich sein kann, wenn man arm ist. Und wenn Du in die Gesichter von Menschen der dritten Welt schaust, dann wirst Du viel glücklichere Gesichter erkennen, als auf den Gesichtern der Menschen auf der Straße einer deutschen Großstadt.
      Wir sollten beginnen, den Wert eines Menschen nicht an seine HABEN sondern an seinem SEIN zu messen. Nicht das BIP sollte das Maß aller Dinge sein sindern der Gradmesser „Glück“. Und davon können die meisten Kinder nicht mehr wirklich berichten. Sie fühlen sich inzwischen im gleichen Hamsterrad, wie ihre Eltern. D.h. auch die Eltern müssen aufwachen und erkennen, dass HABEN nicht wirklich glücklich macht und sie die wichtige Zeit ihrer Kinder beim Arbeiten für das System verpassen.
      DU BISST PERFEKT, WIE DU BIST!
      Ich wünsche Dir noch ganz viel Glück in Deinem Leben. Du hast nur eins, also lebe …

    • Dezember 19, 2011 um 12:30 am

      Lieber René,

      was Du schreibst hat mich sehr berührt. Wenn das Aufstehen keine Freude mehr macht, wenn es egal ist, ob es regnet oder die Sonne scheint, weil man ja sowieso den ganzen Tag irgendwo eingepfercht ist, das kenne ich auch, das kann ich so gut nachempfinden. Wenn Dich das, was Du jetzt tust, so unglücklich macht, frage Dich „Für wen tue ich das wirklich? Wessen Erwartungen will ich erfüllen?“ Vielleicht nehmen die Menschen, die so viel von Dir erwarten, in Kauf dass Du unglücklich bist. Aber Du solltest das nicht tun.
      Du hörst Dich noch sehr jung an, und solange Du noch fühlen kannst, dass Dir dieser Zustand Kopfschmerzen bereitet und Dir die Liebe zum Leben zerstört, ist es früh genug, etwas zu ändern. Dazu gehört wohl mehr Mut, als sich durchzubeißen und einfach so weiter zu machen. Aber die Option glücklich zu werden, lohnt sicher, allen Mut zusammenzunehmen.
      Und so wie Du Deinen Tagesablauf schilderst, scheinst Du ein sehr fleißiger und pflichtbewußter Mensch zu sein, und es wird sicher eine Tätigkeit für Dich geben, die Dich ernährt und die Dir Zeit lässt, die Sonne und das Leben zu genießen.

      Vielleicht bietet der Jahreswechsel die Gelegenheit, dass das Blatt sich für Dich wendet.

      Im neuen Jahr ein neues Hoffen,
      die Erde wird noch immer grün…

      Ich wünsche Dir viel Kraft und Mut und schicke Dir meine guten Gedanken,

      Moni

    • Dezember 19, 2011 um 1:50 am

      Ich grüße Dich, Renè.

      Deine Wort berührten auch mich.

      Du stellst nicht nur Fragen, sondern sehr gute Fragen, solche, die aus Deinem Inneren kommen.
      Um einen Menschen, bei dem diese Quelle sprudelt, mache ich mir keine Sorgen.

      Nun „sehe“ ich Deine Situation so:
      Einerseits stehen da Deine Gedanken, auf der anderen Seite Deine Gefühle. Wenn ich Dich richtig verstehe, stimmen Denken und Fühlen nicht überein – wobei Dein Fühlen klar ist (sehr wertvoll, viele können das nicht – mehr), nur Dein „Definieren“, das Einschätzen dessen, in das Du eingebettet bist, gelingt nicht so recht. Wie kommt man zu einer richtigen Analyse?

      Ich möchte dir keinen Rat geben, wohl einen kleinen Bericht über unseren Weg.
      Wir, Susanne und ich, sind seit ein paar Jahren in der Natur unterwegs, mit unseren Herzen und mit der Kamera. In dieser Ordnung werden Gefühle bestätigt und verstärkt, und der Geist klärt sich inmitten einer Ruhe, in der es keine Zweifel, keine Unordnung und keine Lügen gibt. Mit unseren Fotos möchten wir Kindern den Weg in diese Welt bereiten, aber im Grunde ist es ein Weg für jederfraumann. Durch diesen Weg entsteht die Klarheit, mittels derer ein Mensch in seinen Wesenskern blicken kann – um dort die Antwort zu finden, was zu tun gut und richtig ist.

      Also, der erste Schritt lautet Besinnung, der zweite folgt als wachsendes Selbst-Bewusstsein, über das, was Du bist und was das Leben DIR entsprechend anzubieten hat.

      Schau Dir mal die Bilder von Natur und Tieren auf unserer Homepage an. Würde mich sehr freuen,. wenn sie dich anregen (Gefühl) und inspirieren (Geist) können.

      Dein Beitrag ist mir einer der wertvollsten, die ich hier las.

      Herzlichen Dank! für Deine Offenheit.

      Wolfgang

      .

  19. Dezember 18, 2011 um 11:26 pm

    Im Kapitalismus ist der Mensch eben kein Mensch sondern ein Objekt das zur Schöpfung des Mehrwertes verwendet wird. Der Mensch wird auf den Status eines „Instrumentum Vocale“, eines sprechenden Werkzeuges reduziert welches am Arbeitsmarkt gegen Geld (Lohn) erhältlich ist.

    hier in den Worten des Philosophen Adorno:

    Warum sollte diese dem Industriellen Kapitalismus innewohnende Logik ausgerechnet vor den Kindern halt machen ? Vor allem sie gilt es heranzuziehen das sie sich dem Zeittakt der Maschine und des Systems anpassen, denn ohne die Verdinglichung der Menschen könnte der Kapitalismus nicht existieren.

    • Dezember 19, 2011 um 12:14 am

      Sehr schön, deutlich auf den Punkt gebracht.
      Aber ist das die ganze Sicht?

      Maschinen, Geld, Mehrwert sind leblose Begriffe.
      DAHINTER stehen „Menschen“, und aus deren Sicht formuliert sich eine ganz andere Absicht:
      Menschen zu entmenschlichen.
      Wenn sie das schaffen (was ich für ausgeschlossen halte), brauchen sie Geld und Industrie nicht mehr – sie „ernährten“ sich von den zerstörten Menschen, saugten deren Lebendigkeit ein – DAS war ihr Ziel.

      Ich weise nicht erst seit heute darauf hin, dass der Kapitalismus nur Mittel zum Zweck ist. Es geht nicht um geldlichen Reichtum, sondern darum, Lebensenergie zu rauben.

      Menschen besitzen nicht nur das Recht, sich gegen den Raub wehren.

      Danke für den Adorno.

      Wolfgang

Comment pages
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  1. Juni 29, 2011 um 4:52 pm
  2. Dezember 15, 2011 um 2:23 pm
  3. Dezember 18, 2011 um 4:08 pm
  4. Dezember 18, 2011 um 7:45 pm
  5. Dezember 18, 2011 um 7:50 pm

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