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Ist eine ressourcenbasierte Wirtschaft die Lösung für eine menschlichere Welt?

das Venus-Projekt

das Venus-Projekt

Auf meiner Suche nach einer besseren Welt, in der alle Menschen mitgenommen werden, in der Selbststeuerung und nicht Fremdsteuerung das Leben bestimmt und vor Depressionen schützt, in der die Umwelt nicht zerstört wird, habe ich als nächstes das Venusprojekt entdeckt. Der Text des Vorhabens klingt interessant und nachvollziehbar, aber meine Intuition sagt mir, dass ich besonders kritisch sein sollte. Die Bilder dazu als auch die Videos sehen furchtbar steril aus und zeigen eine Welt, in der ich mich nicht wirklich wohl fühlen würde. Vielleicht kann mir ja noch Jemand sagen, was es genau ist, das mich hier eher zur Vorsicht ermahnt. Lest aber selbst:

Der Ausdruck Ressourcenbasierte Wirtschaft wurde von Jacque Fresco eingeführt. Es ist ein System, in dem alle Güter und Leistungen ohne Verwendung von Geld, Kredit, Tauschmitteln oder anderen Systemen der Schuld oder Dienstbarkeit verfügbar sind. Alle Ressourcen werden als gemeinsames Erbe aller Bewohner, nicht nur einer ausgewählten Minderheit, angesehen. Die Prämisse, unter welcher dieses System steht, basiert auf der Erkenntnis, dass die Erde einen Überfluss an Ressourcen besitzt. Unsere Praxis, Ressourcen durch die Nutzung von Geld zu rationieren ist für unser Überleben nutzlos und kontraproduktiv.

Moderne Gesellschaften haben Zugriff zu hochentwickelten Technologien und können Essen, Kleidung, Wohnraum und medizinische Pflege anbieten. Das Bildungssystem kann an die Gegebenheiten der Zeit angepasst werden und eine unbegrenzte Versorgung mit sauberer Energie ermöglichen. Durch die Versorgung einer effizient angelegten Wirtschaft kann jeder einen sehr hohen Lebensstandard mit allen Annehmlichkeiten einer hochtechnisierten Gesellschaft genießen.

Eine ressourcenbasierte Wirtschaft würde existierende Ressourcen vom Meer und Land, bestehende Ausrüstungen, Fabriken und mehr nutzen um die Lebensqualität der gesamten Weltbevölkerung zu erhöhen. In einer auf Ressourcen statt auf Geld basierenden Wirtschaft könnten wir ohne Beschränkung alle Notwendigkeiten des Lebens produzieren und jedem einen hohen Lebensstandard ermöglichen.

Nimm folgendes Beispiel: Zu Begin des zweiten Weltkrieges hatten die USA lediglich 600 erstklassige Kampfflugzeuge. Dieser Mangel wurde schnell behoben indem jährlich mehr als 90.000 Kampfflugzeuge gebaut wurden. Die Frage, die sich zu Beginn des zweiten Weltkriege stellte, war: “Haben wir genug Geld um die notwendigen Gerätschaften für den Krieg zu produzieren?” Die Antwort war nein, wir hatten nicht genug Geld und auch nicht genug Gold; aber wir hatten mehr als genug Ressourcen. Es waren die vorhandenen Ressourcen, die es den USA ermöglichten, die hohe Produktivität und Effizienz zu erreichen, um den Krieg zu gewinnen. Unglücklicherweise wird das nur zu Kriegszeiten in Erwägung gezogen.

In einer ressourcenbasierten Wirtschaft werden alle Rohstoffe als gemeinsames Erbe der Weltbevölkerung angesehen, deshalb werden die künstlichen Grenzen, die Menschen heute noch trennen, in Zukunft überwunden. Das ist der vereinigende Imperativ.

Wir müssen betonen, dass diese Herangehensweise an eine globale Regierung nichts mit den derzeitigen Plänen der Elite zu tun hat, eine Weltregierung zu gründen, and deren Spitze sie selbst und die großen Firmen stehen, während die große Mehrheit der Weltbevölkerung ihnen untergeordnet ist. Unsere Vision von Globalisierung bestärkt jeden Einzelnen auf der Welt zum Besten zu dem er oder sie fähig ist, und nicht zu einem Leben in demütigender Unterwerfung unter einen von Unternehmen gesponserten Regierungskörper.

Unsere Vorschläge würden nicht nur zum Wohlergehen der Menschen beitragen, sondern sie würden auch die nötigen Informationen bereitstellen, die den Menschen eine Teilnahme in einem Forschungsfeld ihrer Wahl ermöglicht. Das Maß an Erfolg würde dann am Erreichen der individuellen Ziele statt an der Anhäufung von Reichtum, Besitz und Macht gemessen werden.

Heute haben wir genug Rohstoffe, um jedem Erdbewohner einen sehr hohen Lebensstandard zu ermöglichen. Nur wenn die Bevölkerung die Belastungsgrenze des Landes überschreitet, treten Probleme wie Gier, Kriminalität und Gewalt auf. Indem wir Knappheit überwinden, verhindern wir die meisten Straftaten und sogar die Gefängnisse unserer heutigen Gesellschaft wären nicht länger notwendig.

Eine ressourcenbasierte Wirtschaft würde es ermöglichen, Technologie zu nutzen um die Abhängigkeit von knappen Ressourcen zu überwinden: Durch die Nutzung von erneuerbaren Energiequellen, durch Computerisierung und automatische Produktion und Katalogisierung, durch Design von sicheren energieeffizienten Städten und fortschrittlichen Transportsystemen, durch Bereitstellung von allgemeiner Gesundheitsfürsorge sowie relevanter Schulbildung und vor allem durch ein neues Anreizsystem, welches auf dem Interesse am Mensch und der Natur basiert.

Viele Menschen denken heute, dass es in der Welt zu viel Technik gibt, und dass die Technik der Hauptgrund für Umweltverschmutzung sei. Dies ist nicht der Fall. Es ist der Missbrauch und der fehlgeleitete Gebrauch von Technologie, dem unsere Sorge gelten sollte. In einer humaneren Zivilisation würden die Maschinen die menschliche Arbeitswoche verkürzen, die Verfügbarkeit von Gütern und Leistungen erhöhen und die Urlaubszeit verlängern. Wenn wir neue Technologie verwenden, um den Lebensstandard für alle Menschen zu erhöhen, dann ist die weitere Einführung von technologisch fortgeschrittenen Maschinen nicht länger eine Gefahr.

Eine ressourcenbasierte Weltwirtschaft würde auch umfassende Anstrengungen unternehmen um neue, saubere und erneuerbare Energiequellen zu erschließen: Geothermie, Kernfusion, Sonnenwärme, Photovoltaik, Windkraft, Wellenkraft, Gezeitenkraft und sogar Treibstoff aus Ozeanen. Schließlich wäre es uns möglich, Energie in unbegrenzten Mengen verfügbar zu haben, was unsere Zivilisation verglichen mit der bisherigen Entwicklung um tausende von Jahren in die Zukunft katapultieren könnte. Eine ressourcenbasierte Weltwirtschaft muss auch auf eine Neugestaltung unserer Städte, unserer Transportsysteme und unserer Fabriken aus sein und es ihnen ermöglichen energieffizient, sauber und auf geeignete Weise den Bedürfnissen aller Menschen zu entsprechen.

Was sonst würde eine ressourcenbasierte Wirtschaft bedeuten? Technologie intelligent und effizient angewendet, Energieeinsparung, Müllreduktion und mehr Freizeit. Mit weltweiter automatisierter Katalogisierung können wir zwischen Produktion und Verbrauch eine Balance aufrechterhalten. Es gäbe nur nährstoffreiches und gesundes Essen, die geplante Überalterung von Produkten wäre unnötig und in einer ressourcenbasierten Wirtschaft deshalb nicht vorhanden.

Wenn wir dem Bedarf an Berufen, die auf dem monetären System basieren, wie Rechtsanwälte, Bankiers, Versicherungsagenten, Verkaufs- und Werbepersonal, Vertreter und Börsenhändler entwachsen, wird eine beachtliche Menge an Müll vermieden. Es würden auch beachtliche Mengen an Energie eingespart werden, weil die vielfache Erzeugung von Gütern im Wettbewerb miteinander wie Werkzeuge, Essbesteck, Behälter, Pfannen und Staubsauger wegfallen würde. Auswahl ist gut. Aber statt der aberhundert verschiedenen Fabriken und der ganzen damit verbundenen Papierberge und des Personals, die nötig sind um immer wieder ähnliche Produkte herzustellen, würden wenige, mit Spitzentechnologie ausgestattete und sehr effiziente Fabriken genutzt, um die gesamte Bevölkerung zu versorgen. Unser einziger Mangel ist der Mangel an kreativen Gedanken und Intelligenz in uns und unseren gewählten Führern, diese Probleme zu lösen. Die kostbarste ungenutzte Ressource der heutigen Zeit ist der menschliche Erfindungsreichtum.

Mit dem Verschwinden der finanziellen Verschuldung wird es die Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren, nicht länger geben. Diese Rücksicherung, zusammen mit der Schulung in einem viel bedeutungsvolleren, sinnvolleren Umgang miteinander, könnte seelischen und körperlichen Stress erheblich reduzieren und uns mehr Zeit geben, unsere Fähigkeiten zu erforschen und zu entwickeln.

Wenn dich der Gedanke, Geld abzuschaffen, noch stört, bedenke das: Wenn eine Gruppe Menschen mit Gold, Diamanten und Geld auf einer Insel gestrandet wäre und keine Ressourcen wie Essen, frische Luft und Wasser zur Verfügung hätte, wäre ihr Reichtum bedeutungslos. Nur wenn Ressourcen knapp sind, macht Geld als Verteilungsinstrument Sinn. Zum Beispiel würde niemand die Luft, die wir atmen, oder Wasser, das ergiebig in einem Gebirgsbach den Berg herunterfließt, verkaufen. Auch wenn Luft und Wasser wertvoll sind, werden sie nicht verkauft, weil sie im Überfluss vorhanden sind.

Geld ist in einer Gesellschaft wichtig, in der bestimmte zum Überleben notwendige Ressourcen rationiert werden müssen, und Menschen Geld als Tauschmittel für diese knappen Ressourcen akzeptieren. Geld ist eine soziale Konvention, ein Abkommen, wenn man will. Es ist weder ein natürlicher Rohstoff, noch entspricht es einem solchen. Es ist zum Überleben nicht notwendig, außer wir wurden darauf konditioniert, es für überlebensnotwendig zu halten.

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  1. Mai 31, 2011 um 7:03 vormittags

    Hi Martin,

    verstehe Deine Skepsis. HIer meine Anmerkungen:

    1. “Die Prämisse, unter welcher dieses System steht, basiert auf der Erkenntnis, dass die Erde einen Überfluss an Ressourcen besitzt.” Quatsch, viele Ressourcen sind extrem begrenzt. Das hat mit Geld rein gar nichts zu tun.

    2. “Durch die Versorgung einer effizient angelegten Wirtschaft kann jeder einen sehr hohen Lebensstandard mit allen Annehmlichkeiten einer hochtechnisierten Gesellschaft genießen.” Wirtschaft ist also mal wieder vor allem effizient. Das muss ich wohl kaum weiter ausführen. Und es ist die unerreichbare Utopie, dass wir in den Erst-Welt-Ländern keine Abstriche machen müssen. Ich halte das für reichlichen Blödsinn, denn der Ressourcenverbrauch der aufsteigenden Schwellen- und Entwicklungsländer wird die Erst-Welt-Länder dazu zwingen, ihren übertrieben hohen Lebensstandard zu senken – da bin ich völlig bei Meinhard Miegels “Exit. Wohlstand ohne Wachstum.”

    3. “…könnten wir ohne Beschränkung alle Notwendigkeiten des Lebens produzieren …” Aha. Wer glaubt denn sowas? “Ohne Beschränkung”, also infinites Wachstum, denn die Bevölkerung wird ja zunächst mal weiterwachsen. Und wo bekommen wir z.B. die extrem seltenen Metalle für unsere PCs, Smartphones etc. her? denn die sind ja integraler BEstandteil einer vernetzten Welt.

    4. “vor allem durch ein neues Anreizsystem, welches auf dem Interesse am Mensch und der Natur basiert.” Ich glaube nicht, dass es ein universell gültiges Anreizsystem geben kann. Da glaub ich eher an unser Konzept der (individuellen) Sinnkopplung, die immer wieder hinterfragt und erneuert werden muss. Allein das Wort Anreizsystem ist Old School Management.

    5. “Heute haben wir genug Rohstoffe, um jedem Erdbewohner einen sehr hohen Lebensstandard zu ermöglichen.” In welcher Welt leben die Autoren? Sicher nicht auf Mutter Erde.

    So, weiter les ich nicht. Halte das für sinnfreies, vollkommen realitätsfernes Geschwafel. Hartes Urteil, ist aber meine Meinung.

    Liebe Grüße
    Andreas

    • Mai 31, 2011 um 1:15 nachmittags

      Hallo Andreas,
      vielen Dank für Deine detaillierte Analyse.
      So gesehen muss ich Dir Recht geben, ist in der Summe hier auch nicht unbedingt viel Gutes zu erwarten. Zumal auch das “totaler Umbau” auch das “Totalitär” anklingen lässt. Da wird auf einmal zu vile angestrebt und daher wirken die Bilder auch so fremd und künstlich.
      Lieber viele kleine Schritte auf das neuen Ziel zugehen. Anfangen könnten wir mit der Umstellung des Geldsystems. Der Rest sollte dann wie von selbst gehen.
      Lieben Gruß, Martin

  2. Mai 31, 2011 um 7:07 vormittags

    PS: Hab doch noch etwas weitergelesen:

    6. “würden wenige, mit Spitzentechnologie ausgestattete und sehr effiziente Fabriken genutzt, um die gesamte Bevölkerung zu versorgen.” Sozialismus pur, oder?? Wer entscheidet denn, welche Fabriken das sein sollen? Und welche dann abgeschafft werden? Oh Mann…

    7. Am Ende bringen die noch das Wasserbeispiel und führen sich selbst ad absurdum. Wasser wird knapp, Punkt.

    • Mai 31, 2011 um 9:42 vormittags

      Hallo Andreas,
      vielen Dank für Deine Kritik an dem Venus-Projekt. Dass ein eher kooperativer Ansatz schonender mit unserer Resource Mensch ist als unser konkurrenzansatz mit vielen Wettberwerbern, hatte ich schon gepostet. Es darf nur nicht so wie in dem derzeit praktizierten Kommunismus ablaufen, wo eine Partei das sagen hat. Es braucht hier echte, basisdemokratische Abstimmungsprozesse, wo alle Karten auf den Tisch gelegt sind und ein fairer Handel des Geben und Nehmens erfolgen kann.
      Was mich an dem Venusprojekt stört ist der Eindruck einer Sekte, der aber nicht so richtig zu greifen ist.
      Lieben Gruß, Gruß Martin

  3. Mai 31, 2011 um 9:32 nachmittags

    Hallo Ihr,
    ja das klingt mir auch sehr stark nach Scientologen, wenn ich das mal so sagen darf.
    Es kommt ja noch verschärfend hinzu, das nicht nur die “Entwicklungsdländer sich entwickeln” wollen. Was ist mit dem Uranabbau in Tansania, den ja internationale Konzerne ohne jegliche Rücksicht auf die dort lebenden Menschen und das Weltkulturerbe vorantreiben, um nur ein letztes aktuelles Beispiel, das ich gestern fand: http://www.regenwald.org/mailalert/709/uranmine-bedroht-weltkulturerbe, zu erwähnen?
    Wer stoppt die Unternehmen, die mittlerweile alle Bereiche des Lebens kontrollieren können, wenn es nötig ist und einen Innenminister (Land kann frei gewählt werden) installiert haben, der sich nicht zu schade ist, einen neuen schwarzen Peter an die Wand zu malen, um weitere Einschränkungen menschlicher Freiheiten in Gesetze zu gießen???
    Alle diese Theorien sind grau mein Freund und die Vögel sch… durch die Äste!

    Aus meiner Sicht gibt es viele gute Ansätze, wir müssen sehen, was in der Praxis Bestand hat und zwar nicht auf internationaler, nicht auf europäischer, nicht deutscher, nicht sachsen-anhaltinischer, sondern auf ganz, agnz kleiner Ebene und das möglichst überall. Bleibt nur zu wünschen, das der restlichen Welt bis dahin nicht das Essen ausgegangen ist und alle, die es noch bis hier her schaffen, vor unserer Tür stehen. Den einzigen wirklichen Hoffnungsschimmer, der sich für mich auftut sind Vereinigungen und non profit oragisations, regionale wie internatonale, w- z- B. Wächterhäser, children of Uganda, Harambee usw. Ich stelle die Frage noch einmal, warunm schaffen wir für unsere “ungenutzen human ressource” nicht die Möglichkeit hier und in diesen Ländern wirkliche Entwicklungsarbeit zu leisten? Der herauf gegaukelte Fachkräftemangel ist doch nur punktuell und an den Haaren herbeigezogen, um den Markt für noch billigere Anbieter zu öffnen! wo gibt des die politische Trendwende? Ich sehe sie nicht!
    Warum gibt es so ein Programm nur bei der UNO? Ich mache kein Geheimnis draus, das ich mich angemeldet habe und so wie ich es mir leisten kann, werde ich mich dort einbringen!
    Ich habe erlebt, wie mißtrsauisch meine Aktion von Afrikaner am Anfang beobachtet wurde, weil sie sonst nur dem Geschäft hilflos ausgesetzt oder korrumpiert wurden.

    Steigen wir herab aus unserem Elfenbeinturm und krempeln die Ärmel hoch oder haben wir Angst uns schmutzig zu machen?

    Bitte seid mir nicht böse, ich weiß Ihr seid eigentlich nicht die richtige Adresse, aber ich habe, wenn ich so etwas lese einfach nur noch Wut im Bauch, weil ich fast täglich erfahre wie es gerade in Afrika steht und ich oft den Dingen hilflos ausgesetzt bin. Wo bleibt die Vernetzung in so einer Community oder ist der Gedanke der Schwarmintelligenz nur eine leere Worthülse. Schreiben wir auch über Lebendsprojekte, die vielleicht riskant, aber eben schon auf neuen Wegen unterwegs sind oder bringen selbst welche auf den Weg! Sehen wir uns um! Da gibt es einen Spruch der lautet: “Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!” Sicherlich sind Gedanken machen ein guter Anfang, sollte sich aber nicht zu Hauptzweck empor schwingen dürfen. Hesse hat einmal sinngemäß gesagt “Der Mensch ist für die Erde geboren, nicht für das Wasser. Er kann das Denken zu seinem Hauptanliegen machen, aber er hat damit die Erde mit dem Wasser vertauscht und wird darin einmal jämmerlich ersaufen.”
    Es gilt diesen Weltlenkern, denen es egal ist, ob da noch drei Gigatonnen Kohlenbdioxid hinzukommen oder nicht, weil sie denken, das sie sich für ihre Dolarnoten alles kaufen können, eine reale vielschichtigere Welt entgegen zu setzen. Welchen Namen die am Ende hat, ist meines Erachtens belanglos, funktionieren muß sie! Sorry es ist so aus mir herausgebrochen! Viele Grüße com. mike

    • Mai 31, 2011 um 9:51 nachmittags

      Hallo Mike,
      auch Klaus hat mir schon sehr deutlich gesagt, dass es auf’s Tun ankommt. Nur Denken und Schreiben würde Nichts wirklich weiterbringen. Noch bin ich auf der Suche, was ich von dem Vielen, was getan werden könnte als das Sinnvollste anpacken sollte. Meine Intution sagt mir, dass ich am besten dort anfange, wo ich wohen und das wäre das “Im Kleinen”, was Du auch erwähnst.
      Noch eine unsere Dorfvorsteherin sich nicht gemeldet. Ich wollte mich mal mit Ihr zusammensetzen und schauen, was ich Tun kann …
      Lieben Gruß, Martin

  4. Juni 1, 2011 um 5:32 nachmittags

    Hallo Martin, ich weiß das war harter Tobak und nicht persönlich gemeint. Ich hatte mich ja nicht umsonst entschuldigt, aber die gleiche Situation haben wir glaube fast überall. Wahrscheinlich fällt ihr auch nichts mehr ein. Vielleicht bin ich zu anarchistisch oder es liegt auch daran, das hier im Osten der demokratische Index noch schlechter ist, weil er noch in den Kinderschuhen steckt. Aber vor den Karren lasse ich mich nicht mehr spannen. Ich habe vor Jahren erlebt, wie man sich mit fremden Federn versucht hat zu schmücken.
    Du bist beruflich sicherlich viel mehr eingespannt als ich. Ich habe da am meiner Armutsgrenze eben doch andere Spielräume, ick zähle meine Groschen durch und stell mir die Frage, muß ich arbeiten gehen oder kann ich was vernünftiges machen (ganz so ist es ja auch nicht).
    Ich glaube und dies ist mir gestern bewußt geworden, wir schreiben viel über Dinge, die so nicht gehen, was zweifelsohne ja auch wichtig ist, aber ich lese in den meisten blog’s kaum einen Ansatz von positiven Initiativen. Wenn ich z. B. “Wir machen Revolution” oder das “Affenmärchen” betrachte, alles tolle Ideen, aber wo ist der Briefkasten, wo ich meinen Zettel einwerfen kann, das ich mitmachen will? Ähnliches habe ich voriges Jahr mit Frau Sorbas, die wenigstens noch so nett war und geantwortet hatte, aber dabei ist es auch geblieben. Von Götz Werner (nun verstehst Du vielleicht meine Skepsis, vorweggenommenes Reziproke von Sarazin einfach für mich nur Medienspektakel mit zweifelhaften Hintergrund, was schon bei bewußten Falschformulierungen beginnt, “bedingungsloses….), von attac und Unicef will ich gleich ganz schweigen, weil nur dies zurückkam! Die positiven Ansätze müssen wir vernetzen und Machbares vor Ort wenn es sein muß selbst anschieben, weil größere Projekte unübersehbar werden und am Ende eher das Gegenteil bewirken. Kann ja sein das da ein wenig die Mischung aus Thoureau und Trotzki durchschimmert ;-) Viele Grüße Mike

  5. Raffael Lukas
    Juli 9, 2011 um 6:22 nachmittags

    Lieber Herr Bartonitz

    Ich halte die Ressourcenbasierte Wirtschaft RBW als eine Lösung für unsere systembedingten, sich in verschiedenen Symptomen auswirkenden Probleme der kapitalistischen Weltordnung. Die Ressourcenbasierte Wirtschaft hat weder mit Scientologen noch mit Autoren zu tun, die nicht auf dieser Erde leben. Die RBW versucht schlicht, alle menschliche Erfindungskraft, alle vorhandene und noch erforschbare Technologie im Einklang mit Naturgesetzen und unseren nachwachsenden und vor allem nicht nachwachsenden Ressourcen in Einklang zu bringen. Und das zum Wohle der Spezies Mensch. Nun gibt es zwei Wege einem solch system-fremden, revolutionär anmutenden Gedankengut zu begegnen:
    1. Man sieht nur die vielen Probleme, die mit einem neuen System fraglos enstünden und sieht die RBW als Vision, sogar als Utopie. Die RBW ist deshalb nicht realisierbar. (Dabei vergisst man, dass die Eisenbahn ebenso wie das Flugzeug, das Telefon, wie der Computer und die Raumfahrt als nicht zu lösende Probleme, Utopien oder Ideen von Spinnern galten. Wenn wir auch nur einmal versuchen würden, das gesamte Wissen der Menschheit dazu zu verwenden, dass es uns allen gut ginge, würde bestimmt etwas besseres dabei heraus kommen als der vorherrschende Kapitalismus.)
    2. Man sieht die vielen Probleme, die mit einem neuen System fraglos entstünden. Man vergleicht die Probleme des zukünftigen Systems mit den Problemen des heutigen Systems und sieht; so gross sind die Probleme des neuen Systems nicht, dass sie mit den strukturellen Problemen des Kapitalismus “mithalten” können. Lösung: Wir verwenden die gesamte kreative Schaffensmöglichkeiten, die neusten Technologien, die besten Köpfe um dieses Problem, konkret das Problem der eventuell nicht genügend vorhandenen Ressourcen, aus der Welt zu schaffen. Dieser Aufwand, der für die Lösung dieses Problems (zum Beispiel Ersatz für seltene Erden, die in Computern gebraucht werden, zu finden) erbracht werden muss, kann in einer kapitalistischen Welt nicht aufgebracht werden. Besser gesagt, er könnte schon, es wirft nur leider keinen Profit ab so viel Geld dafür in die Hand zu nehmen, es ist also nicht “machbar”. Deshalb kann ein das Problem der Ressourcenfrage, das wir übrigens auch in unserem jetzigen System haben, nur durch ein System gelöst werden, in dem Geld keine Rolle spielt und die gesamte Menschheit an einem Strang zieht.
    Und so landen wir alleine durch logische Überlegung zum Schluss, dass wir die Menschheit geradewegs in den Abgrund reiten, wenn wir nicht über alternative Möglichkeiten unseres weltweiten Zusammenlebens nachdenken und Ideen, wie die RBW weiterverbreiten. Warum sind wir nur der Meinung, dass die gesamte Welt dem steten Wandel untersteht, bloss unser menschgemachter Kapitalismus nicht (Hey, den Kapitalismus haben wir auch erfunden, er ist nicht naturgemacht!)? Haben wir so wenig Phantasie?

    So, nun habe ich viel zu viel geschrieben, eigentlich wollte ich bloss diesen, meiner Meinung nach, extrem zutreffenden Blogartikel über den Film Zeitgeist – Moving Forward posten:

    http://rossner.me/zeitgeist-i

    Beste Grüsse
    Raffael Lukas

    • Juli 9, 2011 um 9:44 nachmittags

      Lieber Herr Lukas,
      vielen Dank für Ihre Einschätzung über RBW. Ich stimme Ihnen zu, dass wir mit allen Intelligenzen, die wir haben, weg kommen müssen von der Kapital dienenden Wirtschaft hin zu einer dem Menschen dienende. Und da scheint mir der Entwurf der RBW recht gut auszusehen.
      Was mich bisher weniger gut angesprochen hat, sind die zu gleichförmig wirkenden Stadtlandschaften. Das sieht so gleichmacherisch aus, so wenig Individualistisch. Einerseits ja, sollten die Menschen gleich sein, gleich vor dem Gesetz. Dabei sind aber alle Menschen auch wieder anders, hat doch jeder seine Neigungen und Überzeugungen, sprich aufgrund seiner Herkunft und Erfahrung ein anderes Weltbild im Kopf. Das sollte auch genutzt werden, die Landschaften und Städte nicht stereoptyp zu gestalten.
      Hier sollte sich die Marketingabteilung nochmals mit beschäftigen. Ich denke, es geht vielen Menschen wie mir, die mit den Bildern wenig anfangen können und schon vorzeitig abschalten.
      Wie organisieren sich denn die Menschen in dieser Welt? Ich hatte schon mehrfach angesprochen, dass ich ein verfechter der absoluten Basisdemokratie bin. Das, was an der Basis im Konsens entschieden wird, ist exakt von den gewählten Vertretern im Sinne einer Projektleitung umszusetzen und wird auch wieder vom Souveran abgenommen.
      Alle anderen Organisationsformen tragen in sich Korruption und gelangen zu den Krisen, wie wir sie gerade wieder sehen.
      Viel Grüße, Martin

      • allenduchovsky
        Januar 4, 2014 um 3:34 nachmittags

        “Was mich bisher weniger gut angesprochen hat, sind die zu gleichförmig wirkenden Stadtlandschaften. Das sieht so gleichmacherisch aus, so wenig Individualistisch.”

        Der menschliche Individualismus bleibt doch vom Aussehen der Städte unberührt. Die hohe Vielfalt an Gebäuden sind doch auch nichts weiter als Ergebnisse des architektonischen Egoismus, welcher aus dem Kapitalismus resultiert. Jedes Gebäude ist mit dem Ziel entworfen worden damit etwas zu verdienen – Geld! Es ging hier nicht darum, ein Gebäude möglichst energiesparend und nachhaltig zu erbauen. Das würde sich auch in so einer neuen Gesellschaft rapide ändern.

  6. Juli 10, 2011 um 12:01 nachmittags

    Hallo Martin, ich glaube, ich wiederhole mich jetzt, aber Basisdemokratie funktioniert nur in kleinen Systemen, sagen wir mal 100 Personen, schon da ist es schwierig. Darüber hinaus sollte es ein Netzwerk geben, das sie mit einander verbindet. Da wir menschliches Fehlverhalten nie ganz ausschließen können, selbst in kleinen überschaubaren Strukturen, bin ich der Meinung, daß es zwar Unterschiede geben wird, sie müssen aber dringend nivelliert und unsere “Ansprüche” müssen heruntergeschraubt werden. Alle diese Modelle lassen das außen vor. Schon sparen wir nicht nicht 30% ein, sondern 50 vielleicht. Nur in den bestehenden Strukturen geht es m. E. nicht. Da helfen auch noch so viele Reförmchen nichts. Der Strukturwandel muß UNTEN vollzogen werden und in gewissen Sinne “hilft” uns der Staat ja dabei, in dem er die Geldmittel weiter verknappt, die ja so wie so in kürzerer Frist nichts mehr wert sind. Ohne deutsche Einheit und Europa wäre das Finanzsystem schon längst zu Ende und heute zockt es eben die ärmeren Länder ganz bewußt zum Selbsterhalt ab. Wenn dieser Zeitpunkt kommt, wird es nicht viel nutzen, noch zu behaupten, “ich war ja schon immer dagegen gewesen”, was ja unsere Opposition ja so gerne für sich in Anspruch nimmt und im Stillen doch ihr Schäfchen ins Trockene bringt! “Aus dessen Napf ich freß, dessen Lied ich pfeif!”

  7. Raffael Lukas
    Juli 20, 2011 um 9:46 nachmittags

    Lieber Martin

    Ja, die runden Städte sind mir auch ein Dorn im Auge. Allerdings, und das betont der Erfinder, Jacque Fresco, selbst immer wieder, sind die runden Städte nur die effizientesten. Er selbst geht aber davon aus, dass die Städte, nur schon wegen geografischen Begebenheiten, oftmals anders gestaltet werden müssen. Die Idee, die diesen futuristischen Städten jedoch zu Grunde liegt, ist spannend: Wie können wir in Zukunft Städte bauen, die sich selbst (mit Energie, Nahrung) versorgen, ein effizientes Distributionssystem haben, eine sinnvolle Mobilität zulassen, usw. Das oberste Ziel der RBW ist ja das Wohlbefinden der Menschen. Wenn man sie also zwingen müsste in einer steril wirkenden runden Stadt zu leben, wäre es nicht mehr mit den Grundgedanken der RBW vereinbar.

    Die zweite Frage, die nach der Organisation der Menschen in einer RBW, ist schwieriger zu beantworten. Grundsätzlich soll es in der RBW ja die Wissenschaft sein, die soziokulturelle Fragen löst. Da eine unglaubliche Fülle an Faktoren und Variablen in komplexen Problemstellungen zusammenkommen, muss sinnvollerweise ein Supercomputer diese Aufgabe erledigen (heute machen dies Politiker…). Die Grundlagen für das Programm, das dann quasi die Entscheidungen für die Menschheit trifft, müssen streng nach den Grundsätzen der RBW programmiert sein, aber immer mit dem Ziel, das Wohlbefinden der Menschheit zu verbessern. Es bleibt momentan offen, wer über verschiedene Szenarien entscheidet, die der Computer möglicherweise ausspuckt.
    Hier grauts den meisten, waaaas, wir werden in der RBW durch eine Maschine dirigiert!? Tatsache ist, dass dies längst geschieht. Google beispielsweise lenkt unsere Sicht auf die Welt durch die Suchresultate, die sie für uns ausspuckt. Das Dumme dabei; sie spuckt für mich andere Resultate aus als für andere, die genau die gleichen Suchbegriffe eingegeben haben. Maschinen lenken uns also schon. Die entscheidende Frage ist; wollen wir von Maschinen gelenkt werden, die den maximalen Profit herausholen wollen, oder von Maschinen, die den Wohlstand und das Wohlbefinden der Menschheit im Fokus haben…

    Das Problem der Organisation äussert sich meiner Meinung nach deutlicher in strafrechtlichen Belangen. Zweifellos würde die Kriminalität in einer RBW unglaublich sinken, man nimmt um die 95% an. Es gibt ja schlicht keinen Sinn zu klauen oder sich zu bereichern. Mindestens eine Frage bleibt aber; was macht man mit psychisch kranken Menschen, die man nicht in die Gesellschaft entlassen kann? (Es ist ja gut denkbar, dass psychisch Kranke in einer RBW gar nicht mehr existieren. Aber wie regelt man die Übergangszeit?) Es braucht also eine Art Organisationsstruktur. Wenn ich richtig informiert bin, gibt das Venus Project dazu keinen Vorschlag. Hier ist jeder Weltenbürger gefordert sein Wissen und Ideen einzubringen! Ich bin der Meinung, dass ein demokratisches Rätesystem oder wie Sie vorgeschlagen haben, die Basisdemokratie diese Organisationsstruktur darstellen sollte. Hier tut sich aber ein neues Problem auf: Unsere Gesellschaft wird auch durch die RBW nicht weniger komplex. Das grosse Problem der Demokratie ist doch, dass gar nicht jeder Stimmberechtigte das Wissen haben kann, um die richtige Entscheidung zu treffen. In der Schweiz kann man das momentan gut beobachten, wobei da die leider gut gemachte Propaganda der Rechtspartei SVP natürlich eine grosse Rolle spielt.

    Die RBW wird nicht ohne Probleme sein, aber wir wären in einer RBW eher im Stande, Lösungen zum Wohl des Kollektivs zu finden, als wir dies heute fähig sind. Das ist meiner Meinung nach wieder der springende Punkt.

    Falls Sie übrigens den Film Zeitgeist – Moving Forward noch nicht gesehen haben, empfehle ich diesen ganz herzlich:

    Für weitere Informationen zur RBW lege ich Ihnen das Zeitgeist Movement ans Herzen:

    http://www.zeitgeistmovement.de/

    Beste Grüsse
    Raffael

    • Juli 20, 2011 um 10:36 nachmittags

      Lieber Raffael,
      vielen Dank für diese detaillierte Auseinandersetzung mit dem RBW!
      Ja, der Gedanke, von einem Computerprogramm in Bezug auf mein Wohlsein abzuhängen, erzeugt ein gewisses unbehagen. Wenn ich mir aber anschaue, von wem ich heute abhänge, scheint mir das schon fast das kleinere Übel.
      Und was die Kritik an Google angeht, so zeigt mir das umso mehr, wie wichtig es ist, dass wir zu einer Gemeingüterproduktion kommen sollten. Dann geht es nicht mehr um den Profit einzelner sonder um das Gedeihen des Ganzen. Dann sollte auch eine Suchmaschine neutraler funktionieren.
      Und was die direkte Demokratie angeht: wenn es keine Parteien in dem Spiel gäbe, sollte alle Für und Wider transparent auf dem Tisch liegen und es bräuchte keine Werbung laufen, der auf “Fang” aus ist. Wäre sicher auch einen Überlegung wert …
      Viele Grüße
      Martin

  8. Raffael Lukas
    Oktober 3, 2011 um 12:14 vormittags

    Lieber Martin
    Entschuldige bitte, dass ich nicht mehr auf Deine letzte Antwort einging. Ich teile Deine Einschätzung voll und ganz!
    Was mich, unabhängig von der RBW besonders interessiert, ist – da Du ja anscheinend schon lange und auf breiter Basis neue Lösungen für unser kaputtes System suchst – was Deiner Meinung nach am Besten funktionieren könnte?

    Falls Du übrigens noch weitere Informationen zur Ressourcenbasierten Wirtschaft suchst, findest Du hier jede Menge:

    http://www.zeitgeistmovement.de

    Viele Grüsse aus der Schweiz
    Raffael

    • Oktober 3, 2011 um 8:23 vormittags

      Hallo Raffael,
      ja, nach weiteren Wochen der Recherchen sagt mir meine Intuition, dass eine RBW gute Sache wäre. Knackpunkt ist hier, dass ein Computersystem die Verteilung machen soll. Die Frage ist, wie dieses vor Korruption geschüttz werden kann, dass nicht eine Gruppe wieder bevorzugt wird. Aber besonders gut gefällt mir, dass es auch ohne Geld auskommen könnte. Das geht tatsachlich nur, wenn auch von unten nach oben regiert wird und das Oben nur im Sinne einer beautragten Projekteitung funktioniert. Denn so sind alle Menschen in der vollsten Verantwortung und werden sich jeden Tag die Frage stellen: “was können wir tun, damit es allen gut geht?”
      Lieben Gruß Martin

  9. daniel
    Oktober 4, 2011 um 12:27 vormittags

    Liebe Gesprächsteilnehmer
    Eine Frage an Euch. Wenn eine Vision ein wahrhaftig gutes Ziel verfolgt, ohne finanzielle Gier und ohne Machtgelüste im Hintergrund, sondern mit dem aufrichtigen verlangen nach Glück und Zufriedenheit für alle im gleichen Masse, erübrigt sich dann nicht die Frage ob etwas gut ist oder falsch. Für mich stellt sich also nicht die eine Frage ob, sondern wie. Wie kommen wir dahin. Wenn wir ein solch ehrenwertes Ziel setzen, können wir uns auf dem Weg dorthin auch einige Fehler leisten. Das bedingt natürlich, dass das grosse Ziel nicht vergessen werden darf.
    Die Materie folgt dem Geist, doch leider liegt zwischen diesen Beiden das Wörtchen TUN. Aber wie Henry Ford einst sagte. Wenn jemand sagt dass man etwas nicht schaffen kann, dann hat er Recht. Doch wenn jemand sagt, dass man etwas schaffen kann, dann hat er auch Recht.
    Was mir persönlich Hoffnung gibt, ist die Tatsache, dass wenn man z.B. ein Kind aus China nach Europa nimmt und in unserem Kulturkreis aufwachsen lässt, sich dieser Mensch im späteren Leben, bis auf Äusserlichkeiten, nicht von den anderen unterscheidet. Das bedeutet, dass Veränderungen im Bewusstsein der Menschen, in dieser Globalisierten Welt keine Frage von x Generationen mehr sein muss, theoretisch könnten es doch überschaubaren Jahren sein.

    ALSO. Wie können wir es TUN.

    Gruss daniel

    • Oktober 4, 2011 um 9:17 vormittags

      Lieber Daniel,
      das ist zwar ein blöder Spruch, aber mein Basagt mir, dass man nichts pübers Knie brechen kann: “Die Zeit wird es fügen.”
      Aber wir sind ja schon nahe dran, denn:

      Wir haben Jahrtausende gebraucht, um unsere Agrarwirtschaft zu optimieren
      Wir haben Jahrhunderte gebraucht, um unsere Industrie zu optimieren
      Wir haben Jahrzehnte gebraucht, um unsere Informationstechnologie zu optimieren
      Wir werden nur Jahr brauchen, um unsere Weisheit auszubilden.

      Und hier sind wir gerade dabei. Das Internet gibt uns erst die Möglichkeit, Zusammenhänge im Kollektiv, sprich als Schwarmintelligenz zu erkennen und zu verbreiten.

      Also, was können wir TUN: Das kollektive Bewusstwerden auf allen Ebenen und gerade im Internet befeuern.

      Lieben Gruß, Martin

  10. ursula
    Oktober 17, 2011 um 8:04 nachmittags

    Hallo

    Ein interessantes Buch, das dazu passt, vielleicht habt ihr ja schon gelesen.
    Das vollkommene Leben von Michael Hampe

    Liebe Grüsse

  11. Oktober 27, 2011 um 8:39 nachmittags

    Interview mit einem Zeitgeist Movement Begeisterten während der Occupy Demos in Frankfurt über die Ressourcenbasierte Wirtschaft und dass es eben nicht um eine zentrale Comuptereinheit geht, sondern um eine dezentrale Software, die im Open Source Gedanken von vielen gleichberechtigt entwickelt wird, wie z.B. das UNIX Betriebssystem.

  12. Tom
    November 28, 2011 um 8:20 nachmittags

    Hallo liebe Leute,

    ich melde hier mich mal als sehr aktives Mitglied der weltweiten Zeitgeist-Bewegung zu Wort, deren Mitglieder sich in erster Linie für Information über die Idee der Ressourcen-Basierten Wirtschaft (RBW) einsetzen.

    Zu den typischen unüberlegten Schnellschuss-Reaktionen wie “Utopie”, “Sozialismus”, “Sekte” und “Scientology”, die ich in ein paar von den Kommentaren hier gelesen habe, möchte ich sagen:

    Bitte haltet die zigtausenden Unterstützer der RBW-Idee doch nicht für ganz so dumm.

    Die meisten Mitglieder der Zeitgeist-Bewegung und Unterstützer der RBW-Idee zeichnen sich gerade dadurch aus, dass sie sehr kritisches und selbstkritisches Denken an den Tag legen. Ich beschäftige mich nun seit 3 Jahren intensivst mit diesen Ideen und bin sehr aktiv in dieser Bewegung, und ich würde das kleinste Anzeichen für sektenartige Strukturen oder für Verbindungen zu Scientology sofort erkennen und ablehnen, genauso wie jedes andere Mitglied dieser Bewegung dies tun würde.

    Eine Utopie ist die RBW auch nicht. Wir sprechen weder von einem unerreichbaren (also “utopischen”) Ziel, noch von einer perfekten Welt. In einer RBW wird es weiterhin Probleme geben, Menschen werden sich weiterhin verletzten und krank werden und miteinander aus verschiedensten Gründen in Konflikte geraten. Es wird Unfälle und Naturkatastrophen geben, und bestimmt noch viele andere Probleme. Aber ich bin der Überzeugung, dass wir auch viele der Probleme lösen können, die wir heute auf der Welt haben. Es ist einfach nicht nötig, dass jeden Tag zigtausende Menschen an Unterernährung und in Kriegen sterben, dass 99,9999% der Weltbevölkerung als Lohnsklaven für die Bereicherung von ein paar wenigen Menschen arbeiten, dass wir alle und die Umwelt immer kranker werden, usw. Ich sehe diese heutigen Zustände nicht als “normal”, sondern als absolut abartig. Und somit wäre eine Lösung dieser Probleme keine Utopie, sondern einfach nur die Herstellung eines gesunden, normalen und absolut realistisch erreichbaren Zustandes.

    Desweiteren unterstütze ich diese Ideen gerade deshalb, weil sie sich eben vom Sozialismus (und jedem anderen bisher dagewesenen Wirtschaftssystem) in sehr wichtigen Punkten deutlich unterscheiden.

    Also nochmal meine Bitte: beleidigt doch noch die Intelligenz von zigtausenden kritischen Denkern, die diese Ideen unterstützen, indem ihr genau die 08/15-Schnellschuss-Furchtreaktionen an den Tag legt, die wir Mitglieder dieser Bewegung uns jeden Tag von Leuten anhören müssen, die sich nicht wirklich mit der RBW-Idee auseinandergesetzt haben.

    Weiters würde ich gerne klarstellen, dass die RBW-Idee keine starren zentralen Vorgaben enthält, denen wir einfach hinterherlaufen. Die RBW-Idee wird vielmehr kontinuierlich von all ihren Unterstützern dynamisch ausgearbeitet, und jeder Mensch, der sich für diese Idee interessiert, kann sich an diesem Entwicklungsprozess aktiv beteiligen.

    Das Ziel ist nicht, irgendeine vorgegebene Idee umzusetzen, sondern das Ziel ist, gemeinsam eine Idee (und in weiterer Folge ein Wirtschaftssystem) zu entwickeln, das für ALLE Menschen funktioniert.

    Dabei wird vor allem die Individualität ganz groß geschrieben. Niemand will ein Wirtschafts- oder Gesellschaftssystem, in dem die Menschen in irgendeiner Weise gleichgeschaltet sind oder ihre Individualität einbüßen. Einer der wichtigsten Faktoren, die zur Zufriedenheit eines Menschen beitragen, ist seine Freiheit zur individuellen Entfaltung und Gestaltung seines Lebens. Diese Tatsache steht somit ganz vorne bei der Entwicklung der RBW-Idee. Wir sprechen von keiner dummen kollektivistischen Einheitsgesellschaft, sondern die RBW soll es jedem Menschen so gut wie möglich ermöglichen, sein Leben individuell so zu gestalten, wie er/sie es möchte. Dass die “Goldene Regel” dabei natürlich eingehalten werden muss, also dass nur Verhalten toleriert werden kann, das anderen Menschen keinen Schaden zufügt, versteht sich von selbst.

    Ein weiteres Missverständnis, das ich oben in einem Kommentar gelesen habe, ist, dass in einer RBE ein Computersystem die Verteilung übernehmen soll. Dies trifft einfach nicht zu. Kein Unterstützer der RBW-Idee möchte von einem Computersystem kontrolliert werden, genausowenig wie ihr alle das wollt. Die Verteilung (sowie alle anderen Aspekte des Wirtschaftssystems RBW) ist ein dynamischer Prozess, in den alle daran teilnehmenden Menschen involviert sind. Angebot und Nachfrage spielen dabei eine essenzielle Rolle.

    In der Praxis würde das so aussehen, dass es (genau wie heute) Produzenten und Lieferanten und Geschäfte und Konsumenten gibt. Natürlich würde man versuchen, so viel wie möglich von den körperlichen Arbeiten zu automatisieren, aber das Prinzip bleibt das gleiche. Und wenn dann Konsumenten in ein Geschäft gehen und sich ein Produkt mitnehmen, dann wird in der lokalen Inventur-Datenbank dieses Geschäftes dieses Produkt als “ausgegeben” verzeichnet (genau wie heute auch). Sobald nur mehr eine bestimme Menge dieses Produktes im Geschäft vorhanden ist, wird beim entsprechenden Lieferanten bzw. Produzenten nachbestellt (genau wie heute auch), und so weiter.

    Es gibt also keine zentrale Verwaltung, und eine RBW ist keine Planwirtschaft. Niemand will das.

    Wenn in den Texten von Jacque Fresco von einem “Zentralcomputer” die Rede ist, dann meint er damit den Computer, der in seinem Stadt-Entwurf im Zentrum der Stadt steht und die autmatisierten Anlagen steuert. Und selbst wenn Jacque Fresco irgendwann von einer Zentralverwaltung durch einen Computer sprechen sollte, dann würde ich dies nicht unterstützen, genausowenig wie die anderen Unterstützer der RBW-Idee, die ich kenne. Wie gesagt, wir laufen keiner Idee hinterher, sondern wir entwickeln diese Idee selbst.

    Einen letzten wichtigen Punkt möchte ich noch ansprechen: die Freiwilligkeit. Eine RBW basiert zu 100 Prozent auf Freiwilligkeit. Dies ist einer der Hauptunterschiede zu anderen Wirtschaftssystemen wie Sozialismus und Kommunismus, welche den Menschen einfach aufgezwungen wurden und werden. Im Gegensatz dazu erkennt die Idee der RBW die Tatsache an, dass ein Wirtschaftssystem nur dann für alle Menschen funktionieren kann, wenn die Vorteile dieses Wirtschaftssystems von den Menschen verstanden werden und sie dieses System somit frewillig unterstützen.

    Genau deshalb ist der Ansatz der Zeitgeist-Bewegung auch nicht, dass eine RBW durch die Politik einfach eingeführt werden soll. Dies wäre absolut zum Scheitern verurteilt. Stattdessen ist unser Ansatz, durch Information über die Fehler des heutigen Wirtschaftssystems und über andere wirtschaftliche und technische Möglichkeiten bei den Menschen das Bewusstsein über diese Themen zu steigern, um dadurch schließlich den Punkt zu erreichen, an dem genügend Menschen eine RBW von sich aus umsetzen möchten.

    Gewalt und Zwang lehnen wir grundsätzlich ab.

    Ich hoffe, dass ich damit ein paar Unklarheiten beseitigen konnte. Für die Beantwortung weiterer Fragen zur RBW stehe ich gerne jederzeit zur Verfügung.

    Liebe Grüße,
    Tom

  13. Tom
    November 28, 2011 um 8:22 nachmittags

    Korrektur: ” beleidigt doch NICHT die Intelligenz von zigtausenden kritischen Denkern”

  14. November 29, 2011 um 12:03 vormittags

    Hallo Martin,

    das hier dargestellte System klingt mir “entmenschlicht”.

    Es geht um Wohlstand, aber wie soll der entstehen? Und auf welcher Ebene?

    Mein Hauptargument gegen das System:

    Wie wollen die Menschen, die es entwickelt haben, wissen, was ein Mensch ohne Herrschaft DANN braucht? Es gab diesen Menschen niemals.

    Und meinem Vorredner “Tom” sage ich:
    Durch den Gebrauch einer so genannten Intelligenz sind die Problem der Welt entstanden – mit Intelligenz zu lösen sind sie nicht.
    Intelligenz als Wertbegriff steht nicht erst seit heute im Fokus von Menschen, die auch nicht dumm sind.
    Was die Welt an Informationen braucht, kann uns KEINE Intelligenz liefern. Mit ihr als Steurungsinstrument liefen wir bestenfalls in die perfekte Falle.

    Wolfgang

  15. Tom
    November 29, 2011 um 1:46 vormittags

    Hallo Wolfgang,

    “Wie wollen die Menschen, die es entwickelt haben, wissen, was ein Mensch ohne Herrschaft DANN braucht? Es gab diesen Menschen niemals.”

    Wie ich oben bereits erwähnt habe, ist die RBW ja keine Planwirtschaft. Das heißt, die Menschen, die eine RBW entwickeln (was theoretisch alle Menschen gemeinsam sein werden, also zumindest alle, die sich daran beteiligen wollen), brauchen überhaupt nichts zu wissen, was die Menschen in der RBW dann brauchen.

    Denn, wie ich auch bereits erwähnt habe, die RBW ist ein dynamisches System, das direkt auf die jeweils aktuellen Bedürfnisse und die Nachfrage reagiert.

    Also nochmal: niemand muss vorher irgendetwas wissen oder planen. In einer RBW wird genau das produziert, was die Menschen zu jeder gegebenen Zeit haben wollen bzw. brauchen, und zwar in genau der Menge, die benötigt wird. Und zwar, indem man direktes Feedback vom aktuellen Verbrauch bzw. der aktuellen Nachfrage bekommt.

    Und all das wird nicht zentral gesteuert, sondern vernetzt.

    Ich hoffe, das beantwortet deine Frage.

    Zu deinen Kommentaren bezüglich “Intelligenz”: ich denke, du kennst doch sicher die Redewendung “jemandes Intelligenz beleidigen”, die ich verwendet habe, oder? Deine Kommentare dazu haben mit dem Sinn dieser Redewendung überhaupt nichts zu tun. Ich habe ja nicht behauptet, dass wie die Probleme der Welt mit der selben Denkweise lösen können, durch die sie entstanden sind. Sondern ich habe einfach nur gesagt, dass man die Unterstützer der RBW-Idee nicht für so dumm halten soll, dass sie sich zu Themen wie “Sozialismus” oder “Utopie” oder “Sekte” noch keine Gedanken gemacht haben.

    Tom

  16. November 29, 2011 um 8:43 nachmittags

    Hallo Tom,

    mein Kommentar, den ich mittags schrieb, verschwand im Dschungel der Seligen.

    Was die RBW ist – keine Ahnung.

    Etwas Ahnung habe ich von menschlichen Bedürfnissen. Wer immer noch glaubt, eine Befriedigung von materiellen Bedürfnissen sei nötig, ist realitätsfremd. Materielle Bedürfnisse rangieren auf der Werteskala ganz unten. Was uns bei der Entwicklung des Menschseins voran bringt, sind Vertrauen und eine andere Definition von Erfolg.

    Es kann doch in einem Menschenleben nicht darum gehen, in einem Schlaraffenland zu leben.
    Für mich ist “gesund”, wenn ich den Fisch fange und das Brot backe, das ich essen möchte. Auf meinem Balkon steht eine Kompostkiste – das ist für mich Gesundheit, weiter als bis zum Supermarkt zu denken.

    Hier wurde in einigen Posts eine Dezentralisierung vorgeschlagen. Dazu ein Tausch von Gütern und ein Austausch von Erfahrungen.
    Wer die Natur des Menschen nicht zerstört, sondern sie befördert, braucht keine Form des Dirigismus. Den hatten wir jetzt lange genug, hoffentlich nicht zu lange.

    Was man zum Leben WIRKLICH braucht, kann ich dank einer langen Tour mit dem Fahrrad ganz gut beurteilen: Was ich nicht transportieren konnte, brauchte ich auch nicht. Was ich darüber hinaus erfuhr, war die Erkenntnis: Je weniger ich besitze, je größer ist die Wahrscheinlichkeit, dem Glück zu begegnen.

    Und Glück kann nur jeder Mensch für sich alleine produzieren.

    Wolfgang

  17. Tom
    November 30, 2011 um 2:34 nachmittags

    hi Wolfgang,

    dir muss aber auch bewusst sein, dass du hier nur deine eigenen persönlichen bedürfniss beschreibst. was du da beschreibst, trifft auf dich zu, aber du kannst das deshalb nicht einfach auf alle menschen übertragen. du wirst ja bestimmt nicht sagen wollen, dass du weißt, was die bedürfnisse jedes menschen auf der welt sind.

    deshalb finde ich die idee der Ressourcenbasierten Wirtschaft (RBW) gut, weil darin jeder mensch die freiheit hat, seine individuellen bedürfnisse möglichst gut zu erfüllen.

    hier gibt es eine kurze einführung in die RBW-idee:

    lg
    tom

  18. November 30, 2011 um 5:02 nachmittags

    Hi Tom,
    ich weiß von verschiedenen Formen des Wohlbefindens – die auf verschiedenen Ebenen im menschlichen System entstehen (können); es ist eine Frage der energetischen Qualität, die generiert wird.
    Glück als Produkt der Liebe ist die höchste Qualität – eine niedere Qualität entsteht z.B. durch Schadenlust (nein, das ist keine echte Freude), eine triebhaft verursachte Energie.

    Dass der Mensch sich energetisch autonom versorgen kann, erscheint mir als die erstrebenswerteste Variante. Wer etwas anderes wählt, muss dies allerdings auch KÖNNEN – was voraussetzt, dass Menschen zu Schaden kommen müssen.

    RBW ist sicher eine gute Idee, besonders für die “Dritte Welt”. Ist die wachsende Weltbevölkerung – keine verhungernden Kinder, keine Kriegstoten, keine Kollaterationschäden – in eurem Konzept berücksichtigt?

    Gruss
    Wolfgang

    • November 30, 2011 um 6:29 nachmittags

      Das kann ich zumindest schon bestätigen. Soweit habe ich auch schon geschaut. Es sind viele Elemente der Anarchie enthalten: keine Hierarchien, wenige Grundregeln, Konsens etc., daher keine Kriege und keine Ausbeutung, zumal auch ohne Geld …

  19. Tom
    Dezember 1, 2011 um 1:42 vormittags

    hi Wolfgang,

    okay, hier ist meine ansicht dazu:

    ich persönlich kann z.b. mit den dingen, über die du da in deinen ersten beiden absätzen schreibst, überhaupt nichts anfangen. das heißt aber nicht, dass ich glaube, dass ich mehr “wahrheit” erkannt habe als du. du solltest aber genauso akzeptieren, dass deine “wahrheit” für mich sehr wahrscheinlich nie zur “wahrheit” werden wird, genauso wie du wahrscheinlich niemals meine bevorzugte form von “wohlbefinden” nachvollziehen können wirst.

    was ich sagen will: wir sind einfach 2 individuen. und ich finde es sehr wichtig, dass niemand denkt, dass sein persönlicher “way of life” auch der beste für alle anderen menschen wäre.

    und genau deshalb sehe ich eine RBW als eine gute idee für alle menschen, weil sich innerhalb einer RBW endlich jeder mensch sein eigenes wohlbefinden so gestalten kann, wie er/sie es individuell möchte (natürlich nur solange er/sie niemand anderen verletzt).

    eine RBW ist nämlich KEIN “way of life”. eine RBW ist einfach nur ein wirtschaftssystem. und zwar ein 100% freiwilliges. das heißt, es muss kein mensch an einer RBW teilnehmen, der das nicht freiwillig will. und die menschen innerhalb einer RBW können sich ihr leben so gestalten, wie sie es wollen.

    du hast gefragt: “Ist die wachsende Weltbevölkerung – keine verhungernden Kinder, keine Kriegstoten, keine Kollaterationschäden – in eurem Konzept berücksichtigt?”

    ja.

    erstens geht es genau darum, dass wir mit unserem heutigen wirtschaftlichen verhalten die wachsende weltbevölkerung schon lange nicht mehr versorgen können, ohne dass 1 milliarde menschen in hunger leben. das heißt, eines der hauptziele einer RBW ist es, genug lebensmittel (und alles andere was menschen brauchen) für die wachsende weltbevölkerung zu erzeugen.

    zweitens kommt der aspekt dazu, dass tendenziell ärmere menschen mehr kinder haben. in ländern mit relativ hohem lebensstandard liegt der durchschnitt weit unter 2 kindern pro paar. das heißt, man kann davon ausgehen, dass durch eine verbesserung der lebensqualität für alle menschen auch mit einem rückgang des bevölkerungswachstums gerechnet werden kann. das soll natürlich NICHT heißen, dass eine RBW die weltbevölkerung reduzieren soll. derartige vorwürfe sind lächerlich. es ist einfach nur so, dass menschen, denen es besser geht, scheinbar tendenziell weniger kinder haben wollen.

    natürlich könnte sich das in einer RBW auch wieder ändern. wenn man bedenkt, dass viele menschen in ländern mit relativ hohem lebensstandard heute wahrscheinlich aus dem grund weniger kinder haben, weil sie “karriere machen” wollen, dann könnte man auch davon ausgehen, dass nach dem wegfallen dieses karriere-drucks in einer RBW die menschen wieder mehr kinder haben wollen.

    insgesamt ist das schwer vorherzusehen. es könnte insgesemt zu einem rückgang oder einem weiteren ansteigen oder auch zu einem gleichgewicht der weltbevölkerung kommen.

    auf jeden fall hat eine RBW unter anderem den sinn, alle menschen möglichst gut mit allem zu versorgen, was sie brauchen und wollen.

    lg
    tom

  20. Dezember 1, 2011 um 1:56 vormittags

    Hallo Tom,
    sieben MilliardenMenschen versorgen zu wollen, ist im Ansatz schon respektabel. Mir geht es (also) keineswegs darum, andere Menschen herab zu würdigen, nur weil sie andere Wege als ich gehen.
    Meine Idee der regionalen Versorgung und kleineren Dorfgemeinschaften ist zwar ein nettes Ideal, aber ob und wie es umsetzbar sein kann, steht wahrscheinlich genau in den Sternen anderer Projektierungen auch.
    Es sind, ich sage das ganz offen, einige “Begriffe” in eurem Konzept, die in meine Vernunft nicht glatt sich einfügen wollen – rein subjektiv also.
    Ich schaue mal auf eure Seite und melde mich mit Fragen, wenn sie denn auftauchen.

    Danke, dass Du Dir so viele Mühe gegeben hast.

    Wolfgang

  21. Dezember 23, 2011 um 3:46 vormittags

    Die Einschätzung eines IQ-Tests sollte sich der Eine und Andere mal langsam durch den Einfüllstutzen laufen lassen:

    – wie dämlich ist das denn???

    Genau, Nick.
    Sehe ich das richtig: Wenn wir beide einen Bewerber für eine Anstellung empfangen würden, legten ihm einen Intelligenztest und einen Schreiber hin, und er würde den in die Hand nehmen, wäre der Test beendet: “Den Kugelschreiber können sie zur Erinnerung behalten”.

    Ich bin fest davon überzeugt, dass Menschen in einer herrschafts- und behördenfreien Zone sehr schnell einige beinahe selbstverständliche Grundwerte wiederentdecken und umsetzen.
    Wer guckt denn Fernsehen, wenn man ihn einen “Schöpfer” sein läßt.
    Wer klaut denn, wenn er etwas zu verschenken hat?
    Wer ärgert sich noch, wenn er alle Gründe zur Freude hat?
    Wer herrscht noch, wenn er sein eigener Herr ist.
    DAS sind die Ressourcen des Menschen.

    Du hast Recht. Bereits systemisches Denken ist die Falle, eine, die den Mut im Ansatz erwürgt. Es wird nichts davon geschehen, wozu wir nur Gedanken entwickeln. ÄHM, was war das noch gleich, was Berge versetzt? Nein, das ist nicht falsche Demut und höllenfürchtiges Handeln aus Angst. Glauben ist nicht, wie fälscherlicherweise GEDACHT wir, Geist, es ist Liebe, die darin zum Ausdruck kommen – kann.

    Vielleicht versteht manch einer nun, was den Menschen durch die Glaubensdogmen angetan wurde: Ihnen wurde Glaube abverlangt – und durch die Angst gleichzeitig verunmöglicht. Tolles Konzept, um folgerichtig seelische Krüppel am laufenden Band zu generieren, die hilflos um Herrschaft betteln.

    Nun fragt sich: Wie macht man aus den Schatten der Vergangenheit Licht?

    Beinahe hätte ich Frohe Weihnachten gesagt. Solange Jesus öffentlich am Kreuz zur Schau gestellt wird, nein Danke!

    Übrigens sagte ich heute zu Susanne:
    Jesus soll mal aus der Kirche austreten”.
    Und sie antwortete:
    “Geht nicht, da war er noch nie drin”.

    Bewusstsein, das möchte ich abschließend sagen, denkt nicht: Bewusstsein WEISS. Nur fehlendes Bewusstsein muss sich der Krücke bedienen.

    Nick, wortlos!

    Wolfgang

  22. April 1, 2012 um 9:28 nachmittags

    Ein Professor erklärt, dass es auch ohne Geld geht:

  23. Rrrrolff
    August 3, 2012 um 9:02 vormittags

    Vielleicht sollte der Schreiberling etwas mehr seinen Grips anstrengen bzw. versuchen zu steigern. Warum? Nur ein einziges Beispiel: Luft wird schon lange verkauft…Sauerstoff zum Schweissen oder in Krankenhäusern etc. Und noch eins: Wasser aus Gebirgsbächen wird in Seen oder sonstigen Lagerstätten gesammelt, aufbeitet und und als Trinkwasser verkauft…woll??

    • curioscitec
      Dezember 11, 2012 um 8:44 nachmittags

      Vielleicht auch nicht. Was sollte denn ein Atemzug kosten, wenn es nach Ihnen geht, Mr. gern Verkäufer?

  24. Peter pan
    Mai 26, 2013 um 12:48 vormittags

    Als ein Vertreter der Finanzwelt weiß ich genug über dieses korrupte und menschenverachtende System in dem wir leben und Sage lasst uns etwas neues versuchen. Im schlimmsten fall gehen wir zu Grunde machen wir so weiter und es passiert definitiv.

    Das Thema rbw finde ich interessant auch wenn es diskussionsbedarf gibt.

    So tue ich mich schwer, wenn ich mich in der Welt umschaue, sehe ich viele Menschen bei denen ich zweifle ob man sie in ein solches System einführen kann, da ihr grundverständiss vom leben einfach zu verzerrt ist.

    Es gibt also keinerlei Eigentum, was ist mit Kleidung und anderen Basic Konsumgütern. Hier wird man an Eigentum kaum vorbei kommen. Führen wir diesen Gedanken weiter, alle bekommen das gleiche? So wie ich es verstehe ist das nicht Sinn des Systems.

    Mit Kleidung ist das ja noch kein Problem, aber wer legt den Maßstab fest für Besitz, was kann der einzelne besetzten und was gibt es nur im Kollektiv ? Schon sind wir bei einer Fremdbestimmung. Dies wiederspricht wiederum dem Grundgedanken

    Was tuen wir wenn jemand den Gedanken unseres schönen Systems nicht versteht, es gibt keine zentrale Ordnung keine Verwaltung und keine regeln …. Somit wird es meiner Meinung nach auch Menschen geben die dieses System ausnutzen ….dies hat keine Konsequenz was bedeutet die Gesellschaft regelt es selbst ….. Ich weiß ja auch nicht ?

    Also bekommt jeder das was er will. Wo soll das alles herkommen ? Also wird getauscht Soweit so gut. Nun entsteht eine Art Zweitmarkt an dem Dinge gegen andere getauscht werden…. Und einige Generationen später wird uns das zu blöd und wir führen ein bezahlsystem ein ? Ach ja richtig da war ja was …..

    Rbw ist etwas durchaus gutes doch weiß ich nicht ob der Mensch dazu bereit ist

    Versteht mich nicht falsch wie oben beschrieben finde auch ich das sich etwas ändern muss und lieber versuchen und scheitern ……

    • Mai 27, 2013 um 8:56 nachmittags

      Lieber Peter pan,

      ich war anfangs auch sehr skeptisch. Wenn wir uns aber wirklich befreien wollen, dann werden wir um so etwas wie eine bedinungslose Grundversorgung nicht herum kommen. Ansonsten bleibt es bei der bedingten Lohnarbeit im Sinne einer köperlichen Prostitution gegenüber einem Dritten, um überleben können.

      Schau bitte mal hier, das ist für mich ein sehr spannendes Konzept:

      http://gradido.net/Welcome/c/1/ueber_gradido

      VG Martin

      • August 24, 2013 um 4:53 nachmittags

        Bitcoin avanciert derzeit zur Währung für die Übergangszeit. Was Gradido angeht, das erinnert einen eher an Pfudor.

  25. August 24, 2013 um 5:48 nachmittags

    Auch ein neues Geldsystem wird nicht gänzlich neu sein, sondern aus all dem bestehen, was bereits war … auch wir Menschen stammen nicht vom Affen ab, sondern wir sind die Verkörperung von Möglichkeiten, die denVerkörperungen der Affen nicht möglich waren, ein kleiner, aber wesentlicher Unterschied aus Sicht des Konsens der Evolution:

    http://faszinationmensch.com/2013/08/05/legolution-die-rolle-des-menschen-im-wirken-der-realitat/

    Gruß Guido

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