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Vom Nullsummenspiel unserer Konkurrenzgesellschaft

Ich hatte schon einmal für mich festgestellt, dass wir unseren Markt betreffend einen ziemlichen Unfung anstellen. Es heißt ja immer so schön, dass Konkurrenz das Geschäft belebt. Am Ende der Marktbereinigung bleiben dann meist zwei bis drei Monopolisten, die gewinnen, alle anderen sind die Verlierer. Warum ist das so? Na ja, es gibt nur ein feste Masse an Kaufmitteln. Wenn der Eine also mehr Kunden gewinnt, muss ein Anderer Kunden verlieren. Unterm Strich gilt für alle zu jeder Zeit eine Null. Nur ganz am Ende gibt es wenige Gewinner und viele Verlierer. Die Frage ist nur, ob das ein Naturgesetz ist oder ob wir da was dran tun können.

Prof. Hörmann ist der Meinung, dass unser Geldsystem so gut wie am Ende ist. Und das wäre auch wieder gut für uns, denn wir könnten ein anderes Geld für unsere realen Leistungen und Waren selbst schöpfen und das Leben ginge mit weniger Arbeitenmüssen weiter. Es bliebe wieder mehr Zeit uns um Dinge zu kümmern, um unser direktes Umfeld zu verbessern, also dort, wo wir leben.

Er erklärt das Nullsummenspiel recht eingehend wie folgt (Quelle):

Unser Problem ist, dass wir als Kultur komplett auf Nullsummenspiele geprägt sind. Nullsummenspiel ist, ich kann nur gewinnen, wenn andere verlieren. Gewinne und Verluste in der Runde gleichen sich immer auf null aus. Und schön kann man das bei Kartenspielen demonstrieren. Das klassische Nullsummenspiel beim Kartenspiel ist Poker. Das ist der absolute Klassiker. Weil alle ihre Einsätze tätigen and the winner takes it all. Der gewinnt natürlich nur das, was die andern verlieren. Aber er kann auch nur gewinnen, wenn andere verlieren. Anders geht´s nicht.

Es gibt aber heute andere Kartenspiele, die nicht Nullsummenspiele sind. Zum Beispiel Wizard oder Rage. Funktioniert ganz anders. Bei Wizard kriegt jeder sein Blatt. Dann wird eine Trumpfkarte aufgedeckt. Dann muss jeder in der Runde sagen, wie viele Stiche will er machen, mit diesem Blatt und der Trumpffarbe. Und wenn er genauso viele Stiche wirklich macht, kriegt er für jeden Stich eine Prämie, und zusätzlich noch einen Bonus. Macht er aber zu wenig Stiche oder zu viele, dann kriegt er ausschließlich Strafpunkte für die Differenz; also für die Unter- oder Überstiche. Da sehen wir sofort, diese Belohnungs-, Bestrafungspunkte summieren sich pro Runde niemals auf null.

Was heißt das aber jetzt. Wenn ich sage, ich will zwei Stiche machen. Und ich mach gleich am Anfang meine zwei Stiche, schalte ich sofort um auf kooperatives Spielen, lasse überall, wo es möglich ist, nach. Weil ich ja froh bin, wenn die anderen stechen. Weil ich habe ja meinen Spielvertrag, meinen Kontrakt schon erfüllt. Okay?

Andererseits, was könnte man sich für ein Geldsystem als schöneres Ziel vorstellen, in der Wirtschaft, als wenn man die belohnt, mit Geld, die sich an die Verträge halten. Und jetzt stellen wir uns einmal vor, fünf Spieler ziehen Stiche, und jeder einzelne sagt: Ich mache zwei Stiche. Und die bringen das auch zusammen. Von allen einzelnen Zusagen werden alle Kontrakte eingehalten. Jetzt müsste ich jeden einzelnen belohnen. Das geht natürlich nicht in einem Nullsummenspiel. Bei einem Nullsummenspiel hätte ich jetzt Niemandem etwas wegnehmen können, weil sich alle an ihre Verträge gehalten haben. Das ist der einzige Grund, warum ein Nullsummenspiel als Geldsystem automatisch ein unethisches, ein verlogenes, ein auf Lüge und Betrug basierendes Wirtschaftssystem erzeugt.

Gut, man muss nicht Alles, was er in seinem referenzierten Artikel sagt, auch direkt akzeptieren. Aber es sind doch genügend anregende Punkte, über die es nachzudenken lohnt.

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  1. Mai 20, 2011 um 2:41 pm

    hello freunde! interressant,in oesterreich wegen habsucht u gier nicht durchfuehrbar,habe meine heimat mit 19 verlassen,weil ich so nicht leben wollte [1959] u habe die grosste entauschung vor 2 jahren [erbschaft]in oesterr.erlebt!komplett corrupte gerichte u anwalte!!das system ist nur zum totalen auspluendern der erben ausgerichtet,da sitzen wohl die verkehrten im gefaengnis!!eine justizministerin die wohl einen anderen beruf [welchen????]ausueben sollte,weinkrampfe,nervenzusammenbrueche usw,anstatt verantwortungsvolles,ethisches handeln eines ehrlichen,aufrichtigen tapferen menschen!!habt ihr nichts besseres/ uebrigends,lebe in australien u den philippinen,wo ich zeit u geld fuer arme menschen spende.ubrigends ..konflikt zwischen westen u islam [zins]mohammed u jesus haben damals schon erkannt wo kreditwirtschaft mit zins hinfuert…wenige reiche,viele arme,inflation,kriege,depression,ueberproduktion,deflation,sozialnetz,totale vertrottelung der menschen u s w empfehle urlaub in brunei zum studium gruesse erich

  2. Mai 20, 2011 um 10:36 pm

    Diesmal nur kurz noch eine Anregung. Vieles dazu steht schon im vorhergehenden Kommentar. Ich hatte gelernt ca. 6 bis 8 Prozent „Wagnis und Gewinn“. Bei durchaus üblichen Handelsspannen von 50 bis 300 Prozent muß ich erhebliche „Unkosten“ haben, um noch in diese Kalkulation zu passen oder anders herum gesagt ein gutes Geschäft ist der bestens verheimlichte Betrug. Der Wettbewerb in einem kaputten Nachkriegsdeutschland ist den Verdrängungskampf mit allen Mittel gewichen, vor dem wir all zu gern die Augen abwenden. Professor Hörmann spricht eine Wahrheit aus, die mancher vielleicht nicht hören will. Wenn wir per Gesetz, was nicht eintreten wird, weil wir sind ja keine Demokratie, z. B. dieses Kriterium festlegen würden, sagen wir mal 10 Prozent Wagnis und Gewinn. Das käme einen Erdrutsch gleich und jeder Harz IV wäre reich (reimt sich sogar). Das werden unsere Oligarchen schon zu verhindern wissen, denn es gibt keine größere dauerhafte Profitquelle als die Armut!

  3. Mai 20, 2011 um 11:07 pm

    Was, wenn unsere Jugend wie jetzt jene in Spanien auch langsam bemerkt, dass unsere Generation ihre Lebensgrundlage verzockt hat und sich auch beginnt zu empören?

  4. Mai 22, 2011 um 6:58 am

    Hallo Martin,

    Das Zitat von Prof Hörmann ist inhaltlich OK – sprachlich ne Katastrophe die mich schmerzt. Schau Dir mal diese Sätze an:

    „Weil ich habe ja meinen Spielvertrag, …“

    oder:

    „was könnte man sich für ein Geldsystem als schöneres Ziel vorstellen, in der Wirtschaft, als wenn man die belohnt, mit Geld, die sich an die Verträge halten.“

    Äh – ein Professor soll das geschrieben haben? Klingt nach 6. Klasse Hauptschule, um hier mal das eine oder andere Vorurteil zu bedienen. Ganz im Ernst: Woher stammt der Text? Ist das eine Google Übersetzung aus einem englischen Originaltext?

    So was zu lesen ärgert mich, die Form ist aus meiner Sicht nicht egal. Es zählt nicht nur der Inhalt. Sätze über die man dermaßen stolpert, vergällen mir die inhaltliche Auseinandersetzung.

    Herzliche Grüße
    Andreas

    • Mai 22, 2011 um 10:07 am

      Hallo Andreas,
      ja, die Sätze schmerzen. Sie stammen aus einem Interview, siehe Quellenangabe. Ich habe mich gezwungen, drüberwegzulesen. Inzwischen sind auch schon andere Professoren aufgestanden und prangern das Thema der Geldschöpfung durch die Banken an.
      Gruß Martin

  5. Mai 22, 2011 um 10:18 am

    Hi Martin,

    ah – wörtliche Rede. Interessant, dass das „the intelligence“ ohne jegliche Überarbeitung einfach so aus dem Mitschnitt zu veröffentlichen scheint. Journalistisch lausig.

    Jetzt zu F. Hörmann: Ich habe sein Buch „Das Ende des Geldes“ gelesen. Fand’s gut, habe viel gelernt. Deshalb hatte ich Hrn. Hörmann per Mail direkt angeschrieben, mit dem vorschlag der Vernetzung und des Austauschs, denn seine Perspektive ist makroökonomisch und hilft deshalb noch nicht weiter, menschenwürdigere Unternehmen zu entwickeln. Da kommen wir von der beratergruppe sinnvoll wirtschaften mit der unternehmerischen/mikroökonomischen Perspektive ins Spiel.

    Hörmann hat nie geantwortet. So weit reicht also sein Idealismus und sein INteresse, wirklich etwas zu ändern. Mir kommt das wieder wie eine Selbstinszenierungs-Show vor. Traurig, denn soviele Protagonisten einer neuen Wirtschaftswelt, die mehr fordern, als nachhaltige Produkte und Produktionsbedingungen, die mehr zu bieten haben, als über Social Business zu reden, gibt es noch nicht. Es braucht eine Vernetzung dieser Protagonisten. Da kann ich die Ignoranz überhaupt nicht nachvollziehen.

    HGA

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