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Steht die Menschheit vor einem Bewusstseinssprung?

Dezember 12, 2011

Ich hatte vor ein paar Wochen gefragt Wie viele Menschen braucht es, um eine neue Idee, einen Wandel herbeizuführen?, woran sich eine intensive Diskussion entspann und heute Nacht der 111. Kommentar folgte. Immer mehr geht es um unser Bewusstsein, auch auf vielen anderen Blogs wird es zum Thema gemacht. Fragen wie “Konstruiert sich jeder Mensch seine eigenen Realität?”, “Ist unser Bewusstsein nur ein Teil eines Gesamtbewusstseins?”, “Tauschen unsere Unterbewusstseine sich mit denen anderer Menschen aus, da alles miteinander verbunden ist?”, “Gibt es doch so etwas wie eine Reinkarnation, da alle Information in den Elektronen gespeichert wird und über das Einstein-Rosen-Podolski-Paradoxon auch noch Teilchen, die einmal zusammen waren, später immer noch voneinander wissen?”

Wolfgang hat diese Nacht folgenden Kommentart zur Ausgangsfrage geschrieben:

Wenn ich verschiedene Wissenschaftler, mit denen ich mich in den letzten Tagen beschäftigte, richtig verstand, geht es der Evolution um die Entwicklung von BEWUSSTSEIN. Einer der Herren war so ehrlich zu gestehen, dass man Mühe habe mit einer Definition, was Bewusstsein genau ist. Gleichwohl erwartet man einen Bewusstseinssprung auf eine andere Ebene, eine, auf der Frieden herrscht.

Bewusstsein bedeutet in der Praxis – auf Grundlage der Quantenmechanik – etwas sehr Einfaches: Es erschafft die reale Welt. Eine Theorie lautet: Jeder Mensch erschafft sich seine (eigene) Welt.

Nun, das kann ich nicht so recht nachvollziehen, weil nicht gerade wenige Menschen eher einer relativ bewusstlosen Masse angehören. Aber wenn Menschen die materielle Realität wegen mangelnder Fähigkeiten gar nicht erschaffen können, gibt es vielleicht ein anderes Bewusstsein, das das kann; die Schöpfungsgeschichte bittet um Aufmerksamkeit.

Was für ein Bewusstsein entwickelt sich? Wir leben in einer Ordnung, die auf mehreren Ebenen die laufende Entwicklung regelt, kontrollierend gestaltet. Wer kennt diese Ordnung? Wer sie kennt, hätte Bewusstsein über das Leben und könnte ohne jedes Problem der Ordnung folgend handeln. Er wäre integer und mit sich und der Welt im Reinen – und in Harmonie.

Was könnte Menschen, die an sich intelligent sind und mit Affinität und Engagement in der Welt stehen, am Verstehen der Ordnung hindern?

Man sagt, der Mensch sei sowohl „Gut“ als auch „Böse“, und er hätte einen Freien Willen zu entscheiden, welchen Weg er geht. Aber wie kommt es, dass Mensch sich mal für das „Richtige“ (Vernünftige) und mal für das „Falsche“ (Destruktive) entscheidet? Kennt er die Ordnung nicht, in der er lebt? Mangelt es ihm an Bewusstsein darüber, mit welchen Mitteln das Leben Entwicklung hin zu seinem Ziel verfolgt? Entscheidet er sich für das „Gute“, ohne zu wissen, was WIRKLICH gut ist?

Um es auf den Punkt zu bringen:
Die ANNAHME, dass es Gutes und Böses gibt, halte ich für falsch.
Dagegen teile ich die Ansicht, dass es das Gute OHNE das Böse gar nicht geben würde.
Ich gehe sogar einen Schritt weiter: Ohne das Gute gäbe es das Böse nicht.
In meinem Weltbild stehen sich lediglich zwei grundsätzliche Andersartigkeiten gegenüber. Und ihr Anders-Sein gestattet grundsätzlich keine objektive Bewertung des Anderen, ohne das genau wüsste, worin die Andersartigkeit besteht.
(Das Erkennen des Anderen kann nur geschehen durch das, was die Quantenphysiker den „Beobachter“ nennen – er ist potenziell in jedem Menschen vorhanden.)

Krieg entsteht nur, wenn zwei Seiten sich (gegenseitig) sowohl selber für Gut, als auch die Anderen als Böse erklären.

DAS könnte zum Beispiel Inhalt eines Neuen Bewusstseins sein:
Andersartigkeit als Neutral zu fühlen und verschiedenartige Ansprüche nicht mehr mit Emotionalität (Hass), sondern mit Vernunft zu begegnen.

Im Sinne der Eingangsfrage würde dies in meinem Sinne bedeuten:
Nächstenliebe leben zu können,
so wie Jesus es erklärte,
auch seine FEINDE zu lieben,
also die zu verstehen,
die NUR anders sind.

Wolfgang

Ja, Jesus. Ich habe seit meiner Kommunion allen Religionen den Rücken gekehrt und damit auch Jesus. Ich habe sogar vertreten, dass es ihn wohl nicht gegeben hätte, da kein Zeitzeuge über ihn geschrieben hat.

Inzwischen scheint mir sein Wirken – losgelöst von unseren Kirchen – immer interessanter unter dem Aspekt unserer aktuell warzunehmenden Bewusstseinsveränderungen hin zu SEIN (Liebe, Teilen, Kooperation) anstellen von HABEN (Konsum, Gier, Konkurrenz). War er seiner Zeit um zweitausend Jahre voraus?

Anmerkung vom 15.02.2014: Ich habe den Thread auf Wunsch von Wolfgang geschlossen. Es ist genug gesagt …

Kategorien:Ethik, Gesellschaft Schlagworte: ,
  1. Februar 14, 2014 um 4:46 nachmittags

    Es wäre schön, wenn Einzelbeiträge in einem Kommentar getätigt werden. Wird den anderen Kommentatoren gerechter und macht die Sache übersichtlicher ;-)

    Gruß Guido

  2. Gerd Zimmermann
    Februar 14, 2014 um 4:49 nachmittags

    Ich siege nicht, da ich auch nichts zu verlierenen habe…

    Ich glaube Dir das.

    Ich verliere nicht, da ich nichts zu gewinnen habe….

  3. Februar 14, 2014 um 4:53 nachmittags

    ”An das Mögliche muss man nicht glauben, weil das Leben selbst bereits das Mögliche als Dynamik verursachtE. Es (ES) entwickelt sich, auf der einen wie auf der anderen Seite. In einem Rahmen, der keine Alternative für das Mögliche zulässt – das Mögliche WIRD geschehen, eben weil es nötig ist. Und da sehe ich den eigentlichen Wert des Lebens, nicht WAS es WANN und WIE hervorbringt, sondern DAS es hervorbringen kann. Das zu fühlen ist vielleicht ein Schlüssel, um etwas federleichter das Feld der Leere zu beleben.”

    DAS ist eine sehr treffende Beschreibung für die HARMONIE und für das Wirken der realen Bildersprache, vom Gefühl her, nicht vom Wissen her.

    Gruß Guido

  4. Februar 14, 2014 um 5:01 nachmittags

    Verlust und Gewinn beziehen sich aufs HABEN – nicht aufs SEIN.

    Gruß dir und auch Guido.

  5. Gerd Zimmermann
    Februar 14, 2014 um 5:01 nachmittags

    Es waere schoen, wenn alles Schoen waere, das Schoene wieder als Schoen betrachtet wuerde und somit das Schoene wieder den Platz einnehmen wuerde dem das Schoene gebuehrt.

    Leonardo

    Goethe

    Tesla

    Putin

  6. Februar 14, 2014 um 5:14 nachmittags

    “wäre” ist eine potentielle, doch (noch) nicht gewordene Möglichkeit, real scheinende , irreale Bewegung des Seins. Noch nicht potenziertes Sein ist das, was als “wäre” zu verstehen wird. Es ist eine Welle innerhalb der Irrealität.

    Schönheit betrifft nur die Form, die ebenfalls die Blase der Irrealität betrifft , welche jedoch ein großes Potential an Anziehung/Verschmelzung der illusorischen Gegensätze und /oder bestehender Elemente der Irrealität .

  7. Gerd Zimmermann
    Februar 14, 2014 um 5:28 nachmittags

    Hast Du Eier? Hast Du . Du musst dich nicht immer verbiegen vor Dir selbst.

    Du weinst nicht jeden Abend, weil Du geboren bist.

    Du hast keine Angst vor einem Universum.

    Du schaust interessiert in das Licht.

    Ich mag das Wissen wissen.

    Fantasie eines Kindes ist ein Geschenk.

  8. Gerd Zimmermann
    Februar 14, 2014 um 5:36 nachmittags

    Guido macht das mit dem Gesamtbewusstsein und den ganzen Scheiss den niemand glaubt.
    Wer glaubt schon an Gott, wenn er Wolfgang rasieren muss.

  9. Gerd Zimmermann
    Februar 14, 2014 um 5:56 nachmittags

    Doch ich duelliere mit Egos nicht….ein feiner Zug

    Ego: habe ich aufgegeben fuer die Gemeinschaft

    Bewusstsein, unglaublich, soviel Wissen

  10. federleichtes
    Februar 14, 2014 um 7:16 nachmittags

    Nun haben wir das Thema, wo es hingehört. Wurde ja man Zeit, gell.

    Martin, ich bitte Dich um Schließung des Themas.

    Gruß
    Wolfgang

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  1. Juli 24, 2014 um 1:06 vormittags
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