Anarchie ist eben nicht Chaos und Gewalt: es geht um keine Hierarchie in verantwortungsvoller Selbstorganisation
Dieser kleine Film sagt mehr als tausend Worte:
und noch ein neuer, der noch etwas mehr Details bringt:
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Nettikette
O Gebärer(in)! Vater-Mutter des Kosmos,
Bündele Dein Licht in uns – mache es nützlich:
Erschaffe Dein Reich der Einheit jetzt.
Dein eines Verlangen wirkt dann in unserem – wie in allem Licht, so in allen Formen.
Gewähre uns täglich, was wir an Brot und Einsicht brauchen.
Löse die Stränge der Fehler, die uns binden, wie wir loslassen, was uns bindet an die Schuld anderer.
Lass oberflächliche Dinge uns nicht irreführen, sondern befreie uns von dem, was uns zurückhält.
Aus Dir kommt der allwirksame Wille, die lebendige Kraft zu handeln, das Lied, das alles verschönert und sich von Zeitalter zu Zeitalter erneuert.
------ “Vater unser”, das unverfäschte(?) Orginal aus dem Aramäischen übersetzt von Neill Douglas Klotz

Martin Bartonitz
Innovationen passieren durch Regelbrechung. D.h. es mal anders zu denken. Nicht so weiterzumachen, weil es schon immer so ist. Nicht wegzusehen, sondern zu hinterfragen.

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Mächtige Worte:
Sokrates: "Schlaue lernen von Allem und Jedem, Normale von ihren Erfahrungen, Dumme wissen immer Alles besser."
Sanchuniathon, Phönizier ca, 1.200 vC: „Seit unserer frühesten Jugend sind wir daran gewöhnt, verfälschte Berichte zu hören, und unser Geist ist seit Jahrhunderten so sehr mit Vorurteilen durchtränkt, dass er die fantastischsten Lügen wie einen Schatz hütet, so dass schließlich die Wahrheit als unglaubwürdig und die Lüge als wahr erscheint.“
Goethe: "... Niemand ist mehr Sklave, als der sich für frei hält, ohne es zu sein ..."
Goethe: "Es hat etwas Vertracktes mit dem Wissen. Gibt man es wenigen, befördert man den Staat, gibt man es vielen, befördert man die Freiheit."
und: „Behandle die Menschen so, als wären sie, was sie sein sollten, und du hilfst ihnen zu werden, was sie sein können.“
Descartes: „Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn Jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe.“
Martinus im Livets BogDort: "Wo die Unwissenheit entfernt wird, hört das sogenannte Böse auf zu existieren."
Kant:„Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“
Wolfgang Jensen: "Lebe nicht auf Kosten Anderer, und lasse nicht Andere auf deine Kosten leben."
Martin Bartonitz: "Drogensüchtige werden therapiert, Geldsüchtige hofiert (Stichwort: "die Märkte")"
better reboot with new OS

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@Nick,
ja, sich selbst zu befreien, ist schon mal ein erster, wichtiger Schritt in die richtige Richtung.
Ich habe gerade auf Zeit online einen Artikel gefunden, von dem ich gehofft habe, dass endlich mal in einen solchen eine Person mit Reputation was Positives für Anarchisten bring:
NOAM CHOMSKY
“Studenten sollen Anarchisten werden”
Horst Stowasser kommt in seinem Buch über Arnarchie zu dem Schluss, dass die Anarchiebewegung zu zerfranst wäre, um sich auf bei der bevorstehenden Transformation unserer Gesellschaft ein gewichtiges Wort mitreden zu können. Ähnlich sieht das auch Noam Chomsky, wie das in einem Interviewausschnitt nachzulesen ist:
Der einzig realistische Weg ist für Noam der evolutionäre Wandel in kleinen Schritten hin zu immer weniger Hierachie und mehr Mitbestimmung der Bürger:
„Die beste politische Idee, die je erdacht wurde”
Anarchismus weltweit. Bernd Drücke im Gespräch mit Sebastian Kalicha, in Graswurzelrevolution
Ich kann Dir dazu das Buch über Anarchie von Horst Stowasser empfehlen. Aber auch er, der lange Jahre zum Thema geforscht hat, hat nicht den Weg zu einer dauerhaften Anarchie erklärt.
Das Prinzip der Anarchie wird aktuell von den aktuellen Occupy-Bewegungen gelebt.
Prof. Gunter Dueck erklärt in seinem neuesten Artikel, warum unser hierarchisches Arbeitsleben uns alle am Ende nur zu Verlierern macht:
Gefunden in: Das Unpro-Prinzip oder wie wir alle unfähig oder überbezahlt werden
Das ist exakt der Kernpunkt, ohne den letztlich kein Versuch einer praktischen Realisierung funktionieren wird – meine Überzeugung.
Osho hat dies gelegentlich in seiner unnachahmlich pointierten Art wie folgt ausgedrückt, sinngemäß in meiner Erinnerung:
Auch den alten Taoisten und ebenso den Tantrikern war dies wohlbekannt, möchte das aber jetzt nicht ausbreiten …
Das schließt nicht aus, sondern ein, immer wieder zu versuchen, diese Vision irgendwie im eigenen Umfeld zu realisieren – und die dabei auftretenden chaotischen Zustände als Spiegel der eigenen inneren Zerrissenheit und all der eigenen Angst- und Machtspiele wahrzunehmen, um an den Fehlern zu erkennen, was “fehlt”, und zu lernen …
Mich erinnert das an die Geschichte von Baron Münchhausen, sich am eigenen Schopf aus dem Sumpf zu ziehen … das hat ja auch funktioniert
Gruß
Manfred
Ja, Manfred,
Anarchie beginnt in einem Inneren Prozeß – mit authentischen Vorstellungen, Bildern, die man für sich interpretiert als lebenswert. Der Duft einer Blume, das Glitzern der Sonne in einem Bächlein, die Bewegungen einer Libelle, das läßt Glück spüren. Dem im Wege stehen alle konditionierten Irrationalitäten. Das Ausbrechen aus einem relativ starren System geschieht, so erlebte ich das, ganzheitlich – auf verschiedenen Ebenen, wo Bilder darauf warten, neu gefühlt und anders interpretiert zu werden.
Anarchie zu leben ist wunderbar. Das Problem ist, der Glückliche möchte sein Glück nicht nur teilen, sondern Anderen seine Lebensart überstülpen – im Kern: Er verbindet sein Glück mit einer Absicht. Damit zwingt er das Glück in die Flucht. Es ist wie mit dem Hund, der seinen Knochen durch einen Fluss trägt – im Spiegelbild einen vermeintlich zweiten Knochen entdeckt und nach ihm schnappt: nichts bleibt ihm.
Ein Mensch kann seine persönliche Freiheit entwickeln, sich befreien von Fesseln, Irritationen und Emotionen. Er wird das umsetzen müssen, oder sagen wir mal, können entsprechend seiner Charakterstruktur und -stärke, und vielleicht einiger ähnlich gearteter Menschen, die zumindest den Wahn des Systems fühlten. Derartige Verbindung entstehen, und sie sind bereits entstanden – darauf vertraue ich.
Zusammenfassend:
Anarchie ist für mich nur individuell lebbar. Organisiert übernimmt sie das Wesen einer Herrschaft und verschreckt gerade die Menschen, die bereit wären, dem Beispiel GELEBTER, echter Anarchie zu folgen.
Vor ein paar Wochen fotografierten wir an einem See. Um einen Papierkorb verstreut lagen viele Plastikbecher, und noch mehr Spaziergänger schimpften. Susanne sagte: “Komm, wir sammeln die eben auf”.
Wolfgang
Genau das erachte ich als das bedingungslose Schenken. Wenn jeder diesen Schritt macht, dann könnte genau das passieren, was das Video so schön zeigt:
Das Problem ist, dass in meinen Augen die Anarchie der Hierachie unterlegen sein wird. Ein Zusammenschluss von Menschen ist dem Einzelnen überlegen. Somit werden sich Gruppen bilden, um ihren Einfluss und Reichtum zu verteidigen, als auch Gruppen um Einfluss und Reichtum zu erlangen. Erst wenn jeder Mensch ein gewisses Maß an Wohlstand hat und unendlicher Reichtum nicht das erstrebenswerteste der Welt ist, könnte sich eine anarchische Gesellschaft durchsetzen. Ich sehe nicht, dass dies in naher Zukunft realisierbar wäre.
Nun, in Spanien hätte sich das druchgesetzt, wenn nicht externe Faschisten (Hitler) und Kommunisten (Stalin) Geld in die anderen Gruppierungen in Spanien reingepumpt hätten. Die Anarchisten in Spanien hatten sich ebenfalls zusammengeschlossen, um sich zu verteidigen. Nur waren sie der Menge das Angreife nicht mächtig genug.
Ich habe aktuell über das Schenken und Tauschen hier geschrieben, was es anschaulich macht, dass wir mit einem Gesamtbewusstsein über die Welt (so lange dies nicht da ist, gebe ich Dir Recht, wird es schwierig für die Anarchie) ingesamt mit dem Schenken besser fahren würden:
Hätte eine Schenkkultur nicht ein viel größeres Potenzial als eine Tauschkultur?
Ich glaube, lieber Martin, dass wir durch die Zeit – bis heute – von einem Bewusstsein beherrscht (Es muss herrschen, solange die traumatischen nicht verarbeitet sind.) wurden. Solange das Bewusstsein daraus nocht fertig gewachsen ist, wird es keinen Umbruch geben können, und was geschieht, wenn’s versucht wird, beschreibst Du mit der Entwicklung in Spanien; ist auf die heutige Zeit direkt übertragbar: Orgnanisiere Anarchie, und die Säbel rasseln.
Wikipedia: politische Subversion
Wikipedia: Autonomie
Bringst Du Subversion und Autonomie zusammen, verbietet sich organisiertes Handeln gegen ein System von selbst.
Wolfgang
Denke gerade an die prachtvollen Häuser in Potsdam. Sie wurden viele Jahre sich selbst überlassen, verfielen und verkamen zu Behausungen. Keiner bemerkte das WIRKLICH.
Hierarchien sind starr, Anarchie ist – sofern unorganisiert – flexibel. Das Flexible ist dem Starren überlegen.
Anarchie geht es nicht um materiellen Wohlstand.
Dem Glück schlägt keine Stunde – es taucht aus dem zeitlosen Nichts auf.
Wolfgang
Hm, mir geht gerade “Hierarchie = Ordnung durch viele Regeln” und “Anarchie = Unordnung durch wenig Regeln” den Kopf. Je weniger Regeln zu beachten sind, desto flexibler können Lösungen erdacht werden.
Vor meinem Auge sind drei Szenen aus dem Mittelalter:
Als im 8. Jahrhundert die Araber über Südspanien begannen, nach Norden Richtung Paris vorzudringen, hatte die Nerowinger stärkere Rüstungen entwickelt, so dass die Reiter besser gegen die leichteren Araber geschützt waren und konnten sich so behaupte. Also wurden mit der Zeit die Rüstungen immer weiter ausgebaut, so dass die Ritter lange Zeit schwer besiegt werden konnten.
Dann gab es zwei leicht bewaffnete, die dem ganzen Spuk ein Ende machten:
1. Die englischen Langbogner zu Fuß, deren Pfeile die Rüstungen auch aus weiter Ferne abgeschossen noch durchschlugen.
werden konnten.
2. Die schweizer Hellebardiere zu Fuß, die mit ihren langen Stange über den Haken die Ritter vom Pferd zogen, so dass anschließend wie ein Käfer auf dem Rücken liegend leicht pikiert (da kommt auch der Begriff her
Was zeigt, je starrer gerüstet = organisiert, desto leichter besiegbar.
Daher redet aktuell die Beraterwelt von agilen Prozesse, in denen die Entscheidungsgewalten möglichst nahe an den Ort der Verrichtung von Leistung gebracht werden soll. Damit werden die Hierarchien wieder flacher …
Was Du, Martin, bezüglich der Hierachien und der Anarchie beschreibst, trifft auch auf Sprachen zu.
Sprache ist flexibel. Sie passt sich den Gegebenheiten derer an, die sie nutzen, um mit der Umwelt zu interagieren und entsprechend ihrer Möglichkeiten zu reagieren. Wäre Sprache statisch, bekäme sie im Laufe der Zeit arge Schwierigkeiten mit den Veränderungen Schritt zu halten. Sprache ist ein Spiegel der Lebensbedingungen derer, die diese Sprache anwenden.
Selbst künstliche Sprachen, zu denen die Computersprachen zählen, zeigen ein gewisses Maß an Flexibilität … in Form zunehmender Komplexität, bleibt ihre Grammatik doch konstant bzw. klar definiert. Hätte jede Vokabel nur eine feststehende Bedeutung, hätten die Sprachanwender schnell das Problem mit der Sprache ihre Umgebung und ihre Handlungen zu kommunizieren. Definitionen sind solche Vokabeln mit festem Inhalt. Definitionen sind Becher, die in diesem Fall nur mit Wasser gefüllt sind, und aus denen jeder Schluck gleich schmeckt. Immer. Unter allen Umständen. Egal, in welcher Umgebung oder Gesellschaft aus diesen Bechern getrunken wird. Das ist einer der Flüche der Wissenschaft, denn auf der einen Seite ist die Wissenschaft in der Expansion von Nöten, der Ordnung wegen, auf der anderen Seite jedoch ist die Freisetzung von reaktiver Unordnung unter diesen Umständen stets gleicher Becherinhalte unausweichlich … und nötig. Jeder Fachbereich hat seine Sprache mit festen Definitionen von Begriffen, und so sind in vielen Bereichen alle Becher immer mit dem selben Getränk gefüllt. Irrtümer ausgeschlossen. Kohärenz ist ein solcher Begriff. Problematisch wird es, wenn jemand aus einem anderen Fachbereich daherkommt und es wagt in einen Becher, in dem immerzu Wasser war, plötzlich Apfelsaft zu schütten. Unverständnis und Kontroversen sind die logische Folge. Aus genau diesem Grund kann die klassische Wissenschaft die Rolle spielen, die sie seit Jahrhunderten für sich beansprucht … sie dient der Expansion der reaktiven Unordnung, im Auftrag der Ordnung.
Dass die Realität die Bildersprache, die Sprache der Logos, aller Bewusstseine ist, tritt mehr und mehr hervor …
Gruß Guido
http://www.gold-dna.de
Eine Definition von Gemeinschaft:
Vereinigt im Geist und im Gefühl.
Es geschah nicht gerade selten, dass wir unterwegs Menschen begegneten, und ich sagte: “Das ist einer von uns”.
Ein nicht greifbares Potenzial, nur fühlbar von dem, der fühlen kann.
Wenn die Zeit reif ist, braucht man den Apfelbaum nicht schütteln.
Wolfgang
Nick schrieb bereits im 5. Beitrag:
a) einen unmittelbar erlebbaren positiven Effekt auf die Menschen haben, die davon
überzeugt werden sollen.
b) sie muss nachhaltig, leicht verständlich verbreitet werden
c) sie muss die Vision einer besser lebbaren Welt/Zukunft glaubhaft(!) repräsentieren
d) sie muss para-politisch, losgelöst vom üblichen politischen Geschäft gelebt werden und
sich dabei konsequent der Vereinnahmung durch Institutionalisierung verweigern
e) sie muss unter den mit den herrschenden Bedingungen Unzufriedenen eine kritische
Masse erreichen, die weder unterdrückt, ignoriert noch unglaubwürdig gemacht werden
kann
f) sie muss die Gefühle der Menschen insoweit ansprechen als sie von diesen als
Bereicherung und Wegweiser für das persönliche Wohlergehen begriffen und
deshalb auch mit Leben erfüllt wird, also nicht nur eine abstrakte These darstellt, sondern
sich in der Lebensart der Anarchisten verkörpert sieht.
Was ich hier in den Monaten lernte:
Serviere den Leuten keine Pferdeäpfel mit Sensoße, sondern verstehe die Kostbarkeiten als Dünger für ihre Erdbeerpflanzen.
Mein Pferdeapfelwasser ist bereits im Einsatz. Anarchie bewegt die Welt? Jedenfalls meine.
Wolfgang
Mit diesem Zitat von Franz Oppenheimer beginnt der Artikel Nicht bitter werden!
gefunden in: “Auch Anarchismus muss öffentlich diskutiert werden”