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Hätte eine Schenkkultur nicht ein viel größeres Potenzial als eine Tauschkultur?

Wenn wir uns die Schöpfung anschauen, so sieht es mir aus, als wäre eins der obersten Prinzipien der Schöpfung – ich schreibe extra neutral, um hier nicht das Männliche oder Weibliche zu bevorzugen – das bedingungslose Schenken. Die Sonne schickt uns rückhaltlos ihre Energie, so dass wir es hier warm haben. Mutter Erde verteilt Wasser, so dass wir zu Trinken haben, und lässt auf ihrem Boden Nahrung wachsen, so dass wir unseren Hunger stillen können. Auch ist ausreichend Luft da, die wir einfach so atmen können. Und auch Mütter schenken bedingungslos neues Leben. Ich postuliere mal, dass alle Lebewesen dieser Erde bis auf den bewusstgewordenen Menschen dieses Prinzip des Schenkens leben, und dass der Mensch dies im Paradies auch tat.

Die Frage, die sich mir stellt ist, wann wir Menschen bewusst angefangen haben, uns von diesem Prinzip des Schenkens hin zu dem des Tauschens zu wenden und damit das Paradies verließen. Ich sehe in dem Prinzip des Tauschens eine riesige Schwäche: wer nichts an Wert besitzt, kann auch nichts bekommen. Selbst, wenn genügend da ist, darf der Bedürftige es nicht nehmen, wenn er nicht den notwendigen Tauschwert besitzt.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieser Bewusstseinswandel etwas mit der Erfahrung von lebensbedrohendem Mangel zu tun haben muss. Schenken fällt immer leicht, wenn im Überfluss (wieder Paradies) vorhanden ist. Wenn aber z.B. ein Klimawandel plötzlich dazu führt, dass über lange Zeit immer weniger Nahrung da ist, wird es mit dem Schenken nichts, da man selbst über die Runden kommen muss.

Wie es dazu via Saharasia- Theorie gekommen ist, könnt Ihr nun auf Bürgerstimme weiterlesen, denn der Artikel wurde von dort angefragt und nun auch dort veröffentlicht:

Schenk- und Tauschkultur: Was hat das viel größere Potential?

  1. September 12, 2012 um 11:33 nachmittags | #1

    „Du verwendest oft den Begriff Freies Schenken. Was meinst du damit?“

    „Freies Schenken ist ein wesentlicher Bestandteil unseres Wirtschaftssystems. Während es früher darauf ankam, möglichst hohe Gewinne zu erzielen, gilt es beim Freien Schenken mit möglichst wenig Aufwand sich selbst und anderen möglichst großen Nutzen oder möglichst große Freude zu bereiten. Dabei ist eine direkte Gegenleistung nicht so wichtig, weil Nutzen und Freude auf den Frei Schenkenden mehrfach zurückfallen.

    Ein gutes Beispiel ist die Natürliche Ökonomie des Lebens. Der Staat schenkt jedem das Recht auf Teilhabe. Jeder darf sich einbringen und bekommt dafür tausend Gradido Grundeinkommen: »Tausend Dank weil du bei uns bist«. Damit gibt es keine Armut mehr, keine Arbeitslosigkeit, und je mehr Gemeinschaftsleistungen erbracht werden, desto reicher werden alle gemeinsam. Und das ist nur der Anfang. Mit dem Grundeinkommen ist jeder versorgt, hat aber noch viel Zeit übrig für andere Dinge. Viele gehen zusätzlichen Beschäftigungen nach. Ihr Verdienst ist steuerfrei, denn der Staat hat seinen Haushalt mit der zweiten Geldschöpfung bereits abgedeckt. Deshalb können sich die Leute auf ihre wesentlichen Tätigkeiten konzentrieren. Kannst du dir vorstellen, wie viel Potenzial dadurch frei wird? Die dadurch entstehende Wertschöpfung kommt allen Bürgern und damit auch wieder dem Staat zugute.

    gefunden in: Gradido – natürliche Ökonomie des Lebens

  2. Dezember 21, 2012 um 4:55 nachmittags | #2

    Die Idee der Gemeingüter ist denn auch der tragende Gedanke dieser Vision:

    Gehört in der Commonie allen alles? Oder nur das, was alle nutzen? Ich fühle das elementarer: In der Commonie würde primär alles sich selbst gehören. Das würde aus bisherigen Objekten, über die der Homo industrialis sich anmaßt, räuberisch zu verfügen – Boden, Pflanzen, Tiere, Kinder, Arbeitskräfte, Dinge, Wasser, Luft – Subjekte machen: Träger und Präger je eigener Rechte. [...] Das, was im Kapitalismus als Eigentum gilt, wäre in der Commonie mit einem umgekehrten Vektor versehen: Nicht ich mache etwas zu meinem Besitz, sondern ich gehöre mit allem, was mir eigen ist, dem Leben als Ganzem, der menschlichen und der mehr-als-menschlichen Naturwelt als Eigentum an.

    In der Commonie wird in der Vision Heimraths nicht “gewirtschaftet”, sondern “gemeinschaftet” – das Schenken ist der Ausgangs- und Bezugspunkt. Die Empathie wäre in dieser Gesellschaft Grundlage des Zusammenlebens, das Konsensprinzip Grundlage von Entscheidungen.

    gefunden in: Die Post-Kollaps-Gesellschaft

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  1. August 7, 2012 um 8:44 vormittags | #1
  2. August 9, 2012 um 11:53 vormittags | #2
  3. August 22, 2012 um 10:55 vormittags | #3
  4. August 22, 2012 um 10:58 vormittags | #4
  5. September 25, 2012 um 7:19 vormittags | #5
  6. Oktober 2, 2012 um 10:07 nachmittags | #6

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