Startseite > Ethik, Gesellschaft > Wie der Schritt vom Sklaventum zur Freiheit den Arbeitseifer befeuerte und dabei eigentlich doch nicht wirklich frei machte

Wie der Schritt vom Sklaventum zur Freiheit den Arbeitseifer befeuerte und dabei eigentlich doch nicht wirklich frei machte

Oder: Ein kleine Geschicht vom Hohepriester Dämon Kratie

Langsam gingen die Sklaven hintereinander her; jeder von ihnen trug einen geschliffenen Stein. Vier solcher Reihen, jede anderthalb Kilometer lang – von den Steinpolierern bis zu der Stelle, wo die Festungsstadt gebaut wurde – wurden von Wächtern streng behütet. Auf zehn Sklaven kam ein Wächter. Auf der Seite der Sklaven saß auf einem dreißig Meter hohen, aus geschliffenen Steinen errichteten Hügel der Hohepriester Kratie. Vier Monate lang hatte er schweigend das Geschehen beobachtet. Niemand störte ihn, niemand wagte auch nur, seine Gedanken durch einen Blick zu unterbrechen. Für die Sklaven und die Wächter war der künstliche Hügel ein nicht wegzudenkender Bestandteil der Landschaft. Und dem Menschen, der da oben mal reglos auf seinem Thron saß und mal auf der Gipfelplattform des Hügels umherging, schenkte schon niemand mehr Beachtung.

Kratie hatte die Aufgabe übernommen, den Staat umzugestalten, um die Macht der Priester über die Menschen dieser Erde auf Jahrtausende hinaus zu festigen und sie alle, einschließlich der so genannten Herrscher, zu Sklaven der Priester zu machen.

* * *

Einmal stieg Kratie nach unten und ließ seinen Doppelgänger auf dem Thron Platz nehmen. Der Hohepriester selbst wechselte seine Kleidung und nahm seine Perücke ab. Dem Oberwächter befahl er, ihn wie einen gewöhnlichen Sklaven in Ketten legen zu lassen und ihn in die Sklaven einzureihen, hinter einem jungen, kräftigen Burschen namens Nard. Kratie hatte den Sklaven ins Gesicht geschaut, und ihm war aufgefallen, dass Nard einen forschenden, wertenden Blick hatte, nicht einen ruhelosen oder abgestumpften Blick wie die meisten anderen. Nards Gesicht machte mal einen nachdenklichen, konzentrierten Eindruck, dann wieder sah er erregt aus. „Das bedeutet, er denkt über einen Plan nach“, hatte der Hohepriester überlegt und wollte sich nun davon überzeugen, inwieweit er mit seiner Beobachtung Recht hatte.

Zwei Tage lang ging Kratie Steine schleppend hinter Nard her, saß während des Essens neben ihm und schlief neben ihm auf der Pritsche. In der dritten Nacht dann, als gerade das Kommando zum Schlafen gegeben worden war, drehte er sich zu dem jungen Sklaven um und flüsterte verbittert vor sich hin: ‘Soll es denn das ganze Leben so weitergehen?’ Der Priester sah, dass der junge Sklave aufzuckte und ihm sogleich sein Gesicht zuwandte. Die Augen des Sklaven glänzten, ja funkelten im trüben Fackellicht der großen Baracke.

‘Es wird nicht mehr lange dauern. Ich habe einen Plan. Und du, Alter, kannst mitmachen, wenn du magst’, flüsterte ihm der junge Sklave zu. ‘Was für einen Plan?’, fragte der Priester scheinbar gleichgültig und mit einem Seufzer.

‘Du und ich, wir beide werden schon bald frei sein. Überleg mal, auf zehn Sklaven kommt jeweils ein Wächter. Ebenso gibt es einen Wächter für fünfzehn Sklavinnen, die kochen und nähen. Wenn wir uns zu einem abgemachten Zeitpunkt alle gemeinsam auf die Wächter stürzen, können wir sie überwältigen. Sie sind zwar bewaffnet, aber wir haben unsere eisernen Ketten. Wir können sie wie eine Waffe einsetzen und uns damit ihrer Schwertstreiche erwehren. Wir werden alle Wächter entwaffnen, sie fesseln und ihnen die Waffen abnehmen.’

‘Ach’, seufzte Kratie teilnahmslos, ‘ich glaube, dein Plan ist nicht sehr gut durchdacht. Mag sein, dass wir die Wächter überwältigen können, aber der Herrscher wird schon bald neue Wächter schicken, vielleicht sogar eine ganze Armee, und die werden den Sklavenaufstand blutig niederschlagen.’

‘Daran habe ich auch gedacht, Alter. Wir müssen einen Zeitpunkt wählen, wenn die Armee nicht da ist. Und bis dahin ist es nicht mehr lang. Wie wir sehen, bereitet sich die Armee auf einen langen Marsch vor. Sie haben Proviant für drei Monate Marschzeit herbeigebracht. In etwa drei Monaten werden sie zur geplanten Stelle kommen und eine Schlacht schlagen. In der Schlacht werden sie viele Männer verlieren, aber sie werden siegen und viele neue Sklaven mitbringen. Schon jetzt werden Baracken für ihre Unterbringung gebaut. Wir sollten die Wächter entwaffnen, sobald die Armee unseres Herrschers mit der anderen Armee in den Kampf verwickelt ist. Die Boten werden einen Monat brauchen, um die Kunde vom Aufstand und den Befehl zur sofortigenR Rückkehr zu überbringen. Die geschwächte Armee wird mindestens noch einmal drei Monate bis hierher unterwegs sein. Wir werden also vier Monate Zeit haben , uns für die Begegnung mit ihnen zu rüsten. Zahlenmäßig werden wir den Soldaten nicht unterlegen sein, denn die neuen Sklaven werden sich auf unsere Seite schlagen, wenn sie sehen, was geschehen ist. Nein, nein, Alter, ich habe schon alles gut durchdacht.’

‘In Ordnung, junger Mann, angenommen, dein Plan funktioniert und es gelingt dir, die Wächter zu entwaffnen und die Armee zu bezwingen’, sagte der Alte schon etwas munterer, ‘aber was werden die Sklaven dann machen, und was soll mit dem Herrscherhaus, mit den Wächtern und den Soldaten geschehen?’ ‘Mit dieser Frage habe ich mich noch nicht so sehr beschäftigt, aber bis jetzt habe ich folgende Idee: Wer heute ein Sklave ist, soll dann kein Sklave mehr sein – und umgekehrt’, überlegte Nard laut, wenngleich er davon nicht völlig überzeugt zu sein schien.

‘Und was soll mit den Priestern geschehen? Sag, sollen sie nach deinem Plan Sklaven sein oder nicht?’ ‘Die Priester? An die habe ich gar nicht gedacht! Aber ich nehme mal an, sie sollen ruhig bleiben, was sie sind. Sowohl die Herrschenden als auch die Sklaven gehorchen ihnen. Es ist nicht immer leicht, sie zu verstehen, aber ich halte sie für unschädlich. Sollen sie ruhig weiter von den Göttern erzählen! Was aber unser Leben betrifft, so haben wir ihren Rat nicht nötig.’

‘Haben wir ihren Rat nicht nötig … soso, na gut’, antwortete der Hohepriester, gähnte laut und drehte sich auf die Seite. In dieser Nacht konnte Kratie jedoch nicht schlafen. Er dachte nach. ‘Das Einfachste wäre natürlich’, so überlegte er, ‘den Herrscher über das Gespräch zu unterrichten und den Jungen Sklaven festzunehmen. Das wird das Problem aber nicht lösen. Die Sklaven werden immer den Wunsch nach Freiheit haben. Es wird neue Anführer geben, die neue Pläne entwickeln, und somit wird die Hauptgefahr für den Staat immer im Staate selbst wohnen.’

Kratie war mit der Aufgabe betraut worden, einen Plan zur Knechtung der ganzen Welt zu erdenken. Und er erkannte: Mit physischer Gewalt allein war das Ziel nicht zu erreichen. jeder
Mensch und jedes Volk musste psychologisch beeinflusst werden. Der Mensch musste in seinem Bewusstsein umgepolt werden, sodass er dachte: Die Sklaverei ist der höchste Segen. Es musste
ein Programm her, um das Wissen aller Völker und ihre Orientierung in Raum und Zeit gründlich zu verwirren – vor allem aber ihre Wahrnehmung der Realität. Kraties Verstand arbeitete immer schneller. Allmählich schwand ihm die Wahrnehmung seines Körpers und damit auch der Ketten an seinen Händen und Füßen. Und auf einmal hatte er einen Geistesblitz. Das Programm, nach dem er suchte, manifestierte sich vor seinen Augen – noch etwas verschwommen, aber doch deutlich spürbar in seiner atemberaubenden Größe. Kratie sah sich als Alleinherrscher der ganzen Welt.

Der Priester lag auf seiner Pritsche, gefesselt an eiserne Ketten, doch in Gedanken war er ganz woanders: ‘Morgen früh, wenn alle zur Arbeit geführt werden, werde ich dem Leiter des Wachtrupps das verabredete Zeichen geben, und er wird mich aus dem Sklavenzug wegführen und mir die Ketten abnehmen lassen. Dann werde ich mein Programm ausarbeiten, ein paar Worte sprechen … und der Wandel der Welt wird seinen Lauf nehmen. Unglaublich! Nur ein paar Worte, und die ganze Welt wird sich meinem Plan unterwerfen. Tatsächlich Gott gab dem Menschen die Kraft des Geistes, und im ganzen Universum gibt es keine Kraft, die ihr gleichkommt. Durch diese Kraft werden Worte geschaffen, die wiederum das Rad der Geschichte verändern können.

Eine sehr günstige Gelegenheit, die sich mir da bietet: Die Sklaven planen einen Aufstand – durchaus kein unrealistischer Plan. Ich würde sogar sagen, dieser Plan könnte ihnen recht gute
Zwischenergebnisse bescheren. Aber nur ein paar Worte von mir, und ich werde nicht nur die Sklaven selbst, sondern auch ihre Nachkommen und sogar die Herrscher der Sklaven auf Jahrtausende hinaus in die Knie zwingen.’

Am nächsten Morgen nahm der Leiter der Wache Kratie auf dessen Zeichen hin die Ketten ab. Und bereits am folgenden Tag waren die anderen fünf Hohepriester und der Pharao auf die Beobachtungsplattform Kraties eingeladen. Vor dieser Versammlung begann Kratie seine Rede:

‘Was ihr jetzt von mir hören werdet, soll von niemandem aufgezeichnet oder weitererzählt werden. Um uns gibt es keine Wände, und niemand außer euch wird unser Gespräch mithören. Ich habe einen Plan erdacht, um alle Menschen auf Erden zu Sklaven des Pharaos zu machen. Dieses Ziel ist nicht einmal mit sehr großen Armeen und ausgiebigen Kriegen zu erreichen. Ich jedoch werde dies mit nur wenigen Worten erreichen. Lasst nur zwei Tage verstreichen, und ihr werdet euch mit eigenen Augen überzeugen können, wie die Welt sich zu verändern beginnt. Seht dort unten die Sklaven: In langen Reihen schleppen sie Steine. Sie werden von vielen Soldaten bewacht. Wir haben immer gedacht: je mehr Sklaven, desto besser für den Staat. Doch je mehr Sklaven es gibt, desto mehr muss man sich vor einem Aufruhr fürchten. Was tun wir? Wir verstärken die Bewachung. Wir sind gezwungen, sie gut zu ernähren, sonst können sie die schwere körperliche Arbeit nicht leisten. Dennoch sind sie faul und neigen zur Rebellion. Seht, wie langsam sie sich bewegen, doch diese unfähigen Wachen peitschen nicht einmal die gesunden, starken Sklaven. – Aber sie werden sich viel schneller bewegen. Und Wächter werden wir gar nicht mehr brauchen. Wir werden sie ebenfalls zu Sklaven machen. Glaubt mir, das ist zu schaffen. Noch heute vor Sonnenuntergang sollen die Herolde eine Verordnung des Pharaos verlesen, in der es heißt:

Mit Anbruch des morgigen Tages soll allen Sklaven volle Freiheit gewährt werden. Für jeden Stein, den ein freier Bürger in die Stadt liefert, soll er eine Münze bekommen. Die Münzen kann er tauschen gegen Nahrung, Kleidung, eine Behausung, einen Palast in der Stadt oder sogar eine eigene Stadt. Von nun an sei ihr alle freie Bürger!

Nachdem die Hohepriester sich die Worte Kraties durch den Kopf hatten gehen lassen, meinte der Älteste von ihnen: ‘Du bist ein Dämon, Kratie. Die von dir beabsichtigte Dämonie wird viele
Völker beherrschen.’ ‘Wenn ich ein Dämon bin, dann sollen in Zukunft die Menschen meine Idee Demokratie nennen.’

* * *

Die Verordnung wurde bei Sonnenuntergang den Sklaven vorgelesen. Diese waren so erstaunt, dass sie aus lauter Vorfreude auf ihr neues, glückliches Leben nicht einschlafen konnten. Am Morgen des nächsten Tages stiegen die Hohepriester und der Pharao erneut auf die Plattform des künstlich angelegten Hügels. Das Bild, das sich ihren Blicken bot, verblüffte sie vollends.

Tausende von Menschen, die ehemaligen Sklaven, schleppten unermüdlich und voll Tatendrang die gleichen Steine wie zuvor. Sie schwitzten, und einige trugen sogar zwei Steine. Andere, die nur einen Stein trugen, liefen so schnell, dass sie dabei Staub aufwirbelten. Auch einige Wachsoldaten schleppten jetzt Steine. Die Menschen, die sich nun für frei hielten, da man ihnen ja die Ketten abgenommen hatte, waren bestrebt, möglichst viele der heiß begehrten Münzen zu verdienen, um sich eine glückliche Zukunft aufbauen zu können.’

Kratie verbrachte noch einige Monate auf seinem Thron und sah mit Befriedigung dem regen Treiben am Fuße seines Hügels zu. Die Veränderungen waren umwerfend. Ein Teil der Sklaven hatte sich zu kleinen Gruppen zusammengeschlossen. Sie hatten Karren gebaut, auf die sie die Steine aufluden und die sie unter großer Anstrengung vorwärts stießen.

‘Sieh an, wie erfinderisch sie sind!’, dachte Kratie zufrieden. ‘jetzt gibt es schon erste Dienstleistungen: Wasserträger und Essensverkäufer. Einige Sklaven wollen keine Zeit für den
Weg zur Baracke verschwenden, um dort etwas zu essen, und so zahlen sie andere dafür, ihnen Erfrischungen und Nahrung zu bringen. Und siehe da, Ärzte gibt es auch! Sie behandeln
Steinträger, die Hilfe benötigen, während der Arbeit und werden dafür mit Münzen bezahlt. Auch haben sie jemanden dazu eingesetzt, den Verkehr zu regeln. Bald werden sie sicher auch
Vorgesetzte und einen Richter wählen. Sollen sie nur! Sie halten sich für frei, aber im Grunde hat sich nichts geändert. Sie schleppen weiter Steine … wie früher.’

So laufen sie nun schon seit Jahrtausenden durch den Staub und schleppen im Schweiße ihres Angesichts die schweren Steine. Und die heutigen Nachkommen dieser Sklaven machen es ihnen munter nach …“

* * *

„Du meinst damit wahrscheinlich die einfachen Arbeiter, Anastasia, nicht wahr? Meinetwegen, da will ich dir Recht geben. Aber Betriebsleiter, Beamte und Unternehmer sind ganz sicher nicht den Sklaven zuzurechnen.“

„Du siehst da also Unterschiede, Wladimir. Könntest du bitte ausführen, worin diese Unterschiede bestehen?“

„Darin, dass einige schwere Steine schleppen oder sich sonst wie abrackern wie Sklaven. Andere hingegen leiten diese Schlepperei beziehungsweise den Produktionsprozess, um einen zeitgemäßen Ausdruck zu gebrauchen.“

„Aber diese Leitung ist doch auch eine Arbeit. Oft ist sie sogar noch schwieriger als das Tragen der Steine.“

„Nun gut, in gewissem Sinne ja. Unternehmer müssen mehr denken. Ihr Kopf ist von morgens bis abends mit der Arbeit beschäftigt. Aber was ist mit Pharaonen, Präsidenten und Kanzlern -sind sie etwa ebenfalls Sklaven?“

„So ist es. Auch die Priester, die an dieser fatalen Intrige beteiligt waren, wurden Sklaven.“

„Aber wenn auch die Priester Sklaven sind, wer sind dann die Sklavenhalter?“

„Die künstliche Welt, die von den Menschen erschaffen wurde. Und die Wächter sitzen meist im Innern der Menschen und peitschen sie dazu an, mehr Geld zu verdienen.“

„Das Ganze ergibt Ja ein recht tristes, aussichtsloses Bild. In den vergangenen .Jahrtausenden sind ganze Weltreiche entstanden und untergegangen, Religionen und Gesetze haben sich
gewandelt, doch im Grunde hat sich nichts geändert, denn nach wie vor ist der Mensch ein Sklave. Lässt sich denn wirklich nichts tun, um diese Lage zu ändern?“

„Doch.“

„Was? Und wer könnte das tun?“

„Ein Bild.“

„Was denn für ein Bild?“

„Ein neues Leitbild, das den Menschen eine neue Weltsicht vermittelt. Überlege mal, Wladimir, die Menschen, die heute kraft ihres Geldes die Welt beherrschen, denken, nur Macht und Geld
könnten dem Menschen zu Glück verhelfen. Und die meisten Menschen, die danach streben, Geld zu verdienen, sind ebenfalls davon überzeugt. Aber oft – sogar sehr oft – leiden gerade die Gewinner dieser sinnlosen Hetzjagd. Sie erreichen illusorische Höhen und empfinden die Sinnlosigkeit ihres Lebens stärker als andere. Ich werde dir jetzt eine Szene aus dem zukünftigen
Leben beschreiben. Schreibe sie nieder, und möge sie sich verwirklichen!“

…………………..

Aus: „Anastasia-NEUE Zivilisation“ von Wladimir Megre, Verlag Die Silberschnur GmbH,www.silberschnur.de

Kategorien:Ethik, Gesellschaft Schlagwörter: , , ,
  1. Juni 7, 2011 um 5:17 pm

    „Man bedenke, es handelt sich nur um einen Roman. Die Wahrheit wird – wie stets – weit erstaunlicher sein.“

    (Vorwort zu „2001“)

    Vor über 40 Jahren visualisierten Stanley Kubrick und Arthur C. Clarke nicht nur die voraussichtlichen technologischen Möglichkeiten im Jahr 2001. Heute hängen wir weit hinter diesen Möglichkeiten zurück und befinden uns in einer globalen Wirtschaftskrise, die aufgrund der atomaren Bedrohung das Ende der Menschheit bedeuten kann. Die Ursache ist eine künstliche Programmierung des kollektiv Unbewussten, die uns seit jeher davon abhält, die Makroökonomie zu verstehen:

    (Genesis 2,15-17) Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte. Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen im Garten, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes sterben.

    Wer nicht weiß, was Gerechtigkeit ist, darf auch nicht wissen, was Ungerechtigkeit ist, um eine Existenz in „dieser Welt“ ertragen zu können. Zu diesem Zweck gibt es die Religion, die so erfolgreich war, dass sie die systemische Ungerechtigkeit der Erbsünde bis heute aus dem allgemeinen Bewusstsein der halbwegs zivilisierten Menschheit ausblenden konnte, während das Wissen seit langer Zeit zur Verfügung steht, um diese „Mutter aller Zivilisationsprobleme“ endgültig zu eliminieren.

    Bis heute ist unsere „moderne Zivilisation“ auf der Religion aufgebaut, und mit einem hatte Karl Marx Recht, auch wenn er als Ökonom keine Leuchte war: Die Religion ist das „Opium des Volkes“. Doch der „Unglaube“ ist gegenüber dieser schlimmsten aller Drogen wirkungslos, weil Gott existiert – als Programm in Ihrem Unterbewusstsein. Auf subtile Weise steuert „er“ Ihr Verhalten, Ihre tiefsten Sehnsüchte, Hoffnungen und Ängste, ohne dass Sie eine Möglichkeit haben, sich dieser Beeinflussung zu entziehen. Solange Sie „ihn“ nicht erkannt und verstanden haben, sind Sie ein Untertan eines vor über drei Jahrtausenden programmierten Hirngespinstes, ob Sie wollen oder nicht. Sich selbst von der Religion zu befreien, ist in „dieser Welt“ so gut wie unmöglich, denn „über den Rand der Welt zu fallen“, macht den Allermeisten mehr Angst als alles andere! Nur zwei Persönlichkeiten in der bekannten Geschichte konnten den künstlichen Archetyp Jahwe aus eigener Kraft erkennen: die Propheten Jesus und Mohammed.

    Heute können Sie wählen, ob Sie zu den „Gewöhnlichen“ gehören, die bis zum bevorstehenden, eigentlichen Beginn der menschlichen Zivilisation „halbwegs glücklich“ in seliger Unwissenheit verbleiben, oder zu den „Einzelnen und Auserwählten“, die schon vorher aus der religiösen Verblendung auferstehen: http://www.deweles.de/willkommen.html

  2. Juni 13, 2011 um 11:35 pm

    Und wie einfach wäre es, den Spieß umzudrehen und uns für mehr Unabhängigkeit ein Bedingungsloses Grundeinkommen zu gebe. Hier die bisher beste Argumentation dafür. „Denn, wo kämen wir hin, wenn …?“, stellt Frau Rahel Uhlenhoff, Mitbegründerin der Bürgerinitiative Bedingungsloses Grundeinkommen, die wichtige Frage. Nach dem Recht auf eine allgemeine Schulbildung, dem allgemeinen Wahlrecht folgt nun logischerweise noch die dritte Komponente, wie sie in der französischen Revolution als „Brüderlichkeit / Schwesterlichkeit“ genannt wurde:

  3. August 3, 2011 um 8:47 pm

    „…für mehr Unabhängigkeit ein Bedingungsloses Grundeinkommen…“

    Wer noch an „Apfelbäumchen“ glaubt,…

    Klicke, um auf apfelbaeumchen.pdf zuzugreifen

    …glaubt wohl auch daran, dass nicht nur leistungslose Kapitaleinkommen (unverdiente Knappheitsgewinne auf Kosten der Mehrarbeit anderer) auf Bäumen wachsen, sondern auch noch ein hypothetisches „bedingungsloses Grundeinkommen“.

  4. Frank56
    Oktober 1, 2011 um 3:47 am

    Das BGE würde zunächst den Schein von Unabhängigkeit und Option auf Selbstverwirklichung erwecken, aber es ist in dieser Gesellschaft, und mit dem auf Schuldgeld basierenden Geldsystem schlicht eine Utopie! Ohne eine Freie Gesellschaft, und dies meine ich im tiefsten Sinne des Wortes, macht es auch keinen Sinn. Sollen wir auch noch alle Zinsen bezahlen für den Kredit? Die Geldschöpfung in Staatshand, und die zinslos, dann kann man darüber reden. Frank

    • Oktober 1, 2011 um 9:31 am

      Ja,, ein BGE ohne gleichzeitigen Umbau des Geldsystems auf z.B. ein fließendes Geld, wäre nur der halbe Schritt. Mit Geld Geld zu verdienen, d.h. leistungslos darf keine Zukunft mehr haben.

      • Oktober 1, 2011 um 9:46 am

        „…ein BGE ohne gleichzeitigen Umbau des Geldsystems auf z.B. ein fließendes Geld,…“

        1. Das „z.B.“ ist überflüssig, denn ohne eine konstruktiv umlaufgesicherte Indexwährung sind allgemeiner Wohlstand und der Weltfrieden unmöglich.

        2. Welchen Sinn sollte es haben, in der Natürlichen Wirtschaftsordnung noch ein hypothetisches „bedingungsloses Grundeinkommen“ einführen zu wollen, außer, dass damit der Weltfrieden erneut gefährdet wäre?

        • Oktober 1, 2011 um 5:33 pm

          Wieso sollte es den Weltfrieden gefährden, wenn überall auf der Welt erkannt wird, dass eine natürliche Wirtschaftordnung für den erwünschten Wohlstand aller sorgt. Solange Geld das Mittel ist, mit dem sich Jeder sein Leben sichern kann, so lange muss er ein Recht auf die Grundsicherung des Lebens haben, und zwar bedingungslos. Nur so ist er frei. Sollten wir dann irgendwann dazu kommen, dass wir kein Geld brauchen, da wir uns auf andere Mechanismen geeinigt haben, entfällt auch dieser Gesichtspunkt. Wie es ohne Geld gehen könnte, da findet man bei Leuten die Commons denken sowie auch in der Zeitgeist Movement gute Ansätze.

      • Taurus
        Oktober 2, 2011 um 3:38 pm

        Hier wird eine Möglichkeit aufgezeigt:

        http://www.williweise.de

        • Oktober 2, 2011 um 9:39 pm

          Interessanter Ansatz, könnte sogar funktionieren. Ich würde gerne noch, dass Geld nicht durch Schuld in Umlauf kommt und durch die Gemeinschaft geschöpft wird. Damit ist die Steuerung der Geldmenge nicht in privaten Händen, die damit Inflationen oder Depressionen auslösen kann, gerade wie es ihnen passt.

      • Frank56
        August 8, 2012 um 1:15 pm

        @ M. Bartonitz

        Wir reden immer vom BGE, Geldsystem und Wirtschaft, aber das Fundament hierfür bleibt in der Regel unberührt. Das eine bedingt aber das andere, es ist die Ideologie der Menschen offen für eine kooperative Gesellschaftsform zu sein. Ohne die Erkenntnis und ohne die Bereitschaft (in Freiwilligkeit) dazu, werden alles nur Worte bleiben. Ein BGE in einer Gesellschaft der Konkurrenz halte ich für unmöglich. LG

        • August 8, 2012 um 1:20 pm

          Ja, und nicht nur die Konkurrenz wäre ein Problem sondern die Frage nach der Menge des erlaubten privaten Eigentums. Denn wir sehen, das am Ende, wie beim Monopoly, ganz wenigen Alles gehören wird.

  5. Oktober 1, 2011 um 5:09 pm

    Es gibt eine weitere schöne, fiktive Erzählung, die das Funktionieren unserer Gesellschaft gut verdeutlicht:

    Wie treibt man die Menschen zur Mehrarbeit? Und wie hält man die Menschen im Griff.

    Marionettenstaat, aus dem Buch „Der Marionettenstaat“ von Günter Hannich

    http://www.initiative.cc/Artikel/2008_05_30%20Marionettenstaat.htm
    Es treffen sich die reichsten und mächtigsten Personen um zu beraten, wie man das einfache Volk besser kontrollieren und ausbeuten kann.

    Der mächtigste Teilnehmer eröffnete die Runde:“Meine Damen und Herren, es geht heute um ein neues Programm, mit dem Ziel die Arbeitsleistung der Masse zu unseren Gunsten zu steigern und gleichzeitig Widerstand zu minimieren. Der Grundsatz wird sein: Wenn man Hamster motivieren möchte, dürfen Sie nicht merken, dass sie im Hamsterrad laufen. Deshalb muss man sie daran hindern über ihr Dasein näher nachzudenken. Dazu dienen alle Arten von Unterhaltung und Konsum.

    Doch das Wichtigste: Wir werden das einfache Volk in viele untereinander verfeindete Gruppen zerteilen. Die große Masse wird aus unseren Arbeitstieren bestehen. Diese werden für einen geringen Lohn in unseren Unternehmen produktiv arbeiten. Der Lohn wird gerade so hoch sein, dass er für die Existenz reicht, jedoch keinesfalls es erlauben Ersparnisse anzusammeln um damit Freiheit zu erlangen.

    Damit den Hamstern das Geld auch wirklich nie reicht und sie nicht im Traum daran denken, das Hamsterrad zu verlassen, werden wir ihnen einreden, dass man nur leben könne, wenn man allen möglichen teuren Modeschnickschnack habe. Da deren Einkommen für so etwas jedoch nicht reicht, werden wir sie dazu animieren, sich zu verschulden und sie dadurch zwingen, noch schneller im Hamsterrad zu laufen.

    Auch werden wir immer einen Teil der Mittellosen arbeitslos lassen. Dann müssen die Arbeitenden ständig Angst haben ihren Job zu verlieren und zu den Arbeitslosen abzurutschen. Lohnforderungen werden allein dadurch unterdrückt. Wenn wir das noch weltweit praktizieren und alle möglichen Arbeiter aus den unterschiedlichsten Ländern gegeneinander ausspielen, können auch Arbeitergruppierungen wie Gewerkschaften nichts mehr ausrichten. Daneben treiben wir durch eine solche Spaltung einen Keil durch die Masse. Die eine arbeitslose Gruppe wird die andere arbeitende argwöhnisch und mit Hass und Neid betrachten. Während sich die beiden Gruppen streiten wird niemand mehr sehen, dass wir die eigentlichen Gewinner im Hintergrund sind.

    Eine andere, kleineren Gruppe wird die Aufgabe haben, die Masse lückenlos zu überwachen, zu schikanieren, zu bedrohen, und sofort niederzumachen, sobald einige der Arbeitstiere versuchen, sich an unseren Vermögen zu vergreifen, oder Stimmung gegen uns zu machen.

    Außerdem werden wir die Gruppe der Arbeitstiere, wegen ihrer bedrohlichen Größe, noch weiter aufspalten, um eine Solidarität unter ihnen zu untergraben. Wir teilen sie in die Stammbelegschaft, die Leiharbeiter und die Arbeitslosen. Wir sorgen durch deutlich unterschiedliche Behandlung und Lebensbedingungen für Neid und gegenseitige Abneigung unter ihnen.“

    „Oh ja, das klingt gut !“ sagte einer in der Gruppe. „Wie machen wir das?“

    „Wir bauen uns einen schlagkräftigen Staatsapparat, der die Masse durch immer mehr Steuern und undurchschaubare Vorschriften in Atem hält. Unsere weitere Gruppe der Habenichtse wird also aus Beamten, Richtern, Polizisten, Gefängniswärtern, Geheimdienstlern, Schnüfflern aller Art, Bodyguards, Spezialeinheiten, und aus sonstigen Ordnungskräften bestehen. Natürlich werden wir die Gruppe der Bewacher etwas besser bezahlen als die Gruppe der Arbeitstiere. Auch können wir ihnen etwas sicherere Arbeitsplätze geben – das schafft die nötige Distanz und Abneigung zwischen den beiden. Die Bewacher werden sich ganz sicher davor hüten, ihre Besserstellung durch unpässliches Verhalten zu gefährden.“

    „Und was, wenn sich trotzdem Widerstand regt?“

    „Wir schaffen immer mehr Gesetze und Vorschriften, so viele, dass sie niemand mehr kennen oder einhalten kann. Dann ist jeder zu jeder Zeit kriminell und kann von uns belangt werden. Die Angst wird die meisten von jedem Widerstand abhalten und sie im Hamsterrad laufen lassen.

    Zusätzlich schaffen wir einen Überwachungsstaat mit ausgefeilter Technik in dem jeder zu jeder Zeit lückenlos kontrolliert wird.“

    „Aber was machen wir, wenn die Masse sich in das eigene Heim zurückzieht und in der Familie Rückhalt und Stärkung sucht?“ fragt ein Teilnehmer beängstigt.

    „Das ist ein ganz zentraler Punkt. Wir müssen dazu einen Keil zwischen Mann und Frau treiben. Wir erzählen den Frauen, dass die Männer ihre Gegner seien und sie seit Urzeiten unterdrückten. Nur indem sie die harte Männerarbeit verrichten, so sagen wir ihnen, können sie Anerkennung finden und Karriere machen. Damit haben wir wieder neue Hamster, die sogar freiwillig im Rad laufen und den anderen neue Konkurrenz machen. Durch diese scheinbare Unabhängigkeit trennen wir die Frauen von ihren natürlichen Beschützern, den Männern. Daneben sorgen wir dafür, dass es immer einen Frauenmangel gibt. Dann sind die Männer dazu gezwungen härter zu arbeiten, um überhaupt bei den Frauen Interesse zu wecken. Gleichzeitig wird damit jeder Widerstand gegen diesen Zustand im Keim erstickt – wer will schon als scheinbarer „Frauenfeind“ dastehen? Ein übriges tut eine immer größere Privilegierung der Frauen und ein neues Scheidungsrecht, welches den Mann einseitig zu hohen Unterhaltszahlungen und damit Mehrarbeit zwingt.“

    „Hervorragend !“, konstatierten gleich mehrere der Anwesenden hellauf begeistert. „Ja, aber ein solcher Sicherheitsapparat, einschließlich der Politiker, das wird uns doch eine Stange Geld kosten – ist es nicht viel zu teuer ?“ meldete einer Bedenken an.

    „Nein, es kostet uns fast nichts, sagte der Vorsitzende.“

    „Wie soll das denn gehen?“, fragten einige ganz erstaunt.

    „Ganz einfach. Wir lassen die Arbeitstiere selbst ihre Bewacher und die Politiker finanzieren – und zwar durch hohe Steuern und Abgaben. Dann müssen sie auch immer mehr arbeiten und haben gar keine Zeit mehr nachzudenken.“

    „Genial !“, riefen alle entzückt.
    „Danke, meine Damen und Herren. Ich wusste, dass ich Ihre Zustimmung zu diesem Plan bekommen werde.“

  6. November 2, 2011 um 12:07 pm

    Nachdem ich das hier alles gelesen haben, bleibt das Grundproblem bestehen:

    Wir bleiben alle Sklaven des Geldes!

    • Frank56
      April 16, 2012 um 8:51 pm

      @ Solveigh Calderin

      Ich fand dieser Tage ein schönes, wie ich meine, Zitat.

      Man schafft niemals Veränderungen, indem man Bestehendes bekämpft. Um etwas zu verändern, baut man neue Modelle, die das Alte überflüssig macht.
      (Buckminster Fuller)

      An erster Stelle steht das Wissen, erst dann hat man für sich selbst die Option einer Entscheidung. Nach meinem Wissensstand liegt jede Form von Freiheit außerhalb des Staates und außerhalb jeder Demokratie, also außerhalb aller Doktrien. Weil die „BRD“ werder ein souveräner Staat ist und das Grundgesetzt keine Verfassung, stehen uns eine Reihe von Möglichkeiten zur Verfügung, um uns eigene Regeln des Zusammenlebens zu schaffen! Es gibt also Möglichkeiten sich bereits bestehenden „Außenseitern“ anzuschließen, oder eigene Gesellschaftsformen zu kreieren! Nur man muß selbst Verantwortung übernehmen und darf diese nicht abgeben an einen Saat, welcher seine Regeln gegen uns mißbraucht. Wenn wir aufhören von einem Staat Veränderungen zu fordern, sondern uns abwenden und uns eigene Veränderungen schaffen, dann verschwinden auch „Probleme“, die es eigentlich gar nicht gibt. Es liegt also an uns selbst, und nicht an dem Staat, welcher lediglich ein Spiegel unserer Akzeptanz ist. Veränderung fängt also bei uns selbst an!

      Ich verweise hier gern auf das Buch von Erich Fromm, „HABEN oder SEIN – Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft“. Die Gesellschaft der Kooperation ist der einzige Weg in eine freie Gesellschaft, und hier wartet auch Freie Energie!

      LG

      • April 16, 2012 um 9:15 pm

        Hallo Frank,

        vielen Dank für Deinen Kommentar. Ja, Kooperation sollte uns deutlich weiterbringen als Konkurrenz. Und Du bringst gerade einen spannenden Hinweis zu einem Thema, an dem ich gerade arbeiten: Inwieweit steht unser BRD-Konstruktion überhaupt auf rechtlich soliden Füßen? Sind wir Bürger mit einem Personalausweis noch natürliche Menschen? Welche Konsequenzen hat dies? Welche Chancen können sich daraus entwickeln …

        LG Martin

        • April 16, 2012 um 10:40 pm

          Die Frage der Staatsbürgerschaft und des Konstrukts BRD beschäftigt mich auch mehr und mehr…
          Neulich bekam ich etwas in die Hand, da stand:
          „Deutsche Staatsbürgerschaft“
          Was ist das?
          In der DDR war:
          Nationalität: Deutsch
          Staatsbürgerschaft: DDR
          Alles klar. Ich bin deutscher Nationalität (kann ja auch französisch, oder chinesisch sein). Und ich bin Bürger des Staates DDR.
          Aber was ist „Deutsche Staatsbürgerschaft“?
          Das erscheint mir wie ein Wortkonstrukt, das so nichtssagend ist wie „Deutscher Mondbewohner“.
          Ich bin mit diesem Thema noch nicht durch…

          Des weiteren wunderte ich mich, dass ich bei der Beantragung eines neuen Personalausweises gefragt worden bin, ob ich noch eine Staatsbürgerschaft hätte oder beantragt hätte? Was soll diese Frage?
          Das hat mich alles auf den Gedanken gebracht, vielleicht wirklich eine (andere) Staatsbürgerschaft zu beantragen, um überhaupt eine zu haben? Oder bin ich immer noch Staatsbürger der DDR wie ich auch schon im Internet las?
          Es ist sehr verwirrend!

          • April 16, 2012 um 11:00 pm

            Ich hatte mich auch schon immer gefragt, warum der Personalausweis heißt und nicht Personenausweis oder Bürgerausweis. Personal haben doch Firmen, oder?

        • Frank56
          April 16, 2012 um 10:55 pm

          Hallo Martin

          Jeder Mensch hat seine Entwicklungsstufen, und ich habe für mich erkannt, dass Parteien und auch jede Form der Demokratie, jede Freiheit verhindert. Auch Demokratie ist immer Diktatur. Deswegen bewegt sich mein Denken und Handeln außerhalb jeder Doktrien, dort wo es möglich ist. Ich bekenne mich zu Kooperationen und bin Mitglied bei NeuDeutschland.org (Peter Fitzek). Ich denke der Weg der Freiwilligkeit ist das einzige Instrument für Freiheit. Das soll aber jeder für sich selbst entscheiden, denn der Weg zum Ziel ist steinig, und erfordert in einem selbst ein Umdenken. Mir persönlich ist es noch nie schwer gefallen, anderen etwas zu geben ohne eine Gegenleistung zu verlangen. In dem Zusammenhang mag ich auch das Konzept von Franz Hörmann, “Das Ende des Geldes“ (nicht verwechseln mit Ende des Bargeldes!), welches eben auch erst über diese Entwicklungsstufe gehen muß.

          Die BRD-Konstruktion und die Willkür des “Staates“, der keiner ist, kein leichtes Thema, weil die Medien, die Politik und die Bildung hier “ganze Arbeit“ geleistet haben. Ich bin selbst kein Jurist, aber die Thematik der Selbstverwaltung, “Natürliche Person“, die wir mit dem Personalausweis abtreten und zum Personal werden, für eine Finanz-GmbH “BRD“, … ist schon interessant, und natürlich auch die schweren Wege, wie wir da raus kommen können! Zum Thema habe ich einiges gefunden.

          //——————————————————————————–
          Handelsregister B des Amtsgerichts Frankfurt am Main: (17.04.2007)
          Nummer der Firma: HRB 51411
          1. Anzahl der Eintragungen -> 7
          2. a.) Firma
          Bundesrepublik Deutschland – Finanzagentur Gesellschaft mit beschränkter Haftung
          b.) Sitz, Niederlassung, Zweigniederlassung:
          Frankfurt am Main
          c.) Gegenstand ds Unternehmens:
          Die Erbringung von Dienstleistungen für das Bundesministerium der Finanzen bei der Haushalts- und Kassenfinanzierung der BRD und Ihrer Sondervermögen mit der Maßgabe der Optimierung der Zinskosten des Bundes und seiner Sondervermögen. Hierzu zählen insbesondere Dienstleistungen bei der Emission von Bundeswertpapieren, der Kreditaufnahme mittels Schuldschein, dem Abschluss derivater Geschäfte.

          3. Grund- oder Stammkapital:
          50.000,00 DEM
          //——————————————————————————–
          Ich denke diese Angaben sind selbstsprechend, und ich kann diese Angaben auch nachweisen.

          Leider ist für viele das Thema “Deutsches Reich“ nicht erwünscht, weil es fälschlicherweise mit dem 3.Reich verbunden wird, aber beide nichts miteinander gemein haben! Ich fand einen interessanten Beitrag, sehr seriös und sachlich zum Thema.

          Es ist ein schweres Thema, aber das Deutsche Reich besteht rechtlich fort! Und hier gibt es auch eine gültige Verfassung, nämlich die von 1914 (schließt den Versailler Vertrag aus / unwirksam).

          http://reichsamt.info/
          http://volks-bundesrath.info/

          Es ist also rechtlich möglich, seinen Personalausweis gegen einen Ausweis des Deutschen Reiches umzutauschen. Das zu meinem momentanen Kenntnisstand zu dieser Thematik. Nach Aussage von Erhard Lorenz sind Änderungen nur möglich auf dem Status des Deutschen Reichs, weil es eine gültige Verfassung hat (Deutsches Reich 1871 / Verfassung von 1914)!

          LG Frank

          • April 17, 2012 um 3:48 pm

            Losgelöst von den Informationen rund um die Gültigkeit der diversen Verfassungen oder Grundgesetze stellt sich mir die Frage:

            Wenn das Volk in einem Gebiet sich eine neue Verfassung für einen neuen Staat geben will, müsste dies doch „einfach“ getan werden.
            Wobei einfach noch die Frage wäre: wie viele Bürger müssten das wollen?
            Und wie bekommt man da eine Abstimmung für hin?
            Wäre da nicht der erste Schritt, unser Recht auf Abstimmung im Sinne es bundesweiten Volksbegehrens nach dem derzeit „gelebten“ Grundgesetz umzusetzen, siehe GG Artikel 20 (2).

            Wenn dann an der Verfassung gearbeitet wird, und diese vom Volk legitimisiert wird, wäre es dann nicht egal, was vorher alles gewesen wäre?

          • Frank56
            April 17, 2012 um 7:40 pm

            @ Martin Bartonitz

            “Wenn das Volk in einem Gebiet sich eine neue Verfassung für einen neuen Staat geben will, müsste dies doch “einfach” getan werden. Wobei einfach noch die Frage wäre: wie viele Bürger müssten das wollen?“

            Peter Fitzek (www.NeuDeutschland.org) möchte das ja auch auf diese Weise machen, und er geht von ca. 80.000 Mitgliedern aus, die zusammen kommen müßten, um eine Verfassung für einen neuen Staat auszurufen. Es gibt auch die Initiative
            http://www.verfassung-jetzt.org/index_5.htm
            und beide Initiativen streben eine Gesellschaft der Kooperation an, also die Abschaffung des kapitalistischen Systems, und die des Schuldgeldsystems (Zinsen).

            Nun stellt sich die Frage der Rechtswirksamkeit. Kann ein nicht souveräner Staat oder ein nicht souveränes Volk eine rechtswirksame Verfassung und einen Staat gründen, denn es wäre ja ein neuer Staat, der in dieser Form nie bestanden hatte?!

            Ich fand deshalb die Argumentation zum Thema des ja noch bestehenden “Deutschen Reichs“ und der noch bestehenden Verfassung durchaus akzeptabel, und in seiner Seriösität bemerkenswert. Es geht den Leuten ja nicht um einen Gebietsanspruch oder einer Bevormundung einzelner Völker, sondern lediglich um die Rechtmäßigkeit einer Verfassungsänderung, weil diese Verfassung noch Gültigkeit hat, wenn man sich auf Sie beruft! Es würde dann ein souveräner Staat eine Verfassungsänderung vornehmen, und dem müßten Friedensverträge vorangehen! Auch in dieser Verfassung des Deutschen Reiches ist es jedem Volk freigestellt, auszutreten oder sich anzuschließen! Es besteht kein Zwang sich unterzuordnen, denn die Zugehörigkeit zum Deutschen Reich ist freiwillig nach dem Grundgesetz! Auch ich habe einiges gehört, was mir so fremd war! Ein weiterer Vorteil wäre, das Deutsche Reich hat weder mit der UNO noch mit irgendeiner anderen Organisation einen Vertrag abgeschlossen, was tatsächlich so etwas wie freier Spielraum für alles bedeuten würde.

            Für mich, ich habe das Video jetzt 3x gehört, ist dieser Vorschlag nicht so schlecht, als dass man Ihn von vornherein ausschließen müßte. Das negative Image ist nicht umsonst in unsere Köpfe gepflanzt worden! Ich bin parteilos, und wer das Deutsche Reich mit dem 3. Reich vergleicht, der hat lediglich eine Bildungslücke und/oder ist geimpft worden (wie wir alle)!

            LG

          • April 17, 2012 um 7:54 pm

            Ich habe das Thema, dass uns über den Ablauf hin zum 1. Weltkrieg eine Reihe von Informationen vorenthalten wurden, heute in meinem neuen Artikel Warum steht unsere Welt auf dem Kopf? mit verarbeitet. Und ja, es sieht so aus, dass wir nochmals auf die Schulbank müssten, um etwas mehr von der damaligen Wirklichkeit hervorzuschälen. LG Martin

          • Frank56
            April 17, 2012 um 8:28 pm

            @ Martin

            Ich glaube, wer eimal an der “Borke“ gekratzt hat und sich die vielen Fragen stellt, die plötzlich auftauchen, der wird sich auch mit dieser Thematik beschäftigen. Man sollte offen sein, nicht autoritär, abweisend oder besserwisserisch, dann kommt man der Wahrheit Stück für Stück näher. Nach meiner Auffassung sind es die gleichen Machthaber (Finanzimperium), die bereits beide Weltkriege finanziert haben, und die immer noch Ihr Unwesen treiben, um die totale Kontrolle der gesamten Menschheit und die Aufteilung der globalen Wirtschaft! Es liegt letztlich an uns selbst, ob wir das erkennen und ob wir es zulassen!

            “Wissen fängt dann an, wenn wir vergessen haben, was wir in der Schule gelernt haben!“ (Albert Einstein)

            LG Frank

          • April 17, 2012 um 8:32 pm

            Ja, Frank, das offen sein fällt schwer. Wer nicht selbst seinen Verstand gebrauchen möchte und von Fakten hört, die nicht in sein Weltbild gehören, wiegelt schnell mit dem Begriff der Verschwörungstheorie ab.
            Das hier wird Dich sicher auch interessieren, gerade erst gepostet:

            An das BKA in Wiesbaden

            Die wahre Welt des Rechts, Bereinigungsgesetze und das Übel der Gleichschaltung der Staatsangehörigkeit und die „Braune Vorzeigemannschaft“

            LG Martin

        • April 17, 2012 um 12:01 am

          @Frank
          Das Video schaue ich mir morgen an. Es ist mir heute zu spät dazu.
          Die Links sehen mir sehr revanschistisch aus. Die sehen aus wie: „Wir wollen unser Deutsches Reich wiederhaben, und zwar wie es vor 1914 war!“
          Stelle Dir vor, die Türken würden anfangen: „Wir wollen unser Osmanischen Reich wiederhaben wie es vor 1914 war!“
          Das klingt mir ein bißchen suspekt, um ehrlich zu sein…

          Wenn die BRD von Anfang an gar nicht existierte, warum ist dann diese Finanz GmbH erst 2007 gegründet worden und nicht 1945 oder 1949 mit Gründung der BRD? Das ergibt mir keinen Sinn….
          Soweit ich weiß, ist diese GmbH gegründet worden, um die Geldgeschäfte der BRD abzuwickeln, was schon dubios genug ist. Es kann ja wohl nicht sein, dass Steuergelder von einer privaten Firma, die ja auch Gewinn orientiert arbeiten muss und jemandem gehören muss, „verwaltet“ und verzockt(?) und so jeder staatlichen Aufsicht entzogen werden! Wer ist der Eigentümer dieser GmbH? Wer ist der Geschäftsführer? Das muss in dem HR-Auszug auch stehen. Wo sind diese Angaben?

          Dennoch hätte ich schon gern gewusst, was es mit dieser Staatsbürgerschaft nun auf sich hat. Das ist mir noch immer nicht klar.

          Ach ja, und das Bargeld, das wird ja schon durch die Banken abgeschafft. Dann haben sie auch keine Druckkosten mehr, und wer unartig ist, dem sind die Zahlen auf dem Konto auch mal ganz schnell weg, ne?
          Prof. Hörman kenne ich, der will wirklich das Geld abschaffen und das erscheint mir ein sehr vernünftiger, wenn nicht gar der einzig gangbare Weg, um diese ewigen Krisen des Kapitalismus abzuschaffen – natürlich nur, wenn gleichzeitig das Eigentum an Produktionsmitteln abgeschafft wird.
          Aber auch dieses Video werde ich mir morgen anschauen.

        • Dr. Manfred Voss
          April 19, 2012 um 12:45 pm

          … kleine Assoziationskette, angeregt durch die Bemerkung

          „… (bitte zum Spaß mal auf den Personalausweis schauen und den englischen Namen unseres Landes übersetzen) …“,

          die ich im oben gegebenen Link http://blog.berg-kommunikation.de/?p=4028 gefunden hatte:

          Auf dem Personalausweis steht:

          Federal Republic Of Germany => FROG

          Hm … da fiel mir doch die Geschichte mit dem Frosch im Wasserkessel ein.

          Merkwürdiger „Zufall“ 😉

          LG Manfred

          • April 19, 2012 um 9:27 pm

            Es wird immer besser. Wenn Du noch den alten Personalausweis hast, schau Dir mal das Muster auf der Rückseite an. Es ist ein Tierkopf mit Hörnern. Das ist auch eine Symbolik …

        • Dr. Manfred Voss
          April 19, 2012 um 9:57 pm

          Hm, auf meinem Ausweis ist das nicht drauf … hat das möglicherweise bereits mit „Europa und der als Stier verkleidete Zeus“ zu tun, obwohl es sich um den alten Personalausweis handelt?

      • April 19, 2012 um 9:54 pm

        Ich bin mal nach dem Stier suchen gegangen, Martin, und fand diese Bedeutung, neben der satanischen:
        Der Stier in der europäischen Mythologie ist in zweierlei Hinsicht relevant. Zum einen steht er für Zeugungskraft und damit als Zeichen der Fruchtbarkeit. Zum anderen für die allgewaltige Kraft der Drehbewegung des Himmels.
        http://de.wikipedia.org/wiki/Stier_%28Mythologie%29

        • April 19, 2012 um 10:06 pm

          Es gibt auch noch eine Reihe weiterer Symboliken: http://de.wikipedia.org/wiki/Mano_cornuta

          Und auch das kann man finden:

          Baphomet bzw. Ziegengestalt

          Es gibt mehrere Spekulationen darüber, woher der Name „Baphomet“ kommt. Die meisten basieren auf Anagrammen und sind weder korrekt noch abwegig. Der Schriftsteller Eliphas Lévi (selber Magier) beschrieb ihn im 19. Jahrhundert („Dogme et Rituel de la Haute Magie“, 1854) als Dämon mit menschlichem Körper, gehörntem Ziegen¬kopf, weiblichen Brüsten, Ziegenfüßen und einem Pentagramm auf der Stirn. Er ist eine Gestalt, die offensichtlich von den Altägyptern und den Kelten beeinflusst wurde. Er ist eine Kombination von Gegensätzen, er vereint Gut und Böse, Menschliches und Dämonisches, Frau und Mann, Mensch und Tier. Er ist gleichzusetzen mit der altgriechischen mythologischen Gestalt des Pan (Satyrgestalt), Sohn von Hermes, ein (Halb-) Gott, der Sex, Lust, Wein und Musik verkörperte. Man kann leicht erkennen, warum diese Gestalt für viele so faszinierend ist.
          Heutzutage benutzen sie die Satanisten als Abbildung des Satans (z.B. in der „Satanischen Bibel“ von Anton LaVey). Häufig umkreist ein Drudenfuß Baphomets Kopf, wobei sich sein Kinn und Kinnbart im unteren Dreieck, seine Ohren in den zwei Dreiecken links und rechts und seine Hörner in den nach oben zeigenden Dreiecken befinden. (Evangelos Koukidis)

      • Dr. Manfred Voss
        April 19, 2012 um 10:29 pm

        aaah ja … ich war nachlässig beim Hingucken, hab das Ding nicht auf den Kopf gestellt – sieht so aus, als ob man heutzutage ALLES auf den Kopf stellen müsste 😉

        ja, so hab ich das auch.

        LG Manfred

        • April 19, 2012 um 10:35 pm

          Stimmt, auch hier haben wir wieder das Auf-dem-Kopf-stehen 🙂

        • April 20, 2012 um 8:53 am

          Wir kommen also nicht drum rum, sie wieder auf die Füße zu stellen. Von so langem Kopf stehen, läuft zuviel Blut in den Kopf und das Denkvermögen verschwindet und zum Schluss platzen womöglich noch die Hauptschlagadern und dann haben wir den schlimmsten Schlaganfall!?

  7. April 16, 2012 um 2:58 pm

    Danke für die herrliche Satire, und für das Zitat, das immer wieder aufzeigt, dass in der Bibel neben vielen für uns weniger zuträglichen Dingen auch die uralten Weisheiten wie Nuggets zu finden sind.

  8. April 16, 2012 um 9:46 pm

    Frank56 schrieb:

    Man schafft niemals Veränderungen, indem man Bestehendes bekämpft. Um etwas zu verändern, baut man neue Modelle, die das Alte überflüssig macht.
    (Buckminster Fuller)

    Fuller war zweifelsohne ein großartiger Visionär und Ganzheitsdenker … allerdings hatte er sich der Expansion verschrieben und nicht einzig der Optimierung. Höher und größer, und mehr und mehr Fortschritt, hatten auch ihn im Griff.

    Kooperation ist zweifelsohne eine feine Sache, wenn sie denn in der Lage ist, im Verlauf mehr und mehr Unordnung aus der Realität herauszulösen und sie in aktive Ordnung, sprich Harmonie, zu überführen, denn miteinander zu kooperieren, dass können auch die Anhänger der Dunklen Seite.

    Gruß Guido

  9. April 17, 2012 um 12:18 am

    Martin Bartonitz :

    Ich hatte mich auch schon immer gefragt, warum der Personalausweis heißt und nicht Personenausweis oder Bürgerausweis. Personal haben doch Firmen, oder?

    Stimmt. Darum heißt das gute Stück in anderen Ländern auch „Identitätskarte“ – und das trifft es dann wirklich.
    In der DDR hatten wir auch einen „Personalausweis“. Wie hieß dieser Ausweis vorher?
    Im 3. Reich war es eine Kennkarte – und siehe und staune, auch dort gab es Fingerabdrücke auf dieser „Karte“ – aber ich konnte nicht erkennen, ob und wie die Staatsbürgerschaft bezeichnet war:

    http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?VISuperSize&item=170822370499

    Hier gibt es einen Staatsbürgerausweis von 1908, aber ich kann die Bezeichnung der Staatsbürgerschaft auch nicht erkennen:

    http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?VISuperSize&item=110857083202

    Und hier noch eine „Kennkarte“ aus dem „Generalgouvernement“ – auch ohne Angabe einer Staatsangehörigkeit:


    http://www.aukcjoner.pl/gallery/009250820-2.html#I2

    Also, ich bin immer noch keinen Schritt weiter.

    • April 17, 2012 um 8:25 pm

      Noch einmal zur Staatsbürgerschaft, die in der BRD deutsche Staatsangehörigkeit heißt, was der Grund ist, warum auf dem Personal-Ausweis unter Staatsangehörigkeit/Nationalität eben „Deutsch“ steht.

      Mir ließ diese Diskussion und Rumraterei keine Ruhe und so bin ich heute einfach zur Ausländerbehörde – Staatsangehörigkeitsfragen – gegangen und habe gefragt.
      Ich hatte ein mehrstündiges Gespräch mit der Leiterin und bekam sehr kompetente und fundierte Antworten.

      Im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland heißt es:

      XI. Übergangs- und Schlussbestimmungen

      Artikel 116
      [Begriff „Deutscher“; Wiedereinbürgerung von Verfolgten]
      (1) Deutscher im Sinne dieses Grundgesetzes ist vorbehaltlich anderweitiger gesetzlicher Regelung, wer die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt oder oder als Flüchtling oder Vertriebener deutscher Volkszugehörigkeit oder als dessen Ehegatte oder Abkömmling in dem Gebiete des Deutschen Reiches nach dem Stande vom 31. Dezember 1937 Aufnahme gefunden hat.
      (2) Frühere deutsche Staatsangehörige, denen zwischen dem 30. Januar 1933 und dem 8. Mai 1945 die Staatsangehörigkeit aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen entzogen worden ist, und ihre Abkömmlinge sind auf Antrag wieder einzubürgern. Sie gelten als nicht ausgebürgert, sofern sie nach dem 8. Mai 1945 ihren Wohnsitz in Deutschland genommen haben und nicht einen entgegengesetzten Willen zum Ausdruck gebracht haben.

      (Hervorhebungen von mir)

      Es heißt deutsche Staatsangehörigkeit, denn es wird davon ausgegangen, dass alle Deutschen, die auf dem Gebiet des Deutschen Reiches in den Grenzen von 1937 leb(t)en, deutsche Staatsangehörige sind. Darum würde der Begriff Staatsangehörigkeit BRD zu kurz fassen.
      Die Ursache dafür ist in dem Umstand zu finden, dass die BRD – Bundesrepublik Deutschland – die Rechtsnachfolge des Deutschen Reiches in den Grenzen von 1937 angetreten hat und dazu gehören eben auch die Menschen. D.h. die Bundesrepublik Deutschland ist als Rechtsnachfolger des Deutschen Reiches für die im Artikel 116 genannten Menschen rechtlich verantwortlich und die Menschen können jederzeit in die Bundesrepublik Deutschland einwandern und sind automatisch deutsche Staatsangehörige – nach Grundgesetz, folgernd aus der Rechtsnachfolge der Bundesrepublik Deutschland für das Deutsche Reich auch schon vorher….

      Durch die 4 + 1-Verträge ist das Staatsgebiet Deutschlands, das heute den Namen Bundesrepublik Deutschland trägt, in den heute bestehenden (also das Ergebnis des 2. Weltkrieges) Grenzen festgelegt worden, aber der Anspruch, dass alle Deutschen in den Grenzen von 1937 deutsche Staatsangehörige sind, wurde nicht aufgegeben. Auch das leitet sich aus der Rechtsnachfolge des Deutschen Reiches ab.
      Zu dem 4 + 1-Vertrag gehört auch, dass die sowjetischen Besatzer den Osten Deutschlands verlassen, aber es keinem anderen der damaligen Alliierten (USA, Frankreich und Großbritannien) gestattet ist, auf dem Gebiet der ehemals sowjetisch besetzten Zone eine Militärbase zu errichten, Raketen, Kriegsgerät oder militärische Einheiten zu stationieren. Im Falle der Missachtung haben die Russen das Recht, ihre Plätze in „ihrer Zone“ sofort wieder einzunehmen.

      Kleiner Einschub (Pardon!)
      Der Osten Deutschlands ist also „Pufferzone“ im Kriegsfall mit Russland – darum will auch keiner hier irgend etwas investieren! Darum auch haben die US Amerikaner soviel in den anderen ehemaligen sozialistischen Ländern und ehemaligen Sowjetrepubliken stationiert, um den Ring um Russland enger zu ziehen, einschließlich Militärabasen in Polen! Und darum auch fühlen sich die Russen – zu Recht – bedroht und haben die Raketen-Abfangstation in Kaliningrad eröffnet und in Gefechtsbereitschaft versetzt, ihre Raketen wieder mit Atomsprengköpfen bestückt und bereits vorher den Militärpakt mit China geschlossen… – neben dem Grund der Bedrohung Russlands über den Iran!?

      Außerdem habe ich die interessante Tatsache erfahren, dass ein Bulgare (ist ein Beispiel, es könnte auch ein Bürger jeden anderen Landes dieser Erde sein!), der die deutsche Staatsangehörigkeit haben will, auch seine Nationalität verliert – er wird Nationalität UND Staatsangehörigkeit Deutsch! Es wird kein Unterschied zugelassen!
      Er kann sich also entscheiden Deutscher zu werden oder nicht.
      Deutscher Staatsangehöriger mit bulgarischer Nationalität gibt es nicht.
      Auf diese Weise haben die Sorben nun auch ihre eigenständige Nationalität verloren und sind „Deutsche“ geworden. Sie hatten keine Wahl!

      Auf der anderen Seite verliert ein Deutscher sofort die deutsche Staatsangehörigkeit (und für die Bundesrepublik Deutschland auch die Nationalität!), wenn er Staatsangehöriger eines anderen Landes – zum Beispiel Peru – werden will – Wohnsitz haben kann er unbenommen in so vielen Ländern er will, soweit sein Geld reicht und die Länder es gestatten, es geht einzig um die Staatsangehörigkeit. Wie die anderen Länder das mit der Nationalität halten, weiß ich nicht. Also ob sie zulassen: Nationalität: Deutsch, Staatsangehörigkeit: Peru (Beispiel)

      Darum musste ich bei Beantragung des neuen Personalausweises auch die Frage beantworten, ob ich eine zweite Staatsangehörigkeit habe oder beantragt habe. Bei der Beantwortung mit JA würde ich sofort die deutsche Staatsangehörigkeit verlieren, ich würde – für die Bundesrepublik Deutschland – aufhören Deutscher zu sein!
      Würde ich mich wieder zurück entscheiden, müsste ich einen neuen Antrag stellen, um wieder die deutsche Staatsangehörigkeit UND Nationalität (für (Bundesrepublik) Deutschland) zu bekommen….

      Außerdem erfuhr ich, dass es eine deutsche Staatsangehörigkeit überhaupt erst seit dem 1. Januar 1914 gibt. Vorher gab es die Königsrechte (z.B. Preußen und Bayern) und noch vorher die Fürstenrechte, wo jeder kleine Fürst bestimmen konnte, wen er in seinem Fürstentum wohnen und arbeiten lassen wollte – oder eben nicht!

      So, Ring frei zur Diskussion. Ich bin auf Eure Meinungen dazu gespannt!

      • April 17, 2012 um 9:43 pm

        Liebe Solveigh,

        erst einmal vielen Dank für Deinen Einsatz zum Thema. Hoffe die Leiterin bekommt keinen Ärger, wenn hier zu erfahren ist, dass sie Dich mehrere Stunden aufgeklärt hat 😉

        Was mir noch unklar ist, was der Unterschied zwischen einer Nation und einem Staat ist. Ich hatte das bisher als synonym betrachtet.

        Ein äußerst komisches Ding scheint mir der Artikel 139 zu sein. Bin ich ein Nazi, auch wenn ich nach Ende des Krieges geboren wurde und weil ich mich noch nicht habe Entnazifizieren lassen?

        LG Martin

        • April 18, 2012 um 12:02 am

          Genau die Frage nach Nationalität/Staatsangehörigkeit habe ich nicht erschöpfend beantwortet bekommen. Einzig zu dieser Frage bekam ich keine erschöpfende Antwort, sondern nur den Hinweis, dass auch bei den Amerikanern an dieser Stelle im Ausweis lediglich „amerikanisch“ steht, bei den Franzosen lediglich „französisch“ steht.
          Ich habe dazu eine Erklärung für mich: Was passiert, wenn es keine Nationalität mehr gibt, sondern nur noch Staatszugehörigkeit?
          Was es mit der „Entnazifizierung“ auf sich hat, konnte ich auch nicht herausfinden, dieses Thema habe ich auch nicht angeschnitten. Ich wollte Antworten und keine Konfrontation.

          Nein, ich denke, dass die Dame keinen Ärger bekommt, sie war sichtlich erfreut, eine wißbegierige Person vor sich zu haben, die sich für dieses Thema interessiert. Es ist ihr Steckenpferd – ein interessantes dazu, denn diese Fragen sind ja auch immer mit Menschenschiksalen verknüpft – und die können auf Grund der ständig wechselnden Grenzen dieser künstlichen Gebilde „Staat“ sehr verworren sein….

          Es gibt keinen Grund zu danken. Dieses Thema brannte mir auf den Nägeln. Die Erklärungen im Internet befriedigten mich nicht… Sie stellten zusehr darauf ab, nachzuweisen, dass es die BRD gar nicht gäbe, sondern nur das Deutsche Reich in den Grenzen von 1937.

          Heute habe ich begriffen das stimmt so einfach nicht. Das Dritte Reich (das Deutsche Reich) hörte mit Ende des Krieges auf, zu existieren. Die Bundesrepublik Deutschland übernahm die Rechtsnachfolge.

          Die PDS (und später die LINKE) übernahm die Rechtsnachfolge der SED – das bedeutet jedoch nicht, dass es die SED heute noch gibt.

        • April 18, 2012 um 12:35 am

          P.S. Ich bin wohl schon zu müde und habe Deine Frage nicht richtig gelesen.
          Meine Antwort zu Nation und Staat.
          Die BRD betrachtet das als Synonym, ja. Aber das stimmt so ja nicht!

          Beispiel: Ich wurde in Bulgarien geboren, wandere aus nach Deutschland. Lebe da ne ganze Weile, gründe eine Familie und möchte irgendwann auch ein ordentlicher Staatsbürger werden (bemerke, dass wir heute keine „Bürger“ mehr sind, sondern lediglich „Angehörige“ des Staates). Also gehe ich in dieses Amt und stelle einen Antrag. Dann muss ich verschiedene Prüfungen über mich ergehen lassen(!!!), in denen ich nachweisen muss, dass ich ein ordentlicher Deutscher geworden bin! (Stell‘ Dir das bloß mal vor!). Habe ich diese Prüfungen bestanden, wird mir großzügig gestattet, Deutscher zu werden. Ich darf dann aber kein Bulgare mehr sein, was ja immer noch meine Nationalität ist! Ich muss also, um „Deutscher“ zu werden, meine gesamte Identität, meine Erziehung, meine Traditionen, meine Nationalität, meine Kultur und Geschichte über Bord werfen und vergessen! Bemerkst du die Perfidität, die dahinter steckt?
          So werden in Deutschland nur noch deutsche Staatsangehörige (aber keine -bürger!! – auch das wurde gestrichen!) leben, obwohl sie Türken, Bulgaren, Italiener, Spanier, Juden, Polen, und was weiß ich nicht noch alles für Nationalitäten sind.

          Über den Wechsel von „Bürger“ – mit Bürgerrechten – zu „Angehörigen“, wie Onkel, Tante, Sohn, Tochter, Vater – mit welchen Rechten? wäre noch einmal extra nachzudenken. Auch dahinter steckt Sinn – und kein guter!

          Umgekehrt bin ich für die Bundesrepublik Deutschland kein Deutscher mehr, wenn ich eine andere Staats(bürgerschaft)angehörigkeit beantrage oder habe.

          Auch das ist im Grunde ein Unding. Denn Deutscher Nationalität bin ich von Geburt, Tradition, Geschichte, Kultur Sprache und Erziehung. Wie kann mir die irgend jemand nehmen (wollen)? Was steckt dahinter? Was soll damit erreicht werden?
          Erinnerst Du Dich an die Art und Weise im Alten Testament? Wenn Du ein Volk zerstören und assimilieren willst, nimm‘ ihnen ihre Kultur, Geschichte, Sprache, Tradition, nimm‘ ihnen ihre nationale Identität! Das haben sie mit den amerikanischen Ureinwohnern gemacht! Ihnen wurde verboten, ihre Sprache zu sprechen, ihre Traditionen zu leben, sie wurden in Schulen gepresst, in denen sie nur das „christliche amerikanische Wesen“ lernten!
          Genau das wird hier auch gemacht! Denn die Kehrseite der Medaille ist ja, dass auch die deutsche nationale Identität zerstört wird, bzw. mir (innerhalb für die Bundesrepublik Deutschland) genommen wird, indem Nationalität mit Staatsangehörigkeit (nicht -bürgerschaft!) gleichgesetzt wird! Und der Bulgare entweder Deutscher wird (seine nationale Identität verleugnet) oder nicht die Staatsangehörigkeit bekommt!
          Und dann nimm‘ die schlechte Bildung dazu, die verhindert, dass die Kinder sich ihrer deutschen Tradition und Geschichte bewusst werden. Lernen die Kinder heute Tucholsky, Kant, Heine, Goethe kennen? Lernen sie Bach und Mozart kennen? Das alles gehört zur deutschen Identität, zum deutschen Kulturerbe, zur deutschen Nation und das ist nicht von Staatsgrenzen abhängig! Wird aber künstlich so festgelegt!

          Die Zugehörigkeit zu zwei Staaten erlaubt Deutschland und wohl auch die meisten anderen Länder nicht.
          Ich weiß jedoch nicht, ob die anderen Länder auch verlangen, dass ich meine Nationalität aufgebe, nur weil ich staatsbürgerliche Rechte wahrnehmen möchte!

          Ganz ehrlich: Wenn ich Ausländer wäre, ich würde mich unter diesen Bedingungen nicht darum bemühen „Deutscher“ zu werden! Das kommt einem Verrat an meiner Geburts-Nation, deren Traditionen, deren Kultur und Sprache gleich!
          Und wie gesagt, die Sorben (die in der DDR eine anerkannte nationale Minderheit mit entsprechenden Rechten war) haben ihren Status als Nation ohne eigenen Staat ersatzlos verloren. Sie mussten ihre nationale Identität mit der deutschen Staatszugehörigkeit abgeben!
          Wenn diese Politik nicht rassistisch ist, dann weiß ich auch nicht.

  10. federleichtes
    April 17, 2012 um 1:19 pm

    Zum Thema eine Frage:
    Wie wäre es, wenn „Effizienz“ und „Konkurrenz“ zwei Prämissen sind, mit denen Leben Existenz gestaltet?
    Es gibt Menschen, die mit dem geringsten Aufwand das meiste „erschaffen“ wollen; und es gibt Menschen, die sich mit dem geringsten Aufwand gut „fühlen“ wollen.
    Konkurrenz erwächst aus dem Anspruch, BESSER zu sein.

    Wolfgang

    • April 17, 2012 um 7:13 pm

      Das könnte sein. Dann kommt es aber wieder auf die Balance an, um ein gesundes Gedeihen zu ermöglichen.
      Heute ist allein die „Konkurrenz“ betont und muss darum zur Krankheit (der Gesellschaft) führen?

      • April 17, 2012 um 7:22 pm

        Und wie es aussieht, wenn Konkurrenz und Kooperation an der Natur ausgerichtet in den Gleichklang kommt, so dass sich eine Gesellschaft gesund entwickeln kann, zeigt ein Blick auf die 4 Millionen Minangkabau in Indonesien:

        … zeigen, dass sich matriarchale Werte aus einer Gesellschaftsphilosophie ergeben, in welcher der Schwerpunkt auf Kooperation liegt. Aus der Sicht der Minangkabau handelt es sich bei Matriarchat nämlich nicht um die „Herrschaft der Frauen“, sondern um soziale Prinzipien und Werte, die in der Bedeutung der Mutter verankert sind. Beide Geschlechter machen sich diese zu eigen, um für das gemeinsame Gute und das gemeinsame Wohlergehen zusammenzuarbeiten. Genauso wie sie die empfindlichen Reissämlinge bei der Keimung in Gewächshäusern pflegen, bevor sie in die Felder ausgepflanzt werden, und wie sie die jungen Schösslinge dann sorgsam wässern und das Feld jäten, bis sie stark geworden sind, so pflegen die Minangkabau die Schwachen und Verletzbaren in ihrer Gesellschaft, insbesondere Mütter und Kinder, damit die Gesellschaft stark wird.

        • April 18, 2012 um 11:44 am

          Genau 🙂

        • Dr. Manfred Voss
          April 18, 2012 um 3:38 pm

          Auch das Wort „Konkurrenz“ hat im Laufe der Zeit einen Bedeutungswandel erfahren (ich lausche mal wieder in die Sprache ;-)) – so, wie es heute in der Regel verstanden wird, müsste es eigentlich „Kontrakurrenz“ heißen.

          Ursprünglich bedeutet „Konkurrenz“ einfach das „miteinander laufen“, „zusammenlaufen“, „zusammenströmen“ – von „gegeneinander“ ist da keineswegs die Rede, das kam später.

          Auch hier ein Beispiel, wie etwas auf den Kopf gestellt wurde … „Neusprech“ lässt grüßen 😦

          LG Manfred

          P.S.: Nanu? Wieso Daumen runter?

        • April 18, 2012 um 4:35 pm

          Das ist interessant. Diese Aussage werde ich auf meinem google + Profil posten. Es ist absolut wichtig, wieder zu den Ursprüngen der Sprache zu kommen und vor allem die wahre Bedeutung der Worte aufzuklären!

          Der Daumen runter war ich, bitte verzeih, Manfred.
          Ich bin mit meiner Maus abgerutscht, bzw. ich hatte geklickt und dann rutschte das Bild noch hoch – habe dann mit „Daumen hoch“ gegen gestimmt – funktionierte sogar…

      • federleichtes
        April 17, 2012 um 9:19 pm

        Pardon, ich las Deine Antwort eben erst.
        Mit der Balance meinst Du sicher, dass die Menschen, deren Streben sich auf ein gutes Gefühl richtet, (viel) weniger arbeiten werden als die Menschen, die schöpferisch-produktiv tätig sind.

        Wenn wir davon ausgehen, dass gleich viele Menschen Geistwesen oder Sozialwesen sind, …

        Moment! Hier stimmt etwas nicht in meinen Überlegungen.
        Menschen, die einzig daran interessiert sind, dass sie sich gut fühlen, sind keine Sozialwesen, sondern egozentrisch orientiert.
        Und Wesen, die schöpferisch und produktiv tätig sind, handeln sozial, wenn ihre Produktivität der Gemeinschaft dient.

        Ich bin etwas verwirrt. Bedenkkzeit nötig.

        Wolfgang

        • federleichtes
          April 18, 2012 um 3:03 am

          Mal wieder ein Selbstkommentar.
          Ich gehe erste Schritt hin zum Verstehen.
          Für die beiden verschiedenen Wesen ist unsere Welt „verkehrt“.
          Das Sozialwesen sieht sich – gezwungenermaßen – eingebunden in Schaffensprozesse; das Geistwesen wird – gleichermaßen gezwungen – in soziale Beteiligung und Rücksichtnahme.
          Insofern – so erkläre ich mir das – bildeten sich wesensfremde Eigenschaften, um in einer verkehrten Welt existieren zu können.
          Im Grunde liegt das Problem aber auf einer anderen Ebene. Es MUSS eine Regelung geben für das Miteinander dieser verschiedenen Wesen. Nach dem, wie wir das einschätzen, ist das Instrument Bewusstsein.
          Aber was bewirkt dieses Bewusstsein?
          (ich hatte vor ein paar Tagen ein Gespräch über die Neue Welt mit diesem Bewusstsein, und mein Gesprächspartner konnte sich praktisch NICHTS darunter vorstellen, wie das Miteinander dann gestaltet sein würde.)
          Du sprachst von Gleichklang. Ich glaube, dass dieser Gleichklang nicht ZWISCHEN verschiedenen Wesen entstehen muss/wird, sondern IM Wesen selbst, eben durch das Bewusstsein, die Existenz nur gemeinsam meistern zu können, und zwar zum Wohle Aller.
          Bedeutet: Das egozentrische Geistwesen berücksichtigt bei seinem Erschaffen soziale Belange, und das Sozialwesen erschafft soziale Produkte (??? – das ist unpräzise, aber in etwa so)

          Das Thema ist noch nicht fertig.

          Wolfgang

          An dieser Stelle spreche ich Dir auch Dank aus für Deine Recherchen und offenen Stellungnahmen – und bitte Dich, ihn anzunehmen.

        • April 18, 2012 um 11:52 am

          Ich glaube, dass dieser Gleichklang nicht ZWISCHEN verschiedenen Wesen entstehen muss/wird, sondern IM Wesen selbst, eben durch das Bewusstsein, die Existenz nur gemeinsam meistern zu können, und zwar zum Wohle Aller.

          Genau! Das ist es!
          Durch unsere heutige Übertonung des Geistes, wird der soziale (fühlende) Anteil unserer Seele verschüttet und verkümmert.

          Durch Meditation (zum Beispiel) kann das zum Ausgleich gebracht werden.

          Dann ist ein menschliches Miteinander, das dennoch Weiter-Entwicklung, jedoch zum Wohle ALLER, ermöglicht, gegeben.
          🙂
          Es ist das Einfache, das so schwer zu machen ist?

          Vielen Dank für „ihn“. Klärst Du mich bitte auf, wer „er“ ist? Sieht nicht aus wie einer meiner geliebten Amselriche, die mich täglich mit ihrem Gesang erfreuen….

  11. federleichtes
    April 18, 2012 um 9:24 pm

    Der Name des Vogels ist „Star“ und singt auch wunderbar. Normalerweise hätte ich den Namen dazu geschrieben, wollte aber nicht aufdringlich erscheinen.

    Das Einfache IST schwer zu machen, die Menschheit plagt sich seit Menschengedenken mit der Auflösung der Konflikte.
    Gerne erinnere ich nich mal an meine Auffassung der Verschiedenartigkeit der Wesen. Ich halte das für wichtig, um die verschiedenen Lernprozesse verstehen zu können.
    Ein (reines) Sozialwesen ist Teil einer „Kommune“ und praktisch ohne eigene Identität. Es existiert durch ein ständig pulsierendes Geben und Nehmen. Klar, seine Wesenseigenschaft ist Kooperation.
    Das Geistwesen IST ein Individuum und in seinem Wesen nur auf sich fixiert. Es bewundert seine tollen Schöpfungen, steht aber in KONKURRENZ zu anderen Geistwesen. Während A einen Regenwurm schöpft, schöpft B ein Eichhörnchen, was A dazu treibt, einen Elefanten zu kreieren.
    An diesem Prinzip wird deutlich, woher der Antrieb für den so genannten Fortschritt kommt. Größer, höher, schöner ist die Eigenschaft eines ungezügelten Geistes, und wir erleben das (als Restimulation vergangener Eriegnisse) derzeit hautnah. Mehr, mehr, mehr, in allen Bereichen, und klar, zu Lasten der Sozialwesen.

    Die Lernprozesse
    Ein Sozialwesen MUSS lernen, sich a) nicht energetisch anzapfen zu lassen. Bedeutet seine Identität erweitern um den Faktor Individualität. (Indivi-DUALITÄT ???) und Grenzen ziehen – wenn es geboten ist. Wahrscheinlich machten sehr viele Menschen die Erfahrung der Ausbeutung. Und b) selber kreativ-geistig tätiig sein zu können, um nicht von der „Hlfe“ der Geistwesen abhängig zu werden.
    Ein Geistwesen muss lernen, a) energetischer Selbstversorger zu werden. Bedeutet z.B., er kann seine Kreativität (oder sein Unternehmertum „tauschen“ gegen soziale Zuwendungen. Und b) Seine Kreativität und Schaffenskraft in Übereinstimmung mit der GANZEN Gemeinschaft einzusetzen.

    Wenn beide Wesenarten über ein GLEICHES Bewusstsein verfügen, dann – so stelle ich mir das vor – wird es um die Gestaltung von Gemeinschaft durch Projekte automatisch eine Übereinstimmung geben.

    Damit erst mal gut. Ich freue mich, meine Gedanken weiter entwickeln zu können. Danke!

    Wolfgang

    • April 18, 2012 um 9:45 pm

      Das erinnert mich an eine Szene in dem Buch „Der Traumfänger“, in dem erzählt wird, wie die Aborigines in einem Jugendprojekt genau in die Aufgaben „reinrutschten“, die ihnen am besten lagen, obwohl keiner der Jugendliche irgendeine Erfahrung mit solchen Sachen hatten und so kamen sie zu hervorragenden Ergebnissen – für alle. Bei dem Projekt ging um das Ausdenken, die Produktion und Vermarktung = Verkauf eines Produktes, das ihnen die Möglichkeit geben sollte, ein selbst bestimmtes Leben zu führen. Da sie in der „Zivilisation“ vereinzelt, voneinander getrennt, wurden (wie wir das hier in Europa ja auch erleben!), fehlte ihnen einfach die Gemeinschaft, die sie zu diesen Leistungen befähigte.

      Vielen Dank für den Star… Habe schon ewige Zeiten keínen mehr gesehen… und nie so nahe… Als Dankeschön steuere ich ein wenig Starmusik bei 🙂

    • April 18, 2012 um 10:31 pm

      Ja, so in der Mitte scheint mir es dann ein gesundes Wesen zu sein. LG Martin

      • federleichtes
        April 19, 2012 um 12:14 am

        Mitte ist gut. Alle reden davon, kaum einer versteht’s.
        Wie sieht eine gesunde Familie aus: Ausgewogen, JEDER bekommt sein Recht, jder erfüllt seine Pflicht.
        Wie sieht ein gesundes Wirtschaftssystem aus: Gewinnmaximierung auf allen Ebenen – SOZIAL eben.
        Wann ist ein Mensch im Kern-gesund – wenn er als Individuum stark ist und in die Gemeinschaft wirkt.
        Wie kommt ein Mensch in Harmonie und ins Fließen: Wenn er beide Seiten seines „Vermögens“ gleichermaßen aktiviert und damit die Polarisierung überwindet.
        Mach die Liste länger – Du kannst das.
        Gesundheit scheint als Zauberei zu gelten – in Zeiten zunehmenden Chaos.
        Saufen, Pillen und Delevision – die SPD in diesem Bereich ganz weit vorne.
        Ei bräk togedder, wir brauchen ein Wunder!
        „Herr, laß das Licht in die Mitte scheinen“.

        Wolfgang
        im Zentrum des Chaos.

        Was ein Specht in 0,0833 Sekunden schafft – Entfernung etwas 40 Meter, und das sind die Originale als kleine Aufmerksamkeit des Hauses.

        Zack!

    • Dr. Manfred Voss
      April 18, 2012 um 11:18 pm

      – „… Das egozentrische Geistwesen berücksichtigt bei seinem Erschaffen soziale Belange, …“

      „berücksichtigt“ ist in meiner Sicht noch zu schwach formuliert – das geht gar nicht mehr anders, WENN, ja wenn „kohärente Biokommunikation“ (einfach ein anderes Wort für „Herz-zu-Herz-Verbindung“, mit der eigenen Natur, mit der Natur allgemein und mit anderen Menschen ;-)) global für hinreichend viele Menschen Wirklichkeit geworden ist: das wäre dann globale Kohärenz = Gaia als synergetisch optimiertes Lebewesen, als EINS. In diesem Fall ist dann eine „Ordnung der Liebe“ da, ein Bewusstseins- bzw. „Empfindungsfeld“, das alles atmosphärisch durchdringt und den Rahmen des möglichen Handelns liefert, wie die Luft zum Atmen ein Rahmen ist, in dem wir uns selbstverständlich bewegen, und bewegen MÜSSEN, sonst wären wir weder Mensch noch als Mensch lebensfähig. Eine rückgekoppelte Vernetzung, die sich selbst dynamisch stabil erhält, und weiterentwickelt.

      Und natürlich entsteht dieses Feld durch die Überlagerung bzw. das Zusammenschwingen der Herzens-Bewusstseine IN jedem einzelnen … Osho nannte das ein „Buddha-Feld“.

      „Schau in dich, und du siehst die Welt –
      schau in die Welt, und du siehst dich.“

      (Kam gerade spontan von innen – keine Ahnung, woher.)

      In dieser Weise hat es ja auch Peter Russell bereits Anfang der 80er formuliert, im Buch „Die erwachende Erde“ (http://www.peterrussell.com/GB/globalbrain.php, „Global Brain“ wurde hier im Blog auch schon mal erwähnt), und er spekuliert in diesem Buch vorsichtig, aber fundiert, wie die Welt als Superorganismus dann aussehen könnte. (Selbstverständlich gibt es neuere überarbeitete Auflagen des Buches, im Netz ist auch einiges darüber zu finden.)

      Und natürlich ist DAS dann auch eine „neue Weltordnung“, aber da NWO bereits falsch besetzt ist, sollten wir vielleicht ein neues und (be)griffiges Wort hierfür finden?

      „Denn eben, wo Begriffe fehlen,
      da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein …“
      (war das jetzt Schiller oder Goethe? ;-))

      Ich stimme mit Peter Russell schon lange überein – das ist genau der Phasenübergang auf eine synergetisch höhere Ebene, von dem so viel die Rede ist, und der im Gange ist. Und die Evolution und ihre Dynamik sagen mir klar, dass es so sein wird … sofern niemand zwischendurch aus Versehen auf irgendeinen falschen Knopf zuviel drückt.

      Wenn die Unordnung in der Entfaltung von „Vielheit“ zu stark wird, beginnt die Optimierung hin zu einem energetisch besseren dynamischen Gleichgewicht, und es geht in Richtung „Einheit“, in Sprüngen, mit Zwischenschritten. Aber auch diese Schicksalshaftigkeit enthebt niemanden seiner Verantwortung hierfür … genau das ist ja das Schicksal jedes einzelnen, dass er dies auch für sich erschafft und so das Ganze kreiert 😉 – ein fraktaler Aufbau, scheint mir.

      Extrapolationen sind in einem gewissen Sinn immer ungewiss … um sich „vernünftige“ Analogien vorstellen zu können, ist es ein erprobtes geistiges Hilfsmittel, die Betrachtung um eine Ebene/Dimension herunter zu projizieren:

      Wenn ich mir z.B. (auf der Grundlage meines 3-dimensionalen Anschauungsvermögens) vorstellen möchte, welche Eigenschaften ein 3-dimensionaler Körper in einem höherdimensionalen Hyperraum haben könnte, dann gelingt das am ehesten, wenn ich mir anschaue, welche Möglichkeiten 2-dimensionale Flächen in einem 3-dimensionalen Raum besitzen … wie sie sich z.B. „krümmen“ können usw.

      Entsprechend: Wenn ich mir vorstellen möchte, wie „Gaia“ aussieht, dann gelingt mir das am ehesten, wenn ich mir z.B. anschaue, wie die Natur das schafft, einen so unglaublich komplexen Organismus (inklusive der Möglichkeit, sich selbst anzuschauen) wie den Menschen sich selbst organisierend dynamisch stabil, d.h. „gesund“ zu halten, für so lange Zeit … von da oder genauso auch von den anderen Wundern in der Natur kann man sich wohl seine besten Analogien holen.

      – „… und das Sozialwesen erschafft soziale Produkte …“

      … wenn das Sozialwesen hinreichend „sich selbst“ und in diesem Sinne „egoistisch“ ist – das ist eben völlig zwanglos integriert (die Aufteilung in Geistwesen und Sozialwesen gefällt mir nicht so recht, aber ich denke, ich weiss, was damit ausgedrückt sein soll).

      Eigentlich sind wir doch wieder beim Thema „Bewusstseinsentwicklung“, oder?

      LG Manfred

      • federleichtes
        April 19, 2012 um 12:58 am

        Klar, Manfred, am Ende zeige ich Dir auch einen Vogel – den richtigen Daumen hast Du schon.

        Berücksichtigen, tscha, das ist wieder so ein Wort. Steckt z.B. Rücksicht drin. Ja, ist in der heutigen Zeit wohl ein schwächelnder Begriff. Rück-Sicht kann auch bedeuten, sich an Schlechtes zu erinnern und es besser zu machen.

        Leider ist es nicht nur so, dass Sozialwesen (ich vermeide derzeit den Begriff Liebewesen bewusst) mit dem Finger nur auf die Geistwesen zu zeigen hätten. Diese werden heftig und heftiger angefeindet, obwohl sie sich auch nur um die Erschaffung einer neuen Ordnung bemühen.
        Kehre vor deiner eigenen Tür, aber nicht vor die des Nachbarn. Ich sagte das bereits häufiger – und meine das noch immer so: Das System ist am Ende durch eine sich ausweitende Selbst-Besinnung: Mache deinen Stall sauber und zeige dem Nachbarn, wie das funktioniert.

        Ein Sozialwesen ist eben nicht so leicht in ein Miteinander mit einem Geistwesen zu integrieren. Wenn Mutti die Kiste Bier nicht schnell genug in den fünften Stock schleppt, gibt es Haue. Liebe scheint die schwächere Kraft in diesem Spiel zu sein, vielleicht auch, weil viele Menschen der Verwirrung und der Angst anheim fallen. Man stelle sich vor, die Liebe erwacht – ich meditiere, um dieses wohlige Gefühl zu unterbechen.
        Wir erleben, wie SEHR viele Menschen sich gegen einen immer offensichtlicher werdenden Wahnsinn aufbäumen, und werden von ein paar Hundert Dirigenten und ihren Vasallen in Schach gehalten. Ich möchte nicht wissen, wie viele von den „Schreihälsen“ Steuern bezahlen, Versicherungen bezahlen, Auto fahren, Fleisch essen und Zinsen kassieren.
        Was meinst Du dazu?

        Ja, natürlich sind wir beim (leidigen) Thema Bewusstsein; immer gewesen. Martins Themen empfinde ich als seinen inneren Flickenteppich, den er uns hier in einer geheimnisvollen Reihenfolge zwecks Teilhabe präsentiert. Besser geht’s doch gar nicht, als mit einem wahrhaftigen Menschen sehr reale Bälle aufzupumpen – da wirken selbst Luftballons erfrischend.

        Die Natur ist ein Ganzes, und wir auch, vernetzt, verschwestert und verbrüdert, Kameraden auf dem Weg, dem Ziel entgegen, Glücklichsein.

        So, jetzt Vogel (Star unter Gleichen) und weiter Schularbeiten machen.

        Herzliche Grüße an Dich.

        Wolfgang

  12. Dr. Manfred Voss
    April 19, 2012 um 12:19 pm

    Vor langer Zeit hab ich mal den Spruch gehört:

    „Wie schön ist’s doch, mal nichts zu tun,
    und dann vom Nichtstun auszuruhn …“

    😉

    LG Manfred

  13. Juni 17, 2012 um 9:30 am

    Und hier passt das Video auch, zeigt es doch, dass und wie Sklaven heute gehandelt werden:

    • Juni 17, 2012 um 12:21 pm

      Inwieweit unterscheidet sich das von der Sklaverei in den so genannten „Demokratien“? Unser Sklavenhalter heißt: Geld und Staat.
      Es ist überall das gleiche Prinzip – nur die Mittel sind unterschiedlich.

  14. August 8, 2012 um 11:56 am

    Nick auf Facebook:

    Vorteilsdenken ist prinzipiell ein Produkt der Angst.

    Angst kommt von Enge der Möglichkeiten.

    Ist jemand eingeengt in seinen Möglichkeiten, so ist er darauf angewiesen, dass Situationen seinen Möglichkeitsrahmen nicht sprengen.

    Deswegen versucht er die Entstehungs-/Rahmenbedingungen der Situationen zu kontrollieren.

    Kontrollieren heißt hier wiederum: Einengen bis Verunmöglichen von Vielfalt an Möglichkeiten – also Regulierung.

    Durch den Regulierungsvorgang wiederum ergibt sich eine Dominanzhierarchie mit allem Pipapo (Regeln, Gesetze, Strafen, Gefängnisse, Truppen zur Durchsetzung des Angstwillens etc.).

    Zur Aufrechterhaltung dieser Dominanz muss man die anderen „in Ketten legen“, also versklaven, egal in welcher konkreten bis sublimen Form.

    Am besten funktioniert die „Angstkette“ (siehe auch hier aktuell:
    http://www.jungewelt.de/2012/08-08/006.php).

    Angstfreie Menschen kann man nicht versklaven.

    Willst Du also eine echte Veränderung, benötigst Du Angstfreiheit.
    Alles andere ist vom Ansatz her Murks.

  15. August 8, 2012 um 2:39 pm

    Volle Zustimmung :-).

    Für mich ist ein Kernbegriff hier „dynamische Balance“. Die funktioniert nur „von innen nach außen“ = emergent, und nicht „von außen nach innen“ = gemacht, kontrolliert …

    Jedes lebendige System funktioniert nur so … schon lange beschrieben im yin-yang-Prinzip: es muss ein ausreichend großer, freier Spiel- und Bewegungsraum vorhanden sein (yin), sonst kann ich nicht balancieren (yang) und „dynamisch stabil“ sein, sowohl zunächst für mich selbst als Organismus, als auch im übergeordneten yin meines Lebensraums, wo ich dann meine Bewegungs- und Entwicklungsrichtung (übergeordnetes yang) entfalten kann … sonst geht eben nix an Lebendigkeit, und ist tot. „Vom Ansatz her Murks“ ist genau richtig.

    Das klingt möglicherweise noch furchtbar abstrakt, daher verwende ich gerne, wenn ich mit anderen darüber spreche, ein äußerst simples Beispiel, welches den Vorzug hat, im Erfahrungsbereich der meisten Menschen und daher sofort nachvollziehbar zu sein: Fahrradfahren 😉

    Wenn ich z.B. einen 20 cm breiten Strich auf die Straße male und mir vornehme, nur darauf zu fahren, wirds bereits schwierig, wie jeder sofort ausprobieren kann. Wenn ich den Strich weglasse, kann ich dagegen völlig problemlos schnurgerade geradeaus fahren … nun ist das ja eine selbstauferlegte „eingebildete“ Einschränkung, d.h. es passiert real nichts weiter Schlimmes, auch wenn ich diese Bedingung nicht einhalte, aber wenn eine derartige Regel bzw. Einengung von außen real erzwungen wird, dann wirds unmöglich.

    Das wäre dann z.B. im Extremfall, wie wenn ich mit meinem Fahrrad in eine Straßenbahnschiene gerate, und da weiß jeder, was passiert: Entweder versuche ich dennoch, die Balance zu halten, das geht vielleicht ein paar Meter mit äußerster Anstrengung, aber dann falle ich auf die Nase – oder ich reiße mich und mein Fahrrad mit einem Ruck aus der Schiene, dann kann ich wieder balancieren und so geradeaus weiterfahren, wie es durch eine Straßenbahnschiene eigentlich idealerweise kontrollierbar erzwungen werden soll …

    In der Natur kann man beliebig viele Beispiele für dynamische Balance finden … man beobachte z.B. mal im Zoo einen Flamingo, wenn er sein Gefieder putzt: Kopf und Oberkörper machen teilweise ziemlich starke Bewegungen, aber er steht auf einem (!) seiner dünnen (!) und langen (!) Beine wie festgeschraubt, das Bein bewegt sich scheinbar überhaupt nicht – das ist dynamische Balance in Perfektion!

    Und wenn man das Prinzip einmal verstanden hat, sieht man es plötzlich überall …

    Bedenken muss man noch, dass das Lebendige paradox ist: Natürlich wird ein Spielraum seinerseits durch Spielregeln, Regularien, Konstanten „definiert“ (im wahrsten Sinne dieses Wortes), aber das muss genügend weit gefasst sein, sonst sind lebendiges Balancieren und lebendige Bewegung nicht möglich … es „kippt“, und ist dann tot.

    Gruß
    Manfred

    P.S.: Ich lass mich ja schon wieder ablenken … 😉

    • August 8, 2012 um 11:00 pm

      Gut, dass Du Dich wieder hast ablenken lassen. Es macht jedenfalls deutlich, dass wir uns mit dem Staat ein viel zu starres Korsett gegeben haben (lasse), denn es kippt ja derzeit wieder einmal wie schon in den 1920-ern.
      Nur wie machen er es dann besser?
      Gar kein Staat? Es würden jedenfalls viele Arbeitsplätze überflüssig. Viele unzuträgliche Großprojekte erst gar nicht begonnen, und wenn wir die restliche Arbeit gut verteilen, bleibt Zeit, um uns im Sinne von Weise-werden bilden …

      • Frank56
        August 9, 2012 um 12:41 am

        @ Martin Bartonitz

        Bevor wir über den nationalen Staat ansich reden, sollte uns eines bewußt sein, ihn gibt es eigentlich gar nicht mehr. Es gibt längst eine Vielzahl von privaten Institutionen, welche sich über den “Staat“ befinden, also außerhalb jeder Gerichtsbarkeit, und von denen auch die Politik als solches bestimmt wird. Die “Neue Weltordnung“ ist bereits vollzogen, und bedarf lediglich der Formsache einer politischen Bestätigung. Hier sind neben den privaten Banken, denen die Geldschöpfung unterliegt (Schuldgeld = Raub), die globale Industrie, das globale Gesundheitswesen, private Armeen, die “Agenda 21“ als Weltstaat zur Klimalösung und einiges mehr zu berücksichtigen. Auch die EU ist ein Schritt zum politischen Weltstaat, von dem auch unsere Politiker sprechen. Die letzten Förderrechte der Resourcen werden privatisiert, und wer sich der Demokratie wiedersetzt, für den hat man mächtige Argumente. Alle Kriege im Namen der “Demokratie“ sind ein Vereinnahmen dieser Länder zum Weltstaat. Die UNO hatte nie ein anderes Ziel. Das ist nunmal ein Fakt.

        Es bleibt die Frage, wollen oder müssen wir uns damit arangieren, denn keiner von uns wurde je gefragt?! Leider glauben immer noch eine große Anzahl der Menschen, man könne an dem Staat ein paar Schrauben drehen, und alles würde sich zum Besseren wenden. Leider ist das ein Trugschluß, weil man sich über die Situation als ganzes gar nicht bewußt ist. Nach meiner Auffassung, kann man diesen Staat nicht verändern, man muß sich einen neuen schaffen! Der Weg heißt Erkenntnis und Bewußtsein, Initiativen und Eigenverantwortung. Wir schreiben hier als würden wir auf den Biß der Schlange warten. Vielleicht gibt es ja bald einen Thread “Wie würde ich mir eine Gesellschaft vorstellen, in der ich gern leben würde“ … oder ähnlich.

        LG

        • August 9, 2012 um 7:46 am

          Hallo Frank,

          Danke für Deine Interpretation der Situation zum Weltstaat, die ich gut nachvollziehen kann. Viele Nichtregierungsorganisationen müssten ja mit dazu gezählt werden.

          Wolfgang hatte schon mal begonnen:

          Entwurf einer Grundordnung für eine zukünftige Gesellschaft

          Es hatte sich daraus aber bisher wenig entwickelt.

          Ich bin mal gespannt, ob daraus schnell etwas wird:

          Die Krisen signalisieren: es muss anders? Darüber, wie die Transformation gelingen könnte …

          Lieben Gruß
          Martin

        • August 9, 2012 um 9:00 am

          Dieser Analyse stimme ich zu.
          Wobei ich hinzu fügen wollen würde, dass bisher noch jeder Versuch, einen „Weltstaat“ zu errichten, schlicht an sich selbst gescheitert ist. Einen Gummi kann man nur bis zu einem bestimmten Punkt dehnen, dann reißt er oder er leiert aus.

          Ich werde den Eindruck nicht los, dass die größte mögliche Ausdehnung bereits überschritten ist.

          Sie schaffen es nicht, wie alle, die es vor ihnen versucht haben, auch nicht schaffen.

          Wenn eine globale Einheit (die ich heute durchaus als notwendig erachte) nicht selbstbestimmt durch die Völker und Nationen geschaffen wird, und zwar im selbstbetimmten und gleichberechtigten Miteinander, geht das nicht.
          Das war der einzige Slogan, den ich von der occupy-Bewegung bisher gehört habe, der mir gefällt und darum hängen geblieben ist:

          Lokal handeln und global denken.

          Jede von „oben übergestülpte“ Herrschaftsform ist bisher IMMER gescheitert, wobei die Zeitabstände des Errichtens und Zerstörens (in sich zusammefallen) der Mächte immer kürzer wird: Sklaventum noch mehrere tausend Jahre. Feudalismus: einige hundert Jahre, Kapitalismus seit 150 Jahren – und ist schon mehrmals am Ende gewesen, jedoch reichten die Gegenkräfte noch nicht aus, so dass er sich (noch) restaurieren konnte.

  16. Frank56
    August 9, 2012 um 12:46 pm

    @ Solveigh Calderin | August 9, 2012 um 9:00 vormittags

    Lokal handeln und global denken

    Der Slogan ist tatsächlich gut, obwohl ich bei der Occupy-Bewegung noch keine richtigen Ziele erkennen kann, da Sie immer noch Parteien gesteuert sind. Diese dogmatischen “demokratischen Denkmuster“ werden aber nie in die Freiheit führen. Das Wort “Demokratie“ in einer kapitalistischen Gesellschaft soll so etwas wie “freie Entscheidung“ vermitteln, die es aber nicht gibt. Man sollte dieses Wort nicht mehr verwenden, weil es schlicht in die Irre führt!

    Man sollte sich der Macht des Internet’s bewußt sein, denn wir sind das erste Mal in der Lage, vollständiges Wissen über die Hintergründe und die Absichten der Weltpolitik zu erlangen! Das gab es nie zuvor. Wer die Mainstream-Medien wegläßt oder erkannt hat, dass Sie längst Mittel zum Zweck geworden sind, wer die richtigen Bücher liest, und/oder vertrauenswürdige Informationquellen gefunden hat, wer seinen Kopf gebraucht und sich die richtigen Fragen stellt, der sollte nach einiger Zeit der Skepsis die Puppenspieler erkannt haben, und die Spiele, dessen Regeln wir nicht bestimmen!

    Wer national denkt, wer also die Ziel des globalen Staates ablehnt, wird schnell in die rechte Ecke gedrängt. Wie auch immer eine Änderung der Situation aussehen könnte, es setzt ein Umdenken eines großen Teils der Menschheit voraus. Im Grunde wäre es so einfach, wenn man Eigennutz mit kooperativem Handeln austauscht. Für mich ist es schlicht undenkbar, dieses von den bestehenden Strukturen zu fordern. Eine Forderung ist immer auch eine Machtausübung! Es sollten die Menschen für sich anfangen, die bereits auf dieser Stufe des Bewusstseins stehen, ohne andere oder alle anderen “demokratisch“ dazu zu zwingen! Es ist nach meiner Auffassung schlicht falsch gegen etwas zu sein und zu fordern, weil wir im bestehenden System verweilen und es nicht in Frage stellen! Die Freiheit gibt es hier nicht, und wird es nie geben! Deshalb glaube ich, wir brauchen ein klares Ziel und müssen definieren, was wir für uns wollen! Die Freiheit liegt dort, wo wir eigene Regeln für uns und in Freiwilligkeit schaffen können!

    Wer sich heute unschaut auf der Foren der “Wahrheitsbewegung“ wird eines festsstellen. Der Focus liegt stets auf den Mainstream-Medien, es herrschen die Wut, der Hass, der Neid, die Angst und der Wunsch nach Rache. Hier herrscht das Ego (die Schuldzuweisung gehen stets an andere), nicht der Verstand. Die Frage ist berechtigt, sind wir nicht letztlich das Spiegelbild des bestehenden Systems? Eines findet man dort in der Regel nicht. Die Aufarbeitung der Frage, wie würde ich mir denn ein Gesellschaftssystem vorstellen, in dem ich gerne leben würde? Aber dies wäre die wichtigste Frage, der wir uns stellen sollten! Müssen wir auf irgendeinen “Erlöser“ warten? Ich denke nein, denn dann machen wieder andere für uns die Spielregeln!

    LG

    • August 9, 2012 um 12:59 pm

      Ja, Frank, daher wäre für mich der richtige Weg möglichst viel von dem zu leben, was ich gerne möchte. Im Prinzip machen das schon viele in den Bereichen, wo sie halbwegs frei sind, nämlich in der Zeit, in der sie nicht arbeiten müssen. Und da geht auf gleicher Augenhöhe, ohne Bestimmer, ggf. einem Führer im positiven Sinne. Sprich einem Erfahrenen, der anleitet und koordiniert und die Leuten da abholt wo sie sind und zu Entscheidungen führen kann, die jeder verstehen kann und somit auch mit-tragen kann.
      Hier hat sich eine Gruppe auf den Weg gemacht, hierarchielos die Transformation anzugehen:
      Die Krisen signalisieren: es muss anders? Darüber, wie die Transformation gelingen könnte …
      LG Martin

      • Frank56
        August 9, 2012 um 2:04 pm

        Ich habe nichts gegen eine Hierarchie im allgemeinen, denn auch die findet man überall in der Natur, es ist die Frage, ob man zu Hierarchie gezwungen wird, oder die Option der Freiwilligkeit besteht. Es muß lediglich der Austritt möglich sein, dann wäre eine Hierarchie freier als jede Demokratie!

        Der angefügte Link und diese Forumseite ist natürlich genau das, wovon ich gesprochen habe! In dieser Richtung sollte Entwicklung stattfinden, wenn es zu Veränderungen kommen soll! Es gibt keinen anderen Weg, denn Gewalt erzeugt immer Gegengewalt. Wir sollten die Freiwilligkeit und die Liebe gewinnen lassen!

        Es gibt bereits eine Menge Aktivitäten im Hintergrund, die man gar nicht alle aufführen kann. Auch ich bin tätig für alle in der freien Energieforschung, und selbst Mitglied in einigen gemeinnützigen Vereinen. Vielleicht trifft man ja den ein oder anderen. Handeln, nicht fordern, ist der Weg zum Ziel, wie ich mir eine andere Gesellschaft vorstelle. LG

    • August 9, 2012 um 8:00 pm

      Vollkommen einverstanden!

  17. August 9, 2012 um 1:38 pm

    Ich erlaube mir einen kurzen Kommentar.

    @ Frank 56

    „Die Freiheit liegt dort, wo wir eigene Regeln für uns und in Freiwilligkeit schaffen können!“

    Dem ist aus meiner Sicht nichts hinzuzufügen.

    Und, wer tut es? Menschen, die nicht in Erscheinung treten, die den Weg der Erkenntnis in ihrem Inneren gehen/gingen und mit ihrer Angst kooperieren und sie fruchtbar nutzen. Menschen, die sich den Verwirrungsspielen fremder Geister entziehen und lernen, in der Einfachheit IHRE Klarheit zu finden. Kurz: Menschen, die in Ordnung sein WOLLEN. Und wer dann noch in Ordnung (und Freiheit) bleiben will, wird andere Menschen auf DEREN Wegen – selbstverständlich – in Ruhe lassen.
    Das Heil liegt meiner Erfahrung nach nicht in der Flucht, sondern in der steten Konfrontation mit sich selbst. Mag dieses Handeln sehr egozentrisch erscheinen, die Folgen sind sehr sozial.

    Wolfgang

  18. Alwin Braun
    August 24, 2012 um 7:09 pm

    Das Bedingungslose Grundeinkommen würde gesellschaftlich etwas vorwegnehmen, was man das bedingungslose Grundrecht auf „sein dasein“ nennen könnte. Es gibt auch keinen Grund, dass die Politik weiter nötigt und kriminalisiert, um den Weg der Gesellschaft zu bestimmen. Denn die meisten Menschen sind schon selbstbestimmt und immer bereit die anderen aufzufangen, aber nicht einzufangen.

    Dass wir alle auf einem begrenzten Stück Land leben bedeutet nicht, dass es kein Urrecht gibt hier zu sein und ein kleineres Stück zu bewohnen. Wer frei ist wird seine Stimme für die Freiheit des anderen erheben und daraus erwächst eine neue Gesellschaft, die wir dringend brauchen um den Exitus der Menschheit aufzuhalten! Gerade Deutschland wäre gut beraten, da voranzugehen.
    Alwin

  1. No trackbacks yet.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: