Startseite > Gesellschaft > Es kommt nicht nur darauf an, dass ausnahmslos alle den besten Weg gehen, den ein einziger genau weiß

Es kommt nicht nur darauf an, dass ausnahmslos alle den besten Weg gehen, den ein einziger genau weiß

so formuliert Prof. Gunther Dueck, IBM´s Chef-Architekt und Querdenker, in seinem aktuellen Post Dauermeckern über das Fastoptimale auf seinem Blog sinnraum. Ihm ist während seiner Fahrt in den Urlaub die Parallelität des Verhältnisses des Autofahrers zu seinem Navi und des Chefs zu seinen Mitarbeitern aufgefallen. Wenn es viele Wege zu einem Ziel gibt und der Fahrer sich gegen den als optimal bestimmten Weg des Navis entscheidet, weil der vielleicht mehr Informationen besitzt als das Navi, so wird das Navi eine zeitlang meckern und zum Umkehren auffodern. Ähnlich sieht er es in unseren Firmen. Der Chef gibt einen Weg vor, der einzuhalten ist. Die Mitarbeiter, die aber tagtäglich Ihre Arbeit tun und ev. ein wenig davon abweichen, weil ihr Bauch signalisiert, dass das im Augenblick der bessere sein wird, sind damit in der Regel kreativ oder innovativ. Der Chef sollte das Wissen seiner Mitarbeiter nutzen und sie tun lassen.

In diesem Kontext fällt mir ein Dilemma der Compliance auf. Compliance meint das Regeln einhalten. Seien es gesetzliche, regulatorische oder solche, die sich eine Organisation selbst aufgestellt hat. Wenn Regeln zu einengend aufgestellt werden, so beraubt man sich der Kreativität, denn ein situativ angepasstes Verhalten, das von den Regeln abweicht, darf nicht geduldet werden.

Wenn ich mir anschaue, wie viele Regeln in Deutschland aufgestellt haben, müssen wir uns nicht wundern, wenn es mit der Innovation auf allen Gebieten so schlecht gestellt ist. Gut, im Engineurswesen mögen wir noch viele Weltmarkführer haben. Aber wie sieht es mit Ausbildung aus oder mit der Wiedereingliederung von Arbeitslosen?

Kategorien:Gesellschaft Schlagwörter: ,
  1. Waelti
    Januar 2, 2011 um 3:42 pm

    Frohes Neues Jahr erstmal. Geht auch noch am 2.en?

    Interessanter Artikel. Schade ist, dass Querdenker meist auch mit Quertreiber gleichgesetzt werden. Manchmal lässt sich dies ja nicht exakt trennen. Zumindest in der Anfangsphase. Mal sehen, wie lange es dauert, bis sich Kreativität und Innovation verbreiten. Echte Innovation. Nicht nur lineare weiterentwicklung technischer Produkte.

    Übrigens – beim Link zu „sinnraum“ hat sich ein bisschen zuviel http eingenistet 🙂

  2. Januar 2, 2011 um 6:54 pm

    Danke! Den Link habe ich auch gleich korrigiert.

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