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Schlechte Menschen – gute Menschen: die X-Y-Theorie

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Wer die Menschen behandelt wie sie sind, macht sie schlechter. Wer sie aber behandelt wie sie sein könnten, macht sie besser.
Johann Wolfgang von Goethe

Dass es lange Phasen des Aufs und Abs in unserer Wirtschaft gibt und dass in der Phase des Abs der Zitronenhandel blüht, ist nur eine negative Seite. Herr Dueck bringt es in seinem Buch Abschied vom HOMO OECONIMCUS … auf den Punkt: während des Aufschwungs sind wir alle lieb miteinander, weshalb auch ein eher moderierender Managertyp in dieser Phase den Vorzug erhält. Im Abschwung handeln wir im Großen wie im Kleinen mit Zitronen und es ist der Manager mit der Peitsche gefragt. Denn waren vorher alle Mitarbeiter hochmotiviert, sind nun alle faul und es muss ihnen ordentlich eingeheizt werden: richtig Reinhängen und Prozesseffizienz über Alles! So jedenfalls sei es besonders die Auffassung der Firmenführung von Nicht-Gesellschafter geführten Unternehmen in schlechten Zeiten. Interessant ist zu dieser Zeit des Niedergangs auch die konträre Sicht der Mitarbeiter: „Der Fisch stinkt vom Kopf“. Herr Dueck hat einen interessanten Begriff für die unterschiedliche Sicht auf uns Menschen je nach Auf und Ab: Phasic Instincts.

Douglas McGregor hat schon 1960 diese beiden Menschensichten und Führungsstile in seiner X- Y-Theorie beschrieben, wie sie unterschiedlicher nicht ausfallen können (Quelle: Wikipedia):

Der X-Mensch ist unwillig

Der Mensch hat eine angeborene Abneigung gegen Arbeit und versucht ihr aus dem Wege zu gehen wo irgendwie möglich. Durch seine Arbeitsunlust muss er meistens gezwungen, gelenkt, geführt und mit Strafe bedroht werden, damit er einen produktiven Beitrag zur Erreichung der Organisationsziele leistet. Er will „an die Hand genommen“ werden, da er zu wenig Ehrgeiz besitzt, Routineaufgaben vorzieht und nach Sicherheit strebt. Er scheut sich vor jeder Verantwortung. Deshalb muss der Manager jeden Handlungsschritt detailliert vorgeben, energisch anleiten und führen sowie streng kontrollieren. Nur auf diese Weise ist eine effiziente Arbeitsausführung möglich. Entlohnung alleine kann Menschen nicht dazu bringen, sich genügend zu bemühen. Das heißt bei Zuwiderhandeln gegen die Regeln bedarf es externer Kontrollen und Strafen sowie Zwang. Sein Verhalten richtet sich nach der Mehrheitsmeinung.

Die Annahmen der Theorie X entsprechen im Wesentlichen den Annahmen des Taylorismus.

Der Y-Mensch ist engagiert

Für den Menschen hat Arbeit einen hohen Stellenwert und ist wichtige Quelle der Zufriedenheit, denn er ist von Natur aus leistungsbereit und von innen motiviert. Die wichtigsten Arbeitsanreize sind die Befriedigung der Ich-Bedürfnisse und das Streben nach Selbstverwirklichung. Daher sind Bedingungen zu schaffen, die den Menschen motivieren, beispielsweise durch mehr Selbstbestimmung, größere Verantwortungsbereiche, flexiblere Organisationsstrukturen, Gruppen- und Projektarbeit etc. Identifiziert sich der Mensch mit den Zielen der Organisation, dann sind externe Kontrollen nicht notwendig. Denn er wird Verantwortung übernehmen und Eigeninitiative entwickeln. Auch Kreativität wird gefördert und gefordert. Da sich dieser Mensch den Zielen seiner Unternehmung verpflichtet fühlt, wird er zugunsten der Organisationsziele handeln. Der Mensch besitzt einen hohen Grad an Vorstellungskraft, Urteilsvermögen und Erfindungsgabe, um organisatorische Probleme zu lösen.

Die Annahmen der Theorie Y entsprechen im Wesentlichen denen des Human-Relations-Konzepts. Nach dem Autor des Wikipedia-Artikels entspricht dies den meisten Unternehmensleitbildern, was doch deutlich Hoffnung macht!

Und was Herrn Dueck besonders sympathisch macht: er ist absoluter Verfechter der Y-Theorie. Und da mag ich mich gleich anschließen.

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Zitat: „Das größte Glück erreichst du, indem du gerne tust, was du tun musst.“ – Sathya Sai Baba (1926 oder 1929 – ), Guru

Kategorien:Gesellschaft Schlagwörter: ,
  1. November 10, 2012 um 9:22 am

    Armin Sommer meinte auf die Frage in diaspora*, ob der Mensch von Natur aus faul oder fleißig sein:

    faul ist er, ob er aber nun fleißig ist, hängt davon ab, wie man Fleiß auffasst. Fleiß ist eigentlich eher ein Begriff, der aus vorindustrialisierter Zeit, also aus der agrarischen Umgebung eher der Demut entspringt. So war es zum Beispiel zu Erntezeiten so, daß mitunter recht hart und lange gearbeitet werden musste, und es ein Akt der Demut gegenüber der Aufgabe und der Verantwortung war, diesen Fleiß auch zu erbringen. Der gleiche Mensch hat sich, wenn die Anforderung nicht gegeben war, durchaus auch der „Faulheit“ (Muße) hingegeben und mal schlicht nichts getan, oder aber ist sonstigen Dingen nachgegangen, die eher mit „Tun“ als mit Arbeit beschrieben werden können. Unsere heutige Lesart von Fleiß ist durch die Industrialisierung entfremdet worden, die den Moloch als Anforderung diktiert hat und die Zeitrhythmik extrem erhöht hat. Heute, also jetzt, wo wir den Fleiß eigentlich gar nicht mehr brauchen, wird er aber als kulturelle Metapher, als Echo der Demut quasi, erhalten und in eher neurotischen rituellen Anwesenheitsprotokollen oder in pathologischen Befunden ausgelebt.

    Ich persönlich halte in den allermeisten Fällen Fleiß für eine direkte Folge von Dummheit.

  2. Februar 28, 2011 um 1:46 pm

    Prof. Gunter Dueck, Chief Technology Officer IBM Deutschland und mehrfacher Buchautor nimmt auf diese Theorie in seiner 18-minütige Rede zur Reformierung unseres Bildungssystems Bezug: Prof. Gunther Dueck über das Ende der Kreidezeit: Wie unser Bildungssystem umgebaut werden muss

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