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Was unsere Finanzkrise mit dem Untergang des römischen Imperiums zu tun hat …

Es gibt mindestens zwei Wege, einen Beweis anzutreten. 1.) Man geht an das Thema logisch heran, oder 2.) man sucht nach bekannten Ähnlichkeiten. Den Punkt eins in Bezug auf unser zinsbasiertes Geldsystem hatte ich in einer Reihe von Artikeln schon abgearbeitet. Nun lasst uns auf die Geschichte schauen und an ähnlichen Abläufen erkennen, was auch uns passieren wird, wenn wir nicht den Mut aufbringen, an den bestehenden System die notwendigen Korrekturen anzubringen.

Auf den Text weiter unten bin ich in einem anonym eingestellten Kommentar auf dem Blog konsumpf gestoßen, einem Forum für kreative Konsumkritik. Der Text zitiert aus dem Buch Börsenkrach und Weltwirtschaftskrise. Weg in den Dritten Weltkrieg, 2006 von Günter Hannich. Dieser geht auf die Ergebnisse einer von Reichskanzler Bismarck  beauftragten Analyse von  Prof. der Nationalökonomie, Dr. Gustav Ruhland, ein, die dieser in dem Buch System der politischen Ökonomie veröffentlichte. Da Deutschland in Richtung “Größe” unterwegs war, sollte die Frage beantwortet werden, warum alle Hochkulturen und Weltreiche in der Geschichte untergegangen sind, um sich selbst dagegen zu schützen.  Als Ruhland im Jahr 1890 von seinen weltweiten Reisen zurückkehrte, war Bismarck bereits nicht mehr im Amt, die Erkenntnisse konnten nicht mehr verwertet werden. Interessant sind die Entdeckungen trotzdem, da sie klar darlegen, dass in der Geschichte immer der gleiche Zerstörungsmechanismus beim Untergang von Völkern und Kulturen im Spiel war.

<<<<< Beginn Textzitat >>>>>

Egal, ob es sich um die Geschichte der Griechen, Römer, Araber, Spanier usw. handelt, die Ursache des Unterganges war immer in der Ökonomie zu suchen. Dabei spielten die Zinsen die entscheidende Rolle:

Zinsen > Vermögenskonzentration > Verschuldung > Zinssklaverei > Dekadenz – Brot und Spiele > Gesetze/Steuerlast – Unruhen > Zusammenbruch

Jede Hochkultur war auf Geld aufgebaut. Wie auch heute, wurde die Währung nur gegen Zahlung von Zinsen weiterverliehen. Langfristig kamen dadurch Diejenigen, die am meisten Geld erobern konnten (meist durch Raub oder Betrug) in eine immer vorteilhaftere Stellung. Je mehr Geld Jemand hatte, das er nicht für die Alltagsgeschäfte benötigte, umso mehr konnte er verzinst weiterverleihen und wurde dadurch noch reicher. Mit fortschreitender Zeit kam jener Zinsautomatismus in Gang, der uns heute wieder bedroht. Die Währung sammelte sich in immer weniger Händen. Der Bauernstand wurde durch Verschuldung vernichtet, es kam zur Entvölkerung des Landes, da die Ländereien von den Reichen in zunehmendem Maße übernommen wurden.

Der Untergang der Römer

Im Römischen Reich besaßen bald nur 2000 Familien ganz Rom! Für die Produktion wurden immer mehr Sklaven eingesetzt – die selbständigen Gewerbetreibenden konnten nicht mehr konkurrieren und verarmten.

Im alten Rom musste jeder, der Schulden machte, sich selbst als Pfand dafür anbieten. Sobald der Schuldner die Schuldzinsen dafür nicht mehr aufbringen konnte, legte der Gläubiger einfach Hand an ihn und erwarb ihn damit als Schuldsklaven. Da das Kapital sich durch das Zinssystem immer schneller vermehrte und die Bevölkerung bereits nach wenigen Jahrzehnten ausgeblutet war, war man auf ständige Eroberungen angewiesen. Die vereinnahmten Provinzen wurden rücksichtslos ausgebeutet. Mit dem Verschwinden des heimischen Bauernstandes war die Brotversorgung auf Getreidelieferungen aus immer größeren Entfernungen angewiesen. Damit wurde die Versorgung immer unsicherer und häufig dem Zufall überlassen.

Ruhland: „Aber während die römischen Bauern in fernen Ländern die feindlichen Armeen vernichteten, hatte der Kapitalismus in der Heimat die Alleinherrschaft errungen. Von da ab geht unverkennbar die Entwicklung mit eilenden Schritten abwärts. In wenigen Jahrzehnten ist der altrömische Bauernstand vernichtet.“ Ungeheure Wahlbestechungen lieferten Brot und Spiele für die proletarischen Bürger. Um die hoffnungslosen Massen ruhig zu halten, wurden Gladiatorenspiele eingeführt: „Weil die Masse der Bürger in Rom verarmt war, keine Beschäftigung fand und nichts zu essen hatte, hat man staatliche Getreidelieferungen zu billigsten Preisen eingeführt. Und um eventuell gefährlich werdende Langeweile des Bürgerproletariats zu verscheuchen, wurden „öffentliche Spiele“ gewährt.“

Die Situation verschlimmerte sich und nur durch blutigere Vorführungen, mit beispielsweise einer zunehmenden Zahl von Löwen, konnte das Volk bei Laune gehalten werden. Auf der anderen Seite nahm der Reichtum der oberen Schicht kaum vorstellbare Ausmaße an, was zu Luxus und Genusssucht führte. Ruhland merkte dazu an: „Im Jahr 104 v. Chr. konnte der Tribun Phillipus in öffentlicher Rede erklären, dass es in Rom nicht mehr als 2000 Personen gebe, welche ein Vermögen hätten. Diese Verarmung des Volkes durch Bereicherung der oberen Zweitausend hat sich anscheinend in erschreckend kurzer Zeit vollzogen.“ Die Kultur verkam in Dekadenz. Nur noch der Besitzer von Geld wurde geachtet; „Geld gibt Geltung“ hieß die Losung. Dadurch kam es zu einer fortschreitenden Sittenverderbnis mit Erbschleicherei, Erpressung und Bestechlichkeit für Richter. Vetternwirtschaft verhinderte, dass fähige Personen in entscheidende Stellungen gelangen konnten.

Auch im privaten Bereich änderten sich die Gewohnheiten. So wurde die früher heilig gehaltene, unauflösliche Ehe zu einem leicht lösbaren Vertrag. Gleichzeitig war eine starke Zunahme der Prostitution feststellbar. Ruhland:

In großen Wirtshäusern speisend, in armseligen Schlafstellen wohnend, fehlte dem römischen Proletariat fast jede Gelegenheit, sich auf ehrliche Weise etwas zu verdienen, nachdem die Großkapitalisten alle Produktionsmittel an sich gerissen und überall die billigere Sklavenarbeit verwendeten.

Der Zinseszinseffekt zeigte sich in erschreckendem Ausmaß:

Als dann Sulla im Jahr 84 v. Chr. Kleinasien eine Kriegssteuer von 102 Millionen Mark auferlegte, die von römischen Kapitalisten vorgestreckt wurde, weil das Volk nicht selbst bezahlen konnte, da war binnen 14 Jahren die Schuldsumme auf das Sechsfache gewachsen, sodass die Gemeinden ihre öffentlichen Gebäude, die Eltern ihre Kinder verkaufen mussten, um den unerbittlichen Gläubigern gerecht zu werden.

Im weiteren Verlauf kam die politische Führung in die Hände der Bankiers. Bürgerkriege begannen und sozialistische Strömungen machten sich geltend. Ruhland:

Unmöglich kann also unter der Herrschaft des Staatssozialismus eine besondere Lebensfreudigkeit in der Bevölkerung geherrscht haben. Sonst hätte man sich nicht allgemein gescheut, Nachkommen in die Welt zu setzen, und nicht so häufig zum Selbstmord gegriffen, um dieser Welt rascher den Rücken zu kehren.

Die Ruhigstellung der Proletarier führte zu steigenden Staatskosten und entsprechenden Steuerlasten. Das aus dem Ruder laufende System war letztlich nur noch über mehr Gesetze im Griff zu behalten. Die freie Berufswahl wurde verboten und durch Zwangsmaßnahmen abgelöst. Am Ende konnte das Römische Reich von einigen tausend schlecht bewaffneten Germanen überrannt werden – römische Soldaten, bzw. Geld für Verteidigung gab es schon lange nicht mehr. Die Geldwirtschaft verschwand und die ineffiziente Naturalwirtschaft nahm ihre Stelle ein.

Dabei dürfen bei den Missständen in Rom nicht Ursache und Wirkung verwechselt werden. Der gesellschaftliche Verfall war dabei nicht die Ursache des Niedergangs,
sondern nur die Folge des Zinskapitalismus:

Was sich von da ab an schreienden Missständen in Rom einstellt, sind in noch auffälligerer Weise alles nur Folgeerscheinungen der Alleinherrschaft des Kapitals. …Wer also hier reformieren und heilen wollte, der musste die eigentliche Ursache all dieser Übelstände, nämlich die Alleinherrschaft des Kapitals beseitigen…

Die Symptome für den Untergang der Römer deutete Ruhland wie folgt:

  • Zunehmende Verschuldung des Volkes, Vernichtung des Bauernstandes, Entvölkerung des Landes.
  • Vernichtung der selbständigen Gewerbetreibenden durch Gewerbesklaven.
  • Der Welteroberung folgt die rücksichtsloseste Erwerbssucht der Römer. Stadthalter, Steuerpächter, römische Kaufleute und Geldverleiher wetteifern im Auswuchern der Provinzen.
  • Mit dem Verschwinden des heimischen Bauernstandes ist die Brotversorgung des Volkes auf Getreidezufuhren aus immer größerer Entfernung angewiesen.
  • Ungeheure Wahlbestechungen liefern Brot und Spiele für die Bürger.
  • Die Heeresmacht des Staates wird allgemein zur Eintreibung privater Wuchergewinne in den Provinzen und Nachbarstaaten verwendet.
  • Fabelhafte Zunahme des Reichtums, des Luxus, der Genusssucht.
  • Fortschreitende Sittenverderbnis, Erbschleicherei, Wucher, Erpressung, Bestechlichkeit der Richter und Beamten. Starke Zunahme der Prostitution, Eheflucht, stetiger Rückgang der Bevölkerung.
  • Der Adel verschwindet mehr und mehr. Die politische Führung kommt in die Hände der Bankiers. Die Handelsleute der ganzen Welt versammeln sich in der Hauptstadt. Die Bürgerkriege beginnen.
  • Die Versorgung der Proletarier auf Staatskosten führt rasch zur Ausbreitung des Staatssozialismus auf zwangsgenossenschaftlicher Basis.
  • Der Staatsbankrott wird chronisch. Der Rückgang der Bevölkerung dauert an. Die Geldwirtschaft verschwindet nach und nach. An ihre Stelle tritt wieder die
  • Naturalwirtschaft.

Nach dieser Symptombeschreibung befindet sich unsere Gesellschaft bereits im Endstadium des Zerfalls: Das Volk ist hoch verschuldet, die Bauern werden zunehmend unter Druck gesetzt und die Nahrungsmittel werden in immer größerer Menge aus dem Ausland eingeführt. Durch zunehmende Monopolisierung kommen auch die selbständigen Gewerbetreibenden in die Klemme.

Die politischen Affären zeigen ganz deutlich, wie wir bereits gesehen haben, dass die Politik nur noch von den Finanziers aus der Wirtschaft abhängig ist. Auch Brot und
Spiele gehören heute zum Alltag, um die Bevölkerung ruhig zu stellen und Unmut zu verhindern. Die Armen werden mit Sozialhilfe besänftigt und die Masse mit immer niveauloseren Fernsehsendungen abgelenkt.

Im Gegensatz dazu nimmt der Reichtum in wenigen Händen immer gewaltigere Formen an, was sich in übertriebenem Luxus und ausufernder Genusssucht äußert. Die Sitten verkommen unter diesen Umständen zunehmend, die Scheidungsraten steigen, Betrug nimmt zu und Lüge wird als erfolgreiche Eigenschaft in der Wirtschaft
begrüßt. Durch die zunehmende Anzahl der Menschen, die auf Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe angewiesen ist, entsteht eine Art Staatssozialismus, der jedoch nur mit
einer immer weiteren Einengung der persönlichen Freiheit aufrechterhalten werden kann.

Was heute noch fehlt, ist nur noch die letzte Stufe: Der Zusammenbruch des Geldsystems, mit dem Niedergang jeglicher Kultur.

<<<<<< des zitierten Textes >>>>>>>

Wollen wir tatsächlich ein weiteres Mal sehenden Auges in unser Verderben rennen? Oder schaffen wir es dieses Mal, Dank unserer neuen Kommunikationsmöglichkeiten schneller zu der Erkenntnis zu kommen, dass es auch anders gehen könnte?

Ich jedenfalls ließe mich gerne einen Gutmensch schimpfen, wenn wir es dieses Mal besser machten und nicht wieder so viel Leid über uns Menschen dieser Erde brächten.

  1. November 21, 2011 um 1:47 vormittags | #1

    Das war wieder mal gut, Mike.
    Es ist nur gut, dass Du hier nicht geblockt wirst, und auch selber weiter ins Fließen kommst.

    Du hast Recht: Wer Wahrheiten verkündet, ist nicht ungefährlich.

    Die Idee, Maschinenleistung in die Berechnung der Möglichkeiten für ein Grundeinkommen einzubeziehen, hatte ich auch, habe es nur vergessen zu erwähnen.
    Menschen dürfen nicht ERSATZLOS gegen Maschinen ausgetauscht werden. Die ersparte menschliche Leistung gehört in den TOPF!
    Nun wird man einwenden, dass dann die Produkte zu teuer werden. Nun ja, wenn man sie nicht mehr verkaufen kann, läßt man das Produzieren halt nach – Marktwirtschaft. Vielleicht will man auch nur seine Gewinne oder die Renditen der Aktionäre nicht schmälern. Dann läßt man’s halt nach. Auf was sind die Menschen hier denn wirklich angewiesen? Panzer zu bauen und zu exportieren, damit sie im Gegenzug Weihnachten frische Erdbeeren essen können?
    Wir brauchen doch nicht wirklich Müller, damit wir Milch trinken können. Wir brauchen nur eine Muh, und jemanden, der sie bedienen kann. Melkmaschinen?
    Es ist ja leider eine Tatsache, dass der Mensch erpressbar gemacht wurde, indem man ihm einen Bedarf suggerierte, der für ein Leben in Freude völlig unbrauchbar, ja kontraproduktiv ist. Für Geld opfert er nun Lebenszeit, und das gibt er aus, um noch mal Opfer zu werden.

    Dass der Staat einem Bürger die Existenzberechtigung zu garantieren hat, halte ich für eine totale Verdrehung der Realität. Die Bürger, die Arbeit leisten, garantieren die Existenz des Staates – so wird ein Schuh daraus. Dass sie das leisten und sich als Dank betrügen und belügen lassen, ist eine geradezu heroische Leistung: Die Malocher sind Helden.
    Und was sind die Staatsbediensteten? In meinem Dorf könnten sie als Tagelöhner den Mist aufbereiten und Stroh dreschen – davon verstehen sie ja sehr viel, echte Fachkräfte. Vielleicht läßt man sich für sie noch eine Ver-Ordnung einfallen, um ihnen gelegentlich und willkürlich das Essen verweigern zu können. Es ist für jeden Menschen gut, mal auf beiden Seiten gestanden zu haben, also die reinste Wohlwollen-Verordnung.

    Mein Zorn, falls das jemanden interessiert ist eiseskalt.

    Wolfgang

  2. November 21, 2011 um 1:11 nachmittags | #2

    Hallo Wolfgang,
    Du hast nicht zwischen den Zeilen gelesen, dieser Satz hat einen doppelten Sinn. Entweder kann der Staat im Extremfall ja sogar über meinen vorzeitigen Tod entscheiden, dann muß er bis dahin aber auch ein würdevolles Leben ermöglichen (garantieren), durch Arbeit, nicht durch gebratene Tauben, die so hoch am Himmel fliegen, das sie nur die wenigsten erreichen können oder ich muß das Recht haben, mir die Gemeinschaft selbst bestimmen zu können und bin nicht oder eingeschränkt an die staatsbürgerlichen Pflichten gebunden. Das stinkt dolle nach Anarchie, ich weiß!!!
    Kleines praktisches, reales Beispiel aus den Leben. Ich habe studiert und nie als reiner Maurer gearbeitet. Die größte Firma der Nation hält es ohne meine Person noch einmal befragt zu haben für angemessen und meinen persönlichen Umständen für zumutbar, das ich, 52 jährig, als Maurer eine Beschäftigung aufnehmen muß. Damit habe ich quasi in zwei Jahren meine Qualifikation in den müll eimer geworfen, weil mich selbst wenn ich in den Jungbrunnen fallen würde als 42 Jähriger mit zweijähriger Berufsunterbrechenung, nicht einmal mehr als Polier eine anstellung erhalten würde. Das klingt fast wie Arbeitslager. Vielleicht hat ja der Verfassungsschutz schon dem Amt einen Tipp gegeben. “Der hat zu viel Freizeit und wiegelt das Volk auf!” ;-) Auszuschließen ist es jedenfalls nicht.
    Ich wollte damit kein abschließendes Urteil fällen, aber wenn wir anfangen, uns über zukunftige Strukturen Gedanken zu machen, steht auf jeden Fall auch die Frage, wie viele Befugnisse darf ein übergeordnetes Organ und die wird es zweifelsfrei geben müssen, nach meinen Ansichten jedenfalls, haben?
    Noch einen Ratschlag, Zorn ist immer der schlechteste Ratgeber. Viele Grüße com. Mike

  3. November 23, 2011 um 11:47 nachmittags | #3

    Hallo Mike,
    ehrlich gesagt habe ich Mühe, hier die vielen Zeilen zu lesen. Du wirst mir meine Unaufmerksamkeit nachsehen.

    Ein Staat darf in keiner Weise über das Leben der Bürger verfügen.

    Über etwas Anderes ist mit mir nicht zu diskutieren.

    Wenn es denn überhaupt einen “Staat” geben muss, hat er die Pflicht, seine Bürger zu beschützen. Und er hat das Recht, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Das kann sein, einen Gewalttäter aus der Gesellschaft zu entfernen und ihn zu isolieren.

    Weiterhin hat der “Staat” die Pflicht, sich um das Befolgen des Grundgesetzes zu kümmern.

    Und was ganz wichtig ist: Der “Staat” muss für Gerechtigkeit sorgen, dass die Menschen, die auf dem Staatsgebiet leben, auch gleichermaßen an den Grundeinkünften des LANDES beteiligt sind.

    Übergeordnete Organe?
    Sollte ich jemals in einem Dorf an Entscheidungsfindungen beteiligt werden, fühlte ich mich sicher weder als übergeordnet (da ich mich dem Willen des Dorfes UNTERordnen muss) noch als privilegiert (ist ne Menge Arbeit).
    Die Ordnung ist: DAS Dorf entscheidet. Es wird allerdings Menschen geben, die Entscheidungen vorbereiten, damit vernünftig entschieden werden kann. Und es wird, wenn Gefahr droht, auch mal sofort und von einer Person entschieden werden müssen.
    Im Dorf wird eine vernünftige Solidarität wachsen, nicht von gleich auf jetzt, aber daran glaube ich.

    Damit erst mal gut.

    Übrigens ist Zorn Audruck der “Lebenskraft Aggression”, eine Energie, die der gewaltlosen Verteidigung des Lebens dient. Du meintest sicher Angst.

    Wolfgang

  4. Dezember 9, 2011 um 11:41 nachmittags | #4

    Hier bittet Jemand ganz lieb die Wall Street Bonzen, endlich damit aufzuhören, die Welt zu zerstören:

  5. Dezember 11, 2011 um 1:33 nachmittags | #5

    Und hier kommt gleich noch einer von ihm hinterher:

  6. Helmuth Munk
    Januar 3, 2012 um 5:14 nachmittags | #6

    Hallo Herr Dr. Martin Bartonitz,

    Ich habe eine Grundsatzfrage!
    Warum gibt es eine extreme Berwertungsdifferenz von Realwerten zu Finanzwerten?
    Wie kann man das ändern?
    Die Realwerte haben doch eine wesentlich größere Wertschöpfung.
    Während die Finanzwerte sich über Softwarepakete selbst steuern.
    Vergleiche Wertveränderung Immobilie zu Finanzwerten in den letzten 25 Jahren

    • Januar 3, 2012 um 5:57 nachmittags | #7

      Hallo Herr Munk,
      um das “professioneller” beantworten zu können, bräuchte es Jemanden vom Fach.
      Aus meiner Leienperspektive: Eine Wertschätzung ist flüchtig wie die Mode. Wenn Niemand das Angebotene haben will, ist es nichts wert. Wollen es Alle haben, hat es den maximalen Wert. Was nützt es, eine Immobilie auf einer Insel zu besitzen, auf die Niemand hinkommt.
      Um etwas im Wert zu steigern, muss Werbung gemacht werden. Daher auch vielen tollen Nachrichten zu Unternehmen, die an der Börse gelistet werden. Sobald Nachrichten kommen, die negativ bewertet werden, geht der Kurs und damit der Firmenwert herunter.
      Damit hat kein Gegenstand einen beständigen Wert. Selbst der Mensch wird weniger Wert, wie wir das gerade in der USA feststellen dürfen. Seit dem neuen Jahr dürfen USA-Bürger vom Militär nach Belieben eingesackt werden ohne andere über den Aufenthaltsort informieren zu können. In meinen Augen Faschismus pur. Das war im Dritten Reich so möglich, nun also auch in den Staaten.
      Mir scheint, dass eine Ökonomie, die ohne eine Bewertung auskommt, die humanste. Wenn die vorhandenen Ressourcen der Welt gerecht verteilt werden, braucht es keine Bewertungen (siehe z.B. Resourcen-basierte Wirtschaft des Zeitgeist Movement), Oder?
      Viele Grüße, Martin Bartonitz

    • federleichtes
      Januar 3, 2012 um 6:25 nachmittags | #8

      Hallo Helmuth,
      ich bin auch kein Fachmann, aber ich versuche es mal mit meiner Logik.
      Ein Realwert ist ein Haus. Es bleibt ein Haus, Objekt mit Nutzen = Wohnwert.
      Ein Finanzwert ist objektiv überhaupt kein Wert, nur entstanden aus der Übereinstimmung vieler, diesen als Wert anzuerkennen.
      Man könnte den wahren Finanzwert erkennen, wenn niemand mehr Zinsen zahlt, wenn sich Teile der Bevölkerung autark machen und/oder ihren Besitz reduzieren auf das, was sie tragen können – und das noch mit anderen teilen.
      Wie sagte ein Indianerhäuptling: Erst wenn der letzte Baum gefällt und der letzte Fluss vergiftet ist, werden die Menschen merken, dass man Geld nicht essen kann.
      Die Menschen, von denen ich spreche, merken das früher, ganz sicher.

      Ich wünsche Ihnen einen guten Abend.

      Wolfgang

      • Jens
        Februar 5, 2013 um 1:30 vormittags | #9

        Es ist relativ einfach !
        Alle Finanzwerte sind Hoffnungswerte ! Hoffnung das es dieses Geld Morgen noch gibt. Da die größere Menge denkt und hofft ,daß es dieses Geld Morgen noch gibt ,steigen diese Werte (obwohl nichts drin ist ) .
        Das jetzige Finanzsystem ist ein Hoffnungssystem .Wenn genügend Leute merken ,daß es keine Hoffnung mehr gibt ,bricht es ein … siehe oben in Rom.
        Erst mit dem Ende des Finanzhoffnungssystemes erhalten Haus und Hof wieder einen nachvollziehbaren Wert.

  7. Januar 25, 2012 um 9:58 nachmittags | #10

    Mir fiel gerade noch so ein böser Satz ein. Sind wir nicht der Staat, also warum lassen wir so mit uns umgehen? Viele Grüße Mike

  8. Charly Böhmer
    Januar 26, 2012 um 2:15 nachmittags | #11

    Hallo Eifelphilosoph, hallo Dr. Bartonitz, hallo Hr Jensen, Hallo Mike,
    heute morgen, so gegen 7.0 Uhr bleibe ich an einem längeren Artikel vom Eifelphilosoph hängen (Der Verfassungsschutz als ausführendes Organ..). Über diverse Links im Artikel, der mir mit seiner klaren Darstellung des ganzen z.Zt. sich weltweit vollziehenden Wahnsinns schwer aus der Seele spricht, gelange ich auf mehrere Seiten, die mich bis Mittag in ihrem Bann halten. Wobei mich die Diskussion im Anschluss an den Artikel von Dr. Bartonitz am meisten gefesselt und veranlasst hat, diese Zeilen zu schreiben und eine weitere Sichtweise zur Diskussion einzubringen.
    2-3 Sätze zu meiner Person: im April werde ich 65 und beziehe ab 1.Juni eine Rente von knapp 200 Euro, da die meiste Zeit selbständig und nichts eingezahlt. Vor einem Jahr musste ich Insolvenz anmelden, ein Mitbewerber hatte mich mit einem brutalen Kapital-Einsatz aus meinem Stammgeschäft gedrückt, sodass ich innerhalb weniger Wochen zahlungsunfähig wurde. Heute lebe ich von einem 400-Euro-Job und staatl. Unterstützung. Da ich in meinem Leben auch immer mal auf großem Fuß gelebt habe, kenne ich beide Seiten unserer westl. Wertegemeinschaft, die wohlhabende genauso wie jetzt als Aufstocker auf H4-Basis die andere Seite.
    Auf der Suche nach einem bezahlbaren Hotel im Raum Wuppertal bin ich vor 2 Jahren in der “Silvio-Gesell-Tagungsstätte” gelandet (empfehlenswert Ü/F 39,-Euro). Hier wurde ich das erste mal mit den Ideen einer anderen Wirtschaftsordung kofrontiert und eine Menge Ungereimtheiten gezgl. unserer westl. Gesellschaft lösten sich in meinem Kopf, nach der Lektüre von H. Creutz, A. Bangemann, D. löhr und noch vielen anderen, wie ein sich plötzlich verziehender Nebel auf. Es öffneten sich mir die Augen über unser unzulängliches Zinsgeldsystem und noch anderer Schwächen des alles beherrschenden Kapitalismus.
    Mittlerweile besuche ich über 40 alternative, überwiegend systemkritische Blogs -teilweise tägl.- und komme zu der Erkenntnis, dass trotz immer mehr Aufklärung über den Wahnsinn unseres alles beherschenden ausschließlich auf Konsum basierenden Gesellschaftssystems, es keine wirklich erkennbare, sich als
    Gegenoffensive aufbauende Entwicklung gibt. Auch die Occupy-Bewegung wird sich wieder totlaufen, wenn nicht bald eine weltweit klare Struktur mit eindeutigen Forderungen und fähigen, charismatischen Führungspersonen in Gang kommt.
    Während ich diese Zeilen schreibe, läuft in den Nachrichten ein Bericht über den Weltwirtschaftsgipfel in Davos. Der Organistor(den Namen hab ich vergessen)gibt in etwa folgendes von sich: unser Wirtschaftssystem ist krank und bedard dringend tiefgehender Reparaturen. Auf dem Gipfel wetteifern dann die angereisten Politiker, allen voran unser Murksel über weitere Austeritäts-Maßnahmen in den von Deutschland durch unser Niedriglohnsystem bereits in Armut/Verschuldung gedrückten Länder.
    Ich habe auch die 20 Thesen auf der Seite von John Schacher gelesen und stimme mit vielem überein, allerdings kommen mir bei einigen Ausdrucksweisen das 3. Reich in den Sinn.
    Mein Fazit:
    Da es nicht mehr mit dem Drehen an diversen Stellschrauben unseres bestehenden Wirtschafts- Finanz- und Geldsystems getan ist, darüber dürfte Konsens bestehen. Es braucht ein völlig anderes, dem Wohlergehen aller ! Menschen dienendesSystem. Diese neue Wirtschaftsordnung würde allerdings den Interessen der 10% reichsten Menschen auf diesem Planeten diametral entgegenstehen und wird daher von diesen mit allen Mitteln zu verhindern versucht werden. Es gibt nur eine Lösung. Das bestehende System muß kpl. an die Wand fahren, umso eher, umso besser. Lieber ein Ende mit Schrecken, als …
    Möglicherweise wird sich die Menschheit in dem auf den Zusammenbruch folgenden Chaos -Bürgerkriege, extreme Versorgungsmängel in den Bereichen Lebensmittel, Trinkwasser und Energie- um die Hälfte auf etwa 3-4 Milliarden reduzieren und nach einer Zeit der langsamen Stabilisierung wieder mit der Bildung von neuen Verwaltungs- und Organistionsstrukturen beginnen. In dieser Phase wird sich zeigen, ob der Mensch aus den gerade gemachten Erfahrungen gelernt hat, oder ob der ganze kapitalistische Wahnsinn – im Verlauf von jeweils 60 – 70 Jahren sich selbst zerstörend – wieder von vorne beginnt. Jetzt wäre auch der richtige Zeitpunkt zur Umsetzung der 20 Thesen von John Schacher.
    So seh ich es und empfehle, einen Vorrat an Wasser und haltbaren Lebensmitteln zu bunkern.
    Charly Böhmer

    • Januar 26, 2012 um 6:47 nachmittags | #12

      Lieber Charly,
      ich würde das Fazit nicht so negativ betrachten, denn in der Regel tritt das ein, was man sich vorstellt.
      Es gibt inzwischen so viele Menschen, die neue Wege beschreiten und quasi parallele Welten erschaffen. Wir sollten diese gezielt suchen und anderen bekannt machen. Je mehr davon wissen, desto leichter und schneller können wir zum Zeitpunkt des Niedergangs den Hebel umlegen, ohne dass viel Blut vergossen werden muss.
      Denn warum sollten die Ressourcen dieser Welt einfach weg sein, wenn das Geldsystem zusammen bricht?
      Das Land ist noch da und kann beackert werden.
      Die Menschen sind noch da und können zupacken.
      Die Maschinen sind noch da, so dass auch produziert werden kann.
      Wir müssen nur wollen, dann ginge das auch alles ohne Geld. Auch diese Ideen sind schon entwickelt.
      Lasst uns also alle Energie nutzen und nach diesen sinnvollen Alternativen suchen. Es gibt sie, ich habe die ersten Artikel schon auf Halde liegen.
      Und lasst uns anpacken, in unseren Regionen schon neue Netzwerke des Verbrauchu bilden.
      Wenn wir uns nur verbarrikadieren schaffen wir nur weitere Widerstände. Besser wir üben uns in der Kooperation, die uns überleben lassen wird. In der Konkurrenz, wie man uns lange Jahre weiß machen wollte, wird es nicht funktionieren.
      Liebe Grüß
      Martin

  9. Januar 26, 2012 um 7:54 nachmittags | #13

    Hallo Charly,
    kurz persönlich:
    - ich überlebte bereits stolze zwei Monate länger, und
    - meine wirtschatlich-bürgerlichen “Karriere” beendete man – gewaltsam – bereits vor 24 Jahren. Ich lernte das Wesen eines Vogels, der sich um sein Morgen nicht sorgt.

    Zum System
    Heute führte ich ein sehr intensives Gespräch mit einem Menschen, dessen Herz mit dem meinen im Gleichklang schlägt. Mag eine Folge dieses Gleichklangs sein, dass wir beide den Mut hatten, uns auf den Weg zu machen hin zum Kern der Realität. Der Wahnsinn wurde für uns fassbar, gleichwohl die Aussage von Christa Wolf, die Realität sei psychisch unerträglich, an Wahrheit nicht verlor.

    Was bleibt uns, die wir sehenden Auges eine außer Rand und Band geratene Welt erleben?

    Ich verabschiedete mich von meinem Freund mit den Worten:
    “Eins bleibt mir, das Vertrauen, dass wir und die globale Entwicklung sich in guten, ja in besten “Händen” befinden.
    Tatsächlich wurde ich zurück geworfen auf eine Position, die für einen Menschen vielleicht angemessener ist, als mit seinem eigenen bescheidenen Verstehen ein Schöpfungswerk in seiner eigenen Gewalt zu “glauben”.

    Dem, was wir als Wahnsinn erleben, steht die Seite der Ordnung gegenüber, die ein Miteinander, die Kooperation, Vernunft und Frieden will. Diese Ordnung formuliert sich immer deutlicher, und auch der Wille, sie zu erschaffen, wird mächtiger.

    Was geschieht auf der “anderen Seite”?
    Sie arbeiten mit Angst und Verwirrung, und
    verwenden Gauklertricks zur Manipulation und
    präsentieren damit krampfhaft eine nur scheinbare Macht.
    Sie leben tatsächlich in einer Illusion (geschaffen von der Absicht des Chaos).
    Ihre Ordnung wäre bereits empfindlich gestört, wenn 10 Millionen Menschen keine Kredite und keine Mieten mehr bezahlten. Gar nicht auszudenken, was geschähe, wenn größere Teile des Privatvermögen in die gesellschaftliche Entwicklung fließt. Oder nur 10% der Bürger konsequent Zivilen Ungehorsam praktizieren.

    Gleichzeitig wächst die Ordnung. Sie ist keine Illusion, sondern sehr konkreter Geist und eine wachsende Liebe zur Umsetzung der Ideen.
    DAS ist eine wahre Macht.
    Und die Macht besteht vielleicht gerade darin, die Ideen nicht mit Gewalt umzusetzen, sondern zu warten, bis die Zeit reif ist – sprich, DIE Ordnung grünes Licht gibt.

    Das bedeutet nicht, dass wir die Hände in den Schoß legen und warten, dass die Ordnung unsere Arbeit leistet. Weltweit bereiten sich sehr viele Menschen auf eine neu strukturierte Gesellschaft vor, und nicht erst seit Occupy. “Occupy” ist eine sehr alte Idee, die durch die Jahrhunderte mit sehr viel Geduld auf das Recht zu erscheinen wartete. Wenn sie mit ausreichend Energie, mit Bewusstsein und Liebe angereichert ist, IST sie da.

    Daran glaube ich.

    Wolfgang

  10. Februar 3, 2012 um 10:51 vormittags | #14

    MIT GELD KANNST DU:
    ein HAUS kaufen, aber keine HEIMAT.
    MIT GELD KANNST DU:
    eine UHR kaufen, aber keine ZEIT.
    MIT GELD KANNST DU:
    ein BETT kaufen, aber keinen SCHLAF.
    MIT GELD KANNST DU:
    ein BUCH kaufen, aber kein WISSEN.
    MIT GELD KANNST DU:
    einen Arzt besuchen, aber keine GESUNDHEIT kaufen.
    MIT GELD KANNST DU:
    eine POSITION erkaufen, aber keinen RESPEKT.
    MIT GELD KANNST DU:
    BLUT kaufen, aber kein LEBEN.
    MIT GELD KANNST DU:
    SEX kaufen, aber keine LIEBE.
    Chinesische Weisheit

  11. Februar 5, 2012 um 1:15 vormittags | #15

    In seinem Essay Of Seditions and Troubles schrieb Francis Bacon:

    Vor allem braucht man eine gute Politik, damit sich die Schätze und das Geld des Staates nicht in wenigen Händen konzentrieren. Ein Staat kann sonst reich sein und trotzdem eingehen. Geld ist wie Mist: es stinkt, wenn es nicht gerecht verteilt wird.

    Danach haben wir seit Langem keine guten Politiker mehr gesehen …

  12. Februar 5, 2012 um 1:20 vormittags | #16

    Und herrlich, gefunden in dem Artikel Die Befreiung aus dem alten Denken, von Thorsten Wiesmann auf The Intelligence:

    Dem Novum Organum von Francis Bacon zufolge, muss die Menschheit sich von vier Arten von Trugbildern befreien, welche von Selbsterkenntnis und vom Erlangen echten Wissens abhalten:
    Dem Trugbild der Gattung, welches dafür steht, dass die Menschen fälschlicher Weise sich selbst zum Maß aller Dinge erheben.
    Dem Trugbild der Höhle, welches andeutet, inwiefern jeder individuelle Mensch in der Höhle seiner eigenen Vorurteile eingesperrt ist. Dem Trugbild des Markplatzes, welches den allgemein gültigen Auffassungen der Zeitgenossenschaft eine falsche höhere Wahrheit verleiht. Schließlich auch von
    dem Trugbild des Theaters, welches die von den Institutionen und Religionen verkündeten Dogmen nicht als die modischen und austauschbare Szenerien sehen lässt, die sie nun einmal sind.

    Wenn wir andere idolisieren oder irgendeinem „Starkult“ folgen, verlieren wir zwangsläufig den Kontakt zu uns selbst und sehen alles nur noch verzerrt.

    Die vier Trugbilder, die Bacon benennt, finden durch analoges Denken ihre Auflösung in der Grundlage der buddhistischen Lehre von den Vier Edlen Wahrheiten.
    Das erste Trugbild verdeckt die erste Wahrheit: Das Leben im Daseinskreislauf ist letztendlich leidvoll.
    Das zweite Trugbild verdeckt die Ursache des Leidens: Gier, Hass und Verblendung.
    Das dritte Trugbild verdeckt die Einsicht vom Erlöschen des Leidens, wenn die Ursachen des Leidens erlöschen.
    Das vierte Trugbild schließlich verdeckt den achtfachen Pfad zum Überwinden dieser Ursachen:
    Rechte Sicht,
    rechte Entschlossenheit,
    rechtes Reden,
    rechtes Handeln,
    rechter Lebenserwerb,
    rechtes Bemühen,
    rechte Aufmerksamkeit und
    rechte Konzentration.

  13. Februar 5, 2012 um 6:56 nachmittags | #17

    Man muss aufhören, die Geschichte des Kapitals als eine Erfolgsstory zu erzählen. Mitnichten. Als diese kann sie nur beschrieben werden, wenn man so ziemlich alles, was die Moderne lieferte, vergisst und verdrängt: von der Hexenverbrennung bis zum Dreißigjährigen Krieg, vom Kolonialismus bis zum Völkermord, von Auschwitz bis Hiroshima; und ebenso selbstverständlich die Abermillionen, die durch Arbeit für die Verwertungsmaschine (vorzeitig) umgekommen sind und die, die tagtäglich verhungern. Das sind keine abgeschmackten Wahrheiten, die der trägen Langeweile überlassen werden dürfen. Das sind nicht bloß Betriebsunfälle, nein, so läuft das Betriebssystem von Fortschritt und Zivilisation, da mag die Benutzeroberfläche noch so bunt erscheinen. Die zivilisatorische Mission des Kapitals, der auch noch Marx anhing, ist die aufklärerische Illusion schlechthin. Heute wiederholt, kann sie nur noch als gemeingefährliche Behauptung bezeichnet werden. Dieser Erfolg misst sich nicht am guten Leben für alle, sondern an vernutzten Arbeitseinheiten zum Selbstzweck der Verwertung. Die Marktwirtschaft ist die effizienteste Maschine, was die Vernichtung von Mensch und Umwelt angeht.#

    Die Leute müssen aufhören, ideell (und irgendwann auch reell) jene Verhältnisse zu reproduzieren, die sie als Individuen entschieden bedrohen, sie um das Leben im Leben betrügen. Warum sollen wir uns akkurat nur vorstellen, was uns vorgestellt wird? Es gilt diese eherne Befangenheit zu durchbrechen, Gesellschaftlichkeit bloß in den Kategorien und Formprinzipien des Kapitals zu denken. Die größte Barriere sehe ich zur Zeit in der Trägheit unserer, der bürgerlichen Köpfe. Sie hindert die Produktivkraft Mensch, ihre Energien freizumachen. Mal probieren: Die Welt sich vorzustellen ohne Geld und Markt, ohne Arbeit und Wert. Denken wir sie uns weg! Das ist eine Zumutung? Mag sein, nur, wir sollten sie uns wirklich zumuten. Denn alles andere wird schön langsam, nein eigentlich: unschön schnell unzumutbar. Imagine!

    Gefunden in Die Welt sich vorstellen ohne Geld und Markt, von Franz Schandl

    • Februar 5, 2012 um 8:40 nachmittags | #18

      Wer den Kapitalismus als Wert für die Menschen definiert, dem fehlt ein Wahrnehmungsorgan – das scheint wohl mittlerweile allen Lesern dieses Blogs klar geworden zu sein.
      Es geht bei der Analyse des Systems und den daraus folgenden Handlungen
      NICHT um DIE Leute.
      Worüber wir uns klar werden müssen – um die “Theorie” der ZWEI verschiedenen Wesen verstehen und zu Bewusstsein wachsen zu lassen, dass
      der EINFACHE Arbeiter um jeden Preis zu seiner Arbeit läuft, ohne Murren und Bedenken Kriegsgüter produziert, UND
      verächtlich auf diejenigen spuckt, die sich dem Wahn verweigern.
      DAS ist die Realität.

      Geistwesen sitzen in ALLEN Positionen des gesellschaftlichen Lebens. Es sind Lehrer, Sozialarbeiter und KindfergärtnerINNEN – ja, und es sind Männer UND Frauen. Schaut euch die Augen von UvdL an, ehm. Familienministerin, der Kapitale Bock als Obergärtner.

      Alle Menschen WERDEN Brüder. Sie sind es eben noch nicht. Das Schwester-Brüderliche soll ja erst entstehen durch das Entstehen von Bewusstsein – eben der Fähigkeit, mit Andersartigkeit friedvoll umgehen zu können.
      Ich sage es noch mal, falls das nicht jeder versteht:
      Geist ist von seinem Wesen her nicht schlecht, Geist ist sogar wunderbar, er steckt als Idee in jeder Blume, jedem Baum, jedem Tier, allen Lebensformen.
      Geist ist nur verhängnisvoll ohne die Kontrolle durch Liebe, wenn er sich grenzenlos und rücksichtslos ausbreiten kann wie ein Krebsgeschwür, wenn er ohne jede Vernunft alles, was ihm im Wege steht, erbarmungslos aus dem Wege zu schaffen vermag.

      Derzeitige Realität ist doch, dass dieser eiskalte Geist die Liebe kontrolliert – über Angst, generiert durch die übelsten Spielereien. Drehen wir den Spieß um, müssen wir, die wir eine andere Welt wollen, doch zugeben, dass WIR uns Angst machen LASSEN. In uns ist statt Liebe Angst, und genau DAS könnte man auch als DAS Problem der Weltgesellschaft bezeichnen. Es wäre jedenfalls ein erster Schritt in die Verantwortung.
      Und zwar einer, der uns dahin führt, wo jeder und ganz sicher die Welt verändert:
      Bei sich selber.
      Bedeutet: Weg von der Beschuldigung, Brandmarkung, Verurteilung anderer, und die EIGENEN Zügel in die Hand nehmen – und sie sich NIE wieder aus der Hand nehmen lassen.

      Wir haben es gemacht, aus dem Gefühl heraus, dass uns unser Leben geschenkt wurde. Mit einer Entscheidung FÜR das Leben sagen wir “Danke” – und spüren, dass auch uns gedankt wird.

      Susanne und Wolfgang

  14. Februar 14, 2012 um 10:27 vormittags | #19

    Eine Buchempfehlung, inklusive eines Interviews mit dem Autor Michael Schmidt-Salomon:

    Wir leben in einem Tollhaus

    TRIER. (hpd) „Ein Buch, das man nicht aus der Hand legen kann“, urteilt Esther Vilar über die neue Streitschrift von Michael Schmidt-Salomon, die ab heute im Buchhandel erhältlich ist. Tatsächlich hält „Keine Macht den Doofen!“, was der Titel verspricht: Es ist eine Generalabrechnung mit dem globalen Irrsinn, gnadenlos in Inhalt und Form, wohl eines der radikalsten Bücher, die je geschrieben wurden.

    Michael Schmidt-Salomon:

    Statt dafür zu sorgen, dass Geld eine stabile, transparente und neutrale Verrechnungseinheit für den Austausch von Gütern und Dienstleistungen ist, haben wir alles daran gesetzt, es in ein instabiles, intransparentes und parteiisches Instrument der Umverteilung zu verwandeln, das den Austausch von Gütern und Dienstleistungen behindert. Unser Kunststück: Wir machten das Tauschmittel zum Tauschzweck, aus dem Geld, das eigentlich nur das Medium des Warenhandels sein sollte, *die Handelsware schlechthin. Nur auf dem Boden dieser Basisblödheit konnte die Illusion entstehen, dass man durch die Investition von fiktivem Kapital in fiktives Kapital realen Wohlstand erzeugen könnte. Tatsächlich aber entsteht Wohlstand natürlich nur durch reale Leistungen in der realen Welt…

  15. federleichtes
    Mai 5, 2012 um 3:34 nachmittags | #20

    So also:
    Kaptialisieren bedeutet: Sich behaupten.
    Na ja, ich esse zwar keine Salami mehr, aber nehme mal die Taktik in Anspruch. Wer interessiert sich derzeit schon für das Römische Imperium UND die Worte eines offensichtlichen Wirrkopfes.

    Wir schaffen einen Wert.
    Wir schaffen Bedeutung.
    Wir schaffen Existenz
    Wir machen etwas zu Geld.
    In diesem (reduzierten) Sinne bedeutet “Behaupten”, in der Existenz zu bleiben. Den Schritt heraus aus der Nicht-Existenz immer wieder zu gehen, so wie das Haupt über Wasser zu halten, sich WAHRnehmen zu können.
    Über die Gestaltung von Existenz gibt es genaue VORstellungen, wenn die Existenz nur unter einer Prämisse geschaffen werden kann: Macht, und folgend der Macht, anderen ihre Grundlagen für Existenz wegzunehmen. Die Folgen spielen dabei keine Rolle mehr, ja, dürfen sie nicht, weil es sich eben um eine REINE Existenzfrage handelt.

    Da es scheinbar einen Wettbewerb gibt um die tollsten Ideen zur Ausgestaltrung von Existenz – genauer gesagt um die Erregung Freude, die aus der Gestaltung entsteht (fließende Energie macht existent) – erscheint ganz natürlich nicht die Idee Zombie-Looser auf der Bildfläche. Prächtige Herrscher erscheinen in prächtigen Gewändern mit prächtigem Geschmeide auf prächtigen Anwesen. Da kommt Freude auf, und zwar vielschichtig, und damit schaffen sich diese (Un-)Wesen durch die Versorgung mit bunten Energien eine gesicherte Existenz. Sie verstehen es, die Massen zu erregen, und wenndie Erregung abflaut, werden alte Ideen neu verpackt auf dem Gabentisch ausgebreitet, neue Würmer auf alte Haken aufgezogen und alte Illusionen mit neuen Farben und Gerüchen versehen.

    Ideen kapitalisieren sich. Sie schaffen Existenz und die Macht, sie zu behaupten.

    Steilvorlage, danke Nick!

    Wolfgang

    • Mai 6, 2012 um 9:51 vormittags | #21

      Guten Morgen Wolfgang,

      magst Du diesen Kommentar nochmals direkt an den neuen Gastbeitrag von heute anhängen, damit wir dort dazu weiter diskutieren können?

      LG Martin

  16. Mai 5, 2012 um 7:13 nachmittags | #22

    Lieber Nick,

    das ist mal wieder ein so starker Kommentar, dass ich ihn gerne als neuen Artikel los laufen lassen möchte. OK?

    Titelvorschlag: Was hat Kapitalismus mit Kopflosigkeit zu tun?

    LG Martin

  17. Armin Köhler
    Januar 14, 2013 um 1:55 nachmittags | #24

    Was du, federleichte, “Ideen” nennst, nenne ich EGO. Dieses körperlose, mittlerweile Welt-EGO versucht – gut erkannt – seine Nicht-Existenz durch Maßlosigkeit zu behaupten. Wenn ich diese Wirkmechanismen IN MIR entdecke, habe ich dem Welt-EGO wieder ein Stück Kraft entzogen.

    Mehr ist meiner Meinung (und Erfahrung) nach nicht nötig… ;-)

    • federleichtes
      Januar 14, 2013 um 2:41 nachmittags | #25

      “Was du, federleichte, “Ideen” nennst, nenne ich EGO.”

      Ich nenne es nicht Ego, weil das nicht differenziert zwischen einem natürlichen Existenz-Willen und einer künstlichen Existenz-Manie.

      Deine Schlussfolgerung

      “Mehr ist meiner Meinung (und Erfahrung) nach nicht nötig… ”

      triffts im KERN.
      Der uns aber auch erklärt: Es gibt eine Pflicht zur Existenz und ein Recht auf Existenz. Pflicht und Recht müssen einander bedingen, und Lebenserfahrungen mögen uns zeigen, wo’s lang geht: Zu Integration verschiedener Ansprüche und gegenseitigem unbedingten Wohl-Wollen.

      Danke, dass Du diesen “alten Schinken” aufwärmtest.

      Gruß
      Wolfgang

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1 2 1583
  1. Januar 25, 2012 um 9:48 vormittags | #1
  2. Januar 25, 2012 um 7:27 nachmittags | #2

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