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Wer sind die Rebellen in Libyen? Warum wird darüber so wenig berichtet?

Sind unsere Medien nicht mehr frei? Warum beschleicht mich seit Wochen das Gefühl, dass mit Libyen etwas nicht stimmt. Dass wir hier desinformiert werden. Informationen Häppchen-weise erhalten, die sich immer etwas schlimmer anhören, so als wolle man uns auf den endgültigen Krieg mit Bodentruppen vorbereiten? So Häppchen-weise, dass wir nichts bemerken, so wie es einem Frosch geht, der im kalten Wasser sitzt, das langsam erhitzt wird und er erst was merkt, wenn es zu Ende ist.

Sicher ist Gaddafi ein schräger Vogel und hat sicherlich einiges zu verantworten, was nicht koscher ist. Aber da gibt es ja westlich-orientierte Staaten, die so tun als ob, aber auch reichlich Leid verursachen.

Aber schauen wir uns das Völkerrecht an. Dies besagt, dass man von außen in die Belange eines souveränen Staats nicht eingreifen darf, solange in diesem Staat keine systematischen, ethnischen „Säuberungen“ passieren. Das ist in Libyen nicht der Fall. Hier haben bewaffnete Rebellen begonnen, gegen die eigene Staatsmacht vorzugehen. Dass diese das Recht hat, sich zu verteidigen, sollte außer Frage stehen. Nach dem Völkerrecht darf von außen auch keine Partei ergriffen werden, sprich eine Partei z.B. durch Waffenlieferung oder Ausbildung an der Waffe, geholfen werden. Kant hat sich sicher im Grab umgedreht, als allein die Resolution zum  Flugverbot beschlossen wurde. Immerhin hat sich Deutschland zumindest enthalten.

Was ich aber ganz und gar nicht verstehe ist, warum sich vor wenigen Jahren unsere westlichen Staatsmänner ein Wettstreit gaben, wer Gaddafi am stärksten die Hand schütteln konnte. Und von heute auf morgen soll alles ganz anders sein?

Also habe ich  mich mal wieder im Netz auf die Suche gemacht und habe einige Quellen gefunden, die doch etwas mehr Informationen bieten, als die paar wenigen seichten Worte, die uns in den klassischen Fernsehabendnachrichten geboten werden.

Da fragt zum Beispiel der Freitag Libyen – Züchtet sich der Westen neue Dschihadisten heran? In dem Artikel lässt sich wie folgt lesen:

 Dabei gerät außer Blick, um wen es sich bei den Aufständischen eigentlich handelt. Zum einen sind zahlreiche Generäle aus Gaddafis Armee zu den Aufständischen übergelaufen, mindestens fünf ihrer Führer, darunter der ehemalige Geheimdienstchef Gaddafis, gehörten bis vor Kurzem viele Jahre lang dem Regime an. Kann dieses Personal trotz jahrelanger persönlicher Verwicklung in zahlreiche Verbrechen eigentlich der Träger eines demokratischen Aufbruchs sein?

Die Aufständischen haben unterschiedliche Motive, sich gegen das Gaddafi-Regime zu wenden. Andy Stone: „The revolt was started in Benghazi on February 15-17th by the group called the National Conference of the Libyan Opposition. The protests had a clear fundamentalist religious motivation, and were convened to commemorate the 2006 Danish cartoons protests, which had been particularly violent in Benghazi. Diese Aktivisten wandten sich insbesondere gegen die Schließung islamistischer Seminare, das Verbot von entsprechenden Publikationen und die Inhaftierung von Islamisten. Sie werfen Gaddafi in vielfältiger Form die Verletzung islamischer Regeln vor (vom Kopftuch bis hin zur Frage, ob Homosexualität mit dem Tode bestraft werden soll oder ob Juden und Christen Mekka besuchen dürfen). Eigentlich müsste der Westen dabei applaudieren, ist der Kampf gegen den gewaltätigen Islamismus doch eines seiner Hauptanliegen. Schließlich kämpft Gaddafi nicht nur im eigenen Land gegen den Islamismus, sondern unterstützt auch den weltweiten Kampf des Westens.

Bei einem anderen Teil der Aufständischen hat sich der Gebrauch von Waffen längst usualisiert und gehört gleichsam zur Alltagskultur: Vor allem aus dem Osten des Landes rekrutierten sich Dschihadisten, die im Irak ein Fünftel der islamistischen Kämpfer ausmachen (The Economist) und viele kämpfen demnach auch in Afghanistan auf Seiten der Taliban. Dass Gaddafi den internationalen Kampf gegen den Terrorismus unterstützte, war diesen Kämpfern ein zusätzlicher Dorn im Auge. Hinzu kommt die schon seit vielen Jahren sich immer wieder in Unruhen entladende Unzufriedenheit darüber, dass die Stämme in der Kyrenaika (historische Bezeichnung für die ehemalige östliche Provinz) bei der Ausbeutung des Erdöls benachteiligt werden.

Ein weiterer Artikel titelt Heisst das Monster Gaddafi ? Darin ist ein Artikel von Fidel Castro selbst aufgeführt, ins Deutsche übersetzt: REFLEXIONEN DES GENOSSEN FIDEL Die Nato, der Krieg, die Lüge und die Geschäfte. Hierin erzählt er den Verlauf der letzten Jahre  und dichter der Wochen vor Kriegsbeginn. Mal eine interessante Blickweise mit der Hinterfragung, warum plötzlich die Kehrtwende.

Weiter geht es mit einem Artikel Libyen: Nicht Revolution, sondern Konterrevolution. In diesem sehr langen und informativen Artikel wird ebenfalls klargestellt, dass die Rebellen aus einer sehr kritischen Massen bestehen:

Nach heutigen Erkenntnissen ist der libysche Zweig von Al-Kaida die Fortsetzung der Libyschen Islamischen Kampfgruppe, deren Zentrum die Städte Darnah und Benghasi sind. Die ethnische Basis der LIFG bildet allem Anschein nach der Gaddafi-feindliche Stamm der Harabi, dem neben der Mehrheit der Mitglieder des Rebellen-Rats auch die beiden Hauptanführer der Rebellion, Abdul Fattah Junis und Mustafa Abdul Jalil, angehören. Alles deutet demnach darauf hin, dass es in der Praxis Überlappungen zwischen der LIFG, der Elite des Harabi-Stammes und dem von Obama unterstützten Rebellen-Rat gibt. Von Fred Wills, dem inzwischen verstorbenen ehemaligen Außenminister von Gyuana, habe ich vor vielen Jahren gelernt, dass sich hinter der Maske politischer Gruppierungen in Entwicklungsländern (und nicht nur dort) oftmals ethnische und religiöse Rivalitäten verbergen; so ist es auch in Libyen. Die Rebellion gegen Gaddafi ist ein gefährliches Gebräu aus fanatischem Hass gegen Gaddafi, Islamismus, Stammeswesen und Lokalpatriotismus.

Scholl Latour beschreibt in einem Beitrag „Wer sind die Rebellen? “in „Bild“, am 22. März 2011 eine andere Gruppe von Libyern, die sich ebenfalls den Rebellen angeschlossen haben:„Das sind Leute einiger weniger Stämme in Ostlibyen nahe der ägyptischen Grenze, die mit der Regierung in Tripolis unzufrieden waren. Sie haben sehr unterschiedliche Interessen. Eine wichtige Rolle unter den Rebellen nimmt die islamische Senussi-Bruderschaft ein, die einst den gestürzten Konig Idris I gestellt hat.“

Die Senussi-Bruderschaft galt lange Zeit auch im Westen als Terrororganisation, die von Killerauftragsmorden lebt. Und ausgerechnet diese Rebellen werden von dem ehemaligen Innenminister Gaddafis, Junis, geführt, der aus dem an der libysch-ägyptischen Grenze sesshaften Stamm der Obeidat stammt.

Besonders interessant sind die Zahlen zu dem Wasserprojekt, das 2009 vorgestellt worden ist. Die Wasserreservoires haben einen Wert von einigen Billionen Euro und sollten den ganzen Afrikanischen Norden in eine blühende Landschaft verwandeln. In dem Artikel  ist selbst wieder ein Artikel aus den Maghreb Nachrichten vom 20.03.2009 übersetzt wiedergegeben:

Libysche Offiziere präsentierten zum ersten Mal auf dem 5. Weltwasserforum in Istanbul ein Projekt zur Wasserförderung, das auf 33 Milliarden Dollars geschätzt wurde. Das Projekt wurde als die 8. Weltwunder bezeichnet und sieht die Errichtung eines künstlichen Flusses vor, damit die Bevölkerung im Norden Libyens mit trinkbarem Wasser versorgt werden können. Die Projektarbeiten wurden seit 1980 im Auftrage des libyschen Führers, Muammar Gaddafi, eingeführt. 2/3 des Projekts wurde bereits fertig gestellt. Es handelt sich um eine 4 000 Km lang Wasserleitung, die im Grunde liegendes gepumptes Wüstenwasser durch die libysche Sahara in den Norden fliessen lässt. „Die Studien zeigten, dass das Projekt kostensparender als die anderen Alternativen war.“ meldete der für das Grundwassermanagement zuständige Fawzi al Sharief Saeid. Der Wasservorrat reicht nach Berechnungen bis zu 4.860 Jahren, wenn die davon profitierenden Staaten Libyen, Sudan, Tschad und Ägypten ihn wie es vorgesehen verwenden.

Das Wasserprojekt in Libyen

Das Wasserprojekt in Libyen

Bei einem solchen Projekte könnte man schon ins grübeln kommen, was es bedeutet, so unabhängige Staaten in ganz Nordafrika zu bekommen. Diese konnten dann locker eine sehr autarke Afrikanische Union bilden. Damit wäre die Macht über Afrika ade.

Wie sieht es denn mit den Greueltaten aus?

Im Fernsehen der öffentlch, rechtlichen und im Radio hören wir immer nur von den Greuerltaten der Gaddafi-Getreuen. Hier ist ein Bericht, welche Greuerltaten von den Rebellen zu hören ist:
Libyen: Immer mehr Gräueltaten der Rebellen Immer mehr Gräueltaten der Rebellen:

Die grausamen Berichte decken sich mit Angaben von Zeugen aus Städten, in denen die Rebellen-Truppen bisher gewütet haben.Die Häuser werden durchsucht, Regierungstreue verschleppt und an unbekannten Orten misshandelt und getötet. Gestern sollen Rebellen Streumunition auf Wohngebiete Misrata abgeschossen haben. Später behaupteten sie, Gaddafis Truppen seien dafür verantwortlich. Die Munition, von der  Fragmente gefunden wurden, wiesen als Herkunftsland das Nato-Mitglied Spanien aus.

Wie sieht das eigentlich völkerrechtlich aus?

Das ist auch so eine spannende Frage. Ich erinnerte mich, das auch Kant schon sagte, dass Niemand ein Recht hat in die inneren Angelegenheiten eines anderen Staates einzugreifen. Es müsse von innen her genesen, auch wenn es in diesem Konflikt Tote gäbe. Also habe ich nochmals gesucht und bin auf der Seite AG Friedensforschng in dem Artikel Libyen-Krieg und Völkerrecht von Gregor Schirmer, ehemailger Professor für Völkerrecht an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und an der Humboldt-Universität zu Berlin,  geworden

In Libyen herrscht offensichtlich ein Bürgerkrieg. Bewaffnete Aufständische und Regierungstruppen stehen sich gegenüber. Das Interventionsverbot verlangt, dass andere Staaten, auch die UNO, nicht in einen solchen Krieg eingreifen, schon gar nicht mit militärischen Mitteln. Zu diesen Mitteln gehören auch Waffenlieferungen. Die Charta bestimmt, dass das Nichteinmischungsprinzip die Anwendung von Zwangsmaßnahmen nach Kapitel VII nicht berührt. Aber auch der Sicherheitsrat ist bei seinen Entscheidungen an das Völkerrecht gebunden. Anderen Staaten oder Staatengruppen die Erlaubnis zu erteilen, in einem Bürgerkrieg mit militärischen Mitteln Partei zu ergreifen, damit die Aufständischen einen Regimewechsel erzwingen können, gehört nicht zu seinen Befugnissen.

Auch der Artikel Die Militärintervention gegen Gaddafi ist illegitim Von Reinhard Merkel auf F.A.Z.net kommt zu dem Ergebnis, dass hier Völkerrecht gebrochen wird.

Ob man Diktatoren zum Teufel jagen soll, ist die eine Frage – selbstverständlich soll man das, so gut es geht. Man muss sich aber auch dem trostlosen Befund aussetzen: Die Intervention der Alliierten in Libyen steht auf brüchigem normativem Boden.

Der Blogger honigmann weist in seinem Post Deutschland beteiligt sich an geheimen Kriegsplanungen darauf hin , dass die EU schon den Einsatz von Bodentruppen vorbereiten würde.

„Deutschland beteiligt sich an geheimen Kriegsplanungen. So wird in der Europäischen Union der Einsatz von Bodentruppen in Libyen vorbereitet. Die Bundesregierung hat diesem Planungsvorlauf nicht widersprochen. Zudem verweigert sie den Abgeordneten des Bundestages die nötigen Informationen“, so Wolfgang Gehrcke anlässlich der Pläne der EU zum „Operationskonzept für eine Aktion EUFOR Libya“. Konkrete Operationspläne sollen diesem Planungsverfahren folgen. Der außenpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE weiter: „Die Begründung, dass es sich um eine humanitäre Intervention handeln würde, trägt nicht. Bislang liegt keine Anfrage der Vereinten Nationen vor. Im Gegenteil: das OCHA betont, dass eine militärische Unterstützung nicht erforderlich ist.

Wenn man also nur will, dann lässt sich im Gegensatz zu unseren Standard-Medien doch einiges mehr rauslesen und erhält die Bestätigung für seine Intuition, dass nach Afghanistan und Irak nun ein Krieg mit einer weiteren Lüge begonnen wird. Die Frage ist, warum Russland, China, Indien und Brasilien hier der USA und Nato nicht die rote Karte gezeigt haben. Aber vielleicht verstehe ich das ja irgendwann auch nochmal …

Nachtrag vom 21.05.2011

Volker Pispers hat lange vor Lybien einen genialen Bühnenauftritt zum 11. September hingelegt, bei dem er die Taten der Regierungen der USA in einer Art und Weise seziert, dass einem die Spucke wegbleibt. Noch ein Mann mit einem Arsch in der Hose:

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Nachtrag vom 24.07.2011:

Hier ist noch ein Beitrag, der den neuen Imperialismus des 21. Jahrhunderts argumentiert und auch auf die Hintergründe zum Angriff auf Libyen eingeht. Zwar etwas martialisch am Anfang und Ende, aber die Informationen sprechen für sich:

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  1. Juli 2, 2012 um 9:19 am

    Es kommt auf die Perspektive an, ob man Aufständische Terroristen oder Freiheitskämpfer bezeichnen mag. Darüber geht dieser lesenwerte Artikel auf den NachDenkSeiten:

    Freiheit und Terror – Nach Irak, Afghanistan, Libyen nun Syrien, von Wolfgang Bittner

    Wer sind eigentlich Freiheitskämpfer und wer sind Terroristen? Für unsere Regierung wie auch für die Medien, die maßgeblich unsere öffentliche Meinung bilden, scheint das eindeutig zu sein: Die aufständischen Taliban in Afghanistan sind zum Beispiel Terroristen, weil sie bekanntlich gegen die von den USA und ihren Verbündeten eingesetzte Regierung kämpfen. Dagegen sind die Aufständischen in Syrien Freiheitskämpfer, obwohl sie gegen die (nicht von den USA und ihren Verbündeten eingesetzte) Regierung kämpfen, wobei sie die unter ihren Betten aufbewahrten Maschinengewehre, Panzerfäuste und Raketen einsetzen können. In Libyen durften sie sogar das Staatsoberhaupt ermorden, nachdem die NATO das Land in Grund und Boden gebombt hatte.

    Dagegen waren wiederum die Aufständischen in Bahrain Terroristen, weil sie sich gegen ihre Regierung wandten. Da der König und seine Hofleute von Saudi-Arabien militärische Hilfe zur blutigen Niederschlagung des Aufstands erhielten, brauchte Westen nicht einzugreifen. Vielleicht hing das damit zusammen, dass uns das bahrainische Öl und Erdgas, aber nicht die dortigen Menschenrechtsverletzungen interessieren und dass wir den Saudis Panzer liefern.

    In Afghanistan wurden und werden die Frauen von den Taliban unterdrückt, die außerdem unsere Freiheit gefährden. Deswegen müssen diese Terroristen (die früher Mudschaheddin hießen und von den USA unterstützt und mit Waffen versorgt wurden) alle umgebracht werden. Dazu eignen sich am besten sogenannte chirurgische Einzelschläge mit Drohnen, damit keiner „unserer“ Soldaten verletzt oder getötet wird. Merkwürdigerweise erinnert sich niemand daran, dass Afghanistan, bevor die CIA die Mudschaheddin unterstützte, ein blühendes Land mit öffentlichen Schulen und Universitäten war, die selbstverständlich auch Frauen offenstanden. …

  2. August 1, 2012 um 6:35 pm

    Im Feuillton der Frankfurter Allgmeinen wird in dem Artikel Und ihr denkt, es geht um einen Diktator sehr gut aufgezeigt, was die wirklichen Gründe der Interventionen der Westmächte im Eurasiatischen Raum, und nun speziell in Syrien ist:

    …Es geht nicht vorrangig darum, der syrischen Bevölkerung zu helfen

    Im Gegenteil: Sie haben auch nach 1945 immer wieder gerade dort interveniert, wo es ihnen erforderlich schien, die eigene Machtstellung konsequent zu stärken. Nicht zuletzt der Ölreichtum und die auch strategisch entscheidend wichtige Lage der Region zwischen dem östlichen Mittelmeer und dem Arabischen Meer haben gerade dieses Gebiet zu einem Hauptaktionsfeld amerikanischer Außenpolitik werden lassen, bis hin zum letzten Irak-Krieg, zur Besetzung Afghanistans und zu den undurchsichtigen, völkerrechtlich jedenfalls in keiner Weise legitimierbaren Aktionen im nordöstlichen Pakistan. …

  3. August 1, 2012 um 6:50 pm

    … eine ausführliche Analyse:

    Wer kämpft in Syrien? (von Thierry Meyssan)

    Der syrische Konflikt wurde vom Westen vorsätzlich geplant

    Die westliche Bereitschaft Syrien ein Ende zu machen ist bekannt, und sie reicht aus, um die aktuellen Ereignisse zu erklären. Wir rufen ein paar Fakten in Erinnerung, die keinen Zweifel für den Vorsatz der Ereignisse erlauben [3].

    Der Krieg gegen Syrien wurde von Präsident George w. Bush bei einem Treffen in Camp David am 15. September 2001, kurz nach den spektakulären Anschlägen in New York und Washington beschlossen. Es wurde geplant, gleichzeitig in Libyen und Syrien einzugreifen, um die Handlungsfähigkeit auf doppeltem Einsatzgebiet zu zeigen. Diese Entscheidung wurde durch ein Interview des General Wesley Clark, oberster ex-Kommandeur der NATO bezeugt, die er nicht teilte.

  4. Januar 27, 2013 um 10:56 pm

    Darüber, was nach dem Umsturz in Libyen los ist und nicht gut aussieht:

    Gaddafis Vorhersage hat sich bewahrheitet

    Kurz nach Beginn des von der NATO inszenierten Umsturz von Muammar al-Gaddafi in Libyen im Februar 2011 warnte er den Westen vor den Konsequenzen. Wenn seine Regierung stürzen sollte, sei ganz Nordafrika vor einer Terrorwelle bedroht. Sein Land sei doch ein bedeutender Partner im Kampf gegen die radikal-islamischen Terroristen. Dem Land komme eine wichtige Aufgabe beim Schutz des Friedens in der Region sowie in der Welt zu. Deshalb würde er nicht verstehen, warum der Westen sich mit Al-Kaida verbündet hätte um ihn zu stürzen. Er sagte damals, wenn er fallen würde, dann würde Chaos und ein Krieg Nordafrika überziehen. Sieht so aus wie wenn seine Warnung richtig war und jetzt seine Vorhersage eingetroffen ist.

    Der euphorische Sturz der Diktatoren in Tunesien, Ägypten und Libyen hat seinen Preis. Eines hatten diese Machthaber gemeinsam, unter ihnen gab es keinen radikalen Islamismus, oder sie hatten ihn mindestens unter Kontrolle. Durch ihre Entfernung mit dem sogenannten „arabischen Frühling“ wurde die Büchse der Pandora geöffnet. Spätestens durch die Ermordung des amerikanischen Botschafter in Bengasi und Stürmung des US-Konsulat hat der Westen erkennen müssen, die Kämpfer des Dschihad die sie rekrutierten, mit Waffen versorgten und gegen Gaddafi einsetzten, haben sich gegen sie selber gewendet und die Situation ist viel schlimmer als vorher.

    • Januar 27, 2013 um 11:25 pm

      Was war vorher in Lybien schlimm, frag ich jetzt mal? – Wahrscheinlich war die Vollendung des lybischen Wasserprojekts nicht tragbar, hätte große Teile Nordafrikas unabhängig gemacht von Lebensmitteleinfuhren, die in Dollar zu bezahlen waren. Medizinische Grundversorgung, schlimm, wirklich schlimm? Und ja, lybisches Öl nicht mehr gegen Dollar, ich vergaß….Chaos inszenieren auf dem Weg zur Weltherrschaft….in welchem Auftrag auch immer….

      • Januar 27, 2013 um 11:32 pm

        Es ist schon übel, was da wieder zerstört wurde! Von Uran-angereicherter Munition, damit die gute Tat auch nach Jahren noch strahlt 😦

  5. Januar 27, 2013 um 11:30 pm

    Und nun geht es etwas südlicher in Mali weiter. Ken Jebsen wirft mal wieder viel Licht auf das Dunkel von Machenschaften, die schon wieder als Verteidigung der Menschlichkeit verkauft wird:

  6. Februar 3, 2013 um 11:05 am

    Und auch hier nochmals ein wahrhaftigerer Blick auf die Situation in Syrien?

  7. April 8, 2013 um 5:52 pm

    Und jetzt geht das Spielchen unserer Medien mit Kim weiter?

    Halten wir fest. Alles, was unsere Öffentlichkeit derzeit über Nordkorea und seinen neuen Anführer erfährt, stammt aus denselben Quellen, die bereits behaupteten, dass Gaddafi sein eigenes Volk bombardieren ließe, während alliierte Bombenteppiche auf Sirte und Tripolis niedergingen. Ohne diese Medien wäre das unbeschreibliche Massaker in Libyen niemals möglich gewesen. Medien, die Bin Laden in afghanischen Bootcamps vermuteten, um einen Krieg gegen Afghanistan zu entfachen. Nachrichtenagenturen, die die Lüge verbreiteten, Saddam Hussein hätte Massenvernichtungswaffen und könne London in einer halben Stunde auslöschen. Die die Lüge von Babies verbreiteten, die angeblich aus Brutkästen gerissen worden seien, um einen Krieg gegen den Irak zu entfachen.

    gefunden in: Kim Jong Un – Der neue Gaddafi?

  8. April 10, 2013 um 3:26 pm

    Die Erfahrungen der letzten Jahre mit den Kriegen haben uns sehr skeptisch gemacht. Wir mißtrauen den offiziellen Verlautbarungen immer mehr.

    http://kopfstaendler.blog.de/2013/04/04/false-flag-or-what-15719193/

    Dass es sich bei Gaddafi und bei KimJongUn um unsympathische Diktatoren handelt, gibt dem Westen noch nicht das Recht, einer kleinen Gruppe von Rebellen eine Söldnertruppe zur Seite zu stellen, um den Bürgerkrieg zu verschärfen. Und Waffenlieferungen in diese Krisengebiete sollten sich von selber verbieten. Wie wackelig die Informationen sind, zeigt sich im Fernsehen, wo es meistens den Zusatz gibt, dass die Bildaufnahmen den Sendern vom Handy zugespielt worden seien und man das nicht verifizieren könne. Das nenne ich mal „Kriegsberichterstattung“! Die wenigen Reporter, die – zugegebenermaßen – unter Einsatz ihres Lebens berichten, könnten natürlich auch genau durch diese Rebellen verletzt oder umgebracht worden sein.

  9. Juni 26, 2014 um 11:45 pm

    Es ist inzwischen 3 Jahre her, dass der Westen den Libyern die Demokratie beigebombt hat. Heute bekam ich den Hinweis auf ein Video mit vielen Wahrheiten rund um diesen als auch den Krieg gegen den Irak. Sehr erhellend:

  10. Dezember 30, 2014 um 9:24 am

    Es zeichnet sich immer mehr ab, wie unsinnig die letzten Kriege der NATO waren. Nachdem Afghanistan und der Irak zunehmend im Chaos versinken, kommen auch entsprechende Meldungen zu Libyen, z.B.:

    Libyen: 400.000 Flüchtlinge brauchen dringend Hilfe

    Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat zum Ende des Jahres 2014 mehr Hilfe für die Opfer des Bürgerkriegs in Libyen gefordert.

    “Libyen versinkt im Chaos, die Lage der Zivilbevölkerung hat sich dramatisch verschlechtert, doch die Welt schaut weg”,

    sagte der GfbV-Afrikareferent Ulrich Delius am Montag in Göttingen. Trotz eines dringenden Hilferufs von UN-Organisationen im September 2014 wurden bislang nur zehn Prozent der für die Versorgung der 400.000 Flüchtlinge erforderlichen 35 Millionen US-Dollar zu Verfügung gestellt.

    Auch die Lage der Menschenrechte hat sich in Libyen im Jahr 2014 katastrophal verschlechtert. Entführungen, Hinrichtungen, Enthauptungen, Erschießungen, die Bedrohung von Journalisten, Angriffe auf Menschenrechtler, Folter in Geheimgefängnissen und der Einsatz von Kindersoldaten haben massiv zugenommen. Mehr als 2.000 Menschen sind politisch motivierter Gewalt zum Opfer gefallen. Erst Weihnachten wurde die Leiche einer im Dezember entführten 18 Jahre alten christlichen Koptin gefunden. Sie war wenige Tage zuvor in Sirte mutmaßlich von Islamisten entführt worden. Die Entführer haben auch ihre Eltern, den ägyptischen Arzt Magdi Sobhi Toufik und seine Ehefrau, getötet. Im Februar 2014 waren bereits neun Kopten von Islamisten ermordet worden.

  11. Oktober 21, 2015 um 6:31 pm

    „1967 erbte Oberst Gaddafi eins der ärmsten Länder Afrikas; aber als er ermordet wurde, hatte er Libyen in das reichste Land Afrikas verwandelt. Vor der US-geführten Bomben-Kampange 2011 hatte Libyen den höchsten Index menschlicher Entwicklung, die niedrigste Kindersterblichkeit und die höchste Lebenserwartung Afrikas.“

    Fundstelle: Libyen: Vom reichsten Land Afrikas zum Terroristen-Nest

  12. Oktober 21, 2015 um 8:12 pm

    „Im Gegensatz zu dem allgemeinen Glauben, war Libyen nicht „Gaddafis Militärdiktatur“, wie die westlichen Medien sagten, sondern in Wirklichkeit einer der demokratischsten Staaten der Welt.“

    Fundstelle: Gaddafis Libyen war Afrikas reichste Demokratie

  13. November 17, 2015 um 1:23 pm

    Augenzeugenbericht über die damaligen Vorgänge in Libyen:

  14. Januar 18, 2016 um 4:15 pm

    Hier spricht einer über die Lügen, die uns an vielen Stellen angereicht bekommen, speziell aber auch Libyen betreffend:

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