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Archiv für die Kategorie ‘Ökonomie’

Gesundheit und Krankheit zwischen Fiktion und Wirklichkeit

Krankheit + GesundheitEinlassung

Mensch ist auf Verwirrung, auf Angst und seinen Verfall programmiert. Er erlebt Phasen, die er als Gesundheit empfindet; er erlebt abseits der Normalität Momente des Glücks ebenso wie eine ihn überwältigende Hoffnungs- und Sinnlosigkeit. Seine Wünsche reduzieren sich auf das Machbare, seine Geborgenheit verliert sich mit nachlassender Leistung. Nicht er bestimmt, was ihm normal ist, sondern ein fiktives Normales unterjocht seine Kreativität und führt ihn auf Wege des Widernatürlichen. Das ist mein Bilderrahmen von einer Wirklichkeit, darin „Gesundheit“ geschrieben steht, nett verziert mit bunten Pillen, einem mit Ökosprit betankten Jahreswagen und einem Fernseher, aus dem Frau Dingsda wenig gönnerhaft in die Gemeinen, pardon, ihre Farm-Gemeinde lächelt.

Gesundsein bedeutet mir nicht, einfach nur optimal zu funktionieren. Das wäre ja, als sagte man, der einen Tötungsbefehl Ausführende sei nicht krank, wenn er nur zur rechten Zeit am richtigen Ort das anvisierte Ziel trifft. Als krank erachte ich also bereits ein Funktionieren unter fremdem Befehl, wenn dieser sich gegen natürliche Eigeninteressen wendet. Und als ebenso krank empfinde ich es, mit allen Mitteln ein reines Funktionieren gewährleisten zu wollen.

Natürlich darf auch das Thema Arbeit bei der Betrachtung vom Wesen der Krankheit nicht fehlen. Wenn wir sie erkennen als eine Zwangshandlung, die im Weiterlesen…

Der ökonomische Imperativ – oder das moralische Leistungsgesetz

Pflicht ist, unter Zurückstellung eigener Neigungen
nach eigener Höchstleistungen zu streben
und die Erwartungen der Eltern und vor allem der Lehrer
und Vorgesetzten überzuerfüllen.
Wer das tut, den versetzen, befördern, bezahlen wir.
Wer sich nicht dafür aufopfert, muss gehen
oder in prekären Zuständen leben

In Fortführung zu meinem letzten Post, unsere Demütigungen betreffend, wird auch Prof. Gunter Dueck sehr deutlich. Er nennt es in seinem jüngsten TED-Vortrag  Das moralische Leistungsgesetz. Mal wieder eine Gedankenöffner, was wir mit unseren Kindern, aber auch mit uns selbst geschehen lassen. Sein Vorschlag: besser eine Neugier-zentierte Lehre. Und ja, dass kann ich auch unterstützen :-)

Von der Arbeit abgehängt: Das Haus am Fluss

Pflegeeltern wissen durch ihre Pflegekinder, was es bedeutet, durch Traumatisierungen aufgrund schwerwiegender Ereignisse betroffen zu sein. Manchmal trifft es sie auch selbst, wenn sie viel zu erleiden hatten. Nicht allein durch die Pflege und Abbruch gewachsener Beziehungen, auch durch einschneidende berufliche oder familiäre Veränderungen. Wenn die Symptome zu stark werden, wenn sich die Persönlichkeit verändert, kann ein Klinikaufenthalt nötig werden, und es ist nicht die schlechteste Möglichkeit.

In dem folgenden Gedicht hat ein Betroffener seine solche Situation verarbeitet.

Das Haus am Fluss

Da ist ein Haus
Weiß und voller Menschen
Direkt am Fluss
Ein schneller Fluss
Stromschnellen und Wirbel
Wie die Hetze des Alltags
Jedoch dort, wo das Haus steht
ist der Fluss langsam und breit
Gemächlich fließt er dahin
kaum zu erkennen seine Bewegung

Hier lernte ich euch kennen
Ein jeder ein Weiterlesen…

Vom Kaufen und Verkaufen – und Arbeiten

In “Trauer” um unsere verlorengegangenen “Arbeit” aufgrund eines verlorengegangenen Artikels, der sich mit der Erkenntnis, dass Arbeit unter gewissen Bedingungen Sklavenwerk ist, beschäftigte, möchte ich nochmals mit dieser kleinen Geschichte das Thema “Arbeit” erneut aufgreifen.

Und ein Kaufmann sagte: Sprich uns vom Kaufen und Verkaufen.

Und er antwortete und sagte: Die Erde gibt euch ihre Frucht, und es wird euch an nichts mangeln, wenn ihr nur wißt, wie ihr eure Hände füllt. Im Austausch der Gaben der Erde werdet ihr Fülle finden und gesättigt sein.

Doch wenn der Austausch nicht in Liebe und in freundlicher Gerechtigkeit stattfindet, wird er bloß einige zur Gier und andere zum Hunger führen.

Wenn ihr Arbeiter des Meeres, der Felder und der Weinberge auf dem Markt die Weber, Töpfer und Gewürzhändler trefft, dann beschwört den höchsten Weiterlesen…

Becoming One: Bedeutung und Wichtigkeit von Konsens

In unserer Diskussion zur “Arbeit” ist immer wieder auch das Thema “Herrschen” angesprochen worden. Daher möchte ich hier mal wieder einen Artikel von Hannelore Vonier bringen, der sich mit Gesellschaftsformen beschäftigt, in denen auf Augenhöhe miteinander gelebt wird. Es macht deutlich, was es bedeutet, seine Verantwortung nicht abzugeben: es braucht Zeit, sich einer Entscheidung zu widmen und alle Pros und Cons zu verstehen, um eine für die Gemeinschaft optimale und nachhaltige Lösung zu finden:

Becoming One: Bedeutung und Wichtigkeit von Konsens (Quelle)

Die Verwendung des Wortes ‘Konsens’ ist in. Obwohl die Mehrheit den Begriff nicht versteht. Journalist/innen verteilen ihn beliebig über Texte.

In seinem Buch Irokesen und Demokratie beschreibt Thomas Wagner, um was es geht:

Egalitäre oder herrschaftsfreie Gesellschaften zeichnen sich gegenüber staatlich verfassten mit Zentralinstanzen dadurch aus, dass sie über spezifische Institutionen verfügen, die sowohl die Lösung von Konflikten als auch die Vermeidung von politischen wie ökonomischen Ungleichheitsstrukturen bewältigen.

Sie wurden von Max Weber als regulierte Anarchien bezeichnet und stabilisieren herrschaftsfreie Ordnungen, ohne dass hierfür eine herrschaftliche Zentralinstanz oder eine juristische Bürokratie in Anspruch genommen werden kann.[1]

Konsens heißt ‘einverstanden sein’

Konsens (Betonung auf der zweiten Silbe; lat. consentire = übereinstimmen) bedeutet die Weiterlesen…

Kinder brauchen eine starke Geborgenheit zu ihrer Potentialentfaltung

Kleine Kinder schon mit einem Jahr in die Krippe zu geben, befriedigt nicht das Bedürfnis der Kinder sondern die der Erwachsenen, die die “gemachte” Erwartungshaltung der Gesellschaft erfüllen wollen.

… so Dagmar Neubronner vom Neufeld Insitute zur Erkaltung unserer Gesellschaft. Sie stellt fest, dass die Mütter danach lechzen, die Kinder möglichst schnell abzugeben, um gesellschaftlich teilzuhaben. Sie sieht Mechanismen des Teilens und Herrschens an dieser Stelle installiert: es wird so getan, als hätten nur die Mütter die Kinder erzogen, und so wäre es keine wertvolle Tätigkeit. Arbeit dagegen sei viel wertvoller (siehe auch Ist unsere Arbeit eine Religion: frohes Schaffen). Und da wird es Zeit, dass nun endlich auch die Frau sich dieser annehmen kann. Das Kind würde auch so groß werden.

Plakat von 1956

Plakat von 1956

Vor der Industrialisierung waren Mutter und Vater für die Kinder da, da dort gelebt wurde, wo die Arbeit zum Überleben anfiel. Kinder lernten dabei durch Zuschauen und Nachmachen (siehe Kommentar von Bernhard). Seitdem der Vater nicht mehr zuhause arbeitet,  fehlt ihm etwas. Bei der Einführung der 5-Tagewoche wurde seitens der Gewerkschaften die Sehnsucht in der Werbung genutzt. Wer kennt noch das Plakat mit dem Slogan: “Samstags gehört Vati mir.” Und nun soll auch die Mutter noch in den Arbeitsmarkt und von den Kindern getrennt werden.

Die Krippe soll es nun richten. Nur, kann sie das wirklich? Kann sie das tiefe Weiterlesen…

Ethos Arbeit als Zwiespalt von Notwendigkeit und Anspruch

Die Arbeitshypothese dieses Themas lautet:

Wir existieren nicht, weil wir arbeiten, sondern arbeiten, weil wir existieren.

Wir erleben in der Natur ein reibungsloses Miteinander von Vernunft und Freiheit.

Vorbemerkungen

Bereits die Erzeugung des körperlichen Menschen geschieht nur durch ein Zusammenwirken zweier verschiedener Faktoren, die, aus welchen Gründen auch immer, auf zwei verschieden konfigurierte Menschtypen verteilt wurde.

Leben entsteht nicht, es erscheint und gestaltet Menschen nur unter der Bedingung Weiterlesen…

Ist unsere Arbeit eine Religion: frohes Schaffen

Frohes Schaffen ist ein witziger Film, der einem die Lust auf sinnentleerte Erwerbsarbeit nimmt und anregt darüber nachzudenken, welche Tätigkeiten wirklich sinnhaft sind.

Ist der Mensch zum Arbeiten geboren worden? Warum ist ein Mensch weniger wert, wenn er keine Arbeit hat? Wer hat die Arbeit erhöht? Warum wird so viel Unsinniges gearbeitet während Sinnigeres liegen bleibt?

Ankündigung eines neuen Films: frohes Schaffen – Ein Film zur Senkung der Arbeitsmoral


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„Die Genese des Wortes (lat. arvum: Ackerland)“[1] leitet sich vom Bearbeiten des Ackerlandes her. Im Alt- und Mittelhochdeutschen überwiegt die Wortbedeutung „Mühsal“, „Strapaze“, „Plage“ (vgl. Psalm 90). (Wikipedia)

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Wir stehen tief in ihrer Schuld

Mai 2, 2013 11 Kommentare

Man sagt, eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Man sagt aber auch, fliegen die Schwalben tief, droht schlechtes Wetter. Ich meine eine tieffliegende Schwalbe gesehen zu haben. Oder war es gar keine Schwalbe, vielleicht hat sie sich ihr Federkleid auch nur geliehen ? Vielleicht von einem Mauersegler ? Der hier verlinkte Text von besagter Schwalbe mag Aufschluss geben … wenn auch nicht auf den ersten Blick:

Apple hat bei seinem Anleihenverkauf laut Kreisen die Rekordsumme von 17 Milliarden Dollar eingenommen. Damit übertrifft der Computerkonzern den bisherigen Rekord von Roche.

Machen wir uns nichts vor, ohne Schulden wäre die bisherige Expansion keineswegs realisierbar gewesen, erst recht nicht mit einem gewissen Maß an Annehmlichkeit und Bequemlichkeit für die Einen oder Anderen. Nun behaupten wir Schuld seien immer die ANDEREN, doch im Schuldenmachen sind wir EINEN eine Klasse für sich bzw. uns, kommt doch kaum ein Staat des Weltenkörpers noch ohne Verschuldungen aus … und das nur, weil wir Menschen kein goldenes Mittelmaß mehr haben, gaben wir dieses doch auf, um der Expansion den Freiraum zur Verfügung zu stellen, dessen sie bedarf, um nicht als aktive Unordnung unkontrollierbar auf das Leben einzuwirken, zum Beispiel in Form von Naturkatastrophen. Weiterlesen…

1. Mai – Tag der Arbeit – oder sind wir unterwegs in die Freizeitgesellschaft?

Ulrich Kampffmeyer bemerkte auf seiner Facebook-Seite zum Artikel Maschinen verdrängen Menschen auf Spiegel Online:
Was wir schon immer wussten – die Automatisierung der Arbeit durch Maschinen und Software verdrängt den Menschen. So gesehen sind Büros ohne Workflow, ohne Collaboration-Software, ohne elektronische Archivierung, ohne ECM … die letzten Paradiese der menschlichen Arbeit, Oasen des Wohlfühlens, wo der Mensch noch Mensch sein darf, wo menschliche Arbeit noch einen Sinn hat, … Es wird Zeit für eine Aufarbeitung der Auswirkungen der Informationsgesellschaft und der industriellen Automatisierung. Das menschliche Selbstverständnis ist in Gefahr. Der Sinn des Lebens reduziert sich auf Konsumieren und auf der Coach abhängen.

In einer der dann folgenden Bemerkungen hat Roman H. Lustig, der hier schon einmal zu Wort kam (siehe: das System versagt), folgende kleine aber bedenkenswerte Replik gegeben:

Die Befreiung breiter Massen von der Last des alltäglichen Broterwerbes wäre tatsächlich eine große Errungenschaft für die Menschheit und technisch in jedem Fall machbar, somit eine realisierbare Utopie. Allein infolge dreier maßgeblicher Problemkreise wird die an sich köstliche Suppe (bis dato) dann gründlich versalzen sein:

1. AUF GESELLSCHAFTLICHER EBENE ergibt sich insbesondere das von Herrn Caspers schon angesprochene “VERTEILUNGSPROBLEM”. Bis dato brachte noch jede historisch realisierte Gesellschaftsordnung (die gegenwärtige in den westlichen Demokratien inbegriffen) “Ungleichheit” hervor, war somit ein Ungleichheitssystem, und zwar im größeren oder kleineren Ausmaß. Wir können nun annehmen, dass unter den gegenwärtigen gesellschaftlichen Verhältnissen die ungleiche Verteilung der Güter drastisch zunehmen wird, wenn nur noch wenige am Produktionsprozess beteiligt sind (zum einen als Eigner von Produktionsfaktoren wie Grund und Boden, Realkapital und monetäres Kapital, was insbesondere die Shareholder inkludiert; zum anderen als Weiterlesen…

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