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Mit einfacher Logik zur Erkenntnis, warum die Institution Staat keinen Sinn macht

Die Fiktion, dass der Staat zu unserem Schutz existiere, ist tausendmal widerlegt worden. Aber solange es dem Menschen an Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein mangelt, wird der Staat gedeihen; seine Existenz gründet sich auf die Angst und Unsicherheit seiner einzelnen Bürger.
Henry Miller

Nachdem ich in der letzten Nacht auf den  Aufsatz Demokratie als Religion? Über die erschreckenden Hintergründe eines Dogmas von Andreas Popp auf der Web-Site der Wissensmanufaktur gestoßen war,  wollte ich es genauer wissen. Herr Popp führt aus, dass die Erfindung und Einführung des Staates im 17.  Jahrhundert zur Festigung der Macht durch Reichtum erfolgte. Welche Gründe werden uns genannt, warum der Staat gut ist? Sind diese Gründe aber logisch nachvollziehbar, oder kämen wir doch besser ohne Staat zu Recht? Es gilt die Abwägung zwischen Gutmensch und Bösmensch. Der Folgende Artikel, den ich wieder fast ungekürzt wiedergeben, kommt zu dem Ergebnis, dass in keiner der vier Varianten, die zu betrachten sind, die Schaffung eines Staates Sinn macht.

<<<<<<<< Beginn des Artikles mit ausrücklichem Wunsch zur freien Vervielfältigung >>>>>>

Die Widerlegung des Staates: 4 Argumente gegen eine Regierung

Ist eine freie Gesellschaft möglich in einem Staat? Wir wurden darauf konditioniert, dass die Auflösung eines Staates apokalyptische Folgen haben und alles in einem Mad Max-Szenario enden würde. Diese Horrorszenarien lenken die meisten Menschen davon ab, sich vernünftige und logische Gedanken über den Sinn und Unsinn eines Staates zu machen. Ist es Freiheit, wenn wir mit Gewalt wie domestizierte Tiere auf einer (Steuer-)Farm gehalten werden und von einer kleinen Gruppe mit Polizei und Militär ausgeliefert sind? Der folgende Text beschäftigt sich objektiv und logisch mit dieser wichtigen Frage.

Wenn es um die Auflösung des Staates geht, kommen oft zwei Argumente.

1.  Eine freie Gesellschaft ist nur möglich, wenn alle Menschen gut sind

Mit anderen Worten, Bürger brauchen also einen zentralisierten  Staat, weil es böse Menschen auf der Welt gibt.

Das größte und offensichtlichste Problem mit dieser Position ist, dass wenn  böse Menschen im Staat existieren, sie folglich auch in der Regierung existieren werden und somit eine weitaus größere Gefahr darstellen.

Bürger sind in der Lage, sich gegen böse Individuen zu schützen, haben jedoch keine Chance gegen einen aggressiven Staat mit einer  bis an die Zähne bewaffneten Polizei und Armee. Folglich ist das Argument falsch, einen Staat zu brauchen, weil böse Menschen existieren.

Wenn böse Menschen existieren, muss der Staat demontiert werden, weil böse Menschen dessen Macht für sich selber nutzen werden und im Gegensatz zu privaten Kriminellen, haben böse Menschen in der Regierung die Polizei und das Militär zur Verfügung, um ihre Launen an einer hilflosen und hauptsächlich unbewaffneten Bevölkerung auszuleben.

Es kann 4 Varianten von guten und bösen Menschen auf der Welt geben:

  1. Alle Menschen sind gut.
  2. Alle Menschen sind böse.
  3. Die Mehrheit der Menschen ist böse und eine Minderheit ist gut.
  4. Die Mehrheit der Menschen ist gut und eine Minderheit ist böse.

(Eine perfekte Balance von Gut und Böse ist statistisch unmöglich)

1. Im ersten Fall (alle Menschen sind gut) ist ein Staat offensichtlich unnötig, da das Böse nicht existiert.

2. Im zweiten Fall (alle Menschen sind böse) kann der Staat allein aus einem Grund nicht erlaubt werden. Denn allgemein wird argumentiert, dass ein Staat existieren muss, weil böse Menschen  Schaden anrichten wollen und nur durch staatliche Sanktionen (Polizei, Gefängnis,…etc.) davon abgehalten werden können.

Daraus resultiert: Je weniger Sanktionen diese Menschen befürchten, desto mehr Böses werden sie vollführen.

Jedoch hat der Staat selber keine Sanktionen zu befürchten, denn wie viele Polizisten und Politiker gehen selbst in westlichen Demokratien ins Gefängnis?!

Wenn also böse Menschen Böses tun wollen, aber nur durch Sanktionen davon abgehalten werden können, darf die Gesellschaft niemals die Existenz eines Staates erlauben, weil böse Menschen sofort die Kontrolle des Staates haben werden und großes Übel, ohne Konsequenzen anrichten können.

In einer rein bösen Gesellschaft ist also die einzige Hoffnung für Stabilität ein Naturzustand, wo ein generelles Bewaffnen und die Angst vor Vergeltung die bösen Absichten verschiedener Gruppen in Schach halten.

3. Die dritte Variante ist, dass die meisten Menschen böse sind und wenige gut. In diesem Fall darf dem Staat ebenfalls nicht erlaubt werden zu existieren, da die Mehrheit der bösen Menschen unter der Kontrolle des Staates ist und über die gute Minderheit herrschen wird.

Besonders Demokratie darf nicht erlaubt werden, da die Minderheit der guten Menschen dem Willen der bösen Mehrheit ausgeliefert sein würde.

Böse Menschen, die Schaden anrichten wollen, ohne die Angst zu haben, bestraft zu werden, würden folglich die Kontrolle des Staates übernehmen und seine Macht nutzen, Böses zu begehen, frei von der Angst,die negativen Konsequenzen davon zu erleiden.

Gute Menschen handeln moralisch und nach tugendhaften Wertvorstellungen, nicht aus Angst vor Bestrafung. Weswegen sie demnach im Gegensatz zu bösen Menschen, wenig Gewinn für sich sehen, die Kontrolle über den Staat zu bekommen; sehr viel weniger im Vergleich zu den Bösen!

Somit ist es sicher, dass der Staat von einer Mehrheit von bösen Menschen kontrolliert wird, welche dann  zum Nachteil für alle moralischen Menschen, über alle herrschen werden.

4. In der vierten Variante sind die meisten Menschen gut und nur wenige böse. Diese Möglichkeit unterliegt im Prinzip demselben Problem, wie in der dritten Variante angesprochen. Nämlich, dass böse Menschen immer die Kontrolle des Staates übernehmen wollen, um sich vor Vergeltungsmaßnahmen  zu schützen.

Diese Variante ändert die Erscheinung der Demokratie natürlich:  Da die Mehrheit der Menschen gut ist, müssen die machthungrigen bösen Menschen sie anlügen, um an die Macht zu kommen.

Sobald sie ein öffentliches Amt haben, brechen sie sofort ihre Versprechen und verfolgen ihre eigene korrupte Agenda und setzen sie mit Polizei und Militär durch.(Offensichtlich ist dies  die aktuelle Situation unserer Demokratien).

Da auch hier der Staat das größte anzustrebende Ziel der meisten bösen Menschen ist, über den sie schnell Kontrolle erlangen werden, zum Nachteil aller guten Menschen, kann auch hier der Staat nicht erlaubt werden.

Somit ist es klar, dass es KEINE Situation gibt, die logisch und moralisch die Existenz eines Staates erlauben kann.

Die einzig mögliche Rechtfertigung für die Existenz eines Staates wäre, wenn die Mehrheit der Menschen böse wäre, aber der Staat immer von guten Menschen kontrolliert werden würde. Diese Variante klingt zwar theoretisch interessant, kann jedoch folgenden logischen Argumenten nicht standhalten:

  1. Die böse Mehrheit würde schnell die Minderheit in den Wahlen überstimmen oder durch einen Putsch die Macht übernehmen.
  2. Es gibt absolut keine Garantie dafür, dass es nur gute Menschen an der Spitze geben würde.
  3. Es findet sich dafür absolut kein Beispiel in der Geschichte der Staaten.

Der logische Fehler, der bei der Verteidigung des Staates immer gemacht wird, ist dass kollektiv,  moralische Standards, an denen jegliche Gruppen von Menschen gemessen werden, nicht auch für die Gruppen von Menschen gelten, die über sie herrschen.

Wenn 50% der Bürger böse sind, sind mindestens 50% der Menschen, die über sie herrschen, auch böse (wahrscheinlich sogar mehr, da Macht böse Menschen anzieht).

Woraus dann folgen muss, dass die Existenz von bösen Menschen niemals die Existenz eines Staates rechtfertigen kann.

Warum wird dieser Fehler immer gemacht? Es gibt viele Gründe, von denen ich ein paar anschneiden werde.

Der Erste ist, dass sich Kindern den Staat in Form eines Schullehrers vorstellt, der als moralische Autorität angesehen wird. Diese Assoziation von Moralität und Autorität wird durch jahrelange Wiederholung bekräftigt.

Der zweite Grund ist, dass der Staat niemals den Kindern die Wurzel seiner Macht lehrt: Gewalt! Sondern vorgibt, er sei nur eine weitere soziale Institution, wie eine Kirche oder eine wohltätige Vereinigung.

Der dritte Grund ist, dass die Vorherrschaft der Religion schon immer die meisten Menschen blind gemacht hat, das Böse des Staates zu erkennen. Welches auch ein Grund ist, weshalb der Staat die Interessen der Kirche immer sehr unterstützt hat. In der religiösen Weltsicht ist absolute Macht gleichbedeutend mit großer Güte in Form einer Gottheit.

In der politischen Realität jedoch heißt größer werdende Macht immer größer werdendes Böses, weshalb das Ankämpfen gegen diese Macht das  Ankämpfen der Gottheit bedeuten würde.

Am Anfang des Artikels habe ich von zwei Argumenten gesprochen, die oft kommen, wenn es um die Auflösung des Staates geht. Das Erste war zu glauben, der Staat sei notwendig, weil böse Menschen existieren. Nun folgt das  zweite Argument.

2. Bei Abwesenheit eines Staates wird eine andere Institution den Platz einnehmen

Folglich würden z.B. Versicherungsunternehmen oder  private Sicherheitsfirmen als potenzielles Krebsgeschwür angesehen werden, die den politischen Raum einnehmen würden.

Wenn also private Institutionen wie eben angesprochen, permanent versuchen zu wachsen, um mehr Macht zu erlangen, ist das allein schon ein Argument, keinen zentralisierten Staat existieren zu lassen.

Wenn es eine eiserne Regel ist, dass es Gruppen gibt, die immer Macht über andere Gruppen und Individuen erlangen wollen, wird ihr Machthunger nicht dort enden, wo eine von ihnen gewinnt, sondern dann erst, wenn die Gesellschaft total versklavt ist.

Deshalb ist die Logik des Arguments sehr schwer zu verstehen, dass man sich vor einer Gruppe schützt, die einen überwältigen will, indem man eine andere Gruppe unterstützt, die einen schon überwältigt hat.

Es ist ähnlich zum Argument des Etatismus über staatliche Monopole, nämlich dass ein staatliches Monopol kreiert werden soll, aus Angst vor einem privaten Monopol.

Wenn man sich einmal in aller Ruhe diese Widersprüche vor Augen gehalten hat, muss man kein Raketenwissenschaftler sein, um diesen Nonsens zu durchschauen.

<<<<<< Ende des Artikels >>>>>>

Scheint mir erst einmal logisch. Ich muss nachdenken.

—- Etwas später —

Ich wollte heute mit meiner Familie darüber diskutieren, aber da kam mir eine solche Front entgegen, dass es gar nicht erst ging. Zeigt also, wie stark unsere Programmierung sitzt und ein Querdenken so große Angst erzeugt, dass gleich gestoppt wird.

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  1. klausbeyer
    April 25, 2011 um 7:44 am

    Hallo Martin,
    ich glaube, dass bei einer Abschaffung des Staates sich der Einzelne mit seiner Verantwortung für das Ganze vollkommen überfordert fühlt. Und Überforderung macht Angst. Und Angst essen Seele auf.

    Bis es soweit kommt (Staatsauflösung hin zur Weltregierung hin zur Auflösung der Weltregierung) müssen wir alle noch viel Selbstbestimmung, Selbstverantwortung und Selbstvertrauen üben und anderen beim Lernen helfen.

    Ist ein weiter Weg, aber wir haben ja Zeit.

    • April 25, 2011 um 9:55 am

      Hallo Klaus,
      Ja, dass da das Gefühl der Überforderung und damit der Angst da sind, sehe ich auch. Und dass daher der Hebel nicht von heute auf morgen umzulegen wäre, auch. Zudem glaube ich auch nicht, dass von heute auf morgen die Geldmächtigen loslassen würden. Daher kann der Weg nur sein, mehr Internet zu fordern, so dass das Bewusstsein über die Fehlkonstruktionen unserer Gesellschaft sich verbreiten kann.
      Allerdings liegt in der Verbreitung auch die Gefahr der Enrichtung eines Staates wie George Orwell es in seinem Buch 1984 beschrieben hat:

      • Inzwischen sind fast alle Haushalte angeschlossen.
      • Fast alle haben Handys, die verraten könnten, wo man isch so den Tag über aufhält. iPhone macht es ja schon.
      • Die Kameras auf unseren wichtigen Plätzen nehmen zu.
      • Unserer Banktransaktionen werden via Swift komplett nach USA übertragen.
    • November 22, 2011 um 5:49 pm

      Diese Angst wird von den Herrschenden des Staates kräftig geschürt. Dreimal darfste raten, warum!

      Angst lähmt. Die Angst vor der Angst ist größer als die Angst oder das Angst einflößende selbst.

      Es gibt also nur einen Weg aus der Angst: Wir müssen da durch. Wir müssen in das kalte Wasser springen und wenn wir drin sind bemerken: So kalt ist es gar nicht!

      • November 22, 2011 um 6:08 pm

        Einfach tun, sagt sich so leicht, wenn man „relativ gut“ in diesem System eingenistet hat, sprich gut „verdient“. Allerdings wundere ich mich schon über all jene Menschen, denen es derzeit schlechter geht, warum sie nicht loslegen und es anders machen. Sie haben doch schon nichts mehr zu verlieren, sprich egal, was sie anfangen, es müsste doch besser werden.
        Da fand ich übrigens das Modell der Libyer gut: wer Bauer werden wollte, dem wurde ein Stück Land so wie alles Material zum Start gegeben. Das wäre auch ein interessantes Modell für Deutschland, um etwas gegen die Arbeitslosigkeit zu tun.

  2. April 25, 2011 um 5:30 pm

    Ich muss mir das ganze auch mal in Ruhe durchlesen. Ein bisschen Magenschmerzen habe ich dabei, weil die verlinkte Website (brd.info) im Dunstkreis des ganzen Infokrieger-Geschwurbels daherkommt, was die Seriösität in meinen Augen sichtlich senkt. Aber dafür kann der Autor des Beitrages (Stefan Molyneux) vermutlich nix. 🙂

    (Bei der Gelegenheit – ich sehe, dass hier im Blog auch „Der Honigmann sagt“ verlinkt ist – dass das ein Rechtsaußen-Blog mit teils rassistischen u.ä. Äußerungen ist, ist Ihnen vielleicht bisher entgangen? Ich habe dort, wenn ich mal versehentlich auf dem Blog gelandet bin, jedenfalls schon extrem abstoßende Sachen lesen müssen, die völlig inakzeptabel sind, sich gegen Minderheiten, Ausländer, Andersdenkende richten und einer latent völkischen Ideologie huldigen. Man siehe nur diesen aktuellen Artikel:
    http://derhonigmannsagt.wordpress.com/2011/04/25/made-in-germany-in-fremden-handen/ )

  3. April 25, 2011 um 6:33 pm

    Hallo Peter,
    vielen Dank für den Hinweis. Ich geber Dir Recht, ich habe inzwischen auch meine Bauchschmerzen bei einigen seiner Beiträge gehabt. Er gehört wohl auch in den Dunstkreis der Verschwörungstheoretiker, wo ich auch noch nicht richtig weiß, wo ich das einzusortieren habe. HAARP und Chemtrail sowie die Mächtigen des Geldes, die eine zionstische Weltregierung anstreben, sind mir noch sehr schleierhafte Themen. Daher werde ich den Link zum Honigmann auch erst einmal wieder aus meiner Role herausnehmen.
    Und was den übersetzten Text von Stefan Molyneux angeht, habe ich möglichst auch nur diesen aus dem eigentlichen Artikel gezogen, da auch zu dieser Internetseite mein Bauch mir sagt, dass ich wohl besser vorsichtig sein sollte.

    • April 25, 2011 um 8:39 pm

      Hallo Martin,

      das finde ich schon mal gut 🙂 Beim Honigmann machen mir, wie gesagt, noch mehr als die verschwörungstheortischen vielmehr die latent rassistisch unterfütterten Gedanken Bauchschmerzen. Ich bin vor ein oder zwei Jahren zufällig auf den Blog gestoßen und entdeckte beim kurzen Durchblättern eine ganze Reihe sehr schlimmer Texte, die sicherlich auch bei NPD & Co. großen Anklang finden würden bzw Sarrazin-Fans beglücken…

      Mehr zu Infokrieg und ähnlich gelagerten Blogs aus dem Dunstkreis „neuen Rechten“ siehe auch diesen Artikel (und einige andere auf der Website:
      http://www.911video.de/news/040710/index.html

  4. April 25, 2011 um 9:24 pm

    Hallo Ihr, paar kleine Anmerkungen meinerseits. 1. Wer „Die Pflicht zuz Ungehorsamkeit gegenüber dem Staat“ (D. H. Thoureau) gelesen hat, weiß schon seit mehr als 100 Jahren, das der Staat keine Probleme lösen wird. Daher kommt sicherlich meine anarchistische Seele.
    2. Was den „Honigmann“ betrifft, nur so viel, ich habe auch darin gelesen und wer sich bei mir umschaut, wird feststellen, das er im meiner blogroll ist. Mit Diffamierung oder Ausgrenzung schaffen wir Räume. Warum sich damit nicht auseinander setzen, sind wir „Guten“ uns dafür zu schade? In meiner Stammkneipe, ich glaube ich hatte es schon mal erwähnt, ist das Publikum hauptsächlich nicht links orientiert, wir habe heftige Debatten, aber mir ist bis jetzt keiner dumm oder gewalttätig gekommen. So lange wir aber Nischen schaffen und uns nicht mit ihnen auseinandersetzen, bauen wir ja gerade die Fronten auf, die wir Demokraten eigentlich nicht wollen.

    • April 25, 2011 um 10:50 pm

      So gesehen hast Du natürlich Recht. Jemanden komplett in ein bestimmte Ecke zu stellen würde in einer Anarchie auch nicht gemacht werden, da würde um Ausgleich versucht werden, bis man einander verstanden hat.
      Was mich bei Honigmann irritiert, ist der Gedanke, wieder auf Basis des ersten Deutsche Reichs aufzusetzen, da alle bisherigen Gesetze nichtig wären. Ich denke, dass es eher an der Zeit wäre, dass wir uns eine neue Verfassung geben, so wie das eigentlich die Gründerväter als auch die Besatzungsmächte damals über den Paragraphen 146 angedacht war. Auch könnte es Sinn machen, sich mit den Nachbarn nochmals im Rahmen der Verhandlungen zum Friedensvertrag richtig auszusöhnen.
      Aber bei dem Gedanken an ein Deutsches Reich krampft sich mir mein Magen schon zusammen.
      In einem seiner Videos nennt er eine Klickzahl von über einer Million pro Jahr. Das zeigt, dass er zumindest ein großes, interessiertes Publikum hat.

      • April 26, 2011 um 11:45 am

        Ja, das mit dem Deutschen Reich machte mich auch hellhörig. Zudem der Honigmann ja wohl am liebsten ein Reich ohne „Ausländer“, also gleich ein arisch reines Reich hätte, wenn man seine Beiträge zum Thema Integration so sieht…

        „In einem seiner Videos nennt er eine Klickzahl von über einer Million pro Jahr. Das zeigt, dass er zumindest ein großes, interessiertes Publikum hat.“

        Was auch wieder bedenklich ist, wenn sich so viele Menschen von so kruden Gedanken angesprochen fühlen. Da sollte man wirklich ansetzen.

        • April 26, 2011 um 1:34 pm

          Erst steht auch laufend auf dem zweiten Platz der Top deutschen Blogs. Gut, DSDS war auch schon oben. Aber genauso bedenklich …

    • gabriele
      August 15, 2016 um 3:22 pm

      Über die Natur des Menschen
      O ihr armen, elenden Menschen, ihr unsinnigen Völker, ihr Nationen, die auf euer Unglück versessen und für euer Heil mit Blindheit geschlagen seid, ihr laßt euch das schönste Stück eures Einkommens wegholen, eure Felder plündern, eure Häuser berauben und den ehrwürdigen Hausrat eurer Väter stehlen! Ihr lebet dergestalt, daß ihr getrost sagen könnt, es gehöre euch nichts; ein großes Glück bedünkt es euch jetzt, wenn ihr eure Güter, eure Familie, euer Leben zur Hälfte euer Eigen nennt; und all dieser Schaden, dieser Jammer, diese Verwüstung geschieht euch nicht von den Feinden, sondern wahrlich von dem Feinde und demselbigen, den ihr so groß machet, wie er ist, für den ihr so tapfer in den Krieg ziehet, für dessen Größe ihr euch nicht weigert, eure Leiber dem Tod hinzuhalten. Der Mensch, welcher euch bändigt und überwältiget, hat nur zwei Augen, hat nur zwei Hände, hat nur einen Leib und hat nichts anderes an sich als der geringste Mann aus der ungezählten Masse eurer Städte; alles, was er vor euch allen voraus hat, ist der Vorteil, den ihr ihm gönnet, damit er euch verderbe. Woher nimmt er so viele Augen, euch zu bewachen, wenn ihr sie ihm nicht leiht? Wieso hat er so viele Hände, euch zu schlagen, wenn er sie nicht von euch bekommt? Die Füße, mit denen er eure Städte niedertritt, woher hat er sie, wenn es nicht eure sind? Wie hat er irgend Gewalt über euch, wenn nicht durch euch selber? Etienne de la Boite lebte im 16.Jhd.
      http://gutenberg.spiegel.de/buch/von-der-freiwilligen-knechtschaft-des-menschen-5225/1

  5. April 25, 2011 um 10:42 pm

    Naja, wieso sollte ich einen Blog verlinken, der rechtsaußen angesiedelt ist und nationalistisch, geschichtsrevisionistisch usw. daherkommt? Das hat doch nichts mit „Nischen schaffen“ oder „auseinandersetzen“ zu tun, dann müsste ich ja auch NPD oder Junge Freiheit o.ä, Dreck verlinken… Ich jedenfalls will nicht, dass einer der Leser meines Blogs über meine Links auf das krude Zeugs von Honigmann stößt – solches Gedanken“gut“ sollte nicht noch mehr Publikum bekommen. Man kann sich mit den Thesen von solchen Leuten ja auch auseinandersetzen (inhaltlich), ohne die Blogs per Link zu empfehlen.

  6. April 26, 2011 um 3:04 pm

    Habt ja nicht ganz unrecht, aber ich benutze in erster Instanz den blogroll auch selbst. Gebe zu, es ist bei den Versuch bis jetzt geblieben, sich mit ihm auseinander zu setzen.
    Wer das glaubt das die Nationalen nur eine Minderheit darstellen, der sollte aufwachen. Bei einer immer stärkeren Spaltung und einhergehenden weiteren Verarmung großer Teile der Bevölkerung nimmt die Radikalisierung der Ansichten weiter zu. Parallelen zur deutschen Geschichte sind durch aus nicht von der Hand zu weisen. Und wer hat den Nazis das Geld gegeben, damit sie diesen Medienrummel veranstalten konnten?… Wer setzt sich denn zur Zeit ernsthaft damit auseinander. Es ist doch nicht alles Unsinn von dem sie ihre „Theorien“ ableiten. Wir werden doch nur aufgefordert alle zur Wahl zugehen, damit das Schreckgespenst nicht noch in die Abgeordnetenhäuser kommt. Da wird doch wieder Ursache und Wirkung verwechselt!

  7. Mono
    April 28, 2011 um 1:37 pm

    Ein kollektives Bewusstsein (Nationalität u.a.) ist immer der kleinste gemeinsame Nenner aller Individuen in genau diesem. Der Kollektivismus kann es niemanden Recht machen. Er ist ein fauler Kompromiss der früher oder später implodiert…

    • April 28, 2011 um 7:38 pm

      Unsere biologische Programmierung braucht aber scheinbar eine Umgebung des Gleichen, um sich zugehörig und damit sicher zu fühlen. Es reicht aber, das für die nächste Umgebung zu haben. Eine weitere Abgrenzung im Großen, wie Bundesland, Staat, Erdteil und Erde ist dann eigentlich nicht mehr notwendig.

  8. Mai 1, 2011 um 11:22 am

    Das ist völlig korrekt, aber sehen wir uns doch mal um, letzte Woche zog bei uns jemand aus Köln ein, meine Kinder leben in Nürnberg. Den wichtigsten natürlichen Baustein des Menschen, die Familie, haben wir für die große Masse der Werktätigen in den letzten Jahrzehnten, Mobilitätswahn, fast vollständig zerstört. Ist schon klar aus welchem Grund, teile und herrsche. Das dabei viele Menschen krank werden oder es schon sind und nur noch nicht wahr haben wollen, liegt doch auf der Hand. Ein Mensch der auf so wackligen Füßen steht, greift vielleicht gern zum rettenden Strohhalm „Vaterland“. Ein geeintes Europa mit nationaler und regionaler Identität, hätte es doch auch getan und wäre uns nicht so teuer gekommen. Um so stärker das Pendel in die eine Richtung ausschlägt und so stärker kommt es zurück. Wir müssen uns an Hand dieser Tatsache nicht über die Radikalisierung wundern. Ich kann mir nicht vorstellen, das die großen Strategen, diese Prozesse nicht bedacht haben…

    • Mai 1, 2011 um 6:08 pm

      Wo Du die Entwurzelung ansprichst. So was ähnliches gibt es schon seit Alexander dem Großen. Der hatte sogar ganze Völksstämme umgesetzt, um Ruhe ins sein Weltgefüge zu bringen. Nur, dass das bei uns etwas subtiler läuft …

  9. Mai 1, 2011 um 8:34 pm

    Es stellt schon einen großen Unterschied dar, ob ganze Völkerstämme entwurzelt werden oder immer nur ein Individuum…

    • Mai 1, 2011 um 9:26 pm

      Das stimmt, aber die vielen Einzelschicksale ergeben inzwischen in Summe auch ein beträchtliches Volk …

  10. Mai 1, 2011 um 9:43 pm

    „Zeigt also, wie stark unsere Programmierung sitzt und ein Querdenken gleich so große Angst erzeugt, dass gleich gestoppt wird.“

    Zeigt also, wie stark bei manchen Menschen die Programmierung sitzt und ein Querdenken gleich so grosse Angst erzeugt, dass gleich gestoppt wird.

    🙂

  11. Mai 1, 2011 um 10:02 pm

    Liebe Carla,
    Du hast Recht. Das war eine unzulässige Verallgemeinerung 😉
    Martin

    • Mai 1, 2011 um 11:01 pm

      Lieber Martin,
      vielen Dank, dass meine kleine Notiz so sanft gelandet ist 🙂
      Schön, wenn immer mehr Menschen sich ihrer Worte (und deren Kraft 🙂 ) bewusst sind.
      Herzlichst, Carla

  12. November 22, 2011 um 7:07 pm

    Dr. Martin Bartonitz :
    Einfach tun, sagt sich so leicht, wenn man „relativ gut“ in diesem System eingenistet hat, sprich gut „verdient“. Allerdings wundere ich mich schon über all jene Menschen, denen es derzeit schlechter geht, warum sie nicht loslegen und es anders machen. Sie haben doch schon nichts mehr zu verlieren, sprich egal, was sie anfangen, es müsste doch besser werden.
    Da fand ich übrigens das Modell der Libyer gut: wer Bauer werden wollte, dem wurde ein Stück Land so wie alles Material zum Start gegeben. Das wäre auch ein interessantes Modell für Deutschland, um etwas gegen die Arbeitslosigkeit zu tun.

    Du darfst nicht vergessen, dass die Menschen zermürbt, psychisch krank und vereinzelt sind. Sie werden mit SoupDokus beschäftigt und mit permanenter Geldknappheit ausgelaugt. Und das mit Absicht! Ab und an gibt’s Feste – wie jetzt die Weihmachtsmärkte – das lenkt so schön ab! Brot und Spiele – kennen wir doch schon alles…

    Die occupy-Bewegung beginnt gerade erst. Die ersten Demonstrationen in Berlin und in der ganzen Bundesrepublik zeigten bereits, dass die Menschen durchaus auf die Straßen gehen.

    Das ist erst der Anfang! Da bin ich ganz sicher. Das wird sich über die Zeit weiter hochschaukeln.

    Keiner kann heute sagen, wo und wie das endet.

  13. August 6, 2012 um 10:56 pm

    Der Vorsitzende der Partei der Vernunft hat gerade eine Artikelserie begonnen, mit der er ebenfalls den Sinn eines Staates ad absurdum führen möchte. Der erste Artikel beginnt:

    Die größte Täuschung aller Zeiten, von OLIVER JANICH

    Es existiert eine Täuschung, die ist so allgegenwärtig, so subtil, so kontrolliert, so organisiert, so alles durchdringend, dass die allermeisten Menschen ihr seit Jahrtausenden unterliegen. Sie ist so erfolgreich, dass sich Irreführungen zum 11. September oder dem Klimawandel wie kleine Jahrmarktbudenzaubertricks ausnehmen. Diese Täuschung ist sogar so perfekt, dass sie nicht einmal jenen auffällt, die vorgenannte Themen bereits als billige Propaganda enttarnt haben. Sie ist so geschickt, dass sie ihr wahres Wesen zu verbergen vermag, obwohl sie der Urheber dieser Propaganda ist.

    Diese Täuschung heißt »Staat«. Die Täuschung liegt darin, dass nur der Staat in der Lage sei, gesellschaftliche und damit zwischenmenschliche Probleme zu lösen. Diese Täuschung ist sogar dazu in der Lage, die Tatsache zu verschleiern, dass auch beim Staat nur Menschen arbeiten. Es sind also wiederum nur Menschen, die versuchen, gesellschaftliche Probleme zu lösen. Mit einem entscheidenden Unterschied zum normalen Bürger: Die Staatsbediensteten halten buchstäblich eine Waffe in der Hand, das Gewaltmonopol des Staates.

    • August 6, 2012 um 11:09 pm

      Synchronizität? Gerade bin ich über das Video „gestolpert“: Wir sind erwachsen!

      (ergänzende Website: http://www.freiwilligfrei.de/)

      • August 7, 2012 um 7:28 pm

        Ja, der bringt es auf den Punkt. Und jetzt fehlt noch das zeigen, dass es so auch gut funktioniert, so dass die Zweifler es sehen können und dann auch folgen …

    • August 6, 2012 um 11:43 pm

      Mit einem entscheidenden Unterschied zum normalen Bürger: Die Staatsbediensteten halten buchstäblich eine Waffe in der Hand, das Gewaltmonopol des Staates.
      Sie haben noch einen entscheidenden Vorteil: Sie haben von vornherein IMMER Recht!

      Von der Partei der Vernunft halte ich ansonsten nicht sehr viel. Recherchiere mal die Leute da. Ich bekomme den ganz starken Eindruck von Demagogie und Manipulation!

  14. August 7, 2012 um 8:05 am

    Das mit der Recherche werdes ich mal machen. Was mich wunderte ist, wer von Liberalismus als natürlich spricht, müsste eigentlich auch unbegrenztes Privateigentum als unnatürlich erkennen. Das wiederum konnte ich in dem Artikel nicht erkennen.

  15. August 7, 2012 um 9:36 pm

    Sokrates war gegen die Demokratie, weil sie zu viele Schwachpunkte besaß. Und die Demokraten töteten ihn, weil er für die freie Rede war:

    (Danke an Nick, der das Video FB postete)

  16. August 12, 2012 um 11:08 pm

    • August 12, 2012 um 11:50 pm

      Jetzt muss ich wirklich lachen!

      Da hatte ich vor einigen Jahren ein Gespräch mit dem Bruder eines Philosophen. Dem habe ich sinngemäß genau das selbe gesagt, da fuhr der mich an: „So etwas kannst Du doch nicht in einem Satz am Küchentisch wegwischen und bestimmen, worüber so viele Menschen so lange nachgedacht haben und die Studenten sich zwei Semester lang damit rumgeschlagen haben!“

      😀

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