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provokatives Wirtschaftssachbuch durchleuchtet die Zukunft von Wirtschaft und Arbeit: vom Affenmärchen

Buch-Cover

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Es gibt ein neues Buch, das erst einmal in kleinen, kostenfreien Häppchen via E-Mail zu haben ist und ich gespannt auf die Inhalte bin, geht es doch um ein zukünftiges Modell des sinnvollen Arbeitens. Der Buchtitel lautet: Affenmärchen – Arbeit frei von Lack & Leder. Der Autor ist Gebhard Brock, einer der Treiber schon mehrfach von mir erwähnten RealExperiments. Zum Inhalt des neuen Buchs:

„Die Wirtschaft wie wir sie aus dem letzten Jahrhundert kennen, funktioniert heute nicht mehr. Geldgier und Gewinnstreben als Antrieb haben genauso versagt wie das kollektive System der abhängigen Beschäftigung mit all seiner Reglementierung, Einschränkung und Steuerung.

Wollen so Menschen wirklich leben? Wenn die hierarchische Konzernplanwirtschaft der heutigen DAX-Unternehmen genauso unmenschlich, ungerecht und dysfunktional ist wie das neoliberale Freiheitsdenken der 80er-Jahre-Tycoons und die väterlich autokratische Monarchie des Mittelstandes, was dann stattdessen?

Affenmärchen zeigt die Lösung: Setzen Sie doch Ihre Mitarbeiter frei! Wenn Unternehmen auf abhängige Beschäftigung verzichten und stattdessen eine Sinnfläche bieten, an die sich Mitarbeiter freiwillig koppeln, dann können Unternehmen aus sich heraus gleichermaßen sinnvoll, nachhaltig und erfolgreich agieren.

Wie kann das funktionieren? Dieses visionäre wie provokative Wirtschaftssachbuch durchleuchtet nichts weniger als die Zukunft von Wirtschaft und Arbeit.“

Ich jedenfalls habe mir das kostenfreie Abonnement, das auf dem zugehörigen Blog angeboten wird, schon mal gesichert. Wenn genügend Interessenten zusammen kommen, wird es auch das konventionelle Buch geben.

Kategorien:Gesellschaft Schlagwörter: ,
  1. gebhard
    April 2, 2011 um 11:59 am

    Hallo Herr Bartonitz,

    vielen Dank für die Empfehlung!
    Gerne hätte ich im Blog des Affenmärchens sofort zurück gepostet, doch WordPress lässt mich im Moment keine neuen Artikel veröffentlichen.

    Ich hoffe das Problem löst sich bald und ich kann mich mit einem Link auf Ihren Blog bedanken, so wie es sich in der Netz-Gemeinde gehört!

    Grüße
    Gebhard Borck

  2. April 2, 2011 um 10:52 pm

    Hallo Martin, ist ja wieder eine tolle Idee. Da hab ich mal gleich eine praktische Frage an die Runde. Also wenn es um irgendwelche tollen Typen geht, die da am x-ten Strand gerade einen Kasten Bier lee(h)ren und auf den Anruf des Chefs antworten, das sie gerade über die Lösung nachdenken, Parallelen zu bestimmten Werbungen sind rein zufällig, kann ich ja den Gedankengang noch nachvollziehen. Aber wie viel Prozent der Bevölkerung betrifft das? Was macht der Müllfahrer oder der Trockenbauer… oder ist es nur wieder so eine Idee…?

    • gebhard
      April 3, 2011 um 7:31 am

      Hallo Mike,

      laut Gallup und dem BGE Index Gute Arbeit betrifft es grob 90% der arbeitenden Bevölkerung und damit wohl eben soviel Unternehmer und Führungskräfte.
      Die Jungs am Strand betrifft es vermutlich weniger, da uns bei Ihnen ja gezeigt wird, wie zufrieden sie mit Ihrer Arbeit sind.
      Konkret: Den Job des Trockenbauers kenne ich nicht, den des Müllwerkers schon, den hab ich selbst schon mal gemacht. Beim Müllwerker kann gesellschaftlich schon mal festgestellt werden, dass seine Arbeit Sinn hat, denn ohne Müllabfuhr würden unsere Gesellschaften schnell in Krankheiten, Seuchen und Gestank verrotten. Zudem könnten wir uns das bisschen Wiederverwertung, das wir betreiben endgültig in die Haare schmieren.
      Ich habe dort auch einige Menschen getroffen, die durchaus zufrieden mit, ja sogar stolz auf ihre Arbeit waren. Also um den Müllwerker und auch denn Müllfahrer mache ich mir in einer sinngekoppelten Arbeitswelt keine Sorgen.
      Beim Trockenbauer, müsste ich mal einen kennenlernen und seinen Job genauer verstehen, um darüber eine wirkliche Aussage treffen zu können.

      Gruß
      Gebhard

      PS:
      Und natürlich ist es wieder nur so eine Idee … gerade so wie Licht, dass durch Elektrizität entsteht, dass die Bibel alle lesen können sollten, man friedlich gegen Regierungen aufbegehren kann oder Sklaven in Wirklichkeit auch Menschen sind.

  3. April 3, 2011 um 1:32 pm

    Hallo Gebhard, vielen Dank für Deine Ausführungen und Deine Ehrlichkeit, die adelt Dich. Zu Gallup werde ich mich schlau machen, was BGE betrifft hatte ich ja schon einmal gesagt, ich halte es für den falschen Weg, weil es in jeder Gesellschaft genügend Arbeit gibt, die bei menschenwürdiger Bezahlung uns immer noch in den Stand versetzt ein würdiges Leben führen zu können und vor allem Signale in die ganze Welt entsenden können. Bei BGE halte ich es auch international für das falsche Zeichen. Ich z.B. könnte mir vorstellen, auch wieder nur für einen Grundverdienst (Kost + Logis) + kleine Spareinlage wieder nach Afrika zu gehen, um dort Entwicklungsprojekte mit zu betreiben. Bei allen was ich hier lese geht es immer nur um uns, aber der Zug ist abgefahren, wenn wir nicht ohne Profitstreben ein besseres Leben in den Entwicklungsländern schaffen, wird es so wie ich das Szenario Herr Götz Werner geschildert hatte (leider ohne Antwort, der Arme muß wirklich überfordert sein mit seinen vielen Vorträgen), werden es mehr, nicht weniger Flüchtlinge. Den klugen Einfall hatten ja sogar schon unsere Politiker, aber dabei ist es auch geblieben! Wenn in Kenia es nicht zu den Unruhen gekommen wäre, würde ich vielleicht jetzt zurückgekommen sein. Schade ist nur das selbst Stiftungen nur „rentable“ Projekte, also für sich rentable Projekte, voran bringen und die HIV-Erkrankungen ihnen keinerlei Aufmerksamkeit seit vier Jahren abringen!
    Ich habe ja manchmal auch eine Idee, aber in Grunde bin ich eher ein Prakmatiker (ist bestimmt ein afrikanischer Virus), weil Habtiker. Übrigens eine stark vom Aussterben bedrohte Spezies!
    Mit den Müllfahrer oder -werker hast Du mir was voraus. Klar ist jeder Mensch in irgend einer Weise stolz auf seinen Job, sonst würde er ja am nächsten Tage vielleicht nicht mehr hin gehen. Gerade an der Stelle macht sich bei mir eine Frage breit und Du führst sie ja selbst an. Kann es sein, das wir Menschen unter niedrigsten Bedingungen arbeiten lassen, eigentlich für die „Tonne“ arbeiten? Wenn wir so viele kluge Köpfe haben und wir so dolle was einsparen müssen, weil ja scheinbar bis aufs Geld alles immer knapper wird. Warum macht sich nicht mal jemand ernsthaft Gedanken darum, wie viel Fortschritt wir als Menschen verkraften. Ich gehöre noch einer Generation an, die wenn sie was mitzuteilen hatte, etwas auf Papier schrieb, ordentlich eine Marke drauf klebte und es dann in den Briefkasten beförderte, wie es noch rund die Hälfte der Weltbevölkerung macht, wenn sie denn schreiben kann. Wozu brauchen wir jedes Jahr ein neues, unfertiges, von den Usern ohne Geld verbessertes Betriebssystem oder warum paßt die Steuererklärung noch immer nicht auf einen Bierdeckel, obwohl es uns die Politiker seit 20 Jahren oder vielleicht noch länger versprechen. Ich höre an der Stelle auf, weil es mich sonst depressiv macht, über alle verbesserungswürdigen Dinge nachzudenken, die nur auf Grund von Profitinteressen unterlassen werden. Eine neue Generation von Unternehmern, die wieder das Gemeinwohl im Augen haben (es gab ja schon mal so eine Aufbruchsstimmung mit Kindergärten und Schulen für die Arbeiterkinder)wäre nicht schlecht. Wenn sie den Wettlauf mit den bösen Buben des Geschäfts nicht verlieren wollen, müssen sie nicht nur bei den human ressource die Nase vorn haben, auch bei Profit, wie soll das gelingen?
    Was den Trockenbauer betrifft kann ich Dir weiterhelfen, das sind jene Leute, die mit Stahlprofilen und Gipskartonplatten uns einen wohnbaren Ort suggerieren. Abgesehen von der immer knapper werdenden Stahlvorkommen, schaffen sie einen feradyschen Käfig (http://de.wikipedia.org/wiki/Faradayscher_K%C3%A4fig) der unserem Gemeinwohl nicht besonders zuträglich ist. Aber es geht schneller, weiter … und wird annähernd zum gleichen Preis vertickt. Sicherlich haben sich die Arbeitsbedingungen in den letzten Jahren auch dort verbessert, aber schön ist es weder für den Bauarbeiter, noch für den Kunden, der sich danach dort aufhalten muß. Bis auf Oliver Kahn ist mir kein Großverdiener bis jetzt untergekommen, der sich so hat seine Wohnung drapieren lassen.
    Da ich nun schon über fünfzig bin, habe ich den Gedanken die Welt aus den Angeln zu heben, für das Machbare aufgegeben. Ich bin für lebenswerte Parallelgesellschaften, die am Ende, dem Menschen Würde verleihen. „Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert (was ja auch wichtig ist), es kömmt darauf an, sie zu verändern.“ (i.g. Marx)

    • gebhard
      April 3, 2011 um 10:52 pm

      Hallo Mike,
      vielen Dank für Deine ausführliche Antwort.
      Zum BGE, das Spannende am BGE ist nicht, dass es genug sinnstiftende Arbeit für alle gibt, das Spannende ist: Ein GBE würde allen die Macht in die Hand geben, zu einer Arbeit, die sie nicht erfüllt NEIN zu sagen.
      Zu – Es geht immer nur um uns und nicht um den leidenden Rest der Welt. Ich habe noch nie in einem Drittweltland gelebt oder gearbeitet, mich an Entwicklungshilfeprojekten aktiv oder passiv beteiligt oder mich um die HIV-Rate in Kenia gekümmert. Ich glaube, so lange unser Wohlstand ein gelebtes Vorbild auch für Drittweltländer ist. So lange unsere Geschichte von ehrenvollen und heldenhaften Monarchen, Absolutisten, Autokraten, Diktatoren, gelebten Sozialisten und Wirtschaftseliten die aktuellen Geschichtsbücher der Schwellenstaaten schreibt. So lange wir weiterhin mit ein paar Almosen unser Gewissen beruhigen und so die durch uns stattfindende Ausbeutung ignorieren können.
      So lange wir also keine Alternativen entwickeln, in denen in unserer Gesellschaft Mechaniker die Produktion von Waffensystemen, Programmierer die Entwicklung von Logarithmen, mit denen in tausendstel von tausendstel Sekunden über Spekulationen spekuliert werden kann oder Trockenbetonbauer ihre Arbeit ablehnen können, sinkt die Hoffnung egal wo in der Welt, aus dem Sumpf heraus zu kommen.

      Aus diesem Grund finde ich Alternativen, die in unserer Gesellschaft etwas zum sinnvollen Wirtschaften ändern können und wollen als hóchst interessantes und erfüllendes Betätigungsfeld. Sowohl habtisch, wie visuell, auditiv oder kognitiv.

      Und darum geht es im Buch – um Alternativen HIN zum sinnvollen Wirtschaften.

      Gruss
      Gebhard
      PS: Die Welt aus den Angeln heben will ich auch nicht mehr, den Menschen meine Ideen dazu erzählen, wie ich glaube, dass es gehen kann und meinen Teil dazu beizutragen schon. Allerdings tasächlich hier, in meiner Welt.
      Ich verstehe nach wie vor nicht, warum wir nicht versuchen sollten, für die mehr als 30 Millionen Menschen Alternativen zu entwicklen, die in Deutschland einer schlechten Arbeit nachgehen und so ihr Leben verschwenden, Gefahr laufen depressiv zu werden und sich, wenn sie es nicht mehr aushalten, aus dem Fenster stürzen und sterben. Verstehe mich bitte nicht falsch, ich halte es nicht für weniger wertvoll oder unwichtig, in die Dritte Welt zu gehen und dort zu helfen, wo sich
      Menschen gegenseitig mit den Waffen niedermetzeln, die wir für sie herstellen, ganz und gar nicht. Allerdings möchte ich mich auch nicht dafür schämen müssen, vor der eigenen Haustüre anzufangen zu fegen.

  4. April 3, 2011 um 11:19 pm

    Hallo Gebhard,
    ich stimme mit Dir vollständig vom Grundansatz überein und kümmere mich auch um sinnvolles Wirtschaften, 10.000 € für geplante 5 Mio. bei der „Goldenen Rose“ halte ich schon für so etwas wie einen kleinen Erfolg, wenn du willst stelle ich dir das Projekt mal vor. Es muß auch keiner meinen Weg gegangen sein. Ich verstehe seitdem nur wie wichtig es ist „vor der eigenen Haustüre zu kehren“ und ein wenig darüber hinaus, nur das BGE sehe ich für einen Schritt zu kurz an, verzeiht mir alten Mann das ich am Ende größere Schritte machen möchte. Vielen dank für Deine angenehmen Zeilen, ich denke wir werden noch positiv im Intresse einer besseren Zukunft streiten und freue mich darauf. Viele Grüße Mike

  5. April 17, 2011 um 4:54 pm

    Gerade hat Prof. Dueck zum Todesurteil unsers Systems Konkurrenz bepostet: Die Dummheit auf der sicheren Seite

  6. Juni 20, 2011 um 7:05 pm

    Definitiv: wer nicht empathisch ist, wird seine Kollegen nicht verstehen können und wird dann häufig mit seinen Entscheidungen daneben liegen und Frust erzeugen.
    Wir müssen wieder aufhören nur nach Effizienz zu schielen, koste es was es wolle. Wenn Gefühle dabei abgetötet werden, kommt die innere Kündigungen und Dienst nach Vorschrift. Der Spaß an der Arbeit fehlt dann und neue Idee bleiben unentdeckt.

  1. April 11, 2011 um 6:04 am
  2. April 15, 2011 um 10:04 am

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