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Das Bedingungslose Grundeinkommen in Nambia im Praxistest

Bei einer so Gesellschafts-umwälzenden Idee wie die des Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) sind die Diskussion  extrem konträr und man weiß kaum, wo anzufangen. Also habe ich mal nach Informationen aus Ländern gesucht, die schon Erfahrungen mit einem solchen Konzept haben. Denn so sollte doch erkennbar sein, was gut geht und was weniger gut. Leider gibt es bisher aber scheint es, nur ein einziges Beispiel, das derzeit auswertbar wäre. Allerdings sind auch hier konkrete Zahlen noch Mangelware. Aber schauen wir uns den ersten Praxistest in Namibia an, der 2008 gestartet ist, und über den Herbert Jauch als einer der Mitinitiatoren des Projektes berichtet:

Teil zwei des Videos

Ein weiterer Bericht Von Simone Maurer ist im Protal der WDR veröffentlicht, getitelt mit Ehepaar aus Mettmann betreut Pilotprojekt in Namibia – Grundeinkommen im Praxistest. „In Deutschland wird über die Idee des Grundeinkommens seit Langem diskutiert. In einem kleinen Dorf in Namibia wird das Konzept, betreut von einem Ehepaar aus Mettmann, erfolgreich ausprobiert. Doch die Zukunft des Projekts ist ungewiss.“

Auch im Morgenmagazin wurde das Projekt schon kurz behandelt:

Leider sind wissenschaftliche Daten bisher nicht im Netz auffindbar, was sehr schade ist. So weiß man doch nicht wirklich, wie gut es funktioniert hat, wo es sich doch erst einmal gut anhöhrt.

Es gibt auch kritische Stimmen zu dem Projekt von solchen, die Projekte auf Basis von Auszahlungen mit Bedingungen machen, getitelt mit Nur mit Bedingungen an die Zahlung wird die Armut überwunden

Für Prof. Frithjof Bergmann ist auf Basis seiner Erfahrung mit Indanern in Nordamerika eine bedingslose Auszahlung sogar gefährlich. Indianer in Reservaten erhalten jeden Monat eine Zahlung. Bei ihnen sei Alkoholismus und Prostition sehr hoch und er sieht hier einen Zusammenhang, weshalb er ein Gegner der bedingungslosen Auszahlung ist (seine Stellungnahme).

Wie könnte es in Deutschland aussehen? Wäre da was machbar, wenn ja wie?  Es gab eine interessante Podiumsdiskussion „Grundeinkommen – Eine Vision und ihre politische Machbarkeit„, an der Katja Kipping (MdB DIE LINKE), Hermann Binkert (Staatssekretär Freistaat Thüringen, CDU), Wolfgang Strengmann-Kuhn (MdB GRÜNE) und Werner Rätz (Attac) teilgenommen haben. . Die Schlussfrage lautete: „Was muss passieren, damit das Grundeinkommen in acht Jahren eingeführt wird?„. Hier die Aufzeichung zur Schlussfrage:

Und die vollständige Aufzeichung.

Die für mich wichtigste Information ist, dass es dort am einfachsten mit der Einführung eines BGE zu beginnen ist, wo die Armut groß und die Wirtschaft am Boden liegt. In Deutschland wäre dies wohl ein sehr großer Kraftakt. Aber dass so etwas nicht unmöglich ist, können zumindest unsere neuen Bundesbürger bestätigen.

Kategorien:Gesellschaft Schlagwörter: , ,
  1. April 16, 2014 um 5:55 pm

    Einer meiner Lieblingsschreiber, Eifelphilosoph Reiner A. Dammann, hat über seinen Selbstversuch zum BGE geschrieben und kommt zum Fazit:

    Quintessenz des von der freundlichen Gemeinschaft deutscher Beitragszahler geförderten Selbstversuches Grundeinkommen ist: es hilft der Bildung, der Demokratie, der Gesundheit, der Umwelt, dem Gemeindeleben, dem persönlichen Lebensglück und fördert die Bewältigung vieler Arbeiten, die sonst liegengeblieben wären … was letztlich sehr viel kostet, wie wir dann an der steigenden Staatsverschuldung merken. Man sollte es sofort einführen und würde das auch sicher tun, wenn nicht … “Diäten” mit zu den Luxuseinkommen zählen würden, die wir uns dann nicht mehr leisten können.

    Fundstelle: Bedingungsloses Grundeinkommen – ein Erfahrungsbericht, prädikat: unbedingt lesenwert

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