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Wie ethisch kann ein Manager sein, der Profit machen und die Konkurrenz ausstechen soll?

Der Mensch ist ein faszinierendes Wesen, mit hoher(?) Intelligenz ausgestattet und mit den diametralen Eigenschaften der Konkurrenz und der Kooperation. Gerade die Eigenschaft der Konkurrenz könnte dazu geführt haben, dass wir so intelligent sind (siehe: Der verloren gegangene Schatz Darwins: die sexuelle Selektion – Wir haben ein großes Gehirn, weil der Mann buhlt und die Frau wählt). Die wertvolle Kooperation dagegen hat uns lange Jahre überleben lassen. Es beschlich mich das ungute Gefühl, dass uns unsere auf Konkurrenz beruhende Wachstumsreligion genau nicht mehr überleben lassen wird.

Nicht nur, dass die Schere zwischen wohlhabend und arm immer weiter auseinander geht. Viel schlimmer ist, dass uns der Konkurrenz- und damit Leistungsdruck in unserem Inneren eine bisher stumme, aber nun nach außen tretende dumpfe Angst beschert, und schon 3 Millionen von uns depressiv gemacht hat.

Was mich aber immer mehr beschäftigt ist, was der Konkurrenzdruck mit unseren Managern (und Politikern) macht. Können Manager überhaupt ethisch agieren, wenn von ihnen verlangt wird, die richtigen Zahlen, sprich die Profitmaximierung zu liefern. Solange alles gut geht, mag ein Manager den Spielraum haben, ethisch korrekt zu handeln. Wenn er aber unter Druck gerät, seine Zahlen aus dem Ruder zu laufen geraten, wird er dann nicht seine Haut, und die seiner Familie retten wollen?

Da können wir noch so viele Gesetze und Regeln aufstellen. Diese Manager müssen doch schizophren werden: halte ich mich an Regeln, gehe ich unter, halte ich mich nicht dran, gehe ich auch unter. Ich habe mal geschrieben Die Kunst des Compliance Management ist, nach den Ursachen für die Gier der Manager zu suchen, so Prof. Josef Wieland. Gut, das sind die Boni, hinter denen man auch her sein kann. Aber was, wenn der Druck im Kessel steigt?

Ich habe diese Woche den neuen Post von Prof. Dueck gelesen: Die Dummheit auf der sicheren Seite. Hier geht er dem Grund nach, warum Dummes getan wird, obwohl doch offensichtlich ist, dass es schadet. Der Handelnde selbst ist dann auf der sicheren Seite. Was aber noch mehr hängen geblieben ist, ist der Abspann:

Die Dummheit steckt im ganzen System „der sicheren Seite“. Weil es die sichere Seite so definiert, wie es sie definiert – deshalb schadet das System seinen einzelnen Teilen erheblich, ohne dass es insgesamt selbst einen Nutzen davon hätte. Und das ist nach Cipolla perfekte Dummheit. Ach ja. Wie heißt es über den gnadenlosen Wettbewerb in der Wirtschaft? Ich formuliere Ihnen einmal ein heute allgemeines Credo nach Adam Smith und der Unsichtbaren Hand des heilenden Marktes ein bisschen böswillig um. „Wenn jeder seinem Wettbewerber stark schadet, damit es jedem selbst ein bisschen nützt, dann kommt insgesamt ein großer Wohlstand für alle heraus.“ Und damit ist das Todesurteil über die derzeitige Weltordnung gesprochen… Ich höre auf. Kann doch nicht sein! Wär doch zu dumm.

Ich bin inzwischen davon überzeugt, dass wir unsere Studenten, den zukünftigen Firmenlenkern, während ihres BWL-Studiums noch so viel über ethisches Wirtschaften erzählen können, noch so viele Eide beschwören lassen, so lange unsere Wirtschaft auf Konkurrenz aufgebaut ist, so lange werden wir Manager und Politiker sehen, die das Beste für sich herausschlagen werden. Es kann ihnen nicht um die Gemeinschaft gehen, nicht für das Beste für Alle.

Lasst uns besser zurück ins Paradies gehen: es lebe unsere zweite Stärke, es lebe die Kooperation!

  1. August 16, 2013 um 10:13 pm

    Ob in den Gemeinwohlbetrieben eine extreme Transparenz und Mitarbeiter- Direkt- und Multi-Level-Marketing-Einbindung existiert? Gibt’s in den Gemeinwohlbetrieben höchstens drei Hierarchie- Ebenen?
    Wenn Menschen sich weniger auf ihren Bauch und den Befehl aus der Werbung, sowie die Absegnung durch die Führung leiten ließen, kämen wir viel schneller voran.
    Solange wir nicht zu starken Orten und von ihnen erstarkten Regionen, sowie aus den Orten (nicht den Regionen) generierten starken Ländern (zB Sachsen, Schwaben, Friesland, oder in zweiter Ebene Deutschland, Dänemark, Norditalien und in dritter Ebene erweiterter deutscher Raum, nördliche EU, Singapur, Taiwan, Südkorea mit Japan, die wirtschaftlichen Teile der USA, erst in der vierten Ebene kommen Föderationen, fünfte Ebene zB drei Gebiete auf dem Planeten und die sechste Ebene ist die UN, aber NEU: nicht aus unübersichtlichen Nationen und manipuliert durch eigennützige Banken, sondern aus wachen starken Orten) kommen, werden wir nicht lange Freude am Wirtschaftsspiel haben.
    Eigentlich brauchen wir völlige Autakie in den Basisverwaltungen: Ort, Gemeinde, Kreis! Dadurch kann eine landesunabhängige Region, trotz Zoll und anderer Unannehmlichkeiten sehr glücklich sein, zB östliche Bodensee Region, oder Basel …
    Die sechs stability Ebenen treten eher in den Hintergrund.
    Achtung, Pazifismus in allen Ehren, aber jedes Dorf sollte in seinen Reihen mindestens 5% Berufssoldaten wissen. Die gleiche Zahl an überregionalen Polizisten. Und bis zu 40% Bereitschaftssoldaten. Dabei insbesondere beachten, dass keine Schichten bzw Familien/Sippschaften unbeteiligt sind.
    Diese Bereitschaftssoldaten sind auch für Montagearbeit, als Aushilfskräfte und Studenten bzw Assistenten in der Forschung zu gebrauchen.
    Um eine längerfristige stabile Gesellschaft zu errichten brauchen wir, dass ist essentiell, Reintegrationsbemühungen von Verstoßenen, kriminell gewesenen Mitmenschen, unbrauchbaren Menschen 🙂
    Mittelfristig werden trotz Automatisierung und Robotik, etwa 20% in Pflege und gut 20% in Reintegration tätig sein, ist uns/der Allgemeinheit dies zu teuer, sind wir nicht reif für eine Welt ohne Attentate, Bürgerkrieg und globale Konflikte die militärisch gelöst werden müssen.
    Denn die Mächtigen bedienen sich immer der Verstoßenen, denn diese sind preiswert zu haben. Diese gelten als Krank, was gibt’s besseres? JFK, …, Alfred Herrhausen wurde ausnahmsweise durch eine (damals noch) marginale (staatliche) Spezialeinheit ausgelöscht. Wir werden gespannt sein, was ab November/Dezember 2029 veröffentlicht wird.
    Wir die wir über 50 Jahre keinen Krieg hatten, sollten dennoch erst dieses System weltweit stabil in allen Orten integrieren, dann unseren Wohlstand mehren. Warum weiterhin Entwicklungshilfe? Weil eine gute Friedenspolitik ist, die größtmögliche Vermeidung von Neid.
    Religion stört gewaltig. Alle umbringen die falsch oder überhaupt glauben. Oder wie ist den faschistischen Religionen beizukommen?
    Ihr findet mich in (na wo wohl?) Facebook. (Ich lasse mir keine Email schicken)

  2. August 14, 2013 um 6:33 pm

    Thorsten Sandvoß: Martin deine Überzeugung basiert auf Erfahrung und logischem Denken. Meine Überzeugung ist die Gleiche und ich habe fast 40 Jahre für das Konkurrenzsystem gekämpft, tue es noch. Es ist in sich zwiespältig konstruiert und schafft schizophrene Menschen ergo eine im großen Umfang kranke (psychisch wie physisch) Gesellschaft!
    Das kann auch gar nicht anders sein und ist aus der Logik des genannten Systems also nach jetzigen, künstlich-aufgestellten Regeln genau nur so möglich. Das System speist sich selber durch diese Zerrissenheit! Das ist eine perfide und hoch destruktive Logik nach der wir letztendlich leben und lernen.

    Ein fast unerträglicher Zustand, für einen empathischen Menschen, wenn man ihn erst einmal erkannt hat und es kostet viel Kraft.
    Nicht Hass und Wut, sondern final konstruktiv-praktizierte Transformation beim Individium und im Kollektiv sind das Ventil in der jetzigen Realität und der Schlüssel zur Zukunft einer anderen Gesellschaft
    Alles wird gut!
    Namasté

  3. Februar 11, 2013 um 12:38 am

    Jede Strategie – so erfolgreich sie auch sein mag – wird irgendwann Strategie zum Tod.
    http://is.gd/K7Is6C

  4. Januar 22, 2013 um 3:14 am

    Verabschiede dich von den im Studium erworbenen „Modellvorstellungen“:
    E.T. und die Dampflok – ein unlösbares Problem der Wissenschaft

  5. Oktober 21, 2012 um 10:33 am

    passend:

    Der Grund für die aktuellen Schwierigkeiten ist das bestehende Geldsystem mit seiner Notwendigkeit ständigen exponentiellen Wachstums und Profitmaximierung. Die richtigen Dinge werden schlicht deshalb nicht getan, weil es eben profitabler
    ist, sie nicht zu tun. Innerhalb der Logik eines Systems, das auf Profit und Konkurrenz aufgebaut ist, wird moralisches Handeln unmöglich.

    gefunden in: Die größte Chance, die wir jemals hatten

    Es wird zunehmend wahrscheinlicher, dass unser bestehendes Finanz- und Wirtschaftssystem die aktuelle Systemkrise nicht überstehen wird. Der Zusammenbruch von Pfund und Dollar scheint kaum mehr zu verhindern zu sein – und das wäre gleichbedeutend mit dem Ende der bestehenden Weltordnung. Keine Frage, das sind ungemütliche Aussichten. Die Vorbereitungen, welche die Armeen aller Industrienationen gerade für Einsätze bei Revolten und Aufständen treffen, sprechen eine deutliche Sprache. Trotzdem ist der Zusammenbruch der Weltwirtschaft das beste, was uns passieren kann. Ich werde im folgenden versuchen darzulegen, welche Chancen die aktuellen Entwicklungen bergen und warum es von größter Wichtigkeit ist, jetzt positive Alternativen zu entwickeln.

  6. Mai 17, 2012 um 5:29 pm

    Eine Reihe von kleineren und mittleren Unternehmen zeigen bereits vor, wie es funktionieren könnte. Genauer gesagt, sind es derzeit 657 Unternehmen, die das tun (wollen). Siehe
    http://www.gemeinwohl-oekonomie.org/
    Generell sind kleine und mittlere Unternehmen nachhaltiger und verantwortungsbewusster. Das dürfte vor allem daran liegen, dass diese Eigentümergeführt sind. Dort denkt man nicht in Quartalen und Boni sondern in Jahren.

    • Mai 17, 2012 um 6:16 pm

      Lieber Günter,

      vielen Dank für den Link. Und ja, wem sein Unternehmen selbst gehört, wird nachhaltig wirtschaften und der baut auch eine persönliche Beziehung zu seinen Mitarbeitern auf. Wer sich an einer Firma nur via Aktienanteil beteiligt, will leistungslos gewinnen und dem ist diese Firma egal, Hauptsache der Aktienwert stimmt zwischen Kauf und Verkauf. Und wer sich als Manager für die Verwaltung einer solchen Firma andiehnt, der kann nur vor sich selbst bestehen, wenn er ohne Empathie ist und kein Gewissen hat. Somit steht die persönliche Beziehung hier dagegen.

      LG Martin

  7. Mai 17, 2012 um 2:55 pm

    Und wenn wir wissen, dass es nach neuesten Studien etwa 1 Millionen Psychopathen gibt, die ausgerechnet leichter den Weg in die Schaltstellen unserer Organisationen finden, dann müssen wir uns nicht wundern, warum es in der Wirtschaft immer unethischer zugeht, oder?
    1 Million Psychopathen in Deutschland – angeboren oder anerzogen?

  8. Dezember 15, 2011 um 3:52 am

    Teilweise zeigt sich in Ihrem Artikel die Erkenntnis, dass es nicht möglich ist, dem Management eine bessere Ethik zu verordnen, sondern letzten Endes das gesamte System infrage gestellt werden sollte. Dieser Sichtweise kann ich zustimmen.

    Mit Zwangsmaßnahmen und Regulierung kann eine bessere Managementethik nicht erreicht werden, weil eine Verbesserung der Moralvorstellungen nur mit Hilfe eines breit angelegten, auf Freiwilligkeit basierenden Erkenntnisprozesses möglich ist.

    Letzten Endes ist die gesamte Ethikdiskussion im Mangementbereich etwas fehlgeleitet, weil eigentlich nicht die kapitalistische Ethik sondern das kapitalistische System problematisch geworden ist. Somit zeugt die Ethikdebatte davon, dass der Neoliberalismus gescheitert ist.
    Es ist gefährlich nun eine Lösung allein in einer Diskussion über Managementethik zu suchen, weil dann die eigentliche Problemlage bestehen bleibt und nur die Symptome behandelt werden.

    So stellt sich die Frage, welches Wirtschafts- und Gesellschaftssystem zukunftsweisend ist, nachdem sowohl der planwirtschaftliche Kommunismus als auch der kapitalistische Neoliberalismus gescheitert sind.
    Manche „Experten“ glauben nun an einen goldenen Mittelweg wie beispielsweise die soziale Marktwirtschaft. Das ist jedoch meiner Ansicht nach naiv, weil die Problemlage sehr viel umfangreicher ist. Die gesamte ökonomische Perspektivität scheint gegenwärtig falsch zu sein.
    Auch die Forderung nach Kooperation ist zwar gutgemeint, aber wenig zielführend, weil es dazu einer umfangreichen philosophischen und wirtschaftstheoretischen Begründung bedarf.

    Zunächst einmal muss ganz klar herausgestellt werden, warum der Kapitalismus scheitert, nachdem kurz zuvor der Kommunismus versagt hat.
    Dann besteht die Möglichkeit, ein wirklich innovatives Wirtschaftsparadigma zu entwickeln. Ein innovatives, funktionierendes Wirtschaftsparadigma wäre dann allen bekannten Wirtschaftsformen überlegen und würde sich auch ohne Zwänge und Postulate durchsetzen. Was denken Sie???

    Neugierige Grüße, Ihre Auceza

  9. Michael Schwemmle
    April 24, 2011 um 11:57 am

    Die offensichtliche Tatsache, dass sich gerade bei den kommenden Generationen von Managern bereits heute, nach Abschluss ihres Abiturs, die weit verbreitete Erkenntnis durchgesetzt zu haben scheint, dass nach wie vor eine auf Wachstum, Gewinnmaximierung und auf der Grundlage des viel zitierten „Sozialdarwinismus“ aufgebaute Gesellschaftsform, die einzige, reale und überlebensfähige darstelle, beunruhigt mich doch sehr.
    Angehende Manager sind fest davon überzeugt, dass Sie nur unter Einsatz der richtigen Werkzeuge, sprich: Ellenbogendenken, Rücksichtslosigkeit und Leistungsdruck, künftig zu einer Elite gehören zu können, die die Welt maßgeblich durch Wohlstand prägen wird. Leider erkennen sie dann viel zu spät, dass sie selbst als Machtwerkzeuge missbraucht werden und wie „getriebene“ Lemminge, mehr oder weniger willenslos und alles andere als selbstbestimmt zu handeln haben, um selbst zu bestehen. Vielleicht sollten hierzu einmal einige der zahlreichen „Burn-out“ Kandidaten befragt werden. Bedauerlicherweise werden diesen Menschen, gerade von der oben genannten Gruppe, gerne die Attribute „schwach“ oder „labil“ zugeteilt. Sie gehören dann eben einfach nicht zu den „fitten“ deren Überleben in der Evolution als gesichert zu sein scheint. Schade, dass Darwin immer wieder falsch verstanden wird. Vor allen Dingen nicht von der vermeintlichen Elite, die die Führungsrolle in der Wirtschaft für sich in Anspruch nimmt.
    Ich gebe zu, im Alter von 20 Jahren hatte ich sicher auch noch nicht die Meinung, die ich heute vertrete aber offensichtlich bestätigt sich immer wieder, dass die wahre Erkenntnis – was auch immer die Wahrheit sein mag – sich erst mit zunehmendem Alter durchzusetzen scheint.

    • April 24, 2011 um 1:48 pm

      Das geht mir ähnlich. Es mit den Jahren und den vielen Erfahrungen und Informationen, die wie Mosaik-Stückchen sich zu einem konkreteren Bild zusammenfügen, kommt ein wenig Weisheit zustande. Ich habe letztens einen Artikel gelesen, in dem wurde geschaut, welche Typen sich für dsa BWL-Studium entscheiden. Neben wenigen Idealisten sind die meisten auf das große Geld aus, indem möglichst schnell Charriere gemacht werden soll. Leider geht kaum Jeman hin, der hier eine andere Denke einbringen könnte und so wird es wohl noch lange brauchen, bis in den großen Firmen eine andere Kultur eintreten wird. So bleibt es wohl bei der Wirtschaftswissenschaft als eine Religion des Wachstumswahns.

      • Michael Schwemmle
        April 24, 2011 um 7:41 pm

        Vielleicht sollten wir damit beginnen, kleine und mittlere Unternehmen dazu zu bringen, sich die richtige Philosophie anzueignen und diese auch konsequent zu leben. Diese Unternehmen könnten es dann schaffen, den „großen“ zu zeigen, dass der wirtschaftliche Erfolg nicht von der sozialen Verantwortung entkoppelt sein muss. Ganz im Gegenteil: eines Tages wird dann eine neue, gesellschaftlich tragfähige Unternehmenskultur daraus hervorgegangen sein, die an Stelle von Planung, Organisation, Führung und Kontrolle die Aufgaben des Managements mit Vertrauensbildung, Motivation, Planung und Organisation beschreiben könnte.

        • April 24, 2011 um 11:04 pm

          Ja, das kann nur der Weg sein. Wenn die Kleinen zeigen, wie viel mehr sie damit erreichen, werden die Großen auch nachziehen.
          Übrigens müssten sie das auf jeden Fall, wenn wir ein Grundgehalt von der Gemeinschaft bezögen und die Firmen ggf. nur noch etwas drauf legten. Denn wenn ich merke, dass ein sinnvolles, erfülltes, selbstbestimmtes Arbeiten bei meinem aktuellen Arbeitgeber nicht möglich ist, dann gehe ich und Suche mir eine andere Tätigkeit.
          Es geht ja hier auch um das Prinzip der Selbstverantwortung. Wenn mir das Arbeiten Spaß macht, dann arbeite ich verantwortlich. Das gleiche Prinzip kann ich mir auch gesellschaftlich vorstellen. Wenn wir in den Kommunen direkte Beteiligung hätten, würde viel schneller viel mehr zum Besseren für uns entstehen. Und dann kann dieses Prinzip sich auch weiter nach „oben“ fortpflanzen und wir kämen zu einer viel direkteren Demokratie. Die allseits beklagte Politikmüdigkeit könnte so wieder ins Gegenteil gebracht werden. So hätte ich auch Interesse, mich einzubringen. Aber nicht über Mitarbeit in einer Partei, wo wieder eigene Machtspielereien stattfnden.

  10. April 23, 2011 um 10:21 am

    Ich habe gerade ein sehr interessantes Interview mit Soziologen Porf. Sighard Neckel, Autor des Buches Strukturierte Verantwortungslosigkeit, in dem Artikel Der Finanzmarkt, Deutschland und die Gier als Handlungsstruktur gefunden, in dem die Erzeugung von Gier gerade durch das System des Profits verursacht wird. Hier ein Teil daraus:

    Gier, wirtschaftlich betrachtet das ständige und grenzenlose Bedürfnis nach höheren Renditen und größeren Gewinnen, verstehe ich nicht als eine Persönlichkeitseigenschaft von Bankern, die vermeintlich einen besonders schlechten Charakter haben sollen. Sondern als eine Systemeigenschaft der modernen Finanzmärkte. Es geht darum, dass hier eine ökonomische Logik vorherrscht, die auf der immerwährenden Steigerung von spekulativen Renditen beruht, ohne dass damit wirtschaftliche Ziele außerhalb der reinen Gewinnsteigerung selbst verfolgt werden würden.

  11. Michael Mertins
    April 20, 2011 um 4:38 pm

    Ja ich würde mir auch eine gute Wachstumskultur wünschen. Es steht ja nicht in Abrede, dass Effizienzsteigerungen nötig sind, wohl aber in Frage, wie sie erreicht werden sollen. Die Frage nach dem Wie ist nun auch die Frage nach der Moral und damit jeder Bürger dazu kompetent Stellung nehmen kann, gehört ein Mindesteinkommen, eine Mindestbildung und ein Sinn für Verantwortung und soziale Abhängigkeit der darüber hergestellt werden muss.

    Manager haben ja immer die Wahl, Leute zu entlassen oder in Kurzarbeit zu schicken, sowie die Belegschaft unter Druck zu setzen oder konstruktiv in die Problemfindung und -Lösung einzubeziehen. Dass er systemisch bedingt irgendwann zu ungunsten seiner Belegschaft entscheiden muss, sollte hier eben auch vom System in Form eines guten Sozialsystems abgefangen werden. So erreicht man dann soetwas wie Fairness.

  12. April 20, 2011 um 12:51 pm

    Gerade wurden im Spiegel-Online ein Artikel mit den Auswüchsen der Wachstumsreligion veröffentlicht: „Wann Sie überlastet sind, bestimme ich“

  1. April 8, 2012 um 10:46 pm

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