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Nachlese zu meinem Vortrag “Kooperation und Konkurrenz” bei New Jack City

Ich bin zurück von dem heutigen Event-Abend der New Jack City. Der Saal war zwar nicht voll, aber mein Impulsvortrag “Kooperation und Konkurrenz” ist gut angekommen, so dass die anschließende Diskussion sehr lebhaft wurde.

Ich hatte den Vortrag so aufgebaut, dass ich die Zuhörer mit auf meinen Pfad der Erkenntnis genommen habe, siehe folgendes Titelbild:

Der Vortrag ist mit Prezi erstellt und steht unten zum Download bereit. Die Schritte deuten meinen Lebensweg an. Zum passenden Alter habe ich meine Erkenntnisse hinterlegt. So bin ich ein paar Mal vor und zurück gesprungen, so dass die Erkenntnisbausteine besser zusammenpassten.

Begonnen habe ich mit der Geschichte über das Experiment mit den fünf Affen, die uns gut veranschaulicht, warum wir so viel nicht hinterfragt einfach nachmachen. Nach meinen Erfahrungen mit Wettkampf und Teams als Kind bin ich auf die Fitnesssymbolik der zweiten Darwinschen Theorie der sexuellen Selektion eingegangen. Sie erklärt sehr gut, warum Konkurrenz ein guter Motor für eine Weiterentwicklung ist.

Nach der Theorie der X-Y-Menschen folgte noch die Widerlegung des Homo Oeconomicus, wie uns die Ökonomen den Menschen seit Jahren als egoistischen  Nutzenmaxierer weismachen wollen. Dass wir Menschen intrinsisch motiviert sind, umso mehr, wenn Demotivatoren aus dem Weg geräumt sind, habe ich anhand unserer Erfahrungen bei SAPERION mit der Einführung der SCURM-Methodik geschildert (siehe auch: Was machen erfolgreiche Unternehmen besser? Wieso sind ihre Mitarbeiter motivierter?)

Anschließend bin ich auf eine Reihe von Nachteilen der Konkurrenz eingegangen, u.a. auf das Nullsummenspiel unserer kapitalistischen Ökonomie. Um dann mit den Vorteilen des Kooperierens zu enden (siehe auch die vielen Beiträge in der Facebook-Gruppe Kooperation statt Konkurernz).

Was mir noch wichtig war zu erklären, wie das Internet mit seinen Mitmachanwendungen die Kultur verändert. Da diente das Bild der Blogbesucher als fleißige Bienen, die die Pollen (Ideen) von Blüte zu Blüte (Blogs) bringe, und so die für die Befruchtung (Gedankenaustausch sorgen). Und dass es schon viele sind, die mit einer solidarischen Ökonomie angefangen haben (Kulturell Kreative).

Mein vorletztes Schlusswort war das inzwischen bekannte Motto: “So wenig Konkurrenz wie nötig, so viel Kooperation wie möglich.”

Und das Schlusswort habe ich bei Solveigh ausgeliehen: “Gemeinsam sind wir stark, denn viele Hände schaffen der Arbeit schnelles Ende.” zusammen mit dem Bild links.

In der anschließenden Diskussion wurde u.a. unser reformbedürftiges Schulwesen, die ressourcenbasierte Wirtschaft, das Commoning als auch das Thema der Korruption aufgrund von Profitorientierung angesprochen.

Thomas Hegenbarth von der Piratenpartei fragte an, ob ich bereit wäre, auch an einem der Abende dort vorzutragen. Gerne.

Hier ist der Einladungstext zur New Jack City – der Spielplatz der Visionen:

Willkommen in New Jack City

Im Rahmen des diesjährigen Internationalen Forums aktueller Architektur plan12 – zeigen wir mit diesem Nonprofit-Event auf dem industriellem Freigelände und der Güterhalle von Jack In The Box e.V.alternative Visionen für eine urbane Zukunft im Dialog. Kontrastreich und kooperativ präsentieren sich engagierte Initiativen und Unternehmen, Ingenieure, Wissenschaftler, Visionäre und Künstler mit ihren unterschiedlichen Ideen und Projekten aus Wissenschaft und Kunst.Der “New Jack” stand im damaligen Amerika für einen neuen Weg der schwarzen Bevölkerung, in ihrer gesellschaftlichen Situation das Leben positiv und zukunftsgewandt zu sehen. In der heutigen Zeit des globalen Dorfes, einer mulitkuturellen Gesellschaft und den unumgänglich bevorstehenden Veränderungen der Gesellschaft und Umwelt, greifen wir diese Einstellung zu einer neuen konstruktiven Lebensphilosophie auf, um New Jack City im Herzen Kölns zu bauen und damit im gesellschaftlichen Wandel neue Horizonte zu öffnen für positive Konzepte einer lebenswerten Zukunft.

Erlebbar.

In der Woche vom 21.-28.09.2012 erbauen wir New Jack City – einen visionären Spielplatz, auf dem Ideen und Erkenntnisse Raum finden. NJC ist ein temporäres Kleinod mitten in der Stadt und gestaltet intelligente, umweltorientierte Wohnraumkonzepte und Ideen für eine Ressourcen-basierte Zukunft ganz anfassbar.

Spürbar.

… sind die bevorstehenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen schon jetzt. Doch mit einem Ausblick auf die kommenden Jahre müssen wir uns viele Fragen offen stellen. Wir freuen uns darum, mit interessanten, wissenschaftlichen Vorträgen und Symposien, Fotoausstellungen, Kunstinstallationen und Dokumentationen zum Thema “Szenario lebenswerte Stadt – intelligente Konzepte für Mobilität, Klimaschutz und Gestaltung” im Rahmen der diesjährigen plan12 beizutragen.

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Hier ist noch der Auszug aus der kompletten Agenda mit dem Beitrag, an dem ich teilnehmen darf:

Dienstag, 25.09.12 // Motto”Kooperation oder Konkurrenz”
19 – 21 UhrVortrag/ Presentation:
 
Dr. Martin Bartonitz, „Kooperation vs Konkurrenz“Gespräch/ Podium:
 
Dr. Wolfgang Stöcker,
Dr. Martin Bartonitz,
Dipl. Ing. Thomas Hegenbarth (Piratenpartei NRW  – AK Bauen und Verkehr),
Martin Schmittseifer (JACK IN THE BOX), Frank Schillig (Eviva / Köln)
und Gästen.21 UhrFilm/ Dokumentation:
 
“CITIES ON SPEED – Mumbai Disconnected” by the Danish Film Institute(int./engl.Subs)
“CITIES ON SPEED – Bogotá Change” by the Danish Film Institute(int./engl.Subs)

Da WordPress keine Zip-Dateien zulässt, habe ich den Vortrag auf Dropbox hinterlegt. Wer den Zugang auf die Box haben möchte, der schicke mit eine Mail an martin[at]bartonitz.net.

Der Link ist: https://www.dropbox.com/home/New%20Jack%20City

Das Zip mit dem Unterordner “New Jack City” auspacken und in diesem Ordern die Datei prezi.exe starten. Und dann mit Pfeil rechts durch von Bild zu Bild springen. Es geht auch per Vollbild.

  1. Kevin
    Oktober 26, 2012 um 8:04 nachmittags | #1

    Lieber Wolfgang,

    Danke für Ihre Fragen!

    federleichtes :
    Die Wissenschaften streben nach Wissen – über aus dem Zusammenhang heraus gerissene Teilaspekte von Erscheinungen. Könnte nicht weniger Unfug mit wissenschaftlichem Wissen getrieben werden, wenn man nicht Wissen, sondern ein Verstehen anstrebte?

    Wissen ist die Voraussetzung für Verstehen. Die Aufgabe von Wissenschaft ist aber nicht nur Verstehen sondern auch Erklären. Es handelt sich hierbei tatsächlich um zwei unterschiedliche Dinge.

    Wissenschaft muss die Realität abstrahieren um Verstehen und Erklären überhaupt zu ermöglichen. Was Ihnen als “aus dem Zusammenhang heraus gerissene Teilaspekte” erscheinen mag, ist nicht zwangsläufig ein aus dem Zusammenhang herausgerissener Teilaspekt sondern ein auf das Wesentliche reduzierter Grundsatz. Ob der nun eher besser oder schlechter geeignet ist Rückschlüsse über Mechanismen der Realität zu ziehen, steht auf einem anderen Blatt Papier… und das können nur die Experten auf dem entsprechenden Gebiet wirklich beurteilen.

    federleichtes :
    Und ich glaube, manch ein Wissenschaftler strebt nicht nach Wissen, sondern primär nach Anerkennung und einer entsprechenden Beschäftigung auf einem Acker, auf dem auch die Konkurrenz sehr gut gedeiht.
    Darf man sich fragen, wohin uns die Wissenschaften führten? Oder muss man sich das zunehmend ernster fragen, wenn man am Überleben der Menschheit interessiert ist?

    Da habe Sie sicher Recht. Betrachten Sie die Wissenschaft als Werkzeug zur Wahrheitsfindung. Dann verhält es sich mit dem Wissenschaftler, der Sie nur(!) benutzt um Anerkennung zu bekommen, wie mit dem Messer, dass nicht zum Schneiden von Brot verwendet wird sondern dazu benutzt wird andere zu bedrohen. Annerkennung ist aber ein wichtiger Bestandteil wissenschaftlicher Arbeit, dass darf man nicht Kleinreden.

    federleichtes :
    Was halten Sie davon, nur solche Dynamiken zu verursachen, deren Wirkungen man auch nachhaltig kontrollieren kann?

    Davon halte ich gar nichts. Es ist auch gar nicht möglich. Niemand kann die Dynamiken 100% abschätzen, die das eigene Handeln auslösen. Sie können nur eine begründete Vermutung darüber anstellen was wahrscheinlich passieren wird. Ihre Idee würde völligen Stillstand nach sich ziehen und selbst dann würden Sie eine Dynamik auslösen ;-)

    Das Hauptproblem bei Diskussionen über Wissenschaft — in diesem Fall die Sozialwissenschaften — ist, dass Laien die Grundprinzipien von Wissenschaft nicht verstehen. Das ist auch überhaupt nicht schlimm. Selbst Herr Bartonitz, der offensichtlich eine (natur-)wissenschaftliche Ausbildung auf hohem Niveau genossen hat, ist sich nicht darüber im klaren, dass es einige bedeutende Unterschiede zwischen den deterministischen Wissenschaften und den probabilistischen Wissenschaften gibt. Das ist aber auch nicht schlimm.

    Ich selbst unterrichte Studenten in den Grundprinzipien der Wissenschaft. Ich lehre Sie genau diese Dinge und meiner Erfahrung nach braucht es ein ganzen “Studentenleben” bis Sie wirklich “verstanden” haben was Wissenschaft ist, was sie kann und was sie nicht kann. Manche lernen es leider überhaupt nicht…

    In der erste Stunde erkläre ich den Studenten, dass ich Ihnen abtrainieren möchte, ihren gesunden Menschenverstand zu benutzen, wenn Sie Probleme in der realen Welt beobachten und analysieren. Die meisten lachen dann weil das völlig absurd klingt. Der Hintergund ist aber, dass — anders als etwa bei den Naturwissenschaften — jeder Mensch “weiß” wie die Gesellschaft (also mein Fach) funktioniert. Jeder hält sich für einen Experten, weil er Freunde hat, Marktteilnehmer ist und auch in Konflikten involviert ist. Jeder hat ein Set von “Alltagstheorien” in seinem Kopf, mit dem es sich super zurecht kommen lässt. Aber verstanden hat er die Welt deshalb noch lange nicht.

    Das ist auch der Grund, weshalb ich möglicherweise etwas schroff auf den Vortrag von Herrn Bartonitz reagiert habe. Er glaubt etwas zu wissen und baut darauf eine Argumentation auf die Denkanstöße liefern soll. Nichts gegen Denkanstöße, aber es wird eine Lösung (nämlich Kooperation) präsentiert, deren Argumentationskette auf schlechten (teilweie falschen) Annahmen basiert. Bitte nicht falsch verstehen: Kooperation ist eine gute Sache, aber sie kann nur unter bestimmen Bedingungen erfolgreich und fair sein. Vielleicht liegt es auch daran, dass hier überhaupt nicht definiert wurde, was “Kooperation” überhaupt meint.

    Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend!
    Und wie wir sagen: Ich mag Sie, aber nehmen Sie es mir bitte nicht übel: Ihre Argumente sind bes* ;-)

    Kevin

    • federleichtes
      Oktober 26, 2012 um 9:50 nachmittags | #2

      Ja, Kevin, ich mag Sie auch. Über das Sachliche im Groben mag man streiten können, und vielleicht müssen im Angesicht der realen Bilder unserer Welt; der Ehrlichkeit hinter dem Groben gebührt mein uneingeschränkter Respekt.

      Meine Argumente mögen beschissen sein. Vor ein paar Tagen sagte ein älterer Mann, der sich über ein paar Schafsködel auf dem Weg aufregte, meine Bemerkung, die Schafe würden den Schmetterlingen die Blumen auffressen und sie verhungern lassen, das sei schwachsinnig. Ganz nett meine Wahrnehmung: Ich lernte mit zunehmender Erfahrungsdichte nicht nur mich besser verstehen und akzeptieren.

      Ich möchte gerne das Wesen der Wissenschaft noch genauer kennen lernen. Bisher erschloss sich mir nur ein beschissener Blick darauf, weil das, was mit der Wissenschaft (auch) getrieben wird, für Mensch und Gesellschaft beschissen IST.
      Allein das Wort Politikwissenschaft. Es sollte auf jedem Blatt Klopapier stehen.

      Ist es ein Gerücht, dass die besten Wissenschaftler von denen rekrutiert werden, die Menscheit und Planeten in den Abgrund steuerten – und steuern?

      Ist es eine Falschinformation, dass, trotz (oder gerade wegen) “wissen”schaftlicher Methodik niemand von den wesentlichen Dingen WIRKLICH etwas weiß?

      Im Rückblick gesehen musste die “Wissen”schaft fundamentale Fehler in ihren Arbeiten eingestehen. Und ist nicht zu vermuten, dass weiteres “Wissen” sich als falsch erweist?

      Insofern stehe ich der Wissenschaft, gleich welcher Fachrichtung, skeptisch, nein sehr sketpisch gegenüber. Mag es auch beschissen sein, wenn ich mich auf das verlasse, was man gemeinhin den gesunden Menschenverstand bezeichne, so kann ich doch damit konfliktfrei in einer konfliktvollen Welt leben.

      Schließlich: Wäre das nicht eine wertvolle Wissenschaft, die die Folgeschäden, die aus der Anwendung des Wissens der Wissenschaften entstanden, nicht nur bereinigen, sondern kommende Katastrophen auch verhindern könnte?

      Manch einer kaut gerne auf Wischlappen, pardon Toastbrot, herum, ich bevorzuge Schwarzbrot.
      In diesem Sinne – dank für Ihre Antwort.

      Wolfgang

      PS.
      “Herr Doktor, ich leide unter MInderwertigkeitskomplexen, keiner beachtet mich”.
      “Der Nächste bitte”.

  2. federleichtes
    Oktober 26, 2012 um 10:26 nachmittags | #3

    Hallo Kevin,

    kleiner Nachtrag in Bezug auf das, was wir unter “Gesundem Menschenverstand” verstehen.

    Sie kennen diesen Vogel.

    Wissenschaftler fangen Tiere, töten sie, um sie in die kleinsten Einzelteile zu zerlegen, um “Wissen” über diesen Vogel zu generieren. Er bekommt sogar einen lateinischen Namen und wird in eine Ordnung gewiesen. Die Reste dieses Lebe-Wesens kommen in den Müll.

    Wir kennen diesen Vogel auch. Wir wissen, wie er lebt, wo er wohnt und wie er sich in den Jahreszeiten unterschiedlich verhält. Wir kennen auch seine Kinder. Manchmal finden wir eine Feder und nehmen sie mit. Wir lieben diesen Vogel, und glauben Sie mir: Dafür ist nicht eine einzige Information aus dem Bereich der Wissenschaften notwendig.

    Und ich sage Ihnen auch gleich meine Prognose für die kommende Entwicklung:
    Nicht die Liebe wird an den Wissenschaften, die Wissenschaften werden an der Liebe scheitern.

    Fäkalfreier Beitrag, bravo Wolfgang.

    Ihnen einen guten Restabend.

    Wolfgang

  3. Oktober 26, 2012 um 11:48 nachmittags | #4

    ”Ist es eine Falschinformation, dass, trotz (oder gerade wegen) “wissen”schaftlicher Methodik niemand von den wesentlichen Dingen WIRKLICH etwas weiß?”

    Der Satz bringt das Dilemma der Wissenschaft auf den Punkt. Wissenschaft im Sinne der Universitäten zerlegt das Ganze in möglichst viele Einzelbilder. Alle Bilder werden vermessen und katalogisiert. Jedes Bild bekommt eine Nummer und ein paar Metatags.
    Was das Gesamtbild aber zusammenhält kann nicht gemessen werden und passt in keinen Ordner, weil es kein Stichwort gibt, welches auf den Punkt zu bringen vermag, was der Diversität des ganzen Bilderreigens wirklich zugrunde liegt.

    An der Universität geht die Diversität auf der ganzen Linie verloren. Um aber das Gesamtbild des Kosmos auf den Punkt zu bringen bedarf es der Beschreibung besagter Linie. Daher erfüllt die Wissenschaft eine ganz andere, notwendige, Aufgabe, als ihr allgemeinhin, im Konsens der Meinungen und Weltbilder, zugesprochen wird …

    http://www.gold-dna.de/updatesept.html#up293

    Gruß Guido

    • federleichtes
      Oktober 27, 2012 um 12:50 vormittags | #5

      Da stimme ich mit Dir überein, Guido,
      Insofern bezeichne ich die Wissenschaft auch nicht als “Dilemma”.
      Allerdings bin ich der Meinung, einige “Wissen”schaftler benötigen einen ganz anderen Bewusstseinsprung als beispielsweise eine Krankenschwester.

      Während einer kurzen Ruhephase dachte ich an die Wissenschaftler im Dritten Reich, die, die an den Vernichtungswaffen bauten – und das heute immer noch Wissenschaftler ihr Leben in den Dienst des Verbrechens stellen.

      Wissen ist nicht Wahrheit, und Wissen dient nicht primär der Wahrheitsfindung, und schon gar nicht der Schaffung von mehr Bewusstsein. Da gestaltet Martin hier einfach prima Vielfältigkeit, tapst mal in ein Fettnäpfchen und gestaltet weiter. Das nenne ich Mut und Gefühl für das Wesentliche – also hier mal ein ganz unwissenschaftliches “Danke” an Dich, Martin. “Weiter so und genau so, am Ende wird zusammen gezählt”.

      Wissenschaft im Dienst des Menschseins, das ist bis heute ein Anspruch geblieben, den überhaupt zu stellen wohl nur wenige Wissenschaftler in der Lage sind. Warum auch, in dieser Entwicklungsphase.

      Gruß
      Wolfgang

      • Oktober 27, 2012 um 1:23 vormittags | #6

        Danke Dir Wolfgang für Deinen Dank, und allen Anderen, die sich hier auf einen Diskurs einlassen.

        Was wir hier tun, ist das, was ich mir als zukünftige Form des Gesellschaftens, und ich sage extra nicht ReGIERens, aussehen sollte:

        Einen Entwurf nach bestem Wissen UND Gewissen machen, diesen umsetzen und damit ausprobieren. Beobachten was damit passiert. Wenn es gelungen ist, daran weiter entwickeln. Wenn nicht ganz, weiter optimieren. Wenn es nichts war, eine Alternative entwickeln und diese ausprobieren.

        Nichts anderes ist es, wenn wir denken. Nur durch kritische Selbstreflektion, in dem wir unser Denken selbst beobachten und optimieren, können wir die Art unseres Denkens wieder optimieren.

        Also: last und probieren und auch Fehler machen. Nur in dieser Toleranz ist ein möglichst schnelles Vorankommen in eine für uns alle zuträglichere Welt möglich, so meine Meinung.

        Eine gute Nacht Allen!
        Martin

      • Kevin
        Oktober 31, 2012 um 11:32 vormittags | #7

        federleichtes :
        Wissenschaft im Dienst des Menschseins, das ist bis heute ein Anspruch geblieben, den überhaupt zu stellen wohl nur wenige Wissenschaftler in der Lage sind. Warum auch, in dieser Entwicklungsphase.

        Sie brauchen nur in den Spiegel zu schauen und sich selbst anzugrinsen. Wenn Sie im höheren Alter noch alle Zähne im Mund haben, dann können Sie sich bei der Wissenschaft bedanken. :-) Hygiene wäre nämlich über das systematische Nachdenken über die Welt nicht möglich. Das was wir für selbstverständlich halten, musste auch erst einmal “entdeckt” werden.

  4. Oktober 27, 2012 um 2:13 vormittags | #8

    Hm, hier ist was los … ich hab grad reingeschaut, und auch wenn ich momentan kaum Zeit dafür habe, nehme ich sie und schenke sie ein paar kurzen Bemerkungen:

    Nicht die Liebe wird an den Wissenschaften, die Wissenschaften werden an der Liebe scheitern.

    Diese Prognose unterschreibe ich. Die Wissenschaften werden an der Liebe scheitern … entweder als Gefährte sie “er-hören” (ein für mich wunderschönes Wort, da schwingt Liebe), sich ihr hingeben und von ihr reich beschenkt werden, oder es wird keine Wissenschaft geben, da es keine Menschen mehr gibt, die Wissenschaftler sein könnten – “agape” wirds richten. In beiden Fällen stimmt die Prognose. Über den Zeitrahmen mag man streiten.

    Als Gleichnis: Der Apfel vom Baum der Erkenntnis ist noch nicht reif genug, um genießbar zu sein … etwas poetisch ausgedrückt. “Reif sein” bedeutet hier für mich, den (ich nenne es mal so) “Strom des Ganzen” zu erspüren und kohärent in Resonanz mitzuschwingen, in einer dynamischen Balance im Bereich des energetischen Optimums, im Gesamtzusammenhang das mitgegebene eigene Potenzial zu entwickeln, zu realisieren und auszudrücken, und diese Frucht der Welt zurückzugeben … und sie so bereichern. Ob als Wissenschaftler oder anderweitig.

    Oder als Bild … “Reife” – eine Momentaufnahme dieser Dynamik:

    (Foto: meine Liebste)

    Wieder mal rein subjektiv, und gleichnishaft – um Atmosphärisches zu erfassen, sind Poesie oder ein Bild in meinen Augen geeigneter als etwa ein Organigramm oder eine Netzwerkanalyse …

    Gruß
    Manfred

    • federleichtes
      Oktober 27, 2012 um 2:45 vormittags | #9

      In vielen Deiner Beiträge schwingt “Balsam” mit. Das wollte ich Dir, ganz im Sinne einer Nachlese, mal gesagt haben – und herzlich für die Gaben danken, mit einem Bild von meiner Liebsten, die sich mangels Mai-Äpfeln an Rapsfeld und Himmel gütlich tat.

      Gruß
      Wolfgang

      • Oktober 28, 2012 um 2:16 vormittags | #10

        Danke … auch für das Bild, voller Weite und Frieden (so empfinde ich es).

        Gruß
        Manfred

        P.S.: Andere Beiträge müssen noch warten, aber dies war mir wichtig ;-)

  5. federleichtes
    Oktober 27, 2012 um 2:19 vormittags | #12

    Wenn es “Fehler” überhaupt gibt. Leben betreibt Entwicklung, deren Entwicklungsstufen VÖLLIG WERTFREI sind. Wenn die Absicht, die hinter Leben den Prozess antreibt, es früher hätte besser machen KÖNNEN, wäre es besser geschehen. Nach meiner Auffassung ist die Entwicklung IMMER am Limit ihrer Möglichkeiten.

    Aber was vielleicht noch wichtiger ist:
    Entwicklung ist insofern sachlich, als es um eine Sache geht, die entwickelt wird.
    Verwundert?
    Im fortkommen der Entwicklung war es allzeit ein Riesenproblem, dass die Menschen, wohl bedingt durch ihre angenommene Individualität, sich persönlich betroffen fühlten, ja fühlen mussten. Subjektiv verständlich, objektiv völliger Quatsch.
    Auch das gehört übrigens zum Thema Bewusstsein, dass es in einem Informationsfeld keine absolute, sondern nur eine relative Individualität geben KANN. Ein Uhrwerk zeigt das Prinzip deutlich: Deren 87 Rädchen kontrolliert, wenn sie zusammenwirken (müssen), der “Konstrukteur”.

    Damit gut. Und danke, dass Du das “Beschissen” nicht zensiertest.

    (ist meine Mail nicht angekommen?)

    Gruß
    Wolfgang

    • Oktober 27, 2012 um 11:03 vormittags | #13

      Mail ist angekommen und Antwort erfolgt heute Abend.
      Da Kevin uns anonym wie er ist, viel erzählen und provizieren kann, so wie der Tag lang ist, war Deine Interpretation der Art seines Abgangs völlig OK. Es wäre ja auch anders gegangen …

      • federleichtes
        Oktober 27, 2012 um 12:06 nachmittags | #14

        Ob Kevin oder Nivek, sie sagen uns etwas, zwar persönlich motiviert in einer subjektiven Fassung, aber darin enthalten eine objektive Botschaft.
        Nach meiner Auffassung muss das so sein – in einer Welt, die Nutzen anbietet, um erfolgreich zu sein. Dieses Wissen hatte ich bereits vor vielen Jahren, konnte es aber erst verinnerlichen durch die vielen Wege zu den Pflanzen und Tieren: Es gibt NICHTS Nutzloses.
        Nun mag vom Leben erfüllt sein, wer den Nutzen fühlen kann.
        Der Nutzen macht das Gefühl, und das Gefühl macht den Nutzen.

        Ich glaube, man sollte fair sein und jede Lebensrolle, gleich in welcher Form sie uns wann, was und wie sagt, würdigen – und damit nicht nur die Gegensätze, das Kriegerisch-Feindliche übewinden, sondern auch Würde in die Welt UND IN-SICH-SELBST bringen. Mir gilt nicht, Würde einzufordern, sondern sie zu leisten.

        Natürlich bringt Manfreds “Balsam” eine feine Qualität in die Gemeinschaft, aber welchen Wert hat sie, wenn man sie nicht nutzt, um den existenziellen Widrigkeiten zu begegnen und Probleme (auf-)zu lösen.

        Das Blau des Himmels ließ mich fast aus dem Bett fallen. Klarheit, ich geh dann mal, um mir meine Annahme bestätigen zu lassen, dass Begegnung immer ist.

        Gruß
        Wolfgang

  6. federleichtes
    Oktober 27, 2012 um 12:32 nachmittags | #15

    Bewusstsein braucht Gefühl.
    Ich kann fühlen, dass das Leben Kooperation IST.
    Und wenn das Gefühl unteilbar ist, ist auch die Kooperation unteilbar.
    So mag man verstehen, wissen, dass Konkurrenz zum Wesen von Kooperation gehört. Und verstehen, dass ein Bekämpfen der Konkurrenz nicht im Sinne DER Kooperation sein kann.

    Vorgestern kaufte ich (weitere) 5 Kilo Vogelfutter. Vom ersten Futter waren ein paar Körner in die Blumentöpfe und -kästen gefallen. Einige kleine gelbe Blumen wuchsen daraus, und auch eine große Sonnenblume – von den Meisen selber gepflanzt, und es war mir eine große Freude zu beobachten, wie sie nun IHRE Kerne ernteten und bis heute an dem vertrockneten Stengel herum turnen.

    So könnte ich Dir sagen, lieber Martin:
    Nutze das Wesen der Konkurrenz, wenn sie der Kooperation dient, genauer gesagt, ihr eine höhere Qualität verleiht. Im Wesen der Konkurrenz steckt der Antrieb, BESSER zu werden.
    Und: Haben wir das nicht alle nötig?

    Jetzt aber.

    Wolfgang

  7. Oktober 28, 2012 um 5:47 vormittags | #16

    @Kevin

    Wissen ist die Voraussetzung für Verstehen. Die Aufgabe von Wissenschaft ist aber nicht nur Verstehen sondern auch Erklären. Es handelt sich hierbei tatsächlich um zwei unterschiedliche Dinge.

    Lieber Kevin,
    das Dumme ist nur, dass einige hier Schreibende mit einem “unschuldigen Sätzchen”
    anfangen “wie z.B. “Wissen ist Vorraussetzung für Verstehen”.
    um dann stundenlang in “falsche Richtungen” zu wandern.

    Dieser Satz angewendet auf Babys/ Mütter/ Väter wird so unsinnig, dass mans erst mal sacken lassen muss.
    Und wie Wolfgang schon sagte, ich brauch die Natur nicht zu sezieren, um sie zu verstehen, wie kommst du denn darauf? 10.000 Fragen, die alle auf eine Antwort hinauflaufen:
    Gefühl, Liebe, Schauen,Erkennen
    liebe winterliche Grüße a.A.
    Ralf

    • Kevin
      Oktober 31, 2012 um 11:37 vormittags | #17

      Bitte, dann erklären Sie mal, wie man mit Liebe und Gefühl Erdbeben und Kriege verhindern kann. Glauben Sie ein Dikator ist nicht fähig zu lieben?

      Schauen und Erkennen sind Bestandteil von Wissenschaft.

  8. Oktober 28, 2012 um 7:17 nachmittags | #18

    Ist es nicht so, dass in Zeiten, wo nichts mehr sicher zu sein scheint, der Bedarf an Vertrauen umso größer ist? Und brauchen wir nicht eine neue Qualität an Vertrauen, um Gruppen noch effizienter, innovativer und sozialförderlicher zu machen? Bedarf es nicht eines ungeheueren Vorschusses an Vertrauen um das angstgetriebene Paradigma des Konkurrenzkampfes, des Verdrängungswettwerbes zu ersetzen durch Kooperation, durch gerechte Verteilung und Zusammenarbeit zum Wohle aller?

    Vertrauen macht die Dinge leichter, Misstrauen macht sie schwerer. Vertrauen vereinfacht.
    Es reduziert Komplexität. Überdies ist Vertrauen ein Stärkungsmittel für das kreative Potential. Das Vertrauen in das kreative Potential trägt selbst dazu bei, den Zugang dazu offen zu halten. Vertrauen ist ein Türöffner, es weitet oder verbreitet die Wege zum Ziel. Vertrauen macht die Dinge, die in den Fokus genommen werden, heller. Vertrauen ist so gesehen auch ein Aufheller, ein Leuchtmittel. Im Vertrauen sieht man mehr das, was einem nützt und nützen kann. Misstrauen verdunkelt, Vertrauen „erleuchtet“. Vertrauen hilft Gemeinsamkeiten zu entdecken und Kompromisse zu finden. Vertrauen hat die Eigenschaft zu verbinden und Verbindungen zu schaffen. Gute, nachhaltige, förderliche Geschäftsbeziehungen wären auf lange Sicht ohne Vertrauen undenkbar. Das Vertrauen sichert den Fortbestand guter Beziehungen und den verlässlichen Zusammenhalt gerade in Teams.

    gefunden in: Die Zukunft des Vertrauens, von Thomas Weis

    • Oktober 29, 2012 um 10:05 nachmittags | #19

      “in Zeiten, wo nichts mehr sicher zu sein scheint, der Bedarf an Vertrauen umso größer”

      Hallo Martin,

      auch von mir noch ein paar Gedanken zum “Vertrauen”. Ein Synonyme dafür ist für mich “Reputation”, (Zuverlässigkeit). Für mich ist Vertrauen eins der höchsten Tugenden. Nicht umsonst heißt es “Vertrauen verloren – alles verloren” ;-)

      Deshalb erscheint es mir nur (beziehungs)logisch, dass Vertrauen nicht gefordert, befohlen und gekauft werden kann, sondern sich “verdient” werden muss. Wissenschaftliche Argumente – können Vertrauen max. fördern, jedoch nicht ersetzen.
      In diesem Sinn wird der Satz “Wer weiß glaubt nicht mehr.” obsolet. Denn wer weiß, hat allenfalls genügend Gründe um neues Vertrauen zu wagen. Wissen und Erkennen ist nicht ein “Schauen” – welches den Glauben zerstört – sondern ihn erweitert, wachsen lässt.

      “Der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaft macht atheistisch, aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott.” (Werner Heisenberg)

      Und so entsteht das Paradox, dass Vertrauen auf dem Boden von Misstrauen wächst. Entscheidend ist die Qualität des Vertrauens. Hochwertiges Vertrauen widerspricht keineswegs rational-logischer Erkenntnis. Es integriert alles Wissen und übersteigt es zugleich. Wissen wird ergänzt mit Beziehungslogik. Und es gibt keine Beziehung ohne Vertrauen. Unsere Welt wäre kalt und Gott tot, wenn Vertrauen nur naiv zu deuten wäre und deshalb nur kleinen Kindern oder den Ängstlichen Halt und Trost geben würde. Vertrauen ist nicht unvernünftig, nicht prärational – sondern übervernünftig, d.h. transrational. Allerdings wird das oft verwechselt.

      Vertrauen ist Offenheit für Neues, für Wunder, für ungeahnte Möglichkeiten. Vertrauen versetzt Berge, weil Vertrauen sich auf Perspektivwechsel einlässt und davon ausgeht, dass ein Perspektivwechsel jederzeit möglich ist. Dazu folgende kleine Geschichte:

      Eines Tages machten ein Großvater mit seiner Enkelin einen Spaziergang.
      “Du, Opa, was heißt eigentlich ‘Glaube versetzt Berge’?”
      Der Alte zeigte mit seiner knochigen Hand auf einen kleinen Berg,
      der sich zu ihrer Rechten befand und sagte zu ihr:
      “Siehst Du diesen Berg dort?”.
      “Ja, klar! Was ist damit?”.
      Aber der Opa antwortete nicht mehr. Es schien ganz so,
      als hätte er die Frage und seine Antwort bereits vollständig vergessen.
      Lange Zeit gingen sie so schweigend nebeneinander her.
      Die Enkelin wurde bereits ungeduldig:
      “Was meinst du denn nun mit dem Berg da?”.
      Und sie zeigte auf den gleichen Berg, der sich nun jedoch links von ihnen befand.
      “Vorhin, mein Kind, befand sich der Berg noch rechts von uns,
      jetzt aber zu unserer Linken. Unser Glaube hat den Berg versetzt!”.
      “So ein Quatsch, Opa, das kommt doch nur daher, dass wir um den Berg herum gegangen sind!”
      “Weißt du, Kind, das ist schon so, manchmal genügt es, seinen eigenen Standpunkt zu ändern, um Berge zu versetzen!”

      Alles Gute, Martin!
      :D

      • Oktober 29, 2012 um 11:09 nachmittags | #20

        Dank Dir Ingo, für die Erweiterung zum Vertrauen und diese schöne Geschichte! Gutes Nächtle, Martin

  9. Kevin
    Oktober 31, 2012 um 11:21 vormittags | #21

    DIe Resonanz war ja ganz schön groß, ich versuche mich mal einzuklinken.

    federleichtes :
    Ich möchte gerne das Wesen der Wissenschaft noch genauer kennen lernen. Bisher erschloss sich mir nur ein beschissener Blick darauf, weil das, was mit der Wissenschaft (auch) getrieben wird, für Mensch und Gesellschaft beschissen IST.

    Um die Wissenschaft richtig zu verstehen, reicht es nicht aus ein Buch darüber zu lesen oder mit einem Wissenschaftler zu sprechen. Man muss auch mit Ihren Instrumenten lange Arbeiten um deren Leistungsfähigkeit einschätzen zu können. Ich bringe Studenten die Basics bei… und doch merke ich bei weiterführenden Veranstaltungen, dass die Basics im wahrsten Sinne des Wortes noch nicht richtig verstanden wurden.

    Mit Wissenschaft kann meiner Meinung nach kein Unfug getrieben werden. Was gemeinhin als solcher bezeichnet wird, ist entweder darauf zurück zu führen, dass nicht wissenschaftlich gearbeitet wurde, sich Fehler eingeschlichen haben oder dass die Ergebnisse als Ausgangspunkt für normative Argumentationen dienen. Ansonsten gehören Kontroversen im Wissenschaftsgeschäft dazu und stehen im Dienste der Wahrheitsfindung.

    federleichtes :
    Allein das Wort Politikwissenschaft. Es sollte auf jedem Blatt Klopapier stehen.

    Danke! Ich bin Politikwissenschaftler ;-)

    federleichtes :
    Ist es ein Gerücht, dass die besten Wissenschaftler von denen rekrutiert werden, die Menscheit und Planeten in den Abgrund steuerten – und steuern?

    Mag sein, aber “Gefälligkeitsgutachten” haben dieselben Unfugprobleme, auf die ich oben bereits hingewiesen habe. Ich für meinen Teil wurde von einem ehrbaren Wissenschaftler “rekrutiert”.

    federleichtes :
    Im Rückblick gesehen musste die “Wissen”schaft fundamentale Fehler in ihren Arbeiten eingestehen. Und ist nicht zu vermuten, dass weiteres “Wissen” sich als falsch erweist?
    Insofern stehe ich der Wissenschaft, gleich welcher Fachrichtung, skeptisch, nein sehr sketpisch gegenüber. Mag es auch beschissen sein, wenn ich mich auf das verlasse, was man gemeinhin den gesunden Menschenverstand bezeichne, so kann ich doch damit konfliktfrei in einer konfliktvollen Welt leben.

    Ich sag mal so: Wer sich nicht bewegt, kommt auch nicht voran. Ob die Richtung stimmt, stellt sich wohl erst dann heraus wenn man irgendwo angekommen ist. Warum also nicht versuchen vorab schon mal eine Karte zu konstruieren?

    federleichtes :
    Schließlich: Wäre das nicht eine wertvolle Wissenschaft, die die Folgeschäden, die aus der Anwendung des Wissens der Wissenschaften entstanden, nicht nur bereinigen, sondern kommende Katastrophen auch verhindern könnte?

    Die Initiierung von Wissenschaft speist sich (ich würde sogar sagen: fast ausschließlich) aus Problemen, mit denen wir konfrontiert sind. Es gibt Kriege, es gibt Menschen die unterschiedliche Interessen haben und es gibt Erdbeben, die Städte zerstören. Wenn Sie die Ursachen oder die Folgen beheben bzw. abmildern wollen, dann beleibt Ihnen gar nichts anderes übrig als damit anzufangen systematisch über die Welt nachzudenken.

  10. Kevin
    Oktober 31, 2012 um 11:27 vormittags | #22

    An der Universität geht die Diversität auf der ganzen Linie verloren. Um aber das Gesamtbild des Kosmos auf den Punkt zu bringen bedarf es der Beschreibung besagter Linie. Daher erfüllt die Wissenschaft eine ganz andere, notwendige, Aufgabe, als ihr allgemeinhin, im Konsens der Meinungen und Weltbilder, zugesprochen wird …
    http://www.gold-dna.de/updatesept.html#up293

    Für die Frage ob es besser ist, sich in einer bestimmten Situation kooperativ zu zeigen oder nicht, ist der Kosmos, verzeihung, scheiß egal. Wenn Sie über Ihre Bildersprache dozieren, dann ist das Esoterik. Genauer: Spekulation ohne Fundament.

  11. Kevin
    Oktober 31, 2012 um 11:34 vormittags | #23

    Martin Bartonitz :
    Mail ist angekommen und Antwort erfolgt heute Abend.
    Da Kevin uns anonym wie er ist, viel erzählen und provizieren kann, so wie der Tag lang ist, war Deine Interpretation der Art seines Abgangs völlig OK. Es wäre ja auch anders gegangen …

    Dieses Problem beobachte ich sehr häufig. Nur weil jemand nicht meiner Meinung ist, wird gleich eine Provokation unterstellt. Ihnen fehlt es an Kritikfähigkeit. Das soll keine Unterstellung sein, sondern ist meine Beobachtung.

    • federleichtes
      Oktober 31, 2012 um 12:23 nachmittags | #24

      Meine Beobachtung, lieber Kevin, ist:

      Vollkommene Menschen gibt es nicht.
      In meinen Kreisen wird diese Erkenntnis GELEBT.
      “Wir haben alle unsere Macken”.

      Menschen haben einen Erkenntnis-Horizont. Seine Grenzen gestalten sich aus Vorstellungen, die im Rahmen einer sehr subjektiven Vorstellung von dem, was “richtig” ist, entstehen.

      Wenn ich eins in den Jahren lernte: Hüte dich vor Menschen, die ihre MEINUNG mit WISSEN verwechseln und auftreten, als wären sie im Besitz DER Wahrheit.

      Und aus eigener Erfahrung: Teil-Aspekte der Wahrheit braucht man nicht suchen. Die objektiven Busteine des Erkennens kommen automatisch, wenn die subjektiven Bedingungen erfüllt sind.
      Insofern hüte ich mich davor, Menschen von ihren Irrtümern zu befreien. Das können sie nur alleine tun im Prozess ihrer persönlichen Veranstaltung..

      Kritikfähigkeit ist ein hohes Gut. Sie entspringt einem Gefühl: Es MUSS noch besser gehen können.
      Nun gibt es andere Existenzgrundlagen als die, sich ständig in frage zu stellen und stellen zu lassen. Wenn diese Entwicklungsparameter aus Unsicherheit/Versagensängsten etc. entstehen, gibt es in diesen “Fällen” für mich eine Goldene Regel:
      Die Ängste werden nicht weniger, wenn man auf menschlichen “Fehlern” herum prügelt; im Gegenteil. Viele Menschen müssen erst Vertrauen schöpfen und brauchen NUR eine entsprechende Begleitung.

      Wir leben in einem Miteinander. Das dürfte unstreitig sein. Und im Miteinander erscheint ein Gegeneinander. Insofern mag ich sagen:
      Das Gegeneinander ist dem Miteinander unverzichtbar.

      Mit sind Belehrungen unverzichtbar. Gleich von wem sie kommen, ob es ein Kind, ein Vogel, ein Wissenschaftler oder Tagedieb ist. Wenn Sie mich fragen sollten, was ich in meinem Leben wirklich erreichte: DAS.

      Herzliche Grüße sendet Ihnen

      Wolfgang

      • Kevin
        Oktober 31, 2012 um 1:42 nachmittags | #25

        Sofern ich Sie richtig verstanden habe, kann ich Ihre Gedanken nachvollziehen.

        Der Punkt auf den sich diese Diskussion zuspitzen sollte ist aber folgender: Herr Bartonitz nutzt sein “Wissen” nicht nur für Denkanstöße sondern vor allem für Polemik und Diskriminierung Andersdenkender. Er rechtfertig seine Position mit Scheinargumenten, die im Gewand der Wissenschaftlichkeit daher kommen. Nur um kein Missverständis aufkommen zu lassen: Bei Ihnen ist mir das nur zwei, drei Mal aufgefallen, weshalb ich Ihnen diesen Vorwurf im Allgemeinen niemals machen würde.

        Die Konsequenz aber ist folgende: Ersten fordert er diejenigen heraus, die Experten auf dem jeweilgen Gebiet sind, weil sie nach wissenschaftlichen Methoden nach Zusammenhängen suchen und ihre gewissenhafte Arbeit herabgewürdigt wird, wenn Parawissenschaft als Wissenschaft ausgegeben wird. Zweitens hat Herr Bartonitz Wirken einen Effekt auf seine Mitmenschen und der ist in meinen Augen negativ. Er überzeugt Menschen Blödsinn zu glauben und gibt ihnen auch noch das “wissenschaftliche” Werkzeug in die Hand.

        Vielleicht erzähle ich hierzu kurz, wie ich überhaupt auf diesen Blog aufmerksam geworden bin und daraufhin angefangen habe Herrn Bartonitz zu “nerven”.

        Vor eineinhalb Jahren (etwa) habe ich auf Spiegel Online in der Kommentarsektion immer wieder unfassbar bescheuterte Kommentare zum Vertrag von Lissabon gelesen. Irgendwann habe ich diese Kommentare auch mit dem Benutzernamen von Herrn Bartonitz assoziiert. Als er die geneigten Nutzer dann aufforderte mehr über die verbrecherische EU zu erfahren, hat er den Link zu seinem Blogartikel gepostet, in dem er behauptete, der Vertrag von Lissabon würde die Todesstrafe in Deutschland wieder ermöglichen. Diesem Schwachsinn muss ich entgegen treten, weil er Angst schürt, der Unwahrheit entspricht und Menschen in einer Art zu beeinflussen imstande ist, die zu einer Ablehnung der europäischen Idee führen kann. Mit Belehrung hat so etwas nichts zu tun, sondern mit Klarstellung.

        Keine Frage, es gibt gute Gründe mit der EU unzufrieden zu sein. Die meisten Ressentiments entspringen aber reiner Unkenntnis. Diese Todesstrafen Geschwafel setzte aber noch einen drauf.

        Ähnlich verhält es sich auch mit seinem Vortrag über Kooperation. Er enthält keine nachvollziehbaren Aussagen über Urssache-Wirkungs Zusammenhänge und doch liefert er eine Antwort: Kooperation ist toll! Stimmt das? Ich meine: Es kommt darauf an.

  12. federleichtes
    Oktober 31, 2012 um 1:53 nachmittags | #26

    “Nur um kein Missverständis aufkommen zu lassen: Bei Ihnen ist mir das nur zwei, drei Mal aufgefallen, weshalb ich Ihnen diesen Vorwurf im Allgemeinen niemals machen würde.”

    Sag ich ja: Die Fallstricke stehen für JEDEN parat.

    Angst schüren ist Methode, mag Angst schüren, wer angst hat – Angst ist jedenfalls ein sehr zentrales Thema, für mich immer würdig, berührt, aufgedeckt und aufgelöst zu werden.
    Insofern formuliere ich keine Vorwürfer gegen “Angstmacher”, zumal sie meist unbewusst agieren.

    Ich schätze Sie, dabei bleibt es.

    Gruß
    Wolfgang
    auf dem Sprung ins Reich der Öko-Spinner.

    PS.
    Zur Kooperation “Es kommt darauf an” schrieb ich bereits Entsprechendes.

  13. federleichtes
    Oktober 31, 2012 um 10:41 nachmittags | #27

    Hallo Kevin,

    gerade entdeckte ich Ihren Beitrag mit Antworten auf meinen Beitrag “Klopapier”.

    Ja, so kann es laufen. Nur gut, dass Sie meinen Bedruckungsvorschlag nicht persönlich nahmen – war ja auch nicht so gemeint.
    Politik war für die meiste Zeit meines Lebens kein Thema, dann ein rotes Tuch, bis gestern keinen Gedanken wert, und heute freue ich mich mit einem Politikwissenschaftler sprechen zu dürfen.
    (Wenn Sie einige meiner Beiträge gelesen haben, wissen Sie, dass Spott, Ironie und Sarkasmus in meiner Welt keinen Raum erringen können.)

    Nun frage ich micht: Lohnt es sich, über Politik, Politiker und Politikwissenschaft zu diskutieren.
    Ich ordne Poltik auf der Ebene der Kirchen ein. Es ist eine Machtebene. Von hier aus werden mit (einer außerordentlichen!) Macht Verwirrung, Konflikte und Ängste geschürt. Muss man darüber streiten?

    Ich sehe dieses Machtpotenzial als notwendig an. Für die Entwicklung in dem Sinne vernünftig, da unentbehrlich. Ginge es anders, würde es anders gehen.
    Schauen wir auf die Wirkungsfelder Verwirrung, Konflikte und Ängste, erklärt sich die Macht – meiner Meinung nach – nur damit, dass die Wirkungen fundamentale Existenzprobleme beschreiben und sich offenbaren MÜSSEN. Darüber wäre weiter zu sprechen, aus meiner Erfahrung vergebens, weil sich die Ursachen-Informationen auf der traumatischen Systemebene befinden und Menschen relativ schnell ein Thematisieren abblocken – natürlich!

    Bei meinen Annahmen, wie die Welt funktioniert, gehe ich – natürlich – sowohl von einer “Notwendigen Welt” als auch von einem Entwicklungs-Prozess mit finalem Wesen (oder Ergebnis = Ziel) aus. Alle anderen Modell-Alternativen machte mir keinen Sinn. Überzeugte mich jemand von der Sinnlosigkeit des – und damit meines – Lebens, studierte ich Politikwissenschaften. Nein, sollte ein Scherz sein, ich änderte meine Lebensgestaltung nicht.

    Sie haben hier ein interessantes, wertvolles Gespräch in gang gebracht, hartnäckig und gelegentlich nicht ohne ein kleines Hufeisen im Handschuh.
    Das Ergebnis rechtfertigt die Mittel. So beschreibt sich für mich das Leben, dem wir in unserer Verschiedenheit auf verschiedenste Weise dienen.

    In diesem Sinne nochmals meinen herzlichen Dank.

    Wolfgang

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