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Ist “Konkurrenz” als Motor für immer bessere Produkte nur ein Mythos?

Ist “Konkurrenz” nicht eher der Schlüssel zu allem Übel unserer unguten Kultur? Gestern hatte ich das Wort “leistungsfreundlich” irgendwo im Zusammenhang mit der FDP aufgeschnappt, wo sich mir der Magen umdrehte. Der Leistungswahn hat uns inzwischen 3 Millionen depressiv Erkrankte in Deutschland beschert. Was also kann demnach an Leistung freundlich” sein?

Meine These: Es ist nur ein Mythos, dass uns Konkurrenz zu immer besseren Produkten mit immer mehr Qualität und immer günstigeren Preisen führt.

Begründung: Ich will das mal an folgendem Beispiel erklären

Ich arbeite in einer Branche, die die Archivierung von Papier elektronisch ermöglicht, damit weniger Lagerplatz verbraucht wird, aber die Informationen auch während der Arbeit schneller zur Verfügung steht. Das spart Material und Arbeitszeit.

Es gibt allein in Deutschland sage und schreibe 250 Anbieter einer solchen Software! Jeder dieser Anbieter beschäftigt Software-Architekten, Programmierer, Qualitätssicherer, Dokumentaristen, Produktmanager, Marketiers, Vertriebler und Service-Mitarbeiter, die im Prinzip alle das Gleiche tun, nur ein klein wenig anders.

Und da die Konkurrenz hoch ist, ist nur ein geringer Preis erzielbar. Da darf die Software an vielen Stellen nur einfach sein. Und wenn sie komplexer ist, kann die Qualität nicht besonders hoch sein.

Was kann eine Alternative sein?

Wir produzieren kooperativ in 4 Teams, die vom Umsatz gleichermaßen profitieren.
2 Teams entwickeln und pflegen die aktuelle Software mit unterschiedlichen Ansätzen, quasi im Wettbewerb der bessern Idee.
Die anderen beiden Teams entwickelt schon an der nächsten Generation, denn die Technik schreitet rasant voran.

Sagen wir, es bräuchte so nur 1/4 der Arbeitskraft der Mitarbeiter der 250 Firmen und dennoch würde eine Software zur Verfügung stehen, die deutlich mehr kann zu einer besseren Qualität. Wenn wir das bei allen Produkten so machten, müssten wir alle nur 10 Stunden in der Woche arbeiten.

Gut, das wird nicht überall so laufen können, aber ich bin mir sicher, dass wir in vielen Bereichen Produkte x-mal erfinden und entwickeln. Was für eine Verschwendung an Ressourcen, die wir an anderen Stellen viele sinnvoller einsetzen könnten! Indem wir z.B. mehr Zeit für unsere Familie und Freunde hätten, um uns mit Ihnen gemeinsam an kommunalen Projekten zu einem besseren Lebensumfeld zu beteiligen.

Einfluss auf das Thema Fachkräftemangel

Wenn wir nicht so viele x-mal gleiche Produkte entwickeln würden, hätten wir auch kein Problem mehr mit dem laufend gefürchteten Fachkräftemangel.

Braucht es ggf. Voraussetzungen?

Das kann aber vermutlich nur gelingen, wenn wir alle nötigen Aufgaben (Produkte und Deinstleistungen am Menschen) GLEICH verteilen und ein wie auch immer ausgestattetes Grundeinkommen zu einem unveräußerlichen Menschenrecht in unserem Grundgesetz verankern.

Schlussbemerkung: Grundgesetz?

Womit ich zum Schluss auch mal unser Grundgesetz zur Disposition stellen möchte. Ja, es sichert vieles sinnvoll ab, aber ist es nach 60 Jahren Anwendung nicht an der Zeit, hier auch etwas mehr Innovation einzufordern. Zumal uns ja seit der Wiedervereinigung noch der Artikel 146 aussteht, der eine Überarbeitung geradezu einfordert.

Oder nicht?

  1. März 29, 2011 um 9:24 nachmittags

    Ich möchte auch gleich noch einen Kommentar hinterher schicken. Konkurrenz und Kooperation sind in uns Menschen durch die vielen Jahre Evolution gleichermaßen verankert. In uns Männern scheinbar sehr viel stärker als bei Frauen. Da wir aber intelligente Wesen sind, sollten wir dann nicht in der Lage sein, uns bewusst von dem einen mehr distanzieren zu können als von dem anderen? Wenn es doch insgesamt gesünder ist?
    Zu dem Thema Evolution von Mann und Frau schreibt Christian sehr intensiv und bemerkenswert anregend auf seinem Blog Alles Evolution. Ein Besuch dort lohnt sich!

  2. März 30, 2011 um 11:13 vormittags

    Danke ersteinmal für den Link im Kommentar oben :-)

    Zu deinem Beispiel:

    Wenn du ein Produkt nimmst, dass geringe Anforderungen stellt, dann kannst du die Auswirkungen nicht unbedingt beim Produkt selbst sehen. Vielleicht eher in der Frage, wer das simple Produkt effektiver anbietet, also die Kosten für den Betrieb oder die Herstellung niedriger halten kann und so mehr Gewinn macht bzw. die Kosten noch etwas tiefer ansetzen kann. Das bewirkt natürlich auch Fortschritt. Oder es entwickelt jemand einen Zusatznutzen, für den die Leute als Extra auch zusätzlich zahlen wollen und finanziert das Basisprodukt darüber.

    Aber jetzt nimm mal einfach ein komplizierteres Produkt, wie ein Auto oder ein Handy.
    Beim Auto muss man ja nur den Trabbi (geringe Konkurrenz) mit einem “westlichen Auto” (hohe Konkurrenz) vergleichen.
    Beim Handy hat das Iphone die Welt revolutioniert. Alle Anbieter mussten nachziehen. In der Folge musste auch Apple nachziehen. Die Produktzyklen wären sicherlich ohne Konkurrenz geringer.

  3. März 30, 2011 um 11:43 vormittags

    hm, den Fortschritt hatte ich in dem Konstrukt der beiden parallelen Teams mit reingedacht so wie mit den beiden Teams, die schon an der nächsten Produktgeneration arbeiten. In diesem Fall wäre es nicht bei dem Trabbi geblieben.
    Aber mal eine andere Frage: brauchen wir denn das Handy als Eierlegendewollmilchsau, die uns nur weiter versklavt, für Jeden jederzeit erreichbar zu sein?
    Und brauchen wir wirklich die Monsterautos, wo doch auch ein Trabbi reicht, uns von a nach b zu bringen?
    Christian zeigt in seinen vielen Posts auf, dass unsere Programmierung auf Basis “Konkurrenz” uns nötigt unseren Status raushängen zu lassen. Aber sind wir wirklich noch Tiere, die nicht in der Lage sind, da bewusst gegen anzugehen und sich eher für die “Kooperierende” in uns zu entscheiden?

  4. Frank
    März 30, 2011 um 2:44 nachmittags

    Zur These:
    Wenn Konkurrenz vorhanden ist, verkauft derjenige sein Produkt, der a) billiger ist, oder b) besser ist. Und wer nicht’s verkauft geht pleite, daher ist an diesem Mythos meine ich schon etwas dran.

    Das I-Phone ist wie ich finde ein Musterbeispiel für etwas, das niemand so wirklich braucht. Aber es ist nunmal so wie Christian sagt, es hat die Welt revolutioniert, es konnte mehr als alle vorhandenen Produkte und viele wollten es deshalb haben und waren bereit einen enormen Preis dafür zu Zahlen. Folge : die anderen Hersteller wollen auch ein Stück vom Kuchen haben, es folgt Fortschritt in großem Maße. Das positive daran ist natürlich das durch die Konkurrenz in der Folge die Priese wieder sinken, und die neue Technologie billiger und so mehr Menschen zugänglich wird. Aber was ist mit den alten Produkten? Den Geräten die eine Woche vor dem I-Phone noch das beste waren. Sie landen häufig im Schroot und das ist etwas das nicht nur bei Telefonen passiert.

    Das Streben nach immer größerem Wachstum und immer größeren Gewinnen treibt alle zu immer mehr Fortschritt und die Menschen konsumieren um ihr Leben, und die Ressourcen werden knapp.

    Martins Alternative mit weniger Konkurrenz und sinnvollem Fortschritt, so habe ich es zumindest verstanden, erscheint mir daher sehr erstrebenswert. Wobei sich dahinter Gefahren wie Monopolbildung und Kartellbildung verbergen die man nicht unterschätzen sollte.

    Hier noch eine ARTE Dokumentation zum Thema: ” geplante Obsoleszenz”, in ihr wird unter anderem aufgezeigt, wie Produkte entwickelt werden die nur eine bestimmte Zeit halten und dann kaputt gehen und was für Folgen der Konsum der Industrieländer hat. http://www.youtube.com/watch?v=Ji8mUF1EIvk

  5. März 30, 2011 um 5:01 nachmittags

    @Martin

    “hm, den Fortschritt hatte ich in dem Konstrukt der beiden parallelen Teams mit reingedacht so wie mit den beiden Teams, die schon an der nächsten Produktgeneration arbeiten. In diesem Fall wäre es nicht bei dem Trabbi geblieben.”

    Dann entsteht der Fortschritt auch aus der Konkurrenz, dann eben der innerbetrieblichen durch die Teams. Auch die Teams müssen aber weniger hart arbeiten, wenn sie nur die ihnen bekannte Konkurrenz in der Firma kennen und nicht eine unbekannte von außerhalb.
    Außerdem: Wie willst du Konkurrenz verhindern? Es wird immer jemanden geben, der meint es besser machen zu können.

    “Aber mal eine andere Frage: brauchen wir denn das Handy als Eierlegendewollmilchsau, die uns nur weiter versklavt, für Jeden jederzeit erreichbar zu sein?”

    Was brauchen wir schon? Moderne Medizin? Die alte ist ja auch ganz gut. Sichere Autos? Die alten tuen es ja auch. Verbrauchsärmere Motoren? Wird ja eh nur durch mehr PS aufgefressen.
    So gesehen brauchen wir nichts.
    Aber wir WOLLEN es. Sonst würden sich die Smartphones ja nicht verkaufen.

    “Und brauchen wir wirklich die Munsterautos, wo doch auch ein Trabbi reicht, uns von a nach b zu bringen?”

    Wie gesagt: Du kannst das wollen nicht verbieten. Letztendlich zeigt die DDR sehr gut, wo so etwas hinführt. Der Staat muss seine Bürger einsperren, weil sie den Fortschritt wollen. Zwang kann aber keine bessere Gesellschaft bringen.

    “Aber sind wir wirklich noch Tiere, die nicht in der Lage sind, da bewusst gegen anzugehen und sich eher für die „Kooperierende“ in uns zu entscheiden?”

    ja, sind wir. Attraktivitätsmerkmale werden im Rahmen der sexuellen Selektion vererbbar eingespeichert und verschwinden nicht so schnell aus unseren Köpfen.Vollkommene Konkurrenzlosigkeit – ich glaube nicht, dass es das wirklich in Gesellschaften gibt.

    • März 30, 2011 um 5:53 nachmittags

      Nun, dass konkurrierendes Verhalten im Zaum gehalten werden kann, zeigen doch unsere indigenen Völker, in denen sich keine Hierarchien ausgebildet haben und im Konsens Entscheidungen getroffen haben. Es geht also um die Kultur, die es einzurichten gilt mit Regeln, die vermeiden, dass sich Hierarchien aufgrund von konkurrierenden Verhaltens aufbauen können. Daher immer wieder mein Hinweis, dass wir uns mal genauer anschauen sollten, welche Mechanismen es in diesen Völkern sind, die zu mehr Gleichgewicht unserer Programmierung kommt. In unserer Kultur jedenfalls scheint mir das konkurrierende Verhalten entfesselt worden zu sein und wenn das nicht in den Griff bekommen, werden wir ganz schnell an den Grenzen unserer kleinen Welt sein.
      Was die DDR angeht, so ist hier ein Wirtschaften von oben nach unten diktiert worden und deshalb hat das nicht funktioniert. Macht man das anders herum und bringt die Entscheidungskompetenz dorthin, wo gearbeitet und gelebt wird, so haben alle Spaß an dem, was gemeinsam im Konsens entschieden worden ist. Und wenn alle das Bedürfnis haben, ein großes Auto fahren zu wollen und das in der Ballance mit der vorhandenen Ressourcen unserer Welt steht, wird das auch geschehen.
      Ich vermute allerdings, dass in dieser Kultur dann früher erkannt wird, dass man sich so seine kleine Welt zerstört. Man wird sich dann eher sinnvollere Wünsche ausdenken und diese gemeinsam umsetzen.

      • März 30, 2011 um 6:09 nachmittags

        “un, dass konkurrierendes Verhalten im Zaum gehalten werden kann, zeigen doch unsere indigenen Völker, in denen sich keine Hierarchien ausgebildet haben und im Konsens Entscheidungen getroffen haben.”

        Es sind allerdings sehr kleine Gruppen, die sich isoliert haben und aus einer Fortschrittsentwicklung ausgestiegen sind. So gesehen haben sie auch eine Mauer um sich bebaut.
        Eine Diskussion wie diese können sie beispielsweise mangels Internet nicht führen. Könnten sie es, würden sie auch die Vorzüge moderner Technik kennenlernen.

        “Es geht also um die Kultur, die es einzurichten gilt mit Regeln, die vermeiden, dass sich Hierarchien aufgrund von konkurrierenden Verhaltens aufbauen können.”

        Ich glaube nicht, dass das abseits einer starken Abgeschlossenheit geht.
        Das ein Ausschalten der Konkurrenz eine langsamere technischere Entwicklung bedeutet ist dabei die eine Sache (sind wir uns da eigentlich einig?). Das die Leute diesen Fortschritt dann auch wollen die andere.

        “Daher immer wieder mein Hinweis, dass wir uns mal genauer anschauen sollten, welche Mechanismen es in diesen Völkern sind, die zu mehr Gleichgewicht unserer Programmierung kommt.”

        Ich würde sagen:
        1. Starke Isolation
        2. Starke Ausgrenzung alles Fremden
        3. Starkes Festhalten an Traditionen, die ein Ausbrechen nicht erlauben.

        Erscheint mir nicht so erstrebenswert.

        “Was die DDR angeht, so ist hier ein Wirtschaften von oben nach unten diktiert worden und deshalb hat das nicht funktioniert”

        Man könnte auch sagen: Weil der Markt, das unten, ausgeschaltet wurde

        “Macht man das anders herum und bringt die Entscheidungskompetenz dorthin, wo gearbeitet und gelebt wird, so haben alle Spaß an dem, was gemeinsam im Konsens entschieden worden ist.”

        haben wir ja. Die Masse bildet den Markt und entscheidet darüber. Warum meinst du übrigens, dass die Masse glücklich ist, wenn sie nur eine Entscheidung auf ein Produkt treffen darf? Ich halte es für wahrscheinlicher, dass die Masse eher fordert eine individuelle Entscheidung treffen zu können und Auswahl zu haben.

        “Und wenn alle das Bedürfnis haben, ein großes Auto fahren zu wollen und das in der Ballance mit der vorhandenen Ressourcen unserer Welt steht, wird das auch geschehen.”

        Was aber, wenn die einen ein kleines Auto fahren wollen, die anderen ein schnelles, die anderen ein großes und alle bereit sind verschieden hohe Ressourcen dafür aufzuwenden?
        Und wie willst du Sonderfähigkeiten entlohnen und warum soll man sich für die Entlohnung nicht etwas besonderes leisten können wollen?

        “Ich vermute allerdings, dass in dieser Kultur dann früher erkannt wird, dass man sich so seine kleine Welt zerstört. Man wird sich dann eher sinnvollere Wünsche ausdenken und diese gemeinsam umsetzen.”

        Man wird einfach nie zu einer Entscheidung kommen, weil die Interessen zu verschieden sind und immer einen Prozentsatz haben, der enttäuscht ist, weil seine Entscheidung nicht umgesetzt wurde. Der wird dann einen Schwarzmarkt eröffnen um sich die gewünschte Ware anderweitig besorgen zu können. Geht das nicht, dann wird eben das Interesse an einer Ausreise stärker.

        • März 30, 2011 um 7:14 nachmittags

          Wenn wir aus dieser Tretmühle von Leistung, Wachstum und Ressourcenverbrauch aufgrund unseres Nicht-anders-verhalten-könnens nicht ausbrechen können, dann sind wir tatsächlich bald am Ende. Sollten wir dann nicht sofort aufhören, weitere Kinder in die Welt zu setzen?
          Ich bin da eher Optimist. Ich bin überzeugt, dass wir Menschen lernen, aus jeder weiteren Krise. Und Japan wird uns zeigen, dass es anderes gehen muss. Ich gehe davon aus, dass der Super-GAU dazu führen wird, dass Japan komplett evakuiert werden muss. Und das ist eine Dimension, die uns noch nachhaltig bewegen wird.
          Ich kenne Menschen, die sich nicht mehr selbst beweisen müssen, um ein Teil der Konsumgesellschaft sein zu müssen. und sich entschlossen haben, auf Basis des angesparten in einfachen Verhältnissen nun das Leben ohne Konsumzwang zu genießen. Und diese sind sehr viel glücklicher als die mit den großen Autos und Häusern vor der Tür, die vom Leben kaum etwas wahrnehmen, als den Stress den Gehetzt-seins.
          Es geht auch anders!

      • März 30, 2011 um 7:57 nachmittags

        ” Ich gehe davon aus, dass der Super-GAU dazu führen wird, dass Japan komplett evakuiert werden muss. Und das ist eine Dimension, die uns noch nachhaltig bewegen wird.”

        Das glaube ich nicht. Ich glaube noch nicht einmal, dass der Schaden so groß sein wird. Vermutlich wird Japan in ein paar Jahren eher als Beispiel dafür gelten, dass man den worst case recht gut überstanden hat.

        “Ich kenne Menschen, die sich nicht mehr selbst beweisen müssen, um ein Teil der Konsumgesellschaft sein zu müssen. und sich entschlossen haben, auf Basis des angesparten in einfachen Verhältnissen nun das Leben ohne Konsumzwang zu genießen.”

        Ich kenne wahrscheinlich 100 mal so viele, die das nicht wollen.

        “Und diese sind sehr viel glücklicher als die mit den großen Autos und Häusern vor der Tür, die vom Leben kaum etwas wahrnehmen, als den Stress den Gehetzt-seins.”

        Das mag sein. Aber die Frage ist ja, ob die Gehetzten wirklich glücklicher wären, wenn sie es nicht machen würden.
        Zumal es ja auch viele in der Mittelschicht gibt, die eine Konsumgesellschaft wollen und ihren moderaten Luxus mit einer 9-17 Uhr Tätigkeit finanzieren, ohne dabei gleich vor die Hunde zu gehen. Das neuste Smartphone ist ja noch vergleichsweise erschwinglich.
        Aber ohne Leistungsgesellschaft nicht erhältlich.

        • März 30, 2011 um 8:18 nachmittags

          Hattest Du Dir mal das Interview in diesem Post durchgelesen: Die größte Bedrohung für eine Gesellschaft, die das Glück zur höchsten Maxime erklärt hat, ist ein wunschlos glücklicher Kunde
          Der Leistungsdruck gepaart durch Konsumbefriedigung macht einsam und damit unglücklich.
          Dass Menschen noch beim Konsumieren glücklich erscheinen wird vermutlich daran liegen, dass sie nie wirklich reflektiert haben, wie sie sich haben versklaven lassen. Sie sind Gefangene einer Lüge, die uns von allen Seiten beschallt: “Kauf mich, und ich mache Dich glücklich”. Dabei macht es nur noch einsamer.Und ich kann mir vorstellen, dass ein ständiges Schöne-Frauen-gewinnen aufgrund mehr Statusanreicherung auf die Dauer auch nicht glücklich macht, eher auch einsamer.

  6. März 30, 2011 um 8:00 nachmittags

    “Nun, dass konkurrierendes Verhalten im Zaum gehalten werden kann, zeigen doch unsere indigenen Völker, in denen sich keine Hierarchien ausgebildet haben und im Konsens Entscheidungen getroffen haben.”

    Dazu noch mal:
    Mich würde folgende Studie interessieren: In diesen Völkern die begehrtesten Frauen ermitteln (nach der Ansicht der Völker) und dann feststellen, was die Männer dieser von denen mit den hässlichsten Frauen (nach deren Ansicht) unterscheidet.
    Wäre interessant, ob da bisher verborgene Hierarchien (bester Jäger, bester Entscheidungsherbeiführer etc) oder Statusobjekte zum Vorschein kommen.

  7. März 30, 2011 um 9:17 nachmittags

    Dass unser Wirtschaften auf Basis von Konkurrenz, immer mehr Leistung und Wachstum nur dazu führt, dass alle paar Jahrhunderte unser Geldsystem aufgrund einer Überschuldung zusammenbricht und dabei nur die Reichsten profitieren wird in diesen 4 Minuten sehr deutlich:

    Die Frage ist dann wirklich: warum tun wir uns mit Intelligenz ausgestatteten Wesen das immer noch an?

    • März 31, 2011 um 12:10 nachmittags

      “Die Frage ist dann wirklich: warum tun wir uns mit Intelligenz ausgestatteten Wesen das immer noch an?”

      Weil
      1. Das Zinssystem Vorteile bietet, die andere Systeme nicht haben und die schwer zu ersetzen sind.
      2. Wir kurzfristige Vorteile evolutionsbedingt höher bewerten als langfristige, weit entfernte, potentiell abwehrbare Gefahren.

  8. März 31, 2011 um 3:16 nachmittags

    Christian, hm, kannst Du mir die Vorteile erklären, die das ständige Zusammenbrechen und das Leid das daraus resultiert wieder gut machen kann?

    • März 31, 2011 um 3:32 nachmittags

      Die Vorteile sind, dass einer Geld bekommt, dass er sofort ausgeben kann und der andere sein Geld arbeiten lassen kann.
      Gäbe es keine Zinsen, dann würde der andere sein Geld nicht weggeben, sondern es für sich selbst arbeiten lassen.

      Das funktioniert ja bei jedem größeren Projekt, jedem Häuserbau, vielen Autokäufen so.
      Auch das Produkt Geld wird eben nur mit Gewinn verkauft, wie jedes andere Produkt auch.
      Der Fehler ist sicherlich, dass wir eine öffentliche Verschuldung zulassen. Aber Politiker wollen eben in ihrer Wahlperiode Geld ausgeben und Wähler wählen eher den, der die Strassen jetzt saniert als den der nur verkündet, dass gespart werden muss.

      • März 31, 2011 um 6:22 nachmittags

        Überzeugt bin ich da nicht. Hast Du Dir das Video angeschaut? Bist Du unter den wenigen Gewinnern, dann sollte unser Geldsystem für Dich vermutlich auch OK sein …

      • März 31, 2011 um 6:29 nachmittags

        Was ist denn dein Gegenmodell?

        • März 31, 2011 um 9:20 nachmittags

          Na, gar keine Zinsen zu nehmen. Geld darf nicht selbst arbeiten. Es darf nur als Tauschmittel verwendet werden. Wenn Mehrwerte geschaffen werden, dann nur durch echte Arbeit durch Menschen oder Maschinen.
          Und da das Geld nicht selbst arbeiten sollte, muss das Geldschöpfen auch in die Hände der Gemeinschaft und darf nicht privatisiert sein. Siehe meinen Post: Raus aus den Finanzkrisen mit der vierten Staatsgewalt Monetative?

      • April 1, 2011 um 9:41 vormittags

        Und wie wird dann zB der Bau des Eigenheims oder der Beginn einer Selbständigkeit etc finanziert?

  9. April 1, 2011 um 11:14 vormittags

    Ganz durchdrungen habe ich die notwendigen Mechanismen hier noch nicht, aber in etwa:
    Das sollte auch weiterhin über Banken gehen. Am besten über genossenschaftlich organisierte. überschüssiges Geld muss ja auch weiterhin aufbewahrt werden. Die Organisation der Bank wird über Gebühren finanziert. Wem größere Geldmengen geliehen werden, wird durch die Mitglieder auf Basis entsprechender Satzungen entschieden.

  10. April 1, 2011 um 6:16 nachmittags

    Und diese Genossenschaftsbanken haben kein Interesse daran, dass vorhandene Geld statt es gegen geringe Gebühren zu verleihen lieber in Aktien zu investieren? Oder in andere Projekte mit einer höheren Rendite?
    Oder es einfach im Ausland gegen Zinsen anzulegen?

    • April 1, 2011 um 6:43 nachmittags

      Genau der Zins ist doch das Übel unseres Systems, egal wie hoch. Banken dürfen nur Bearbeitungsgebühren verlangen, die die Kosten des Betriebs decken. Die Menge neuen Geldes wird von der Zentralen Bank weiterhin gehoben, immer in Bezug auf die Schaffung der neuen, beständigen Werte. Die Verteilung dieser neuen Geldmengen müssten dann wahrscheinlich über die Anhebung des Grundgehalts erfolgen. So würden wir alle nach und nach wohlhabender.
      Das Glücklicher-sein ist dann erreicht, wenn wir nicht mehr arbeiten sonder tätig sind, weil uns das Freude macht. Antje Schrupp hat heute einen ziemlich guten Post dazu veröffentlicht: Andere arbeiten immer. Ich arbeite nie.

  11. April 4, 2011 um 8:10 vormittags

    Die Frage ist doch, wie du es hinbekommst, dass die Leute ihr Geld an andere verleihen ohne das es ihnen etwas bringt. Dazu hast du bisher noch nichts gesagt.

    Es gibt ja deswegen Banken, weil sich das Geschäft lohnt. Wenn man die Zinsen abschafft, dann lohnt es sich eben nicht mehr. Das heißt die Banken stellen diesen Teil ihres Geschäfts ein, wenn sie keine Zinsen verlangen dürfen und man ihnen keine neuen Vorteile bietet.
    Und unterhalb einer weltweiten Regelung wird sich da auch nichts machen lassen, weil Leute sich ja Geld leihen wollen und andere Leute Geld leihen wollen. Ein deutscher Alleingang führt lediglich dazu, dass ausländische Banken Geld verleihen.
    Und eine weltweite Einführung ist sehr unrealistisch.

    • April 8, 2011 um 10:56 nachmittags

      Banken sollten in meinen Augen keine Geschäfte machen dürfen. Sie haben nur eine Aufgabe: Wenn für ein die Erfüllung eines neues Bedürfnisses der Gesellschaft (z.B. ein Impfmittel) Geld zu überbrückenden Finazierung benötigt wird, dann wird diese Geld zur Verfügung gestellt.
      Solange Banken durch Verleihen Gewinn machen, entstehen genau die Blasen, die alle Jahre zum Implodieren des System führt. Daher gehören sie nicht in private Hände sondern unter die Kontrolle der Gemeinschaft.

  12. Benjamin
    April 17, 2011 um 12:22 nachmittags

    Ein paar kritische Fragen:

    * Wer entscheidet welche 1/4 von den 250 weiterentwickeln “darf”?
    * Wer entscheidet welche Mitarbeiter von “den anderen” Firmen, sich was neues suchen sollen und welche weiter Archivsoftware machen “dürfen”?
    * Wenn alle Märkte so von ihnen umgeordnet werden, was machen überhaupt die 3/4 übrigen Mitarbeiter? Die werden ja alle arbeitslos.
    * Wer von den Entscheidern dieser Software wird der Boss? Wer produziert die Innovation?
    * Wer verhindert, dass das eine übrige Unternehmen später Monopolpreise nimmt? Es wäre ja offensichtlich nicht mehr erlaubt zu konkurrieren um billiger zu produizieren.
    * Sie schreiben selber, dass der Preis niedrig und die Software einfach ist (als Massstab von Qualität). Scheinbar hat der Wettbewerb also sein gutes. Alle diese 250 Unternehmen können scheinbar von Ihrer Software leben.
    * Wenn dann alle Arbeit wie sie beschreiben gleich verteilt wird dürfen also die Wettbewerbsfähigsten nur noch gleich soviel arbeiten wie die weniger guten? Wie im Vergleich zu jetzt soll dann der Wohlstand produziert werden, den man dann für das Grundeinkommen verwendet?

    Wie passt das alles zu ihrer Blogunterschrift “Innovationen passieren durch Regelbrechung.”. Ein ökonomischer Planer, der für ihre Idee nötig ist kann die Regeln nicht brechen. Er macht die Regeln und basta.

    • April 17, 2011 um 4:39 nachmittags

      Hallo Benjamin,
      also weiter machen wie bisher? Nur weil Keiner sich bemüht, zu überlegen, wie das funktionieren kann?
      Derzeit müssen Alle ihre 8-9 Stunden pro Tag runterreißen mit dem Wissen, dass es 250 Andere genauso tun? Warum also nicht besser kooperieren statt konkurieren? Dann könnten wir alle die viele freigewordene Zeit für soziale Dingen einsetzen, für mehr Gemeinschaftsentwicklung. Und da noch immer genügend gut Experten an der Software arbeiten, gibt es diese auch in einer super Qualität. Ich sage nur Linux.
      Wenn wir alle an Commons=Gemeingütern arbeiten, weil wir daran Spaß haben, weil wir darin einen Sinn sehen, da es für uns ist, kommt genauso viel Gutes heraus. Der Mensch hat schon immer da, wo er Probleme hatte, es sich bequemer eingerichtet, ohne dass ein Mächtiger ihm das einflüstern musste.
      Und damit keiner Angst haben muss(sieh aktuelle Volkskrankheit Depression), hat Jeder Anspruch auf ein Grundgehalt. Dann hat er auch den Kopf frei, Spaß ein der Weiterentwicklung von Gemeingütern zu haben. Und das immer für etwas, wo man selbst etwas von hat, bzw. die direkte, nächste Gemeinschaft. Und wenn es den Bedarf gibt, auch für viele andere Gemeinschaften.
      Das wäre echte Freiheit und nicht das, was uns sufliert wird zu sein. Keiner ist wirklich frei darin, zu tun, was er mag. Warum sollte es nicht mal möglich sein, eine Auszeit zu nehmen, um sich wieder zu sammeln, ohne dass man sich Gedanken über das Überleben machen muss. Und wenn man wieder bei Kräften ist, dann arbeitet man eben wieder 8 oder mehr Stunden durch, weil man gerade einen Schaffensdrang hat. Also echte Freiheit.
      Ich empfehle übrigens am Häppchenweisebuch von Gebhard Borck mitzulesen. Er geht dem Ganzen noch etwas mehr auf den Grund: Affenmärchen – Arbeit ohne Lack und Leder.
      Viele Grüße, Martin

      Gerade hat Prof. Dueck zum Todesurteil unsers Systems Konkurrenz bepostet: Die Dummheit auf der sicheren Seite

  13. April 17, 2011 um 10:13 nachmittags

    Mir fällt nur eine Frage ein. Sind die heutigen innovativen Kapitalisten die besseren Kommunisten? Sie reden alle noch von mehr Wachstum durch menschliche Innovation, more grow it the fansatic dream, wir stehen vor einem Scherbenhaufen und wenn es hoch kommt können wir der Hälfte der Menschheit den nackten A. retten. Ist es Dummheit oder nicht Hinsehen wollen?

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