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Ist Iran der böse Bube oder sind Demokraten an sich nicht wirklich dialogbereit?

Auf Facebook hat sich eine Diskussion zu den anlaufenden Kriegsvorbereitungen der westlichen Welt gegen den Iran im Hinblick auf die Dialogbereitschaft unserer westlichen Demokratien entsponnen. Auf vielen Mainstream-Kanälen wird der Iran wieder Mal genauso weichgekocht, wie damals Afghanistan, der Irak und zuletzt Lybien, um ohne weitere Protest in der Welt das dort lebende Volk zuerst mit den dreckigen Uran-angereicherten Bomben überziehen zu können, um sich dann anschließend über neu eingerichtete demokratischen Strukturen an den Ressourcen der Länder zu bedienen. Alle Zeichen stehen auf die Ausweitung des bisher wirtschaftlich laufenden 3. Weltkrieg nun auch auf den Waffengang auszuweiten. Denn dieses Mal werden China und Russland wohl nicht mehr wegschauen.

Ist der Iran wirklich der böse Bube? Wenn man sich anschaut, wer in den letzten Jahren wild um sich geschlagen hat, dann war das der Iran zumindest nicht nach außen. Er wäre auch verrückt, die eine mögliche Atombombe gegen wen auch immer zu schmeißen. Denn dass er gleich ein paar zurück erhält ist so offensichtlich, dass ein Präventivschlag durch den Westen schon gar nicht zu rechtfertigen wäre.

Und wenn man sich die komplette Rede von Ahmadinedschad vor der UN in New York am 22.09.2011, die von unseren Mainstreammedien so zerrissen wurde, anhört, so kann einem nur noch klarer werden, wer hier die wirklichen Aggressoren sind.

Zu dem ungebührlichen Verhalten der Delegationen, die den Saal vor der Rede verließen, meint Solveigh auf FB:

Dass verschiedene Delegationen während der Rede den Saal verlassen, sehe ich als Armutszeugnis dieser “Demokratien”, die nicht in der Lage sind, sich Meinungen anzuhören, die anders als die ihren sind, und die nicht die Toleranz und Großzügigkeit haben, diese auch gelten zu lassen. Armutszeugnis auch deswegen, weil sie damit den Wahrheitsgehalt dieser Rede unterstrichen und bestätigt haben. Sie sind in ihrer Respektlosigkeit, Intoleranz und Arroganz so dumm!”

Die Frage, die sich stellt ist, warum seitens der Regierenden unserer Demokratien inkl. der NATO seit Serbien keine echte Dialogbereitschaft zu erkennen ist. Solveigh meint dazu:

Schau’ in die Geschichte. Wann je waren sie zum Dialog bereit? Haben sie nicht immer den anderen ihren Willen, ihren Glauben, ihre Sichtweise, ihre Form von “Zivilisation”, die reine Barbarei ist, aufgezwungen, egal wann und unter welchem Deckmantel? Ahmadinedshad hat recht, wenn er sagt, das dies ein uraltes Problem ist, dass meiner Meinung nach – wie Du weißt – nicht erst mit dem Verschleppen der Sklaven aus Afrika begann. Es begann mit dem Morden, Vergewaltigen, Ausgrenzen und Ausrotten der Bewohner Kanaas und dem Erobern und Brandschatzen ihrer Dörfer und Städte, in deren Land die Israeliten eindrangen. Lies in der Bibel, wie sie dort vorgingen, welche Argumente sie anwandten und Begründungen sie fanden und vergleiche dies mit der Politik gegenüber jedem, der anders ist, seit dem in der Geschichte und der so genannten “zivilisierten” westlichen Welt heute gegenüber den Völkern, die einen anderen Weg für sich wählen oder gerade da sind, wo “sie” meinen irgendwelche “Bestizrechte” zu haben. Diese Politik wird auch im eigenen Land betrieben: Alles, was anders ist oder denkt als ich, wird entweder wie ich oder wird umgebracht, ausgegrenzt, als “minderwertig” verunglimpft. Daran ändert auch die dunkle Hautfarbe des Präsidenten der USA nichts, der innerlich weißer ist, als der schlimmste weiße Rassist des amerikanischen Kontinents. Daran ändert auch nichts, dass die Bundeskanzlerin eine Frau(?) ist, die gewissenloser handelt als jeder Mann es könnte.

Ich machte noch darauf aufmerksam, dass

Kanaa war doch auch nur eine Fortsetzung, was schon vorher lief, bei den Agyptern, genauso wie bei den Persern und ich meine auch bei den Indern und Chinesen …

Den Faden griff Solveigh gleich wieder auf:

Die Veden, die Weisheitslehren Buddhas, Dshuang-Dsis, Lao-Tses und Konfuzius’, die aus der Erfahrung genau der selben Leiden entstanden sind, stehen den meisten Menschen nicht als Lektüre zur Verfügung. Die Funktionsweisen, die zu den Leiden führen, sind freilich die selben.

Es gilt jedoch auch zu beachten, dass weder die Inder noch die Chinesen uns im Westen ihre Ideologie, Religion oder Lebens- und Gesellschaftsform aufzwingen (überstülpen) wollen, wohl aber umgekehrt. Die Diskussion zu den faschistoiden Reichen Chinas und Japans würde hier zu weit führen. Es kann nicht alles betrachtet werden, es geht jedoch hier, wie im Westen um die selben Herrschaftsmechanismen und Veränderungen im menschlichen Zusammenleben in grauer Vorzeit… Die asiatischen Religionen oder Philosophien sind strikt auf die Suche nach innerem und dadurch äußerem Frieden = Harmonie = Ausgleich der polaren Kräfte ausgerichtet. Die jüdische und die sich daraus entwickelten christliche und islamische Religionen agieren genau entgegengesetzt, da sie auf äußere Eroberung und Vereinnahmung und/oder Vernichtung anderer Völker ausgerichtet sind um “das Wort Gottes” und den Glauben an den “einzig gerechten lebendigen Gott” zu verbreiten – diese Haltung schließt Intoleranz bereits ein! Welcher Zynismus! Daran hat sich bis heute nichts geändert, auch wenn die westlichen Staaten keine “Gottesstaaten” sind, ist ihre Handlungsweise doch das genaue Abbild der diesen Gesellschaften zugrunde liegenden Religionen.

Freilich gab es das Eroberungsstreben und Versuche, eine “Weltherrschaft” aufzubauen auch in Asien und auch in anderen vor- und nichtchristlichen -islamischen und -jüdischen Ländern – die Maya, Inkas, Ägypten, Rom und Dshingis Khan mögen als Beispiele reichen. Was mich bei einem Blick auf die Geschichte aller dieser “Großreiche”, die “Weltherrschaft” anstrebten so ungemein beruhigt ist, dass sie am Punkt ihrer höchstmöglichen Ausedehnung in sich zusammenfielen wie ein Kartenhaus. Das steht der heutigen sich selbst angemaßten “Weltherrschaft” auch bevor. Und wenn ich mich nicht ganz irre, dann sind wir Zeugen ihres Zusammenbruchs.

Tatsächlich begann das Morden, Rauben, Brandschatzen, das Erobern und egoistische Verhalten der Menschen wohl mit dem Übergang vom Matriachat zum Patriachat auf unserer Erde, worüber gerade in der Bibel in der Auseinandersetzung mit den Kanaaiten und den anderen dort lebenden Stämmen anschaulich berichtet wird. Dabei sind die Kanaaiten DAS Beispiel. Es ging schlicht um das Ausmerzen der matriachischen Gesellschaft mit vielen Göttern, an der Spitze ein weiblicher Gott durch die patriachische Gesellschaft mit nur einem imaginären männlichen Gott – der auch noch (oder gerade darum?) rachsüchtig und blutrünstig ist und diese Grausamkeiten gegenüber den Andersgläubigen, “Heiden”, aber auch gegenüber Angehörigen des eigenen Volkes, die “vom Pfad Gottes abgewichen sind” – wer immer das wie definiert – ausrdücklich fordert und gut heißt, im Alten Testament vertreten durch die Israeliten, die in dieses Land eindrigen, weil es ihnen “von Gott geschenkt wurde” als einzige Begründung und die aufgefordert werden, “Bruder, Freund und Nachbarn zu töten”, wenn sie nicht dem einzigen wahren Gotte huldigen (Tanz um das Goldene Kalb) – “und es fielen an diesem Tag 5.000 Mann (Menschen)” – ist das nicht die perfekte Beschreibung faschistischer und diktatorischer Herrschaft?? Hier (für die westlichen Zivilisationen) fing die Unterdrückung der Frau, das Geringschätzen des Lebens der Frau für alle sichtbar an. Einige Reste des Matriachats finden sich in der Marienverehrung, zum Beispiel, die jedoch nicht dazu führen konnten, die Frau als Menschen und Lebensspenderin zu achten und zu ehren, sondern sie wurde (und wird bis heute unterschwellig noch immer) als teuflisch und verdammenswert geschildert und behandelt, gar als dumm, dem Manne untertan und nur da, ihm zu dienen, ohne Mann nicht lebensfähig usw. usf. Adam lässt sich von Eva verführen…

Übrigens handelt der heutige Staat Israel aus dieser Tradition und Geschichte heraus seit über sechzig Jahren und bis heute gegenüber dem palästinensischen Volk so grausam und menschenverachtend. Es ist dieselbe Geschichte… Aus genau dieser Geschichte heraus (die Christen haben das selbe Alte Testament) wurden die eingeborenen Völker nicht nur in den USA verfolgt, ausgerottet, Frauen und Kinder umgebracht, ihnen ihr Land, ihre Sprache, ihre Kultur, ihre Traditionen genommen. Ein gewaltiger, hundertfacher Genozid, der bis heute fortgesetzt wird, wo immer die USA, Israel und ihre Verbündeten in der NATO ihren Fuß hinsetzen.

Die Muslime haben im Grunde nicht anders, jedoch ein wenig abgewandelt gehandelt. Den zu erobernden Städten und Ländern wurde freigestellt, Tribut zu zahlen, zum Islam überzutreten (große Steuerbegünstigungen) oder dem Erdboden gleichgemacht, gebrandschatzt, geplündert zu werden – das ganze bereits bekannte Reportoir

Einen solchen grausamen Gott und solche unmenschlichen Handlungsanweisungen finde ich in den asiatischen Religionen nicht. Selbst Kali, die “Todesgöttin” verkörpert Leben UND Tod – das eine bedingt das andere, das eine bringt das andere hervor. Der ewige Kreislauf des Lebens, Gleichgewicht, Harmonie…http://de.wikipedia.org/wiki/Kali_%28G%C3%B6ttin%29#Bedeutung

Als Kind war genau dieses alte Testament für mich der Grund, mich nach meiner Kommunion mich von der Kirche abzuwenden. Mir war es völlig unlogisch, dass ein Gott strafend sein könnte und zudem so blutrünstig. Und nachdem ich noch von den Kreuzzügen und den Hexenverbrennungen erfuhr, und zudem die aktuelle Kirchenpolitik sah, die noch immer in alten Strukturen hängt, war auch der Austritt klar.

Und Solveigh scheint mir mit ihrer Interpretation, dass diese patriarachelen Religionen die Gedanken auf Unterdrückung in alle unsere Fasern tragen, bis hin, über Krieg anderen Völkern unseren Segen aufzuzwingen, ob sie es wollen oder nicht.

Kann, wer hierarchisch denkt, nicht wirklich Dialog bereit sein?

  1. Dezember 29, 2012 um 12:29 vormittags

    Sehr langes Video aus 2006 mit zig Aha´s Schlag auf Schlag über Jene, die die Strippen im Hintergrund ziehen:

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  1. Januar 9, 2012 um 10:51 vormittags

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