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Posts Tagged ‘Ökonomie’

Ist der Mensch von Natur aus faul? Oder wird er kurz nach seiner Geburt dazu verzogen?

Ich beschäftige mich seit 1992 mit Geschäftsprozessmanagement. Mein Schwerpunkt ist dabei der Einsatz von Software zur Steigerung der Prozesseffizienz. Stand die Unterstützung des Menschen schon immer im Fokus meines Wirkens, so hat sich seit Anfang letzten Jahres mein Interesse besonders zum Thema Motivation verstärkt.

Motivation: Bestrafung – Belohnung – oder?

Denn unsere wissenszentrierten Geschäftsprozesse sind im Gegensatz zu unseren Produktionsprozessen nur so gut, wie die darin mitwirkenden Menschen motiviert sind. Jahrelang hieß es, dass man Menschen motivieren müsse, ob mit Peitsche = “wenn Du nicht spurst, wirst Du entlassen” oder mit dem Zückerli = “Wenn die Zahlen stimmen, kriegst Du was oben drauf”. Inzwischen kommen wir immer mehr zu der Erkenntnis, dass wir Menschen intrinsisch motiviert sind, etwas mit dem, was wir tun, zu schaffen. Wir sehen also zwei Lager. Jene, die den Menschen als von Natur aus faul im Sinne eines Nutzenmaximierers sehen, und jene, Weiterlesen…

Sammlung interessanter Genossenschaften

Ich hatte vor Wochen die Frage gestellt, ob Genossenschaften der Weg in eine menschlichere Welt sind und will mit diesem Post nun eine Sammlung interessanter Genossenschaften beginnen. An den Start gehe ich mit Grüner Vulkan, einem Verein, dessen Geschäftszweck die Förderung von Energie in Bürgerhand ist. Auf ihrer Seite zur Philosophie ist Folgendes zu finden.

Philosophie

Alle reden vom Umdenken – Energiewende schafft neue Freiräume

Während vom Menschen geschaffene Systemstrukturen immer mehr Energie und Geldmittel zu ihrer Aufrechterhaltung in Anspruch nehmen, wird der Mehrheit der Beteiligten langsam bewusst, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Wir bewegen uns alle in einem sensiblen System begrenzter Ressourcen – der Natur.

Der Weg zur neuen Energiekultur

Unsere Aufgabe ist, Menschen für erneuerbare Energien zusammen zu bringen, zu sensibilisieren, konkrete Wege aufzuzeigen und gemeinsam zu verwirklichen; Energieproduktion vor Ort zu entwickeln, einseitige Abhängigkeiten Weiterlesen…

Wie der Schritt vom Sklaventum zur Freiheit den Arbeitseifer befeuerte und dabei eigentlich doch nicht wirklich frei machte

Oder: Ein kleine Geschicht vom Hohepriester Dämon Kratie

Langsam gingen die Sklaven hintereinander her; jeder von ihnen trug einen geschliffenen Stein. Vier solcher Reihen, jede anderthalb Kilometer lang – von den Steinpolierern bis zu der Stelle, wo die Festungsstadt gebaut wurde – wurden von Wächtern streng behütet. Auf zehn Sklaven kam ein Wächter. Auf der Seite der Sklaven saß auf einem dreißig Meter hohen, aus geschliffenen Steinen errichteten Hügel der Hohepriester Kratie. Vier Monate lang hatte er schweigend das Geschehen beobachtet. Niemand störte ihn, niemand wagte auch nur, seine Gedanken durch einen Blick zu unterbrechen. Für die Sklaven und die Wächter war der künstliche Hügel ein nicht wegzudenkender Bestandteil der Landschaft. Und dem Menschen, der da oben mal reglos auf seinem Thron saß und mal auf der Gipfelplattform des Hügels umherging, schenkte schon niemand mehr Beachtung.

Kratie hatte die Aufgabe übernommen, den Staat umzugestalten, um die Macht der Priester über die Menschen dieser Erde auf Jahrtausende hinaus zu festigen und sie alle, einschließlich der so genannten Herrscher, zu Sklaven der Priester zu machen.

* * *

Einmal stieg Kratie nach unten und ließ seinen Doppelgänger auf dem Thron Platz nehmen. Der Hohepriester selbst wechselte seine Kleidung und nahm seine Perücke ab. Dem Oberwächter befahl er, ihn wie einen gewöhnlichen Sklaven in Ketten legen zu lassen und ihn in die Sklaven einzureihen, hinter einem jungen, kräftigen Burschen namens Nard. Kratie hatte den Sklaven ins Gesicht geschaut, und ihm war aufgefallen, dass Nard einen forschenden, wertenden Blick hatte, nicht einen ruhelosen oder abgestumpften Blick wie die meisten anderen. Nards Gesicht machte mal einen nachdenklichen, konzentrierten Eindruck, dann wieder sah er erregt aus. „Das bedeutet, er denkt über einen Plan nach“, hatte der Hohepriester überlegt und wollte sich nun davon überzeugen, inwieweit er mit seiner Beobachtung Recht hatte.

Zwei Tage lang ging Kratie Steine schleppend hinter Nard her, saß während Weiterlesen…

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Brandbrief an Frau Merkel erklärt Hartz IV für nicht Grundgesetz-konform

Vorgestern hat Ralph Boes, Referent und Vorstandsmitglied der Bürgerinitiative bedingungsloses Grundeinkommen e.V. in Berlin, Mitbegründer der “Bundesagentur für Einkommen”, “Kunde” beim Jobcenter Berlin Mitte  und Vollzeit ehrenamtlich tätig, einen Brandbrief veröffentlicht, der sehr deutlich macht, dass Hartz IV mehrere Artikel des Grundegesetzes verletzt. Ich hatte vor einige Zeit in meinem Artikel  Keine gute Kultur, sagt mir meine Intuition: konstante Arbeitslosenzahl, Zocken mit Geld, Hungern durch Fleisch, riskante Großprojekte … auch schon formuliert, dass wir seit Jahren eine gleichbleibend hohe Zahl an Arbeitslosen haben und uns mehr Gedanken machen müssen, wie wir die Arbeit, die wir haben, besser auf alle verteilen, so dass keiner im Regen stehen muss und alle an der Gemeinschaft beteiligt werden. Dieser Brandbrief ist sehr lesenswert, da er nicht polemisch geschrieben ist, keiner Doktrin folgt sondern einfach nur menschliche Grundrechte wieder einfodert. Also einfach nur sehr lesenswert:

Grüß Dich Konflikt, denn ich komme!
Brandbrief eines entschiedenen Bürgers!

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Merkel,
sehr geehrte Frau Arbeitsministerin von der Leyen,
sehr geehrter Herr 
Dr. Weise (erster Vorsitzender des Vorstandes der Bundesagentur für Arbeit),
sehr geehrter Herr Alt (erster Erleuchteter im Vorstand der Bundesagentur für Arbeit),

sehr geehrter Herr Schneider (Geschäftsführer im Jobcenter Mitte, Berlin),

wir alle sind Bürgerinnen und Bürger eines Staates, der sich ein Grundgesetz gegeben hat, in dem es im ersten Satz schon heißt: “Die Würde des Menschen ist unantastbar, sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.”

Für viele mag dieser Satz vielleicht nur noch wie ein Weiterlesen…

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Die eigentliche Währung des Lebens ist nicht das Geld sondern das Leben selbst

Abseits der Standardmedien kann man verfolgen, wie sich die Bürger jener Staaten Europas, die schon  am Abgrund ihres Haushalts stehen, empören. In Island, Irland, Portugal, Griechenland und ganz besonders in Spanien wird nach echter Demokratie jetzt gerufen. Mittlerweile wird es den Menschen in unserer Gemeinschaft immer klarer, warum wir auf einen Abgrund zusteuern, siehe u.A. auch  meinen Post Mit fließendem Geld anstelle unseres statischen geht es auch mit unserer Gemeinschaft wieder richtig gut – von einer Fairconomy.

In diesen Tagen fand in Berlin der internationale Kongress “Jenseits des Wachstums?! statt. Über 1500 Teilnehmer haben darüber disktutiert, wie ein Leben nach dem Wachstum durch die ungebreste Ausbeutung unserer Ressourcen aussehen kann. Dr. Vandava Shiva aus Indien hat in seiner Auftaktrede Wie Geld Armut schaft dargestellt, wie die Großkonzerne durch Kreditvergaben die Bauern in den Selbstmord drängen, 100.000 pro Jahr mit steigender Tendenz. Ich möchte hier sein Script bringen, es lohnt sich zu lesen:

Geld dient heutzutage als Maßstab für Armut und Reichtum. An ihm wird das Wohlergehen der Menschen gemessen. Wer von weniger als einem Dollar am Tag lebt, der gilt als arm, während die Erhöhung des Einkommens auf mehr als einen Dollar am Tag als Ende der Armut angesehen wird. Geld mit Reichtum und Reichtum mit Wohlbefinden gleichzusetzen, ist jedoch in vielerlei Hinsicht ein Irrtum, denn Geld spiegelt weder den Reichtum der Natur, noch den der Menschen wider, und kann keinesfalls als Maß für das Gemeinwohl gelten.

Die Begriffe Ökologie und Ökonomie sind Weiterlesen…

Ist der Zins der eigentliche Konflikt zwischen dem “Westen” und dem Islam?

Zinsen werden im Koran als Riba bezeichnet. Die lexikalische Bedeutung von Riba ist: „Überfluss, Vermehrung, aufblähen, hinzufügen”. Im Sprachgebrauch wird damit jedoch ein fester prozentualer Anteil, den der Gläubiger vom Schuldner erhält, bezeichnet, also Zins. Im Islam wurde der Zins eindeutig verboten. Denn die Zinswirtschaft tötet im Menschen die Gefühle der Barmherzigkeit und Güte. Es ist deshalb nicht erlaubt, eigenes Vermögen zum Zwecke der Geldvermehrung auszuleihen. Dieses Verbot wiederum führt dazu, dass die Menschen ihr Vermögen stattdessen in aussichtsreiche Geschäfte investieren und so auf erlaubte Weise einen Gewinn erzielen.

Diesen Hinweis habe ich gerade auf der Web-Site muslimehelfen gefunden. Gesucht hatte ich nach Islam und Zins, nachdem ich mir diesen kleinen Film über unser Geldsystem, das ja seit der letzten Finanzkrise zum Grübeln anregt, angeschaut habe:

Demnach gab es auch schon damals Finanzprobleme und helle Köpfe, die erkannt haben, woran es liegt, und Weiterlesen…

Warum der rational denkende Nutzenmaximierer immer mehr zum ökonomischen Mythos wird

Ich habe gerade auf unserem Firmenblog einen Artikel mit gleichnamigem Titel veröffentlicht, auf dessen Inhalt mich ein Kommentar von Niels auf meinen Post Wird unsere alte Wirtschaftsreligion nach und nach widerlegt? Ist der Mensch doch kein reiner Nutzenmaximierer? gebracht hat. Darin ist u.a. dieses schöne Video-Experiment zu sehen, auf das Ihr Euch mal einlassen solltet. Bitte gut zählen :-)

Wird unsere alte Wirtschaftsreligion nach und nach widerlegt? Ist der Mensch doch kein reiner Nutzenmaximierer?

Auf die Idee zu diesem Artikel bin ich heute morgen gekommen, als ich im Hotel beim Frühstück die Nachricht las, dass der Volkswirt Armin Falk als erster Deutscher den renommierten Yrjö Jahnsson Award der European Economic Association gewonnen hätte. Bei dem Namen klingelte es noch nicht, aber das Forschungsthema hatte mich dann doch sehr interessiert. In seinem Beitrag “Analyse sozialer Präferenzen” widerspräche Herr Falk dem über hundert Jahre alten Mythos der Ökonomen, dass der Mensch ein einsamer, rational entscheidender Nutzenmaximierer sei.

Einer meiner Autoren, die ich sehr zu schätzen gelernt habe, Prof. Gunther Dueck, hatte vor zwei Jahren auf einem Vortrag auch schon einmal formuliert, dass man fast alle Theorien der Wirtschaftswissenschaftler auf den Müll werfen könne. Wenn man sich anschaut, wie wenig die Ökonomen bisher in der Lage waren, die letzten Krisen vorherzusagen, mag man gerne ohne Einschränkung zustimmen:

Die Theorie des Nutzenmaximierers lieferte unseren Firmen Jahrzehnte das Argument, warum Mitarbeiter Weiterlesen…

Wie ethisch kann ein Manager sein, der Profit machen und die Konkurrenz ausstechen soll?

Ich schreibe seit etwa einem Jahr darüber, ob Mitarbeiter motiviert werden können oder ob ein Manager einfach nur dafür sorgen muss, dass er nicht demotiviert wird (siehe X-Y-Theorie). Ich habe viel darüber geschrieben, warum es gut ist, sich an Regeln zu halten und nicht wegzuschauen (inzwischen über 2500 mal gelesen). Und ich habe auch über Ethik in der Wirtschaft geschrieben und sogar formuliert: Bin ich ein Moralapostel, wenn ich einen Eid für Manager ähnlich dem des Hippokrates für Ärzte gut finde? Ich habe auch darüber geschrieben, dass zu viel der Regulierung genauso wenig gut ist.

Der Mensch ist ein faszinierendes Wesen, mit hoher(?) Intelligenz ausgestattet und mit den diametralen Eigenschaften der Konkurrenz und der Kooperation. Gerade die Eigenschaft der Konkurrenz könnte dazu geführt haben, dass wir so intelligent sind (siehe: Der verloren gegangene Schatz Darwins: die sexuelle Selektion – Wir haben ein großes Gehirn, weil der Mann buhlt und die Frau wählt). Die wertvolle Kooperation dagegen hat uns lange Jahre überleben lassen. Nun beschleicht mich seit Wochen das ungute Gefühl, dass uns unsere auf Konkurrenz beruhende Wachstumsreligion genau nicht mehr überleben lassen wird.

Nicht nur, dass die Schere zwischen wohlhabend und arm immer weiter auseinander geht. Viel schlimmer ist, dass uns der Konkurrenz- und damit Leistungsdruck in unserem Inneren eine bisher stumme, aber nun nach außen tretende dumpfe Angst beschert, und schon 3 Millionen von uns depressiv gemacht hat.

Was mich aber immer mehr beschäftigt ist, was der Konkurrenzdruck mit unseren Managern (und Politikern) macht. Können Manager überhaupt ethisch agieren, wenn Weiterlesen…

Mit nur 3% Wirtschaftswachstum haben wir in 25 Jahren doppelt so viel

Seit Jahren erklären uns unsere gewählten Volksvertreter (neue Politikerkaste?), dass wir wirtschaftlich wachsen müssten. Am besten mit einer Rate größer 3%. Warum? Damit wir überhaupt mal die Chance haben, die ersten Schulden unseres überdimensionalen Berges abbauen zu können. Oder zumindest unsere Zinsen an Diejenigen zu zahlen, denen die Deutschland GmbH inzwischen längst gehört.

3% hört sich wenig an. Aber durch den Zinseszinseffekt erreichen wir in 25 Jahren das Doppelte. Von was?

  • Doppelt so viele Flugzeuge, Lastwagen und Autos
  • Doppelt so viele Autobahnen und Straßen
  • Doppelt so viel gelagerter Müll (inkl. Atom) und Gift
  • Doppelt so viel plattgemachte Natur
  • Doppelt so wenig ausgebeutete Ressourcen
  • Doppelt so viel Strecken, die zum Arbeitsplatz zu fahren sind (auch Energieverbrauch)
  • Doppelt so viele Kernkraftwerke (gut, hier gibt´s inzwischen Hoffnung)

Die Liste kann beliebig fortgeführt werden. Gut, es wird sicher nicht von Allem gleich viel doppelt sein. Das Eine mehr, das Andere weniger. Aber eines dürfte sicher sein. Die jetzigen Verlierer dürften auch doppelt so viel weniger haben, wenn sich der Trend der letzten Jahre weiter fortsetzt.

Diese Gedanken sind in dem sehr nachdenklich stimmenden Buch Weiterlesen…

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